• Liebe Freundinnen und Freunde der ländlich-platten Unterhaltung, heute ist mal wieder Montag, der Tag der RTL-Landwirte. Und heute müsst Ihr alle ganz tapfer sein, denn es brauen sich ein paar dunkle Wolken über den Ställen unserer Lieben zusammen, doch seht selbst:

    Irgendwie hat Josef das Konzept der Sendung wohl nicht ganz durchblickt. Er wähnt sich vermutlich in “Bauer sucht Putze”, denn es reicht ihm offenbar nicht, dass Narumol seine Kühe melkt, die Bude aufräumt, kocht und – “wenn er das schafft” (siehe Vorwoche) – auch noch seine Kinder zur Welt bringt. Heute soll seine thailändische Perle nun unbedingt auch noch das Treckerfahren lernen. Das ist wieder ein tolles Bild für das RTL-Poesiealbum: Narumol sitzt im gelben Sommerkleid und mit langen Gummistiefeln auf dem Treckerfossil und wummert über Josefs Feldwege. Der Bauer sitzt links auf dem Notsitz und fummelt die ganze Zeit hektisch an den vielen Hebeln, deren Bedeutung leider im Dunkeln blieb, als er sie Narumol und uns Zuschauern zuvor in Tiefbayerisch zu erklären versuchte. Zwischendurch würgt sie das Gefährt ein paar Mal ab und ist von sich selbst tief enttäuscht, weil es nicht gleich beim ersten Mal perfekt klappt.

    Schwer depressiv ob ihrer mangelnden Fahrkünste wippt Narumol auf der bäuerlichen Hollywood-Schaukel und klagt Josef ihr Leid. Der guckt ziemlich ratlos, fast leer. Der Chiemgauer ist nun mal kein gelernter Mackenklempner, sondern auf der Gefühlsebene eher grobmotorisch veranlagt, wenn auch mit rustikal-liebenswürdigem Aszendent. Am Ende guckt Josef wohl mal schnell ins Drehbuch (bzw. ihm wird vorgesagt) und er kann seine Herzallerliebste kurz vor ihrer Selbstentleibung noch mit ein paar genuschelten Trostworten und einer ungelenken Umarmung beruhigen. Sie wischt ihre Tränen ab und vertagt den Abgang um mindestens eine Folge, soweit man sie versteht. Aber wenigstens gibt es für Stefan Raabs Zuschauer wieder was zum Lachen.

    Narumol ist kein Kind von Traurigkeit, in einer späteren Szene hat sie offenbar inzwischen das Treckerfahren gelernt und kutschiert ihren Bauern zur Weide. Gemeinsam jagen sie mit “oootschi-botschi-botschi-botschi-botschiiiiiii” die Kälber von einer Koppel in die andere. Narumol trägt zu ihrem gelben Sommerkleid jetzt auch noch einen ebensolchen Hut und natürlich die unvermeidlichen Gummistiefel. Mit ihrem dunklen Taint wirkt das alles zusammen ziemlich exotisch. (Hintergrundmusik: Boney M – “Brown Girl in the Ring”, sehr sinnig)

    Am Ende des Tages bekommt Josef von seiner Narumol dann sogar noch eine richtige Thai-Massage. Die Frau ist ein echtes Phänomen, sie kann beinahe alles: kochen, putzen, gärtnern, melken, Trecker fahren und massieren, nur nicht schwimmen und Deutsch.

    Dann gibt es ein Wiedersehen mit dem angeblich lustigen Ziegenwirt Willi aus Hessen, der heute auf der vakanten Planstelle von Weinbauer Tobias debütiert. Langsam wird mir das Konzept klar: RTL verheizt die Bauern nicht alle parallel, sondern stochert so lange in den Einzelschicksalen herum, bis da nichts mehr rauszuholen ist, lässt dann die jeweilige Hofwoche enden und holt sich den nächsten Landwirt aus dem Fundus. Leute mit natürlicher Telegenität und hohem Fremdschämfaktor – wie Josef und Dieter – tragen über viele Folgen, andere – wie Tobias und Markus – langweilen mit ihren Durchschnittsschicksalen und werden deshalb vergleichsweise schnell ausgemustert.

    Wir erinnern uns an das Scheunenfest – oder auch nicht: Der “lustige” Willi (41) hatte sich die vier Jahre jüngere Karola ausgesucht, die als bayerische “Frohnatur”gecastet worden war. Um ihr den Einstieg in das Format möglichst peinlich zu machen, wird auch sie mit maximalem Tamtam begrüßt: Der Ziegenbauer holt die undürre Altenpflegerin mit einem alten Bollerwagen – immerhin ungeschmückt – vom Bahnhof ab. Daheim werden erstmal Mutter und Tiere vorgestellt. Jedes Tier hat einen Namen und jeder Name wird von Frohnatur Karola mit einem leicht dämlich wirkenden Lachen quittiert. Später bringt der Bauer seine Auserwählte ins ziemlich rotstichig eingerichtete Gästezimmer und mit einem keuschen Gutenachtkuss verabschieden sich beide bis zur nächsten Folge.

    Beim “herzlichen” Holzbauern Maurizio hängt etwas der Haussegen schief: Er hat leckere Brötchen zum Frühstück besorgt und will es richtig gemütlich angehen lassen, aber seine Cornelia misanthropiert nur garstig am Tisch herum. Sie wolle lediglich Kaffee und eine Zigarette und überhaupt scheinen ihr Bauer, Fernsehteam und Zuschauer mal kreuzweise zu können. Das ganze Thema Bauernhof hängt ihr schon nach 24 Stunden erkennbar zum Halse raus. Die bekennende Vegetarierin kriegt sich gleich darauf beim Ausmisten des Hasenstalls mit dem Italiener in die Wolle. Keine Ahnung, warum sie so giftig wird, aber scheinbar hat die Dame keinen Bock auf Putzen. (Narumol würde das noch schnell und ohne jede Beschwerde zwischen Melken und Kochen einschieben.) Allein vor der Kamera schwadroniert Conny dann noch über den Italiener an sich. Ja, sie ist eben eine “ehrliche Haut”, so ihr RTL-Untertitel.

    Später holen Maurizio und Conny Futter vom Feld und schon wieder kracht es. Diesmal passt ihr nicht, dass er das Grünzeug erstmal am Wegesrand zu Haufen aufstapelt, anstatt es direkt auf den Anhänger zu werfen. Mann, über was man sich doch so streiten kann… Maurizio macht das einzig Richtige: Er sucht nach ihren dauernden Meckereien die direkte Aussprache und fragt auf den Punkt “Wofür bist Du eigentlich hergekommen?”. Sie seien beide wie Tiger und Löwe, wie Feuer und Wasser und er hoffe sehr, dass man in den nächsten Tagen auch mal ein bisschen Spaß habe und sich nicht nur bekriege. <Keine-Ironie>Super, das war echt menschlich sehr reif, wie Maurizio das rübergebracht hat, Respekt!</Keine-Ironie>

    Nachmittags kommt Connys Tochter mit Freund zu Besuch und beim Kaffeetrinken macht sie vor allen Leuten schon wieder voll den Miesepeter. Maurizio kann einem echt Leid tun, ich würde die Frau an seiner Stelle längst vom Hof gejagt haben. Und genau das tut der Italiener dann auch: Nach einer allerletzten Unterredung fährt Conny mit ihrer Tochter nach Hause. Gott sei Dank. Aber der Italiener an sich ist ja nicht umsonst der Flirt-Weltmeister: Maurizio erinnert sich an das Scheunenfest und seine tollen Gespräche mit irgend so einer Claudia. Die ruft er jetzt an und bietet ihr die durch Connys Abgang frei gewordene Stelle auf seinem Hof an. Mehr dazu in der nächsten Folge…

    Nun geht’s in’s Schwabenland zum “fleißigen” Rinderwirt Dieter. Auch bei ihm gibt’s heute Anlass für Tränen, denn seine auserwählte Heike ist in der vergangenen Nacht in sich gegangen. Dort war zwar offenbar auch nicht viel los, aber wenigstens kam sie mit der Erkenntnis zurück, dass Kühe weder für den Augenblick noch dauerhaft etwas für sie sind. Heike will stattdessen zukünftig mehr in Mode machen. Was das genau bedeutet, sagt sie nicht. Eine Karriere als Top-Model käme nach meinem subjektiven Dafürhalten erst nach dem Tod aller anderen 3,5 Milliarden Frauen des Planeten in Betracht, aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Vielleicht sind Heikes Vorstellungen ja auch bescheidener und sie will nur Star-Designerin in Paris, Mailand oder New York werden. Lagerfeld wird ja auch nicht jünger und möglicherweise wäre das auch gleich eine tolle Idee für eine neue RTL-Show: “Deutschland sucht den Modezar (DSDM)”?

