• DSDS (RTL) 13.01.2011 1 Comment

    Hallo Leute,

    schon ist es Mittwoch und das heißt momentan: It’s Dieter-Time! Dieter Bohlen, Fernanda Brandao und Patrick Nuo, zusammen auch bekannt als Jury von “Deutschland sucht den Superstar”, laden wieder ein zum Casting, Ring frei zur zweiten Runde…

    Es geht los mit einem etwas maulfaulen 16jährigen Sascha, der entweder vor Coolness oder wegen allgemeiner Kraftlosigkeit nur nuschelig spricht, dafür fummelt er sich pausenlos im Gesicht und am Kragen herum. Man versteht aber soviel, dass er der kommende Superstar ist, denn er habe Gesangsunterricht gehabt und sein Idol sei Mehrzad Marashi. Im Einspieler klaut er einer Oma im Park den Rollator, nicht ganz die feine Art, aber vielleicht braucht er den ja auch nötiger als die alte Dame – spätestens, wenn Dieter mit ihm fertig ist. Seine Performance im Casting-Studio ist sehr uncool, denn er steht schon beim lockeren Begrüßungslabaluba mit der Jury völlig unter Strom, schwitzt und zupft sich am Kragen. Schon vor dem ersten gesungenen Ton ist Dieter stinkig: ein richtiger Künstler sei nicht nervös, sondern fühle sich pudelwohl auf der Bühne, er, Sascha, wolle nur schnell “ablaichen” und dann verschwinden. Trotzdem fängt der so gescholtene an zu singen, es gibt “Twist and shout” von den Beatles, allerdings in einem etwas eigenwilligen Englisch und mit total gepresst-verkrampfter Stimme. Dabei geht er tief in die Knie, hockt sich fast hin, so als säße er auf einem Pferd, nur eben ohne das H0ttehüh, die Jury nennt es “Geburtshaltung”. Sascha kassiert drei “Nein” und versteht die Welt nicht mehr, er habe doch monatelang mit einem vom Vater teuer bezahlten “Vocal Coach” geübt, der Recall sei ihm quasi sicher, habe der immer gesagt… “Hau’ Deinem Coach was in die Fresse”, gibt der Gelegenheitspazifist Dieter Bohlen seinem Kandidaten mit auf den Weg, als der völlig am Boden zerstört durch die Ausgangstür kriecht. Gut, dass draußen kein Fenster offen steht, er wäre glatt gesprungen! :-(

    Danach geht’s weiter mit Mike Müller, dem singenden Straßenkehrer von der Kölner Müllabfuhr. Der 24jährige Kurzhaarträger kommt mit “All I have to give” von den Backstreet Boys. Ich finde seine Darbietung eher so lala, aber der Jury gefällt’s, vermutlich besonders wegen der interessanten Biografie, die ließe sich bestimmt noch richtig gut ausschlachten. Folgerichtig schafft es Mike in den Recall. Fernanda ist übrigens eindeutig zu lange weg aus ihrer brasilianischen Heimat: “Ich finde es schön, dass Du sauber machst, ich liebe Ordnung”, lautet ihr teutonisch-korrektes Urteil. :-)

    Nicht in den Recall kommt dagegen Tatjana (16), die mit großem Gefolge zum Casting angereist ist, mit Freundin, dem Freund, einem Freund und dem Vati. Zuhause gelassen hat sie dagegen jegliches musikalisches Talent, sie kann nämlich nicht mal für zehn Cent singen. Ihr dünnes, leises Stimmchen klingt schrecklich gequält, trifft keinen Ton von Christina Aguileras “Hurt” auch nur ansatzweise, was man Dieter und Patrick auch sehr ansieht. Nach diesem einen Liedchen glaubt man schon, die Vorstellung sei zu Ende, da fragt Patrick sadistisch – und für alle anderen außer Tatjana erkennbar ironisch, ob sie nicht noch eine Nummer singen wolle. Dieter guckt entsetzt und protestiert dann, das könne man doch nicht “Gesang” nennen, höchstens “Vortrag”. Das bisher Gehörte habe “Null Power”, die gleiche Intensität wie “Flohrülpsen”. Nach wenigen Takten der nächsten Nummer bricht er ab: “Wenn die Sendung ‘Deutschland sucht die Moorleiche für’n Tatort’ heißen würde, dann wärst Du genau dir Richtige, Deine Stimme ist ein Totalausfall.” Und das ist das Ende einer hoffnungsvollen 30-Sekunden-Karriere. :-(

    Nun als Kontrastprogramm wieder ein Mädchenschwarm mit Gitarre: Anton Zeller ist 18, kommt aus Landshut und erinnert von weitem so ein bisschen an Dominik Büchele aus der sechsten DSDS-Staffel. Bei seinem Erscheinen im Studio kriegt Fernanda gleich ganz große Augen, offenbar ist der schwarzhaarige Teenager genau ihr Typ. Als der Kandidat dann auch noch erzählt, dass er viel Sport mache, hält es die Brasilianerin nicht mehr im Jurystuhl und wir erhaschen beim Aufspringen einen kurzen Blick auf ihre noch viel kürzeren Shorts und die braunen Beine, derentwegen sie überhaupt nur in dieser Sendung ist. Sogleich nötigt sie Anton zum Ausziehen seiner Jacke, dann muss er ein bisschen herumposen und die Bizeps präsentieren. “Ah!” und “oh!”, Fernanda scheint recht zufrieden. Der ebenfalls vermutlich nur wegen seines annehmbaren Aussehens in die Jury gecastete Patrick Nuo wirkt dagegen etwas unentspannt, plötzlich ist seine führende Position in der Testosteronrangliste des Studios nicht mehr unumstritten. Und die Fleischbeschau geht weiter: Ob er nicht mal Liegestütze mit ihr auf dem Rücken machen könne, wird Anton gefragt. Natürlich kann er, schließlich will er in den Recall, auch wenn ihm das Ganze sichtlich peinlich ist. Aber wer zu DSDS geht, hat mit solchen Dingen ja eh abgeschlossen. Gesagt, getan, kurze Zeit später hat er begleitet von vielen anzüglichen Bemerkungen der eifersüchtigen Herren zehn Liegestütze mit Fernanda “im Sattel” geschafft und darf deshalb zur Belohnung schwer schnaufend seinen Titel “Wonderwall” von Oasis singen. Ja, Gesang und Begleitbeklampfung gehen in Ordnung, “das Gesamtpaket” stimmt, wie es immer so schön heißt, und deshalb sehen wir Anton auch demnächst wieder im Recall. Das war mal Sexismus anders herum. :-)

    Und dann kommt gleich noch so ein Typ: Heiko Faller (16) sieht etwas aus wie eine Mischung aus Harry Potter und Justin Bieber und singt passenderweise von letzterem das Seichtpopnümmerchen “Baby”. Er begleitet sich selbst auf der Gitarre und lässt mit seiner Stimme und dem Babyface die Jury in Nullkommanichts dahinschmelzen wie Butter auf der Heizung. Selbstredend kommt er in den Recall, wobei ich schon jetzt etwas gespannt bin auf mögliche Interviews mir seiner Familie (Mami, Papi, Stiefpapi), die wegen ihrer etwas prollig wirkenden Erscheinung von RTL schon hier im Casting mit der Titelmusik der “Feuersteins” unterlegt wird. :-)

    Während man sich noch das Grinsen vom letzten Auftritt aus dem Gesicht biegt, kommt gleich die kalte Dusche: Dirk aus Stralsund ist 20 Jahre alt, leicht untersetzt, trägt Karohemd und mag sich sehr. In diesem Fall ist RTL wieder gnadenlos, der Kandidat wird schon beim Reinkommen von Onkel Dieter auf seine eher unsportliche Figur angesprochen und muss vor der Kamera gestehen, dass er gern Süßigkeiten isst und deswegen auch keine Freundin hat. Kaum noch erwähnenswert, dass der Auftritt heute natürlich total floppt. Dieter schlägt sich schon die Hand vor die Stirn, als er vom Titel hört (“Durch den Monsun” von Tokyo Hotel) und seine Ahnungen werden auch komplett bestätigt: Dirk singt einfach nur grottig. “Das war Hühnerkacke”, befindet Dieter nach einem kurzen Blick in sein unerschöpfliches “Lexikon der persönlichen Beleidigungen” und schickt den Kandidaten ohne gelbe Recall-Einladung zurück nach Hause. :-(

