• DSDS (RTL) 21.02.2010 No Comments

    Heute steht bei “Deutschland sucht den Superstar” die erste Mottoshow an. Das einfallsreiche Thema lautet dabei “Megahits von heute”. Bevor die Musik losgeht, muss sich aber erst mal der Chefjuror über seinen Kurzurlaub in Österreich auslassen. Dieter Bohlen hat scheinbar zum ersten Mal auf den anderen Brettern, die manchen auch die Welt bedeuten, gestanden und muss nun minutenlang darüber schwadronieren. Wir sehen in einem kleinen Einspielfilmchen, wie der aus Norddeutschland stammende Poptitan sich bei den Ösis als unfreiwilliger Schneepflug betätigt und dabei sogar den Kameramann umbrettert. Gähn, offensichtlich wird Dieters Gage nach Minuten berechnet. Und damit auch alle sehen können, was für ein geiler Macker er ist, behält er heute im Studio zunächst eine dicke Skijacke an – trotz der vermutlich erheblichen Hitze von den Scheinwerfern. Er ist und bleibt ‘ne Rampensau. (Mal eine interessante Frage: Wenn es 1975 schon DSDS gegeben hätte, ob Dieter Bohlen dann wohl – als Kandidat – daran teilgenommen hätte? Und wie weit er wohl gekommen wäre? Und wer wohl in der Jury gesessen hätte, vielleicht Heinz Schenk, Caterina Valente und Dieter Thomas Heck?)

    Endlich kommen die 10 überlebenden Kandidaten auf die Bühne und wie: Sie singen alle gemeinsam “I gotta feeling” von den Black Eyed Peas und zwar richtig gut, wie ich finde, jedenfalls die Herren der Schöpfung. Nichts zu merken von der angeblich im DSDS-Haus grassierenden Bronchitis-Epidemie. Die Mädels stinken dagegen etwas ab – so wie auch schon in den ganzen letzten Folgen.

    Wir starten heute mit Nelson Sangaré (gesprochen “Sanngaree”). Im Einspieler erzählt uns sein Vater etwas vom geringen Ansehen, das Sänger in seinem Herkunftsland Mali haben und aus diesem Grund mag Nelsons Mutter auch bislang nicht mit zur Sendung ins Studio kommen. Leute, ich ahne da am Horizont schon eine erstklassige Tränendrüsengeschichte, wenn Nelsons Mutter in einer der nächsten Shows überraschend DOCH am Rande sitzt und ihren Sohn anfeuert. Ich glaube, ich kriege schon mal vorsorglich eine Gänsehaut… Diesmal ist sie aber noch nicht da und verpasst deshalb den tollen Auftritt ihres Sohnes mit “Closer” von Ne-Yo. Nelson trägt zur neon-gelben Hose ein schwarzes T-Shirt und einen Hut, sieht damit cool aus und rockt den Saal. Die Jury ist durchweg begeistert, insbesondere Nina Eichinger attestiert ihm eine wesentlich positivere Ausstrahlung als beim letzten Mal.

    Lt. Einspieler hatte Manuel Hoffmann in der vergangenen Woche mit einer fiesen eitrigen Angina zu kämpfen, konnte sich aber rechtzeitig gegen seine Viren und Bakterien behaupten und steht heute Abend völlig genesen auf der Bühne. Seine Fans scheinen dagegen etwas krank zu sein und laufen kreischend und mit pottenhässlichen SpongeBob-Shirts durch die Gegend; angeblich mag Manuel die Schwammkopf-Serie. Er singt von Ich+Ich “Pflaster”, ist dabei stimmlich ziemlich auf der Höhe und scheint sehr sicher. Seine Choreografie ist aber noch ausbaufähig, Manuel hält sich nämlich während des gesamten Titels am Mikrofonständer fest. Dieter ist dann auch nur im Großen und Ganzen zufrieden und bemäkelt, Manuel sei für ihn der “singende Bausparvertrag”, ginge zu viel auf Nummer Sicher und müsse mehr ausflippen. Nina und Volker Neumüller sind des Lobes voll und normalerweise müsste Manuel in der nächsten Woche wieder dabei sein.

    In ihrem Einspieler sehen wir, wie sich Kim Debkowski Freunde unter ihren männlichen Kollegen macht: Im DSDS-Loft war ihr der Spiegel in ihrem Zimmer zu klein, daraufhin hat sie einfach einen Spiegel im Jungs-Trakt abmontiert, in ihre Butze verschleppt und annektiert. Das kann man irgendwie nachvollziehen, denn immerhin verbringt sie den überwiegenden Teil ihrer Lebenszeit mit der Schminkerei. Offenbar ist sie dann zwischenzeitlich auch noch mit Marcel “Plüschi” in einen Klamottenladen gegangen und hat dem leicht vertorften Landei einen großstädtischen Style verpasst – oder was sie dafür hält. Heute Abend erleben wir Kim mit “Take a Bow” von Rihanna. Das Kostüm muss man aber unbedingt mal erklären: Sie trägt heute ein silber-schwarz-gestreiftes glänzendes Kleid, Beine und Handschuhe sind leuchtend rot und auf dem Kopf hat sie so eine Art schräg sitzende Kappe mit einem spitz zulaufenden röhrenförmigen Dingsbums, das wie so ein alter Piraten-Feldstecher aussieht. Hinterher sagt sie übrigens, das sei eine Schultüte. Ich würde an ihrer Stelle jedenfalls mit dem Zeugs bei Gewitter nicht aus dem Haus gehen. Wenn Kim doch auf die Musik eben so viel Wert legen würde wie auf ihr Äußeres. Der Gesang fällt nämlich eher dürftig aus, hier und da scherbelt sie am richtigen Ton vorbei und insgesamt schwächelt die gesamte Performance. Aber Dieter, der nach wie vor in seiner blöden gefütterten Skijacke dasitzt, mag sowohl ihr Outfit als auch den Gesang und gibt damit auch für seine beiden Co-Jury-Statisten den Tenor vor.

    Als nächstes kommt Babyface Marcel Pluschke, allseits nur noch “Plüschi” genannt. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Papi Plüschke, so berichtet der Einspieler, habe in der letzten Sendung beim Auftritt seines Sohnes gleich ganze Haushaltsrollen Zewa gegen die Tränen verbraucht, mit Taschentüchern war da wohl nichts mehr zu machen! Stimmt, ich habe letztes Mal auch fast Tränen gelacht bei Marcels leicht debilem Ritt auf dem komatösen mechanischen Bullen. Überflüssigerweise interviewt Marco Schreyl vor dem Titel noch die aus der Provinz angereisten Plüschi-Fans, die man an intensiv-gelben und -grünen T-Shirts erkennt. Vernünftige Sätze kriegt der Profi-Moderator auch mit viel Nachbohren aus den Leuten nicht raus, deren Gestammel war der heutige Moment zum Fremdschämen… Marcel singt von den Sportfreunden Stiller den Titel “Kompliment”. Gesanglich geht das ja vielleicht, aber stilistisch sehr bedenklich ist seine rot-karierte Mütze mit Ohrenklappen, die ein bisschen nach Klappse aussieht. (Mich erinnert das Teil auch sehr an Monty Python’s “Holzfäller-Lied”). Gott sei Dank schmeißt er die Dunstkiepe am Ende ins Publikum. Die Jury ist durchweg zufrieden, sieht auf jeden Fall eine Steigerung zu seinen sämtlichen vorherigen Auftritten. Dieter ist inzwischen endlich seine Skijacke losgeworden und findet den Auftritt “toll und patschig”; er mag Plüschi ja sowieso bedingungslos. Mal sehen, ob die U16-Mädchen nachher auch in ausreichender Zahl für ihn anrufen.

    Steffi Landerer erklärt sich in ihrem Filmchen grundsätzlich bereit, mit ihren beiden weiterhin namenlosen “Freunden” auch für das eine oder andere Magazin zu posieren, solange die Bilder ästhetisch und niveauvoll bleiben. Und überhaupt widmet sie ihre gerade beginnende Karriere dem Kampf gegen das Vorurteil, vollbusige Blondinen müssten doof sein. Na, das hätten wir wenigstens geklärt. Steffi bringt heute “I kissed a Girl” von Katy Perry zu Gehör. Sie trägt dazu ein (natürlich) sehr enges schwarzes Kostüm mit knappem Röckchen und seeehr viel Bein. Die Blondine hüpft und wippt mit den Hüften und nach einigen Takten kommt die ganze Sache sichtlich in Schwung. Gesanglich ist das m.E. nur so lala, aber manche Leute aus der Jury haben ja Teile ihres Verstandes in die Hose outgesourct und nehmen das deswegen nicht so genau, solange wenigstens das Auge zufrieden ist. Überraschenderweise ist Bohlen mit mir einer Meinung, das war nichts, sagt er! Na, da nehme ich doch die fiese Bemerkung mit dem Outsourcing ganz schnell wieder zurück. Nina ist pathologisch harmoniebedürftig und lobt vor allem die “puffige” Garderobe, in die sich Steffi hineingezwängt hat. Volker atmet noch immer schwer und labert auch nur über ihr Outfit.

    Als Zellengenosse und Babysitter vom DSDS-Checker hat Helmut Orosz unser aller Mitgefühl verdient. Um bei dieser übermenschlichen Herausforderung nicht völlig durchzudrehen, greift er mittlerweile sogar schon zu fernöstlichen Meditationsmethoden und lässt sich dabei auch gern filmen. Wir können alle nur die Daumen drücken, dass er nicht mal irgendwann dem Checker einen Satz Ohren abpflückt, verdient hätte der das bestimmt. Helmut kündigt an, heute mal eine ganz andere, viel ruhigere Seite von sich zu offenbaren, singt dann aber doch eine Power-Ballade: “I’ll be waiting” von Lenny Kravitz. Ich fürchte, ich werde nie ein richtiger Fan von “Helle”, wie ihn seine Freunde nennen. Sein Auftritt ist m.E. mal wieder nicht authentisch, alle Bewegungen wirken wie eingeübte Posen, das Lächeln erscheint aufgesetzt, insgesamt habe ich bei ihm immer die Assoziation eines professionellen Feriendorf-Animateurs in der Nachsaison. Volker kritisiert den Kandidaten, ist enttäuscht, ihm fehle Gefühl, Helmut solle nicht alles “Kneipensong-mäßig zerschmettern”. Nina sagt ihr übliches sowohl als auch, Dieter ist ebenfalls nicht zufrieden.

    Nun kommt wieder Mehrzad Marashi, der m.E. in der aktuellen Staffel bisher die besten Leistungen gebracht hat. Echt verwunderlich, dass es RTL in seinem Einspieler überhaupt nötig hat, die sentimentale Schiene zu bedienen: Wir begleiten Mehrzad nämlich auf den Friedhof zum Grab seines im letzten Jahr verunglückten Bruders. Im Hintergrund läuft dazu John Lennons Hymne “Imagine”. Das ist doch viel zu dick aufgetragen, das hat Mehrzad mit seiner tollen Stimme eigentlich gar nicht nötig. Er singt heute “Broken Strings” von James Morrison und performt den sowieso schon tollen Hit bestens. Die Jury ist unisono begeistert.

    Der “Checker” Thomas Karaoglan scheint auch einen Haufen netter Seiten zu haben, weiß die aber gut zu verbergen. Angeblich ist er der ideale Schwiegermutter-Typ, hilft viel im Haushalt, bügelt und saugt, also Dinge, die ein wirklich cooler Junge sicherlich nicht tun würde. Für seine Sauberkeitsmacke ist das Zusammenleben mit dem eher ferkelhaft veranlagten Helmut natürlich eine echte Anfechtung. Thomas hat den Titel “Monsta” von Culcha Candela mitgebracht. Ich weiß auch nicht, wie der mir eigentlich unsympathische Typ das immer hinkriegt, aber der Auftritt ist wirklich monströs gut. Er bewegt sich lässig über die ganze Bühne, wirft sein Sakko gekonnt zur Seite, hat in seine Choreografie noch eine ihn anschmachtende Frau eingebaut, die er immer wieder antanzt, singt gut und kann dabei den komplizierten Text perfekt. Die Jury überschlägt sich vor Begeisterung. Dieter gibt seinem Affen Zucker und bekennt, den Checker selbst auch “geil” zu finden. Was kann man mehr erwarten?