    Dieter nimmt es jedenfalls wie ein Mann, als sich Heike mit Filmteam morgens seinem Trecker in den Weg stellt und ihm ihre Entscheidung pro Haute Couture mitteilt. Der Bauer kann einem Leid tun, aber offenbar ist er Abfuhren gewohnt. Immerhin wollen die beiden “gute Freunde” bleiben und sich auch zukünftig besuchen. Hahaha, ich sehe schon das Bild vor mir, wie er mit schitterigem Blaumann und Gummistiefeln bei der Präsentation ihrer ersten Kollektion in Monte Carlo am Laufsteg sitzt.

    Kleiner Hinweis an die Stoffel von RTL: Liebe Leute, wenn ihr aus Datenschutzgründen schon alle Namen von Bahnhöfen wegpixelt, denkt nächstes Mal bitte auch an die Betreiberaufschrift vom Taxi inkl. Telefonnummer…

    Die Rolle des Fischkopps war seit Claus Clausens Abgang in der letzten Woche unbesetzt – hier übernimmt ab sofort Jungbauer Carsten. Was Frauen angeht, ist der trotz seiner erst 23 Jahre offenbar bereits so verzweifelt, dass er sich für die Regulierung seines Hormonhaushalts der Dienste von RTL und Inka Bause bedienen muss. Beim Scheunenfest fiel ihm seinerzeit die Entscheidung so schwer, dass er gleich beide Bewerberinnen, die braunhaarige Lilja und die blonde Annika, zu sich nach Ostfriesland einlud. Sinnigerweise kommen die Damen dann auch gemeinsam per Bahn in den plattdeutschen Gefilden von Carsten an. Eine weite Anreise hatten übrigens beide nicht, die eine stammt aus Bremen und die andere aus Niedersachsen. Bei Josef, dem anderen Ich-kann-mich-nicht-entscheiden-Bauer, sollte die zweite Bewerberin ursprünglich erst nach Narmol einfliegen. Vielleicht erwarten sich die Drehbuchschreiberlinge bei Carsten ein paar interessante HahnenHennen-Kämpfe?

    Man sieht also, es bleibt spannend bei “Arsch sucht Eimer”, denn ein paar Fragen sind ja noch ungeklärt:

    • Welche seiner Frauen angelt sich Carsten? Oder welche angelt sich ihn?
    • Ist Maurizios nächste Frau wieder so ein Besen?
    • Kommt Heike zurück und wenn ja: wird sie wieder für Dieter backen und kriegt seine Mutter dann wieder einen Anfall?
    • Kann Narumol auch jodeln?

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  • Liebe Leute, nicht böse sein, aber heute fordert meine Arbeit ihren Tribut: Es gibt diesmal einen etwas kürzeren Eintrag zur aktuellen Folge von unseren Landwirten auf Freiersfüßen.

    Bei Tobias und Kerstin in Rheinhessen hat’s wirklich gefunkt, schade nur, dass die Frau jetzt lt. RTL-Drehbuch abreisen muss, denn ihre “Hofwoche” ist rum. Bis auf die unmodischen Ringelsocken des Bauern gibt es zwischen den beiden offenbar keine Probleme. Nicht mal beim gemeinsamen Bad in einem schlammigen Tümpel und dem anschließenden Picknick passiert etwas überraschendes. Wie langweilig.

    Bei Dieter auf dem Hof kümmert sich Heike immer noch um das kleine Kälbchen aus der vorvorherigen Woche. Das wäre als Inhalt dieser Folge zu idyllisch, deshalb will Dieter, dass sich seine Herzallerliebste mal mit der Klauenpflege von Rindviechern befasst. Und das, wo wir doch seit dem letzten Mal ihren Ekel vor allem Kühischen kennen. Diesmal hätte die Friseurin das fast geschafft, aber auch hier gibt’s Schwierigkeiten: Erst äppelt sich die Kuh den Darm leer, dann ist Heike die Schutzbrille, die sie aufsetzen soll, zu dreckig.

    Später kommt dann endlich doch etwas, was die niedersächsische Friseurin kann, die beiden machen nämlich einen Ausflug in Dieters schöne Heimat, die schwäbische Alb. Sie wandern in auffallend bunten Klamotten durch den Wald und genießen die tolle Aussicht. Heike ist beeindruckt von dem schönen Blick und Dieter, der gewiefte Verführer, nutzt die Gunst der Stunde und lädt sie schnell noch zum Essen ein. Im Hintergrund hört der versierte Cineast dabei die Erkennungsmelodie aus “Winnetou”. Passt auch ganz gut, nur dass diese Squaw einen halben Kopf größer ist als ihr Häuptling…

    Später sehen wir dann auch tatsächlich eine Gemeinsamkeit der beiden, sie sind nämlich in gastronomischer Hinsicht komplett unbewandert, offenbar waren sie noch nicht mal beim Italiener. “Was ist Gnuttschi?” – “Weiß ich auch nicht”. Dieter fragt sie, warum sie seine Avancen nicht beantworte. Dabei gesteht Heike, dass sie eigentlich ziemlich schwierig sei, Heidi Klum anbete, Mode sehr liebe und mit Kühen eben nicht klar käme. Das sieht nicht nach einer tragfähigen Beziehung aus, um das mal gelinde auszudrücken.

    Nun kommt ein ganz neuer Protagonist ins Spiel, den wir seit der allerersten Folge nicht mehr gesehen haben: Maurizio, der fröhliche italienisch-stämmige Holzbauer ist wieder da! Wir sehen, wie er seine Cornelia mit qualmendem Trecker-Oldtimer und kitschig dekoriertem Wagen von der Bushaltestelle abholt. Leider gießt es an dem Tag ziemlich und das museumsreife Gefährt hat außer einem bunten Regenschirm kein Dach… Auch Maurizio würden übrigens ein paar Untertitel gut tun – später kommen die dann auch tatsächlich. Des Holzbauern Lieblingsfarbe ist ein intensives Rot, das betrifft seine Klamotten, die Wohnzimmerwand und auch die Bettwäsche. Ansonsten wirkt er liebenswert verschroben und originell, irgendwie das positive Gegenstück zu Claus Clausen (siehe unten).

    Mit seiner Cornelia kriegt Maurizio schnell Stress! Offenbar ist sie Vegetarierin und wird biestig, als er erzählt, welches Schicksal seinen paar Kühen am Ende droht: Die kommen nämlich in die Wurst.

    Nun kommen wir ins “malerische” Chiemgau zu den Superstars der diesjährigen Staffel, Josef und Narumol. Sie haben sich mit ihrem Bröseldeutsch mittlerweile einen festen Platz in den Herzen der TV-Total-Zuschauer erspielt. Man hat das Gefühl, das Drehteam muss einfach nur die Kamera anschmeißen, drauf halten und der putzige Rest ergibt sich dann von selbst. Übrigens hat man den beiden diesmal als Hintergrundmusik für ihre Szenen den Vorspann von “Die Sendung mit der Maus” verpasst, der ja bekanntlich auch immer was mit Fremdsprachen zu tun hat (“das war serbokroatisch”).

    Auch diesmal stößt Narumol schnell wieder an die barocken Grenzen des Einsiedlerbauern, denn er findet heraus, dass sie a) gelegentlich beim Arbeiten mal eine Pause braucht und b) dabei auch noch raucht. Beides kann er überhaupt nicht verstehen – weil er angeblich immer komplett durcharbeitet und dabei höchstens ein Glas Wasser trinkt. “Narumol bauck fumm Minud Pause – iss datt schlimm?” fragt sie und von ihm kommt nur ein trockenes “Joa”. Immerhin, sie will Josef zuliebe versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören.

