• DSDS (RTL) 09.01.2011 1 Comment

    Liebe Freunde des guten Geschmacks,

    Ihr seid hier völlig verkehrt, schaltet ab, lest nicht weiter, diese Sendung und dieser Blog sind nichts für Euch!

    Alle anderen begrüße ich herzlich zu einer neuen Runde von “Deutschland sucht den Superstar”. Uns stehen in den nächsten Wochen wieder unaussprechliche Qualen für die Ohren und Mägen bevor, RTL verspricht wahre Orgien des Fremdschämens und bisher konnte man sich auf solche Ankündigungen auch immer verlassen. Es geht in dieser Sendung natürlich weiterhin nicht darum, wirklich einen neuen “Superstar” zu finden. Echte Superstars werden schon von selbst gefunden, dazu muss man nicht zehntausende tatsächliche und gefühlte Teenager durch den Eignungstest jagen. Nein, das eigentliche Ziel von DSDS ist die öffentliche Erniedrigung von Menschen, die entweder keine echten Freunde haben, die ihre Unmusikalität im Vorfeld richtig beurteilen können, oder die so selbstverliebt sind, dass sie unter allen Umständen wenigstens einmal im Leben für drei Minuten vor einem Millionenpublikum stehen wollen. Und sei es um den Preis, dass ihr Wimpernschlag im Licht der Kamera darin besteht, von einem satten Multimillionär aus Tötensen mit unflätigen Verbalinjurien öffentlich auf Amöbengröße reduziert zu werden.

    Das titelgebende Versprechen dieser Sendereihe hat sich in den vorangegangenen Staffeln nicht oder fast nicht erfüllt. Lassen wir mal ganz kurz Revue passieren: Der Gewinner der ersten Staffel hieß Alexander Klaws und ist heute immerhin Musicaldarsteller (Tarzan) in Hamburg. Die nächste Staffel gewann eine gewisse Elli Erl, die danach offenbar völlig in der Versenkung verschwand; nicht mal in der Star-Resteverwertung wie Oliver Geissens “ultimative Chartshow” oder als Opfer einer Promi-Koch- oder Dschungelsendung ist sie aufgetaucht. Sieger von Staffel Nr. 3 war Tobias Regner, eine zum Hardrocker aufgebauschte Luftnummer mit dem aktuellen Marktwert einer Tube Zahnpasta. Danach kam Dieter Bohlens Herzbube Mark Medlock, der aufgrund seiner notorischen Unsterblichkeit als Interpret seichtester Popnummern karrieretechnisch über Wasser blieb, aber trotzdem immer leicht verhungert aussieht. In der fünften Staffel gewann Thomas Godoj, wegen seiner unverwechselbaren Stimme und unabstreitbaren Musikalität auch noch so einigermaßen bekannt, obwohl der Ausdruck “Superstar” hier wohl fehl am Platze wäre und sein Plattenvertrag angeblich kürzlich über den Jordan ging. Daniel Schuhmacher gewann 2009 die sechste Staffel und bleibt vor allem wegen seiner hohen Stimme und der Integralhelmfrisur mit Poposcheitel im Gedächtnis, musikalisch tat sich da seit einem in der Bildzeitung breitgetretenen Zerwürfnis mit Übervater Bohlen eher wenig. Und im Vorjahr gewann schließlich Bad Boy Mehrzad Marashi gegen Worst Boy Menowin Fröhlich und verbrauchte bei dieser Gelegenheit offenbar die gesamte Energie, die er sich eigentlich für seine Superstar-Karriere hätte aufheben sollen…

    So, im knisternden Feuer der verglimmenden Karrierehoffnungen früherer “Superstars” wollen wir uns nun der achten Staffel zuwenden. Dieter Bohlen, der als DSDS-Heesters seit Anbeginn aller Zeiten die Jury leitet, hat rechts und links von sich mal wieder ausgemistet und die bisherigen Jury-Kollegen Nina Eichinger und Volker Neumüller in die mediale Wüste geschickt. Vermutlich haben die zu oft eine eigene, von seiner abweichende, Meinung geäußert oder wollten mehr Gage haben. Friede ihrer Asche. (Hoffentlich gilt das auch für Marco Schreyl, dem Moderationsfaktotum aus den Mottoshows.)

    Im Interesse eines stets konvergenten Auftretens der Jury hat Onkel Dieter zwei neue Ja-Sager aus der RTL-Wunderkiste gezogen: Fernanda Brandao, deren Eignung zum Casting-Richteramt darin besteht, vor 27 Jahren in Brasilien geboren und Teil des Girlie-Trios “Hot Banditoz” gewesen zu sein, damals unter dem Kampfnamen “Laava”. Auf den ersten Blick macht sie optisch einen sehr ansprechenden, intellektuell aber eher bescheidenen Eindruck, insofern passt sie bestens zum Meister. Eher um Äußerlichkeiten geht es wohl auch bei Patrick Nuo (28), einem sich sehr cool vorkommenden Seichtpop-Sänger für die Bravo-Clearasil-Fraktion leicht in Ohnmacht fallender Mädchen. Seine schnell verblassende Karriere scheint sich nach Auftritten bei Stefan-Raab-Events nun eher in Richtung Dschungelshow zu bewegen, mit Zwischenstation DSDS.

    Genug gelabert, jetzt geht es wirklich los!

    Den Anfang der ersten Casting-Sendung der achten Staffel macht ein bekloppter Ralph Joachim Rainer (30, mit ellenlangem österreichischem Adelstitel) aus Berlin, der sich selbst “Der Checker” nennt, obwohl dieser Beiname doch eigentlich seit der letzten Staffel für Thomas Karaoglan reserviert ist! Ralph sieht mit seinen dicken Backen und der auch ansonsten eher rundlichen Figur aus wie eine Mischung aus Stefan Raabs Geschöpf Elton und einem Biber. Leider glaubt er außerdem auch noch, er sei unwiderstehlich, lustig und musikalisch, womit er leider völlig daneben liegt, wie sich sogleich zeigt. Nach einem kurzen Techtelmechtel mit der Jury, bei dem Dieter dann schon die schiefen Füße des Kandidaten bemängelt (er hat “Senk-Spreiz-Knickfüße” oder so ähnlich), endet Ralphs Karriere bei dem Versuch, den Schmachtfetzen “Time to say Goodbye” vorzusingen. Er kann weder Melodie, noch Text und während er völlig hilflos auf der Bühne herumdilettiert, eilt ihm von draußen auch noch seine wartende Begleiterin Maria (max. 1,50m und kugelrund mit lila Strickpullover) zu Hilfe und besiegelt ebenfalls schief singend sein Schicksal. Die beiden treffen unabhängig voneinander nicht einen einzigen Ton, mir klappen sich die Fußnägel hoch. Dieter Bohlen beendet das Tonmassaker dann mit ein paar für seine Verhältnisse freundlichen Worten und entlässt die beiden Vortragenden ohne die sonst üblichen Verbalinjurien in die Freiheit. :-(

    Nach Flop kommt bei DSDS immer Top: Anna-Carina Woitschack ist 17 Jahre alt, groß und blond und von Beruf Puppenspielerin. Schon am sorgfältig gemachten Einspielfilmchen ohne Verarschungsmomente erkennen Eingeweihte dieser Sendung, dass sie später in den Recall kommen wird (und Eingeweihte dieses Blogs erkennen das am nicht weggelassenen Nachnamen). Sie erscheint mit ihrer Lieblingsmarionette beim Casting, das muss man sicher nicht extra erwähnen. Nach einigem Geplänkel über die Tatsache, dass sie mit immerhin schon 17 Jahren trotz ihres guten Aussehens noch keinen Freund hat und auch noch nie hatte und noch nicht mal in der Disco war, performt sie “Mercy” von Duffy. Schon beim ersten Ton dürfte jedem klar sein: Die Frau kann es, hat eine echte Rock-Röhre und muss dringend in den Recall, egal wie gut sie sowieso schon aussieht. Kommentar von Patrick Nuo, der sich aus hormonellen Gründen (sabbert!) sehr um Anna-Carinas fehlende Sozialkontakte gesorgt hatte: “Jetzt weiß ich, womit Du Dir die Zeit vertreibst…” Und damit kriegt sie den gelben Zettel mit der Recall-Einladung. :-)

    Und dann wieder Flop: Shole, eine 27jährige arbeitslose Visagistin aus Hamburg mit iranischen Wurzeln, kommt wie eine Speckschwarte glänzend ins Studio. Dieter kann es gar nicht fassen, wie ausgerechnet eine Frau vom Fach so dermaßen schwitzen kann. Doch, doch, sie habe sich vorher noch extra gepudert, behauptet Shole… Ihr Auftritt mit “Paparazzi” von Lady Gaga ist dann alles andere als glänzend, tut fast weh. “Bei dem Gesang laufen ja die Paparazzis davon”, sagt Patrick, Dieter formuliert es etwas härter: “Das ist musikalische Inkontinenz.” Die Gemeinte stürmt beleidigt aus den Studio und verkündet draußen, die Jury habe “Scheiße gelabert” und keine Ahnung von Musik, sie vermutet gar Eifersucht auf ihr Talent! Ach, es ist eine Freude, genau wegen solcher Ausflipper guckt man doch DSDS, oder? :-(

    Im Schnelldurchlauf sehen wir André, ein mickriges Michael-Jackson-Double ohne vernehmbare Stimme, der zu Musik in seinem Ohrstöpsel tanzt, die wir Außenstehenden nicht hören können, weshalb seine ganze Performance grenzdebil wirkt. :-(