    Und nun kommen wir zum wichtigsten Auftritt dieser Folge, zumindest gemessen an der dafür von RTL verballerten Sendezeit: Cosimo aus Stuttgart gibt sich leider ein weiteres Mal die Ehre, so wie ich es bei seinem Erscheinen in der letzten Staffel schon befürchtet hatte. Der “Checker vom Neckar” lässt sich offenbar auch durch wiederholte Reinfälle in den letzten drei Staffeln nicht von der Idee abbrechen, er habe eigentlich das Zeug zu einer Weltkarriere – wenn nur Dieter Bohlen es nicht regelmäßig verhindern würde. Mittlerweile ist der gegelte Nervbold 28 Jahre alt, kann also theoretisch noch zwei Mal wieder kommen. Und auch dieses Jahr traut sich der arbeitslose Frisör nicht allein ins Studio, er hat gleich drei Freunde (“Atzen”) im Rocker-Outfit mitgebracht – oder was die Redakteure dafür halten. Alle wirken nicht sonderlich helle, aber dann würden sie ja auch ihren Anführer Cosinus überstrahlen. Der verbrachte offenbar die gesamte Zeit seit seinem letzten DSDS-Rauswurf damit, eine neue Performance einzuüben und er hat dafür auch eigens ein Lied geschrieben: “Ketchup my Sandwich”. Das Lied besteht aus nichts anderem, als dem kurzen Refrain “Komm’ schon Baby, zieh’ Dich aus”. Ende. Gratulation, Casimir, das ist doch tatsächlich das erste Mal, dass es jemand geschafft hat, seinen kompletten Gehirninhalt in ein einziges Lied zu quetschen. Vielleicht hätte er damals bei der Friseurlehre doch lieber nicht so viele Bleichmitteldämpfe einatmen sollen, so etwas kann einem die Denkmurmel ruinieren, wie man hier deutlich sieht.

    Nach einigen Wiederholungen dieses epochalen Meisterwerks merkt offenbar sogar Cosima, dass das Käse war und er besinnt sich auf sein anderes Talent, nämlich das Stänkern, wie wir gleich sehen werden. Fernanda tut etwas pikiert und resümiert: “Für mich bist Du eine Mischung aus Menderes und Wendler” (wobei ich “Wendler” eben erst mal bei Wikipedia nachschlagen musste, den kannte ich gar nicht). Okay, damit hat sie sich mit einem einzigen Satz zu Colibris Feind Numero Uno gemacht. Und wie es der göttliche Zufall (oder das Drehbuch) so will, hat sein Intimfreund und Friseurkunde Bushido ihm eine wichtige Nachricht für Fernanda mitgegeben. (Für Uneingeweihte muss dazu bemerkt werden, dass der Rapper Bushido, der bei der Staatsanwaltschaft eher unter seinem Geburtsnamen Anis Ferchichi bekannt ist, früher angeblich mal mit Fernanda liiert war, bewiesen ist das aber nicht.) “Ich hör’ von anderen Leuten, dass Du nicht so gut im Bett bist”, platzt Cosmo nun mit seiner Botschaft heraus und hält dazu triumphierend eine Autogrammkarte seines Kumpels in die Höhe, wohl wissend, dass es Fernanda schwer fallen dürfte, diese Behauptung auf die Schnelle zu widerlegen. Dieter Bohlen dreht sich angewidert auf dem Jurystuhl um und guckt nur noch aus dem Fenster: “Mit Geistesgestörten unterhalte ich mich nicht”. Auch Fernanda und Patrick schweigen, worauf Cosinatz mit seinen Bodyguards das Studio wieder verlässt. Komisch, seine Auftritte werden von Jahr zu Jahr peinlicher, aber das kümmert RTL natürlich einen Dreck, Hauptsache, sie können ein paar dramatische Szenen zeigen, die sich auch in der Programmvorschau gut machen. :-(

    Fernanda behauptet später übrigens, nie etwas mit Bushido gehabt zu haben und der heutige “Angriff” sei niveaulos, frauenfeindlich und asozial. Aber natürlich ist das alles zusammen nicht glaubwürdig, machen wir uns nichts vor: Die gesamte Rahmenhandlung von “Deutschland sucht den Superstar” ist geskriptet und gerade die Aufreger sind alles andere als spontan, sondern werden sorgfältig choreografiert. Das gilt selbstverständlich auch für die alljährlichen Besuche des stetig wachsenden Bohlenschen Wanderzirkus pathologisch kamerageiler DSDS-Zombies. Deren einziger Lebensinhalt scheint der regelmäßige Anschiss des Poptitanen zu sein und wenn sie Glück haben und bekloppt genug sind, lässt man sie im Rahmen der traditionellen Freak-Nummer beim Finale vielleicht sogar noch ein zweites Mal kurz aus der Gruft. Außerhalb der DSDS-Saison fristen diese Fußabtreter von Dieter Bohlen dann das triste Leben eines Z-Promis, d.h. sie können sich freuen, wenn sie in einer heruntergekommenen Dorfdisko als Pausenclown engagiert werden. Als Glücksfall gilt dann schon, wenn sie bei einem solchen Einsatz von der besoffenen Landjugend krankenhausreif geprügelt werden und es mit einem Foto ihrer Blessuren auf die “Bunte Welt”-Seite der Blödzeitung schaffen.

    Insgeheim hat RTL mit diesen Leuten garantiert Verträge abgeschlossen und denkt sich für ihren Auftritt Jahr für Jahr neue und immer schwachsinnigere Gaga-Handlungen aus. Man denke bloß an Menderes Einschleichversuch als Fensterputzer vor zwei Jahren oder an Cosimos Pöbelattacke auf Onkel Dieter in Staffel Sieben. By the Way: Menderes, der vermutlich untalentierteste Michael-Jackson-Imitator der Welt, kommt hundertprozentig auch noch, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Bis Sonnabend, dann wird der Käfig wieder aufgeschlossen…

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  • DSDS (RTL) 26.04.2009 No Comments

    Willkommen zurück in Bohlens Talentpresse! Heute müssen die übrig gebliebenen Vier wieder zwei Titel singen, nämlich einen Kinohit und eine Ballade.

    Der lustige Dieter bringt schon gleich zu Beginn eine uniformierte Krankenschwester mit auf die Bühne, falls es einem der Kandidaten mal nicht so gut gehen sollte, zwinker, zwinker. ;-) Der geneigte Feuilleton-Leser weiß natürlich, worauf der unsensible Superstar-Dompteur da anspielt: Annemarie war in der letzten Woche auf Promotiontour in ihrer Heimatstadt Dessau mit einer Art Kreislaufkollaps zusammengebrochen und die Blöd-Zeitung hatte da wohl ein Drama auf Leben und Tod draus gemacht. Wenn ihr Protegé schon nicht durch guten Gesang glänzt, muss es doch wenigstens durch Skandale auffallen, auf diesem Gebiet hat die Blöd-Zeitung ja massig Ahnung…

    Die vier Protagonisten laufen ein (mit den obligatorischen Buhrufen für das blonde Gift) und als fünfter schlurft dann noch Mark Medlock hinterher, der leicht durchgeknallte Gewinner der vorletzten DSDS-Staffel. Er droht zwischen zwei nett gemeinten Verbalinjurien für nachher die Vorstellung seines Sommerhits 2009 an, der selbstverständlich von niemand Geringerem als Onkel Dieter himself verzapft worden ist. Man sollte meinen, dass der schon genug Honorar für die Rolle als Jurychef kassiert, aber offenbar kann er den Rand nicht voll kriegen und geiert auch noch auf die Vermarktung seiner 08/15-Dudeldei-Mucke. (Wo bleibt die Einblendung “Dauerwerbesendung”?)

    Als erster Kandidat ist heute Mädchenschwarm Dominik Büchele dran. Der Einspieler zeigt Szenen des Wahnsinns, als Dominik sein Heimatdorf Kappel-Grafenhausen besucht. Dort ist anscheinend seit dem zweiten Weltkrieg nicht viel Aufregendes passiert und so springt den Eingeborenen angesichts des Fernsehrummels kollektiv der Draht aus der Mütze.

    Dominiks erster Titel “Can you feel the Love tonight” stammt aus dem Film “König der Löwen” und wird im Original von Sir Elton John gesungen. Domi, ach Domi, warum singst Du nur immer so pathetische Sachen? Du bist doch noch so klein und scheinst schon die Last der ganzen Welt auf Deinen Schultern tragen zu müssen… Auch Dieter hadert damit: “Du hast aus ‘König der Löwen’ einen ‘Prinz der Hamster’ gemacht.” Insgesamt sei es aber eine akzeptable Leistung gewesen. Der Solala-Bewertung schließen sich auch Nina und Volker an.

    Sarah Kreuz kommt aus Poppenhausen; diese 1A-Herrenwitz-Vorlage kann Marco Schreyl selbstverständlich nicht ungenutzt vorübergehen lassen, wofür hat er denn schließlich studiert?! Der Einspieler zeigt Sarahs Eintrag ins Goldene Buch ihrer Heimatgemeinde, die aber insgesamt nicht ganz so abgeht, wie die von Dominik. Sie singt zuerst “I will always love you” aus dem Film “The Bodyguard”. Im Vergleich mit Whitney Houstons genialer Stimme kann man eigentlich nur abstinken, aber Diva Sarah kriegt es ziemlich gut hin, lt. Dieter sogar besser als das Original und das will aus seinem Mund schon etwas heißen!