    Heute scheinen irgendwie alle Paare vom Waschzwang befallen zu sein, denn auch die überzeugten Nichtschwimmer Josef und Narumol (Kampfname “Miau”) watscheln mit Badelatschen zu einem kleinen See. Josef hüpft mit einer lila Badehose (vermutlich ein Erbstück seines Großvaters) vom Anleger in das flache Wasser und Narumol bewundert seinen durchtrainierten Astralkörper “ick finde, Josef iss ein aktativ Mann”. Dann hält die liebenswerte Thailänderin nichts mehr und sie folgt ihrem Bauern ins Wasser; beide plantschen darin wie kleine Kinder. Später sitzen sie auf der Picknickdecke und liefern Stefan Raab die Pointe für morgen: “Kannst Du Dich vorstellen, ein Kind mit mir zu kriegen?” fragt er wörtlich, worauf sie charmant antwortet “Ja, wenn Du datt schaff”. Sein schräges Grinsen entschädigt für viele langweilige Stunden Müll-TV…

    Claus Clausen entfaltet wieder mal messianischen Eifer, um seiner Andrea die nordfriesische Heimat näher zu bringen. Diesmal muss sie erst mit ihm auf ein Sperrwerk fahren und auf die See gucken, anschließend darf sie einen Eiergrog probieren, den Clausen theatralisch auf Plattdeutsch bestellt. Auch hier geht jetzt die gemeinsame Zeit zu Ende. Während der Bauer offenbar eher ein Gemütsmensch ist, sieht die Sekretärin alles ziemlich sachlich: “die Eroberung in meinem Herzen ist bereits weit fortgeschritten” gibt sie ihre Gefühle in korrektem Amtsdeutsch zu Protokoll.

    So, für die nächste Woche hoffe ich, dass wir auch die anderen verschollenen Bauern – und die Bäuerin – endlich mal sehen. Bis dahin freue ich mich noch etwas an der Idylle von Josi und Narumölchen. Ob RTL dann demnächst auch die Trauung in der merkwürdigen Dorfkirche live überträgt?

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  • Meine Fresse, wie die Zeit vergeht! Es ist schon wieder Montag und das kann bei RTL momentan nur eines bedeuten: Landpartie!!! Ich bin ja schon sehr gespannt, was unsere fünf Bauern diesmal wieder verzapfen, um uns Zuschauer zum Erröten zu bringen – vor Lachen und vor allem vor Scham. Und ob wohl endlich das Rätsel der vier fehlenden Landwirte (bzw. einer Landwirtin) gelöst wird? So langsam wird das wirklich merkwürdig, aber ich bleibe dran…

    Schönschön, wir beginnen diesmal mit Rinderwirt Dieter, dessen Szenen wie gehabt von einem Rindvieh bei der Produktion von Kuhfladen eingeleitet werden. A propos “verschissen”: Heike verschläft den Beginn ihres Arbeitstags und erscheint erst um 8 Uhr bei Dieter im Kuhstall. Die beiden begrüßen sich wie Geschäftsleute per Handschlag. Romantik pur, der Dieter ist schon so ein Womanizer. :-) Danach beginnt für Heike der weniger schöne Teil des Tages, denn jetzt soll sie zum ersten Mal melken. Das wird zum Fiasko: Erst verheddert sich die niedersächsische Friseurin minutenlang in einem komplizierten Kleidungsstück namens Schürze, danach ekelt sie sich so sehr vor den Kühen oder vor der Melkmaschine oder vor Dieter, dass sie die Arbeit verweigert. Stattdessen sieht sie Dieterlein einfach nur andächtig bei der Arbeit zu. Unser Frauenflüsterer macht aber auf einfühlsam: “Woran hakt’s denn, wegen der Kacke oder so?”. Ich will ja nicht unken, aber ich habe so das ganz dumpfe Gefühl, dass das mit den beiden nichts wird, also insgesamt. Letztes Mal hatte Heike schon arge Probleme in der Küche und diesmal kriegt sie nicht mal die Milch aus dem Euter geleiert, da bleiben ja nicht mehr so ganz viele sinnvolle Betätigungsfelder. Als Dieter später eine Schüssel voller Süßkirschen anschleppt, berichtet die Friseurin mampfenderweise dann auch noch, dass sie dagegen eigentlich allergisch sei und gleich “so dick Herpes” kriegen würde.

    Um ein für alle Mal klar zu machen, wer in dieser na, äh, also Beziehung die Hosen anhat, fragt Heike ihren Bauern nun listig, weshalb er eigentlich die beiden Hemden noch nicht anprobiert habe, die sie ihm beim Scheunenfest schenkte. Dieter windet sich verlegen, hat aber gegen das bekloppte Drehbuch keine Chance und schleppt die noch originalverpackten Teile herbei. Nach einem unerfreulichen kleinen Oberkörper-Striptease steht er in dem viel zu großen Hemd vor der ablachenden Heike. “Musst dein’ Vater schenken”, ist ihr pragmatischer Kommentar. Offenbar ging es ihr vor allem um die Begutachtung der männlichen Qualitäten ihres Bäuerchens, denn jetzt mäkelt sie herum, er äße zu wenig Steaks, nur von Honigbrot allein könne man ja nicht groß und kräftig werden. Ich sag’s noch mal: Das wird nichts mit den beiden!

    Im hohen Norden, wo sich Kälber und Bauern manchmal verdächtig ähneln, treibt weiterhin Herr Clausen sein Unwesen. Er ist das Protzen noch immer nicht leid und will Andrea heute seine Getreidefelder zeigen – weshalb sich die Sekretärin dafür aufbrezelt, bleibt allerdings ihr kleines Geheimnis. Der Hit sind ihre lila Gummistiefel und ein angeblich zu offenherziger Pullover, die Herrn Clausen, dem notorischen Friesenkopp, gleich negativ aufstoßen. Sie solle sich gefälligst weniger auffällig anziehen, man gehe ja schließlich nicht zur “Sexausstellung”. Schade, dass es hier kein Televoting wie bei DSDS gibt, sonst wären Clausens offensichtlich geskripteten Auftritte bestimmt schon Geschichte.

    In einer unsäglichen weiteren Szene sucht Andrea, die jetzt schon für Clausen kocht, nach Servietten. Er hat keine, fördert aber aus einer Schmuddelschublade seiner Junggesellenbleibe ein angeblich ungebrauchtes Strumpfband zutage. Das ist natürlich wieder Ausgangspunkt eines ganzen Schwalls anzüglicher Macho-Sprüche. Später baggert der Bauer Andrea dann noch erbarmungslos an: Es sei Sonntag und draußen regne es nur, ob sie da nicht mal ein bisschen mit ihm zwischen die Laken schlüpfen wolle? Sie lehnt dankend ab, das sei ihr doch alles ein bisschen zu schnell… Mir kommt beim Zusehen doch echt das Essen hoch! Solange das Fernsehen auf dem Hof ist, nutzt Clausen definitiv jede Gelegenheit, seine angeblich trotz 59 Jahren überreichlich vorhandene Anziehungskraft auf das andere Geschlecht plakativ zur Schau zu stellen – auch wenn das außer ihm selbst keiner glaubt. So wenig sympathisch, wie sie mir ist, tut mir Andrea trotzdem fast Leid: Sie dient nur als Vehikel, damit der Friese seinen Kopf möglichst oft in die Kamera halten kann. Ansonsten haben die beiden soviel miteinander zu tun wie Dieter Bohlen und gute Musik.

    Im “malerischen Chiemgau” (O-Ton RTL) muss Narumol, die schwer verständliche Thailänderin, mit ihrem Bauern Josef, den man noch schlechter versteht, in die Kirche. Sie soll das erste Mal den Rosenkranz mitbeten, wünscht sich der fromme Landwirt. (Wahrscheinlich ist es in seinem Universum sonst nicht erlaubt, mit ihr noch länger unter einem Dach zu nächtigen.) Leider hat sich Narumol etwas in der Klamottenwahl vertan. Sie erscheint zum Kirchgang mit einem schreiend pinkfarbenen T-Shirt, das vermutlich noch im Dunkeln leuchtet. Josef lässt Farben nur bei den Badezimmerkacheln zu, trägt selbst stets erdige Grau- und Brauntöne und ist deshalb von Narumols Outfit wenig begeistert. Die Jeans passt ihm auch nicht “hoascht koa Rock?”, höre ich aus seinem Bayerischen Dialekt heraus. Tatsächlich plünnt sich die Holde dann ein etwas dezenteres Kleid an und gemeinsam gehen sie zum Gottesdienst, in Josefs Dorf offensichtlich ein Gesellschaftsereignis ersten Ranges.