    Dann kommt Marco Angelini (26) aus Österreich (mit italienischen Großeltern), der wegen seines Trachtenanzugs auffällt. Der Medizinstudent erscheint in zünftigen Lederhosen mit seiner Gitarre zum Casting und begeistert in der Sparte “Netter Typ von Nebenan” mit einer sehr angenehmen Stimme. Er singt von Paolo Nutini “These Streets”, danach einen selbst gebastelten Austro-Pop-Song. Das Gitarrespielen sollte er lieber lassen, aber singen kann er wirklich gut. Das findet auch die Jury und befördert Marco umgehend und völlig zu Recht in den Recall. :-)

    Aus der Abteilung “Darf man über sowas lachen?” kommt nun ein gewisser Stefan. Er sei 30 behauptet er, müsste aber garantiert in jedem Laden beim Bierkaufen den Ausweis zeigen, bei “Bauer sucht Frau” wäre er allerdings nicht weiter aufgefallen. Nicht nur, dass er merkwürdig aufgedunsen aussieht in seinem etwas zu engen schwarz-weißen Jogginganzug, er ist auch tatsächlich seltsam, wohnt zusammen mit einem Hund und seiner pflegebedürftigen Mutter. Die Dame ist schwer krebskrank und sitzt im Rollstuhl, der Vater ist bereits vor zehn Jahren verstorben. Das alles erzählt Stefan beim Reinkommen auch der Jury (unterlegt mit trauriger Musik), außerdem hat er Segelohren wie Dumbo, so dass er tränendrüsentechnisch mit einem eigentlich unschlagbaren Bonus ins Rennen geht. Normalerweise wäre jeder mit dieser Homestory schon vor dem ersten Ton so gut wie im Recall, es sei denn, er sänge dermaßen schlecht… Und genau das tut Stefan mit Robbie Williams “Angels”. Trotz knöchelhoch stehender Mitleidstränenflut schütteln Dieter, Brandao und Patrick unisono den Kopf. Auch der angeblich genossene klassische Gesangsunterricht hilft nicht, mit seinem nervig nasalen Organ wird er kein zweiter Paul Potts. Ciao und Gruß an die Mutter… Hinterher fasst Dieter Bohlen den Auftritt noch einmal treffend zusammen: “Hätte der die kranke Mutter nicht, ich hätt’ ihn fertig gemacht”. Hart aber ehrlich. :-(

    Die heutige erste Folge klingt aus mit liebem Besuch: Hendrikje aus Wolfsburg, selbsternannter größter Dieter-Bohlen-Fan aller Zeiten, ist aus der geschlossenen Abteilung entwichen und hat bedauerlicherweise den Weg ins Casting-Studio gefunden. Sie sei völlig in Dieter verliebt, möchte sich ihm gern oben ohne präsentieren und würde sich für ihn sogar von ihrem Ehemann scheiden lassen, gesteht sie treudoof der Kamera. Ich glaube allerdings nicht, dass es so weit kommen wird, denn Hendrikje entspricht weder äußerlich noch vom Alter her dem bekannten Beuteschema des Poptitanen. (BTW: Sie sieht eigentlich auch für DSDS zu alt aus, 30 Jahre waren da doch immer die Schallgrenze?) Irrerweise kommt die Durchgeknallte mit ihrem (Noch-)Ehemann zum Casting, der aus begreiflichen Gründen etwas dagegen hat, dass sich seine Herzallerliebste allzu freizügig vor der Kamera entblättert. Aber der Wahnsinn hat bekanntlich seine eigenen Regeln und hält sich nicht an Konventionen, höchstens an das von RTL gestrickte Drehbuch.

    Hendrikje kommt nun also mit Sombrero und tellergroßen Schwitzflecken ins Studio, gurrt und stammelt Dieter an und schenkt ihm dann ihren Hut, an dem sie ein paar selbst gemalte, leicht missglückte Porträts des Schlagergottkönigs befestigt hat. Der ist irgendwie gleichzeitig irritiert, gerührt und amüsiert und weiß scheinbar nicht so genau, was er mit Hendrikje machen soll. Die angebotenen “Küsschen auf die Wangen” verweigert er, seine Freundin sehe ja auch zu. Der Gesangspart “Er gehört zu mir” (Marianne Rosenberg) stammt aus der Kategorie “Hausfrauen-Karaoke” und ist wie erwartet unterirdisch schlecht. Danach fabriziert die ausgeflippte Frau auf offener Bühne aus unklaren Beweggründen noch einen Spagat vor dem Jurytisch (Dieter: “Pass’ auf, dass Du da jetzt nicht kleben bleibst…”) und einen Handstand und dann kommt es zum Äußersten: Hendrikje zieht blank und zeigt uns und dem Poptitanen sekundenlang den prallen Inhalt ihrer Bluse inklusive der aufgeklebten Pasties mit Quasten. Patrick ist das Entsetzen ins Gesicht geschrieben und als guter Katholik hält er sich verschämt die Augen zu, genau wie Hendrikjes Ehemann, der draußen vor dem Studio die peinliche Szene am Monitor miterlebt und wohl ab liebsten im Erdboden versinken würde. Ey, hallo Leute, wir sind hier bei RTL, die hatten früher mal “Tutti-Frutti” im Programm, da muss man mit sowas aber rechnen… Dieter beendet den Quatsch dann souverän mit “Gesanglich, Schnuckel, war das nichts” und erklärt ihr den Weg aus dem Studio. :-(

    So, das war also das erste Casting der achten Staffel. Im Grunde genommen alles wie gehabt, Peinlichkeiten, Pöbeleien, Tränen und hier und da auch mal eine gute Stimme. Noch ist alles nur Spaß, die echten Staranwärter sehen wir sowieso erst im Recall. Die nächste Folge kommt schon am Mittwoch, bis dahin noch ein schönes Restwochenende.

    Friede ihrer Asche.

    Tags: , , , , , ,

  • DSDS (RTL) 10.01.2010 No Comments

    Kaum drei Tage Ruhe, da geht es schon weiter mit Deutschlands Suche nach dem Superstar. RTL öffnet wieder den Käfig zum Schaulaufen der Vollidioten. Der gnadenlose Oberrichter Dieter Bohlen leitet weiterhin das Tribunal, das innerhalb weniger Sekunden über Wohl und Wehe hoffnungsvoller Möchtegern-Musiker entscheidet, an seiner Seite die Laienrichter Nina Eichinger und Volker Neumüller. Und Bohlen will auch heute wieder Blut sehen…

    Wäre das alles live, müsste Dieter heute übrigens etwas vergrätzt sein, denn lt. Bild-Online sind die humorlosen Eltern des Pipi-Kandidaten drauf und dran, ihn wegen der Verunglimpfung ihres Sohnes anzuzeigen. Wir erinnern uns an die letzte Woche: Der 18jährige Marcel hatte sich aus Angst vor Dieter Bohlen etwas in die Beinkleider erleichtert, jener hatte es bemerkt und herausposaunt und das Bild vom Hosenunfall war am nächsten Tag der Aufmacher in der Bild-Zeitung. Irgendwie ungerecht, um auf die Titelseite zu kommen, musste Daniel Schuhmacher immerhin den ganzen Wettbewerb gewinnen, Marcel schafft das schon mit einem einzigen Fleck in der Jeans – und kann noch nicht mal singen.

    Heute geht’s los mit der 21jährigen Agnes. Sie spricht mit starkem Akzent, darum hatte ich erst “Akne” verstanden, hätte auch gepasst. Im Einspieler erzählt sie freimütig, dass sie eigentlich “Superstar in Amerika” werden wolle, aber sie ist halt bescheiden und fängt erstmal in Deutschland an. Dieter will wissen, aus welchem Land sie kommt: “Deutschland” – “Und Deine Eltern?” – “Auch Deutschland” – “Und wo hast Du den Akzent her?” – “Bei uns wohnen so viele Ausländer, da hab’ ich den übernommen.” – “???” . Voll krass, Alter! Sie singt Alicia Keys mit MP3-Player, weil sie sonst den Text vergisst… Das funktioniert diesmal genau so wenig wie beim letzten Mal bei Isabel, der bösartigen Frisörin. Agnes kreischt so erbärmlich, als würde ihr gerade eine Straßenbahn über den Fuß fahren. Die Jury verzieht kollektiv das Gesicht, Dieter ruckelt heftig an seinem Stuhl und hebt an zur Urteilsverkündung: “Soll ich ehrlich sein…?”. “NEIN!”, fällt ihm geistesgegenwärtig Mitjurist Volker ins Wort. Also gut, dann sagt Dieter es eben nur in abgeschwächter Form: “Du klingst wie ‘ne volle Windel! Und wenn ‘ne Windel voll Scheiße ist, dann schmeißt man die weg!”. Na siehst Du wohl, Dieter, wenn Du willst, kannst Du ja wirklich richtig freundlich sein. Hast Dir für Agnes so eine niedliche Analogie ausgedacht, hoffentlich versteht die das auch mit ihrem mickrigen Deutsch… Dieter erklärt es ihr sogar noch etwas: “Mit Deiner Stimme kann man nichts anfangen, Schnucki, die ist Kacke, aber das weißt Du auch, oder?”. Die blonde Ex-Sängerin nickt langsam und verzieht sich. Und der erste Euro klimpert in Bohlens Sparschwein, hat er doch wieder das böse Sch[...]-Wort gebraucht…

    Kleiner Nachklatsch auf dem Flur: Agnes hat die Abfuhr gerade eben doch nicht ganz so problemlos verdaut und murmelt eine Drohung in die Kamera: “Ich weiß, wo Dieter wohnt!”. Sie ist tatsächlich noch blonder als gedacht.

