• Nanu, schon wieder Montag? Noch drei Mal und Weihnachten ist bereits gewesen… :-( Fieses Regenwetter und Dunkelheit gibt es nur in unserer Muggel-Welt, aber nicht bei den RTL-Bauern, da ist nämlich noch immer Sommer! Und für viele von denen ist es auch noch DER Sommer, nämlich der erste mit weiblicher Begleitung – bzw. in einem Fall mit männlicher Begleitung. Hä? Jaaa, Birte, die unbemannte Bäuerin, ist nämlich aus der Versenkung geholt worden, wie wir gleich sehen werden…

    Übrigens fällt mir auf, dass man die Szenen mit Josef und Narumol, auf die wir ja alle besonders warten, diesmal nur in homöopathischen Dosierungen zeigt. Offenbar ist man sich bei RTL des Wertes dieser beiden Protagonisten sehr bewusst und verlegt ihren Auftritt tief in den zweiten Teil dieser Folge. Sie sind sozusagen wie die Marmelade im Berliner, erst wenn man das Zeug drumherum weg hat, kommt die süße Belohnung. In diesem Sinne wünsche ich Guten Appetit!

    Beginnen wir mit dem (lt. RTL lustigen, jedenfalls lacht er viel) Ziegenwirt Willi, der seiner Karola den Frühstückskaffee ans Bett bringt. Die Szene ist von vorn bis hinten inszeniert: Willis Wecker klingelt und er wischt sich den Schlaf aus den Augen. Wer ist schon mit Kamera und Scheinwerfer bei ihm am Bett? Richtig, das Fernsehteam. Dann geht Willi im Schlafanzug in die Küche und schnappt sich den von Mami gekochten Kaffee. (Wenn ich richtig gehört habe, begrüßt sie ihn mit “Morgen, Fiffi”!) Wieder ist das Fernsehen schon vor ihm da. Im knallrot dekorierten Gästezimmer schläft Karola angeblich noch selig, während direkt vor ihrem Bett das Kamerateam steht und die Szene hell ausleuchtet. Dann werden wir Zuschauer Zeuge, wie der lustige Ziegenwirt leise in das Zimmer kommt und seine Holde aus dem Schlummer küsst. Oh Mann, RTL, ihr haltet uns Zuschauer aber echt für ziemlich bescheuert, oder? (Zwischendurch kommt das 3.000-Euro-Telefon-Gewinnspiel für Vollidioten. Die Frage lautet: Was legt die Henne? a) Eier oder b) Karten )

    Später ist dann Schluss mit gemütlich und Karola muss den Ziegenstall ausmisten. Das erweist sich inbesondere olfaktorisch als eine starke Herausforderung. Sie gibt auf und hätte sich fast auch noch mal das so sorgfältig servierte Frühstück durch den Kopf gehen lassen. Der Spruch “das stinkt hier wie im Ziegenstall” scheint irgendwo einen wahren Kern zu haben. Karola fragt ängstlich, ob sie das jetzt immer machen müsse, aber Willi beruhigt sie “nein, ist nur, damit Du es mal gesehen hast”. Super, so leicht sollte Narumol das bei Josef auch mal haben. Die wird ja völlig verzärtelt, die Karola!

    Als nächste Aufgabe wartet nun auf “Frohnatur” Karola das Traktorfahren. Schon vor dem Anlassen des Motors gibt es das erste Problem: Die rundliche Bayerin kommt nicht mal ohne Hilfe auf den Fahrersitz. Dann aber geht die Fahrt los und sie dreht Runde um Runde mit 6 km/h auf der Wiese. Leider singt und lacht sie dabei heftig, was sehr nervt. Also im Ziegenstall fand ich Karola leichter zu ertragen…

    Der “freundliche” Holzbauer Maurizio hat seine misanthropische Cornelia glücklicherweise bereits in der letzten Folge vom Hof gejagt. Heute bekommt er vom Fernsehen eine neue Chance und eine neue Frau: Claudia heißt sie und passt dank schockroter Haare und barocker Formen hervorragend zur Inneneinrichtung des gebürtigen Italieners. Er holt sie mit einer kitschig geschmückten Pferdekutsche von der Bushaltestelle ab, damit auch alle anderen Dorfbewohner was zum Gaffen haben. Im Hintergrund dröhnt Italo-Eisdielen-Pop und alles wird gut. Claudia scheint auch stimmungsmäßig ein ganz anderes Kaliber zu sein, schon nach zwei Minuten lächelt sie – das hat Cornelia in der ganzen Zeit nicht ein Mal geschafft. Maurizio ist darüber auch gleich so erregt, dass es ihm die verständliche Sprache verschlägt, aber dafür gibt’s ja Untertitel.

    Maurizios Haus ist seit dem letzten Damenbesuch nicht wesentlich gewachsen, aber wo sich Cornelia noch pikierte und ekelte, trägt Claudia die Besichtigung des neuen Heimes mit Fassung. Sogar mit den kräftig-bunten Wände ist sie einverstanden, dabei sehen die aus, als ob da ein Farbenblinder Amok gemalt hat. Als Beispiel mag das Schlafzimmer dienen, das jetzt vorübergehend zum Gästezimmer geworden ist: Grüne Tür, rosa Wand, gelbe Gardinen, linkes Bett knallrot, rechtes Bett knallblau. Maurizio lacht selbst über seinen Farbenwahn: “Wir haben Villa Kunterbunt”. Später lädt er seine Familie und Bekannten ein und stellt ihnen die neue Eroberung vor. Diesmal sieht alles nach Happy-End aus.

    Minderjährige mögen bitte diesen Absatz überspringen, denn in Ostfriesland geht es heute zur Sache: Sex im Stall, Jungbauer Carsten nimmt seine beiden Gespielinnen Lilja und Annika nämlich mit zum Kühebesamen. Was sich im ersten Moment vielleicht noch erotisch oder romantisch anhört, verliert beim genaueren Hinsehen doch etwas an Reiz. Das Vorspiel macht dem Jungbauern ganz offenbar viel mehr Spaß als seinen Gästen, denn er grinst von Ohr zu Ohr, als er Kinderpflegerin Annika darum bittet, die lange Spritze mit dem Bullensperma warm zu halten und sie sich das Gerät daraufhin in den Ausschnitt steckt. Die Kamera ist dann buchstäblich hautnah dabei, als die blonde Annika sich den langen Plastikhandschuh überzieht, mit Gleitcreme einreibt, mit einer Hand den Schwanz der Kuh “Miranda” hoch hebt und dann mit Todesverachtung den anderen Arm bis zum Anschlag in das Tier schiebt. Jaja, sowas gibt’s nur bei RTL, hier lief kurz nach dem zweiten Weltkrieg auch die berühmte Intellektuellen-Show “Tutti Frutti”… :-)

    Übrigens hält sich Lehramtsstudentin Lilja währenddessen auffallend zurück, angeblich aus Angst um die Kuh. “Soll die sich doch ruhig mal austoben” – damit war Annika gemeint. Na, Zickenterror? Momentan steht’s jedenfalls 1:0 für Annika. Als sie später mal allein sind, fragt Carsten Lilja dann, was sie von ihrer Mitbewerberin halte. (Schlimmer Satz: “Vielleicht kannst Du mir ja helfen bei der Selektion.”) Nach millisekundenlangem Zögern blährt sie sich dann aus: Die Annika hat ja von Tuten und Blasen keine Ahnung, kann nichts alleine, denkt nicht so viel, ist halt noch ein kleines Mädchen. 2:0 – ich tippe mal, spätestens dieser Moment hat Lilja das Genick gebrochen. Keine Ahnung, für wen sich Carsten entscheidet, aber an Liljas Stelle würde ich jetzt, wo das im Fernsehen gekommen ist, mal ganz dezent im Erdboden versinken.

    Hinterher hat dann die “liebenswerte” Annika die Idee, mit Carsten ein Picknick am See zu machen. Allein, ohne Lilja. 3:0, ich würde an ihrer Stelle schon mal die Koffer packen, aber Lilja durchblickt die Situation wohl noch nicht so ganz. Am See funkt es zwischen Bauer und Kinderpflegerin ein wenig, kurz darauf auch am Himmel, denn es zieht ein Gewitter auf. Die beiden suchen Schutz unter einem Baum. Wie romantisch, zwei Liebende und etwa 8 Millionen Zuschauer.