    An der dortigen Kirche sind die wesentlichen soziokulturellen Errungenschaften der letzten Jahrhunderte scheinbar folgenlos vorüber gegangen und wir befinden uns schlagartig wieder im Mittelalter: Männlein und Weiblein sitzen hier nämlich getrennt! Andererseits wird Narumol trotz ihres exotischen Aussehens nicht gleich als Hexe verbrannt, also so weit ist man hier immerhin doch schon…

    Nach dem Gottesdienst stellt Josef den anderen Dörflern artig seine Auserwählte vor. Übrigens sind die bei weitem nicht so farb-allergisch, wie der fromme Bauer; eine nicht gerade extrem junge Dame hat sogar einen ähnlich quietschebunten Pullover an, wie Narumol vorhin. Nun stehen alle – weiterhin nach Geschlechtern getrennt – verlegen grinsend im Kreis um die Thailänderin und halten Maulaffen feil. Vermutlich ist es heute das erste Mal, dass der bisher so fromme Josef mit Weibsvolk zur Kirche kommt. Auch Narumol fühlt sich anfangs offensichtlich nicht ganz wohl in ihrer Haut, wer weiß, vielleicht sammeln die Leute ja hinter ihrem Rücken schon Steine… Dann kommt aber doch ein eifriges Händeschütteln in Gang und die Nachbarn stellen sich der Reihe nach vor. “Das ist der Engelbert” – “Alibert?” – “Nein, Engelbert!” – “Englebeck?” – “ENGELBERT!!!” Alle lachen über Narumols mangelhafte Kenntnis gängiger deutscher Vornamen, aber das Eis ist gebrochen.

    Diese Mutprobe haben Josef und Narumol bestanden und zur Belohnung machen sie jetzt mit seinem dicken Daimler einen Ausflug in die Berge. Die Norddeutsche Narumol stößt hier wieder an ihre Grenzen, denn sie ist nicht ganz schwindelfrei und kotzt dem Bauern auf der letzten Etappe fast in den Schoß. “Ich denke oooh Scheiße mit Seilbahn fahren!” und “ich bin fick und fertig” [sic!], untertitelt RTL ihr Fraktaldeutsch, ohne einen Duden-Filter dazwischen zu schalten. Letzteres nehme ich RTL ein wenig übel, da könnte man wenigstens in der Übersetzung sprachlich einiges glätten, um Narumol nicht der Lächerlichkeit preis zu geben. Aber vermutlich will man genau dies. Die Szene kommt dann todsicher morgen wieder zur Volksbelustigung bei TV total. (Früher hat man die Freaks auf Jahrmärkten in Käfigen vorgeführt, heute geht das dank Fernsehen und Stefan Raab auch ohne Verlassen des heimischen Wohnzimmers.)

    Narumol ist echt hart im Nehmen und bekommt ihren Magen wieder unter Kontrolle. In der letzten Szene sitzt sie nämlich mit Josef auf einer Bank vor einem Wahnsinns-Bergpanorama (Studio mit Fototapete?) und die beide tauschen unbeholfen Zärtlichkeiten aus, deren verbalen Anteil sie aber vermutlich gegenseitig wieder nicht verstehen, weil es die Untertitel eben nur im Fernsehen gibt. Josef ist etwas irritiert, weil Narumol fortwährend lacht, besonders dann, als der Bauer ihr gesteht “ich hab dich lieb!”.

    Für das langweilig-harmonische Paar Tobias und Kerstin haben sich die Drehbuchautoren wieder einen hanebüchenen Unsinn ausgedacht, damit die Zuschauer diese Szenen nicht zum Toilettengang missbrauchen. Erst fahren die beiden in einem museumsreifen Trecker-Oldtimer in die Weinberge, später unterzieht Kerstin ihren überraschten Bauern einer Brusthaarentfernung mit Heißwachs. Der leidet erheblich, was seine Auserwählte aber eher noch anspornt. “Aber an den Weichteilen machen wir das nicht, gell?”, fragt er ängstlich zwischen zwei fiesen Rucken. Sie lächelt nur vielsagend in sich hinein… Am Abend sitzt Tobias wie ein Schuljunge bei Kerstin im Gästezimmer auf dem gegenüberliegenden Bett und sieht schmachtend zu, wie sie sich die Beine eincremt. Ob sie nicht lieber bei ihm drüben schlafen wolle, fragt er unsicher in die Kamera. “Ja klar”, sagt sie und schwupps trägt er sie rüber in sein Doppelbett, der Clown (siehe Folge 2) fliegt dafür raus und auch das Fernsehteam verlässt geschwind die sich anbahnende nicht-jugendfreie Szene. 1:0 für RTL.

    Der fünfte und damit – warum auch immer – letzte Bauer ist der Pfälzer Markus. Die Hofwoche seiner Yvonne geht heute bereits zu Ende und deshalb greift RTL nochmal tief in den Spesentopf und lässt einen Reitausflug mit integriertem Picknick springen. Die beiden galoppieren durch die Landschaft, was beim moppeligen Markus mit Rucksack etwas komisch aussieht. Ich hoffe, bei seinem Pferd ist hinterher noch etwas Geld für den Tier-Orthopäden übrig… :-) Nachher sitzen die beiden auf der Decke und futtern Kuchen. Markus, der mich in seinem grünen Blaumann dauernd an einen Tankwart erinnert, will die intime Situation allein mit Yvonne und ein paar Millionen Zuschauern dazu nutzen, über ihrer beider Zukunft zu sprechen. Er ist wohl einigermaßen verliebt und sie ist auch nicht ganz abgeneigt, bittet sich aber etwas Bedenkzeit aus. Mit Tränen in den Augen und die Arme voller Abschiedsgeschenke steigt sie in den Bus gen Heimat.

    Und auch wir müssen wieder für eine Woche Abschied nehmen von der gelegentlich überraschend fremden Welt der Bauern. Mal sehen, wie die RTL-Schreiberlinge sie beim nächsten Mal wieder piesacken werden…

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  • Hallo zusammen, hier ist der Landfunk! RTL entführt uns auch an diesem Montagabend bei “Trüffel sucht Schwein” in die faszinierend erdige Welt der neun hoffungsvollen Ex-Singles. Das heißt, eigentlich sind es wieder nur fünf Bauern, wo die anderen vier abgeblieben sind, verschweigt uns RTL weiterhin (waren wohl nicht so fotogen). Reicht aber eigentlich auch schon so… Heute müssen die Möchtegern-Besserehälften den Zuschauern jedenfalls beweisen, dass sie außer Mediengeilheit auch noch Qualitäten haben, die man im Stall, auf der Weide, im Weinberg oder in der Küche brauchen kann.

    Los geht’s mit absolutem Kitsch, denn bei Waldbauer Markus “in der schönen Pfalz” kräht tatsächlich morgens der Hahn. Wir sehen, wie sich der Bauer aus seiner knallbunten Kinder-Bettwäsche schält und dann in sein quietsche-grün gekacheltes Badezimmer geht. Nanu, genau diese bescheuerte Kachelfarbe gab es doch auch beim frommen Josef in der letzten Folge, hat RTL da etwa geschlampt und beide Szenen in denselben Kulissen gedreht????? Egal, Markus zieht jedenfalls die Verführer-Nummer durch, kocht seiner Yvonne einen Kaffee und serviert den auf leisen Sohlen direkt ans Bett (im Gästezimmer). Die Tatsache, dass das Fernsehteam schon im Zimmer ist, als Markus hinein schleicht, verdirbt etwas den Eindruck einer ungestörten Romanze. Yvonne gesteht noch etwas verpennt, dass sie sich erstmal daran gewöhnen muss, dass es auf Markus Hof – außer im Bad – keine Zimmertüren, sondern nur Vorhänge gibt!?! :-) Markus stammelt eine Erklärung, verfällt aber vor Aufregung in die Sprache der hiesigen Ureinwohner und muss für den Rest der Sendung untertitelt werden.