    Der Einspieler zeigt auch “Pretty Boy” Daniel Schuhmacher auf Heimaturlaub – das ist bei ihm Pfullendorf. Dort kommt es zu ähnlichen Szenen wie bei Dominik, nur dass der Dominik von Pfullendorf eben Daniel heißt. Auch er genießt die 15 Minuten im Rampenlicht, die lt. Andy Warhol jedem Menschen im Lebens zustehen. Genau genommen hat Daniel inzwischen wohl schon die Rampenlichter mehrerer Leben verbraucht, dafür bleiben andere ewig im Dunkeln und müssen zynische Blog-Einträge verfassen… ;-)

    Daniel bringt zuerst “Take my Breath away”, den die Altvorderen noch aus dem Air-Force-Werbefilm “Top Gun” kennen. Mit null Choreo schmachtet er sich etwas statisch durch den Titel, aber wenn ich mir vorstelle, welchen Hüpf- und Zuckanfall Holger Göpfert daraus gemacht hätte, ist das eigentlich ok. Dieter mag den Song schon bauseitig nicht, ist aber mit Daniels Leistung trotzdem recht zufrieden. Nur hätte er sich für ihn einen stärkeren Titel gewünscht und hofft auf die zweite Runde. Restjury dito.

    Annemarie Eilfelds erster Titel “There you’ll be” (Faith Hill) stammt sinnigerweise aus einem Kriegsfilm, nämlich “Pearl Harbor”. A propos Krieg: Vorweg darf Mami Eilfeld live im Studio eine Lanze für ihr reizendes Töchterlein brechen. Die sei in Wirklichkeit einfach nur lieb und ein ganz toller Mensch und der ganze Clinch mit den anderen Kandidaten sei nicht ihre Schuld. Oooooooooh, endlich mal Klartext, so ist das also, ALLE anderen sind Schuld, nur nicht die eigene Tochter. Hatte ich eh schon vermutet.

    Der Einspieler zeigt die eingangs genannten Szenen von Annemaries Welttournee durch Sachsen-Anhalt und vor allem ihren megatheatralischen Kollaps, für den RTL einen ganzen Kanister Kunsttränen spendiert haben muss. Ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie Annemarie später auf der Intensivstation gegen den Willen der Ärzte ihre Herz-Lungen-Maschine abstellt, sich von den zahllosen Schläuchen und Drähten befreit und mit letzter Kraft auf die Bühne stolpert, um für ihre Dessauer zu singen, denn sie will ihre wartenden Fans nicht enttäuschen! Eigentlich könnte man DSDS an dieser Stelle auch beenden, der Superstar ist schon gefunden und jede weitere Suche wäre Verschwendung.

    Aber so weit ist es in Wirklichkeit noch nicht, jetzt kommt erstmal Pearl Harbor: Annemarie steht auf der Bühne vor einem riesigen drehenden Propeller und bestimmt wünschen manche fiesen Zeitgenossen, sie möge mal eben zwei, drei Schritte zurück gehen… :-) Aber keine Chance, der Propeller ist nur ein Filmclip auf der Monitorwand und macht dann bis zum Schluss des Liedes Platz für eine endlose Kette tieffliegender Kriegsflugzeuge. Was für eine schöne Untermalung für Annemaries Song! Die Jury findet es trotzdem ganz ok, nur Dieter meckert, dass er mit seiner fortwährenden Kritik an Annemarie doch Steilvorlagen für ihre Pressearbeit liefere, aber dafür noch keinen Champagner bekommen habe.

    Dominik Büchele eröffnet den zweiten Durchgang (Thema “Balladen”) mit dem Klassiker “The Sounds of Silence” von Simon & Garfunkel in der Streicher-Version. Diesmal gelingt ihm echtes Gänsehautfeeling, was vielleicht auch etwas an seiner haartechnischen Ähnlichkeit mit Art Garfunkel liegt. Mal im Ernst, für dieses Lied ist Domis rauchige Stimme wie geschaffen und die gewiss nicht einfache Intonation gelingt ihm ganz gut, auch wenn ihn das depperte Publikum mit dummdeutschem Geklatsche aus dem Tritt zu bringen droht. Dieter giftet trotzdem, da sei “Null Gefühl” rübergekommen und fängt sich damit Buhrufe des Büchele-Fanblocks ein. Volker und Nina fanden es hingegen gut.

    Duffys Hit “Warwick Avenue” wird jetzt von Sarah Kreuz nachgesungen, wieder mit orchestraler Minimalbesetzung aber maximalem Einsatz der Diva. Die Jury ist durchweg sehr zufrieden. Das ist insbesondere bei Nina interessant, da sie das Lied seit bzw. genau wegen der Castings eigentlich überhaupt nicht mehr hören kann.

    Nun wird’s knifflig, denn der schöne Junge (“Pretty Boy”) Daniel Schuhmacher versucht sich an Joe Cockers “You are so beautiful”. Der Titel ist wegen Cockers unnachahmlicher Reibeisenstimme normalerweise ein Himmelfahrtskommando für Cover-Sänger, aber nicht heute Abend. Von der Stimmlage her klingt Daniel absolut wie eine – sehr gute – farbige Bluessängerin, tiefschwarz würde ich sogar sagen (oder ist das schon politisch unkorrekt?). Dieters Urteil ist ein absolutes Novum, denn er kriegt erstmal ein paar Sekunden lang gar kein Wort raus und ist danach nur noch stolz auf Daniel, sagt er. (Sehe ich Euro-Zeichen in seinen Augen?) Die anderen beiden Juryisten sind auch hin und weg.

    Marco Schreyl behauptet, dass man bei “Because of You” (von Kelly Clarkson) merken könne, wie zerbrechlich Annemarie Eilfeld in Wirklichkeit sei. Als zerbrechlich erweist sich zunächst jedoch die RTL-Technik: Annemaries Mikro gibt schon vor dem ersten Ton den Geist auf. Zufall? Sabotage?? Hexerei??? Wir lesen die Antwort dann sicherlich am Montag in der Blöd-Zeitung. So, im zweiten Anlauf klappt alles und zwar ganz passabel. Annemaries Claqueure im Publikum schreien nach Zugabe, Dieter faselt was von “nachgesungen”, Nina und Volker mögen keine Zicken, finden Annemarie zwar musikalisch gut, dabei jedoch sehr anstrengend.

    Nach der Pflicht kommt die Kür und die heißt heute Mark Medlock. Dieters devoter Herzbube stellt jetzt seinen kommenden Sommerhit vor, noch brühwarm aus dem Bohlenschen Hittoaster – trotzdem klingt er seltsam vertraut. Medlock zieht seine übliche Playback-Show ab, Dieter wippt dazu gut gelaunt (weil gut verdienend) auf dem Stuhl, leicht bekleidete Tänzerinnen hüpfen über die Bühne und es stellt sich sofort Ferienstimmung ein. Man muss das Lied einfach mögen – wenn man Mark Medlock mag. Ich mag ihn nicht. Und die Re-Inszenierung von Bohlens Gelddruckmaschine namens DSDS als Werbeplattform für seine unsäglichen Platten mag ich auch nicht. Also spule ich mal eben eine Stunde vor zur Urteilsverkündung.

    Außer Daniel müssen alle nach vorn und raus fliegt heute Dominik, der Mädchenschwarm! Hmmm, gute Frage, wer erbt denn jetzt Dominiks pubertierende Anhängerinnenschaft aus dem Bravo-Lager? Klare Antwort, der Punkt geht an Annemarie, die ist der letzte Kerl unter den Kandidaten. Nächste Woche sehen wir dann, wie sie Sarah demontiert und am 9. Mai kommt die Thronbesteigung.

    Langsam sehne ich mich nach Holger.

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  • DSDS (RTL) 19.04.2009 No Comments

    Die wichtigste Frage, die lt. DSDS offenbar ganz Deutschland bewegt, wird schon im Intro gestellt: Ist Annemarie eine Hexe? Angeblich hat sie bei allen zurückliegenden Mottoshows immer richtig getippt, wer rausfliegt und muss deswegen mit dunklen Mächten im Bund sein. Also entweder ist Annemarie wirklich eine Hexe, hat einfach viel Glück oder kennt das Skript der ganzen Staffel…

    Heute muss jeder Kandidat wieder zwei Songs singen, diesmal unter dem Motto “Sonne und Regen”. Wie so oft, macht auch diesmal Benny Kieckhäben den Anfang. Komisch eigentlich, soviel Losglück, immer gehört er zu den ersten, das kann ja auch nur mit dem Teufel zugehen… Im Einspieler heult er sich beim Publikum über die böse Annemarie aus, die doch einfach hinter seinem Rücken über ihn getratscht hat, die alte Hexe! Trotzdem singt er mit “Walking on Sunshine” (Kathrina and the Waves) ein ausgesprochen fröhliches Lied.