    Am Ende der Folge kommt Carstens Entscheidung ganz anders als (von mir) gedacht: Lilja darf bleiben, Annika muss gehen – und das trotz Kuhbesamung und Gewitter am See. Da hat sich das Intrigieren der Lehramtsstudentin ja wider Erwarten ausgezahlt. Na, das wird er bestimmt noch bereuen…

    Nun kommt die Premiere dieser BsF-Staffel: Bäuerin sucht Mann und die Rolle der Bäuerin spielt dabei Berit aus Meckpomm. Zur Vorbereitung ihrer Hofwoche putzt die 37jährige Pferdewirtin aus unerfindlichen Gründen die Sau Mathilde. Auf was für bekloppte Ideen die Drehbuchschreiberlinge – vermutlich Städter – doch so kommen. Anschließend holt sie ihren Auserwählten Stefan mit dem Auto vom Bahnhof ab; wegen des schlechten Wetters wird ihr die geplante Kutschfahrt von RTL erlassen.

    Stefan ist übrigens 34 und kommt aus Hessen, daher müssen seine Wortbeiträge leider untertitelt werden. Viel zu sagen gibt’s aber eh nicht, die norddeutsch-ruhige Berit stellt der Reihe nach ihre Tiere vor und Stefan murmelt “aha” oder was man bei solch einer Gelegenheit eben so von sich gibt. Ich will ja nicht unken, aber hier ahne ich für die nächsten Sendungen etwas Langeweile voraus.

    Nun also zu den unumstrittenen Stars dieser bäuerlich-derben Serie, wir schalten um ins malerische Chiemgau zum katholisch-frommen Rinderwirt Josef und seiner thailändischen Götterperle Narumol. Ihre Hofwoche scheint wohl eher ein Hofjahr zu werden, denn wir besichtigen dieses wunderliche Paar schon seit der zweiten Woche, die im RTL-Programm am 02.11.2009 stattfand. Aber niemand beklagt sich darüber, ganz im Gegenteil. Meinetwegen könnten die Programmmacher die ganze andere Bande nach Hause schicken und nur noch aus dem Chiemgau senden. Jeden Tag. Bei Josef auf dem Hof würden ein paar feste Kameras installiert und abends gäbe es dann immer eine Zusammenfassung der wichtigsten Tagesereignisse, so wie bei der Dschungelshow. Gern auch mit Dirk Bach und “Missi” Sonja Zietlow als Moderatoren. Ha! Und Heike und Cornelia müssten dann immer in die Dschungelprüfung! Bezahlt würde das dann alles von Stefan Raab, der dafür dann Narumols beste Textfragmente in TV-Total verwursten darf.

    Letzte Woche hatte ich noch gefragt, ob Narumol denn nun bald das Jodeln lernen würde und siehe da: heute will Josef ihr tatsächlich ein Dirndl schenken. Mit dem gelben Sommerkleid auf dem Trecker, das ging ja auch wirklich gar nicht, da macht man sich als Dirndlträgerin doch viel besser. Gesagt, getan, schwupps steht man in der “Trachtenstube” und nun muss sich Narumol entscheiden: “Wollens liaba woas in Baumwolle oder woas Festliches?” Ja, genau das Festliche will die liebenswerte Bauersfrau in spe und Josef ist zunächst sprachlos, als sie das rosa Kleid anzieht. Dann findet er aber seine gelegentlich unverständliche Sprache wieder: “Jetzt bist Du wenigstens oan richtigs boarisches Mädel”. Kuss! “Foa ma!” Ende der viel zu kurzen Szene.

    Im zweiten und letzten Teil der heutigen Chiemgau-Show führt Josef seine Herzensdame zum Essen in den Gasthof aus, jetzt tragen sogar beide Tracht. Leider versaut Narumo die romantische Stimmung, als sie Fisch bestellen möchte. “Das isst man vielleicht in Norddeutschland, aber nicht hier in Bayern. Iss mal was Bayerisches! Grillfleisch!!!”, befindet Josef laut Untertiteln. Sie tut wie geheißen. Nach dieser kurze Irritation bricht aber nun komplett der verschüttete Romantiker in Josef durch: Er schenkt Narumol eine kleine Schachtel, die sie unter den Augen der Kamera vorsichtig öffnet. Für Sekundenbruchteile erkennt man einen Ring… oder doch nicht? Nein, leider nicht, es ist tatsächlich ein Haustürschlüssel, nämlich der von Josefs Hof. Das ist als Einladung zu verstehen, jederzeit mal wieder vorbei zu kommen. Zum Melken, Ausmisten, Treckerfahren oder so? Aber Frauen ticken anders: Narumol versteht das ganze als Liebesbeweis und fällt dem Bauern um den Hals.

    Nächste Woche wird es im Chiemgau garantiert Tränen geben: Nach nur eineinhalb Monaten geht die “Hofwoche” zu Ende und Narumol muss die Heimreise antreten ins Lichtjahre entfernte Kiel. Aber jede Wette, die kommt wieder. Ganz klar, aus den beiden wird was, hundertprozentig.

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  • Der heutige Zwegat ist wieder nichts für Depressive. Der Schuldnerberater aus Berlin muss diesmal nach Nusse bei Mölln im schönen Schleswig-Holstein. Rainer und Sabine Lübcke betreiben hier das Traditionslokal “Siemer’s Gasthof”. Der Laden läuft nicht und keiner weiß so richtig, warum es eigentlich nicht klappt. Und was macht man, wenn man ratlos und ein klein wenig mediengeil ist? Na klar, man ruft bei RTL an und fragt nach dem Meisterkoch Christian Rach. Doof nur, dass der gerade seine Staffel beendet hat, vermutlich gerade seine Gage verjubelt und bis zur nächsten Serie keine Aufträge mehr annimmt. Da muss dann der ältere, gastronomisch wenig erfahrene (null Sterne) Kollege ran: Peter Zwegat.

    “Siemer’s Gasthof” steckt tief in der Scheiße hat große Probleme, seit nach einer großen Renovierung aus angeblich unerfindlichen Gründen die Gäste wegbleiben. Ohne Gäste gibt es keine Einnahmen und ohne Einnahmen können die Zinsen für den Kredit nicht gezahlt werden. Die Bank kündigt den Kredit und stellt Lübckes ein sechsmonatiges Ultimatum. Wenn sie es bis dahin nicht schaffen, ihren Kredit ordentlich zu bedienen, wird ihnen die ganze Grütze in Form der Zwangsversteigerung um die Ohren fliegen, das ist amtlich. Jaja, was die eigene Kundschaft angeht, sind Banken ja meist nicht so großzügig und lassen gern mal einen “über die Klinge springen”. Banken können aber auch, das muss zu ihrer Ehrenrettung hier mal gesagt werden, sehr großzügig sein, zum Beispiel wenn es um die Annahme staatlicher Unterstützungen oder die Prämien ihrer Manager geht…

    Lübckes haben neben ihrem eigenen Gasthof jeder noch einen zweiten Vollzeitjob. Sie schuften sieben Tage die Woche rund um die Uhr, kommen finanziell aber trotzdem nicht vom Fleck – und das, obwohl momentan sogar die Kreditraten ausgesetzt wurden und nur die laufenden Kosten anfallen. Das ruft dann aber doch sehr nach der Zwegatschen Flip-Chart!

    Der rüstige Schulderguru zückt den Filzstift, addiert flugs die Lübckeschen Schulden und kommt auf die runde Summe von 300.000 Euro Miesen. Darin enthalten ist auch ein noch nicht abgezahltes Haus in Mölln, in dem Rainers erste Ehefrau plus Sohn wohnt. Bei den monatlichen Einnahmen sieht es auf den ersten Blick ganz gut aus, nämlich knapp 10.000 Flocken, aber leider liegen die Ausgaben um genau 3.312 Euro höher, d.h. Lübckes bohren sich im Rekordtempo immer tiefer in den Sumpf. Interessante Nebenrechnung vom Zwegat: Die Nettoeinnahmen aus den beiden Zweitjobs von Rainer und Sabine ergeben zusammen nicht mal den Bruttolohn, den sie ihren Angestellten im Gasthof zahlen!