    Dann geht’s ab in seinen Wald zum romantischen Bäumezerkleinern. Markus zeigt Yvonne, wie man die Säge richtig hält und sie himmelt ihn dafür an. Später sieht man beide beim munteren Plantschen barfuß auf dem Rasen. Ganz klar, da liegt was in der Luft! Ich rate mal, was in der nächsten Folge passiert: die beiden Schnuckis laufen händchenhaltend mit der Säge in den Wald, fällen einen Baum, machen aus den Brettern Türen für Markus Bauernhof und sägen dann aus jeder Tür ein Herzchen aus, damit der Bauer sich nicht so eingesperrt fühlt… :-)

    Im noch malerischeren Chiemgau hat der fromme Milchbauer Josef den anfänglichen Kulturschock überwunden und weckt seine Narumol, die inzwischen dank Häschensprache und Stefan Raab auf dem Weg zur unfreiwilligen C-Promi ist. Wie gewohnt, versteht man beide Protagonisten akustisch so gut wie gar nicht und ist auf die Übersetzung in den Untertiteln angewiesen. Josef serviert seiner thailändischen Flamme zum Frühstück einen Krug warmer Rohmilch und ist geschockt, als sie ihm erzählt, dass sie bei Milch immer gleich kotzen müsse (vermutlich Laktose-Intoleranz). Das geht ja eigentlich nicht, schließlich ist er Milchbauer… aber noch bevor Frust aufkommt, verkündet Naromol, dass sie jetzt sein Haus putzen wolle. Erst dachte ich, dass sei ihre komische Umschreibung für eine kleine Kennenlern-Genussferkelei im Heu, aber sie meint das wohl tatsächlich wörtlich. Der fromme Josef hat scheinbar auch keine unkeuschen Assoziationen gehabt und sagt, er freue sich über diese Ankündigung. Schön, mein bisheriges Weltbild stimmt also schon mal bis hierher:  Frauen wollen nur das Eine, nämlich putzen, und in Bauernhäusern gibt es Vorhänge statt Türen (siehe Markus).

    Tatsächlich sehen wir Narumol, die thailändische Perle, in der nächsten Szene beim Putzen von Josefs unglaublich grünem Badezimmer. Die Farbe ist eine Kriegserklärung an alle Sehenden, hatte man da früher in der DDR nicht Trabis draus gemacht? Highlight der Badezimmerreinigung ist die total verrostete Waage, die Narumol angewidert über der Badewanne ausschüttelt. Sie beichtet in ihrem Fraktaldeutsch die erfreuliche Tatsache, dass sie eine Putzmacke habe und nie still sitzen könne. Das dürfte ihren Marktwert auf jeden Fall steigern. Wenn das hier bei “Arsch sucht Eimer” nicht klappen sollte, findet sie bestimmt ganz schnell einen anderen Mann mit verdreckter Bude, wo sie sich austoben kann.

    Weil sie den Hof so schön geputzt hat, darf Nerumol dann zur Belohnung noch gleich die Kühe melken. Das hat sie noch nie gemacht, stellt sich dabei unter Josefs wachsamen und wohlwollenden Blicken aber gar nicht mal so dösig an, es scheint ihr sogar Spaß zu machen. Als dabei keine Kuh zu Schaden kommt, ist die Zeit reif für die höchsten Weihen: Narumol darf in Josefs bisheriger Junggesellenküche ein Kotelett braten. Vor dem Essen wird dann so inbrünstig gebetet, dass da selbst der Papst noch was lernen könnte.

    Und dann kommt meine heutige Lieblingsstelle, ein Kabinettstückchen aus dem echt-gescripteten Leben: Josef und Narumol gestehen sich am Mittagstisch gegenseitig, dass sie einander wegen ihrer komischen Sprachen fast nicht verstehen können! Als er hinterher allein mit der Kamera ist, beklagt sich Josef nochmal, dass Narumol immer mit thailändischem Akzent spräche. Ohne Untertitel hätte ich sein tiefbayerisches Gefasel allerdings überhaupt nicht verstanden! Ich lach’ mich scheckig, die beiden sind ja echt was für das TV-Poesiealbum, gleich zwischen Regina Zindler (“Moschndrohtzoun”) und Lorielle “Lorenzo” London. Hinterher passiert das dann gleich nochmal: Josef versucht Narumol zu verklickern, dass er die zweite beim Scheunenfest geschossene ausgewählte Frau (Michaela) inzwischen wieder ausgeladen hat. Die Thailänderin versteht das erst beim zweiten Anlauf, schnappt sich dann aber unseren frommen Josef für eine erste innige Umarmung auf dem Sofa. Leute, ich sage Euch, da geht noch was…

    Als nächstes treffen wir im ebenfalls sehr schönen Schwabenländle den kleinen Rinderwirt Dieter, dessen Szenen übrigens immer mit einer Kuh auf der Weide bei der Darmentleerung eingeleitet werden! Er ist gerade beim Vorbereiten des Frühstückstisches in der Küche. Er will seiner Heike schon am Morgen Stachelbeerkuchen kredenzen und aus dem Off singt Nana Mouskouri ihr grässliches Lied “Guten Morgen, Sonnenschein”. Heike erscheint leicht angegnaddelt in der Küche und hat offenbar den Kopf noch nicht eingestöpselt. Minutenlang faselt sie etwas von einem Muffin-Rezept, dass sie in ihrem Koffer habe und mal vorkochen möchte. (Liebe Heike, “Muffin” ist ein englisches Wort und wird “Maffinn” ausgesprochen.) Mitten in das dämliche Backwerkgelaber platzt Dieters Vater. Ich bin etwas verblüfft und Heike auch, denn wir hätten uns den Oberbauern angesichts seines mickrigen Sohnes nicht so groß und kräftig vorgestellt. Dann brilliert Heike etwas mit ihren Geographiekenntnissen: Sie sei zuvor noch niemals südlich von Hannover gewesen, erzählt sie und berichtet gleich im nächsten Satz, sie sei in Durban in Südafrika geboren worden. Hä?

    In der nächsten Dieter-Szene besichtigt er mit Heike seinen Kuhstall. Drehbuchgerecht ferkeln da erst zwei brünftige Kühe miteinander herum, dann findet der Bauer ein angeblich erst 10 Minuten altes Kalb. “Ist das aber süüüß!” Hinterher darf sich Heike einen Namen für das neugeborene Kalb ausdenken, ideenreich kommt sie auf “Kalbi”. Dieter schüttelt darüber hinterher – allein vor der Kamera – den Kopf “das ist ein komischer Name, ich hätte sie ‘Goldrosi’ genannt”. [Kein Kommentar]

    Die letzte Dieter-Szene beginnt wieder derb-romantisch mit einer kackender Kuh und steuert dann urplötzlich in die Apokalypse: Das Bäuerchen und seine Heike wollen Kuchen backen, sind aber zu blöd dazu, nehmen nicht genug Mehl und nun klebt der Teig tierisch. Jetzt betritt Dieters ältliche Mutter die Küche und kreischt schon von der Tür aus mit 120 Dezibel, dass das zu wenig Mehl sei und sie habe es gleich gesagt und so weiter. Heike keift zurück, Oma wird noch lauter und Sohnemann duckt sich erschrocken weg. Hinterher verträgt man sich zwar angeblich wieder, sagt die Stimme aus dem Off, aber ich finde, die haben hier irgendwie alle einen Hau.

    Ackerbauer Claus Clausen im hohen Norden ist ein eher unaufdringlicher Gastgeber und hat deshalb erst gar kein Frühstück gemacht. Wozu auch, dafür ist ja nun auch die Andrea auf dem Hof, oder? Außerdem ist eh sein Kühlschrank leer und das ist überhaupt auch alles viel zu kompliziert für einen einfachen Bauern wie ihn. Einkaufen gehört ja sowieso bekanntlich seit der Antike zu den weiblichen Domänen, besonders in Nordfriesland, wo das mit der Antike auch noch gar nicht soooo lange her zu sein scheint. Man hat das Gefühl, Herr Clausen wäre eigentlich am liebsten wieder allein und könnte das Junggesellendasein fortsetzen. Wenn doch bloß nicht die verlockende Gage von RTL wäre – noch eine Woche durchgehalten und er kann sich endlich den Flachbildfernseher mit Sky-Abo leisten… ;-)

    In der nächsten Szene zeigt Clausen seiner Andrea und uns Zuschauern seine diversen Landmaschinen. Bei diesem Thema wird der Friesenmuffel plötzlich ganz munter. Besonders sein grüner Mähdrescher hat es ihm angetan, er hat nämlich den größten. Letztes Jahr neu gekauft und natürlich bar bezahlt, erzählt der alte Angeber, als er Andrea zur Besichtigung die Leiter hinauf schiebt. Kaputtes Gästebett (siehe letzte Folge), Ebbe im Kühlschrank und dann protzt er plötzlich so mit seinem Vermögen rum, wie passt das denn zusammen?