    Gegen Ines Redjeb läuft in der Blöd-Zeitung eine Kampagne, angeblich war sie in der Schule mal in einer Mädchen-Gang und hat Geschlechtsgenossinnen verprügelt. Ob oder ob nicht, die Sache dürfte inzwischen wohl verjährt sein. Ines singt heute “I like” von Keri Hilson. Optisch zwar ansprechend, finde ich den Auftritt eher mittelmäßig, das Lied passt nicht, sie singt unsauber und wirkt auch noch immer unsicher. Also, ohne das Ergebnis zu kennen, tippe ich mal, das war heute ihr Abschiedslied. Die Jury scheint das genau so zu sehen.

    Die rote Laterne am Ende der Show hat heute Menowin Fröhlich. Er erzählt im Einspieler einmal mehr von der traurigen Knastzeit und wie “auf der Flucht” sein Sohn entstand und dass er mit dessen Mutter nicht mehr zusammen ist. Menowin bringt “Change” von Daniel Merriweather wie gewohnt professionell auf die Bühne, bewegt sich gut dazu und hat vor allem eine tolle Stimme. Volker und Nina sind außer sich vor Begeisterung, wissen nur nicht, wie Menowin sich jetzt noch steigern kann und Dieter akzeptiert die ihm im Einspieler angedichtete Vaterrolle für den Ex-Knastologen. Jubel allenthalben. Dieter sagt, das sei heute der beste Auftritt gewesen, sogar noch besser als der von Mehrzad. Die beiden würden vermutlich am Ende der Staffel gegeneinander antreten müssen, so wie er das sähe.

    Marco Schreyl hat offenbar zwischendurch ein paar Pillen eingeworfen, imitiert mit einem “Plopp”-Geräusch einen Pistolenknall, erklärt dies zum Startschuss für die Anrufphase und kriegt einen Lachanfall. Das Publikum lacht etwas irritiert zurück, aber der Profimoderator lässt sich nur kurz beirren und plappert dann munter weiter. Klar ist Schreyl seltsam, aber nicht viel mehr als alle anderen, die im Laufe der Sendung zu sehen waren.

    In der einen Stunde Pause bis zur Verkündung des Ergebnisses sendet RTL Kult-Comedy mit der rosa Presswurst aus Marzahn und ihren minderbegabten Kollegen. (Tolle Szenen: Cindy mischt den Wiener Opernball auf.) Für Stars dieses Formats sollte ich mir vielleicht doch so langsam mal einen 16:9-Fernseher anschaffen… :-)

    Am Ende verkündet Marco Schreyl – offenbar wieder nüchtern – in gewohnt herzinfarktfördernder Manier das Ergebnis der Zuschaueranrufe. Diesmal müssen vier Kandidaten bis zuletzt zittern: Nelson, Ines, Steffi und Helmut. Und Schluss ist heute überraschenderweise nicht für Ines, sondern für Steffi. Helmut ist von den letzten Minuten völlig verausgabt, liegt japsend am Boden und alle anderen Kollegen (außer natürlich Steffi) stapeln sich als Knäuel auf ihm. Steffi steht dabei eher bedrabbelt am Rand.

    Hmmmmm, dass die rausfliegt, hätte ich eher nicht gedacht, in der letzten Staffel hatte das intrigante blonde Gift Annemarie Eilfeld immerhin bis ins Halbfinale durchgehalten. Aber die war auch wesentlich skrupelloser als Steffi vorgegangen und hatte sich auch sofort in der Blöd-Zeitung ihrer Klamotten entledigt. Vermutlich haben die Zuschauer Steffi die Mischung aus Sexbombe und Schlaumeier (Abi-Schnitt 1,4) doch nicht ganz abgekauft. Wäre besser gewesen, sie wäre dümmer gewesen – oder hässlicher. Jaja, manchmal ist gutes Aussehen eben doch eine Belastung, wer wüsste das nicht aus eigener Erfahrung… ;-)

    Von Marco nach einem passenden Schlusswort ihrer Karriere gefragt, fällt Steffi nur das wenig damenhafte “egal, scheiß drauf!” ein. Diese erbaulichen Worte sollten wir uns bis zum nächsten Sonnabend nochmal richtig durch den Kopf gehen lassen, wenn die letzten 9 Kandidaten aufeinander treffen und es wieder heißt “Deutschland sucht den Superstar”.

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  • DSDS (RTL) 14.02.2010 1 Comment

    Heute wird es ernst bei “Deutschland sucht den Superstar”, die verbliebenen Top 15 von insgesamt 35.000 Bohlen-Sternchen müssen sich erstmals vor einem Live-Publikum beweisen – und wir werden bestimmt die eine oder andere Sternschnuppe verglühen sehen. Die Jury aus Dieter Bohlen, Nina Eichinger und Volker Neumüller kann zwar noch stänkern, hat aber ansonsten nicht mehr so viel zu sagen – ein Zustand, den Nina und Volker eigentlich ja bereits seit dem ersten Casting kennen… Heute kommen zehn Kandidaten weiter in die erste Motto-Show am nächsten Sonnabend, sieben davon werden vom Publikum per Telefon gewählt und drei weitere Kandidaten können quasi als letzte Amtshandlung in dieser Staffel noch von der Jury “gerettet” werden.

    Den Anfang macht die blonde Bombe Steffi Landerer mit Joan Jetts “I love Rock’n Roll”. Sie hat sich in hautenge Lederklamotten einnähen lassen inkl. Lederstiefeln bis über die Knie und rekelt sich bei ihrem Titel als Rockerbraut auf einem schwarzen Motorrad. Offensichtlich vertraut sie mehr ihren optischen als den akustischen Reizen – und hat damit völlig Recht. Ich tippe mal, spätestens am Montag ist sie mit der Masche als Foto in der Blöd-Zeitung, wetten? Bohlen ist von ihrem Auftritt trotz Testosteronschocks nur einigermaßen zufrieden, gesanglich gäbe es einiges auszusetzen, er hoffe aber, dass ihre beiden “Dinger” sie über Wasser halten würden. Die Restjury urteilt ähnlich. Marco Schreyl, der wie jedes Jahr schleimig-souverän durch die Show führt, muss später noch die lebenswichtige Frage klären, ob ihre beiden hervorstechendsten Eigenschaften denn auch Namen hätten, so wie die von Pamela Anderson (“Ernie und Bert”). Ein verlegenes Kichern mit Kopfschütteln ist die fast schüchterne Antwort. Ich schlage “Dick und Doof” vor und komme auch gern zur Taufe… ;-)

    Manuel Hoffmann wird als Mädchenschwarm aufgebaut, er könne zwar Kung Fu, habe aber auch eine sehr sensible Seite. Manuel war im Recall schon wegen seiner konstant guten Gesangsleistung aufgefallen, die mit einer angenehm ruhigen Persönlichkeit daherkommt. Er hat sich den Titel “You don’t know” von Milow ausgesucht und bringt den sehr anständig rüber, auch wenn sich seine Bühnenshow auf das Hocker-Sitzen beschränkt. Das ist dann auch der einzige Kritikpunkt der Jury; normalerweise sollten wir Manuel in der nächsten Woche wiedersehen.

    Kurz vor der DSDS-Rente stehend, versucht der 30-jährige Helmut Orosz es heute mit Bryan Adams “Summer of ’69″. Er wirkt mit seinem künstlichen Dauerlächeln auf mich immer wie ein überdrehter Ferienclub-Animateur, der zwanghaft im Mittelpunkt jeder Party stehen muss. Immerhin nutzt er – im Gegensatz zu den anderen beiden Kandidaten – für seine Performance die ganze Bühne, post mal hier und post mal dort und kommt auch stimmlich ganz ordentlich zurecht. Dieter ist begeistert, warnt Helmut aber davor, sich komplett auf Bryan Adams einzuschießen, er will später auch mal Balladen hören.

    Als Verzierung vor der Werbepause präsentiert RTL jetzt unter dem Motto “Flop 10″ ein paar kurze Schnipsel aus dem DSDS-Giftschrank. Wir können uns nochmal an der übertalentierten Julia, an Markus mit der Piepsstimme, der talentfreien Isabell (mit ihrem MP3-Player) und an Benjamin, dem Brüllaffen ergötzen.

    Nach der PinkelWerbepause kommt Maria Valencia mit “Let’s get loud” von Jennifer Lopez. Auch sie geizt nicht mit (optischen) Reizen, ihr sauknappes silbernes Kleid glitzert wie eine Diskokugel und Maria verbreitet ein wenig lateinamerikanisches Flair. Volker ist optisch sehr und gesanglich einigermaßen zufrieden, Dieter stimmt ihm absolut zu und sieht bei ihr großes Potenzial. Man sieht sich hoffentlich in der nächsten Woche wieder…

    Nelson Sangare hat einen klaren Heimvorteil, denn er lebt in Köln, wo auch die DSDS-Shows stattfinden. Er singt heute Abend die eher ruhige Nummer “Let me love you” von Mario, trifft dabei jeden Ton und bewegt sich dazu gut. Bei ihm stimme das viel zitierte “Gesamtpaket”, sagt die Jury und macht ihm Hoffnung auf seinen Verbleib in der Show.

    Die Akkordeonspielerin und selbst ernannte “Superfreche Göre” Naomi Marte singt Nenas “Irgendwie, irgendwo, irgendwann”. Auch sie zeigt dabei sehr viel Bein bei einer eher durchschnittlichen Stimme. Das scheint heute Abend – und überhaupt in dieser Staffel – ein durchgehendes Thema zu sein. Volker und Nina ziehen eine durchwachsene Bilanz des Auftritts, es käme ihnen vor, als ob Naomi auf der Bremse stünde. Dieter fand das aber alles ok und authentisch und besonders “das Visuelle” sei gut rübergekommen.

    Der schräge Dirk Petry liefert danach einen weiteren seltsamen Auftritt ab und wird damit so langsam zum Nachfolger von Holger Göpfert. Ganz in schwarz und mit einem ebensolchen Cowboyhut auf dem Kopf knödelt er heute von den Beatles “Yesterday”. RTL versucht nach Kräften, für ihn ein Jekyll/Hyde-Image aufzubauen: Sobald sich der eigentlich friedliche Dirk seine Western-Dunstkiepe auf die Rübe setzt, macht es bei ihm Klick im Hirn und plötzlich kommt der durchgeknallte Künstler raus. Paul McCartney wäre ob dieser musikalisch leicht gewalttätigen Interpretation seines Klassikers bestimmt nicht sehr angetan. Dirk presst die Silben wie gehabt mit minimalistischen Mundbewegungen zwischen den Zähnen hervor und es klingt richtig nervig, finde ich. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wer sich so eine CD kaufen würde, die wäre höchstens als Backgroundmusik im Gästeklo geeignet. Die Jury sieht ihn als Paradiesvogel, mal sehen, ob er hier eine Überlebenschance hat.

    Nun kommt mit Menowin Fröhlich ein Ex-Knacki und Schicksalsgebeutelter, der im Einspieler erstmal von seiner miesen Kindheit aber auch von seinem kleinen Sohn berichtet. Das Publikum scheint ihm größtenteils sehr gewogen und auf einer Welle der Sympathie mit wiederkehrenden Beifallsstürmen performt er “I’ll be there” von den Jackson 5. Optisch ist er ja eher nicht der Bringer, aber wenn man nur auf die Musik achtet, ist das ein sehr guter Auftritt. Das bescheinigen ihm dann auch die drei Juryisten, wobei Dieter, der Titan, uns eklig und leider sehr bildhaft schildert, wo sich an seinem Körper bei der gerade gehörten Nummer überall die Haare aufgestellt hätten. Dirty Old Man!