    Als Kontrast kommt nun der 17jährige Eugen Flittner aus Berlin – Typ Dominik Büchele – und lt. Einspieler offensichtlich ein Parkour-Fan. Er macht seit Kindesbeinen Musik, ist Frontman in einer Band, schreibt eigene Songs, sieht gut aus und kommt heute nach seinem Vorsingen ohne Probleme in die nächste Runde. Dieter ist so begeistert, dass er ihm den ganzen Stapel mit gelben Recall-Zetteln zuwirft “hier, such’ Dir einen aus!”.

    Danach kommt noch ‘ne Professionelle: Kader Defli (19) aus Lübeck hat auch eine Band, singt und spielt Schlagzeug und ist nach eigener Einschätzung weder eingebildet noch arrogant, sondern “ein sehr liebes Mädchen”. Lt. Bild-Online ist das heute bereits ihr dritter Versuch bei DSDS. Für den Fall, dass es auch diesmal mit der Superstar-Karriere nicht klappen sollte, hat sie sogar noch einen Plan B: Dann will sie Jura studieren. Oder Plan C: zu RTL als Kabelträgerin, Kamerafrau oder “Tonträgerin” (!). Keine Homestory? Aber sicher! Kader zerrt ihren etwas scheuen Freund vor die Kamera: “Das ist Albert, wir sind seit einem Jahr verlobt, aber es gibt keinen Sex vor der Ehe!”. Albert schluckt sichtbar, wirkt irritiert. Schön, dass das jetzt alle wissen… Wer da wohl Zuhause die Hosen anhat? :-)

    Als Kader mit ihrer Gitarre das Studio betritt, pupt sie rum, dass es ihr hier zu heiß sei. Bohlen ist sofort vergrellt: “Kommst hier rein und fängst gleich an zu meckern.” Eigentlich hätte sie an dieser Stelle schon umdrehen können, wen Dieter nicht mag, den lässt er auch nicht durch, logo. Und da sie schon bei den letzten beiden Casting-Versuchen rausgeflogen ist, hat sie auch null Sympathiebonus. Aber manche lernen es eben nie. Schon bei Kaders ersten schrägen Takten winkt Dieter ab und schüttelt den Kopf. Die Gitarre ist völlig verstimmt und passt überhaupt nicht zum Gesang. Vielleicht ist es aber auch genau umgekehrt. Kader entschuldigt sich, sie könne nun mal keine Gitarre stimmen. (Das muss man wohl tolerieren, wäre ja auch noch schöner, wenn Leute in einem Musikwettbewerb benachteiligt würden, nur weil sie unmusikalisch sind…) Dieter gibt ihr aus unerklärlichen Gründen noch einen zweiten Versuch, jetzt aber ohne Gitarre. Diesmal muss irgend etwas anderes Schuld sein, denn es klingt wieder “Scheiße” (1 Euro ins Schwein). Bohlen attestiert ihr eine belanglose Teflon-Stimme, “da bleibt nichts hängen”.

    Kader ist noch nicht von ihrer Unmusikalität überzeugt. “Kann ich noch’n Lied singen?” – “Nö” – “Warum?” – “Weil Du nicht singen kannst!” – “Ich KANN singen!” – “Nööö!”. Nun kommt es zum Eklat, der Diva ist die Hitze vermutlich wirklich etwas auf die Denkmurmel geschlagen und sie patzt los: “HALLO, ich hätte heute eine Mathe-Arbeit schreiben können und bin stattdessen extra hierher gekommen, DAS IST GEMEIN!!!”. Nach diesem kleinen Beweis ihrer Professionalität schickt sie sich endlich zum Gehen an, wirft aber Dieter mit gestrecktem Mittelfinger von der Tür aus noch einen diabolischen Blick zu: “Ich seh’ Dich in der Hölle!”. Wie eine Furie rennt Kader aus dem Studio, greift sich draußen ihren armen Freund und verlässt mit ihm schimpfend wie ein Rohrspatz das Lokal.

    Oh Mann, Dieter, sieh’ Dich vor, Du musst in Deinem Leben bestimmt noch ein paar gute Taten vollbringen, sonst bist Du verdammt, auf ewig die dämliche Kratzbürste Kader mit ihrer verstimmten Gitarre zu ertragen… (Mein Tipp: Man sieht sie wieder bei DSDS 2011, natürlich weiterhin völlig talentlos!)

    Zur Abwechslung kommt nun wieder ein harmloser Irrer, nämlich Atilla mit der Mikrofonmacke. Der hält sich beim Singen die Faust vor den Mund, als wäre sie ein Mikro, was ziemlich bekloppt aussieht. Die Jury steigt darauf ein und spricht sich ebenfalls in die Fäuste. Nur Nina kann sich zu einem “Ja” durchringen und damit müssen wir im Recall auf Atilla verzichten.

    Naomi Marte ist niedliche 16, singt und spielt Akkordeon – letzteres gern in der Fußgängerzone ihrer Heimatgemeinde, wenn man dem Einspieler glauben darf (was man natürlich NICHT tun sollte). Die Jury guckt einigermaßen perplex, als sie das schwere Schifferklavier ins Studio schleppt. Volker ist sogar bis zur Sprachlosigkeit paralysiert, offenbar passt Naomi genau in sein Beuteschema. Der Gesang ist eher so lala, weil sie angeblich wegen des sperrigen Akkordeons nur so schwer Luft kriegt, aber wie gesagt: sie ist niedlich und gutartig, das zählt ja auch. Man sieht sich im Recall.

    Nun wird es wieder etwas exotischer: Die 18jährige sympathische Frohnatur Carmen Telschig, Typ blonde Wuchtbrumme, kommt mit ihren silbern glänzenden Lieblings-Leggins ins Studio. Aus DSDS-Sicht ist sie vom Schicksal begünstigt, denn Carmen und ihr Bruder wurden schon als kleine Kinder vom Jugendamt ins Heim gesteckt. Dieter will es genau wissen und entlockt ihr, dass die Eltern Suchtprobleme hatten. Sie schmeichelt sich mit einer zugegebenermaßen perfekt gesungenen Gute-Laune-Version von “You’re my Heart, you’re my Soul” bei Dieter ein und kommt locker in den Recall.

    Auch im nächsten Fall gibt es eine emotionale Homestory: Ruzhdi Bojani ist 22 und stammt aus dem Kosovo. Im Einspieler sehen wir schwarz-weiße Kriegsbilder mit Trümmerhäusern und weinenden Menschen. Warum auch nicht, das hat dem Libanesen Fady Maalouf bei DSDS 2008 auch den Weg bis zum Finale geebnet. Ruzhdi kommt ins Studio, im Hintergrund dramatische Begleitmusik mit Pauken und Hörnern, die sich sehr nach Schlachtengetöse anhört. Als er von seiner dramatischen Kindheit berichtet, stockt Dieter, Nina und Volker der Atem, sie gucken betreten zu Boden und sehen aus, als gingen ihnen ihre eigenen traumatischen Kriegserlebnisse noch einmal durch den Kopf … wenn sie denn nur welche hätten.

    Ich finde, RTL trägt hier ein bisschen zu dicke auf. DSDS schlachtet Ruzhdis zweifellos traumatische Vergangenheit schamlos aus, um daraus eine Betroffenheitsnummer zu basteln, die direkt auf die Tränendrüsen zielt. Das ist natürlich politisch so was von korrekt und unangreifbar, nervt aber, weil jedem Zuschauer schon an dieser Stelle klar ist, dass Ruzhdi GARANTIERT schon aus Mitleid in die nächste Runde kommt, egal wie er jetzt gleich singt. Könnte man denn nicht lieber kurz vor Weihnachten mal ein eigenes Casting zum Thema “die ultimativ traurigste Homestory” machen?

    Ruzhdi singt zur Gitarre “Closer” von Ne-Yo, wie ich finde nur einigermaßen und nicht immer sauber intoniert, aber die Jury legt den Homestory-Bonus oben drauf und ist restlos begeistert. Dieter bescheinigt ihm, er sei in dieser Staffel bisher der Beste und freut sich auf das Wiedersehen im Recall.

    Die langmähnige Yasemin Schakmak, Künstlername “Jazmeen” (!!!), ist 20, kommt aus Stuttgart, modelt nebenbei und hat ihrer Ansicht nach “das Komplettpaket” (?), weil sie “die Leidenschaft mitbringt” und bereit ist, für DSDS “alles” zu tun. Na, das lässt ja hoffen, endlich bewirbt sich mal jemand um Annemarie Eilfelds seit der letzten Staffel freie Planstelle als intrigante Hexe. Im Einspieler läuft sie händchenhaltend mit einem Mann im Business-Anzug und lichtem, grauen Haar durch den Wald. Es ist aber nicht ihr Daddy, wie ich zuerst vermute, sondern ihr 33 Jahre älterer Freund, der für mich wie die Sparausgabe von Flavio Briatore aussieht. Beim Vorsingen muss Yasemin kurzfristig umdisponieren, als Bohlen keinen Titel von Michael Jackson hören will und sie bringt stattdessen “Sway” – keine Ahnung von wem das ist, wird auch nicht verraten. Sie macht die Sache ganz gut, vielleicht sogar etwas zu selbstbewusst, und ich wittere die Zicke in ihr. Wir werden die Sache beobachten, denn sie kommt  in den Recall und fällt draußen vor dem Studio dem Grauhaarigen jubelnd um den Hals.

