• DSDS (RTL) 14.01.2010 1 Comment

    Hallo Leute, weiter geht’s in Onkel Dieters Panoptikum; der Poptitan sucht noch immer unverdrossen das Goldkehlchen in einem Haufen von 35.000 Bewerbern. Leider habe ich heute nicht so viel Zeit, darum will ich mich mal etwas kürzer fassen – wenn ich das hinkriege. ;-)

    Es geht gleich mit einer rührenden Homestory los: Menowin Fröhlich ist schon ein ziemlich seltener Name, da klingelt es vielleicht bei manchen DSDS-Veteranen? Aber klar, das war in der DSDS-Staffel von 2006 so ein ultra-cooler Typ mit Sonnenbrille, der ziemlich genial singen konnte, aber ansonsten ziemlich neben der Spur war. Zwischen Recall und Motto-Shows war ihm damals eine Winzigkeit dazwischen gekommen, nämlich ein zweijähriger Urlaub auf Staatskosten wegen diverser Vergehen, z.B. Körperverletzung, Waffenbesitz und Betrug. “Ich hatte juristische Probleme”, nennt der heute 22-Jährige das rückblickend. Im Einspieler beteuert der 2010er-Menowin, dass es den 2006er-Menowin nicht mehr gibt, er sich nun völlig geändert hat. Dazwischen zeigt RTL Bilder von seinem kleinen Sohn… schon allein seinetwegen würde er nun keinen Scheiß mehr bauen, sagt der Kandidat. Geändert hat er übrigens auch seine Figur, denn er ist im Knast deutlich pummeliger geworden, auch im Gesicht, nur die alte Sonnenbrille scheint noch immer zu passen…

    Menowin muss sein Reuebekenntnis noch einmal live vor Dieter, Nina und Volker wiederholen, bevor er wieder singen darf: Er bringt “My Cherie Amour” von Stevie Wonder und ich find’ s ganz ok, zwar nicht alles sauber, aber er ist bestimmt ziemlich aufgeregt und hat eine tolle Soul-Stimme. Als er dann auf Bitten einer einzelnen Dame in der Jury  auch noch die Sonnenbrille abnimmt und seine knall-blauen Augen zeigt, schmilzt Nina dahin. (Das erinnert mich total an eine Szene im Film “Blues Brothers”, als Jake Blues (John Belushi) im Matsch liegend für seine rabiate Ex-Verlobte ebenfalls die Sonnenbrille abnimmt und sie daraufhin aufhört, ihn zu beschießen.) Das gibt natürlich drei Ja-Stimmen von der Jury und damit den gelben Zettel mit der Einladung zum Recall. Wenn jetzt noch seine Bewährungshelferin zustimmt, sehen wir Menowin in der nächsten Runde wieder…

    Jana-Marie Hansen (16) sieht aus wie Mireille Mathieus 50 Jahre jüngere Schwester: quirlig, klein, schwarze Haare mit Pony und Popo-Scheitel. Auch ansonsten sieht man sie lieber von hinten als von vorn: Sie gesteht, von ihrer Umwelt eher als Nervensäge empfunden zu werden (glaube ich sofort) und will nun ins Fernsehen, wohl weil sie hier mehr Schaden anrichten kann. Sie beginnt ihr Vorsingen sehr anstrengend, befragt erstmal die Jury, was die von Husum (der Stadt neben ihrem Dorf) halten und macht sich so schon in Sekundenschnelle drei Feinde. Ungefragt zählt sie dann noch ihre Hobbies auf: Badminton und Fußball. Als Nina zurückfragt, auf welcher Position sie spiele, ist in Jana-Maries Kopf offenbar plötzlich der kleine Hamster vom Rad gefallen, sie guckt für einige Augenblicke total hohl (endlich ist sie mal ruhig) und dann kommt die Antwort “Schulfußball”. Thema verfehlt, sechs, setzen! In die entstandene Verwirrung hinein kann nun endlich mal Dieter seine dringendste Frage loswerden: “Hast Du schon einen Freund?”. Sie schüttelt stumm den schwarzen Pony-Kopf. “Aber wenigstens mal geknutscht?”. Nun nickt sie – immer noch erfreulich stumm.

    …Und wäre sie man stumm geblieben, denn ihr Titel “Bubbly” von Colbie Caillat ist nicht nur schief gesungen, nein er endet auch bereits nach einer halben (Kata-)Strophe. “Ich hab’ nur bis dahin gelernt”, ist ihre matte Entschuldigung. Dieter kann Dilettanten nicht ausstehen, spricht das Urteil “Du hast überhaupt keine Ahnung, was Du da machst, mit Musik hat das nichts zu tun” und will sie aus dem Studio jagen. Leider hat Jana-Marie noch einen letzten Wunsch an ihn: “Darf ich Dich mal knuddeln?”. Gefragt, getan, dann geht sie endlich. Volker ist ganz angetan von den beiden, “Dieter, der Mensch”, sinniert er. Das hat selten mal jemand über den Poptitan gesagt…

    Danach kommt wieder jemand aus der Abteilung “Käfigtür offen gelassen”. Ein 18jähriger schwarz gekleideter Hirbel namens Toni, Marke “Halber Hahn”, steht plötzlich im Studio wie ein Alien, das von seinem Mutterschiff mitten in der Nacht auf einer einsamen Kreuzung bei den Erdlingen abgesetzt wurde. Keiner kümmert sich um ihn, die Jury begutachtet gerade den Kronleuchter und Dieter fummelt außerdem noch mit seinen Teebeuteln herum. Plötzlich fängt der Toni an, mit schwerem sächsischem Akzent auf Volker einzureden und es kommt zu folgendem denkwürdigen Dialog. Toni an Volker: “Hallo, ich möchte wissen, wie es Dir geht.” Der Angesprochene guckt schwer irritiert: “Wie?” Nochmal spricht der merkwürdige Toni: “Du, ich möchte gern wissen, wie es Dir geht.” – Volker: “Was willst Du???” – Alien: “Ich möchte gern das Lied von Matthias Reim…”, dann hakt offenbar sein Plattenspieler und er schaltet wieder um auf die Grußfrequenz von vorhin “Hallo, ich möchte gern wissen, wie es Dir geht”. Nach einer Weile bekommen sie dann heraus, dass er wohl ein DSDS-Kandidat ist, der nun ein Lied von Matthias Reim zu singen wünscht. Als Volker fragt, welches Lied es denn singen wolle, kommt als Antwort “Dies Lied ist nicht für Dich”. Volker ist wieder irritiert, weil er das zuerst als Unfreundlichkeit von Toni auffasst und erst danach versteht, dass das der Titel des bevorstehenden Liedes ist. Tja, die weite Anreise war umsonst, das Lied ist wohl schon im Original Mist, aber Toni kann leider überhaupt nicht singen und Dieter winkt ab. Nina verkündet das einhellige Urteil: “Also die Musikschiene würde ich abhaken.”

    Nach dem Sachsen-Freak kommt Augenfutter für Dieter und Volker, nämlich die 19jährige großäugige Blondine Steffi Landerer, die schon in den ersten Sätzen im Einspieler bekannt gibt, aus Zeitgründen gerade keinen Freund zu haben. Mit der Aussage “um Superstar zu werden, würde ich alles aufgeben -  A L L E S  !!!” geht sie als Favoritin ins Rennen um den Annemarie-Eilfeld-Gedächtnispokal.

    Sie singt “Mercy” von Duffy, während Dieter im Hintergrund vermutlich der Sabber aus dem Mund läuft. Zwar kriegt sie hinterher von Volker ein Nein (“sehr überschaubare musikalische Leistung”), aber Nina fand die Vorstellung gut und Dieter erkennt hinter ihrer “ätzenden Stimme” eine interessante Persönlichkeit, mit der man “viel Spaß” haben könne. Damit steht es zwei zu eins für Steffi, das blonde Gift. Hinterher geht der Einspieler noch weiter mit einer ganz wichtigen Information von Steffi für Dieter: “Ich werd’ oft gefragt, ob meine Brüste echt sind. [Kunstpause] Ja, sie sind echt!” :-)

    Der nächste Kandidat ist der etwas verhungert aussehende Christian Paternoga aus Recklinghausen, dem man seine 16 Jahre nur schwer abnimmt. Er spielt Gitarre, war früher mal im Kinderchor und wurde deswegen bestimmt öfter mal verhauen. (Ich weiß, ist gemein, aber ich finde, er hat ein “Backpfeifengesicht”.) Heute ist er Schlagzeuger in einer Punk-Band, singt dort aber nicht, weil seine Stimme eher zu Popmusik passt, sagt er. Und dann legt er los: “You don’t know” von Milow bringt er absolut super rüber, Respekt, der Typ kann was! Bohlen wünscht das Lied nochmal mit etwas mehr Gefühl, das geht auch und die Jury ist begeistert. Man sieht sich im Recall.