    Nach der nächsten Werbeunterbrechung geht es weiter mit der Aufarbeitung des menschlichen Gulliglibbers aus dem Casting. In der “Flop 10″ begegnen wir jetzt wieder Timo, dem schlechten Imitator von Menderes, der seinerseits wiederum als schlechtester Michael-Jackson-Imitator der Welt zu pathologischer Berühmtheit kam, seit dessen Tod ein leichtes Identitätsproblem hat und im DSDS-Panoptikum gleich nach Timo gezeigt wird. Das Sahnehäubchen dieser Sequenz markiert die schrille Sirenenstimme Nilay, über deren surrealen Kommentar beim Casting-Rauswurf (“Ihr habt kein Ohr im Ohr”) ich heute noch grüble.

    Nun geht es weiter mit der Top-15-Show, jetzt ist Kevin Reichmann dran. Der hat dank ehrgeizigem Papa bereits ein eigenes Logo, das die T-Shirts seiner zahlreichen Anhänger in der Halle ziert. Trotz guter Stimme und erkennbarem Tanztalent hat sich Kevin mit “Señorita” von Justin Timberlake einen undankbaren Titel ausgesucht, wie die Jury befindet. Seine Stimme passe besser zu Balladen aus der Schmuseabteilung, aber das könne er ja vielleicht ab der nächsten Woche noch unter Beweis stellen.

    Die Homestory der grundsympathischen Celine Denefleh dreht sich nach wie vor um ihre schwere Herzkrankheit. Deshalb mag ihr aus der Jury vermutlich auch keiner so richtig wehtun, obwohl nach ihrer einigermaßen versemmelten Vorstellung von Silbermonds “Symphonie” eigentlich ein paar kritische Worte angebracht wären. Sie ist erkennbar aufgeregt, singt mit zittriger Stimme, setzt einmal zu früh ein und macht insgesamt nicht den souveränsten Eindruck, obwohl das Publikum sie mit Beifalls unterstützt. Die Jury ist sehr gnädig mit Celine, Dieter stellt den Knuddelfaktor über den Gesangsfaktor und hält die gehörten Mängel nicht für entscheidend.

    Nun kommt Dieter Bohlens Liebling Marcel “Plüschi” Pluschke mit einer rührenden Geschichte über sein auf der Straße gefundenes Karnickel im Einspieler. Freimütig-naiv bekennt Marcel, bislang von Nicht-Verwandten ungeküsst zu sein (wichtig für die Bravo-Girl-Vermarktung) und gern zum Nachdenken in den Wald zu gehen und Papi Plüschke beschreibt Sohnemann denn auch niedlich als “Träumerle”. Also Mädels bis 15 Jahre: Auf in den Wald und greift ihn Euch!!! Für alle anderen ist Marcels Auftritt mit “Country Roads” von John Denver eher nicht so unterhaltsam, denn er sitzt auf einem arg domestizierten mechanischen Bullen und singt mehr schlecht als recht sein Liedchen. Seine ganze Performance besteht darin, nicht herunterzufallen und bei allen Singpausen von länger als einer Zehntelsekunde das Mikrofon abzusetzen und sofort danach explosionsartig wieder an den Mund zu befördern. Mannometer, hätte dem Kleinen doch wirklich mal jemand vorher erklären sollen, wie doof das aussieht… Dieters Panzer hat bei Plüschi eine bedenklich weiche Stelle: “Du bist völlig gehemmt, kannst auch nicht besonders gut singen, aber ich hab Dich einfach lieb, was soll ich dazu noch sagen?” Nina ist sowieso immer Dieters Meinung, aber Volker macht sich mit ein paar kritischeren Tönen zum Außenseiter der Show und wird dafür ausgebuht.

    Hobby-Visagistin (in eigener Sache) Kim Debkowski hat wieder volle Kriegsbemalung angelegt und dazu noch ein paar stylische Klamotten mit Beinen in lila-metallic. Damit bringt sie “Can’t fight the Moonlight” von LeAnn Rimes, hat aber leider einen schlechten Tag. Ihr dünnes Stimmchen glitscht meist schmerzlich nah an den richtigen Tönen vorbei und macht das Zuhören nicht gerade zum Vergnügen. Volker und Nina sind einigermaßen entsetzt über den misslungenen Auftritt. Dieter holt dagegen zu einer längeren Erklärung aus und lobt die Tatsache, dass Kim sich seit dem Recall ihre schiefen Zähne hat richten lassen – bei Mark Medlock warte er darauf schon seit vier Jahren. Naja, der heutige Auftritt sei natürlich “Hühnerkacke”, aber eigentlich hoffe er, dass die Leute Kim noch eine Chance geben.

    Nach der nächsten Pause kommen noch mehr Lattenkracher aus dem Casting, z.B. der schräge Christian aus Dessau, die Agnes mit dem freiwillig angenommenen Akzent und als krönender Abschluss Scooter-Fan Andreas mit seiner Klappse-reifen “Hardcore”-Performance.

    Von wegen “Abschluss”, das böse RTL-Fernsehen hat Andreas Gerlich, den wir gerade noch bei der Scooter-Parodie seines Casting-Auftritts erleben durften, heute Abend live eingeladen und bevor man die Augen und Ohren schließen kann, tobt der Typ bereits auf die DSDS-Bühne. Es spricht immer für das Fehlen jeglicher gesunder Selbstreflexion, wenn Leute mit einem so mangelhaft ausgeprägten musikalischen Verständnis, solch rudimentären Englischkenntnissen und einem so unterdurchschnittlichen Aussehen sich zur Volksbelustigung vor einem Millionenpublikum zum Volldepp machen. Traurigerweise ist das wohl der Höhepunkt im Leben dieses bedauernswerten Zeitgenossen, aber was noch trauriger ist: Wir müssen ein paar kostbare Minuten unserer eigenen Lebenszeit dafür verschwenden, ihm dabei zuzusehen. Der Typ wirkt so, als habe man ihn vor seinem heutigen Auftritt ein halbes Jahr im Käfig gehalten und mit Juckpulver eingepökelt, er flippt im Studio völlig aus, hüpft pausenlos und kreischt dazu abwechselnd “jea-jea”, “Hahtkoa-Hahtkoa” und “wickääät!”. Der Schreyl fängt Andreas kurz vor dem Abheben ein und schiebt ihn nach einem kurzen Hinweis auf seine demnächst erscheinende neue CD “härter – schneller – Andy” aus dem Bild.

    Endlich kommt wieder eine richtige Kandidatin: Ines Redjeb, die nach wie vor sehr apart aussieht, singt “Release me” von Agnes. Schon wieder eine Kandidaten aus der Abteilung “tolle Beine – olle Stimme”, so knapp ihr Kleid ist, so knapp zielt sie auch regelmäßig an den richtigen Tönen vorbei. Dieter zeigt sich wieder vor allem von der Optik beeindruckt, zieht einen Vergleich zu Beyoncé, nur nicht die Stimme betreffend – jedenfalls noch nicht.

    Der “Checker” Thomas Karaoglan ist mit Sicherheit derjenige Kandidat, der den Zuschauern am meisten auf den Senkel geht, aber heute Abend ziehe ich den Hut vor seinem Auftritt mit “My Girl” von den Temptations. Im quietsch-roten Anzug nimmt er die Bühne komplett ein, flirtet mit den Zuschauern und der Jury, singt dabei sehr gut und vergisst noch nicht mal den Text. Die Jury ist restlos begeistert, Volker meint, er kenne niemanden, der mehr in sich selbst verknallt sei als Thomas. Bohlen sieht sich endlich in seiner Vorliebe für den “Checker” bestätigt, hat noch niemanden in einer Top-15-Show so smart gesehen.

    Den Ausputzer macht heute Mehrzad Marashi mit einem ebenfalls professionellen Auftritt: Er bringt “Und wenn ein Lied” von den Söhnen Mannheims, als wäre es für ihn geschrieben worden. Mehrzad hat wohl von allen Kandidaten die reifste, angenehmste Stimme und wenn wirklich nur das musikalische Talent zählt, ist ihm eigentlich schon jetzt der Titel Superstar 2010 nicht mehr zu nehmen. Übrigens ist er auch der einzige Kandidat, der sich nach seinem Song bei der wie gewohnt sehr gut aufspielenden Band bedankt. Die Jury ist restlos begeistert über Mehrzads Auftritt.

    Nach einer Stunde Comedy mit Cindy aus Marzahn und ihren teilweise etwas anstrengenden “Freunden” kommt der Ergebnisteil der heutigen Show. Ich will es kurz machen. Von den Zuschauern wurden in die Top 10 gewählt: Mehrzad, Menowin, Nelson, Manuel, Helmut, Thomas und Kim (nur eine einzige Frau!). Von der Jury wurden zusätzlich noch benannt: Marcel, Steffi und Ines. Und damit sind raus: Celine, Dirk, Kevin, Maria und Naomi.

    Soweit ich das überblicke, ist damit alles wie erwartet abgelaufen, keiner der Publikumsfavoriten und Bohlen-Lieblinge musste vorzeitig gehen. Ab der nächsten Woche haben wir dann Motto-Shows bei denen jeweils eine oder einer gehen muss. Ich gehe jetzt auch – und zwar ins Bett. Tschüss bis zur nächsten Woche!

    http://www.muelltv.de/2010/01/07/dsds-2010-01-06-casting-1-the-return-of-the-dieter/

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  • DSDS (RTL) 08.02.2010 No Comments

    Hallo zusammen, es ist wieder Samstagabend und der gehört fernsehtechnisch bis Mai fast ohne Unterbrechung Dieter Bohlen und seinen DSDS-Jury-Statisten. Im dritten und letzten Teil des Recall erwarten wir heute gespannt, welche 15 Leute durch das Nadelöhr zu “Deutschland sucht den Superstar” kommen und vor allem, wen es so kurz vor den Mottoshows quasi auf der Zielgerade zerlegt.

    Zunächst sehen wir den armen Helmut Orosz, der als Kollateralschaden von Ruzhdis explosionsartigem Abgang das nun frei gewordene Bett in Thomas Karaoglan Zimmer beziehen muss. Der “Checker” braucht einen Babysitter, hat das Fernsehen beschlossen, was bei beiden betroffenen Herren auf Missfallen stößt. Vermutlich erhofft man sich bei RTL  hier einen weiteren potenziellen Konfliktherd, denn während Thomas einen Reinlichkeitsfimmel zu haben scheint, ist der Ordnungssinn bei  Helmut eher gering ausgeprägt.

    Am letzten der drei Recall-Tage hält Bohlen unter Palmen noch eine markige Rede und droht schon mal mit der bevorstehenden “Verkündung”, die für eine Reihe von Kandidaten das Aus bringen werde. Ansonsten – Dieter ist ja gar nicht so – räumt er angesichts der leicht geschürzten Kandidatinnen im Strand-Outfit ein “was das Visuelle angeht, so ein geiles Casting habe ich noch nicht erlebt”. Artiger Beifall brandet nach seinen Worten auf und es geht weiter im Takt.

    Olivera Brkic, Maria Valencia und Alexandra Jansen absolvieren den ersten Auftritt des Tages und bringen die Ballermann-Hymne “Bailando”. Mit ihrer knappen Bekleidung, einer stimmigen Choreografie, dem türkis-blauen Meer im Hintergrund und nicht zuletzt einer durchaus akzeptablen Gesangsleistung wird es eine rundum prima Performance. Dieter kämpft sichtbar mit Speichelfluss und lobt inbesondere Alexandras Tanz. Auch die bedeutungslose Rest-Jury Nina Eichinger und Volker Neumüller scheint zufrieden.