    Annemaries Fluch hat Benny zwar knapp verfehlt, jedoch offensichtlich seine Kostümberater getroffen, anders ist der neongrüne Alptraum von Bermudashorts und Netzhandschuhen nicht zu erklären, mit dem er die Zuschauer malträtiert. Dieter meckert nachher über den Song und sieht Benny schon beim Kofferpacken, Nina spricht vor allem vom Neongrün und Volker gibt den Beschwichtiger und dämpft Dieters Kritik ein wenig.

    Sarah Kreuz hat nach den Texthängern vom letzten Mal Besserung geschworen. Auch sie spricht von Annemaries fiesen Machenschaften, steht aber angeblich über den Dingen: “Ich streite nicht, ich singe nur”. Sie präsentiert heute zuerst einen Regentitel, nämlich “It’s  raining Men” von den gewichtigen Weather Girls. Auf den ersten Hör ganz ordentlich, es scheint diesmal keine Texthänger zu geben. Volker findet auch heraus, warum: Sarah singt einfach so undeutlich, dass man die einzelnen Worte sowieso nicht verstehen kann, darum kann man ihr auch keinen Fehler nachweisen. Schlaue Idee! Außerdem ist Volker von Sarahs neuem Styling begeistert, wobei es ihm offenbar die knielangen, schwarzen Lackstiefel besonders angetan haben…

    Dieter ist gegen solche Einflüsse wohl schon immun, er ist nur lauwarm angetan, hat außerdem doch wieder Texthänger entdeckt und findet überhaupt, dass der ganze Song nicht zu Sarah passt. Die fragt nun zickig zurück, welcher Song denn besser gepasst hätte, Dieter weiß es nicht, wirkt dabei etwas dummbräsig und wir bekommen das schleichende Gefühl, dass für Sarah der Zug zum Superstar gerade abgefahren ist. Dieter auf offener Bühne anzupampen, ist für DSDS-Kandidaten meistens der karrieretechnische Suizid. (Habe gerade die Assoziation von einer blonden Hexe, die letzte Nacht eine Sarah nachempfundene Voodoo-Puppe mit Nadeln durchbohrt hat…)

    Nummer Drei ist Dominik Büchele. Wir erinnern uns: In der letzten Mottoshow hatte er zu Dieters Missfallen “Wire to Wire” von Razorlight gesungen, die Band hat das Cover angeblich gesehen (wer’s glaubt) und Dominik deshalb zu einem Konzert mit anschließendem Backstage-Besuch eingeladen. Zweites Thema seines Einspielers ist natürlich wieder der universale Zoff mit Annemarie, die angeblich hinter der Bühne über ihn gelästert habe, sich daran jetzt aber nicht mehr erinnern könne… Kein Wunder, dass die hinterfotzige Annemarie so gut mit der Blöd-Zeitung kann, die Masche ist irgendwie ähnlich. Langsam vermisse ich Holger, der war zwar ein Spinner, aber wenigstens harmlos.

    Mädchenschwarm Domi singt im bunten Hawaiihemd “Upside down” von Jack Johnson, also einen Gutelaunesong. Die ist dann aber bald vorbei, denn heute ist wohl nicht sein stärkster Tag (oder Annemarie hat heute Nacht mit ihren Voodoo-Puppen Überstunden gemacht). Dieter zerlegt ihn genüsslich nach Strich und Faden: “Hemd von Kick, Gesang kack, der Auftritt war gartenzwergmäßig, viel schlechter geht das nicht”, die Rest-Jury stimmt ihm inhaltlich zu, sagt es aber netter.

    Die Einspieler von Daniel Schuhmacher leiden irgendwie immer an einer gewissen Künstlichkeit. Bei der Top-7-Show musste er aus unklaren Gründen Fallschirmspringen, beim letzten Mal gab es einen Besuch im Kinderkrankenhaus. Diesmal lässt man den ausgedachten Quatsch gleich ganz weg und es geht sofort wieder um Thema Numero Uno: Annemarie, Annemarie, Annemarie. Auch Daniel hat gehört, dass das blonde Gift über ihn und Dominik gelästert hat und das nun nicht mehr wahrhaben will. Blablablabla. Wenigstens bringt er eine neue Facette ins Spiel und lästert seinerseits über Annemaries krassen Vater, der wohl bei ihrer Erziehung versagt habe. Ach Kinders, ist das schön, man kann sich zurücklehnen und gemütlich aus dem Sessel zugucken, wie sich die Leute wegen nix in die Klotten kriegen. Endlich geht es bei DSDS mal um wichtige Dinge, das ewige Gesinge ging mir sowieso schon langsam auf die Nerven! ;-)

    A propos “Gesinge”, einen Song gibt es ja auch noch: Daniel bringt von den Eurythmics “Here comes the Rain again”. Nach “Sweet Dreams” in der Top-8-Show ist das schon sein zweiter Song von dieser Gruppe; seine relativ hohe Männerstimme entspricht einfach sehr der tiefen Frauenstimme von Annie Lennox. Bei ihm versagt Annemaries Fluch glücklicherweise, er performt ganz gut, die Jury ist begeistert und das Publikum jubelt sowieso frenetisch, sobald es ihn sieht. War das vielleicht der kommende Superstar 2009? Wenn er nicht noch etwas Wesentliches vermackelt, müsste das eigentlich reichen.

    Nun kommt Annemarie Eilfeld, die Hexe, und das Publikum buht sofort. Ihr Kernsatz im Einspieler ist “Ich bin nicht zu DSDS gekommen, um neue Freunde zu finden.”. Damit macht sie sich zwar zum Kameradenschwein, ist in ihrer Einstellung aber möglicherweise professioneller oder realistischer, als ihre Mitbewerber. Wenn ich Dieter Bohlens Bücher richtig memoriere, ergibt sich da sogar eine gewisse Seelenverwandschaft (weshalb ich keinen der beiden persönlich kennen möchte).

    Annemarie steigt mit “Bailando” von Loona in den Ring, von Beginn an heftig ausgebuht und von Gegen-Sprechchören begleitet. Warum ist sie auch so ein Kotzbrocken? Musikalisch kann man ihr leider nicht viel vorwerfen, Dieter macht es aber trotzdem: Er attestiert Gefühllosigkeit, nennt sie sogar “Bitch”, was ja im Englischen nicht gerade ein Kosename ist, und das Publikum applaudiert dazu begeistert. Die Sendung hieße nicht “Deutschland sucht den Karaoke-Star”, deshalb passe ihr Gesang nicht in seine Show. Die pathologisch harmoniesüchtige Nina lobt einerseits Annemaries Mut, in Spanisch zu singen, will dann aber auch nicht bei Dieter anecken und mäkelt deshalb etwas über ihr (Annemaries) schlechtes Styling und dass sie aussähe wie Linda de Mol. Von Volker kommt dann noch ein klassisches Sowohl-als-auch-Statement.

    Nach der ersten Runde sehen wir vermutlich aus Gründen der Eigen-PR den nervigen Oliver Pocher. Er blödelt sich durch einen Einspieler mit komplett vergeigtem Vocal-Coaching, reißt ein paar Schwulenwitze auf Kosten von Benny und bändelt schließlich mit Annemarie an. Am Ende der Show droht uns sein Liveauftritt, volle Deckung!

    Runde Zwei beginnt mit Benny Kieckhäben als Pia Zadora bzw. Jermaine Jackson mit “When the Rain begins to fall”. Das Lied ist im Original schon grässlich und Benny mangelndes musikalisches Zielvermögen macht es nicht besser. Seine Performance sieht immer aus, als wenn ein Storch durch den Salat stolziert, aber die Jury ist einigermaßen gnädig. Dafür bekommen Volker und Dieter (mit Widerstand) von Benny einen Kuss auf die Stirn gedrückt und laufen dann pflichtschuldig rot an.

    Sarah Kreuz singt im zweiten Aufguss Stevie Wonders “You are the Sunshine of my Life”. Mittlerweile hat sie den strengen Zopf  aus dem ersten Durchgang wieder gelöst und ein gelbes Kleidchen übergeworfen. Passend zum swingigen Titel performt sie nur sparsam, fast sogar spärlich, und steht die ganze Zeit auf dem selben Fleck auf der Bühne. Marco Schreyl haut anschließend den Klopfer des Tages raus, bemerkt und meint das aber gar nicht so: “Stevie hätte das gefallen, wenn er es gesehen hätte.” Der Jury hat es jedenfalls auch viel besser als der erste Titel gefallen.

    “Why does it always rain on me” (Travis) fragt sich und uns Dominik Büchele. Dieser Titel passt ihm wie angegossen und macht den schwächeren Auftritt in der Hinrunde vergessen. Etwas nervig sind aber die überdimensionalen “Domi”-Transparente, die von seinen Anhängern in die Kamera gehalten werden. Die Dieters finden die Leistung zwar ok, aber möglicherweise nicht finaltauglich.