    Die 16jährige Andrea Crescencia Esono Andong aus Hamburg (die Eltern stammen aus Äquatorialguinea) sieht sehr annehmbar aus, kann Bauchtanz und Yoga und ist stolz auf ihre “Weiblichkeit”, soll heißen: Da gibt’s für Dieter wieder was zu sehen. Der steht bekanntlich auf Frauen mit dunklem Teint und großen Augen und hat beim Nachnamen bestimmt “Dingdong” verstanden… Als Andrea hereinkommt, guckt er jedenfalls wie ein hypnotisiertes Kaninchen und kriegt erstmal den Mund  nicht mehr auf. “Du, du, du, du, du hast ja eine Taubstummenhose an”, stammelt er schließlich beim Blick auf ihre Leder-Leggings. Seine angedeutete Erklärung dieser Zote verkneife ich mir in unserem Blog, sonst kriegen wir noch Ärger mit dem Jugendschutz. Andrea versteht die Erklärung jedenfalls nicht und verursacht damit große Heiterkeit bei den Herren der Schöpfung; Nina schweigt betreten.

    Nach einem desaströsen, aber temperamentvollen Versuch, die geografische Lage von Äquatorialguinea auf dem afrikanischen Kontinent mit Worten und Gesten zu erklären, darf Andrea eine Runde Bauchtanzen und als Bonus eine Yogaübung vorführen. Dieter fallen fast die Pupillen aus dem Kopf, er greift schon mal in Richtung Recall-Zettel. Dann singt sie von Silbermond “Das Beste”, allerdings nicht besonders toll. Volker sagt trotz ihrer vorangegangenen Show “Nein”, Dieter gibt “zum ersten Mal in meinem Leben” ein Mitleids-Ja und Nina sagt gar nichts. Dann kippt Schwächling Volker um, ändert sein “Nein” zum “Ja” und damit sehen wir auch Andrea im Recall wieder. Mannomann, Dieter denkt tatsächlich manchmal mit der Hose und Volker scheinbar nicht mal das…

    Zwischenpause mit Gewinnspiel, für folgende Frage verschenkt RTL 10.000 Tacken: “Wer sitzt seit der ersten Staffel in der DSDS-Jury? a) Dieter Bohlen oder b) Menderes Bagci”. Boah, ey, ist das schwer, wie soll man das denn wissen???

    Während ich noch an der Antwort grüble, betritt ein nicht untergewichtiger blonder Typ im rosa Hemd mit Gitarre das Studio und verlangt nach einem Stuhl. Bohlen gibt den vollendeten Gastgeber: “Sitzen den ganzen Tag rum und setzen sich hier auch gleich hin mit ihrem fetten Arsch.” Nach dieser gelungenen Begrüßung beginnt Rico Däbel (20) mit dem Titel “Knockin’ on Heaven’s Door” von Guns N’ Roses. Vielleicht hätte er vorher einfach mal üben sollen, denn die Gitarre plärrt schon im Intro so jämmerlich, dass Volker ihm vorschlägt, das Lied ohne Instrument zu singen. Rico scheint ihn überhaupt nicht verstanden zu haben und macht unbeeindruckt weiter; Volker ist mal wieder etwas irritiert. Der Gesang ist dann leider genau so schlecht wie das Gitarrespiel! Nach ein paar Minuten erbarmt sich Dieter und gibt dem blonden Barden mit einer Geste den Gnadenschuss. Adlatus Volker darf das Urteil verkünden: “Du kannst nicht Gitarre spielen und Du kannst nicht singen.” Tschüss, Rico, Du bleibst wohl Dein größter Fan.

    Die apart und etwas puppenhaft aussehende Ines Redjeb aus Tunesien ist 22 Jahre alt, Studentin und allein erziehende Mutter. Nach ihrem Einspieler inkl. tanzendem Baby singt sie “Wenn das Liebe ist” von Cassandra Steen. Was mit einer ausbaufähigen Homestory beginnt, endet fast mit Dieters Bemerkung “Du stehst da so, als wenn Du auf Klo musst”. Da hat er recht, trotzdem darf sie auf Bewährung noch einen zweiten Titel singen und kriegt dann tatsächlich den begehrten gelben Zettel. Dieters rätselhaft-verquaste Begründung: “Du singst ganz gut, siehst aber natürlich besser aus, als Du singst.” Sex sells, ganz klar.

    Nicht weiter erwähnenswert ist Timo Harder, selbst-erklärter größter Michael-Jackson-Fan der Welt – und ich dachte immer, das sei Menderes… Timo hat im Internet eine Jacke gekauft, die MJ so ähnlich im “Thriller”-Video trug. Damit, meint er wohl, komme er automatisch bis in die Mottoshows. “Menderes ist Kreisliga und ich bin Champions League”, meint er selbstbewusst und betritt das Studio. “Wo hast’n die Flash-Gordon-Jacke her?”, ist Volkers erste Bemerkung. Dieter fällt nur ein “Meine Fresse, nun sind wir den ollen Menderes los und dann kommst Du”. Recht hat er, Timo singt nämlich grottig, kann sich kein bisschen bewegen, sieht blöd aus und verbraucht nur die teure Sendezeit auf RTL. Volker beendet die peinliche Vorstellung mit der Feststellung “Die Lizenz zum Quälen von Michael Jackson hat nur Menderes.” Abgang!

    Den Ausputzer am Ende der Sendung macht ein blondes Jüngelchen mit Zahnpastalächeln, Typ Damenfrisörazubi. Sebastian Steinberger ist 17 Jahre alt und war mal bei den Regensburger Domspatzen, dem klassischen Äquivalent einer Boygroup. Er wirkt wie die domestizierte Version von Benny Kieckhäben aus der letzten Staffel, allerdings mit dem Unterschied, dass der in die Top 10 kam. Sebastian dagegen katapultiert sich aus dem Wettbewerb mit dem Titel “Listen” von Beyoncé Knowles. Dieter vergleicht die Stimme mit einem besoffenen Lurch, irgendwo zwischen Kotzen und Joint. Sebastian glaubt zwar weiterhin, dass er singen kann, kann das aber zukünftig nur noch im privaten Rahmen beweisen.

    Damit war es das wieder, man sieht sich am Sonnabend!

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  • DSDS (RTL) 09.05.2009 No Comments

    DSDS geht heute in die allerletzte Runde, die Finalisten Sarah Kreuz und Daniel Schuhmacher machen unter sich den Superstar 2009 aus.

    Nachdem alle schrägen oder besonders aufregenden Kandidaten in den letzten Wochen den Weg alles Irdischen gegangen sind, erwarte ich für heute Abend eigentlich keine besonders aufregende Sendung. Sicher, einer der beiden Finalisten kann sich hinterher Superstar nennen, aber mal ehrlich, was heißt das schon? Echte Karrieren werden nicht per Telefonvoting aus dem Nichts gezaubert und wenn man sich die bisherigen fünf DSDS-Superstars ansieht, ist vielleicht gerade noch einer, nämlich der ätzende Mark Medlock, einigermaßen im Geschäft. Und das auch nur durch permanente, übelst devote Anbiederung an Dieter Bohlen. Spätestens in drei Jahren singt er auch nur noch zur Eröffnung von Möbelhäusern und muss zur RTL-Resteverwertung in den Dschungel. Ob Sarah oder Daniel dazu bereit sind, sich bis zur Selbstaufgabe vermarkten zu lassen (oder überhaupt genügend Material dafür bieten), wird sich zeigen, ist aber wenig wahrscheinlich. Man sollte also vom heutigen Abend nicht die Geburt einer neuen Kelly Clarkson oder die Entdeckung eines Paul Pott erwarten. Solche Geschichten passieren nur im Märchen oder in den USA bzw. Großbritannien. Und so freue ich mich auf einen im Vergleich der letzten Wochen etwas weniger schrillen Ausklang der DSDS-Saison.

    Genug besinnliches Vorweggerede, Marco Schreyl wird für Action bezahlt und die liefert er jetzt auch: Ohne rot zu werden, verspricht er für heute Abend ein Finale der Superlative, das spannendste, tollste und emotionalste Fernsehereignis des gesamten Jahres, wenn nicht sogar des Jahrzehnts. Wer das heute verpasst, ist medientechnisch quasi tot. Wenn Marco mal eines Tages bei Bohlen in Ungnade fällt und nicht mehr DSDS moderieren darf, kann er bestimmt immer noch prima als Aalonkel auf dem Hamburger Fischmarkt durchgehen – noch ist es aber nicht so weit. Die Kandidaten haben auch heute wieder drei Auftritte, zuerst einen “Herzenssong”, danach ihr persönliches Staffel-Highlight und am Ende den vom Großmeister des Hit-Recycling Dieter Bohlen höchstpersönlich kopierten “Siegertitel”.

    Nach einem Zusammenschnitt ihrer schwülstigsten Einspielfilmchen betritt Sarah Kreuz die Bühne und singt von Aretha Franklin “You make me feel like a natural Woman”. Die RTL-Beleuchter geben alles und tauchen die Bühne  in einen Alptraum aus blau und rosa, als gäbe es kein Morgen. Man kann nicht meckern, Sarah hat wirklich eine gute Stimme, versaut den Eindruck aber etwas, als sie im anschließenden Interview mit Marco wieder ziemlich muffig wirkt. Trotzdem sind Dieter, Nina und Volker sehr zufrieden und geben dem Auftritt eine “Eins mit Sternchen”.