    Nun kommt wieder was zum Ablachen, das signalisieren schon die ersten Sekunden des nächsten Trailers. Küchenhelfer Bernd Martini aus Stuttgart ist mit seinen 30 Jahren der Heesters der DSDS-Kandidaten und scheint auch tatsächlich schon erste Ausfallserscheinungen zu haben. Er ist John-Wayne-Fan, mag Country-Musik und läuft in seinem Filmchen breitbeinig und in Cowboykluft durch eine Stuttgarter Bushaltestelle, scheinbar auf der Suche nach seinem Pferd. RTL zeigt ihn auch bei seiner Lieblingsbeschäftigung nach Feierabend: Er liegt mit seinem Hasen “Hoppel” (ein Tier ist gemeint!) auf der Couch und guckt Western. Unnötig zu erwähnen, dass er Single und vermutlich auch ansonsten ziemlich allein ist. Aber er nutzt die – hoffentlich einmalige – Gelegenheit, dass eine Kamera auf ihn gerichtet wird und ruft die Frauen dieser Welt auf, ihn aus seiner Einsamkeit zu erlösen. Bedauerlicherweise plaudert er dabei einige Details aus seinem armseligen “erotischen” Nähkästchen aus, auf die ich rasend gern verzichtet hätte.

    Seit ein paar Monaten ist Bernd  – wohl als Training für DSDS – im Gesangsverein. Leider hat dort keiner gemerkt oder ihm zu sagen gewagt, dass er ÜBERHAUPT NICHT singen kann und sich lächerlich macht. Andererseits, vielleicht wollten die das aber auch gerade… Wie auch immer, jedenfalls steht der verhinderte Cowboy nun vor der Jury, wird seiner Freak-Rolle gerecht und vergeht sich mit fisteliger Stimme an Rod Stewarts ehemals knister-erotischem Song “Sailing”. Danach dürfte Drafi Deutscher im Grab rotieren, denn als zweiter Titel wird “Marmor, Stein und Eisen bricht” musikalisch verunstaltet. Dieter wirft gleich zehn Euro-Stücke auf Mal in sein Scheiße-Schweinchen, macht Bernd lang und haut dann den genialsten Satz des Abends raus: “Ich bringe eher einem Gummibaum das Schachspielen bei, als Dir das Singen.” Ende, Bernd ist bedient und reitet in den Sonnenuntergang… :-)

    Zum Abschluss kommt noch ein Freak: Berlin-Bayer und Altenpfleger Andreas Hörl (28) scheint sich wohl für eine Art Heavy-Metal-Rocker zu halten, immerhin hat er lange Haare und einen Bart und kann vor Kraft kaum noch gehen. Er sei musikalisch vielfältig begabt, hat er herausgefunden, insbesondere im Luftgitarre-Spielen und Headbanging. Weshalb er dann ausgerechnet die softe Ballade “Last Unicorn” von America singen muss, bleibt sein Geheimnis. Dieter wittert sogleich Unheil und wird nicht enttäuscht. Der gesamten Jury gefällt das Stück nicht, sie hatten Hardrock erwartet und hören nur Schmalz. Dreimal “Nein” ist die Quittung für so wenig Power.

    Die heutige Ausbeute fand ich recht enttäuschend, nach meinem Geschmack war da – außer Eugen – kein Top-10-Kandidat dabei, aber das Publikum tickt vielleicht anders. Schon am Mittwoch geht es wieder weiter, der Name Menderes ist in der Vorankündigung gefallen – ich hoffe, diese notorisch-talentfreie Megapfeife bleibt uns in der laufenden Staffel erspart.

    Tags: , ,

  • DSDS (RTL) 09.05.2009 No Comments

    DSDS geht heute in die allerletzte Runde, die Finalisten Sarah Kreuz und Daniel Schuhmacher machen unter sich den Superstar 2009 aus.

    Nachdem alle schrägen oder besonders aufregenden Kandidaten in den letzten Wochen den Weg alles Irdischen gegangen sind, erwarte ich für heute Abend eigentlich keine besonders aufregende Sendung. Sicher, einer der beiden Finalisten kann sich hinterher Superstar nennen, aber mal ehrlich, was heißt das schon? Echte Karrieren werden nicht per Telefonvoting aus dem Nichts gezaubert und wenn man sich die bisherigen fünf DSDS-Superstars ansieht, ist vielleicht gerade noch einer, nämlich der ätzende Mark Medlock, einigermaßen im Geschäft. Und das auch nur durch permanente, übelst devote Anbiederung an Dieter Bohlen. Spätestens in drei Jahren singt er auch nur noch zur Eröffnung von Möbelhäusern und muss zur RTL-Resteverwertung in den Dschungel. Ob Sarah oder Daniel dazu bereit sind, sich bis zur Selbstaufgabe vermarkten zu lassen (oder überhaupt genügend Material dafür bieten), wird sich zeigen, ist aber wenig wahrscheinlich. Man sollte also vom heutigen Abend nicht die Geburt einer neuen Kelly Clarkson oder die Entdeckung eines Paul Pott erwarten. Solche Geschichten passieren nur im Märchen oder in den USA bzw. Großbritannien. Und so freue ich mich auf einen im Vergleich der letzten Wochen etwas weniger schrillen Ausklang der DSDS-Saison.

    Genug besinnliches Vorweggerede, Marco Schreyl wird für Action bezahlt und die liefert er jetzt auch: Ohne rot zu werden, verspricht er für heute Abend ein Finale der Superlative, das spannendste, tollste und emotionalste Fernsehereignis des gesamten Jahres, wenn nicht sogar des Jahrzehnts. Wer das heute verpasst, ist medientechnisch quasi tot. Wenn Marco mal eines Tages bei Bohlen in Ungnade fällt und nicht mehr DSDS moderieren darf, kann er bestimmt immer noch prima als Aalonkel auf dem Hamburger Fischmarkt durchgehen – noch ist es aber nicht so weit. Die Kandidaten haben auch heute wieder drei Auftritte, zuerst einen “Herzenssong”, danach ihr persönliches Staffel-Highlight und am Ende den vom Großmeister des Hit-Recycling Dieter Bohlen höchstpersönlich kopierten “Siegertitel”.

    Nach einem Zusammenschnitt ihrer schwülstigsten Einspielfilmchen betritt Sarah Kreuz die Bühne und singt von Aretha Franklin “You make me feel like a natural Woman”. Die RTL-Beleuchter geben alles und tauchen die Bühne  in einen Alptraum aus blau und rosa, als gäbe es kein Morgen. Man kann nicht meckern, Sarah hat wirklich eine gute Stimme, versaut den Eindruck aber etwas, als sie im anschließenden Interview mit Marco wieder ziemlich muffig wirkt. Trotzdem sind Dieter, Nina und Volker sehr zufrieden und geben dem Auftritt eine “Eins mit Sternchen”.

    Nun sehen wir auch noch einmal den komprimierten DSDS-Lebenslauf von Daniel Schuhmacher, angefangen vom Casting, über den Recall bis hin zu den Mottoshows. Dann betritt er live die gleißend rot angestrahlte Bühne für “Soulmate” von Natasha Bedingfield, seinem “Herzenstitel”. Hmhmhm, da war nicht alles ganz sauber, ein paar Töne gingen wohl wegen der Aufregung ins Abseits, aber die Jury ist heute nicht auf Krawall gebürstet und lobt ihn trotzdem.

    Vor der zweiten Runde schließt RTL den Giftschrank auf und führt zur allgemeinen Volksbelustigung noch einmal die schlimmsten Casting-Szenen vor. Wir sehen die “Schandale”-Frau, den Löwenbändiger mit der irren Lache, den tolpatschig-beknackten Azubi vom Tee-Lager bei Dieter um die Ecke und schließlich das Möchtegern-Model mit dem Elefantengang. (Holger haben sie in diesem Panoptikum übrigens vergessen!)

    Als Staffel-Highlight hat sich Sarah Kreuz den Titel “I will always love you” von Whitney Houston ausgesucht. Zu Recht, denn sie bringt ihn mit viel Gefühl und Power rüber und kann dabei ihren gesamten Stimmumfang ausloten. Das Publikum und die Jury sind begeistert; das muss Daniel erst mal toppen!

    Daniel Schuhmacher hatte in der Top 5 – Mottoshow von der Jury Standing Ovations für “Ain’t no Sunshine” von Bill Withers bekommen. Klar, dass er diesen Titel jetzt wiederholt – und wieder kriegt er den saugut hin. (Auch wenn er auf der Bühne nach wie vor ein Bewegungsmuffel ist.) Die Jury ist erneut hin und weg und gefühlt steht es unentschieden zwischen den beiden Finalisten.

    In der allerletzten Runde der ganzen Staffel hören wir von Sarah und Daniel nacheinander den selben Song, nämlich Bohlens diesjähriges Machwerk “Anything but Love”. Der Staffelgewinner darf bzw. muss das Lied in der nächsten Woche dann als erste eigene Single veröffentlichen. Wohl bekomm’s!

    Sarah Kreuz beginnt und appelliert zuvor nochmal an ihre Fans, für sie zu stimmen. Ach ja, es können einem schon die Tränen kommen, wenn man hört, was sie alles für DSDS aufgegeben hat, den Schulabschluss, den Verlobten usw. ;-) Die DSDS-Requisite hat offenbar den Kitschkeller ausgeräumt und die Bühne mit riesigen Kerzenleuchtern vollgestellt. Sarah sitzt dazu vor einem in lila Licht getauchten flatternden Vorhang und schmachtet sich durch Dieters Tonergüsse. Irgendwie alles schonmal gehört, schmuseweich gespülte Harfen-Akkorde im Engtanz-Tempo, Edelkitsch bis zum Erbrechen und darüber hinaus, eben ein typischer Bohlen. Kennst Du einen, kennst Du alle, sag ich nur.