    Nelson Sangaré und Adrian (dessen Nachnamen man nicht erfährt) kämpfen ebenfalls mit Körpereinsatz, protzen mit weit geöffneten Hemden und präsentieren ihre Sixpacks. Von Adrian habe ich bisher noch in keiner Folge der ganzen Staffel etwas gesehen, meist ein untrügliches Zeichen dafür, dass die RTL-Redaktion seine Bilder für entbehrlich hält, weil er noch vor den Mottoshows rausfliegt. Man muss bedenken, dass die erste Casting-Folge erst lief, nachdem in Wirklichkeit schon der gesamte Recall durch war – daher ist RTL zu diesem Zeitpunkt natürlich schon viel “klüger” als die Zuschauer und kann die Kandidatenstories gezielt steuern. Wie auch immer, sie performen jedenfalls Enrique Iglesias “Bailamos”, haben sich aber mit der Choreografie nicht so viel Mühe gegeben, wie die Damen zuvor. Bohlen ist trotzdem begeistert, Nina wegen der optischen Komponente noch mehr und auch Volker ist positiv überrascht.

    Steffi Landerer wurde Helmut als Duett-Partner zugeschustert. Die Blondine vom Typ Pamela Anderson ist begeistert (“der ist ‘ne Kanone”) und gemeinsam proben sie nächtens leicht bekleidet und zunehmend angeheitert im Hotelzimmer. Die armen Nachbarn, ich hoffe, der Laden ist ansonsten leer. Vielleicht geht zwischen den beiden was, zumindest stimmt die Chemie und er mag ihre großen Augen. ;-) Sie singen zusammen “All Summer long”, wobei Helmut den Text vom Zettel ablesen muss, was Dieter später bekrittelt (“ruh’ Dich nicht zu sehr auf Deiner rauen Stimme aus”). Steffis stimmliche Qualitäten werden von ihren sonstigen Reizen wesentlich übertroffen. Dieter ist ein Freund offener Worte: “Du bist nicht die größte Sängerin, hast aber zwei schlagende Argumente. Mal sehen, wie lange die reichen.”

    Naomi Marte und Manuel Hoffmann punkten mit der Langnese-Hymne “Like Ice in the Sunshine”, danach singen Joel Havea (Ex-Australier) und Kevin Rebstock (Ex-Dickerchen) wirklich sehr harmonisch “Maria Maria” (Santana).

    Anschließend performt Bohlens Liebling Marcel Pluschke zusammen mit Patrick Feil und Cowboyhut-Träger Dirk Petry “Lemon Tree”. Das ist ein Heimspiel für Marcel, denn er kam mit diesem Titel schon zum Casting. Überhaupt scheint er musikalisch keinen sehr weiten Horizont zu haben; in der letzten Folge musste er bereits in weiten Bereichen passen, weil er die Töne mit seiner Stimme nicht kriegte. Analog zu Steffi würde ich auch bei Marcel tippen, dass seine DSDS-Karriere in den Mottoshows schnell verglüht, sobald die Mädels sich an seinem Dackelblick satt gesehen haben. Wie auch immer, heute ist noch Recall und dafür ist Bohlen mit der Leistung der drei Beach Boys zufrieden. Dirk finde ich sehr merkwürdig…

    Kim Debkowski, Ines Redjeb und Céline Denefleh könnten aus mittlerer Entfernung betrachtet Schwestern sein, alle haben den selben Teint und lange dunkle Haare. Okay, okay, Kims Hautfarbe kommt von der Überdosis Schminke, gebe ich ja zu. Die drei Badenixen singen “The Tide is high”, das die Altvorderen noch in der Version von Blondie kennen. Auch stimmlich ähneln sie sich sehr. Bohlen fehlt bei Kim etwas das Gefühl, ansonsten ist er auch hier zufrieden. Die eigentliche Dramatik kommt erst nach dem Auftritt, denn Céline kriegt den Anflug eines Herzkaspers. Wir erinnern uns: Ihr wurde wegen chronischer Herzrhythmusstörungen ein Defibrillator eingebaut, der auch wesentlicher Teil ihrer Homestory im Casting war. Gott sei Dank entpuppt sich das Ganze als falscher Alarm und das Leben geht weiter.

    Für den Checker Thomas wird ein lang gehegter Traum wahr: Er darf vor Dieter Bohlen endlich einen Titel dessen musikalischen Ziehsohns Mark Medlock singen. Zusammen mit Norbert Samko (wer ist das denn jetzt?) probt er “Mamacita”, wird dabei aber durch seine rudimentären Englischkenntnisse arg gebremst. Nun hätte er wohl doch lieber ein Lied mit weniger – oder am besten ganz ohne – Text, ist aber zu spät. Statt konsequent zu üben, geht Thomas abends lieber in die Disse und ist morgens beim Auftritt entsprechend verkatert. Die angeraute Stimme macht er dabei jedoch mit einer wilden Performance wieder wett und fordert sogar Dieter zum Mittanzen auf, allerdings vergebens. Im Gegensatz zu Norbert, ist die Jury mit Thomas Leistung recht zufrieden und er darf erstmal auf der Insel bleiben.

    Monique Laroche und Kevin Reichmann proben im Meer den Bacardi-Werbesong “Summer Dreaming” und kommen damit später vor der Jury gut an. Den selben Titel vergeigen gleich darauf Kima Evelyn Isik (?!) und Maria Hering, weil sie währenddessen den Text vergessen, stattdessen dummes Zeug (auf Deutsch) singen, sich darüber beömmeln und damit den Zorn Bohlens zuziehen: “Sowas nennt man Unfähigkeit auf vier Beinen.” Als die Damen dann noch als Entschuldigung anbringen, sie könnten sich in den Song nicht hinein versetzen, obwohl sie gerade in der Karibik auf einem Strand unter Palmen vor dem unwahrscheinlich blauen Meer stehen, platzt auch Juror Volker der Kragen und er macht auf Bohlen. Mit ein paar wohlgezielten verbalen Hieben legt er den beiden bedrabbelten Möchtegern-Sternchen schon mal das Kofferpacken nahe. Nachher flennen beide Kandidatinnen noch eine Runde in die Kameras.

    Mehrzad Marashi und Menowin Fröhlich harmonieren musikalisch sehr und bringen das mit “Sweat” (A la la la la long) als Duo gut rüber. Der Poptitan in der Jury fühlt sich sichtlich gut unterhalten und lobt den Auftritt der beiden über den grünen Klee. Damit sollten sie eigentlich keine Schwierigkeiten haben, unter die Top 15 zu kommen.

    Abends gibt es dann eine große Party aller Kandidaten, inklusive kleiner Lästereien darüber, wer eigentlich nicht weiter kommen sollte und wer es mehr verdient hätte (selbstverständlich immer man selbst). Der arme Bohlen verbringt dagegen lt. Off-Stimme eine unruhige Nacht, weil er ganz allein die menschheitsentscheidende Frage klären muss, wer von seinen Kandidaten nun rausfliegt. Bezeichnend, dass er das allein tut, die Restjury hat er wohl nur, damit die zwei Stühle neben ihm nicht so leer aussehen. Wir sehen Dieter am Geländer eines Stegs, die ganze Last der Welt auf seinen Schultern tragend, wie er Hilfe suchend aufs Meer blickt, der aufgehenden Sonne entgegen. Nein, die 1,2 Millionen Euro DSDS-Gage sind wahrlich kein leicht verdientes Geld… :-)

    Der Jurytisch ist heute malerisch auf eine Sandbank drapiert worden, leicht vom Wasser umspült. Einzeln und manchmal zu zweit werden die Kandidaten auf die Sandbank gerufen und empfangen das Urteil. Ich schreibe mal nur, wer bei der jetzt folgenden “Verkündung” rausfliegt und damit die Top 25 verpasst; die endgültigen Top 15 für die Live-Shows findet ihr ganz unten. Kima kommt schon ahnungsvoll betend zum Richtertisch und kriegt einen Weinanfall, als man ihr das negative Resultat mitteilt. Sie bettelt völlig hemmungslos um ihr Leben, das ohne DSDS keinen Sinn mehr habe und fleht Dieter an, es sich nochmal zu überlegen. Sie könne eigentlich besser singen und habe einfach nur Pech gehabt. Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte! Da trifft sie offenbar bei dem Titan eine weiche Stelle und er will sich ihr Schicksal nochmal überlegen. Sie soll ganz am Ende der Verkündung ein zweites Mal auf die Sandbank kommen.

    Also, sofort raus sind Angeliki Paitari, Zemine Aras, Maria Hering (Bohlen: “Dein Talent hat hier geglänzt… leider durch Abwesenheit”) und Monique Laroche. Monique und Zemine kriegen sich anschließend direkt vor der Kamera fast körperlich in die Haare und müssen von den anderen DSDS-Kandidaten davon abgehalten werden, sich zu verprügeln. Schön zu sehen, wie die Kamerateams unter den Palmen schnell in Richtung der schrill kreischenden Kontrahentinnen sprinten, solche Bilder will man sich schließlich nicht entgehen lassen. Flugs wird der Verwünschungen ausstoßenden Monique ein gelbes Mikrofon unter die Nase gehalten und RTL, der alte Philanthropensender, zeigt die Szenen schön in Zeitlupe und mit Wiederholungen. Ach hätten doch die anderen Kandidaten nicht eingegriffen…

    Ganz am Ende kommen Olivera und Kima zur Jury auf die Sandbank, hinter der sich über dem Meer gerade eine dramatische Wolkenkulisse aufbaut. Eine von beiden kriegt den letzten freien Platz unter den Top 25, dafür müssen aber beide nochmal spontan vorsingen! Wirklich toll fand ich beide nicht, aber Kima kommt tatsächlich weiter, genau wegen der Ellenbogen, mit denen sie sich gerade gegen den sicheren Rauswurf gestemmt hat. Bohlen imponiert, dass sie bereit scheint, über Leichen zu gehen.

    Aus der Karibik geht es für die Top 25 jetzt zurück nach Deutschland, nun müssen alle nochmal in Einzelauftritten ihre Eignung fürs harte Showgeschäft nachweisen. Ich will mal nicht zu detailliert werden, sonst liest das hier keiner mehr. Jedenfalls kriegt Helmut einen Einlauf, weil er einen zu unbekannten Bryan-Adams-Song ausgesucht hat. Dirk presst und knödelt “Summertimes” aus der Oper “Porgy and Bess”, natürlich wieder im Cowboy-Outfit, der Typ ist komisch! Kevin Rebstock hat Déjà-vu-Gefühle, denn letztes Jahr flog er genau an dieser Stelle raus, Kevin Reichmann soll seine Mutter von Dieter grüßen(!?) und Menowin singt mein persönliches Hasslied “I just called” von Stevie Wonder.

    Jetzt kommt die nächste Verkündung, wer darf nächste Woche in der ersten Liveshow auftreten? Ein letztes Mal hat die Jury das Sagen und RTL macht es natürlich wieder spannend, ich aber nicht. Weiter sind: Menowin, Céline, Mehrzad, Naomi, Manuel, Marcel, Thomas, Dirk, Steffi, Kim, Kevin Reichmann, Maria Valencia, Nelson, Ines und Helmut.

    Raus sind damit Kima (diesmal endgültig, ohne Heulerei), Alexandra, Anastasia und Kevin Rebstock (dessen Déjà-vu-Ahnungen sich damit erfüllt haben). Nicht genannt und gezeigt, aber trotzdem offenbar irgendwie rausgeflogen sind: Patrick, Joel, Meike, Norbert und Adrian.

    Die Sendung endet mit einer erneuten Predigt von Papa Bohlen, dass sie sich alle ihrer unglaublichen Chance bewusst sein sollten und dass der Wettbewerb jetzt erst richtig anfinge usw. Na, da sind wir aber mal gespannt, welche 10 Kandidaten die erste Liveshow am nächsten Sonnabend überleben. Bis denne!