    Nun sehen wir auch noch einmal den komprimierten DSDS-Lebenslauf von Daniel Schuhmacher, angefangen vom Casting, über den Recall bis hin zu den Mottoshows. Dann betritt er live die gleißend rot angestrahlte Bühne für “Soulmate” von Natasha Bedingfield, seinem “Herzenstitel”. Hmhmhm, da war nicht alles ganz sauber, ein paar Töne gingen wohl wegen der Aufregung ins Abseits, aber die Jury ist heute nicht auf Krawall gebürstet und lobt ihn trotzdem.

    Vor der zweiten Runde schließt RTL den Giftschrank auf und führt zur allgemeinen Volksbelustigung noch einmal die schlimmsten Casting-Szenen vor. Wir sehen die “Schandale”-Frau, den Löwenbändiger mit der irren Lache, den tolpatschig-beknackten Azubi vom Tee-Lager bei Dieter um die Ecke und schließlich das Möchtegern-Model mit dem Elefantengang. (Holger haben sie in diesem Panoptikum übrigens vergessen!)

    Als Staffel-Highlight hat sich Sarah Kreuz den Titel “I will always love you” von Whitney Houston ausgesucht. Zu Recht, denn sie bringt ihn mit viel Gefühl und Power rüber und kann dabei ihren gesamten Stimmumfang ausloten. Das Publikum und die Jury sind begeistert; das muss Daniel erst mal toppen!

    Daniel Schuhmacher hatte in der Top 5 – Mottoshow von der Jury Standing Ovations für “Ain’t no Sunshine” von Bill Withers bekommen. Klar, dass er diesen Titel jetzt wiederholt – und wieder kriegt er den saugut hin. (Auch wenn er auf der Bühne nach wie vor ein Bewegungsmuffel ist.) Die Jury ist erneut hin und weg und gefühlt steht es unentschieden zwischen den beiden Finalisten.

    In der allerletzten Runde der ganzen Staffel hören wir von Sarah und Daniel nacheinander den selben Song, nämlich Bohlens diesjähriges Machwerk “Anything but Love”. Der Staffelgewinner darf bzw. muss das Lied in der nächsten Woche dann als erste eigene Single veröffentlichen. Wohl bekomm’s!

    Sarah Kreuz beginnt und appelliert zuvor nochmal an ihre Fans, für sie zu stimmen. Ach ja, es können einem schon die Tränen kommen, wenn man hört, was sie alles für DSDS aufgegeben hat, den Schulabschluss, den Verlobten usw. ;-) Die DSDS-Requisite hat offenbar den Kitschkeller ausgeräumt und die Bühne mit riesigen Kerzenleuchtern vollgestellt. Sarah sitzt dazu vor einem in lila Licht getauchten flatternden Vorhang und schmachtet sich durch Dieters Tonergüsse. Irgendwie alles schonmal gehört, schmuseweich gespülte Harfen-Akkorde im Engtanz-Tempo, Edelkitsch bis zum Erbrechen und darüber hinaus, eben ein typischer Bohlen. Kennst Du einen, kennst Du alle, sag ich nur.

    Anschließend darf auch Daniel Schuhmacher nochmal seine Fans um Anrufe anbetteln, danach singt er seine Version des Siegertitels. Gnädigerweise hat RTL inzwischen die blöden Kerzen abgeräumt, dafür steht Daniel vor einer grellweißen Monitorwand und vor allem: man hat ihm an seinen weißen Anzug eine bekloppte Kapuze angebaut, die etwas wie ein Brautschleier wirkt. Keine Ahnung, was die sich dabei gedacht haben, vermutlich musste sein Garderobier das wegen einer verlorenen Wette machen oder so ähnlich. Eine Choreografie findet auch in Daniels letztem Auftritt quasi nicht statt. Für die etwa 20 Meter Fußweg zwischen Monitorwand und Jurypult braucht er den gesamten Titel, dreht dabei hin und wieder ruckartig den Kopf vom Mikro weg (und natürlich wieder zurück) und greift ein paar Mal bedeutungsschwer mit der Hand ins Leere. Das ist alles.

    Egal, das Publikum mag es offenbar trotzdem und singt teilweise sogar mit. Kein Wunder, denn Bohlen-Titel sind meist so einfach gestrickt, dass man beim zweiten Hören schon die Melodie kennt (und spätestens beim fünften Hören hasst). Die Jury findet Daniels Interpretation wie immer sensationell und überschlägt sich in Lobeshymnen.

    Bevor das Endergebnis bekannt gegeben wird, kommt nun noch ein Gemeinschaftsauftritt aller Top-10-Kandidaten mit “I’ve had the Time of my Life” aus dem Film “Dirty Dancing”. Oja, man erkennt doch bei so manchem den Klassenunterschied zu Sarah und Daniel. Der wie immer abstrus und leicht grenzdebil wirkende ehemalige Nichtschwimmer Holger Göpfert und sein überschwänglich heiter glucksender “Gesichtskrapfen” Vanessa Neigert versingen sich nach Kräften, dagegen brillieren Harfenjule Cornelia Patzlsberger und Paradiesvogel Benny Kieckhäben wie gewohnt.

    Anschließend entsorgt RTL wieder eine Stunde lang seinen als Programm getarnten Humor-Restmüll via Bildschirm direkt in mein Wohnzimmer. Die auf eine unerträgliche Stunde aufgeblähte Verfilmung niveauloser Herrenwitze zwischen Show und Ergebnisblock ist echt eine Frechheit. Normalerweise würde sich den Mist kein (nüchterner) Mensch ansehen, aber andererseits will man ja auch die Resultate wissen.

    Sofern man die Stunde überlebt hat, kommt jetzt die Entscheidung… Fast jedenfalls, aber zuvor muss Papa Bohlen noch schnell ein paar GEMA-Gebühren abzocken, denn jetzt erklingt sein “Anything but Love” ein drittes Mal: Sarah und Daniel singen diesmal im Duett, inmitten einer Unmenge brennender Kerzen. Der Schmalz trieft nur so aus dem Fernseher, aber da haben wir Zuschauer im Laufe der Staffel ja schon ganz andere Sachen überstanden. Dann ist es aber wirklich quasi gleich sofort soweit und Notar Dr. Fleischhauer übergibt dem Moderator einen goldenen Briefumschlag mit dem Endergebnis. Man könnte ja nun einfach den Umschlag aufmachen und vorlesen, aber so einfach geht das hier nicht. Marco Schreyl ist nämlich ein Freund psychologischer Folter und zögert die Sache mit unerträglich langsamen Bandwurmsätzen mal wieder bis zum Gehtnichtmehr hinaus.

    Ich möchte mal wissen, wie viele Herzinfarkte RTL heute Abend auf dem Gewissen hat und einen davon kriegt fast Daniel. Während Sarah scheinbar völlig cool auf der Bühne steht und darauf wartet, dass Marco endlich zu Potte kommt, zoomt die Kamera ahnungsvoll Daniels Gesicht auf ganze Bildschirmbreite. Wir sind auf den Punkt genau dabei, als der Blondschopf mit der Integralhelmfrisur gegen eine plötzlich losbrechende Tränenflut kämpft – und verliert. Man bekommt eine Ahnung, weshalb er früher in seinem Dorf so gern verhauen wurde. Ein paar Augenblicke später hat er dann aber allen Grund für Freudentränen, denn Marco kriegt endlich die Kurve und verkündet den Gewinner: Daniel wird mit 50,47% der Zuschauerstimmen zum Superstar 2009 erklärt und bricht erstmal heulend zusammen, Küblböck lässt grüßen.

    Es dauert einige Minuten, bis er sich so weit rekonstruiert hat, dass er ein weiteres Dacapo des heute erst drei Mal gehörten Siegertitels anstimmen kann. Mittendrin holt Daniel in einer ritterlichen Geste die knapp unterlegene Sarah zu sich nach vorn und beide singen die zweite Hälfte des Songs gemeinsam. Mit dieser einigermaßen emotionalen Szene endet die Staffel tränenreich, aber harmonisch.