    Anschließend darf auch Daniel Schuhmacher nochmal seine Fans um Anrufe anbetteln, danach singt er seine Version des Siegertitels. Gnädigerweise hat RTL inzwischen die blöden Kerzen abgeräumt, dafür steht Daniel vor einer grellweißen Monitorwand und vor allem: man hat ihm an seinen weißen Anzug eine bekloppte Kapuze angebaut, die etwas wie ein Brautschleier wirkt. Keine Ahnung, was die sich dabei gedacht haben, vermutlich musste sein Garderobier das wegen einer verlorenen Wette machen oder so ähnlich. Eine Choreografie findet auch in Daniels letztem Auftritt quasi nicht statt. Für die etwa 20 Meter Fußweg zwischen Monitorwand und Jurypult braucht er den gesamten Titel, dreht dabei hin und wieder ruckartig den Kopf vom Mikro weg (und natürlich wieder zurück) und greift ein paar Mal bedeutungsschwer mit der Hand ins Leere. Das ist alles.

    Egal, das Publikum mag es offenbar trotzdem und singt teilweise sogar mit. Kein Wunder, denn Bohlen-Titel sind meist so einfach gestrickt, dass man beim zweiten Hören schon die Melodie kennt (und spätestens beim fünften Hören hasst). Die Jury findet Daniels Interpretation wie immer sensationell und überschlägt sich in Lobeshymnen.

    Bevor das Endergebnis bekannt gegeben wird, kommt nun noch ein Gemeinschaftsauftritt aller Top-10-Kandidaten mit “I’ve had the Time of my Life” aus dem Film “Dirty Dancing”. Oja, man erkennt doch bei so manchem den Klassenunterschied zu Sarah und Daniel. Der wie immer abstrus und leicht grenzdebil wirkende ehemalige Nichtschwimmer Holger Göpfert und sein überschwänglich heiter glucksender “Gesichtskrapfen” Vanessa Neigert versingen sich nach Kräften, dagegen brillieren Harfenjule Cornelia Patzlsberger und Paradiesvogel Benny Kieckhäben wie gewohnt.

    Anschließend entsorgt RTL wieder eine Stunde lang seinen als Programm getarnten Humor-Restmüll via Bildschirm direkt in mein Wohnzimmer. Die auf eine unerträgliche Stunde aufgeblähte Verfilmung niveauloser Herrenwitze zwischen Show und Ergebnisblock ist echt eine Frechheit. Normalerweise würde sich den Mist kein (nüchterner) Mensch ansehen, aber andererseits will man ja auch die Resultate wissen.

    Sofern man die Stunde überlebt hat, kommt jetzt die Entscheidung… Fast jedenfalls, aber zuvor muss Papa Bohlen noch schnell ein paar GEMA-Gebühren abzocken, denn jetzt erklingt sein “Anything but Love” ein drittes Mal: Sarah und Daniel singen diesmal im Duett, inmitten einer Unmenge brennender Kerzen. Der Schmalz trieft nur so aus dem Fernseher, aber da haben wir Zuschauer im Laufe der Staffel ja schon ganz andere Sachen überstanden. Dann ist es aber wirklich quasi gleich sofort soweit und Notar Dr. Fleischhauer übergibt dem Moderator einen goldenen Briefumschlag mit dem Endergebnis. Man könnte ja nun einfach den Umschlag aufmachen und vorlesen, aber so einfach geht das hier nicht. Marco Schreyl ist nämlich ein Freund psychologischer Folter und zögert die Sache mit unerträglich langsamen Bandwurmsätzen mal wieder bis zum Gehtnichtmehr hinaus.

    Ich möchte mal wissen, wie viele Herzinfarkte RTL heute Abend auf dem Gewissen hat und einen davon kriegt fast Daniel. Während Sarah scheinbar völlig cool auf der Bühne steht und darauf wartet, dass Marco endlich zu Potte kommt, zoomt die Kamera ahnungsvoll Daniels Gesicht auf ganze Bildschirmbreite. Wir sind auf den Punkt genau dabei, als der Blondschopf mit der Integralhelmfrisur gegen eine plötzlich losbrechende Tränenflut kämpft – und verliert. Man bekommt eine Ahnung, weshalb er früher in seinem Dorf so gern verhauen wurde. Ein paar Augenblicke später hat er dann aber allen Grund für Freudentränen, denn Marco kriegt endlich die Kurve und verkündet den Gewinner: Daniel wird mit 50,47% der Zuschauerstimmen zum Superstar 2009 erklärt und bricht erstmal heulend zusammen, Küblböck lässt grüßen.

    Es dauert einige Minuten, bis er sich so weit rekonstruiert hat, dass er ein weiteres Dacapo des heute erst drei Mal gehörten Siegertitels anstimmen kann. Mittendrin holt Daniel in einer ritterlichen Geste die knapp unterlegene Sarah zu sich nach vorn und beide singen die zweite Hälfte des Songs gemeinsam. Mit dieser einigermaßen emotionalen Szene endet die Staffel tränenreich, aber harmonisch.

    Ich denke, das Ergebnis geht in Ordnung und gönnen wir Daniel den Moment im Licht. Feiern ist heute und Dschungel ist übermorgen. Dazwischen hat er vielleicht Glück und nutzt seine Chance, wer weiß…

    Tags: , , , , , ,

  • DSDS (RTL) 02.05.2009 No Comments

    Auf zum Halbfinale, der zweitletzten Runde in Dieters Castingbunker. Heute kämpfen Annemarie, Daniel und Sarah mit jeweils drei Titeln um die Tickets für die nächste Woche. Wohl nur selten war es im Vorfeld weniger spannend als dieses Mal: Ohne in diesem Moment schon die heutige Entscheidung zu kennen, scheint doch nach Lektüre der einschlägigen Online-Quellen wohl klar, dass Daniel bereits mit beiden Beinen im Finale steht und es zwischen den beiden Damen nur noch darum geht, ob die Zuschauer lieber eine Muffelige oder eine pathologisch Mediengeile sehen wollen.

    A propos muffelig, Sarah guckt schon bei Marco Schreyls überflüssiger Anmoderation dermaßen genervt in die Kamera, dass man ihr empfehlen möchte, doch besser eine Karriere im Radio anzustreben. Die böse Annemarie knipst in diesem Moment wenigstens ihr Zahnpastalächeln an…

    In der ersten Runde kommen Nummer-Eins-Hits. Sarah Kreuz Auftritt beginnt mit einem sülzigen Einspieler, den man getrost vergessen kann: “ich lasse mich nicht verbiegen”, “Annemarie ist fies” usw., usf., Blablabla. Sie singt von Yvonne Catterfeld (was für ein Name) die total überzuckerte Ballade “Für dich”. Das Studio ist dabei völlig in rotes Licht getaucht und Sarah sitzt auf einer mit Rosen berankten Schaukel, die direkt einem Poesiealbum entsprungen zu sein scheint. Ich persönlich fand das Lied schon immer zum Kotzen und nun weiß ich auch, weshalb: Es stammt von Dieter Bohlen! Der ist natürlich überhaupt nicht befangen, zeigt sich sehr eingenommen von Sarahs Auftritt und lobt sie über den grünen Klee. Selbstverständlich folgen ihm darin auch die Mitjuroren Volker und Nina, welch Wunder!

    Jetzt kommt “Bitch” Annemarie Eilfeld. Die Mami redet sich im Einspieler die leicht-bekleideten Blöd-Zeitungs-Auftritte ihrer Tochter schön. “Annemarie weiß, dass die süßesten Früchte ganz oben hängen.” Ja klar, der Zweck heiligt die Mittel, für Geld macht ihre Tochter alles und sie findet das auch noch ok.

    Das blonde Gift singt von Kelly Clarkson “My Life would suck without you”, anfänglich begleitet von Buhrufen. Kostümmäßig zeigt sie ganz viel Bein und trifft damit wieder genau den Geschmack ihrer Fans und der Blöd-Zeitungs-Leser, die vermutlich weniger in musikalischen als optischen Kategorien denken. Der Auftritt wirkt einmal mehr seelenlos abgespult und absolut künstlich. Dieter sieht das ähnlich und hackt außerdem auf Annemaries letzter Fotoserie in der Blöd herum.

    Blondie Daniel Schuhmacher muss im Einspieler seine Tränen in der letzten Show beim Rauswurf von Dominik erklären. Er hätte halt lieber Annemarie gehen sehen, wer nicht? Dann erscheint seine Mutter, die zu ergründen versucht, weshalb sie die tolle Stimme ihres Filius nicht schon früher bemerkt hat. Während sie noch überlegt, singt Daniel “Stand by me” von Ben E. King, natürlich wieder ohne Fehl und Tadel. Das Publikum klatscht stehend und fordert hinterher “Zugabe!”. Dieter ist absolut zufrieden, wünscht Daniel aber mehr Selbstbewusstsein.

    Im zweiten Durchgang müssen die drei Halbfinalisten Balladen singen. Sarah Kreuz beginnt mit Whitney Houstons “One Moment in Time”, diesmal ohne die beknackte Schaukel. Och ja, sie macht das natürlich wieder mit viel Schmelz und Gefühl, wohltuend anders als die kalte Annemarie, choreografisch allerdings wieder nur Sparflamme. Nina und Volker flehen die Zuschauer an, Sarah ins Finale zu wählen, Dieter sagt “das war Eins Plus mit Stern”.