    Das macht so ökonomisch alles überhaupt keinen Sinn, aber Rainer traut sich nicht, in die längst fällige Insolvenz zu gehen, weil der Laden seiner Familie bereits in der dritten Generation gehört und er vor seiner Mutter nicht als Versager dastehen möchte. Lieber schuftet er sich mit seiner Frau zu Tode… Ja, die Angst vor den Eltern kann tatsächlich fatale Auswirkungen haben. Gab es da nicht mal vor einiger Zeit den Fall, dass der Staatschef eines relativ bedeutenden Landes der westlichen Hemisphäre einen saufenden, minderbegabten Sohn hatte, der dann unbedingt seinem Papi beweisen wollte, dass er es auch drauf hat und der deshalb selbst Staatschef wurde? Die Geschichte hatte aber irgendwie kein richtiges Happy-End, jedenfalls nicht für alle… Hmmm, wir kommen etwas vom Thema ab.

    Zu der ganzen ökonomischen Misere kriselt es scheinbar auch in der Ehe von Rainer und Sabine. Sensibelchen Zwegat wittert das dank Drehbuch auch sofort und kümmert sich fortan primär um diese Baustelle. Als Emissär wieselt er zwischen beiden hin und her und versucht zu vermitteln. Sabine ist mit den Nerven am Limit, während Rainer immer nur noch vergnießgnaddelter wird. Beide wirken zwischenzeitlich wie Zombies im Dämmermodus, wie sie von einer Arbeitsstelle zur nächsten wanken und dabei ist das alles umsonst…

    Aber Rainer zappelt noch und will die Ausrichtung seines Gasthofs ändern: Es soll fortan nur noch Steaks und Fisch geben. Der Name “Siemer’s Gasthof” soll allerdings unbedingt bleiben, der hat ja Tradition. Ob das in unternehmerischer Hinsicht wirklich eine Lösung ist, könnte vermutlich nur Christian Rach beurteilen, aber der mischt sich immer noch nicht ein. Sabine hat jedenfalls Angst vor einer weiteren Runde im Schuldenstrudel und macht auf passiv: Soll Rainer das doch allein entscheiden, sie würde am liebsten den ganzen Kram hinschmeißen, wagt aber nicht, das ihrem Gatten offen ins Gesicht zu sagen. Auf Zwegats Frage an Rainer, ob er denn inzwischen endlich seiner Mutter die traurige Wahrheit über den Stand des Gasthofs verklickert habe, kommt von ihm ein klares “Nö, mache ich auch erstmal nicht”. Der Schisshase schickt lieber seine Ehefrau über den Jordan, als sich das eigene Scheitern einzugestehen. Wobei, was heißt hier “Scheitern”? Es muss ja nicht mal an Rainer selbst liegen, wenn die Leute heutzutage lieber ihre Euros zusammenhalten, anstatt in seinen Gasthof zu gehen.

    Bei Zwegats nächstem Besuch in Nusse ist allerdings denn doch erheblich was passiert: Rainer und Sabine haben sich nach einem Streit endlich dazu durchgerungen, den Laden in einem halben Jahr aufzugeben. Und – Fanfare! – Rainer hat das sogar schon seiner weiterhin unsichtbaren Mutter gesagt (und ist am Leben geblieben). Sabine geht es schon viel besser und Zwegat auch, denn er weiß jetzt wenigstens, in welche Richtung es beratungstechnisch weiter gehen soll. Sobald der Gasthof verkauft ist und klar ist, auf wie viel Schulden die Lübckes sitzen bleiben, könnte Zwegat seine eigentliche Arbeit aufnehmen. Ich sage bewusst “könnte” im Konjunktiv, denn dass Zwegat nach dem Ende dieser Folge und dem Abschalten der Kamera wirklich an dem Fall weiter arbeitet, halte ich für eher zweifelhaft. Die Sendezeit ist jedenfalls an dieser Stelle zuende, mehr gibt’s nicht und Zwegat verabschiedet sich winkend von den Lübckes und uns Zuschauern.

    Also, Fazit: Eine etwas ungewöhnliche Zwegat-Folge, die mehr im zwischenmenschlichen Bereich spielt und weniger in seinem eigentlichen Metier, der Schuldnerberatung. Ob das alles so unterhaltsam war, sei dahin gestellt. Ich persönlich fand das ganze ziemlich bedrückend, statt Fremdschämen war Fremddepressieren angesagt. Mein Fall ist das eher nicht und ich hoffe in der nächsten Woche wieder auf ein paar mehr Spacken und Dorftrottel. In diesem Sinne… ;-)

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  • Liebe Freundinnen und Freunde der ländlich-platten Unterhaltung, heute ist mal wieder Montag, der Tag der RTL-Landwirte. Und heute müsst Ihr alle ganz tapfer sein, denn es brauen sich ein paar dunkle Wolken über den Ställen unserer Lieben zusammen, doch seht selbst:

    Irgendwie hat Josef das Konzept der Sendung wohl nicht ganz durchblickt. Er wähnt sich vermutlich in “Bauer sucht Putze”, denn es reicht ihm offenbar nicht, dass Narumol seine Kühe melkt, die Bude aufräumt, kocht und – “wenn er das schafft” (siehe Vorwoche) – auch noch seine Kinder zur Welt bringt. Heute soll seine thailändische Perle nun unbedingt auch noch das Treckerfahren lernen. Das ist wieder ein tolles Bild für das RTL-Poesiealbum: Narumol sitzt im gelben Sommerkleid und mit langen Gummistiefeln auf dem Treckerfossil und wummert über Josefs Feldwege. Der Bauer sitzt links auf dem Notsitz und fummelt die ganze Zeit hektisch an den vielen Hebeln, deren Bedeutung leider im Dunkeln blieb, als er sie Narumol und uns Zuschauern zuvor in Tiefbayerisch zu erklären versuchte. Zwischendurch würgt sie das Gefährt ein paar Mal ab und ist von sich selbst tief enttäuscht, weil es nicht gleich beim ersten Mal perfekt klappt.

    Schwer depressiv ob ihrer mangelnden Fahrkünste wippt Narumol auf der bäuerlichen Hollywood-Schaukel und klagt Josef ihr Leid. Der guckt ziemlich ratlos, fast leer. Der Chiemgauer ist nun mal kein gelernter Mackenklempner, sondern auf der Gefühlsebene eher grobmotorisch veranlagt, wenn auch mit rustikal-liebenswürdigem Aszendent. Am Ende guckt Josef wohl mal schnell ins Drehbuch (bzw. ihm wird vorgesagt) und er kann seine Herzallerliebste kurz vor ihrer Selbstentleibung noch mit ein paar genuschelten Trostworten und einer ungelenken Umarmung beruhigen. Sie wischt ihre Tränen ab und vertagt den Abgang um mindestens eine Folge, soweit man sie versteht. Aber wenigstens gibt es für Stefan Raabs Zuschauer wieder was zum Lachen.

    Narumol ist kein Kind von Traurigkeit, in einer späteren Szene hat sie offenbar inzwischen das Treckerfahren gelernt und kutschiert ihren Bauern zur Weide. Gemeinsam jagen sie mit “oootschi-botschi-botschi-botschi-botschiiiiiii” die Kälber von einer Koppel in die andere. Narumol trägt zu ihrem gelben Sommerkleid jetzt auch noch einen ebensolchen Hut und natürlich die unvermeidlichen Gummistiefel. Mit ihrem dunklen Taint wirkt das alles zusammen ziemlich exotisch. (Hintergrundmusik: Boney M – “Brown Girl in the Ring”, sehr sinnig)

    Am Ende des Tages bekommt Josef von seiner Narumol dann sogar noch eine richtige Thai-Massage. Die Frau ist ein echtes Phänomen, sie kann beinahe alles: kochen, putzen, gärtnern, melken, Trecker fahren und massieren, nur nicht schwimmen und Deutsch.