    In der nächsten Szene schleppt Clausen seine Beute Auserwählte zu einer Windkraftanlage und zwingt sie dazu, die 68 Meter im Inneren hochzuklettern, obwohl sie nicht schwindelfrei ist. Der Nordfriese ist aber ein Charmeur der alten Schule: Mit den Worten “Zieh den Bauch ein, Du bist doch nicht schwanger” zieht er bei ihr den Klettergurt stramm und überprüft manuell den festen Sitz an ihrem Po, dann jagt er sie den Turm hoch. Hinterher findet er die ganze Aktion dann auch noch irgendwie erotisch, sagt er. Echt peinlich.

    Als Stiefkind dieser Folge erweist sich der rheinhessische Weinbauer Tobias. Er steigt mit seiner Kerstin in den heimischen Weinkeller und zeigt ihr, wie man Fässer reinigt. Später sieht man sie beim Kuscheln auf dem blauen Frotteesofa. Kein Streit, keine Missverständnisse, keine böse Schwiegermutter – da hab ich schon interessantere Testbilder gesehen, als diese Story. Irgendwie haben die beiden wohl den Sinn dieser Sendung nicht ganz verstanden, Kinder, hier geht es ums Fremdschämen, Harmonie habe ich selbst genug zu Hause, dafür muss ich den Fernseher doch nicht anmachen!!!

    Vermutlich haben sich die RTL-Drehbuchschreiber zulange in Tobias Weinkeller herumgetrieben und konnten dann wegen ihres Katers keine vernünftigen Geschichten mehr zusammendichten. Hoffen wir, dass sie bis zur nächsten Woche wieder nüchtern sind, denn dieser Staffel fehlt bisher klar die Action!

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  • In der heutigen zweiten Folge von “Torf sucht Nase” begleiten wir die ersten Schritte von fünf unserer neun einsamen Landwirte mit ihren Auserwählten auf den heimischen Höfen. Was mit den anderen vier Bauern ist, verrät uns RTL allerdings nicht. Vielleicht denken die ja, wir Zuschauer könnten nicht zählen und bemerkten das nicht? Sowieso scheint RTL auch vor der Mattscheibe eher einfache Gemüter zu vermuten; in einem Anruf-Gewinnspiel für 3.000 Euro lautet die Frage “Was bringt Glück? a) Bügeleisen b) Hufeisen”. Während ich noch an der schwierigen Lösung kniffle, beginnt schon der bunte Reigen.

    Den Anfang macht der überdrehte Nordfriese Claus Clausen (!), der Besuch von seiner Andrea bekommt und sie unbedingt am Hafen mit einem zünftigen Krabbenbrötchen willkommen heißen muss. Der Clausen labert pausenlos dummes Zeug mit Küstenakzent, wie ich finde. So gern ich auch persönlich im Norden bin, geht mir seine impertinent zur Schau gestellte Heimatverbundenheit doch tierisch auf die Nerven – vielleicht liegt es auch daran, dass im Hintergrund der unsägliche Gassenhauer “An der Nordseeküste” von Klaus & Klaus dudelt. Wenn das kein Grund für Landflucht ist, weiß ich auch nicht…

    Clausens freistehendes Haus sieht gar nicht nach Bauernhof aus und die Einrichtung erinnert mich eher an etwas zwischen der “Southfork Ranch” der Ewings und einem Bestattungsinstitut. Andrea wird im alten Kinderzimmer der längst ausgezogenen Söhne einquartiert. Das Zimmer ist offenbar in keiner Weise für den Besuch hergerichtet worden und das (unbezogene) Bett fällt schon beim ersten Ansehen auseinander. Anschließend darf Andrea dann selbst unter Clausens prüfenden Blicken ihr Bett beziehen. Da kommt sie ob ihrer Erwünschtheit doch etwas ins Grübeln.

    Weinbauer Tobias plant für seine Kerstin einen Sektempfang, putzt dafür den elterlichen Hof und schickt die Mutti als Empfangskomitee zum Bahnhof. Dumm nur, dass die gar nicht weiß, wie Kerstin aussieht. Als sie sich gefunden haben, ist Kerstin denn auch leicht irritiert, dass sie nicht von dem von RTL angedichteten Herzallerliebsten, sondern nur von dessen wuchtiger Mami begrüßt wird. Nach dem Sekt darf die Frau ihr Gästezimmer für die nächsten Tage beziehen; es atmet den Charme der 50er Jahre. Und nebenan wohnt Tobias selbst; auch seine Butze ist voller Erbstücke der Oma. Auf seinem Bett sitzt ein riesiger Clown, den der Möchtegern-Herzensbrecher seiner nun doch verwirrt aussehenden Zukünftigen erklären muss.

    Nun geht es in das kleine Hofrestaurant und in die Küche, wo Tobias Mama bereits das Bauernfrühstück (wie passend) schmurgelt. Ob sie sich vorstellen könne, hier später mal mit anzupacken, wird Kerstin charmant aber bestimmt gefragt. Klar kann sie, was soll sie auch vor der Kamera anderes sagen? Die mollige Mutti ist augenscheinlich ganz angetan, kriegt Schwiegermuttergefühle und vermutet verschmitzt “da ist irgendwas im Busch, bei denen”.

    Im Schwabenländle erwartet Dieter seine auserwählte Friseurin Heike, die mich noch immer an Schneewittchen erinnert. Während sie mit dem RTL-Team eine halbe Stunde lang bei Regen in einer Bushaltestelle auf ihren Westentaschen-Galan wartet, räumt der angeblich noch in seiner Bude den Kleiderschrank leer. Gutes Timing, Dieter! Überhaupt scheint er dringend nochmal einen Benimmkurs für Anfänger machen zu müssen, denn weder nimmt er Heike die Tasche ab, noch hält er im strömenden Regen den Schirm über sie. Kein Wunder, dass er bislang auf Damenbesuch verzichten musste.

    Zuhause angekommen wird das Paar von Dieters hutzeliger Mutter begrüßt. Die erzählt in einem offenbar später aufgenommenen Einspieler “Mein erster Eindruck war gut…” – deutet sich da etwa schon eine eher ungünstige Wendung des Dieterschen Schicksals an? Aber warten wir es ab. Zunächst besichtigt Heike Dieters für sie geräumtes Zimmer, das aussieht wie ein Kinderzimmer. Mit sichtlichem Unbehagen erfährt sie, dass sie in seinem Bett schlafen soll (“das ist aber neu bezogen, gell?”). Dieters Vater hat übrigens keine Zeit, seine möglicherweise angehende Schwiegertochter zu begrüßen, denn “der ist noch im Stall”. Das reicht für heute, Heike ist müde und wird von Dieter auf ihr Zimmer gebracht. Mit einer ungelenken Umarmung verabschiedet sich das Paar in spe.

    Der knuffige Pfälzer Markus hat offenbar keine Angst vor Kitsch und holt seine Yvonne mit einer Pferdekutsche vom Bahnhof ab. RTL legt unter die herzergreifenden Begrüßungsszenen passenderweise “Take my Breath away” aus dem Film “Top Gun”. Markus hat aber auch so gar nichts von Tom Cruise… Lt. Texteinblendung steht Yvonne auf “stämmige Männer und große Hunde” und freundet sich auf dem Hof gleich mit Markus Rottweiler an. Ansonsten passiert hier in dieser Folge nichts Bemerkenswertes.

    Nun kommen wir zum auf mich immer leicht gestört wirkenden, aber angeblich frommen, Josef nach Bayern. Wie sich die geneigte Leserschaft möglicherweise erinnert, hat der Milchbauer im hormonellen Überschwang gleich zwei Damen zu sich auf den Hof bestellt. Zunächst holt er die Thailänderin Narumol (Kampfname “Miau”), deren Namen er nach wie vor nicht ohne Holpern aussprechen kann, per Traktor vom Bahnhof ab. Übrigens hat RTL den Stationsnamen ausgepixelt, das lässt noch auf ein paar peinliche Szenen hoffen! Weiterhin muss Josef wegen fehlender Kenntnisse des Hochdeutschen komplett untertitelt werden, Narumol dagegen nur manchmal. Mir bleibt schleierhaft, wie die beiden miteinander kommunizieren sollen, aber wahre Liebe überwindet ja alle Grenzen.