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  • DSDS (RTL) 05.02.2010 6 Comments

    Stell Dir mal vor: Du machst Traumurlaub auf einer Insel mitten in der blau-grünen Karibik und flezt in einem gemütlichen Liegestuhl an einem goldgelben Sandstrand mit Blick bis zum Horizont. Hinter Dir wiegen sich die Kokospalmen im lauen Lüftchen, in der Liege links neben Dir der/die Liebste, rechts ein kühles Glas Cuba Libre, irgendwo in der Ferne spielt jemand Gitarre. Mit einem Wort: Das Paradies.

    P L Ö T Z L I C H  ein lautes KRACHEN und KREISCHEN, eine große Horde wildgewordener Jung-Teutonen poltert mit ihren Taschen und Schminkköfferchen über den Strand und bezieht das Haus genau neben Deinem Bungalow! Das war’s mit der Erholung, denn jetzt geht es rund: Den ganzen Tag und die ganze Nacht streiten und singen die lautstark, streiten und singen und streiten und singen. Zwischendurch kommt regelmäßig ein miesepetriger, sonnengegerbter Mann in den Fünfzigern mit blond-gefärbten Haaren vorbei, der den ganzen Kiddie-Haufen anschreit, den Kopf schüttelt und sich wieder verzieht.

    Tja, wer das Glück oder Pech hatte, an den drei Recall-Tagen gleichzeitig mit Bohlens DSDS-Bande in der Karibik gewesen zu sein, der kann vermutlich so eine ähnliche Geschichte erzählen.

    Heute sehen wir zuerst die 35 Teenager und Twens beim unbeschwerten Baden und am Strand, plötzlich nähert sich von oben ein Hängegleiter mit darunter montiertem Schlauchboot (keine Ahnung, wie das richtig heißt) und setzt zur Landung im Wasser an. Hinter dem Piloten sitzt der Reiseleiter, Herbergsvater und Pop-Titan Dieter Bohlen. Der steigt für die letzten Meter bis zum Strand vom Flugzeug um in ein ordinäres Bötchen, in dem – standesgemäß – schon die restliche Jury aus Nina Eichinger und Volker Neumüller sitzt. Zusammen kommen sie unter dramatischer Hintergrundmusik am Ufer an, gehen an Land wie weiland Christoph Columbus, lassen sich von den artig applaudierenden DSDS-Kandidaten huldigen und nehmen ihre Plätze am Bambus-Jurytisch ein, direkt am Strand.

    Schnell hat der Spaß ein Ende, der Ernst zieht ein! Dieter Bohlen ist nämlich ein echt fieser Typ: Da nimmt er die 35 restlichen Bewerber aus “Deutschland sucht den Superstar” mit in die Südsee, lullt sie ein bisschen mit tropischer Wärme ein und verlangt dann plötzlich Leistung von ihnen! Schon während des Fluges mussten sie ein Liedchen lernen, das sie der Jury nun hier am Strand im Einzelauftritt vorsingen müssen. Und das, obwohl doch noch alle mit dem Jetlag kämpfen… Natürlich geht die ganze Sache gehörig schief, kaum einer kann den Text, sogar Bohlens Liebling Thomas Karaoke, äh Karaoglan hat da seine Probleme. Er hat zwar von “My Girl” kaum noch eine Zeile richtig parat, aber er behilft sich mit jeder Menge erfundener Reime, die zwar überhaupt keinen Sinn machen, aber auf den ersten Hör wenigstens richtig Englisch klingen. Sehr geschickt, man nennt ihn nicht umsonst den “Checker”. :-) Bohlen hat aber gemeine Spitzel und Zuträger, die haben den Text mitgelesen und decken Thomas Bluff auf.

    Auch Ruzhdi Bojani leidet unter partieller Amnesie, kann aber im Gegensatz zum Checker gar kein Englisch, so dass er seine Lücken nur mit “Lalala” zu stopfen vermag, was der Jury leider sofort auffällt. Bohlen resümiert, das habe mit Musik nichts mehr zu tun und sei einfach Müll – und Müll gehöre nicht auf so eine schöne Insel… Ähnlich ergeht es Meike Büttner, Helmut Orosz (O-Ton Bohlen: “das war absolute Kacke”), Kim Debkowski (Dieter: “Kein Schwein kann sich hier irgendeinen Text merken”), Anastasia Del Mukhamedova (Dieter: “Auch Du bist von der Texteritis befallen”) und Menowin Fröhlich (Dieter: “Mensch, Du musst in den nächsten Tagen Gas geben, sonst kriegst Du bei RTL ‘ne eigene Pannenshow”). Die Jury heuchelt Entsetzen über den karibischen Recall-Auftakt und Dieter schwingt zum Schluss eine Rede mit diversen Analogien aus dem von ihm so geschätzten Sanitärbereich (u.a. “Klobürste”). Es herrscht allerorten Krisenstimmung, gibt es wirklich einen “Fluch der Karibik”?

    Am nächsten Tag stehen Gruppenauftritte an. Naomi Marte, Angeliki Paitari und Steffi Landerer proben optisch ansprechend zusammen im Whirlpool, nachher sehen wir dann Naomi und Steffi auch noch bei innigen Plantsch-Spielchen im flachen Wasser. Nanu, da geht doch was? Wie dem auch sei, jedenfalls performen die drei als Girl Group mit “If a Song could get me You” von Marit Larsen vor der Jury. Die ist zufrieden mit der Choreografie, die Stimmen sind ihnen aber zu gewöhnlich und Dieter pflaumt vor allem Angeliki an: “Dir fehlt das Gefühl, das toucht mich nicht”. Hinterher kullern deswegen ein paar Tränchen ihren Luxuskörper hinab…

    Kevin Rebstock, Manuel Hoffmann und Patrick Feil (noch nie gehört!) bilden die nächste Gruppe. Ex-Moppel Kevin hat scheinbar Nachholbedarf für das richtige Performen und fragt unter Kamerabegleitung ausgerechnet Mr. Arrogant Thomas nach ein paar Tipps. Der blüht ob dieser Bestätigung bedauerlicherweise noch mehr auf und lässt ein paar Brocken seiner vermeintlichen Weisheit fallen (1. “sexy sein”, 2. “Augenkontakt halten”, 3. “geil sein”). Altklug garantiert er Kevin den Einzug unter die Top 15, wenn er diese Ratschläge befolge. Das oben genannte Trio singt Patrick Swayzes “She’s like the Wind”. Von dem Patrick (der Kandidat ist gemeint) hatte ich vorher noch gar nichts mitgekriegt, den Namen muss man sich aber vermutlich auch nicht merken. Seine Haare sehen wie eine zu groß geratene Perücke aus und er singt irgendwie leidend, so als trete ihm jemand auf den Fuß. Am besten fand ich persönlich Manuel, aber auch die anderen Herren kriegen von der Jury eine ordentliche Wertung.

    Menowin singt im Duett mit Alexandra Jansen, der Maschinenbaufrau aus Aachen. Der Ex-Knacki hat nach wie vor an seinem Texthänger vom Vortag zu knabbern und im zweiten Recall-Auftritt gehe es jetzt bei ihm um alles, behauptet die Off-Stimme. Scheinbar muss er wieder zurück in den Bau oder Söldner in Afghanistan werden, wenn Papa Bohlen ihn jetzt nochmal verreißt, so hört es sich jedenfalls an. Aber alle Menowin-Fans können sich beruhigt den nächsten Joint anstecken, denn die beiden bringen ihr “Up where we belong” unfallfrei über die Palmen-bestandene Bühne. Die Jury ist zufrieden und die beiden Kandidaten erleichtert.

    Eine weitere Boy Group besteht aus Helmut, Marcel Pluschke und einem namenlosen Typen, der sich vor allem durch seine zahlreichen Tattoos auszeichnet. Sie werden als DSDS-Chippendales angekündigt, weil sie mit nacktem Oberkörper auftreten, was wohl wenigstens von Nina eine positive Wertung sichern sollte. Die drei proben die ganze Nacht lautstark ihren Titel “To be with you” am Strand und machen sich damit vermutlich bei den anderen Urlaubern nicht sonderlich beliebt. Marcel hat darüber hinaus noch ein ganz anderes Problem: Er kriegt die hohen Töne nicht, will  sich deswegen auf so eine Art zweite Stimme im Background beschränken und den anderen beiden den akustischen Vortritt lassen. (Na, wenn das man zum Superstar reicht, nur blaue Augen und Dackelblick allein genügen nicht.) Die Vorstellung vor der Jury verläuft zufriedenstellend, auch wenn hier und da mal Textlücken durchschimmern und die Choreografie eher spontan als geprobt wirkt. Marcel fühlt sich zwischen seinen beiden singenden und hüpfenden Mitbewerbern sichtlich unwohl, guckt immer nur von einem zum anderen, damit er ja den Einsatz nicht verpasst. Das wird ihm dann hinterher etwas vorgeworfen, aber Dieter hat einen Narren an dem Jungen gefressen und lässt ihn weitgehend ungeschoren davonkommen. Ob der unerwartet positiven Wertung nehmen die drei Kandidaten erstmal ein spontanes Bad im nahe gelegenen Meer.

    Das nächste Duo besteht aus Kim und Thomas. Nicht besonders überraschend, dass zwischen den beiden die Chemie nicht ganz stimmt, er wirft ihr Hochnäsigkeit vor, sie nennt ihn stressig und chaotisch. Übrigens hat Kim mal wieder mehr Schminke aufgelegt als Tut-Anch-Amun, falls sie damit ins Wasser geht, müssten eigentlich sofort die Ölauffangschiffe ausrücken… ;-) Noch bevor sie überhaupt singen, gibt der Checker schon mal bekannt, dass er den Text wieder nicht kann. So wie es aussieht, war er nachts lieber in der Disko, als für den Auftritt zu üben. Dieter ist bei Thomas immer extrem großzügig, sagt nichts zu der mangelnden Disziplin. Er schlägt vor, die beiden sollten ihm bei ihrem Lied “We’ve got tonight” eben vorspielen, ein Liebespaar zu sein, auch wenn sie sich in Wirklichkeit hassen. So sei eben das Showgeschäft, doziert er. Die beiden singen dann eng umschlungen, lesen dabei immer abwechselnd von einem kleinen Spickzettel ab, verhaspeln sich aber öfters, sowohl beim Text als auch der Musik. Egal, Dieter findet’s niedlich, der Checker habe das sehr schön gemacht, blablabla. Nina und Volker scheinen übrigens gar nichts mehr meinen und sagen zu dürfen, die sind immer völlig still.

    Mehrzad Marashi und Olivera Brkic (hä, auch neu?) harmonieren da viel besser, sind stimmlich und persönlich wesentlich reifer als das vorherige Kinderpaar. Sie bringen “Endless Love” von Lionel Richie sehr gut rüber, ihre Stimmen harmonieren perfekt. Dieter Bohlen ist hoch zufrieden und nennt Mehrzad gar den einzigen richtigen Musiker unter den Kandidaten.

    Über Monique Laroche und Maria Hering hatte ich, glaube ich, auch noch nie geschrieben. Die beiden singen im Duett Maria Menas “All this time” und haben dazu sogar noch eine kleine Rahmenhandlung ersonnen. Sie hätten man ihre Energie mehr in Richtung Textlernen lenken sollen, sie kriegen das Lied nämlich auch in mehreren Anläufen nicht gebacken. Beim letzten Versuch haben sie superschlau kleine Spickzettel in Tassen (aus der “Rahmenhandlung”) versteckt, aus denen sie dann ganz offensichtlich ablesen. Was der Checker darf, dürfen Monique und Maria noch lange nicht. Bohlen wird grimmbimmselig und schnauzt rum und selbst die Harmonie-bedachte Nina meckert (“das war peinlich”). Volker findet den Auftritt gar unprofessionell, er käme sich gar nicht mehr wie bei DSDS vor, sagt er.