    Dann gibt es ein Wiedersehen mit dem angeblich lustigen Ziegenwirt Willi aus Hessen, der heute auf der vakanten Planstelle von Weinbauer Tobias debütiert. Langsam wird mir das Konzept klar: RTL verheizt die Bauern nicht alle parallel, sondern stochert so lange in den Einzelschicksalen herum, bis da nichts mehr rauszuholen ist, lässt dann die jeweilige Hofwoche enden und holt sich den nächsten Landwirt aus dem Fundus. Leute mit natürlicher Telegenität und hohem Fremdschämfaktor – wie Josef und Dieter – tragen über viele Folgen, andere – wie Tobias und Markus – langweilen mit ihren Durchschnittsschicksalen und werden deshalb vergleichsweise schnell ausgemustert.

    Wir erinnern uns an das Scheunenfest – oder auch nicht: Der “lustige” Willi (41) hatte sich die vier Jahre jüngere Karola ausgesucht, die als bayerische “Frohnatur”gecastet worden war. Um ihr den Einstieg in das Format möglichst peinlich zu machen, wird auch sie mit maximalem Tamtam begrüßt: Der Ziegenbauer holt die undürre Altenpflegerin mit einem alten Bollerwagen – immerhin ungeschmückt – vom Bahnhof ab. Daheim werden erstmal Mutter und Tiere vorgestellt. Jedes Tier hat einen Namen und jeder Name wird von Frohnatur Karola mit einem leicht dämlich wirkenden Lachen quittiert. Später bringt der Bauer seine Auserwählte ins ziemlich rotstichig eingerichtete Gästezimmer und mit einem keuschen Gutenachtkuss verabschieden sich beide bis zur nächsten Folge.

    Beim “herzlichen” Holzbauern Maurizio hängt etwas der Haussegen schief: Er hat leckere Brötchen zum Frühstück besorgt und will es richtig gemütlich angehen lassen, aber seine Cornelia misanthropiert nur garstig am Tisch herum. Sie wolle lediglich Kaffee und eine Zigarette und überhaupt scheinen ihr Bauer, Fernsehteam und Zuschauer mal kreuzweise zu können. Das ganze Thema Bauernhof hängt ihr schon nach 24 Stunden erkennbar zum Halse raus. Die bekennende Vegetarierin kriegt sich gleich darauf beim Ausmisten des Hasenstalls mit dem Italiener in die Wolle. Keine Ahnung, warum sie so giftig wird, aber scheinbar hat die Dame keinen Bock auf Putzen. (Narumol würde das noch schnell und ohne jede Beschwerde zwischen Melken und Kochen einschieben.) Allein vor der Kamera schwadroniert Conny dann noch über den Italiener an sich. Ja, sie ist eben eine “ehrliche Haut”, so ihr RTL-Untertitel.

    Später holen Maurizio und Conny Futter vom Feld und schon wieder kracht es. Diesmal passt ihr nicht, dass er das Grünzeug erstmal am Wegesrand zu Haufen aufstapelt, anstatt es direkt auf den Anhänger zu werfen. Mann, über was man sich doch so streiten kann… Maurizio macht das einzig Richtige: Er sucht nach ihren dauernden Meckereien die direkte Aussprache und fragt auf den Punkt “Wofür bist Du eigentlich hergekommen?”. Sie seien beide wie Tiger und Löwe, wie Feuer und Wasser und er hoffe sehr, dass man in den nächsten Tagen auch mal ein bisschen Spaß habe und sich nicht nur bekriege. <Keine-Ironie>Super, das war echt menschlich sehr reif, wie Maurizio das rübergebracht hat, Respekt!</Keine-Ironie>

    Nachmittags kommt Connys Tochter mit Freund zu Besuch und beim Kaffeetrinken macht sie vor allen Leuten schon wieder voll den Miesepeter. Maurizio kann einem echt Leid tun, ich würde die Frau an seiner Stelle längst vom Hof gejagt haben. Und genau das tut der Italiener dann auch: Nach einer allerletzten Unterredung fährt Conny mit ihrer Tochter nach Hause. Gott sei Dank. Aber der Italiener an sich ist ja nicht umsonst der Flirt-Weltmeister: Maurizio erinnert sich an das Scheunenfest und seine tollen Gespräche mit irgend so einer Claudia. Die ruft er jetzt an und bietet ihr die durch Connys Abgang frei gewordene Stelle auf seinem Hof an. Mehr dazu in der nächsten Folge…

    Nun geht’s in’s Schwabenland zum “fleißigen” Rinderwirt Dieter. Auch bei ihm gibt’s heute Anlass für Tränen, denn seine auserwählte Heike ist in der vergangenen Nacht in sich gegangen. Dort war zwar offenbar auch nicht viel los, aber wenigstens kam sie mit der Erkenntnis zurück, dass Kühe weder für den Augenblick noch dauerhaft etwas für sie sind. Heike will stattdessen zukünftig mehr in Mode machen. Was das genau bedeutet, sagt sie nicht. Eine Karriere als Top-Model käme nach meinem subjektiven Dafürhalten erst nach dem Tod aller anderen 3,5 Milliarden Frauen des Planeten in Betracht, aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Vielleicht sind Heikes Vorstellungen ja auch bescheidener und sie will nur Star-Designerin in Paris, Mailand oder New York werden. Lagerfeld wird ja auch nicht jünger und möglicherweise wäre das auch gleich eine tolle Idee für eine neue RTL-Show: “Deutschland sucht den Modezar (DSDM)”?

    Dieter nimmt es jedenfalls wie ein Mann, als sich Heike mit Filmteam morgens seinem Trecker in den Weg stellt und ihm ihre Entscheidung pro Haute Couture mitteilt. Der Bauer kann einem Leid tun, aber offenbar ist er Abfuhren gewohnt. Immerhin wollen die beiden “gute Freunde” bleiben und sich auch zukünftig besuchen. Hahaha, ich sehe schon das Bild vor mir, wie er mit schitterigem Blaumann und Gummistiefeln bei der Präsentation ihrer ersten Kollektion in Monte Carlo am Laufsteg sitzt.

    Kleiner Hinweis an die Stoffel von RTL: Liebe Leute, wenn ihr aus Datenschutzgründen schon alle Namen von Bahnhöfen wegpixelt, denkt nächstes Mal bitte auch an die Betreiberaufschrift vom Taxi inkl. Telefonnummer…

    Die Rolle des Fischkopps war seit Claus Clausens Abgang in der letzten Woche unbesetzt – hier übernimmt ab sofort Jungbauer Carsten. Was Frauen angeht, ist der trotz seiner erst 23 Jahre offenbar bereits so verzweifelt, dass er sich für die Regulierung seines Hormonhaushalts der Dienste von RTL und Inka Bause bedienen muss. Beim Scheunenfest fiel ihm seinerzeit die Entscheidung so schwer, dass er gleich beide Bewerberinnen, die braunhaarige Lilja und die blonde Annika, zu sich nach Ostfriesland einlud. Sinnigerweise kommen die Damen dann auch gemeinsam per Bahn in den plattdeutschen Gefilden von Carsten an. Eine weite Anreise hatten übrigens beide nicht, die eine stammt aus Bremen und die andere aus Niedersachsen. Bei Josef, dem anderen Ich-kann-mich-nicht-entscheiden-Bauer, sollte die zweite Bewerberin ursprünglich erst nach Narmol einfliegen. Vielleicht erwarten sich die Drehbuchschreiberlinge bei Carsten ein paar interessante HahnenHennen-Kämpfe?

    Man sieht also, es bleibt spannend bei “Arsch sucht Eimer”, denn ein paar Fragen sind ja noch ungeklärt:

    • Welche seiner Frauen angelt sich Carsten? Oder welche angelt sich ihn?
    • Ist Maurizios nächste Frau wieder so ein Besen?
    • Kommt Heike zurück und wenn ja: wird sie wieder für Dieter backen und kriegt seine Mutter dann wieder einen Anfall?
    • Kann Narumol auch jodeln?