    Als nächstes singt Daniel Schuhmacher “Ain’t no Sunshine” von Bill Withers und das ist der beste Auftritt des Abends, lt. Dieter sogar der ganzen Staffel. Obwohl das musikalisch keine leichte Kost ist, sitzt buchstäblich jeder Ton und es gibt von der gesamten Jury Standing Ovations. Also, wenn Daniel diesmal nicht Superstar wird, dann weiß ich auch nicht.

    Ganz anders läuft es nun bei der bösen Annemarie Eilfeld, die den Abend mit “Purple Rain” von Prince beschließt. Die Jury bescheinigt der blonden Vielleicht-Hexe trotz technisch guter Leistung wieder “Gefühllosigkeit”; sie habe den Titel zu einer Schlager-Version gemacht. Dieter kommt fast ins Pöbeln mit “so stellt Oma Kasuppke sich Prince vor”, sie sänge wie “die Kastelruther Spatzen” oder “die Flippers” (kenne ich Gottseidank alles nicht) und das sei “eine gruselige Schlumpfversion von Purple Rain” gewesen. Annemarie solle sich mal lieber auf die Karriere als Doppelgängerin von Linda de Mol konzentrieren. Während ihre Claqueure protestieren, ahnt man, dass Dieter sie nicht wirklich mag.

    Nun kommt wieder eine Stunde gequirlter Schwachsinn für Humorlose, notdürftig als “Comedy” getarnt, danach geht es ähnlich niveaulos weiter: Aus mir nicht klar nachvollziehbaren Gründen beginnt die Ergebnissendung mit einem unterirdischen Ulk-Auftritt von Harald Schmidts ehemaliger schlechterer Hälfte Oliver Pocher. Der dilettiert sich in einer bekloppten Maskerade mit Zottelperücke durch Tokio Hotels Titel “durch den Monsun”, rennt dabei wie angestochen (oder wie Holger) über die gesamte Bühne, rutscht ungeplant aus und landet dabei gerechterweise voll auf dem Steißbein. Das hat gezwirbelt; das Jüngelchen hält sich hinterher schmerzverzerrt den Bürzel. Dieter wirkt ob der Entweihung seiner Sendung stark angesäuert, verzieht sich vorher rechtzeitig auf die Toilette und verweigert hinterher eine Einschätzung des Auftritts. Recht so!

    Nun wird es Ernst, Zeit für die Urteilsverkündung: Nach vorn müssen Annemarie, Benny und Sarah, raus fliegt dann “Paradiesvogel” Benny. Schade eigentlich, dass er ausgerechnet gegen jemanden wie Annemarie dran glauben muss. Tränenreich verabschiedet er sich ein letztes Mal im Rampenlicht von seinem Publikum in die mediale Bedeutungslosigkeit. Wollen wir mal hoffen, dass bei Top 4 Endstation für die blonde Hexe ist. Künstlerisch hat sie nichts drauf und allein der kurze Draht zur Blöd-Zeitung macht sie ja wohl noch nicht zum Superstar!

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  • DSDS (RTL) 14.04.2009 2 Comments

    Schon mal vorweg eine Entschuldigung, dass das hier wieder so lang geworden ist. Jaja, ich wollte mich bessern, hab’s dem Blogwart versprochen, aber wenn ich so ins Schwallen komme, kenne ich keine Bremse mehr, bin halt ein Sabbelmors… Ich hoffe, Ihr habt trotzdem Euren Spaß daran. So, dann wollen wir mal!

    Ohne Osterpause singen heute die verbliebenen sechs Castingsternchen jeweils zwei Titel, nämlich im ersten Durchgang einen “gewidmeten” Song und später dann einen “aktuellen Superhit”.

    Als erstes kommt James Blunt, äh Dominik Büchele oder “Domi”, wie ihn seine Fans offenbar inzwischen nennen. In seinem Einspieler holt er sich diesmal Hilfe vom Papi, denn den nervt die dauernde Jury-Kritik am Sohnemann. Tja, da hat der gute Mann wohl die DSDS-Spielregeln nicht genau gelesen oder die früheren Staffeln verpasst, denn das berechtigte und insbesondere unberechtigte Niedermachen von Möchtegernsängern ist ja wohl ein unverzichtbarer Teil des Spaßes, oder? Und gerade wenn der Kandidat Nerven zeigt, bohrt man nach, ist doch logo. Wer erinnert sich nicht wehmütig an Daniel Küblböck in der RTL-Dschungelshow, als der nach wiederholten Kakerlakenbädern nur noch am Flennen war und genau deswegen von den Zuschauern auch für die nächste Dschungelprüfung nominiert wurde? Dominik, ich fürchte, auch Dir droht nach dem irgendwann unvermeidlichen Abgang bei DSDS die RTL-Resteverwertung im australischen Regenwald…

    Tolle Idee, Domi widmet den ersten Song seinem Heimatdorf. ;-) Für nicht so eine tolle Idee halte ich jedoch die Auswahl des Liedes “Stark” (ich + ich), denn das war in der letzten Staffel ein absoluter Knaller von Thomas Godoj und dem Vergleich hält Dominiks Stimme leider nicht stand. Papi Büchele wird wieder sauer sein, denn Dieter behauptet, er würde zwar gern etwas Nettes sagen, aber leider seien bei dem Titel alle seine Extremitäten eingeschlafen “inkludiert meine Ostereier”. Ob Ninas und Volkers Ostereier auch gelitten haben, bleibt offen, aber sie machen auf Widerstandskämpfer und finden den Auftritt “ganz ordentlich”.

    Benny Kieckhäben kriegt bei mir heute einen Bonus, denn er hat letzte Woche das Schlussduell gegen Holger Göpfert gewonnen. Also spare ich mir einen Kommentar über seinen 67 Meter langen Fanbrief (O-Ton Marco Schreyl: “Benny hat den längsten… Fanbrief.” Bruhahaha, ist der Typ witzig!) und verzichte auch auf die Wiederholung des Ausdrucks “Entkorker” für seinen ersten Freund Marcel, dem er den Song “Und wenn ein Lied…” (Söhne Mannheims) widmet.

    Äußerlich ist Benny heute für seine Verhältnisse geradezu schlicht gekleidet, mit Anzug und Krawatte und ohne buntes Tüdelüt; seine Frisur sieht dagegen wie immer etwas nach notgelandeter Feuerqualle aus. Musikalisch haut mich der Auftritt nicht vom Hocker. Volker und Nina finden das auch und bemängeln außerdem seinen starken Akzent, mit dem sich der Titel komisch anhöre. Dieter schwächt die Kritik ab und findet den Auftritt dagegen auffällig toll. Nanu, holt der Titan von Tötensen nach dem Abgang von “Captain Entertainment” jetzt etwa den “Smutje” aus der Versenkung?

    Die Runderneuerung von Vanessa Neigert schreitet voran, nach dem Englischkurs in der letzten Woche werden wir diesmal Zeuge ihres etwas peinlichen und ziemlich lauten Auftritts im Tanzkurs. Den 45 Jahre alten Oldie “Liebeskummer lohnt sich nicht” (von Siw Malmkvist) widmet sie ihrer Mutti, was sie aber nicht davon abhält, haufenweise Töne zu versemmeln und Textpassagen zu vergessen. Ihr rotes Kleid mit weißen Punkten erinnert mich an eine Plastiktischdecke vom Schrebergarten-Vereinslokal, Dieters Assoziation ist ein “Knollenblätter-Fliegenpilz”. Kritikmäßig kommt sie glimpflich davon, weil die Jury ihre Musikmankos mit der guten Show verrechnet.

    A propos Knollenblätterpilz: Als nächste kommt das “blonde Gift” Annemarie Eilfeld. Die spricht ja inzwischen wohl mehr mit der Blöd-Zeitung als mit ihren Kandidatenkollegen und wird deswegen auch allenthalben gehasst. Die Holgerianer mögen sie schon seit der Top-9-Show wegen ihrer Ausfälle gegen den Meister nicht und mit dem kleinen Rest der Menschheit hat sie es sich inzwischen wohl auch verdorben, wie man dem Buhen und Pfeifen bei jeder Nennung ihres Namens entnehmen kann. Im Einspielfilmchen springt auch hier der Papi seiner Tochter bei und faselt was von wegen, das seien alles nur die doofen Vanessa-Fans. Deshalb wohl widmet Annemarie das erste Lied ihren Erzeugern, “Nobody knows” von Pink. Wer Annemarie mag, findet ihren Auftritt wohl gelungen, allen anderen wird das Hamburger Boulevardblatt mit den großen Buchstaben wohl morgen erklären, warum sie Unrecht haben. Bei den Dieters kommt das Ganze jedenfalls erstaunlich gut an. Aber das heißt nichts, Bohlen mochte ja angeblich auch Modern Talking. :-)

    Die konstruierte Profilneurose von Daniel Schuhmacher setzt sich fort: In Ermangelung interessanterer Themen hatte man den “Pretty Boy” in der letzten Woche schon zum Fallschirmspringen abkommandiert, diesmal schicken ihn die RTL-Strippenzieher mit Kamerateam als Unterhaltungsnummer in ein Kinderkrankenhaus. Wäre doch gelacht, wenn sie ihn damit nicht hundertprozentig Schwiegermutter-kompatibel machen. Konsequent denn auch, dass er seinen Song “You give me something” (James Morrison) den Eltern und seinem kleinen Bruder widmet. Der Titel groovt leicht langweilig im Säuselmodus dahin und verführt Daniel bedauerlicherweise dazu, die meiste Zeit statisch auf einem Hocker zu sitzen. Die Jury freut sich aber noch immer über seine außergewöhnliche (etwas feminine) Stimme und winkt ihn ohne wesentliche Blessuren durch.