    Auf dem Hof führt Josef zunächst sein intensiv grün-gekacheltes, heimatmuseumsreifes Badezimmer mit Holzheizung vor. Narumol wirkt überrascht, nicht aber erfreut. Danach gibt es Abendbrot mit frischem Aufschnitt und Himbeerkuchen – was für eine Zusammenstellung. Narumol ekelt sich zwar scheinbar vor den Fliegen, die überall auf dem Tisch herum fliegen, ist aber ansonsten ganz pfiffig. Ein Besteck braucht sie nicht zum Essen “Ich nehme Hand – Messer ist Scheiße”. Danach will sie ins Bett und gibt dem frommen Josef einen Gutenachtkuss, was den völlig aus der Bahn wirft.

    Das war ja insgesamt nur mäßig peinlich, hoffentlich geht da in den restlichen Folgen noch was. Und wo bitte bleiben die anderen vier Bauern aus der ersten Episode? Die Vorschau für die nächste Woche verheißt übrigens Action: In einer kurzen Szene kreischt Dieters alte Mutter seine Heike in der Küche an. Ich bin gespannt, wie schnell die Greisin ihren halben Hahn von Sohn wieder zum Single macht. Mehr davon dann also in einer Woche an dieser Stelle.

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  • Markus, Carsten, Herr Clausen, Berit, Willi, Tobias, Josef, Maurizio und Dieter, das sind die Protagonisten der fünften Staffel von RTLs Provinzler-Kuppelshow “Bauer sucht Frau”. Wie in den Vorjahren, so kümmert sich Inka Bause auch diesmal darum, einsame Landwirte unter dem Gejohle von Millionen Fernsehzuschauern mit mehr oder weniger passenden Partnern des anderen Geschlechts zu versorgen. Die Sendung ist ein wahres Eldorado für Freunde des Fremdschämens und deswegen taugt sie natürlich auch zum Ablästern hier bei uns im Mülltv-Blog. Aber springen wir gleich rein in die erste Folge.

    Im Vorfeld hatten offenbar alle neun liebesbedürftigen Bauern einen Aufruf auf der RTL-Homepage gestartet und um Zuschriften gebettelt. Jeder darf davon zwei Bewerber zu einem sog. “Scheunenfest” einladen, das wir am Ende der heutigen Folge mit ansehen müssen. Inka klappert nun der Reihe nach die Höfe ab und überbringt in einem Korb die Bewerbungsschreiben. Bei Rinderwirt Dieter (40) holt sie sich dabei schon mal keinen Bruch, denn er bekommt ganze zwei Briefe. Der scheint aber an solche Abfuhren gewöhnt zu sein, steckt die Enttäuschung routiniert weg und muss sich jedenfalls nicht lange mit der Entscheidung quälen, wen er zum Fest mitnehmen soll.

    Der “quirlige” ostfriesische Jungbauer Carsten gehört mit 23 Jahren eigentlich noch nicht zu den völlig hoffnungslosen Fällen und bekommt von Inka denn auch gleich so viele Briefe, dass ein Kumpel beim Sortieren helfen muss. Während bei Carsten ganz offensichtlich noch das Thema “Hörner abstoßen” aktuell ist (oder erst wird), sehnt sich der propere Markus (44) in der Pfalz nach einer eigenen Familie, die seine Traumfrau praktischerweise gleich fix und fertig mitbringen könnte. Auch ihm hilft ein Freund bei der Auswahl und die Kommentare beim Durchblättern der eingegangenen Briefe und Fotos hören sich an, als wollten sie ein Pferd kaufen (“schöner dunkler, natürlicher Typ”).

    Pferdewirtin Berit (37) aus Meckpomm ist die erste Bäuerin in diesem Format und hat damit offensichtlich eine Marktlücke entdeckt, denn sie kriegt um die hundert Briefe. Eigentlich bekloppt, dass die Serie jetzt nicht umbenannt wird, aber das will RTL seinen einfältigen Zuschauern wohl nicht zumuten, lieber lässt man Berit laut Titel nach einer Frau suchen. Die erinnert mich übrigens spontan etwas an “Walter” aus “Hinter Gittern – der Frauenknast”. Aber es gibt ja auch innere Werte.

    Im Chiemgau hat der angeblich fromme Milchbauer Josef (48) das Alleinsein mit seinen Kühen so satt, dass er dafür die öffentliche Demütigung im Fernsehen auf sich nimmt, wenn dabei nur eine Frau für ihn heraus springt. Für Josef haben die RTL-Drehbuchschreiber die Rolle des bajuwarischen Seppls vorgesehen. Er muss einen albernen Hut tragen und darf ausschließlich in seinem heimatlichen Idiom sprechen, weshalb er komplett untertitelt wird.

    Der “lustige” Ziegenwirt Willi aus Hessen ist mit seinen 40 Lenzen beziehungstechnisch noch ein unbeschriebenes Blatt. Höchste Zeit, dass sich das nun ändert – vermutlich will seine mit ihm zusammen lebende Mutter endlich Enkelkinder. Seine Traumfrau sollte vor allem tierlieb sein, sagt er. Das passt gut, nebenbei ist er nämlich Hobbymetzger…

    Holzbauer Maurizio (49) lebt in Baden-Württemberg, kommt aber eigentlich aus Italien, wie man sich denken kann. Seit seiner Scheidung vor zwei Jahren herrscht in puncto Frauen Ebbe und das will der selbst erklärte “emanzipierte Macho” nun schleunigst wieder ändern. Er ist ein knorriger, nun ja “origineller” Typ, der wohl eine verständnisvolle Sie braucht. Auch den “romantischen” Weinbauern Tobias (33) kotzt das Alleinsein an und er sucht auf diesem Wege eine Frau, mit der er denn auch gleich eine Familie gründen will. Er hat übrigens von allen Kandidaten die meisten Zuschriften gekriegt.

    Eher in die Kategorie verschrobenes Original fällt der nächste Kandidat. Er stammt aus Nordfriesland und ist mit seinen 59 Jahren schon jenseits von Gut und Böse, deshalb wurde ihm auch das vertrauliche Duzen erlassen und er tritt in dieser Sendung schlicht als “Herr Clausen” auf. Auch seine Zuschriften sind eher originell, soweit man erkennen kann. Auf einem Bild sieht man eine in die Jahre gekommene dralle Blondine (Typ “Miss Westerland 1970″) beim Posing vor einer Fototapete  mit kitschigem Sonnenuntergang am Meer. Grässlich, hoffentlich wählt er die aus…

    Das sind also unsere Kandidaten. So weit, so gut. RTL ist bisher in Vorleistung gegangen und hat jedem Bauern mehr oder weniger viele Bewerber(innen) präsentiert. Nun fordert das Fernsehen von allen einen ersten Tribut, es folgen nämlich voyeuristische Einblicke in die Reisevorbereitungen für das ominöse Scheunenfest. Wir sehen, wie Mitbringsel für die Bewerberinnen gepackt werden, hier zwei hässliche Stoffkühe, die beim Umdrehen muhen, dort eine Dose mit selbst gemachter Leberwurst. Eben alles Dinge, mit denen man Frauen todsicher herumkriegt… Milchbauer Josef holt ein ledernes Reiseetui aus dem Schrank, das aussieht, als hätte es sein Opa schon im zweiten Weltkrieg dabei gehabt. Und Herr Clausen wirft sich in sein Verführer-Outfit: Großkariertes Bauernhemd mit neckischem Strohhut. Was in den 60er-Jahren funktioniert hat, kann doch jetzt nicht verkehrt sein, oder?

    Eindeutiger Loser dieser Sequenz ist aber Ziegenwirt Willi, der für das Fernsehen ein Bad in Milch nehmen muss und als Nackedei, aber mit Brille, beim Einsteigen in die Wanne gefilmt wird. Auch den schmächtigen Dieter erwischt RTL bei der Körperpflege: Er geht zum Haarewaschen im Bad auf die Knie und steckt seinen Kopf in die gefüllte Badewanne. Eine wahrhaft bemerkenswerte Szene. Ihm würde eine ordnende weibliche Hand, rechts und links an die Ohren, wirklich nicht schaden…

    Jetzt fahren unsere mehr oder weniger aufgebrezelten Landwirte per Planwagen zum Scheunenfest, ihren Auserwählten entgegen. Aus dem Off hört man Heino mit “Hoch auf dem gelben Wagen” und ich muss heftig lachen, denn RTL zwingt die Bande auch noch zum fröhlichen, disharmonischen Mitsingen. Kann denn die Not, keine Frau zu haben, wirklich so groß sein, dass man sich derart erniedrigen muss???