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  • Liebe Leute, nicht böse sein, aber heute fordert meine Arbeit ihren Tribut: Es gibt diesmal einen etwas kürzeren Eintrag zur aktuellen Folge von unseren Landwirten auf Freiersfüßen.

    Bei Tobias und Kerstin in Rheinhessen hat’s wirklich gefunkt, schade nur, dass die Frau jetzt lt. RTL-Drehbuch abreisen muss, denn ihre “Hofwoche” ist rum. Bis auf die unmodischen Ringelsocken des Bauern gibt es zwischen den beiden offenbar keine Probleme. Nicht mal beim gemeinsamen Bad in einem schlammigen Tümpel und dem anschließenden Picknick passiert etwas überraschendes. Wie langweilig.

    Bei Dieter auf dem Hof kümmert sich Heike immer noch um das kleine Kälbchen aus der vorvorherigen Woche. Das wäre als Inhalt dieser Folge zu idyllisch, deshalb will Dieter, dass sich seine Herzallerliebste mal mit der Klauenpflege von Rindviechern befasst. Und das, wo wir doch seit dem letzten Mal ihren Ekel vor allem Kühischen kennen. Diesmal hätte die Friseurin das fast geschafft, aber auch hier gibt’s Schwierigkeiten: Erst äppelt sich die Kuh den Darm leer, dann ist Heike die Schutzbrille, die sie aufsetzen soll, zu dreckig.

    Später kommt dann endlich doch etwas, was die niedersächsische Friseurin kann, die beiden machen nämlich einen Ausflug in Dieters schöne Heimat, die schwäbische Alb. Sie wandern in auffallend bunten Klamotten durch den Wald und genießen die tolle Aussicht. Heike ist beeindruckt von dem schönen Blick und Dieter, der gewiefte Verführer, nutzt die Gunst der Stunde und lädt sie schnell noch zum Essen ein. Im Hintergrund hört der versierte Cineast dabei die Erkennungsmelodie aus “Winnetou”. Passt auch ganz gut, nur dass diese Squaw einen halben Kopf größer ist als ihr Häuptling…

    Später sehen wir dann auch tatsächlich eine Gemeinsamkeit der beiden, sie sind nämlich in gastronomischer Hinsicht komplett unbewandert, offenbar waren sie noch nicht mal beim Italiener. “Was ist Gnuttschi?” – “Weiß ich auch nicht”. Dieter fragt sie, warum sie seine Avancen nicht beantworte. Dabei gesteht Heike, dass sie eigentlich ziemlich schwierig sei, Heidi Klum anbete, Mode sehr liebe und mit Kühen eben nicht klar käme. Das sieht nicht nach einer tragfähigen Beziehung aus, um das mal gelinde auszudrücken.

    Nun kommt ein ganz neuer Protagonist ins Spiel, den wir seit der allerersten Folge nicht mehr gesehen haben: Maurizio, der fröhliche italienisch-stämmige Holzbauer ist wieder da! Wir sehen, wie er seine Cornelia mit qualmendem Trecker-Oldtimer und kitschig dekoriertem Wagen von der Bushaltestelle abholt. Leider gießt es an dem Tag ziemlich und das museumsreife Gefährt hat außer einem bunten Regenschirm kein Dach… Auch Maurizio würden übrigens ein paar Untertitel gut tun – später kommen die dann auch tatsächlich. Des Holzbauern Lieblingsfarbe ist ein intensives Rot, das betrifft seine Klamotten, die Wohnzimmerwand und auch die Bettwäsche. Ansonsten wirkt er liebenswert verschroben und originell, irgendwie das positive Gegenstück zu Claus Clausen (siehe unten).

    Mit seiner Cornelia kriegt Maurizio schnell Stress! Offenbar ist sie Vegetarierin und wird biestig, als er erzählt, welches Schicksal seinen paar Kühen am Ende droht: Die kommen nämlich in die Wurst.

    Nun kommen wir ins “malerische” Chiemgau zu den Superstars der diesjährigen Staffel, Josef und Narumol. Sie haben sich mit ihrem Bröseldeutsch mittlerweile einen festen Platz in den Herzen der TV-Total-Zuschauer erspielt. Man hat das Gefühl, das Drehteam muss einfach nur die Kamera anschmeißen, drauf halten und der putzige Rest ergibt sich dann von selbst. Übrigens hat man den beiden diesmal als Hintergrundmusik für ihre Szenen den Vorspann von “Die Sendung mit der Maus” verpasst, der ja bekanntlich auch immer was mit Fremdsprachen zu tun hat (“das war serbokroatisch”).

    Auch diesmal stößt Narumol schnell wieder an die barocken Grenzen des Einsiedlerbauern, denn er findet heraus, dass sie a) gelegentlich beim Arbeiten mal eine Pause braucht und b) dabei auch noch raucht. Beides kann er überhaupt nicht verstehen – weil er angeblich immer komplett durcharbeitet und dabei höchstens ein Glas Wasser trinkt. “Narumol bauck fumm Minud Pause – iss datt schlimm?” fragt sie und von ihm kommt nur ein trockenes “Joa”. Immerhin, sie will Josef zuliebe versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören.

    Heute scheinen irgendwie alle Paare vom Waschzwang befallen zu sein, denn auch die überzeugten Nichtschwimmer Josef und Narumol (Kampfname “Miau”) watscheln mit Badelatschen zu einem kleinen See. Josef hüpft mit einer lila Badehose (vermutlich ein Erbstück seines Großvaters) vom Anleger in das flache Wasser und Narumol bewundert seinen durchtrainierten Astralkörper “ick finde, Josef iss ein aktativ Mann”. Dann hält die liebenswerte Thailänderin nichts mehr und sie folgt ihrem Bauern ins Wasser; beide plantschen darin wie kleine Kinder. Später sitzen sie auf der Picknickdecke und liefern Stefan Raab die Pointe für morgen: “Kannst Du Dich vorstellen, ein Kind mit mir zu kriegen?” fragt er wörtlich, worauf sie charmant antwortet “Ja, wenn Du datt schaff”. Sein schräges Grinsen entschädigt für viele langweilige Stunden Müll-TV…

    Claus Clausen entfaltet wieder mal messianischen Eifer, um seiner Andrea die nordfriesische Heimat näher zu bringen. Diesmal muss sie erst mit ihm auf ein Sperrwerk fahren und auf die See gucken, anschließend darf sie einen Eiergrog probieren, den Clausen theatralisch auf Plattdeutsch bestellt. Auch hier geht jetzt die gemeinsame Zeit zu Ende. Während der Bauer offenbar eher ein Gemütsmensch ist, sieht die Sekretärin alles ziemlich sachlich: “die Eroberung in meinem Herzen ist bereits weit fortgeschritten” gibt sie ihre Gefühle in korrektem Amtsdeutsch zu Protokoll.

    So, für die nächste Woche hoffe ich, dass wir auch die anderen verschollenen Bauern – und die Bäuerin – endlich mal sehen. Bis dahin freue ich mich noch etwas an der Idylle von Josi und Narumölchen. Ob RTL dann demnächst auch die Trauung in der merkwürdigen Dorfkirche live überträgt?