    Die letzte Gruppe für heute besteht aus Ruzhdi, Dirk Petry und Wemauchimmer und singt “Easy like Sunday Morning” von Faith No More. Nachts haben sie scheinbar mehr gesoffen als geübt und das Ergebnis zeigt sich heute. Während Dirk wie immer die Zähne nicht auseinander kriegt und sich scheinbar einen heftigen Kampf mit der Musik liefert, ist bei Ruzhdi genau das Gegenteil der Fall: Er singt etwas schlapp seine Strophen und bekommt dann leider wieder einen plötzlichen Gedächtnis-Totalausfall, genau wie am Vortag im Einzelauftritt. Er kaschiert die fehlenden Worte mit einem leichtherzigen “Dab-Dabbi-Dabbi-Da”. (Zack, die Musik setzt aus, das Bild friert ein, mit einem Mal ist alles nur noch schwarz-weiß. Was jetzt passiert, zeigt uns RTL in Zeitlupe und Standbildern, wiederholt einzelne Sequenzen mehrmals und legt dramatische Musik drunter.) Bohlen glaubt offenbar, nicht recht gehört zu haben, runzelt die Stirn, setzt die Sonnenbrille ab, steht auf, geht zu Ruzhdi, nimmt ihm das Mikrofon ab und schüttelt ihm die Hand “Schönen Weg nach Hause!”. Dieter dreht sich um und sucht einen Ort, wo er das eingesammelte Mikro ablegen kann. Er brabbelt “Dadada, das geht hier nicht!” in die Kamera und wirkt dabei ernsthaft empört, so wie der Wegewart im Kleingartenverein, wenn während der Mittagszeit einer den Rasen mäht. Tja, das war ein echter Rauswurf, für Ruzhdi ist der Traum vom Superstar von einer Sekunde auf die andere unwiderruflich vorbei. Die anderen Kandidaten geben sich hinterher geschockt, freuen sich aber insgeheim vermutlich über den aus dem Weg geräumten Konkurrenten.

    Dass sich ausgerechnet ein Dieter Bohlen über “Dab-Dabbi-Dabbi-Da” echauffiert, der doch in seinen eigenen Titeln oft genug den sprachlichen Offenbarungseid geleistet hat, mag verwundern. Ich denke mal, der Chefjuror hatte schon am Vortag erkannt, dass mit Ruzhdi wegen seiner mangelnden Englischkenntnisse kein Blumentopf zu gewinnen war. Da hat er heute die erstbeste Gelegenheit genutzt, an ihm ein Exempel zu statuieren und damit alle anderen zu schocken, ganz nach Mao Tse-Tungs Philosophie “einen bestrafen um hundert zu erziehen”.

    Mit diesem netten Bild verabschiedet sich der Recall aus dem zweiten Teil. Am Sonnabend kommt der Rest vom Schützenfest, da wird die Teilnehmerzahl auf 25 heruntergedampft. Bis denne!

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  • DSDS (RTL) 31.01.2010 4 Comments

    Und weiter geht’s bei “Deutschland sucht den Superstar”, Edition 2010. In den sieben vorangegangenen Casting-Terminen haben Dieter Bohlen, Nina Eichinger und Volker Neumüller unter dem wachsamen Blick der RTL-Kameras das Feld von 35.000 Bewerbern auf 120 Kandidaten eingedampft. Insbesondere Dieter hat dabei Schwerstarbeit geleistet und sein Bestes gegeben, nämlich sein Geld: Jedes Mal, wenn er das böse Sch-Wort sagte, musste er einen Euro in ein Sparschwein werfen. Lt. RTL sind so mehr als 5.000 Euro zusammengekommen, die nun an die Erdbebenopfer in Haiti gespendet werden. Und wenn man ehrlich ist, waren diesmal auch tatsächlich haufenweise Ein-Euro-Kandidaten im Casting. Ich kann nur hoffen, dass die meisten von den wirklich begabten Bewerbern bisher einfach nur noch nicht gezeigt wurden, weil die Vollpfosten spektakulärer waren…

    Das Recall der 120 Besten findet in Köln statt. Man sieht, wie die verbliebenen Kandidaten aus allen Winkeln der Republik in der Domstadt zusammenströmen und sich schließlich auf der Bühne versammeln. Dazwischen springt auch wieder Marco Schreyl herum, der uns ab heute als professionell-nerviger Moderator bis zum DSDS-Finale begleiten wird. Gleich in der ersten Recall-Runde geht es voll zur Sachen, die Kandidatenzahl soll auf die Hälfte reduziert werden, 60 Leute müssen also schon heute wieder gehen. Vorab wird aber erstmal der Einzug der Jury bombastisch inszeniert, die 120 Recall-Teilnehmer klatschen sich die Hände wund, um ihre drei Richter milde zu stimmen. Die sprechen alle noch ein paar salbungsvolle Worte der Preislage “gebt Gas”, “wir erwarten Euer Bestes”, “verkauft Euch optimal” usw. Dieter bringt es ganz plastisch auf den Punkt mit einem Tipp für die Damenwelt: “wenn jemand von Euch dicke T…[Pfeifton RTL]  hat, dann zeigt das auch”. An diesem Pfeifton kann man übrigens mal die aktuelle Grenze der Political Correctness verorten, sie verläuft offensichtlich zwischen den Worten “Scheiße” und “Titten”. ;-)

    Im ersten Durchgang müssen nun – nach Männlein und Weiblein getrennt – alle Bewerber einzeln nach vorn treten und ein paar Takte singen. Beginnen wir mit den Herren der Schöpfung. Bemerkenswert ist Thomas Karaoglan, der schon im Casting von Bohlen “Checker” getauft wurde. Wo andere Kandidaten nur stocksteif ihre Takte runtersingen, performt der 16-Jährige sein “Ain’t no Sunshine” regelrecht. Bohlen ist begeistert: “Ist so groß wie ‘ne Parkuhr, aber macht hier vorn auf dicke Hose”. Der Checker nutzt das offene Mikro und wünscht seinen Mitbewerbern etwas großspurig “viel Glück”. Mich erinnert der Typ etwas an Benjamin Herd aus DSDS 2008; mal sehen, wie weit die arrogante Masche trägt.

    Kevin Rebstock hat seine blonden Haare seit dem Casting wieder auf schwarz umgefärbt und hochgegelt. “Du siehst aus wie einer von den Prinzen“, befindet Bohlen. Als der 19-Jährige enttäuscht mault, schiebt der Poptitan noch halbherzig nach, das sei als klare Verbesserung zu verstehen. (Ich orakel mal: Vergiss es, Kevin, “besser” muss noch lange nicht “gut” bedeuten.) Bevor er seinen Titel “Broken Strings” beginnt, macht der Kandidat vor Aufregung oder zur Lockerung der Zunge ein paar bemerkenswert bekloppte Grimassen, die ihm vielleicht einen Sekundenauftritt bei Stefan Raabs TV-Total einbringen. Kevins Song ist dann bereits nach einigen Takten mit einem “Dankeschön” der Jury vorbei.

    Jetzt kommen schnell nacheinander diverse Typen, die sich vor allem darin überbieten, der Jury bei ihren kurzen Gesangsparts möglichst penetrant nah auf die Pelle zu rücken. Dirk Petry macht es vor und knödelt seine Takte fast direkt in Ninas Ohr, bis Dieter ihm mit einer Zeitung auf sein Markenzeichen haut, den schwarzen Cowboyhut. Helmut Orosz tut es ihm nach und Dominik-Büchele-Klon Eugen Flittner geht ebenfalls direkt vor Nina auf die Knie – langsam wird’s peinlich. Menowin Fröhlich wird vergleichsweise stiefmütterlich kurz abgefrühstückt (hat der nochmal zugenommen?).

    Malcolm Ohanwe will nach dem “Dankeschön” der Jury, das einem “halt die Klappe” gleichkommt, unbedingt noch weiter singen und fängt eine längere Diskussion mit Dieter, dem Halbgott an. Das kennen wir ja bereits aus Malcolms Casting, wo der Nervkopf überhaupt erst durch impertinentes Betteln in den Recall gelassen wurde. Bohlen beginnt der Geduldsfaden zu reißen und er brüllt den 16-Jährigen mehr oder weniger im Spaß an, er solle gefälligst in die Gruppe zurück gehen.

    Nelson Sangare macht sich bei der Jury keine Freunde, als er seinen kurzen Auftritt erstmal mit einer Beschwerde über aufkommende Hungergefühle und die mangelhafte Verpflegung vor Ort startet. Damit darf man einem Profi wie Bohlen nicht kommen: Das eigene Wohlbefinden habe zurückzustehen, er selbst hätte über den Tag auch erst eine halbe Birne gegessen und müsse überdies seit einer Stunde dringend aufs Klo, gibt er bekannt. Als Nelson dann in seinem Titel “Bilder von Dir” (Laith Al-Deen) einen Texthänger hat, weiß Bohlen auch sofort, wie das kommt: “weil Du immer nur ans Fressen denkst”. Anschließend lässt der Poptitan aber Gnade walten und schickt die Bewerber in die verspätete Mittagspause.

    Malcolm, der peinliche Nervbold, nutzt den allgemeinen Aufbruch, bemächtigt sich des Mikros und muss dringend noch Stevie Wonders “I just called” (mein persönliches Hasslied) singen, während alle anderen vorbei gehen und ihn höchstens mit einem Kopfschütteln oder Lachen bedenken. Keine Ahnung, welche tiefsitzenden Komplexe er da befriedigt, aber zum Superstar macht ihn das garantiert nicht.

    Thomas, der Checker, kriegt kurz darauf beim Essen einen schweren Arroganzanfall, schnappt sich ebenfalls ein Mikro und fängt unter den Buhrufen seiner Konkurrenten eine überlange Performance am Mittagsbüfett an. Der Typ entwickelt sich für mich zum ersten Anwärter auf den Holger-Göpfert-Gedächtnispokal für überflüssige Unsympathen. Er glaubt vermutlich, er sei Gottes Geschenk an die Menschheit und die Welt schulde ihm aufgrund seiner Coolness eine Karriere als Superstar. Bestimmt hat er ein Foto von sich im Portmonee. Ich werde gern mit ansehen, wie “der Checker” – hoffentlich bald – auf dem Boden der Realität aufschlägt. Für den Moment hat es sich jedenfalls ausgesungen, als Mitbewerber Mehrzad ihm unter dem Beifall aller Anwesenden und mit etwas physischem Nachdruck das Mikrofon abnimmt.

    Nach der Mittagspause “kommen die Mädchen dran” (O-Ton Schreyl). Auch hier gibt es nervige Krawallschachteln, die man lieber von hinten als von vorn sieht. Eine gewisse Ina Freund (17), war mir schon im Casting negativ aufgefallen und bestätigt das im Recall auch. Nicht nur, dass sie auf dem Kopf ein Dings trägt, das wie Omas Einkaufsnetz aussieht, sie kann auch vor dem Mikro kein Ende finden und diskutiert mit der Jury endlos in einer sehr unangenehm hohen Tonlage, ob sie noch ein zweites Liedchen trällern darf. Trotz “Nein” macht sie das dann einfach und fängt sich dafür von Dieter einen Vergleich mit seiner Verflossenen Verona (“Blubb”) ein, die wohl auch des Öfteren durch häusliche Insubordination aufgefallen war.

    Als nächstes lanciert der Tötensener einen schönen Witz auf Kosten des wandelnden Tuschkastens Kim Debkowski: “Wenn eines der anderen Mädchen noch etwas Makeup braucht, knutscht einfach Kim, dann seid ihr geschminkt.” Ansonsten mag er die 17-Jährige aber, sie habe sich seit dem letzten Jahr extrem weiterentwickelt. Angeliki Paitari hat einen sexy gelben, schulterfreien Fummel aus dem Schrank geholt und präsentiert Dieter darin ihre vielen Schokoladenseiten. Sie legt soviel Wert auf Posing, dass ihr Song “Lady Marmalade” dabei etwas unter die Räder kommt. Am Ende räkelt sie sich auf dem Jury-Tisch. “Wenn Du so singen würdest, wie Du von hinten aussiehst…”, meint Dieter nur und guckt ihr ungeniert auf die Rundungen direkt vor seiner Nase.