    Ich denke, das Ergebnis geht in Ordnung und gönnen wir Daniel den Moment im Licht. Feiern ist heute und Dschungel ist übermorgen. Dazwischen hat er vielleicht Glück und nutzt seine Chance, wer weiß…

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  • DSDS (RTL) 19.04.2009 No Comments

    Die wichtigste Frage, die lt. DSDS offenbar ganz Deutschland bewegt, wird schon im Intro gestellt: Ist Annemarie eine Hexe? Angeblich hat sie bei allen zurückliegenden Mottoshows immer richtig getippt, wer rausfliegt und muss deswegen mit dunklen Mächten im Bund sein. Also entweder ist Annemarie wirklich eine Hexe, hat einfach viel Glück oder kennt das Skript der ganzen Staffel…

    Heute muss jeder Kandidat wieder zwei Songs singen, diesmal unter dem Motto “Sonne und Regen”. Wie so oft, macht auch diesmal Benny Kieckhäben den Anfang. Komisch eigentlich, soviel Losglück, immer gehört er zu den ersten, das kann ja auch nur mit dem Teufel zugehen… Im Einspieler heult er sich beim Publikum über die böse Annemarie aus, die doch einfach hinter seinem Rücken über ihn getratscht hat, die alte Hexe! Trotzdem singt er mit “Walking on Sunshine” (Kathrina and the Waves) ein ausgesprochen fröhliches Lied.

    Annemaries Fluch hat Benny zwar knapp verfehlt, jedoch offensichtlich seine Kostümberater getroffen, anders ist der neongrüne Alptraum von Bermudashorts und Netzhandschuhen nicht zu erklären, mit dem er die Zuschauer malträtiert. Dieter meckert nachher über den Song und sieht Benny schon beim Kofferpacken, Nina spricht vor allem vom Neongrün und Volker gibt den Beschwichtiger und dämpft Dieters Kritik ein wenig.

    Sarah Kreuz hat nach den Texthängern vom letzten Mal Besserung geschworen. Auch sie spricht von Annemaries fiesen Machenschaften, steht aber angeblich über den Dingen: “Ich streite nicht, ich singe nur”. Sie präsentiert heute zuerst einen Regentitel, nämlich “It’s  raining Men” von den gewichtigen Weather Girls. Auf den ersten Hör ganz ordentlich, es scheint diesmal keine Texthänger zu geben. Volker findet auch heraus, warum: Sarah singt einfach so undeutlich, dass man die einzelnen Worte sowieso nicht verstehen kann, darum kann man ihr auch keinen Fehler nachweisen. Schlaue Idee! Außerdem ist Volker von Sarahs neuem Styling begeistert, wobei es ihm offenbar die knielangen, schwarzen Lackstiefel besonders angetan haben…

    Dieter ist gegen solche Einflüsse wohl schon immun, er ist nur lauwarm angetan, hat außerdem doch wieder Texthänger entdeckt und findet überhaupt, dass der ganze Song nicht zu Sarah passt. Die fragt nun zickig zurück, welcher Song denn besser gepasst hätte, Dieter weiß es nicht, wirkt dabei etwas dummbräsig und wir bekommen das schleichende Gefühl, dass für Sarah der Zug zum Superstar gerade abgefahren ist. Dieter auf offener Bühne anzupampen, ist für DSDS-Kandidaten meistens der karrieretechnische Suizid. (Habe gerade die Assoziation von einer blonden Hexe, die letzte Nacht eine Sarah nachempfundene Voodoo-Puppe mit Nadeln durchbohrt hat…)

    Nummer Drei ist Dominik Büchele. Wir erinnern uns: In der letzten Mottoshow hatte er zu Dieters Missfallen “Wire to Wire” von Razorlight gesungen, die Band hat das Cover angeblich gesehen (wer’s glaubt) und Dominik deshalb zu einem Konzert mit anschließendem Backstage-Besuch eingeladen. Zweites Thema seines Einspielers ist natürlich wieder der universale Zoff mit Annemarie, die angeblich hinter der Bühne über ihn gelästert habe, sich daran jetzt aber nicht mehr erinnern könne… Kein Wunder, dass die hinterfotzige Annemarie so gut mit der Blöd-Zeitung kann, die Masche ist irgendwie ähnlich. Langsam vermisse ich Holger, der war zwar ein Spinner, aber wenigstens harmlos.

    Mädchenschwarm Domi singt im bunten Hawaiihemd “Upside down” von Jack Johnson, also einen Gutelaunesong. Die ist dann aber bald vorbei, denn heute ist wohl nicht sein stärkster Tag (oder Annemarie hat heute Nacht mit ihren Voodoo-Puppen Überstunden gemacht). Dieter zerlegt ihn genüsslich nach Strich und Faden: “Hemd von Kick, Gesang kack, der Auftritt war gartenzwergmäßig, viel schlechter geht das nicht”, die Rest-Jury stimmt ihm inhaltlich zu, sagt es aber netter.

    Die Einspieler von Daniel Schuhmacher leiden irgendwie immer an einer gewissen Künstlichkeit. Bei der Top-7-Show musste er aus unklaren Gründen Fallschirmspringen, beim letzten Mal gab es einen Besuch im Kinderkrankenhaus. Diesmal lässt man den ausgedachten Quatsch gleich ganz weg und es geht sofort wieder um Thema Numero Uno: Annemarie, Annemarie, Annemarie. Auch Daniel hat gehört, dass das blonde Gift über ihn und Dominik gelästert hat und das nun nicht mehr wahrhaben will. Blablablabla. Wenigstens bringt er eine neue Facette ins Spiel und lästert seinerseits über Annemaries krassen Vater, der wohl bei ihrer Erziehung versagt habe. Ach Kinders, ist das schön, man kann sich zurücklehnen und gemütlich aus dem Sessel zugucken, wie sich die Leute wegen nix in die Klotten kriegen. Endlich geht es bei DSDS mal um wichtige Dinge, das ewige Gesinge ging mir sowieso schon langsam auf die Nerven! ;-)

    A propos “Gesinge”, einen Song gibt es ja auch noch: Daniel bringt von den Eurythmics “Here comes the Rain again”. Nach “Sweet Dreams” in der Top-8-Show ist das schon sein zweiter Song von dieser Gruppe; seine relativ hohe Männerstimme entspricht einfach sehr der tiefen Frauenstimme von Annie Lennox. Bei ihm versagt Annemaries Fluch glücklicherweise, er performt ganz gut, die Jury ist begeistert und das Publikum jubelt sowieso frenetisch, sobald es ihn sieht. War das vielleicht der kommende Superstar 2009? Wenn er nicht noch etwas Wesentliches vermackelt, müsste das eigentlich reichen.

    Nun kommt Annemarie Eilfeld, die Hexe, und das Publikum buht sofort. Ihr Kernsatz im Einspieler ist “Ich bin nicht zu DSDS gekommen, um neue Freunde zu finden.”. Damit macht sie sich zwar zum Kameradenschwein, ist in ihrer Einstellung aber möglicherweise professioneller oder realistischer, als ihre Mitbewerber. Wenn ich Dieter Bohlens Bücher richtig memoriere, ergibt sich da sogar eine gewisse Seelenverwandschaft (weshalb ich keinen der beiden persönlich kennen möchte).

    Annemarie steigt mit “Bailando” von Loona in den Ring, von Beginn an heftig ausgebuht und von Gegen-Sprechchören begleitet. Warum ist sie auch so ein Kotzbrocken? Musikalisch kann man ihr leider nicht viel vorwerfen, Dieter macht es aber trotzdem: Er attestiert Gefühllosigkeit, nennt sie sogar “Bitch”, was ja im Englischen nicht gerade ein Kosename ist, und das Publikum applaudiert dazu begeistert. Die Sendung hieße nicht “Deutschland sucht den Karaoke-Star”, deshalb passe ihr Gesang nicht in seine Show. Die pathologisch harmoniesüchtige Nina lobt einerseits Annemaries Mut, in Spanisch zu singen, will dann aber auch nicht bei Dieter anecken und mäkelt deshalb etwas über ihr (Annemaries) schlechtes Styling und dass sie aussähe wie Linda de Mol. Von Volker kommt dann noch ein klassisches Sowohl-als-auch-Statement.

    Nach der ersten Runde sehen wir vermutlich aus Gründen der Eigen-PR den nervigen Oliver Pocher. Er blödelt sich durch einen Einspieler mit komplett vergeigtem Vocal-Coaching, reißt ein paar Schwulenwitze auf Kosten von Benny und bändelt schließlich mit Annemarie an. Am Ende der Show droht uns sein Liveauftritt, volle Deckung!

    Runde Zwei beginnt mit Benny Kieckhäben als Pia Zadora bzw. Jermaine Jackson mit “When the Rain begins to fall”. Das Lied ist im Original schon grässlich und Benny mangelndes musikalisches Zielvermögen macht es nicht besser. Seine Performance sieht immer aus, als wenn ein Storch durch den Salat stolziert, aber die Jury ist einigermaßen gnädig. Dafür bekommen Volker und Dieter (mit Widerstand) von Benny einen Kuss auf die Stirn gedrückt und laufen dann pflichtschuldig rot an.

    Sarah Kreuz singt im zweiten Aufguss Stevie Wonders “You are the Sunshine of my Life”. Mittlerweile hat sie den strengen Zopf  aus dem ersten Durchgang wieder gelöst und ein gelbes Kleidchen übergeworfen. Passend zum swingigen Titel performt sie nur sparsam, fast sogar spärlich, und steht die ganze Zeit auf dem selben Fleck auf der Bühne. Marco Schreyl haut anschließend den Klopfer des Tages raus, bemerkt und meint das aber gar nicht so: “Stevie hätte das gefallen, wenn er es gesehen hätte.” Der Jury hat es jedenfalls auch viel besser als der erste Titel gefallen.