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  • Meine Fresse, wie die Zeit vergeht! Es ist schon wieder Montag und das kann bei RTL momentan nur eines bedeuten: Landpartie!!! Ich bin ja schon sehr gespannt, was unsere fünf Bauern diesmal wieder verzapfen, um uns Zuschauer zum Erröten zu bringen – vor Lachen und vor allem vor Scham. Und ob wohl endlich das Rätsel der vier fehlenden Landwirte (bzw. einer Landwirtin) gelöst wird? So langsam wird das wirklich merkwürdig, aber ich bleibe dran…

    Schönschön, wir beginnen diesmal mit Rinderwirt Dieter, dessen Szenen wie gehabt von einem Rindvieh bei der Produktion von Kuhfladen eingeleitet werden. A propos “verschissen”: Heike verschläft den Beginn ihres Arbeitstags und erscheint erst um 8 Uhr bei Dieter im Kuhstall. Die beiden begrüßen sich wie Geschäftsleute per Handschlag. Romantik pur, der Dieter ist schon so ein Womanizer. :-) Danach beginnt für Heike der weniger schöne Teil des Tages, denn jetzt soll sie zum ersten Mal melken. Das wird zum Fiasko: Erst verheddert sich die niedersächsische Friseurin minutenlang in einem komplizierten Kleidungsstück namens Schürze, danach ekelt sie sich so sehr vor den Kühen oder vor der Melkmaschine oder vor Dieter, dass sie die Arbeit verweigert. Stattdessen sieht sie Dieterlein einfach nur andächtig bei der Arbeit zu. Unser Frauenflüsterer macht aber auf einfühlsam: “Woran hakt’s denn, wegen der Kacke oder so?”. Ich will ja nicht unken, aber ich habe so das ganz dumpfe Gefühl, dass das mit den beiden nichts wird, also insgesamt. Letztes Mal hatte Heike schon arge Probleme in der Küche und diesmal kriegt sie nicht mal die Milch aus dem Euter geleiert, da bleiben ja nicht mehr so ganz viele sinnvolle Betätigungsfelder. Als Dieter später eine Schüssel voller Süßkirschen anschleppt, berichtet die Friseurin mampfenderweise dann auch noch, dass sie dagegen eigentlich allergisch sei und gleich “so dick Herpes” kriegen würde.

    Um ein für alle Mal klar zu machen, wer in dieser na, äh, also Beziehung die Hosen anhat, fragt Heike ihren Bauern nun listig, weshalb er eigentlich die beiden Hemden noch nicht anprobiert habe, die sie ihm beim Scheunenfest schenkte. Dieter windet sich verlegen, hat aber gegen das bekloppte Drehbuch keine Chance und schleppt die noch originalverpackten Teile herbei. Nach einem unerfreulichen kleinen Oberkörper-Striptease steht er in dem viel zu großen Hemd vor der ablachenden Heike. “Musst dein’ Vater schenken”, ist ihr pragmatischer Kommentar. Offenbar ging es ihr vor allem um die Begutachtung der männlichen Qualitäten ihres Bäuerchens, denn jetzt mäkelt sie herum, er äße zu wenig Steaks, nur von Honigbrot allein könne man ja nicht groß und kräftig werden. Ich sag’s noch mal: Das wird nichts mit den beiden!

    Im hohen Norden, wo sich Kälber und Bauern manchmal verdächtig ähneln, treibt weiterhin Herr Clausen sein Unwesen. Er ist das Protzen noch immer nicht leid und will Andrea heute seine Getreidefelder zeigen – weshalb sich die Sekretärin dafür aufbrezelt, bleibt allerdings ihr kleines Geheimnis. Der Hit sind ihre lila Gummistiefel und ein angeblich zu offenherziger Pullover, die Herrn Clausen, dem notorischen Friesenkopp, gleich negativ aufstoßen. Sie solle sich gefälligst weniger auffällig anziehen, man gehe ja schließlich nicht zur “Sexausstellung”. Schade, dass es hier kein Televoting wie bei DSDS gibt, sonst wären Clausens offensichtlich geskripteten Auftritte bestimmt schon Geschichte.

    In einer unsäglichen weiteren Szene sucht Andrea, die jetzt schon für Clausen kocht, nach Servietten. Er hat keine, fördert aber aus einer Schmuddelschublade seiner Junggesellenbleibe ein angeblich ungebrauchtes Strumpfband zutage. Das ist natürlich wieder Ausgangspunkt eines ganzen Schwalls anzüglicher Macho-Sprüche. Später baggert der Bauer Andrea dann noch erbarmungslos an: Es sei Sonntag und draußen regne es nur, ob sie da nicht mal ein bisschen mit ihm zwischen die Laken schlüpfen wolle? Sie lehnt dankend ab, das sei ihr doch alles ein bisschen zu schnell… Mir kommt beim Zusehen doch echt das Essen hoch! Solange das Fernsehen auf dem Hof ist, nutzt Clausen definitiv jede Gelegenheit, seine angeblich trotz 59 Jahren überreichlich vorhandene Anziehungskraft auf das andere Geschlecht plakativ zur Schau zu stellen – auch wenn das außer ihm selbst keiner glaubt. So wenig sympathisch, wie sie mir ist, tut mir Andrea trotzdem fast Leid: Sie dient nur als Vehikel, damit der Friese seinen Kopf möglichst oft in die Kamera halten kann. Ansonsten haben die beiden soviel miteinander zu tun wie Dieter Bohlen und gute Musik.

    Im “malerischen Chiemgau” (O-Ton RTL) muss Narumol, die schwer verständliche Thailänderin, mit ihrem Bauern Josef, den man noch schlechter versteht, in die Kirche. Sie soll das erste Mal den Rosenkranz mitbeten, wünscht sich der fromme Landwirt. (Wahrscheinlich ist es in seinem Universum sonst nicht erlaubt, mit ihr noch länger unter einem Dach zu nächtigen.) Leider hat sich Narumol etwas in der Klamottenwahl vertan. Sie erscheint zum Kirchgang mit einem schreiend pinkfarbenen T-Shirt, das vermutlich noch im Dunkeln leuchtet. Josef lässt Farben nur bei den Badezimmerkacheln zu, trägt selbst stets erdige Grau- und Brauntöne und ist deshalb von Narumols Outfit wenig begeistert. Die Jeans passt ihm auch nicht “hoascht koa Rock?”, höre ich aus seinem Bayerischen Dialekt heraus. Tatsächlich plünnt sich die Holde dann ein etwas dezenteres Kleid an und gemeinsam gehen sie zum Gottesdienst, in Josefs Dorf offensichtlich ein Gesellschaftsereignis ersten Ranges.

    An der dortigen Kirche sind die wesentlichen soziokulturellen Errungenschaften der letzten Jahrhunderte scheinbar folgenlos vorüber gegangen und wir befinden uns schlagartig wieder im Mittelalter: Männlein und Weiblein sitzen hier nämlich getrennt! Andererseits wird Narumol trotz ihres exotischen Aussehens nicht gleich als Hexe verbrannt, also so weit ist man hier immerhin doch schon…

    Nach dem Gottesdienst stellt Josef den anderen Dörflern artig seine Auserwählte vor. Übrigens sind die bei weitem nicht so farb-allergisch, wie der fromme Bauer; eine nicht gerade extrem junge Dame hat sogar einen ähnlich quietschebunten Pullover an, wie Narumol vorhin. Nun stehen alle – weiterhin nach Geschlechtern getrennt – verlegen grinsend im Kreis um die Thailänderin und halten Maulaffen feil. Vermutlich ist es heute das erste Mal, dass der bisher so fromme Josef mit Weibsvolk zur Kirche kommt. Auch Narumol fühlt sich anfangs offensichtlich nicht ganz wohl in ihrer Haut, wer weiß, vielleicht sammeln die Leute ja hinter ihrem Rücken schon Steine… Dann kommt aber doch ein eifriges Händeschütteln in Gang und die Nachbarn stellen sich der Reihe nach vor. “Das ist der Engelbert” – “Alibert?” – “Nein, Engelbert!” – “Englebeck?” – “ENGELBERT!!!” Alle lachen über Narumols mangelhafte Kenntnis gängiger deutscher Vornamen, aber das Eis ist gebrochen.

    Diese Mutprobe haben Josef und Narumol bestanden und zur Belohnung machen sie jetzt mit seinem dicken Daimler einen Ausflug in die Berge. Die Norddeutsche Narumol stößt hier wieder an ihre Grenzen, denn sie ist nicht ganz schwindelfrei und kotzt dem Bauern auf der letzten Etappe fast in den Schoß. “Ich denke oooh Scheiße mit Seilbahn fahren!” und “ich bin fick und fertig” [sic!], untertitelt RTL ihr Fraktaldeutsch, ohne einen Duden-Filter dazwischen zu schalten. Letzteres nehme ich RTL ein wenig übel, da könnte man wenigstens in der Übersetzung sprachlich einiges glätten, um Narumol nicht der Lächerlichkeit preis zu geben. Aber vermutlich will man genau dies. Die Szene kommt dann todsicher morgen wieder zur Volksbelustigung bei TV total. (Früher hat man die Freaks auf Jahrmärkten in Käfigen vorgeführt, heute geht das dank Fernsehen und Stefan Raab auch ohne Verlassen des heimischen Wohnzimmers.)