    Meike Büttner kündigt im Einspieler schon an, was im Recall dann wirklich passiert: Sie vergisst bei ihrem ohnehin dürftigen Gesang den Text. “Du siehst so wuschig aus, was ist mit Dir los?”, erkundigt sich Bohlen. Ihre Antwort “das war Scheiße” und seine Bestätigung kosten normalerweise je einen Euro. Das Ding ist wohl gelaufen.

    Dann kommt die Entscheidung, welche 60 Kandidaten weiter kommen und für wen der Superstar-Traum an dieser Stelle zu Ende ist. Weiter sind u.a. Angeliki Paitari, Thomas “Checker” Karaoglan, Kevin Reichmann, Naomi Marte, Marcel Pluschke, Nelson Sangare, Valeria Giordano, Menowin Fröhlich, Kim Debkowski, Maria Elena Valenzia, Ina Freund, Helmut Orosz, Manuel Hoffmann, Ruzhdi Bojani, Dirk Petry, Mehrzad Marashi, Meike Büttner (Sensation!) und die bettelnde Nervensäge Malcolm Ohanwe.

    In der nächsten Recall-Runde werden nun Gruppen gebildet, die jeweils zusammen einen von der Jury ausgesuchten Titel performen müssen. Die Hoffnung bei uns Zuschauern ist natürlich, dass dabei Leute zusammengesteckt werden, die nicht miteinander können. So, wie die zuerst vorgestellte Gruppe bestehend aus Thomas, Nelson, Malcolm und Manuel. (Ich glaube, jede Gruppe, zu der Thomas gehört, hätte Probleme…) Thomas schläft lieber, als den Text zu lernen, findet mit dieser Einstellung aber nur wenig Verständnis bei den anderen. Mit seinem Fehlverhalten konfrontiert, wird der selbst ernannte “Checker” auf einmal wieder zu einem unreifen 16-Jährigen und fängt an zu weinen, was ihn fast schon wieder sympathisch macht! Die nächste Auszeit nimmt sich Malcolm, der aus ungeklärten Gründen nicht zur Probe erscheint und auch keine plausible Erklärung dafür hat. Beim Auftritt machen Manuel (sehr) und Nelson (ziemlich) ihre Sache gut, Thomas und Malcolm zersägen dagegen Xavier Naidoos “Das hat die Welt noch nicht gesehen” gnadenlos. Rausfliegen tut am Ende nur Malcolm, die Nervensäge, der Checker hat sich dagegen beim Bohlen schon so tief eingeschleimt, dass er momentan sicher ist.

    Dirk und Anastasia funktionieren als Duo gar nicht, offenbar mag die Russin den merkwürdigen Deutschen mit Hut nicht. Sie üben nicht ein einziges Mal zusammen und versäbeln beide den Titel auf der Bühne tutto kompletto. Was der Blondine an Textsicherheit fehlt, verknödelt der Möchtegerncowboy in der Melodie, wenn man das überhaupt so nennen darf. Bohlen wettet um einen 6er-Träger Bier, dass Dirk nicht mal die Melodie hinkriegt – und behält Recht. Statt sich wenigstens über die gewonnene Wette zu freuen, füttert Dieter sein Sparschwein: “Euer Auftritt ist nicht mal mehr Scheiße, für ‘Scheiße” müsstet ihr noch fünfmal besser sein.” Das war deutlich. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen kriegen die beiden noch eine Gnadenfrist bis zum Ende des Recall und sollen dann ein weiteres Mal auftreten.

    Bei Angeliki (die mit dem knappen gelben Fummel) und Helmut funkt es dagegen sofort, die beiden planen regelrecht, mit “gezieltem Körpereinsatz” bei der Jury zu punkten. Sie legen dann auch tatsächlich ein tolles Duett mit “Will you still love me?” hin, inklusive abschließendem Kuss, obwohl sich die eigentlich fest liierte Angeliki den vorher verbeten hatte. Sex sells, die Jury ist begeistert und winkt beide durch in die nächste Recall-Runde.

    Danach kommt eine reine Mädchentruppe mit – abgesehen von Valeria – im Casting nicht weiter aufgefallenen Mitgliedern (Olga, Zemine, Andrea, nie gehört!). Die zicken sich alle abwechselnd an, irgendwelche Geschichten mit kaputten Strumpfhosen, unfertigem Makeup, Ärger mit der Mutter usw., fragt mich nicht nach Sonnenschein. :-( Das Timing kriegen sie schon mal nicht hin, die letzten 45 Minuten vor dem drohenden Auftritt beschuldigen sich alle gegenseitig, den Probetermin vergessen zu haben. Der Streit endet erst, als sich die Studiotür öffnet und ihr damit völlig ungeprobter Auftritt von Rihannas “Take a Bow” beginnt. Wenigsten haben sich einige von ihnen Bohlen-adäquat aufgebrezelt und ihre sekundären Geschlechtsmerkmale (Stichwort “Pfeifton”) gut sichtbar in zu enge Kleider gequetscht. Der Auftritt hätte m.E. noch schlimmer ausfallen können, aber Bohlen reicht es trotzdem und die Jury fällt ein hartes Urteil: Zwar steht Dieter default auf “dicke Dinger”, wie man der einschlägigen Presse entnehmen kann, aber in diesem Fall hilft das nur noch Zemine, der Rest der Damen ist raus. Olga heult verzweifelt in die Kamera “aber ich hab’ doch für DSDS die Schule aufgegeben…” (!!!); die Schminke tropft ihr dabei vom Gesicht in die üppige Oberweite. Das ist die dunkle Seite dieses Wettbewerbs, wie immerhin 34.999 der 35.000 ursprünglichen Teilnehmer irgendwann merken werden…

    In einer kurzen Sequenz sieht man noch weitere Überlebende dieser Recall-Runde, z.B. Kevin Reichmann, Marcel Pluschke, Maximilian Salzinger, Kim Debkowski, Kevin Rebstock, Naomi Marte, Meike Büttner (die Sensation geht weiter!), Maria Elena Valenzia und Maria Sowieso.

    Sarah Engels und Eugen Flittner sollen “You don’t know me” von Milow präsentieren, doch werden sie durch Sarahs mieses Gedächtnis geplagt, das sich der Datenaufnahme konsequent widersetzt. Auf der Bühne hat sie dann den befürchteten Totalaussetzer und Bohlen kriegt die Pimpernellen: “Leute, dafür ist mir meine Zeit zu kostbar, so ‘ne [Ein-Euro-Wort] hör’ ich mir nicht an.” Er schmeißt beide auf der Stelle aus dem Recall – dabei war Eugen vorher ein echter Hoffnungsträger und hatte keine Schuld an dem Desaster. Ach, was kann die Welt ungerecht sein.

    Menowin, Ruzhdi, Mehrzad und Joel bilden eine Boy-Group mit hundertprozentigem Migrationshintergrund und haben “You give me something” von Jamiroquai eingeübt. Ruzhdi demonstriert mit seiner hochgestellten Frisur eindrucksvoll die Gefahren der Föhnbenutzung in Badewannen. Leider kann er sich den Text nicht merken und mit seinem Englisch ist es auch nicht weit her, darum wird er bei seiner Darbietung etwas von dem mitgebrachten Textzettel behindert. Menowin hat sich fast zur Unkenntlichkeit vermummt, die Mütze ist tief über seinen runden Kopf gezogen, er trägt eine fette Sonnenbrille und hat auch noch einen dicken Schal um. Angeblich ist er erkältet. Trotzdem hat er zusammen mit Mehrzad eine richtige Tanzchoreographie eingeübt, Joel klampft dazu und Ruzhdi steht beim Singen etwas am Rand und starrt vor allem auf seinen Zettel. Bohlen ist recht angetan und gibt den vier unisono die Fahrkarte in die nächste Recall-Runde, wobei Ruzhdi deutlich abfällt und eigentlich nur wegen seiner vorherigen guten Leistungen weiter kommt.

    Zum Ende kriegen Dirk und Anastasia noch ihre versprochene zweite Chance und nutzen sie auch. Die Auftritte sind zwar beide etwas skurril, aber Bohlen will sehen, wie sie sich weiterentwickeln und winkt sie durch. Dirk löst bei dieser Gelegenheit seine Wettschulden von vorhin ein und schleppt gleich mehrere 6er-Träger Beck’s-Bier an (wie man trotz Überpixelung mit etwas Erfahrung erkennen kann).

    Nach dem Gemetzel der ersten Recall-Runden versammelt die Jury nun die übrig gebliebenen 35 Kandidaten, hält ihnen noch eine Predigt  und verkündet dann, wo der Recall fortgesetzt wird: Es geht in die Karibik!!! Mit Dieter unter Palmen, wer hätte insgeheim nicht schon immer davon geträumt, in der nächsten Woche wird es wahr! Man sieht sich…

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  • DSDS (RTL) 14.01.2010 1 Comment

    Hallo Leute, weiter geht’s in Onkel Dieters Panoptikum; der Poptitan sucht noch immer unverdrossen das Goldkehlchen in einem Haufen von 35.000 Bewerbern. Leider habe ich heute nicht so viel Zeit, darum will ich mich mal etwas kürzer fassen – wenn ich das hinkriege. ;-)

    Es geht gleich mit einer rührenden Homestory los: Menowin Fröhlich ist schon ein ziemlich seltener Name, da klingelt es vielleicht bei manchen DSDS-Veteranen? Aber klar, das war in der DSDS-Staffel von 2006 so ein ultra-cooler Typ mit Sonnenbrille, der ziemlich genial singen konnte, aber ansonsten ziemlich neben der Spur war. Zwischen Recall und Motto-Shows war ihm damals eine Winzigkeit dazwischen gekommen, nämlich ein zweijähriger Urlaub auf Staatskosten wegen diverser Vergehen, z.B. Körperverletzung, Waffenbesitz und Betrug. “Ich hatte juristische Probleme”, nennt der heute 22-Jährige das rückblickend. Im Einspieler beteuert der 2010er-Menowin, dass es den 2006er-Menowin nicht mehr gibt, er sich nun völlig geändert hat. Dazwischen zeigt RTL Bilder von seinem kleinen Sohn… schon allein seinetwegen würde er nun keinen Scheiß mehr bauen, sagt der Kandidat. Geändert hat er übrigens auch seine Figur, denn er ist im Knast deutlich pummeliger geworden, auch im Gesicht, nur die alte Sonnenbrille scheint noch immer zu passen…

    Menowin muss sein Reuebekenntnis noch einmal live vor Dieter, Nina und Volker wiederholen, bevor er wieder singen darf: Er bringt “My Cherie Amour” von Stevie Wonder und ich find’ s ganz ok, zwar nicht alles sauber, aber er ist bestimmt ziemlich aufgeregt und hat eine tolle Soul-Stimme. Als er dann auf Bitten einer einzelnen Dame in der Jury  auch noch die Sonnenbrille abnimmt und seine knall-blauen Augen zeigt, schmilzt Nina dahin. (Das erinnert mich total an eine Szene im Film “Blues Brothers”, als Jake Blues (John Belushi) im Matsch liegend für seine rabiate Ex-Verlobte ebenfalls die Sonnenbrille abnimmt und sie daraufhin aufhört, ihn zu beschießen.) Das gibt natürlich drei Ja-Stimmen von der Jury und damit den gelben Zettel mit der Einladung zum Recall. Wenn jetzt noch seine Bewährungshelferin zustimmt, sehen wir Menowin in der nächsten Runde wieder…

    Jana-Marie Hansen (16) sieht aus wie Mireille Mathieus 50 Jahre jüngere Schwester: quirlig, klein, schwarze Haare mit Pony und Popo-Scheitel. Auch ansonsten sieht man sie lieber von hinten als von vorn: Sie gesteht, von ihrer Umwelt eher als Nervensäge empfunden zu werden (glaube ich sofort) und will nun ins Fernsehen, wohl weil sie hier mehr Schaden anrichten kann. Sie beginnt ihr Vorsingen sehr anstrengend, befragt erstmal die Jury, was die von Husum (der Stadt neben ihrem Dorf) halten und macht sich so schon in Sekundenschnelle drei Feinde. Ungefragt zählt sie dann noch ihre Hobbies auf: Badminton und Fußball. Als Nina zurückfragt, auf welcher Position sie spiele, ist in Jana-Maries Kopf offenbar plötzlich der kleine Hamster vom Rad gefallen, sie guckt für einige Augenblicke total hohl (endlich ist sie mal ruhig) und dann kommt die Antwort “Schulfußball”. Thema verfehlt, sechs, setzen! In die entstandene Verwirrung hinein kann nun endlich mal Dieter seine dringendste Frage loswerden: “Hast Du schon einen Freund?”. Sie schüttelt stumm den schwarzen Pony-Kopf. “Aber wenigstens mal geknutscht?”. Nun nickt sie – immer noch erfreulich stumm.