    Sarah Kreuz hat mit einer Kehlkopfentzündung zu kämpfen, muss aber heute Abend trotzdem ran. Ihren ersten Titel “Unforgettable” (Nat King Cole) singt sie wie gewohnt professionell in einem weißen Kleid mit wehender langer Schleppe (Windmaschine!) und widmet es einem guten Freund. Da war nichts dran auszusetzen, befindet die Jury. Die Frau hat bisher nur wenige Ecken und Kanten gezeigt, hoffentlich tut sich da noch etwas oder sie fliegt raus, ansonsten wird das lästerliche Bloggen schwierig!

    Vorhang auf zur zweiten Runde, den aktuellen Superhits:

    Seinen zweiten Titel “Wire to Wire” von Razorlight beginnt Dominik Büchele mit einem Special Effect, er hält nämlich ein brennendes Streichholz im ansonsten völlig abgedunkelten Studio. Ansonsten ist er ein Feind unnötiger Bewegungen und steht fast durchgängig wie angeklebt auf der Bühne. Die Sympathien in der Jury sind wieder ungleich verteilt, diesmal hält nur noch Nina zu ihm.

    Vor dem zweiten Titel von Benny Kieckhäben kommt mal wieder ein Moment zum Fremdschämen: Der Moderatoren-Marco zwingt die im Publikum sitzende Oma von Benny, mit der er übrigens die Frisur teilt, zur Darbietung eines schrecklichen Jodelliedchens; danach folgt der Enkel mit Ne-Yo’s “Closer”. Inzwischen hat Benny offensichtlich seine Kiste mit Diskofummeln wiedergefunden und so hüpft er mit einer silberfarbenen Persiflage auf einen scheußlichen Jogginganzug ziemlich tuffig über die Bühne, ist halt doch ein “Paradiesvogel”. Der Jury gefällt es so einigermaßen.

    Im zweiten Durchgang kommt Vanessa Neigert im Popeye-Gedächtnislook mit weißer Matrosenmütze und singt von Rosenstolz “Gib mir Sonne” oder besser gesagt: sie versucht es zu singen, denn viel war da nicht. Der Tanzkurs war auch völlig für den Eimer, denn zuerst sitzt Vanessa nur auf einem Hocker, später steht sie ziemlich lahm auf der Bühne herum. Der Überdieter bescheinigt ihr einen sympathischen Auftritt ohne Stimme. Warum sie dabei überhaupt einen Matrosenanzug anhabe, wird (zu Recht) gefragt. Volker spricht gar von einem drittklassigen Karaoke-Auftritt…

    Annemarie Eilfeld hat sich für “Just dance” von Lady Gaga entsprechend ihrem Ruf in so eine Art Osterhasenkostüm für Erwachsene gezwängt, mit schwarzen Pailetten und einer Schleife auf dem Kopf, die an Hasenöhrchen erinnert. Die Jury zählt sie dafür aus, die Blöd-Zeitung wird es dagegen wahrscheinlich lieben.

    Eine ziemlich gute Performance kommt danach vom zweiten Blondschopf Daniel Schuhmacher mit “Allein allein” von Polarkreis 18. Er fegt zwar etwas linkisch im weißen Anzug über die Bühne, bewegt sich aber immerhin mehr als so mancher seiner Kollegen und verdient sich damit das einhellige Lob der Jury.

    Den Abschluss macht dann wieder Sarah Kreuz mit “If I were a Boy” von Beyoncé. Vielleicht wünscht sie sich bei ihrem zweiten Auftritt heute wirklich, jemand anderes zu sein, denn sie hat einige Texthänger, sagt die Jury. Groß gemerkt hat man das zwar nicht, aber Volker und Dieter machen trotzdem einen auf dicke Hose und verpassen ihr einen ziemlichen Einlauf.

    Fazit insgesamt: Die ehemals Unkaputtbaren versemmeln heute auch mal ein paar Takte oder mehr, andere Leute mit Abo auf das “Nach-Vorne-Kommen” sind trotzdem immer noch da und sogar ziemlich lebendig. Absolut konstante Leistungsträger, wie in der vorherigen Staffel z.B. Thomas und Fady, gibt es diesmal nicht. Wenn nichts Sensationelles dazwischenkommt, dürfte der Superstar 2009 vermutlich zwischen Daniel und Sarah ausgefochten werden; beide wären in der letzten Staffel wohl nicht mal unter die Top 5 gekommen…

    Beim Ansehen der Aufnahme habe ich zwischen der Hauptsendung und der Ergebnisverkündung versehentlich ein paar Sekunden von dem peinlichen Drehbuch-Diarrhoe mitgekriegt, den RTL uns samstagabends so unter dem Label “Comedy” kredenzt. Das sind ja wohl nur notdürftig verfilmte Herrenwitze vom Bahnhofsklo der Neandertaler (oder wie Kalkofe sowas mal genannt hat). Echt schlimm, geht nur im Vollsuff! Vermutlich hat das aber Methode, denn so wird niemand davon abgehalten, die Zeit zum Anruf-Voting auszunutzen.

    So, nach überstandener geistiger Auszeit folgt das Ergebnis: Nach vorn müssen Annemarie, Daniel (!?!), Vanessa und Benny und raus fliegt dann unsere “Schlagerkönigin” Vanessa. Ist vielleicht besser so, sie wirkt doch heute insgesamt ziemlich indisponiert, vielleicht ist der Dauerstress denn doch zuviel für sie. Vanessa steht bei der Urteilsverkündung erst wie vom Blitz getroffen da, kapiert es nicht, dann aber doch und im Nu bricht ein kleiner Tränentsunami los, den der Schreyl geübt mit seinem Anzug auffängt. Vanessa kann ihren Fans nicht mal mehr ein paar Abschiedsworte sagen; das übernimmt dann der Moderations-Marco und entlässt uns Zuschauer bis zur nächsten Show.

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  • DSDS (RTL) 05.04.2009 1 Comment

    Nach 14 trüben Tagen hat das Lästerbloggen heute endlich wieder einen Höhepunkt – und das sogar im doppelten Sinne, denn Dieters Superstarmöchtegerns versuchen sich diesmal an “Sexy Songs”.

    Femme Fatale Benny Kieckhäben macht mal wieder den Anfang und tritt erfreulicherweise größtenteils in einem Käfig auf. Zu seinem musikalisch eher simpel gestrickten Titel “Don’t Cha” von den Pussycat Dolls trägt er politisch unkorrekt einen fetten Leopardenmantel. Mit teuren Fummeln kann man Dieter offenbar beeindrucken, denn er bescheinigt dem Paradiesvogel, mit seinem witzigen Auftritt auf der “Überholspur” zu sein. Dem schließt sich die Restjury selbstverständlich an, offenbar im Einvernehmen mit dem Publikum.

    Dieter hat eine väterliche Ader und ahnt vermutlich, dass (mindestens!) die meisten Kandidaten niemals vom Singen werden leben können. Deshalb versucht er in dieser Staffel, die Zutage tretenden Bildungslücken seiner Eleven auszubessern. Nachdem wir letztes Mal Holger beim Schwimmenlernen zusehen mussten, kriegt diesmal “Schlagerkönigin” Vanessa Neigert ein Weiterbildungsangebot, das sie nicht ablehnen kann: Sie will erstmals kein deutschsprachiges Lied singen und muss deshalb ihre Englischkenntnisse aufbessern. In einem Einspielfilmchen dürfen sich anglophile Zuschauer daran ergötzen, wie sie sich die Zunge am englischen “th” verknotet. Vokabelkenntnisse mangelhaft: Als sie englische Begriffe für Gefühle aufzählen soll, kommt Sahnetorten-Fan Vanessa nach “happy” und “sad” auf “fett”, danach übersetzt sie “depressed” mit “Presswurst”. Die Frau macht einem das Lästern fast zu leicht! :-)

    Jetzt kommt das Bekloppte an der ganzen Englisch-Lernerei: Vanessa hat sich den 70er-Jahre-Ohrwurm “Yes Sir, I can Boogie” von Baccara ausgesucht, dem spanischen Damen-Duo mit dem wahrscheinlich schauderlösesten Englisch, das je auf CD gebrannt wurde. Bei diesem Song wäre ein möglichst schlechter Akzent gerade sinnvoll gewesen, aber DSDS steht eben nicht für “Dieter sucht das Superhirn”…

    Vielleicht habe ich Vanessa unterschätzt und sie ist schlauer als gedacht, vielleicht aber auch gerade nicht und ihre Stärke liegt tatsächlich eher im Bereich der Backwarenvertilgung, jedenfalls trällert sie den angestaubten iberischen Schmachttitel mit starkem Akzent und außerdem leicht eieriger Intonation. Der rosa Puschelrock reißt das optisch aber wieder raus und die Jury ist einigermaßen zufrieden mit ihr.