    Narumol ist echt hart im Nehmen und bekommt ihren Magen wieder unter Kontrolle. In der letzten Szene sitzt sie nämlich mit Josef auf einer Bank vor einem Wahnsinns-Bergpanorama (Studio mit Fototapete?) und die beide tauschen unbeholfen Zärtlichkeiten aus, deren verbalen Anteil sie aber vermutlich gegenseitig wieder nicht verstehen, weil es die Untertitel eben nur im Fernsehen gibt. Josef ist etwas irritiert, weil Narumol fortwährend lacht, besonders dann, als der Bauer ihr gesteht “ich hab dich lieb!”.

    Für das langweilig-harmonische Paar Tobias und Kerstin haben sich die Drehbuchautoren wieder einen hanebüchenen Unsinn ausgedacht, damit die Zuschauer diese Szenen nicht zum Toilettengang missbrauchen. Erst fahren die beiden in einem museumsreifen Trecker-Oldtimer in die Weinberge, später unterzieht Kerstin ihren überraschten Bauern einer Brusthaarentfernung mit Heißwachs. Der leidet erheblich, was seine Auserwählte aber eher noch anspornt. “Aber an den Weichteilen machen wir das nicht, gell?”, fragt er ängstlich zwischen zwei fiesen Rucken. Sie lächelt nur vielsagend in sich hinein… Am Abend sitzt Tobias wie ein Schuljunge bei Kerstin im Gästezimmer auf dem gegenüberliegenden Bett und sieht schmachtend zu, wie sie sich die Beine eincremt. Ob sie nicht lieber bei ihm drüben schlafen wolle, fragt er unsicher in die Kamera. “Ja klar”, sagt sie und schwupps trägt er sie rüber in sein Doppelbett, der Clown (siehe Folge 2) fliegt dafür raus und auch das Fernsehteam verlässt geschwind die sich anbahnende nicht-jugendfreie Szene. 1:0 für RTL.

    Der fünfte und damit – warum auch immer – letzte Bauer ist der Pfälzer Markus. Die Hofwoche seiner Yvonne geht heute bereits zu Ende und deshalb greift RTL nochmal tief in den Spesentopf und lässt einen Reitausflug mit integriertem Picknick springen. Die beiden galoppieren durch die Landschaft, was beim moppeligen Markus mit Rucksack etwas komisch aussieht. Ich hoffe, bei seinem Pferd ist hinterher noch etwas Geld für den Tier-Orthopäden übrig… :-) Nachher sitzen die beiden auf der Decke und futtern Kuchen. Markus, der mich in seinem grünen Blaumann dauernd an einen Tankwart erinnert, will die intime Situation allein mit Yvonne und ein paar Millionen Zuschauern dazu nutzen, über ihrer beider Zukunft zu sprechen. Er ist wohl einigermaßen verliebt und sie ist auch nicht ganz abgeneigt, bittet sich aber etwas Bedenkzeit aus. Mit Tränen in den Augen und die Arme voller Abschiedsgeschenke steigt sie in den Bus gen Heimat.

    Und auch wir müssen wieder für eine Woche Abschied nehmen von der gelegentlich überraschend fremden Welt der Bauern. Mal sehen, wie die RTL-Schreiberlinge sie beim nächsten Mal wieder piesacken werden…

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  • Hallo zusammen, hier ist der Landfunk! RTL entführt uns auch an diesem Montagabend bei “Trüffel sucht Schwein” in die faszinierend erdige Welt der neun hoffungsvollen Ex-Singles. Das heißt, eigentlich sind es wieder nur fünf Bauern, wo die anderen vier abgeblieben sind, verschweigt uns RTL weiterhin (waren wohl nicht so fotogen). Reicht aber eigentlich auch schon so… Heute müssen die Möchtegern-Besserehälften den Zuschauern jedenfalls beweisen, dass sie außer Mediengeilheit auch noch Qualitäten haben, die man im Stall, auf der Weide, im Weinberg oder in der Küche brauchen kann.

    Los geht’s mit absolutem Kitsch, denn bei Waldbauer Markus “in der schönen Pfalz” kräht tatsächlich morgens der Hahn. Wir sehen, wie sich der Bauer aus seiner knallbunten Kinder-Bettwäsche schält und dann in sein quietsche-grün gekacheltes Badezimmer geht. Nanu, genau diese bescheuerte Kachelfarbe gab es doch auch beim frommen Josef in der letzten Folge, hat RTL da etwa geschlampt und beide Szenen in denselben Kulissen gedreht????? Egal, Markus zieht jedenfalls die Verführer-Nummer durch, kocht seiner Yvonne einen Kaffee und serviert den auf leisen Sohlen direkt ans Bett (im Gästezimmer). Die Tatsache, dass das Fernsehteam schon im Zimmer ist, als Markus hinein schleicht, verdirbt etwas den Eindruck einer ungestörten Romanze. Yvonne gesteht noch etwas verpennt, dass sie sich erstmal daran gewöhnen muss, dass es auf Markus Hof – außer im Bad – keine Zimmertüren, sondern nur Vorhänge gibt!?! :-) Markus stammelt eine Erklärung, verfällt aber vor Aufregung in die Sprache der hiesigen Ureinwohner und muss für den Rest der Sendung untertitelt werden.

    Dann geht’s ab in seinen Wald zum romantischen Bäumezerkleinern. Markus zeigt Yvonne, wie man die Säge richtig hält und sie himmelt ihn dafür an. Später sieht man beide beim munteren Plantschen barfuß auf dem Rasen. Ganz klar, da liegt was in der Luft! Ich rate mal, was in der nächsten Folge passiert: die beiden Schnuckis laufen händchenhaltend mit der Säge in den Wald, fällen einen Baum, machen aus den Brettern Türen für Markus Bauernhof und sägen dann aus jeder Tür ein Herzchen aus, damit der Bauer sich nicht so eingesperrt fühlt… :-)

    Im noch malerischeren Chiemgau hat der fromme Milchbauer Josef den anfänglichen Kulturschock überwunden und weckt seine Narumol, die inzwischen dank Häschensprache und Stefan Raab auf dem Weg zur unfreiwilligen C-Promi ist. Wie gewohnt, versteht man beide Protagonisten akustisch so gut wie gar nicht und ist auf die Übersetzung in den Untertiteln angewiesen. Josef serviert seiner thailändischen Flamme zum Frühstück einen Krug warmer Rohmilch und ist geschockt, als sie ihm erzählt, dass sie bei Milch immer gleich kotzen müsse (vermutlich Laktose-Intoleranz). Das geht ja eigentlich nicht, schließlich ist er Milchbauer… aber noch bevor Frust aufkommt, verkündet Naromol, dass sie jetzt sein Haus putzen wolle. Erst dachte ich, dass sei ihre komische Umschreibung für eine kleine Kennenlern-Genussferkelei im Heu, aber sie meint das wohl tatsächlich wörtlich. Der fromme Josef hat scheinbar auch keine unkeuschen Assoziationen gehabt und sagt, er freue sich über diese Ankündigung. Schön, mein bisheriges Weltbild stimmt also schon mal bis hierher:  Frauen wollen nur das Eine, nämlich putzen, und in Bauernhäusern gibt es Vorhänge statt Türen (siehe Markus).

    Tatsächlich sehen wir Narumol, die thailändische Perle, in der nächsten Szene beim Putzen von Josefs unglaublich grünem Badezimmer. Die Farbe ist eine Kriegserklärung an alle Sehenden, hatte man da früher in der DDR nicht Trabis draus gemacht? Highlight der Badezimmerreinigung ist die total verrostete Waage, die Narumol angewidert über der Badewanne ausschüttelt. Sie beichtet in ihrem Fraktaldeutsch die erfreuliche Tatsache, dass sie eine Putzmacke habe und nie still sitzen könne. Das dürfte ihren Marktwert auf jeden Fall steigern. Wenn das hier bei “Arsch sucht Eimer” nicht klappen sollte, findet sie bestimmt ganz schnell einen anderen Mann mit verdreckter Bude, wo sie sich austoben kann.