    …Und wäre sie man stumm geblieben, denn ihr Titel “Bubbly” von Colbie Caillat ist nicht nur schief gesungen, nein er endet auch bereits nach einer halben (Kata-)Strophe. “Ich hab’ nur bis dahin gelernt”, ist ihre matte Entschuldigung. Dieter kann Dilettanten nicht ausstehen, spricht das Urteil “Du hast überhaupt keine Ahnung, was Du da machst, mit Musik hat das nichts zu tun” und will sie aus dem Studio jagen. Leider hat Jana-Marie noch einen letzten Wunsch an ihn: “Darf ich Dich mal knuddeln?”. Gefragt, getan, dann geht sie endlich. Volker ist ganz angetan von den beiden, “Dieter, der Mensch”, sinniert er. Das hat selten mal jemand über den Poptitan gesagt…

    Danach kommt wieder jemand aus der Abteilung “Käfigtür offen gelassen”. Ein 18jähriger schwarz gekleideter Hirbel namens Toni, Marke “Halber Hahn”, steht plötzlich im Studio wie ein Alien, das von seinem Mutterschiff mitten in der Nacht auf einer einsamen Kreuzung bei den Erdlingen abgesetzt wurde. Keiner kümmert sich um ihn, die Jury begutachtet gerade den Kronleuchter und Dieter fummelt außerdem noch mit seinen Teebeuteln herum. Plötzlich fängt der Toni an, mit schwerem sächsischem Akzent auf Volker einzureden und es kommt zu folgendem denkwürdigen Dialog. Toni an Volker: “Hallo, ich möchte wissen, wie es Dir geht.” Der Angesprochene guckt schwer irritiert: “Wie?” Nochmal spricht der merkwürdige Toni: “Du, ich möchte gern wissen, wie es Dir geht.” – Volker: “Was willst Du???” – Alien: “Ich möchte gern das Lied von Matthias Reim…”, dann hakt offenbar sein Plattenspieler und er schaltet wieder um auf die Grußfrequenz von vorhin “Hallo, ich möchte gern wissen, wie es Dir geht”. Nach einer Weile bekommen sie dann heraus, dass er wohl ein DSDS-Kandidat ist, der nun ein Lied von Matthias Reim zu singen wünscht. Als Volker fragt, welches Lied es denn singen wolle, kommt als Antwort “Dies Lied ist nicht für Dich”. Volker ist wieder irritiert, weil er das zuerst als Unfreundlichkeit von Toni auffasst und erst danach versteht, dass das der Titel des bevorstehenden Liedes ist. Tja, die weite Anreise war umsonst, das Lied ist wohl schon im Original Mist, aber Toni kann leider überhaupt nicht singen und Dieter winkt ab. Nina verkündet das einhellige Urteil: “Also die Musikschiene würde ich abhaken.”

    Nach dem Sachsen-Freak kommt Augenfutter für Dieter und Volker, nämlich die 19jährige großäugige Blondine Steffi Landerer, die schon in den ersten Sätzen im Einspieler bekannt gibt, aus Zeitgründen gerade keinen Freund zu haben. Mit der Aussage “um Superstar zu werden, würde ich alles aufgeben -  A L L E S  !!!” geht sie als Favoritin ins Rennen um den Annemarie-Eilfeld-Gedächtnispokal.

    Sie singt “Mercy” von Duffy, während Dieter im Hintergrund vermutlich der Sabber aus dem Mund läuft. Zwar kriegt sie hinterher von Volker ein Nein (“sehr überschaubare musikalische Leistung”), aber Nina fand die Vorstellung gut und Dieter erkennt hinter ihrer “ätzenden Stimme” eine interessante Persönlichkeit, mit der man “viel Spaß” haben könne. Damit steht es zwei zu eins für Steffi, das blonde Gift. Hinterher geht der Einspieler noch weiter mit einer ganz wichtigen Information von Steffi für Dieter: “Ich werd’ oft gefragt, ob meine Brüste echt sind. [Kunstpause] Ja, sie sind echt!” :-)

    Der nächste Kandidat ist der etwas verhungert aussehende Christian Paternoga aus Recklinghausen, dem man seine 16 Jahre nur schwer abnimmt. Er spielt Gitarre, war früher mal im Kinderchor und wurde deswegen bestimmt öfter mal verhauen. (Ich weiß, ist gemein, aber ich finde, er hat ein “Backpfeifengesicht”.) Heute ist er Schlagzeuger in einer Punk-Band, singt dort aber nicht, weil seine Stimme eher zu Popmusik passt, sagt er. Und dann legt er los: “You don’t know” von Milow bringt er absolut super rüber, Respekt, der Typ kann was! Bohlen wünscht das Lied nochmal mit etwas mehr Gefühl, das geht auch und die Jury ist begeistert. Man sieht sich im Recall.

    Die 16jährige Andrea Crescencia Esono Andong aus Hamburg (die Eltern stammen aus Äquatorialguinea) sieht sehr annehmbar aus, kann Bauchtanz und Yoga und ist stolz auf ihre “Weiblichkeit”, soll heißen: Da gibt’s für Dieter wieder was zu sehen. Der steht bekanntlich auf Frauen mit dunklem Teint und großen Augen und hat beim Nachnamen bestimmt “Dingdong” verstanden… Als Andrea hereinkommt, guckt er jedenfalls wie ein hypnotisiertes Kaninchen und kriegt erstmal den Mund  nicht mehr auf. “Du, du, du, du, du hast ja eine Taubstummenhose an”, stammelt er schließlich beim Blick auf ihre Leder-Leggings. Seine angedeutete Erklärung dieser Zote verkneife ich mir in unserem Blog, sonst kriegen wir noch Ärger mit dem Jugendschutz. Andrea versteht die Erklärung jedenfalls nicht und verursacht damit große Heiterkeit bei den Herren der Schöpfung; Nina schweigt betreten.

    Nach einem desaströsen, aber temperamentvollen Versuch, die geografische Lage von Äquatorialguinea auf dem afrikanischen Kontinent mit Worten und Gesten zu erklären, darf Andrea eine Runde Bauchtanzen und als Bonus eine Yogaübung vorführen. Dieter fallen fast die Pupillen aus dem Kopf, er greift schon mal in Richtung Recall-Zettel. Dann singt sie von Silbermond “Das Beste”, allerdings nicht besonders toll. Volker sagt trotz ihrer vorangegangenen Show “Nein”, Dieter gibt “zum ersten Mal in meinem Leben” ein Mitleids-Ja und Nina sagt gar nichts. Dann kippt Schwächling Volker um, ändert sein “Nein” zum “Ja” und damit sehen wir auch Andrea im Recall wieder. Mannomann, Dieter denkt tatsächlich manchmal mit der Hose und Volker scheinbar nicht mal das…

    Zwischenpause mit Gewinnspiel, für folgende Frage verschenkt RTL 10.000 Tacken: “Wer sitzt seit der ersten Staffel in der DSDS-Jury? a) Dieter Bohlen oder b) Menderes Bagci”. Boah, ey, ist das schwer, wie soll man das denn wissen???

    Während ich noch an der Antwort grüble, betritt ein nicht untergewichtiger blonder Typ im rosa Hemd mit Gitarre das Studio und verlangt nach einem Stuhl. Bohlen gibt den vollendeten Gastgeber: “Sitzen den ganzen Tag rum und setzen sich hier auch gleich hin mit ihrem fetten Arsch.” Nach dieser gelungenen Begrüßung beginnt Rico Däbel (20) mit dem Titel “Knockin’ on Heaven’s Door” von Guns N’ Roses. Vielleicht hätte er vorher einfach mal üben sollen, denn die Gitarre plärrt schon im Intro so jämmerlich, dass Volker ihm vorschlägt, das Lied ohne Instrument zu singen. Rico scheint ihn überhaupt nicht verstanden zu haben und macht unbeeindruckt weiter; Volker ist mal wieder etwas irritiert. Der Gesang ist dann leider genau so schlecht wie das Gitarrespiel! Nach ein paar Minuten erbarmt sich Dieter und gibt dem blonden Barden mit einer Geste den Gnadenschuss. Adlatus Volker darf das Urteil verkünden: “Du kannst nicht Gitarre spielen und Du kannst nicht singen.” Tschüss, Rico, Du bleibst wohl Dein größter Fan.

    Die apart und etwas puppenhaft aussehende Ines Redjeb aus Tunesien ist 22 Jahre alt, Studentin und allein erziehende Mutter. Nach ihrem Einspieler inkl. tanzendem Baby singt sie “Wenn das Liebe ist” von Cassandra Steen. Was mit einer ausbaufähigen Homestory beginnt, endet fast mit Dieters Bemerkung “Du stehst da so, als wenn Du auf Klo musst”. Da hat er recht, trotzdem darf sie auf Bewährung noch einen zweiten Titel singen und kriegt dann tatsächlich den begehrten gelben Zettel. Dieters rätselhaft-verquaste Begründung: “Du singst ganz gut, siehst aber natürlich besser aus, als Du singst.” Sex sells, ganz klar.

    Nicht weiter erwähnenswert ist Timo Harder, selbst-erklärter größter Michael-Jackson-Fan der Welt – und ich dachte immer, das sei Menderes… Timo hat im Internet eine Jacke gekauft, die MJ so ähnlich im “Thriller”-Video trug. Damit, meint er wohl, komme er automatisch bis in die Mottoshows. “Menderes ist Kreisliga und ich bin Champions League”, meint er selbstbewusst und betritt das Studio. “Wo hast’n die Flash-Gordon-Jacke her?”, ist Volkers erste Bemerkung. Dieter fällt nur ein “Meine Fresse, nun sind wir den ollen Menderes los und dann kommst Du”. Recht hat er, Timo singt nämlich grottig, kann sich kein bisschen bewegen, sieht blöd aus und verbraucht nur die teure Sendezeit auf RTL. Volker beendet die peinliche Vorstellung mit der Feststellung “Die Lizenz zum Quälen von Michael Jackson hat nur Menderes.” Abgang!

    Den Ausputzer am Ende der Sendung macht ein blondes Jüngelchen mit Zahnpastalächeln, Typ Damenfrisörazubi. Sebastian Steinberger ist 17 Jahre alt und war mal bei den Regensburger Domspatzen, dem klassischen Äquivalent einer Boygroup. Er wirkt wie die domestizierte Version von Benny Kieckhäben aus der letzten Staffel, allerdings mit dem Unterschied, dass der in die Top 10 kam. Sebastian dagegen katapultiert sich aus dem Wettbewerb mit dem Titel “Listen” von Beyoncé Knowles. Dieter vergleicht die Stimme mit einem besoffenen Lurch, irgendwo zwischen Kotzen und Joint. Sebastian glaubt zwar weiterhin, dass er singen kann, kann das aber zukünftig nur noch im privaten Rahmen beweisen.

    Damit war es das wieder, man sieht sich am Sonnabend!

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