    Annemarie Eilfeld möchte mit Christina Aguileras “The Voice within” ihre weiche und verletzliche Seite zeigen. Die innere Stimme der blonden Hexe kann ich bei ihrer Performance zwar nicht entdecken, aber sie macht ihre Sache gut, ohne Frage. Auch die Jury bescheinigt ihr einen technisch guten Auftritt.

    Oma Schuhmacher wird von Marco Schreyl kurz interviewt und dann hält er auch dem beim letzten Mal rausgeflogenen Mädchenschwarm Dominik Büchele das Mikro unter die Nase; der outet sich dabei ebenfalls als Anhänger von Daniel Schuhmacher. Dann will Marco ganz schlau sein und fragt Übergott Dieter Bohlen, den “absoluten Daniel-Fan”, nach einem Zwischenresümee der heutigen Sendung. Da hat er ihn wohl auf einem falschen Fuß erwischt, denn Dieter kocht sofort über: Er sei der absolute König der Songschreiber in Deutschland, habe in den letzten 30 Jahren mehr Hits als jeder andere gehabt und seine Einschätzungen hätten gar nichts mit Sympathie zu tun, sondern seien nur objektive Leistungsbewertungen. Keine Ahnung, wieso ihm da gerade die Sicherung rausfliegt, aber da Dieter den Moderator in den vergangenen Wochen schon öfter angeraunzt hat, wage ich mal die Vorhersage, dass dies Marco Schreyls letzte DSDS-Staffel ist. Dieter verzeiht nicht so leicht.

    Marco ist noch etwas verdattert von Dieters Anpfiff und vergisst deshalb, den Titel anzusagen, den Daniel jetzt zu Gehör bringt (es ist “Get here” von Oleta Adams). Der Song passt zu Daniel Stimme wie “Arsch auf Eimer”, d.h. absolut super. Das Balladen-Thema kommt zwar Daniels Bühnen-Bewegungsunlust entgegen, jedoch lässt RTL überall Trockeneis wabern und dampfen, so dass das nicht sehr auffällt. Die Jury sprüht mal wieder vor Superlativen, das war absolut finalreif.

    Die letzte Runde gehört den Uptempo-Nummern. Sarah Kreuz eröffnet mit “I’m outta Love” von Anastacia. Das war nicht Sarahs stärkster Titel, so einige (hohe) Töne verscherbelt sie und ihre Bühnenperformance ist offensichtlich eher auf ruhigere Stücke ausgelegt, aber immerhin bewegt sie sich überhaupt. Das hat auch Dieter bemerkt und er ist verhalten begeistert “wenn wir noch zwanzig weiter Sendungen hätten, würdest Du am Ende vielleicht sogar Pirouetten drehen”.

    Oberzicke Annemarie Eilfeld singt nun “Maneater” von Nelly Furtado. Dabei tritt sie mit einer fetten (echten) Schlange um den Hals auf. Mal wieder legt sie viel mehr Wert auf die Show als auf die Musik. Der Titel kann irgendwie nichts und die Schlange (also die um den Hals der Blondine) muss einem nur Leid tun. Die Jury ist sehr enttäuscht von dem Auftritt, hat haufenweise versemmelte Töne gehört und verreißt Annemarie nach Strich und Faden.

    Als letzten Song des Abends singt Daniel Schuhmacher mal wieder einen Frauentitel, nämlich “Rehab” von Amy Winehouse. War alles ok, keine Frage, aber irgendwie könnte ich mir ein bisschen mehr Bühnenpräsenz vorstellen. Trotz schnellerem Tempo steht Daniel wieder X-beinig wie angetackert am Mikro und rudert linkisch mit den Armen. Aber naja, er tanzt halt nicht gern, geht ja wohl vielen Männern so und seine schwarze Soulstimme entschädigt für vieles. Die Jury ist wieder sehr zufrieden mit ihm.

    Nach einem Schnelldurchlauf überlässt uns RTL für eine Stunde den fürchterlich platten Gags seiner Humorazubis, danach kommt die Entscheidung: Daniel und Sarah ziehen ins Finale und die zickige Annemarie fliegt endlich raus! Die Jury vergisst ihre sowieso nicht vorhandene Neutralität und tanzt ausgelassen und erleichtert. Damit ist aber auch glasklar, wer nächste Woche zum Superstar 2009 gekrönt wird: Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Daniel.

    Tags: , , , ,

  • DSDS (RTL) 26.04.2009 No Comments

    Willkommen zurück in Bohlens Talentpresse! Heute müssen die übrig gebliebenen Vier wieder zwei Titel singen, nämlich einen Kinohit und eine Ballade.

    Der lustige Dieter bringt schon gleich zu Beginn eine uniformierte Krankenschwester mit auf die Bühne, falls es einem der Kandidaten mal nicht so gut gehen sollte, zwinker, zwinker. ;-) Der geneigte Feuilleton-Leser weiß natürlich, worauf der unsensible Superstar-Dompteur da anspielt: Annemarie war in der letzten Woche auf Promotiontour in ihrer Heimatstadt Dessau mit einer Art Kreislaufkollaps zusammengebrochen und die Blöd-Zeitung hatte da wohl ein Drama auf Leben und Tod draus gemacht. Wenn ihr Protegé schon nicht durch guten Gesang glänzt, muss es doch wenigstens durch Skandale auffallen, auf diesem Gebiet hat die Blöd-Zeitung ja massig Ahnung…

    Die vier Protagonisten laufen ein (mit den obligatorischen Buhrufen für das blonde Gift) und als fünfter schlurft dann noch Mark Medlock hinterher, der leicht durchgeknallte Gewinner der vorletzten DSDS-Staffel. Er droht zwischen zwei nett gemeinten Verbalinjurien für nachher die Vorstellung seines Sommerhits 2009 an, der selbstverständlich von niemand Geringerem als Onkel Dieter himself verzapft worden ist. Man sollte meinen, dass der schon genug Honorar für die Rolle als Jurychef kassiert, aber offenbar kann er den Rand nicht voll kriegen und geiert auch noch auf die Vermarktung seiner 08/15-Dudeldei-Mucke. (Wo bleibt die Einblendung “Dauerwerbesendung”?)

    Als erster Kandidat ist heute Mädchenschwarm Dominik Büchele dran. Der Einspieler zeigt Szenen des Wahnsinns, als Dominik sein Heimatdorf Kappel-Grafenhausen besucht. Dort ist anscheinend seit dem zweiten Weltkrieg nicht viel Aufregendes passiert und so springt den Eingeborenen angesichts des Fernsehrummels kollektiv der Draht aus der Mütze.

    Dominiks erster Titel “Can you feel the Love tonight” stammt aus dem Film “König der Löwen” und wird im Original von Sir Elton John gesungen. Domi, ach Domi, warum singst Du nur immer so pathetische Sachen? Du bist doch noch so klein und scheinst schon die Last der ganzen Welt auf Deinen Schultern tragen zu müssen… Auch Dieter hadert damit: “Du hast aus ‘König der Löwen’ einen ‘Prinz der Hamster’ gemacht.” Insgesamt sei es aber eine akzeptable Leistung gewesen. Der Solala-Bewertung schließen sich auch Nina und Volker an.

    Sarah Kreuz kommt aus Poppenhausen; diese 1A-Herrenwitz-Vorlage kann Marco Schreyl selbstverständlich nicht ungenutzt vorübergehen lassen, wofür hat er denn schließlich studiert?! Der Einspieler zeigt Sarahs Eintrag ins Goldene Buch ihrer Heimatgemeinde, die aber insgesamt nicht ganz so abgeht, wie die von Dominik. Sie singt zuerst “I will always love you” aus dem Film “The Bodyguard”. Im Vergleich mit Whitney Houstons genialer Stimme kann man eigentlich nur abstinken, aber Diva Sarah kriegt es ziemlich gut hin, lt. Dieter sogar besser als das Original und das will aus seinem Mund schon etwas heißen!

    Der Einspieler zeigt auch “Pretty Boy” Daniel Schuhmacher auf Heimaturlaub – das ist bei ihm Pfullendorf. Dort kommt es zu ähnlichen Szenen wie bei Dominik, nur dass der Dominik von Pfullendorf eben Daniel heißt. Auch er genießt die 15 Minuten im Rampenlicht, die lt. Andy Warhol jedem Menschen im Lebens zustehen. Genau genommen hat Daniel inzwischen wohl schon die Rampenlichter mehrerer Leben verbraucht, dafür bleiben andere ewig im Dunkeln und müssen zynische Blog-Einträge verfassen… ;-)

    Daniel bringt zuerst “Take my Breath away”, den die Altvorderen noch aus dem Air-Force-Werbefilm “Top Gun” kennen. Mit null Choreo schmachtet er sich etwas statisch durch den Titel, aber wenn ich mir vorstelle, welchen Hüpf- und Zuckanfall Holger Göpfert daraus gemacht hätte, ist das eigentlich ok. Dieter mag den Song schon bauseitig nicht, ist aber mit Daniels Leistung trotzdem recht zufrieden. Nur hätte er sich für ihn einen stärkeren Titel gewünscht und hofft auf die zweite Runde. Restjury dito.

    Annemarie Eilfelds erster Titel “There you’ll be” (Faith Hill) stammt sinnigerweise aus einem Kriegsfilm, nämlich “Pearl Harbor”. A propos Krieg: Vorweg darf Mami Eilfeld live im Studio eine Lanze für ihr reizendes Töchterlein brechen. Die sei in Wirklichkeit einfach nur lieb und ein ganz toller Mensch und der ganze Clinch mit den anderen Kandidaten sei nicht ihre Schuld. Oooooooooh, endlich mal Klartext, so ist das also, ALLE anderen sind Schuld, nur nicht die eigene Tochter. Hatte ich eh schon vermutet.