    “Why does it always rain on me” (Travis) fragt sich und uns Dominik Büchele. Dieser Titel passt ihm wie angegossen und macht den schwächeren Auftritt in der Hinrunde vergessen. Etwas nervig sind aber die überdimensionalen “Domi”-Transparente, die von seinen Anhängern in die Kamera gehalten werden. Die Dieters finden die Leistung zwar ok, aber möglicherweise nicht finaltauglich.

    Als nächstes singt Daniel Schuhmacher “Ain’t no Sunshine” von Bill Withers und das ist der beste Auftritt des Abends, lt. Dieter sogar der ganzen Staffel. Obwohl das musikalisch keine leichte Kost ist, sitzt buchstäblich jeder Ton und es gibt von der gesamten Jury Standing Ovations. Also, wenn Daniel diesmal nicht Superstar wird, dann weiß ich auch nicht.

    Ganz anders läuft es nun bei der bösen Annemarie Eilfeld, die den Abend mit “Purple Rain” von Prince beschließt. Die Jury bescheinigt der blonden Vielleicht-Hexe trotz technisch guter Leistung wieder “Gefühllosigkeit”; sie habe den Titel zu einer Schlager-Version gemacht. Dieter kommt fast ins Pöbeln mit “so stellt Oma Kasuppke sich Prince vor”, sie sänge wie “die Kastelruther Spatzen” oder “die Flippers” (kenne ich Gottseidank alles nicht) und das sei “eine gruselige Schlumpfversion von Purple Rain” gewesen. Annemarie solle sich mal lieber auf die Karriere als Doppelgängerin von Linda de Mol konzentrieren. Während ihre Claqueure protestieren, ahnt man, dass Dieter sie nicht wirklich mag.

    Nun kommt wieder eine Stunde gequirlter Schwachsinn für Humorlose, notdürftig als “Comedy” getarnt, danach geht es ähnlich niveaulos weiter: Aus mir nicht klar nachvollziehbaren Gründen beginnt die Ergebnissendung mit einem unterirdischen Ulk-Auftritt von Harald Schmidts ehemaliger schlechterer Hälfte Oliver Pocher. Der dilettiert sich in einer bekloppten Maskerade mit Zottelperücke durch Tokio Hotels Titel “durch den Monsun”, rennt dabei wie angestochen (oder wie Holger) über die gesamte Bühne, rutscht ungeplant aus und landet dabei gerechterweise voll auf dem Steißbein. Das hat gezwirbelt; das Jüngelchen hält sich hinterher schmerzverzerrt den Bürzel. Dieter wirkt ob der Entweihung seiner Sendung stark angesäuert, verzieht sich vorher rechtzeitig auf die Toilette und verweigert hinterher eine Einschätzung des Auftritts. Recht so!

    Nun wird es Ernst, Zeit für die Urteilsverkündung: Nach vorn müssen Annemarie, Benny und Sarah, raus fliegt dann “Paradiesvogel” Benny. Schade eigentlich, dass er ausgerechnet gegen jemanden wie Annemarie dran glauben muss. Tränenreich verabschiedet er sich ein letztes Mal im Rampenlicht von seinem Publikum in die mediale Bedeutungslosigkeit. Wollen wir mal hoffen, dass bei Top 4 Endstation für die blonde Hexe ist. Künstlerisch hat sie nichts drauf und allein der kurze Draht zur Blöd-Zeitung macht sie ja wohl noch nicht zum Superstar!

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  • DSDS (RTL) 14.04.2009 2 Comments

    Schon mal vorweg eine Entschuldigung, dass das hier wieder so lang geworden ist. Jaja, ich wollte mich bessern, hab’s dem Blogwart versprochen, aber wenn ich so ins Schwallen komme, kenne ich keine Bremse mehr, bin halt ein Sabbelmors… Ich hoffe, Ihr habt trotzdem Euren Spaß daran. So, dann wollen wir mal!

    Ohne Osterpause singen heute die verbliebenen sechs Castingsternchen jeweils zwei Titel, nämlich im ersten Durchgang einen “gewidmeten” Song und später dann einen “aktuellen Superhit”.

    Als erstes kommt James Blunt, äh Dominik Büchele oder “Domi”, wie ihn seine Fans offenbar inzwischen nennen. In seinem Einspieler holt er sich diesmal Hilfe vom Papi, denn den nervt die dauernde Jury-Kritik am Sohnemann. Tja, da hat der gute Mann wohl die DSDS-Spielregeln nicht genau gelesen oder die früheren Staffeln verpasst, denn das berechtigte und insbesondere unberechtigte Niedermachen von Möchtegernsängern ist ja wohl ein unverzichtbarer Teil des Spaßes, oder? Und gerade wenn der Kandidat Nerven zeigt, bohrt man nach, ist doch logo. Wer erinnert sich nicht wehmütig an Daniel Küblböck in der RTL-Dschungelshow, als der nach wiederholten Kakerlakenbädern nur noch am Flennen war und genau deswegen von den Zuschauern auch für die nächste Dschungelprüfung nominiert wurde? Dominik, ich fürchte, auch Dir droht nach dem irgendwann unvermeidlichen Abgang bei DSDS die RTL-Resteverwertung im australischen Regenwald…

    Tolle Idee, Domi widmet den ersten Song seinem Heimatdorf. ;-) Für nicht so eine tolle Idee halte ich jedoch die Auswahl des Liedes “Stark” (ich + ich), denn das war in der letzten Staffel ein absoluter Knaller von Thomas Godoj und dem Vergleich hält Dominiks Stimme leider nicht stand. Papi Büchele wird wieder sauer sein, denn Dieter behauptet, er würde zwar gern etwas Nettes sagen, aber leider seien bei dem Titel alle seine Extremitäten eingeschlafen “inkludiert meine Ostereier”. Ob Ninas und Volkers Ostereier auch gelitten haben, bleibt offen, aber sie machen auf Widerstandskämpfer und finden den Auftritt “ganz ordentlich”.

    Benny Kieckhäben kriegt bei mir heute einen Bonus, denn er hat letzte Woche das Schlussduell gegen Holger Göpfert gewonnen. Also spare ich mir einen Kommentar über seinen 67 Meter langen Fanbrief (O-Ton Marco Schreyl: “Benny hat den längsten… Fanbrief.” Bruhahaha, ist der Typ witzig!) und verzichte auch auf die Wiederholung des Ausdrucks “Entkorker” für seinen ersten Freund Marcel, dem er den Song “Und wenn ein Lied…” (Söhne Mannheims) widmet.

    Äußerlich ist Benny heute für seine Verhältnisse geradezu schlicht gekleidet, mit Anzug und Krawatte und ohne buntes Tüdelüt; seine Frisur sieht dagegen wie immer etwas nach notgelandeter Feuerqualle aus. Musikalisch haut mich der Auftritt nicht vom Hocker. Volker und Nina finden das auch und bemängeln außerdem seinen starken Akzent, mit dem sich der Titel komisch anhöre. Dieter schwächt die Kritik ab und findet den Auftritt dagegen auffällig toll. Nanu, holt der Titan von Tötensen nach dem Abgang von “Captain Entertainment” jetzt etwa den “Smutje” aus der Versenkung?

    Die Runderneuerung von Vanessa Neigert schreitet voran, nach dem Englischkurs in der letzten Woche werden wir diesmal Zeuge ihres etwas peinlichen und ziemlich lauten Auftritts im Tanzkurs. Den 45 Jahre alten Oldie “Liebeskummer lohnt sich nicht” (von Siw Malmkvist) widmet sie ihrer Mutti, was sie aber nicht davon abhält, haufenweise Töne zu versemmeln und Textpassagen zu vergessen. Ihr rotes Kleid mit weißen Punkten erinnert mich an eine Plastiktischdecke vom Schrebergarten-Vereinslokal, Dieters Assoziation ist ein “Knollenblätter-Fliegenpilz”. Kritikmäßig kommt sie glimpflich davon, weil die Jury ihre Musikmankos mit der guten Show verrechnet.