    Als nächstes gibt es ein Wiedersehen mit meinem Abendbrot… :-( ER tritt auf, der Göttliche, Einzigartige, Unwiderstehliche, die kongeniale kollektive Wiedergeburt von Elvis, Freddie Mercury und Roy Black, die strahlendste Lichtgestalt der neueren Musikgeschichte und Gottes und Dieters Gabe an die Menschheit des 21. Jahrhunderts: Holger Göpfert.

    In Vorwegnahme seines spätestens nach dem DSDS-Finale geplanten Triumphzugs um die Welt, hat Holger in der letzten Woche auf Kosten von RTL schon mal London besucht. Gut, dass Privatsender keine GEZ-Gebühren bekommen, sonst würde ich mir bei dieser Verschwendung in den Arsch beißen! “Captain Entertainment” wandelt in der britischen Hauptstadt wortwörtlich auf den Spuren der Beatles und wird dabei auf dem berühmten Zebrastreifen vor den Abbey-Road-Studios beinahe von einem LKW plattgefahren. Später trifft er vor Big Ben ein paar doofe Deutsche, die sich freuen, wenigstens ihm zu begegnen, wo sie doch die Queen nicht sehen konnten… (how low can you go?) Holgers Redebeiträge sind dabei akustisch und inhaltlich nicht immer leicht zu verstehen und überschreiten oft die Grenze zur Peinlichkeit. Ob sein Besuch die auf der Insel gelegentlich vorhandenen Vorurteile gegen Deutsche abbauen hilft, darf wohl bezweifelt werden.

    In den Göpfertschen Musikschredder wandert diesmal Gary Moore’s “Still got the Blues”. Der Verwaltungsangestellte zerlegt den Song ganz gegen die Gewohnheit heute mal ohne Klavier. Stattdessen sitzt er rücklings auf einem Stuhl und schaukelt beim Singen mit dem Oberkörper hin und her, was mich sehr an Stevie Wonder erinnert – das ist aber auch schon die einzige Ähnlichkeit mit einem richtigen Profi. Erst bei der letzten Strophe springt Holger auf und hüpft ein paar Mal unmotiviert, natürlich komplett gegen den Takt. Für seine Verhältnisse und gemessen an seinen bisherigen Auftritten erinnert die heutige Performance eher an Leichenstarre.

    Wie nicht anders zu erwarten, hält Dieter wieder die Hand über sein Geschöpf und lobt den Auftritt, wenn auch nur “im Großen und Ganzen”. Vorweg erfolgt noch ein Aufruf an die Damenwelt, Holgers (lebens-)lange Abstinenz vom anderen Geschlecht beenden zu helfen. Nina und Volker versuchen erfolgreich, Dieters Lob noch zu übertreffen und erklären den heutigen Auftritt zu Holgers bestem bei DSDS überhaupt. Auweia!

    Dominik Büchele bringt diesmal “Sunday Morning” von Maroon 5, klingt dabei aber immer noch wie James Blunt – wofür er natürlich auch nichts kann. Wofür er was kann, ist, dass der Song irgendwie belanglos und “easy going” dahinplätschert und entgegen dem heutigen Motto auch nicht besonders “sexy” wirkt. Damit zeigt Dominik jetzt schon zum zweiten Mal in Folge, dass er wohl leider kein glückliches Händchen bei der Titelauswahl hat. Das ist bedauerlich, denn eigentlich wirkt er ja ganz sympathisch, aber vielleicht eben doch nicht wie ein Superstar. Das Urteil der Jury ist denn auch niederschmetternd, Dieter bringt es wieder auf den Punkt: “Der Song war der allerletzte Lutscher, a) kennt den kein Schwein und b) die Nummer ist Käse.”.

    Das blonde Gift Annemarie Eilfeld wird nach wie vor von den Holgerianern im Publikum gehasst und ausgebuht. Sie performt “Lady Marmalade” von Christina Aguilera in einem roten “Lederpanzer” (Zitat Marco Schreyl) mit schwarzen Strapsen und wirkt, auf gut Deutsch gesagt, ziemlich nuttig, womit sie aber voll das Thema des heutigen Abends trifft. Sehenswert ist, wie sie sehr aufreizend direkt neben dem Jury-Tisch tanzt und Volker starr geradeaus guckt, einen Miniblick zur Seite riskiert und dann schnell wieder den Kopf nach vorn dreht. Entweder war das alles so schlimm oder Volker hat Angst vor Befangenheit beim anschließenden Urteil. Dieter hat in dieser Beziehung keine Komplexe: “Ziemlich viel Show, ziemlich wenig Stimme, jede Tanzkapelle in Tötensen singt besser”. Naja, man muss ihn verstehen, die fiese Annemarie hatte bekanntlich vor zwei Shows mal was Böses über seinen Freund Holger gesagt…

    “Diva” Sarah Kreuz musste in der letzten Woche mit Dieters aktuellem Best Buddy Bruce Darnell das Lächeln üben und auch an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten. Bruce ist am Ende begeistert von ihr und entlässt sie mit “Ick wunß dea ganz fill Gluck” auf die Bühne. Sie singt “The Trouble with Love is” von Kelly Clarkson wie gewohnt musikalisch perfekt und lächelt diesmal sogar tatsächlich dann und wann. Das fällt auch der Jury auf und alle sind rundum zufrieden. Da ist nichts weiter dran zu lästern.

    Beim Letzten des heutigen Abends, Daniel Schuhmacher, sind offenbar alle Homestories schon erzählt oder selbst für die DSDS-Verwertung zu langweilig und wo nichts ist, muss man eben etwas erfinden: Daniel wird von RTL zu einem Tandem-Fallschirmsprung genötigt, der dann seinen kompletten Einspieler ausmacht. Mit “Sexual Healing” von Marvin Gaye hat er sich nach Ansicht von Dieter den schwersten Song des Abends aufgehalst. Mir persönlich gefällt der Auftritt nicht ganz so gut, das Lied wirkt etwas atemlos, Daniels hohe Stimme und sein Anzug passen nicht richtig dazu und Tanzperformance ist seine Sache nicht. Die Jury ist auch nur so lala zufrieden, sieht Daniel aber trotzdem als Favoriten für den DSDS-Thron.

    Nach einer schier endlos wirkenden Stunde mit Dumpfbackenhumor kommt die Entscheidung. Nach vorn müssen Benny, Vanessa, Holger und Annemarie und dann passiert es, ich gewinne meinen Glauben an die Gerechtigkeit und die Menschheit zurück, denn H O L G E R   I S T   R A U S  !!! JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!! Ausgerechnet im letzten Stechen mit Benny, dem von Dieter so gern kritisierten Paradiesvogel, verliert Holger! Ha, ist das schön, ich mach den Blog zu und tüdel mir einen an! Ciao Leute, bis zum nächsten Mal…  :-)

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  • DSDS (RTL) 22.03.2009 No Comments

    Das Thema der heutigen dritten DSDS-Mottoshow heißt “Die größten Partyhits aller Zeiten” und es geht wirklich etwas mehr zur Sache, Power statt Deprimucke ist angesagt. Und weil RTL die Action auf der Bühne noch nicht reicht, hat man jetzt offenbar auch kräftig im Kandidatenhaus gezündelt. Fast alle Sternazubis bringen in ihrem Einspieler vor dem Auftritt ein Statement zur Hackerei in der letzten Woche zwischen Annemarie und Holger. Heraus kommt: Mehr Feinde hat das Blonde Gift. Holger tut den anderen Kandidaten eher leid – vermutlich wird er trotz Dieters Protegierung nicht ganz für voll genommen. Dabei ist der Mann nicht zu unterschätzen, immerhin kann er seit dieser Woche auch (etwas) schwimmen, wie wir bedauerlicherweise sehen müssen.