    Der Einspieler zeigt die eingangs genannten Szenen von Annemaries Welttournee durch Sachsen-Anhalt und vor allem ihren megatheatralischen Kollaps, für den RTL einen ganzen Kanister Kunsttränen spendiert haben muss. Ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie Annemarie später auf der Intensivstation gegen den Willen der Ärzte ihre Herz-Lungen-Maschine abstellt, sich von den zahllosen Schläuchen und Drähten befreit und mit letzter Kraft auf die Bühne stolpert, um für ihre Dessauer zu singen, denn sie will ihre wartenden Fans nicht enttäuschen! Eigentlich könnte man DSDS an dieser Stelle auch beenden, der Superstar ist schon gefunden und jede weitere Suche wäre Verschwendung.

    Aber so weit ist es in Wirklichkeit noch nicht, jetzt kommt erstmal Pearl Harbor: Annemarie steht auf der Bühne vor einem riesigen drehenden Propeller und bestimmt wünschen manche fiesen Zeitgenossen, sie möge mal eben zwei, drei Schritte zurück gehen… :-) Aber keine Chance, der Propeller ist nur ein Filmclip auf der Monitorwand und macht dann bis zum Schluss des Liedes Platz für eine endlose Kette tieffliegender Kriegsflugzeuge. Was für eine schöne Untermalung für Annemaries Song! Die Jury findet es trotzdem ganz ok, nur Dieter meckert, dass er mit seiner fortwährenden Kritik an Annemarie doch Steilvorlagen für ihre Pressearbeit liefere, aber dafür noch keinen Champagner bekommen habe.

    Dominik Büchele eröffnet den zweiten Durchgang (Thema “Balladen”) mit dem Klassiker “The Sounds of Silence” von Simon & Garfunkel in der Streicher-Version. Diesmal gelingt ihm echtes Gänsehautfeeling, was vielleicht auch etwas an seiner haartechnischen Ähnlichkeit mit Art Garfunkel liegt. Mal im Ernst, für dieses Lied ist Domis rauchige Stimme wie geschaffen und die gewiss nicht einfache Intonation gelingt ihm ganz gut, auch wenn ihn das depperte Publikum mit dummdeutschem Geklatsche aus dem Tritt zu bringen droht. Dieter giftet trotzdem, da sei “Null Gefühl” rübergekommen und fängt sich damit Buhrufe des Büchele-Fanblocks ein. Volker und Nina fanden es hingegen gut.

    Duffys Hit “Warwick Avenue” wird jetzt von Sarah Kreuz nachgesungen, wieder mit orchestraler Minimalbesetzung aber maximalem Einsatz der Diva. Die Jury ist durchweg sehr zufrieden. Das ist insbesondere bei Nina interessant, da sie das Lied seit bzw. genau wegen der Castings eigentlich überhaupt nicht mehr hören kann.

    Nun wird’s knifflig, denn der schöne Junge (“Pretty Boy”) Daniel Schuhmacher versucht sich an Joe Cockers “You are so beautiful”. Der Titel ist wegen Cockers unnachahmlicher Reibeisenstimme normalerweise ein Himmelfahrtskommando für Cover-Sänger, aber nicht heute Abend. Von der Stimmlage her klingt Daniel absolut wie eine – sehr gute – farbige Bluessängerin, tiefschwarz würde ich sogar sagen (oder ist das schon politisch unkorrekt?). Dieters Urteil ist ein absolutes Novum, denn er kriegt erstmal ein paar Sekunden lang gar kein Wort raus und ist danach nur noch stolz auf Daniel, sagt er. (Sehe ich Euro-Zeichen in seinen Augen?) Die anderen beiden Juryisten sind auch hin und weg.

    Marco Schreyl behauptet, dass man bei “Because of You” (von Kelly Clarkson) merken könne, wie zerbrechlich Annemarie Eilfeld in Wirklichkeit sei. Als zerbrechlich erweist sich zunächst jedoch die RTL-Technik: Annemaries Mikro gibt schon vor dem ersten Ton den Geist auf. Zufall? Sabotage?? Hexerei??? Wir lesen die Antwort dann sicherlich am Montag in der Blöd-Zeitung. So, im zweiten Anlauf klappt alles und zwar ganz passabel. Annemaries Claqueure im Publikum schreien nach Zugabe, Dieter faselt was von “nachgesungen”, Nina und Volker mögen keine Zicken, finden Annemarie zwar musikalisch gut, dabei jedoch sehr anstrengend.

    Nach der Pflicht kommt die Kür und die heißt heute Mark Medlock. Dieters devoter Herzbube stellt jetzt seinen kommenden Sommerhit vor, noch brühwarm aus dem Bohlenschen Hittoaster – trotzdem klingt er seltsam vertraut. Medlock zieht seine übliche Playback-Show ab, Dieter wippt dazu gut gelaunt (weil gut verdienend) auf dem Stuhl, leicht bekleidete Tänzerinnen hüpfen über die Bühne und es stellt sich sofort Ferienstimmung ein. Man muss das Lied einfach mögen – wenn man Mark Medlock mag. Ich mag ihn nicht. Und die Re-Inszenierung von Bohlens Gelddruckmaschine namens DSDS als Werbeplattform für seine unsäglichen Platten mag ich auch nicht. Also spule ich mal eben eine Stunde vor zur Urteilsverkündung.

    Außer Daniel müssen alle nach vorn und raus fliegt heute Dominik, der Mädchenschwarm! Hmmm, gute Frage, wer erbt denn jetzt Dominiks pubertierende Anhängerinnenschaft aus dem Bravo-Lager? Klare Antwort, der Punkt geht an Annemarie, die ist der letzte Kerl unter den Kandidaten. Nächste Woche sehen wir dann, wie sie Sarah demontiert und am 9. Mai kommt die Thronbesteigung.

    Langsam sehne ich mich nach Holger.

    Tags: , , , , ,

  • DSDS (RTL) 19.04.2009 No Comments

    Die wichtigste Frage, die lt. DSDS offenbar ganz Deutschland bewegt, wird schon im Intro gestellt: Ist Annemarie eine Hexe? Angeblich hat sie bei allen zurückliegenden Mottoshows immer richtig getippt, wer rausfliegt und muss deswegen mit dunklen Mächten im Bund sein. Also entweder ist Annemarie wirklich eine Hexe, hat einfach viel Glück oder kennt das Skript der ganzen Staffel…

    Heute muss jeder Kandidat wieder zwei Songs singen, diesmal unter dem Motto “Sonne und Regen”. Wie so oft, macht auch diesmal Benny Kieckhäben den Anfang. Komisch eigentlich, soviel Losglück, immer gehört er zu den ersten, das kann ja auch nur mit dem Teufel zugehen… Im Einspieler heult er sich beim Publikum über die böse Annemarie aus, die doch einfach hinter seinem Rücken über ihn getratscht hat, die alte Hexe! Trotzdem singt er mit “Walking on Sunshine” (Kathrina and the Waves) ein ausgesprochen fröhliches Lied.

    Annemaries Fluch hat Benny zwar knapp verfehlt, jedoch offensichtlich seine Kostümberater getroffen, anders ist der neongrüne Alptraum von Bermudashorts und Netzhandschuhen nicht zu erklären, mit dem er die Zuschauer malträtiert. Dieter meckert nachher über den Song und sieht Benny schon beim Kofferpacken, Nina spricht vor allem vom Neongrün und Volker gibt den Beschwichtiger und dämpft Dieters Kritik ein wenig.

    Sarah Kreuz hat nach den Texthängern vom letzten Mal Besserung geschworen. Auch sie spricht von Annemaries fiesen Machenschaften, steht aber angeblich über den Dingen: “Ich streite nicht, ich singe nur”. Sie präsentiert heute zuerst einen Regentitel, nämlich “It’s  raining Men” von den gewichtigen Weather Girls. Auf den ersten Hör ganz ordentlich, es scheint diesmal keine Texthänger zu geben. Volker findet auch heraus, warum: Sarah singt einfach so undeutlich, dass man die einzelnen Worte sowieso nicht verstehen kann, darum kann man ihr auch keinen Fehler nachweisen. Schlaue Idee! Außerdem ist Volker von Sarahs neuem Styling begeistert, wobei es ihm offenbar die knielangen, schwarzen Lackstiefel besonders angetan haben…

    Dieter ist gegen solche Einflüsse wohl schon immun, er ist nur lauwarm angetan, hat außerdem doch wieder Texthänger entdeckt und findet überhaupt, dass der ganze Song nicht zu Sarah passt. Die fragt nun zickig zurück, welcher Song denn besser gepasst hätte, Dieter weiß es nicht, wirkt dabei etwas dummbräsig und wir bekommen das schleichende Gefühl, dass für Sarah der Zug zum Superstar gerade abgefahren ist. Dieter auf offener Bühne anzupampen, ist für DSDS-Kandidaten meistens der karrieretechnische Suizid. (Habe gerade die Assoziation von einer blonden Hexe, die letzte Nacht eine Sarah nachempfundene Voodoo-Puppe mit Nadeln durchbohrt hat…)

    Nummer Drei ist Dominik Büchele. Wir erinnern uns: In der letzten Mottoshow hatte er zu Dieters Missfallen “Wire to Wire” von Razorlight gesungen, die Band hat das Cover angeblich gesehen (wer’s glaubt) und Dominik deshalb zu einem Konzert mit anschließendem Backstage-Besuch eingeladen. Zweites Thema seines Einspielers ist natürlich wieder der universale Zoff mit Annemarie, die angeblich hinter der Bühne über ihn gelästert habe, sich daran jetzt aber nicht mehr erinnern könne… Kein Wunder, dass die hinterfotzige Annemarie so gut mit der Blöd-Zeitung kann, die Masche ist irgendwie ähnlich. Langsam vermisse ich Holger, der war zwar ein Spinner, aber wenigstens harmlos.