    A propos Knollenblätterpilz: Als nächste kommt das “blonde Gift” Annemarie Eilfeld. Die spricht ja inzwischen wohl mehr mit der Blöd-Zeitung als mit ihren Kandidatenkollegen und wird deswegen auch allenthalben gehasst. Die Holgerianer mögen sie schon seit der Top-9-Show wegen ihrer Ausfälle gegen den Meister nicht und mit dem kleinen Rest der Menschheit hat sie es sich inzwischen wohl auch verdorben, wie man dem Buhen und Pfeifen bei jeder Nennung ihres Namens entnehmen kann. Im Einspielfilmchen springt auch hier der Papi seiner Tochter bei und faselt was von wegen, das seien alles nur die doofen Vanessa-Fans. Deshalb wohl widmet Annemarie das erste Lied ihren Erzeugern, “Nobody knows” von Pink. Wer Annemarie mag, findet ihren Auftritt wohl gelungen, allen anderen wird das Hamburger Boulevardblatt mit den großen Buchstaben wohl morgen erklären, warum sie Unrecht haben. Bei den Dieters kommt das Ganze jedenfalls erstaunlich gut an. Aber das heißt nichts, Bohlen mochte ja angeblich auch Modern Talking. :-)

    Die konstruierte Profilneurose von Daniel Schuhmacher setzt sich fort: In Ermangelung interessanterer Themen hatte man den “Pretty Boy” in der letzten Woche schon zum Fallschirmspringen abkommandiert, diesmal schicken ihn die RTL-Strippenzieher mit Kamerateam als Unterhaltungsnummer in ein Kinderkrankenhaus. Wäre doch gelacht, wenn sie ihn damit nicht hundertprozentig Schwiegermutter-kompatibel machen. Konsequent denn auch, dass er seinen Song “You give me something” (James Morrison) den Eltern und seinem kleinen Bruder widmet. Der Titel groovt leicht langweilig im Säuselmodus dahin und verführt Daniel bedauerlicherweise dazu, die meiste Zeit statisch auf einem Hocker zu sitzen. Die Jury freut sich aber noch immer über seine außergewöhnliche (etwas feminine) Stimme und winkt ihn ohne wesentliche Blessuren durch.

    Sarah Kreuz hat mit einer Kehlkopfentzündung zu kämpfen, muss aber heute Abend trotzdem ran. Ihren ersten Titel “Unforgettable” (Nat King Cole) singt sie wie gewohnt professionell in einem weißen Kleid mit wehender langer Schleppe (Windmaschine!) und widmet es einem guten Freund. Da war nichts dran auszusetzen, befindet die Jury. Die Frau hat bisher nur wenige Ecken und Kanten gezeigt, hoffentlich tut sich da noch etwas oder sie fliegt raus, ansonsten wird das lästerliche Bloggen schwierig!

    Vorhang auf zur zweiten Runde, den aktuellen Superhits:

    Seinen zweiten Titel “Wire to Wire” von Razorlight beginnt Dominik Büchele mit einem Special Effect, er hält nämlich ein brennendes Streichholz im ansonsten völlig abgedunkelten Studio. Ansonsten ist er ein Feind unnötiger Bewegungen und steht fast durchgängig wie angeklebt auf der Bühne. Die Sympathien in der Jury sind wieder ungleich verteilt, diesmal hält nur noch Nina zu ihm.

    Vor dem zweiten Titel von Benny Kieckhäben kommt mal wieder ein Moment zum Fremdschämen: Der Moderatoren-Marco zwingt die im Publikum sitzende Oma von Benny, mit der er übrigens die Frisur teilt, zur Darbietung eines schrecklichen Jodelliedchens; danach folgt der Enkel mit Ne-Yo’s “Closer”. Inzwischen hat Benny offensichtlich seine Kiste mit Diskofummeln wiedergefunden und so hüpft er mit einer silberfarbenen Persiflage auf einen scheußlichen Jogginganzug ziemlich tuffig über die Bühne, ist halt doch ein “Paradiesvogel”. Der Jury gefällt es so einigermaßen.

    Im zweiten Durchgang kommt Vanessa Neigert im Popeye-Gedächtnislook mit weißer Matrosenmütze und singt von Rosenstolz “Gib mir Sonne” oder besser gesagt: sie versucht es zu singen, denn viel war da nicht. Der Tanzkurs war auch völlig für den Eimer, denn zuerst sitzt Vanessa nur auf einem Hocker, später steht sie ziemlich lahm auf der Bühne herum. Der Überdieter bescheinigt ihr einen sympathischen Auftritt ohne Stimme. Warum sie dabei überhaupt einen Matrosenanzug anhabe, wird (zu Recht) gefragt. Volker spricht gar von einem drittklassigen Karaoke-Auftritt…

    Annemarie Eilfeld hat sich für “Just dance” von Lady Gaga entsprechend ihrem Ruf in so eine Art Osterhasenkostüm für Erwachsene gezwängt, mit schwarzen Pailetten und einer Schleife auf dem Kopf, die an Hasenöhrchen erinnert. Die Jury zählt sie dafür aus, die Blöd-Zeitung wird es dagegen wahrscheinlich lieben.

    Eine ziemlich gute Performance kommt danach vom zweiten Blondschopf Daniel Schuhmacher mit “Allein allein” von Polarkreis 18. Er fegt zwar etwas linkisch im weißen Anzug über die Bühne, bewegt sich aber immerhin mehr als so mancher seiner Kollegen und verdient sich damit das einhellige Lob der Jury.

    Den Abschluss macht dann wieder Sarah Kreuz mit “If I were a Boy” von Beyoncé. Vielleicht wünscht sie sich bei ihrem zweiten Auftritt heute wirklich, jemand anderes zu sein, denn sie hat einige Texthänger, sagt die Jury. Groß gemerkt hat man das zwar nicht, aber Volker und Dieter machen trotzdem einen auf dicke Hose und verpassen ihr einen ziemlichen Einlauf.

    Fazit insgesamt: Die ehemals Unkaputtbaren versemmeln heute auch mal ein paar Takte oder mehr, andere Leute mit Abo auf das “Nach-Vorne-Kommen” sind trotzdem immer noch da und sogar ziemlich lebendig. Absolut konstante Leistungsträger, wie in der vorherigen Staffel z.B. Thomas und Fady, gibt es diesmal nicht. Wenn nichts Sensationelles dazwischenkommt, dürfte der Superstar 2009 vermutlich zwischen Daniel und Sarah ausgefochten werden; beide wären in der letzten Staffel wohl nicht mal unter die Top 5 gekommen…

    Beim Ansehen der Aufnahme habe ich zwischen der Hauptsendung und der Ergebnisverkündung versehentlich ein paar Sekunden von dem peinlichen Drehbuch-Diarrhoe mitgekriegt, den RTL uns samstagabends so unter dem Label “Comedy” kredenzt. Das sind ja wohl nur notdürftig verfilmte Herrenwitze vom Bahnhofsklo der Neandertaler (oder wie Kalkofe sowas mal genannt hat). Echt schlimm, geht nur im Vollsuff! Vermutlich hat das aber Methode, denn so wird niemand davon abgehalten, die Zeit zum Anruf-Voting auszunutzen.

    So, nach überstandener geistiger Auszeit folgt das Ergebnis: Nach vorn müssen Annemarie, Daniel (!?!), Vanessa und Benny und raus fliegt dann unsere “Schlagerkönigin” Vanessa. Ist vielleicht besser so, sie wirkt doch heute insgesamt ziemlich indisponiert, vielleicht ist der Dauerstress denn doch zuviel für sie. Vanessa steht bei der Urteilsverkündung erst wie vom Blitz getroffen da, kapiert es nicht, dann aber doch und im Nu bricht ein kleiner Tränentsunami los, den der Schreyl geübt mit seinem Anzug auffängt. Vanessa kann ihren Fans nicht mal mehr ein paar Abschiedsworte sagen; das übernimmt dann der Moderations-Marco und entlässt uns Zuschauer bis zur nächsten Show.

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  • DSDS (RTL) 05.04.2009 1 Comment

    Nach 14 trüben Tagen hat das Lästerbloggen heute endlich wieder einen Höhepunkt – und das sogar im doppelten Sinne, denn Dieters Superstarmöchtegerns versuchen sich diesmal an “Sexy Songs”.

    Femme Fatale Benny Kieckhäben macht mal wieder den Anfang und tritt erfreulicherweise größtenteils in einem Käfig auf. Zu seinem musikalisch eher simpel gestrickten Titel “Don’t Cha” von den Pussycat Dolls trägt er politisch unkorrekt einen fetten Leopardenmantel. Mit teuren Fummeln kann man Dieter offenbar beeindrucken, denn er bescheinigt dem Paradiesvogel, mit seinem witzigen Auftritt auf der “Überholspur” zu sein. Dem schließt sich die Restjury selbstverständlich an, offenbar im Einvernehmen mit dem Publikum.