    Inka eröffnet das Scheunenfest und hat sich dafür in eine bäuerliche Kluft geschmissen; ihr Rock und die Tischdecken haben übrigens das selbe rot-weiße Karomuster. Während unsere Bauern in der einen Raumecke stehen, kommen auf der anderen Seite die auserwählten Frauen und Männer herein. Aus dem Off dudelt dazu ein völlig unpassender Triumphmarsch. Nacheinander kommen die Kandidaten nun zu Inka und werden mit ihren Möchtegern-Partnern zusammengeführt. Willi steht offenbar auf barocke Frauen, scheint mit seiner Wahl für den Moment aber wohl zufrieden zu sein, hakt seine beiden Grazien unter und verschwindet gen Festsaal. Bemerkenswert ist wieder Herr Clausen, der zunächst mit ein paar Sätzen auf Plattdeutsch den Klassenkasper macht. Er hat sich Anja und Andrea ausgesucht, die ihn übrigens sofort duzen dürfen und auch vom Alter her wohl in seiner Liga spielen. Tatsächlich ist die leicht schrille, blonde Ex-Miss dabei, die in einem für sie zu kurzen Kleid auftritt. Das gibt noch was, ich ahne es…

    Dieter wird von Inka für seine bunte Krawatte gelobt, außerdem preist sie ihn als meisterlichen Tänzer mit unwahrscheinlichem Durchhaltevermögen. Äh, auf der Tanzfläche, meine ich. Während er ob des Lobes rot anläuft, kommen seine beiden Hübschen, Regina und Heike. Als Regina ihm noch die Hand gibt, guckt unser Dieter schon schreckensstarr an ihr vorbei auf die gut einen halben Kopf größere Heike (Dirndl, lange schwarze Haare, Typ Schneewittchen) und macht ein Gesicht, als hätte er in Seife gebissen. Die Dame fällt klar in die Rubrik “männermordend”; Gute Nacht, Dieter. Regina hat spätestens verschissen, als sie zugibt, überhaupt nicht tanzen zu können, während Heike darin angeblich jahrelange Übung hat.

    Der schüchterne Milchbauer Josef hat sich u.a. die aufgeregt kichernde Asiatin (Thailänderin?) Narumol ausgesucht. Wie die ohne Gebärdendolmetscher ihren zutiefst bayerisch parlierenden Galan verstehen soll, bleibt mir ein Rätsel. Humor braucht auch der dauergrinsende württembergische Italiener Maurizio, der u.a. eine XXL-Frau in einem azurblauen ZeltKittel abgestaubt hat.

    Nun werden zwischen den Dreierpärchen Worte und Geschenke gewechselt, Carsten verteilt seine dämlichen Stoffkühe, dafür kriegt Berit von einem Verehrer ein selbst gewerkeltes Frühstücksbrettchen. Josef bekommt eigene Marmelade von Narumol, kann aber bedauerlicherweise auch in mehreren Versuchen diesen exotischen Namen nicht fehlerfrei nachsprechen. Gottseidank hat sie aber noch einen leicht verständlichen “Spritznamen” [sic!], nämlich “Miau”. Parallel textet ihn seine andere Bewerberin voll, was für ein riesiger Bauernhof-Fan sie sei und wie gern sie Trecker führe.

    Weinbauer Tobias hat im Frauenversteher-Seminar der Volkshochschule gut aufgepasst und fragt so ziemlich als erstes ohne Umschweife, ob seine beiden Damen denn gut küssen könnten. Subtiler kann man eine romantische Beziehung wohl kaum anschieben… Auch Markus macht alles richtig, überreicht zwei Pakete mit selbst gebastelter Leber- und Blutwurst und dazu Gelee “für den süßen Abgang”. Lecker. Eine der Damen revanchiert sich mit einer hässlichen Puppe “als Erinnerung an Deine zukünftige Schwiegermutter”. Hä, wie jetzt?

    Dieter bekommt von Heike/Schneewittchen einen Haufen Klamotten mit dem Hinweis, sein Schlabberpulli im Internet hätte so blöd ausgesehen. Seine Größe habe sie nicht gewusst (vermutlich XXS), wenn der Pulli nicht passe, dann sei das eben Pech, meint sie mütterlich, aber bestimmt. Auch Dieter bedankt sich bei seinen beiden Frauen mit einer Kuhfigur, sehr sinnig.

    Maurizio macht gleich klaren Tisch: erstens könne er als Italiener aus genetischen Gründen das Flirten mit anderen Frauen nicht sein lassen, daran müsste sich seine Zukünftige eben gewöhnen, und zweitens erinnere ihn Wuchtbrumme Gertrud zu sehr an seine Ex-Frau und damit ist sie raus! Er wählt die alt-blonde “Sonnenanbeterin” Cornelia.

    Auch der muntere Herr Clausen liebt das offene Wort. Er überlegt mit seinen beiden Hübschen, wo er sie denn auf seinem Hof einsetzen könne. Das Scheibenputzen ist ihm schon von selbst eingefallen, da meldet die verblühte Ex-Miss ihren Anspruch auf das Mähdrescherfahren an. Clausen tut das mit einem höhnischen Lachen ab, untersucht ihre Hand und attestiert “das sind ja die idealen Fingernägel zum Unkrautjäten”. Sie möchte ihm damit stattdessen lieber den Rücken zerkratzen und mir kommt das Essen hoch. In einer späteren Szene sind die beiden Damen allein, wähnen sich unbeobachtet und lästern über Clausen ab. Natürlich haben sie nicht ernsthaft vor, auf seinem Hof auch nur einen Finger zu krümmen, da sind sich die beiden knuddeligen Endfünfzigerinnen einig.

    Zum Ende dieser Folge müssen nun alle Kandidaten entscheiden, ob sie eine oder beide Bewerber(innen) für eine Woche zu sich auf den Hof mitnehmen wollen. Maurizio hatte seinen Wonneproppen Gertrud – wie berichtet – wegen zu großer Ähnlichkeit mit seiner Ex bereits in den Wind geschossen und auch Berit entscheidet sich schon heute für ihrer Verehrer Stefan, weil der “so grob” ist, was ihr gut gefällt. Herrn Clausen tut nach seiner Turtelstunde ebenfalls “Butter bei die Fische”, lässt das blonde Gift Anja sitzen, weil sie zu viel Sexappeal habe. Der scheint das ganz recht zu sein, die Aussicht auf körperliche Arbeit hatte sie wohl doch schon etwas erschreckt. Unser Dieter ist nicht extrem stabil gebaut, für ihn sind zwei Frauen auf Mal zu viel, das erklärt die einfühlsame Inka uns Fernsehzuschauern. Dieter zögert nicht lange und nimmt natürlich Schneewittchen, die sich im bürgerlichen Leben Heike nennt.

    Danach klingt die Folge mit dem gemütlichen Teil des Festes aus. Nachdem Inka bei ihrer Schlussabsage das Anzapfen eines Bierfasses völlig versemmelt, wird Live-Musik gespielt und unsere Hinterwäldler-Brigade schwingt das verkümmerte Tanzbein. Der angebliche Meistertänzer Dieter entpuppt sich als Reinkarnation von Holger Göpfert, dem DSDS-Megaspacken. Man muss sich doch wundern, wie viel Unmusikalität in so ein kleines Bäuerlein passt, denn er hüpft bis zum Ende der Gage immer schön gegen den Takt über das Parkett. Respekt!

    Der italienische Testosteron-Junkie Maurizio wähnt sich im vierten Frühling und baggert – wie angedroht – alles an, was nicht bei drei auf dem Baum ist, sehr zum Verdruss seiner Cornelia. Die kriegt sich aber schnell wieder ein, denn “gegessen wird immer noch Zuhause”. Gnädigerweise entlässt RTL uns Zuschauer, als Maurizios zuerst gechaste Verehrerin, die extrem undürre Gertrud, durch eine Karaoke-Einlage ihre Warhol’schen 15 Minuten im Rampenlicht abfeiert. Man weiß nicht, was man sich zuerst zuhalten soll, Augen oder Ohren…

    In der nächsten Folge wird es interessant, denn nach dem Spaß folgt der Ernst des Bauernlebens: Für eine Woche sollen die Auserwählten nämlich auf den Höfen mit anpacken. Wollen wir doch mal sehen, was von der heutigen Euphorie übrig bleibt.

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