    Mädchenschwarm Domi singt im bunten Hawaiihemd “Upside down” von Jack Johnson, also einen Gutelaunesong. Die ist dann aber bald vorbei, denn heute ist wohl nicht sein stärkster Tag (oder Annemarie hat heute Nacht mit ihren Voodoo-Puppen Überstunden gemacht). Dieter zerlegt ihn genüsslich nach Strich und Faden: “Hemd von Kick, Gesang kack, der Auftritt war gartenzwergmäßig, viel schlechter geht das nicht”, die Rest-Jury stimmt ihm inhaltlich zu, sagt es aber netter.

    Die Einspieler von Daniel Schuhmacher leiden irgendwie immer an einer gewissen Künstlichkeit. Bei der Top-7-Show musste er aus unklaren Gründen Fallschirmspringen, beim letzten Mal gab es einen Besuch im Kinderkrankenhaus. Diesmal lässt man den ausgedachten Quatsch gleich ganz weg und es geht sofort wieder um Thema Numero Uno: Annemarie, Annemarie, Annemarie. Auch Daniel hat gehört, dass das blonde Gift über ihn und Dominik gelästert hat und das nun nicht mehr wahrhaben will. Blablablabla. Wenigstens bringt er eine neue Facette ins Spiel und lästert seinerseits über Annemaries krassen Vater, der wohl bei ihrer Erziehung versagt habe. Ach Kinders, ist das schön, man kann sich zurücklehnen und gemütlich aus dem Sessel zugucken, wie sich die Leute wegen nix in die Klotten kriegen. Endlich geht es bei DSDS mal um wichtige Dinge, das ewige Gesinge ging mir sowieso schon langsam auf die Nerven! ;-)

    A propos “Gesinge”, einen Song gibt es ja auch noch: Daniel bringt von den Eurythmics “Here comes the Rain again”. Nach “Sweet Dreams” in der Top-8-Show ist das schon sein zweiter Song von dieser Gruppe; seine relativ hohe Männerstimme entspricht einfach sehr der tiefen Frauenstimme von Annie Lennox. Bei ihm versagt Annemaries Fluch glücklicherweise, er performt ganz gut, die Jury ist begeistert und das Publikum jubelt sowieso frenetisch, sobald es ihn sieht. War das vielleicht der kommende Superstar 2009? Wenn er nicht noch etwas Wesentliches vermackelt, müsste das eigentlich reichen.

    Nun kommt Annemarie Eilfeld, die Hexe, und das Publikum buht sofort. Ihr Kernsatz im Einspieler ist “Ich bin nicht zu DSDS gekommen, um neue Freunde zu finden.”. Damit macht sie sich zwar zum Kameradenschwein, ist in ihrer Einstellung aber möglicherweise professioneller oder realistischer, als ihre Mitbewerber. Wenn ich Dieter Bohlens Bücher richtig memoriere, ergibt sich da sogar eine gewisse Seelenverwandschaft (weshalb ich keinen der beiden persönlich kennen möchte).

    Annemarie steigt mit “Bailando” von Loona in den Ring, von Beginn an heftig ausgebuht und von Gegen-Sprechchören begleitet. Warum ist sie auch so ein Kotzbrocken? Musikalisch kann man ihr leider nicht viel vorwerfen, Dieter macht es aber trotzdem: Er attestiert Gefühllosigkeit, nennt sie sogar “Bitch”, was ja im Englischen nicht gerade ein Kosename ist, und das Publikum applaudiert dazu begeistert. Die Sendung hieße nicht “Deutschland sucht den Karaoke-Star”, deshalb passe ihr Gesang nicht in seine Show. Die pathologisch harmoniesüchtige Nina lobt einerseits Annemaries Mut, in Spanisch zu singen, will dann aber auch nicht bei Dieter anecken und mäkelt deshalb etwas über ihr (Annemaries) schlechtes Styling und dass sie aussähe wie Linda de Mol. Von Volker kommt dann noch ein klassisches Sowohl-als-auch-Statement.

    Nach der ersten Runde sehen wir vermutlich aus Gründen der Eigen-PR den nervigen Oliver Pocher. Er blödelt sich durch einen Einspieler mit komplett vergeigtem Vocal-Coaching, reißt ein paar Schwulenwitze auf Kosten von Benny und bändelt schließlich mit Annemarie an. Am Ende der Show droht uns sein Liveauftritt, volle Deckung!

    Runde Zwei beginnt mit Benny Kieckhäben als Pia Zadora bzw. Jermaine Jackson mit “When the Rain begins to fall”. Das Lied ist im Original schon grässlich und Benny mangelndes musikalisches Zielvermögen macht es nicht besser. Seine Performance sieht immer aus, als wenn ein Storch durch den Salat stolziert, aber die Jury ist einigermaßen gnädig. Dafür bekommen Volker und Dieter (mit Widerstand) von Benny einen Kuss auf die Stirn gedrückt und laufen dann pflichtschuldig rot an.

    Sarah Kreuz singt im zweiten Aufguss Stevie Wonders “You are the Sunshine of my Life”. Mittlerweile hat sie den strengen Zopf  aus dem ersten Durchgang wieder gelöst und ein gelbes Kleidchen übergeworfen. Passend zum swingigen Titel performt sie nur sparsam, fast sogar spärlich, und steht die ganze Zeit auf dem selben Fleck auf der Bühne. Marco Schreyl haut anschließend den Klopfer des Tages raus, bemerkt und meint das aber gar nicht so: “Stevie hätte das gefallen, wenn er es gesehen hätte.” Der Jury hat es jedenfalls auch viel besser als der erste Titel gefallen.

    “Why does it always rain on me” (Travis) fragt sich und uns Dominik Büchele. Dieser Titel passt ihm wie angegossen und macht den schwächeren Auftritt in der Hinrunde vergessen. Etwas nervig sind aber die überdimensionalen “Domi”-Transparente, die von seinen Anhängern in die Kamera gehalten werden. Die Dieters finden die Leistung zwar ok, aber möglicherweise nicht finaltauglich.

    Als nächstes singt Daniel Schuhmacher “Ain’t no Sunshine” von Bill Withers und das ist der beste Auftritt des Abends, lt. Dieter sogar der ganzen Staffel. Obwohl das musikalisch keine leichte Kost ist, sitzt buchstäblich jeder Ton und es gibt von der gesamten Jury Standing Ovations. Also, wenn Daniel diesmal nicht Superstar wird, dann weiß ich auch nicht.

    Ganz anders läuft es nun bei der bösen Annemarie Eilfeld, die den Abend mit “Purple Rain” von Prince beschließt. Die Jury bescheinigt der blonden Vielleicht-Hexe trotz technisch guter Leistung wieder “Gefühllosigkeit”; sie habe den Titel zu einer Schlager-Version gemacht. Dieter kommt fast ins Pöbeln mit “so stellt Oma Kasuppke sich Prince vor”, sie sänge wie “die Kastelruther Spatzen” oder “die Flippers” (kenne ich Gottseidank alles nicht) und das sei “eine gruselige Schlumpfversion von Purple Rain” gewesen. Annemarie solle sich mal lieber auf die Karriere als Doppelgängerin von Linda de Mol konzentrieren. Während ihre Claqueure protestieren, ahnt man, dass Dieter sie nicht wirklich mag.

    Nun kommt wieder eine Stunde gequirlter Schwachsinn für Humorlose, notdürftig als “Comedy” getarnt, danach geht es ähnlich niveaulos weiter: Aus mir nicht klar nachvollziehbaren Gründen beginnt die Ergebnissendung mit einem unterirdischen Ulk-Auftritt von Harald Schmidts ehemaliger schlechterer Hälfte Oliver Pocher. Der dilettiert sich in einer bekloppten Maskerade mit Zottelperücke durch Tokio Hotels Titel “durch den Monsun”, rennt dabei wie angestochen (oder wie Holger) über die gesamte Bühne, rutscht ungeplant aus und landet dabei gerechterweise voll auf dem Steißbein. Das hat gezwirbelt; das Jüngelchen hält sich hinterher schmerzverzerrt den Bürzel. Dieter wirkt ob der Entweihung seiner Sendung stark angesäuert, verzieht sich vorher rechtzeitig auf die Toilette und verweigert hinterher eine Einschätzung des Auftritts. Recht so!

    Nun wird es Ernst, Zeit für die Urteilsverkündung: Nach vorn müssen Annemarie, Benny und Sarah, raus fliegt dann “Paradiesvogel” Benny. Schade eigentlich, dass er ausgerechnet gegen jemanden wie Annemarie dran glauben muss. Tränenreich verabschiedet er sich ein letztes Mal im Rampenlicht von seinem Publikum in die mediale Bedeutungslosigkeit. Wollen wir mal hoffen, dass bei Top 4 Endstation für die blonde Hexe ist. Künstlerisch hat sie nichts drauf und allein der kurze Draht zur Blöd-Zeitung macht sie ja wohl noch nicht zum Superstar!

    Tags: , , , , , ,