    Dieter hat eine väterliche Ader und ahnt vermutlich, dass (mindestens!) die meisten Kandidaten niemals vom Singen werden leben können. Deshalb versucht er in dieser Staffel, die Zutage tretenden Bildungslücken seiner Eleven auszubessern. Nachdem wir letztes Mal Holger beim Schwimmenlernen zusehen mussten, kriegt diesmal “Schlagerkönigin” Vanessa Neigert ein Weiterbildungsangebot, das sie nicht ablehnen kann: Sie will erstmals kein deutschsprachiges Lied singen und muss deshalb ihre Englischkenntnisse aufbessern. In einem Einspielfilmchen dürfen sich anglophile Zuschauer daran ergötzen, wie sie sich die Zunge am englischen “th” verknotet. Vokabelkenntnisse mangelhaft: Als sie englische Begriffe für Gefühle aufzählen soll, kommt Sahnetorten-Fan Vanessa nach “happy” und “sad” auf “fett”, danach übersetzt sie “depressed” mit “Presswurst”. Die Frau macht einem das Lästern fast zu leicht! :-)

    Jetzt kommt das Bekloppte an der ganzen Englisch-Lernerei: Vanessa hat sich den 70er-Jahre-Ohrwurm “Yes Sir, I can Boogie” von Baccara ausgesucht, dem spanischen Damen-Duo mit dem wahrscheinlich schauderlösesten Englisch, das je auf CD gebrannt wurde. Bei diesem Song wäre ein möglichst schlechter Akzent gerade sinnvoll gewesen, aber DSDS steht eben nicht für “Dieter sucht das Superhirn”…

    Vielleicht habe ich Vanessa unterschätzt und sie ist schlauer als gedacht, vielleicht aber auch gerade nicht und ihre Stärke liegt tatsächlich eher im Bereich der Backwarenvertilgung, jedenfalls trällert sie den angestaubten iberischen Schmachttitel mit starkem Akzent und außerdem leicht eieriger Intonation. Der rosa Puschelrock reißt das optisch aber wieder raus und die Jury ist einigermaßen zufrieden mit ihr.

    Als nächstes gibt es ein Wiedersehen mit meinem Abendbrot… :-( ER tritt auf, der Göttliche, Einzigartige, Unwiderstehliche, die kongeniale kollektive Wiedergeburt von Elvis, Freddie Mercury und Roy Black, die strahlendste Lichtgestalt der neueren Musikgeschichte und Gottes und Dieters Gabe an die Menschheit des 21. Jahrhunderts: Holger Göpfert.

    In Vorwegnahme seines spätestens nach dem DSDS-Finale geplanten Triumphzugs um die Welt, hat Holger in der letzten Woche auf Kosten von RTL schon mal London besucht. Gut, dass Privatsender keine GEZ-Gebühren bekommen, sonst würde ich mir bei dieser Verschwendung in den Arsch beißen! “Captain Entertainment” wandelt in der britischen Hauptstadt wortwörtlich auf den Spuren der Beatles und wird dabei auf dem berühmten Zebrastreifen vor den Abbey-Road-Studios beinahe von einem LKW plattgefahren. Später trifft er vor Big Ben ein paar doofe Deutsche, die sich freuen, wenigstens ihm zu begegnen, wo sie doch die Queen nicht sehen konnten… (how low can you go?) Holgers Redebeiträge sind dabei akustisch und inhaltlich nicht immer leicht zu verstehen und überschreiten oft die Grenze zur Peinlichkeit. Ob sein Besuch die auf der Insel gelegentlich vorhandenen Vorurteile gegen Deutsche abbauen hilft, darf wohl bezweifelt werden.

    In den Göpfertschen Musikschredder wandert diesmal Gary Moore’s “Still got the Blues”. Der Verwaltungsangestellte zerlegt den Song ganz gegen die Gewohnheit heute mal ohne Klavier. Stattdessen sitzt er rücklings auf einem Stuhl und schaukelt beim Singen mit dem Oberkörper hin und her, was mich sehr an Stevie Wonder erinnert – das ist aber auch schon die einzige Ähnlichkeit mit einem richtigen Profi. Erst bei der letzten Strophe springt Holger auf und hüpft ein paar Mal unmotiviert, natürlich komplett gegen den Takt. Für seine Verhältnisse und gemessen an seinen bisherigen Auftritten erinnert die heutige Performance eher an Leichenstarre.

    Wie nicht anders zu erwarten, hält Dieter wieder die Hand über sein Geschöpf und lobt den Auftritt, wenn auch nur “im Großen und Ganzen”. Vorweg erfolgt noch ein Aufruf an die Damenwelt, Holgers (lebens-)lange Abstinenz vom anderen Geschlecht beenden zu helfen. Nina und Volker versuchen erfolgreich, Dieters Lob noch zu übertreffen und erklären den heutigen Auftritt zu Holgers bestem bei DSDS überhaupt. Auweia!

    Dominik Büchele bringt diesmal “Sunday Morning” von Maroon 5, klingt dabei aber immer noch wie James Blunt – wofür er natürlich auch nichts kann. Wofür er was kann, ist, dass der Song irgendwie belanglos und “easy going” dahinplätschert und entgegen dem heutigen Motto auch nicht besonders “sexy” wirkt. Damit zeigt Dominik jetzt schon zum zweiten Mal in Folge, dass er wohl leider kein glückliches Händchen bei der Titelauswahl hat. Das ist bedauerlich, denn eigentlich wirkt er ja ganz sympathisch, aber vielleicht eben doch nicht wie ein Superstar. Das Urteil der Jury ist denn auch niederschmetternd, Dieter bringt es wieder auf den Punkt: “Der Song war der allerletzte Lutscher, a) kennt den kein Schwein und b) die Nummer ist Käse.”.

    Das blonde Gift Annemarie Eilfeld wird nach wie vor von den Holgerianern im Publikum gehasst und ausgebuht. Sie performt “Lady Marmalade” von Christina Aguilera in einem roten “Lederpanzer” (Zitat Marco Schreyl) mit schwarzen Strapsen und wirkt, auf gut Deutsch gesagt, ziemlich nuttig, womit sie aber voll das Thema des heutigen Abends trifft. Sehenswert ist, wie sie sehr aufreizend direkt neben dem Jury-Tisch tanzt und Volker starr geradeaus guckt, einen Miniblick zur Seite riskiert und dann schnell wieder den Kopf nach vorn dreht. Entweder war das alles so schlimm oder Volker hat Angst vor Befangenheit beim anschließenden Urteil. Dieter hat in dieser Beziehung keine Komplexe: “Ziemlich viel Show, ziemlich wenig Stimme, jede Tanzkapelle in Tötensen singt besser”. Naja, man muss ihn verstehen, die fiese Annemarie hatte bekanntlich vor zwei Shows mal was Böses über seinen Freund Holger gesagt…

    “Diva” Sarah Kreuz musste in der letzten Woche mit Dieters aktuellem Best Buddy Bruce Darnell das Lächeln üben und auch an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten. Bruce ist am Ende begeistert von ihr und entlässt sie mit “Ick wunß dea ganz fill Gluck” auf die Bühne. Sie singt “The Trouble with Love is” von Kelly Clarkson wie gewohnt musikalisch perfekt und lächelt diesmal sogar tatsächlich dann und wann. Das fällt auch der Jury auf und alle sind rundum zufrieden. Da ist nichts weiter dran zu lästern.

    Beim Letzten des heutigen Abends, Daniel Schuhmacher, sind offenbar alle Homestories schon erzählt oder selbst für die DSDS-Verwertung zu langweilig und wo nichts ist, muss man eben etwas erfinden: Daniel wird von RTL zu einem Tandem-Fallschirmsprung genötigt, der dann seinen kompletten Einspieler ausmacht. Mit “Sexual Healing” von Marvin Gaye hat er sich nach Ansicht von Dieter den schwersten Song des Abends aufgehalst. Mir persönlich gefällt der Auftritt nicht ganz so gut, das Lied wirkt etwas atemlos, Daniels hohe Stimme und sein Anzug passen nicht richtig dazu und Tanzperformance ist seine Sache nicht. Die Jury ist auch nur so lala zufrieden, sieht Daniel aber trotzdem als Favoriten für den DSDS-Thron.

    Nach einer schier endlos wirkenden Stunde mit Dumpfbackenhumor kommt die Entscheidung. Nach vorn müssen Benny, Vanessa, Holger und Annemarie und dann passiert es, ich gewinne meinen Glauben an die Gerechtigkeit und die Menschheit zurück, denn H O L G E R   I S T   R A U S  !!! JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!! Ausgerechnet im letzten Stechen mit Benny, dem von Dieter so gern kritisierten Paradiesvogel, verliert Holger! Ha, ist das schön, ich mach den Blog zu und tüdel mir einen an! Ciao Leute, bis zum nächsten Mal…  :-)

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  • DSDS (RTL) 22.03.2009 No Comments

    Das Thema der heutigen dritten DSDS-Mottoshow heißt “Die größten Partyhits aller Zeiten” und es geht wirklich etwas mehr zur Sache, Power statt Deprimucke ist angesagt. Und weil RTL die Action auf der Bühne noch nicht reicht, hat man jetzt offenbar auch kräftig im Kandidatenhaus gezündelt. Fast alle Sternazubis bringen in ihrem Einspieler vor dem Auftritt ein Statement zur Hackerei in der letzten Woche zwischen Annemarie und Holger. Heraus kommt: Mehr Feinde hat das Blonde Gift. Holger tut den anderen Kandidaten eher leid – vermutlich wird er trotz Dieters Protegierung nicht ganz für voll genommen. Dabei ist der Mann nicht zu unterschätzen, immerhin kann er seit dieser Woche auch (etwas) schwimmen, wie wir bedauerlicherweise sehen müssen.