    “Diva” Sarah Kreuz macht den Anfang. Schon im Einspieler geht sie beim Publikum auf Stimmenfang und nennt Annemarie herzlos. Die Holger-Fraktion jubelt dazu nach dem Motto “der Feind meines Feindes ist mein Freund”. Bestimmt ein schlauer Zug von Sarah, denn falls Holger mal eines Tages nicht mehr dabei sein sollte (Gott und Dieter bewahre), erbt sie vielleicht seine Fans…

    Auch mit Gloria Gaynors “I will survive” macht sie alles richtig und die Jury ist rundweg begeistert… bis auf Dieter, der Sarahs mickrige Englischkenntnisse bemängelt. Aber dazu hat er seinen aktuellen Best Kumpel Bruce Darnell (“Drama, Baby”) eingeladen, der kurz den Catwalk machen darf und in den kommenden Wochen als Englischlehrer für Sarah fungieren soll. Ich vermute, dass sich Dieter durch die Verpflichtung von Bruce nur aus der Schusslinie der Gay Community manövrieren will, in die er letzte Woche durch die schwulenfeindliche Kritik an Benny gekommen war.

    A propos Benny Kieckhäben, der selbsternannte Paradiesvogel kommt als nächster dran. In seinem Einspieler erklärt er erstmal seine Neutralität im Titanenkampf Annemarie gegen Holger “Isch lieb se alle – isch kann niemand hasse”. Dann werden die Ergebnisse des Fotoshootings von Benny aus der Bild-Zeitung (Dieters Leib- und Magenpostille) präsentiert. Unfreiwilllig lernen wir dann noch Marcel kennen, Bennys Entkorker und bester Freund. Passend dazu trällert Benny “What is Love” von Haddaway. Diesmal ist sogar Dieter begeistert, nichts mehr mit Transenshow und Tuntenball.

    Für Babyface Daniel Schuhmacher hat sich RTL inzwischen das Attribut “Pretty Boy” überlegt. Er hat nicht nur eine neue Frisur, sondern auch ein geschicktes Händchen bei der Titelauswahl: Diesmal präsentiert er “Sweet Dreams” von den Eurythmics – wegen seiner hohen Stimme kann er den Song in derselben Lage wie Annie Lennox singen. Dieter prophezeit Daniel, dass er bei DSDS noch sehr weit kommen werde.

    “Schlagerkönigin” Vanessa Neigert trifft in ihrem Einspielfilmchen zum ersten Mal seit drei Jahren ihren Vater, das gibt “Pipi in die Augen”. Anschließend versucht sie sich an einem Liedchen aus dem Neandertal des deutschen Schlagers, nämlich Gittes “Ich will ‘nen Cowboy als Mann”. Ihre Tanzperformance in grün schimmernder Wurstpelle mit Faltenrock ist ok, aber der Gesang… olala, da würde sich Gitte im Grabe umdrehen, wenn sie schon gestorben wäre… Diesmal fällt das sogar der Jury auf und Vanessa gelobt Besserung.

    Pfeifkonzert zum Auftritt von Annemarie Eilfeld: Das blonde Gift hatte sich bekanntlich in der letzten Woche durch die Kritik an Dieters Liebling selbst aus dem Kreis der zivilisierten Menschheit herauskatapultiert, jetzt reicht schon die Nennung ihres Namens für lautstarke Missfallensäußerungen der Holgerianer. Sie scheint das aber zu genießen und zieht in ihrem Einspieler heute auch noch über Marc und Sarah her, die angeblich zusammen seien. Kommt mir vor wie in der fünften Klasse, passt aber zu ihrem Titel “99 Luftballons”.

    Der Song geht so, aber Nena kann’s besser, sagt Gott Dieter, und der muss es wissen. Das etwas bitchige Kleid mag er auch nicht, dabei ist es doch so schön kurz, die hochhackigen Schuhe und die fehlende Achselbehaarung finden aber Anerkennung. Die Jury streitet kurz darüber, ob Buhrufe okay seien oder nicht und Bohlen formuliert wie immer das druckreife Schlusswort: “Also man darf sich darüber echt nicht wundern, wenn man sich zu Everybody’s Arschloch macht.”. (Als Annemarie die Bühne verlässt, tröstet sie Moderator Marco Schreyl charmant “Also ich glaube nicht, dass Du ein Arschloch bist”.)

    Auch “Strahlemann” Marc Jentzen schlägt sich auf Holgers Seite und meckert über die böse Annemarie. Sein “Celebration” von Kool and the Gang kriegt er ungewohnt sauber rüber, macht gut Action auf der Bühne und verdient sich damit das Lob der Jury.

    Und dann ist es wieder so weit, der Grund, weshalb ich sonnabends nur noch leichte Kost zu mir nehme: Holger Göpfert tritt auf. Doch vor den Angriff auf Ohren und Verdauungsorgane hat RTL diesmal noch ein besonderes Highlight gesetzt. Wer die letzte Sendung gesehen hat, ist vorgewarnt und schafft vielleicht noch den rettenden Griff zur Fernbedienung, alle anderen müssen nun Bilder sehen, die eigentlich keinem Menschen zugemutet werden sollten: Holger lernt schwimmen. Die Story beginnt damit, dass ER im weißen Bademantel und mit Dieters geschenkten Schwimmflügelchen am Beckenrand steht und irgendetwas mit seiner Schwimmlehrerin brabbelt. Gnädigerweise ist die Kamera gerade am anderen Ende des Beckens, als ER den Bademantel fallen lässt und blitzschnell die Leiter hinuntersaust ins Wasser. Bestimmt gibt es jetzt ein paar ganz böse Zuschauer, die hoffen, dass die Schwimmflügel Löcher haben!? Pfui, wie gemein! (Ich würde das nie denken, denn worüber sollte ich ohne Holger nächste Woche lästern?) Also, die Schwimmflügel sind nicht kaputt, Holger taucht wieder auf und brabbelt unverdrossen weiter. Am Ende kriegt er tatsächlich eine Bescheinigung, dass er die “Seepferdchen”-Prüfung bestanden hat – auch wenn es mehr nach See-Elefant aussieht. Ein Phänomen, denn damit kann er jetzt schon besser schwimmen als singen…

    Während man angesichts der gerade gesehenen Bilder noch um Luft und Fassung ringt, beginnt die Hauptattacke auf den guten Geschmack, denn Göpfert betritt jetzt live die Arena. Heute dilletiert er schon zum zweiten Mal mit einem Queen-Titel, nämlich mit “We are the Champions”. Der arme Freddie Mercury – auch der kann sich mangels Beisetzung nicht im Grabe umdrehen, aber vermutlich küselt sich jetzt irgendwo seine Asche. Musikalisch ist das schon eine ziemliche Zumutung, aber optisch vermurkst Captain Entertainment im Smoking diese wunderschöne Hymne dann total. Seine unmotivierten Zuckungen und Drehungen wirken wie eine schlechte Kopie einer ganz miesen Parodie auf den charismatischen Queen-Sänger. Wenigstens weiß ich jetzt wieder, was ich heute zum Mittag hatte…

    Die Jury steht wie gewohnt völlig unter Dieters Knute und gratuliert Holger geschlossen zum bestandenen Seepferdchen und zum heutigen Titel. Nina und Volker sollten geistige Insolvenz anmelden, ich kann mir das nur so erklären, dass Dieter ihre Gehaltsschecks zurückhält! Dazu passt auch, dass nach der nun folgenden Werbepause ganz fett Propaganda für den Dieter-Film am Sonntagabend gemacht wird. Prima, sein Haussender RTL macht den Kotau und sendet zur Prime Time einen Streifen, der wegen mangelnder Qualität nicht mal einen Kinoverleiher gefunden hat!

    Das Ende markiert “Herzensbrecher” Dominik Büchele mit einer echten Überraschung: Er singt scheiße! Die Backfischhymne “Reality” von Richard Sanderson wirkt schon im Original wie eine Musik gewordene Dreifachportion Tiramisu, aber Dominik eiert und leiert zusätzlich durch dieses Stück, dass man denkt, er habe zu lange neben Holger auf der Bank gesessen. Dieter schimpft, das sei nur Hasenfuß-Musik und reiche nicht für einen Spitzenplatz. Die anderen Jurymitglieder sind wie immer natürlich auch seiner Meinung.

    Diesmal gibt es zwischen der Hauptsendung und dem Ergebnis einen Boxkampf – vermutlich wird dabei mehr gelacht, als bei den unsäglichen Humorgranaten, die RTL an den vorherigen Sonnabenden an dieser Stelle sendete.

    Jetzt kommt das Urteil der Zuschauer: Nach vorn müssen wie in der Vorwoche Marc, die böse Annemarie und Benny, dazu diesmal auch noch Vanessa. Raus fliegt dann am Ende Marc Jentzen. Holger ist somit bei der nächsten Show in zwei Wochen wieder dabei. Nachdem er inzwischen schon schwimmen kann, lernt er ja diesmal vielleicht fliegen… oder sogar singen?

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