    Weil sie den Hof so schön geputzt hat, darf Nerumol dann zur Belohnung noch gleich die Kühe melken. Das hat sie noch nie gemacht, stellt sich dabei unter Josefs wachsamen und wohlwollenden Blicken aber gar nicht mal so dösig an, es scheint ihr sogar Spaß zu machen. Als dabei keine Kuh zu Schaden kommt, ist die Zeit reif für die höchsten Weihen: Narumol darf in Josefs bisheriger Junggesellenküche ein Kotelett braten. Vor dem Essen wird dann so inbrünstig gebetet, dass da selbst der Papst noch was lernen könnte.

    Und dann kommt meine heutige Lieblingsstelle, ein Kabinettstückchen aus dem echt-gescripteten Leben: Josef und Narumol gestehen sich am Mittagstisch gegenseitig, dass sie einander wegen ihrer komischen Sprachen fast nicht verstehen können! Als er hinterher allein mit der Kamera ist, beklagt sich Josef nochmal, dass Narumol immer mit thailändischem Akzent spräche. Ohne Untertitel hätte ich sein tiefbayerisches Gefasel allerdings überhaupt nicht verstanden! Ich lach’ mich scheckig, die beiden sind ja echt was für das TV-Poesiealbum, gleich zwischen Regina Zindler (“Moschndrohtzoun”) und Lorielle “Lorenzo” London. Hinterher passiert das dann gleich nochmal: Josef versucht Narumol zu verklickern, dass er die zweite beim Scheunenfest geschossene ausgewählte Frau (Michaela) inzwischen wieder ausgeladen hat. Die Thailänderin versteht das erst beim zweiten Anlauf, schnappt sich dann aber unseren frommen Josef für eine erste innige Umarmung auf dem Sofa. Leute, ich sage Euch, da geht noch was…

    Als nächstes treffen wir im ebenfalls sehr schönen Schwabenländle den kleinen Rinderwirt Dieter, dessen Szenen übrigens immer mit einer Kuh auf der Weide bei der Darmentleerung eingeleitet werden! Er ist gerade beim Vorbereiten des Frühstückstisches in der Küche. Er will seiner Heike schon am Morgen Stachelbeerkuchen kredenzen und aus dem Off singt Nana Mouskouri ihr grässliches Lied “Guten Morgen, Sonnenschein”. Heike erscheint leicht angegnaddelt in der Küche und hat offenbar den Kopf noch nicht eingestöpselt. Minutenlang faselt sie etwas von einem Muffin-Rezept, dass sie in ihrem Koffer habe und mal vorkochen möchte. (Liebe Heike, “Muffin” ist ein englisches Wort und wird “Maffinn” ausgesprochen.) Mitten in das dämliche Backwerkgelaber platzt Dieters Vater. Ich bin etwas verblüfft und Heike auch, denn wir hätten uns den Oberbauern angesichts seines mickrigen Sohnes nicht so groß und kräftig vorgestellt. Dann brilliert Heike etwas mit ihren Geographiekenntnissen: Sie sei zuvor noch niemals südlich von Hannover gewesen, erzählt sie und berichtet gleich im nächsten Satz, sie sei in Durban in Südafrika geboren worden. Hä?

    In der nächsten Dieter-Szene besichtigt er mit Heike seinen Kuhstall. Drehbuchgerecht ferkeln da erst zwei brünftige Kühe miteinander herum, dann findet der Bauer ein angeblich erst 10 Minuten altes Kalb. “Ist das aber süüüß!” Hinterher darf sich Heike einen Namen für das neugeborene Kalb ausdenken, ideenreich kommt sie auf “Kalbi”. Dieter schüttelt darüber hinterher – allein vor der Kamera – den Kopf “das ist ein komischer Name, ich hätte sie ‘Goldrosi’ genannt”. [Kein Kommentar]

    Die letzte Dieter-Szene beginnt wieder derb-romantisch mit einer kackender Kuh und steuert dann urplötzlich in die Apokalypse: Das Bäuerchen und seine Heike wollen Kuchen backen, sind aber zu blöd dazu, nehmen nicht genug Mehl und nun klebt der Teig tierisch. Jetzt betritt Dieters ältliche Mutter die Küche und kreischt schon von der Tür aus mit 120 Dezibel, dass das zu wenig Mehl sei und sie habe es gleich gesagt und so weiter. Heike keift zurück, Oma wird noch lauter und Sohnemann duckt sich erschrocken weg. Hinterher verträgt man sich zwar angeblich wieder, sagt die Stimme aus dem Off, aber ich finde, die haben hier irgendwie alle einen Hau.

    Ackerbauer Claus Clausen im hohen Norden ist ein eher unaufdringlicher Gastgeber und hat deshalb erst gar kein Frühstück gemacht. Wozu auch, dafür ist ja nun auch die Andrea auf dem Hof, oder? Außerdem ist eh sein Kühlschrank leer und das ist überhaupt auch alles viel zu kompliziert für einen einfachen Bauern wie ihn. Einkaufen gehört ja sowieso bekanntlich seit der Antike zu den weiblichen Domänen, besonders in Nordfriesland, wo das mit der Antike auch noch gar nicht soooo lange her zu sein scheint. Man hat das Gefühl, Herr Clausen wäre eigentlich am liebsten wieder allein und könnte das Junggesellendasein fortsetzen. Wenn doch bloß nicht die verlockende Gage von RTL wäre – noch eine Woche durchgehalten und er kann sich endlich den Flachbildfernseher mit Sky-Abo leisten… ;-)

    In der nächsten Szene zeigt Clausen seiner Andrea und uns Zuschauern seine diversen Landmaschinen. Bei diesem Thema wird der Friesenmuffel plötzlich ganz munter. Besonders sein grüner Mähdrescher hat es ihm angetan, er hat nämlich den größten. Letztes Jahr neu gekauft und natürlich bar bezahlt, erzählt der alte Angeber, als er Andrea zur Besichtigung die Leiter hinauf schiebt. Kaputtes Gästebett (siehe letzte Folge), Ebbe im Kühlschrank und dann protzt er plötzlich so mit seinem Vermögen rum, wie passt das denn zusammen?

    In der nächsten Szene schleppt Clausen seine Beute Auserwählte zu einer Windkraftanlage und zwingt sie dazu, die 68 Meter im Inneren hochzuklettern, obwohl sie nicht schwindelfrei ist. Der Nordfriese ist aber ein Charmeur der alten Schule: Mit den Worten “Zieh den Bauch ein, Du bist doch nicht schwanger” zieht er bei ihr den Klettergurt stramm und überprüft manuell den festen Sitz an ihrem Po, dann jagt er sie den Turm hoch. Hinterher findet er die ganze Aktion dann auch noch irgendwie erotisch, sagt er. Echt peinlich.

    Als Stiefkind dieser Folge erweist sich der rheinhessische Weinbauer Tobias. Er steigt mit seiner Kerstin in den heimischen Weinkeller und zeigt ihr, wie man Fässer reinigt. Später sieht man sie beim Kuscheln auf dem blauen Frotteesofa. Kein Streit, keine Missverständnisse, keine böse Schwiegermutter – da hab ich schon interessantere Testbilder gesehen, als diese Story. Irgendwie haben die beiden wohl den Sinn dieser Sendung nicht ganz verstanden, Kinder, hier geht es ums Fremdschämen, Harmonie habe ich selbst genug zu Hause, dafür muss ich den Fernseher doch nicht anmachen!!!

    Vermutlich haben sich die RTL-Drehbuchschreiber zulange in Tobias Weinkeller herumgetrieben und konnten dann wegen ihres Katers keine vernünftigen Geschichten mehr zusammendichten. Hoffen wir, dass sie bis zur nächsten Woche wieder nüchtern sind, denn dieser Staffel fehlt bisher klar die Action!

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