    “Diva” Sarah Kreuz macht den Anfang. Schon im Einspieler geht sie beim Publikum auf Stimmenfang und nennt Annemarie herzlos. Die Holger-Fraktion jubelt dazu nach dem Motto “der Feind meines Feindes ist mein Freund”. Bestimmt ein schlauer Zug von Sarah, denn falls Holger mal eines Tages nicht mehr dabei sein sollte (Gott und Dieter bewahre), erbt sie vielleicht seine Fans…

    Auch mit Gloria Gaynors “I will survive” macht sie alles richtig und die Jury ist rundweg begeistert… bis auf Dieter, der Sarahs mickrige Englischkenntnisse bemängelt. Aber dazu hat er seinen aktuellen Best Kumpel Bruce Darnell (“Drama, Baby”) eingeladen, der kurz den Catwalk machen darf und in den kommenden Wochen als Englischlehrer für Sarah fungieren soll. Ich vermute, dass sich Dieter durch die Verpflichtung von Bruce nur aus der Schusslinie der Gay Community manövrieren will, in die er letzte Woche durch die schwulenfeindliche Kritik an Benny gekommen war.

    A propos Benny Kieckhäben, der selbsternannte Paradiesvogel kommt als nächster dran. In seinem Einspieler erklärt er erstmal seine Neutralität im Titanenkampf Annemarie gegen Holger “Isch lieb se alle – isch kann niemand hasse”. Dann werden die Ergebnisse des Fotoshootings von Benny aus der Bild-Zeitung (Dieters Leib- und Magenpostille) präsentiert. Unfreiwilllig lernen wir dann noch Marcel kennen, Bennys Entkorker und bester Freund. Passend dazu trällert Benny “What is Love” von Haddaway. Diesmal ist sogar Dieter begeistert, nichts mehr mit Transenshow und Tuntenball.

    Für Babyface Daniel Schuhmacher hat sich RTL inzwischen das Attribut “Pretty Boy” überlegt. Er hat nicht nur eine neue Frisur, sondern auch ein geschicktes Händchen bei der Titelauswahl: Diesmal präsentiert er “Sweet Dreams” von den Eurythmics – wegen seiner hohen Stimme kann er den Song in derselben Lage wie Annie Lennox singen. Dieter prophezeit Daniel, dass er bei DSDS noch sehr weit kommen werde.

    “Schlagerkönigin” Vanessa Neigert trifft in ihrem Einspielfilmchen zum ersten Mal seit drei Jahren ihren Vater, das gibt “Pipi in die Augen”. Anschließend versucht sie sich an einem Liedchen aus dem Neandertal des deutschen Schlagers, nämlich Gittes “Ich will ‘nen Cowboy als Mann”. Ihre Tanzperformance in grün schimmernder Wurstpelle mit Faltenrock ist ok, aber der Gesang… olala, da würde sich Gitte im Grabe umdrehen, wenn sie schon gestorben wäre… Diesmal fällt das sogar der Jury auf und Vanessa gelobt Besserung.

    Pfeifkonzert zum Auftritt von Annemarie Eilfeld: Das blonde Gift hatte sich bekanntlich in der letzten Woche durch die Kritik an Dieters Liebling selbst aus dem Kreis der zivilisierten Menschheit herauskatapultiert, jetzt reicht schon die Nennung ihres Namens für lautstarke Missfallensäußerungen der Holgerianer. Sie scheint das aber zu genießen und zieht in ihrem Einspieler heute auch noch über Marc und Sarah her, die angeblich zusammen seien. Kommt mir vor wie in der fünften Klasse, passt aber zu ihrem Titel “99 Luftballons”.

    Der Song geht so, aber Nena kann’s besser, sagt Gott Dieter, und der muss es wissen. Das etwas bitchige Kleid mag er auch nicht, dabei ist es doch so schön kurz, die hochhackigen Schuhe und die fehlende Achselbehaarung finden aber Anerkennung. Die Jury streitet kurz darüber, ob Buhrufe okay seien oder nicht und Bohlen formuliert wie immer das druckreife Schlusswort: “Also man darf sich darüber echt nicht wundern, wenn man sich zu Everybody’s Arschloch macht.”. (Als Annemarie die Bühne verlässt, tröstet sie Moderator Marco Schreyl charmant “Also ich glaube nicht, dass Du ein Arschloch bist”.)

    Auch “Strahlemann” Marc Jentzen schlägt sich auf Holgers Seite und meckert über die böse Annemarie. Sein “Celebration” von Kool and the Gang kriegt er ungewohnt sauber rüber, macht gut Action auf der Bühne und verdient sich damit das Lob der Jury.

    Und dann ist es wieder so weit, der Grund, weshalb ich sonnabends nur noch leichte Kost zu mir nehme: Holger Göpfert tritt auf. Doch vor den Angriff auf Ohren und Verdauungsorgane hat RTL diesmal noch ein besonderes Highlight gesetzt. Wer die letzte Sendung gesehen hat, ist vorgewarnt und schafft vielleicht noch den rettenden Griff zur Fernbedienung, alle anderen müssen nun Bilder sehen, die eigentlich keinem Menschen zugemutet werden sollten: Holger lernt schwimmen. Die Story beginnt damit, dass ER im weißen Bademantel und mit Dieters geschenkten Schwimmflügelchen am Beckenrand steht und irgendetwas mit seiner Schwimmlehrerin brabbelt. Gnädigerweise ist die Kamera gerade am anderen Ende des Beckens, als ER den Bademantel fallen lässt und blitzschnell die Leiter hinuntersaust ins Wasser. Bestimmt gibt es jetzt ein paar ganz böse Zuschauer, die hoffen, dass die Schwimmflügel Löcher haben!? Pfui, wie gemein! (Ich würde das nie denken, denn worüber sollte ich ohne Holger nächste Woche lästern?) Also, die Schwimmflügel sind nicht kaputt, Holger taucht wieder auf und brabbelt unverdrossen weiter. Am Ende kriegt er tatsächlich eine Bescheinigung, dass er die “Seepferdchen”-Prüfung bestanden hat – auch wenn es mehr nach See-Elefant aussieht. Ein Phänomen, denn damit kann er jetzt schon besser schwimmen als singen…

    Während man angesichts der gerade gesehenen Bilder noch um Luft und Fassung ringt, beginnt die Hauptattacke auf den guten Geschmack, denn Göpfert betritt jetzt live die Arena. Heute dilletiert er schon zum zweiten Mal mit einem Queen-Titel, nämlich mit “We are the Champions”. Der arme Freddie Mercury – auch der kann sich mangels Beisetzung nicht im Grabe umdrehen, aber vermutlich küselt sich jetzt irgendwo seine Asche. Musikalisch ist das schon eine ziemliche Zumutung, aber optisch vermurkst Captain Entertainment im Smoking diese wunderschöne Hymne dann total. Seine unmotivierten Zuckungen und Drehungen wirken wie eine schlechte Kopie einer ganz miesen Parodie auf den charismatischen Queen-Sänger. Wenigstens weiß ich jetzt wieder, was ich heute zum Mittag hatte…

    Die Jury steht wie gewohnt völlig unter Dieters Knute und gratuliert Holger geschlossen zum bestandenen Seepferdchen und zum heutigen Titel. Nina und Volker sollten geistige Insolvenz anmelden, ich kann mir das nur so erklären, dass Dieter ihre Gehaltsschecks zurückhält! Dazu passt auch, dass nach der nun folgenden Werbepause ganz fett Propaganda für den Dieter-Film am Sonntagabend gemacht wird. Prima, sein Haussender RTL macht den Kotau und sendet zur Prime Time einen Streifen, der wegen mangelnder Qualität nicht mal einen Kinoverleiher gefunden hat!

    Das Ende markiert “Herzensbrecher” Dominik Büchele mit einer echten Überraschung: Er singt scheiße! Die Backfischhymne “Reality” von Richard Sanderson wirkt schon im Original wie eine Musik gewordene Dreifachportion Tiramisu, aber Dominik eiert und leiert zusätzlich durch dieses Stück, dass man denkt, er habe zu lange neben Holger auf der Bank gesessen. Dieter schimpft, das sei nur Hasenfuß-Musik und reiche nicht für einen Spitzenplatz. Die anderen Jurymitglieder sind wie immer natürlich auch seiner Meinung.

    Diesmal gibt es zwischen der Hauptsendung und dem Ergebnis einen Boxkampf – vermutlich wird dabei mehr gelacht, als bei den unsäglichen Humorgranaten, die RTL an den vorherigen Sonnabenden an dieser Stelle sendete.

    Jetzt kommt das Urteil der Zuschauer: Nach vorn müssen wie in der Vorwoche Marc, die böse Annemarie und Benny, dazu diesmal auch noch Vanessa. Raus fliegt dann am Ende Marc Jentzen. Holger ist somit bei der nächsten Show in zwei Wochen wieder dabei. Nachdem er inzwischen schon schwimmen kann, lernt er ja diesmal vielleicht fliegen… oder sogar singen?

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