Liebe Leute,
“Deutschland sucht den Superstar” ist nach einem freien Wochenende heute wieder zurück auf Sendung. Dieter Bohlen erweist sich dabei als echter Timing-Experte, denn er hat vor ungefähr einem dreiviertel Jahr seine Freundin so geschickt geschwängert, dass sie sein fünftes Kind exakt am letzten, also DSDS-losen Wochenende zur Welt bringen konnte und er deswegen keine Show schwänzen musste.
Bei der heutigen Mottoshow treten die sechs Übriggebliebenen mit jeweils zwei Titeln gegeneinander an; sie singen im ersten Durchgang einen englischen und im zweiten einen deutschen Song. Marco Schreyl macht daraus in seiner Eröffnungsansage gleich wieder eine hochdramatische Angelegenheit, so etwa in der Richtung Fußballklassiker der Erbfeinde “England gegen Deutschland”. Auch seine Begrüßung der Jury wird immer überkandidelter, Fernanda Brandao ist bei ihm die “süßeste Versuchung, seit es DSDS gibt”. Der Spruch ist natürlich gecovert und gehörte im Original eigentlich mal Milka-Schokolade. Aus Patrick Nuo, einem bei Licht betrachtet etwas in die Jahre gekommenen Teenie-Schmalzpop-Two-Hit-Wonder, wird bei Marco Schreyl “der Sonnenschein aus der Schweiz”. Na, wenn dieser gelegentlich etwas misanthropisch-depressiv wirkende Möchtegernrocker schon der schweizerische “Sonnenschein” ist, dann will ich lieber nicht den eidgenössischen Regen kennen lernen… Dieter Bohlen bekommt selbstredend wieder den allergrößten Auftritt: Das Licht im Saal erlischt, aus einer von hinten strahlend hell erleuchteten Tür kommt der Messias aus Tötensen in einem weißen Anzug und geht langsam, nein schreitet schon fast, auf die Bühne. Er dreht sich dabei immer wieder selbstgefällig um, hebt segnend die Arme und saugt wie ein Schwamm die frenetischen Beifallsstürme des ihm zu Füßen liegenden Hallenpublikums auf. Ganz klar, von dem Moment, als man mal für einen Abend die selbe Luft wie ein waschechter Poptitan atmen durfte, werden die Anwesenden noch ihren Urenkeln voller Ehrfurcht berichten.
Die eigentlichen Hauptdarsteller des heutigen Abends kommen danach wie immer zuerst mit einem gemeinsamen Titel auf die Bühne. Diesmal gibt es das Lambada-Cover “On the Floor” von Jennifer Lopez. Leider scheint sich die Fußverletzung von Pietro Lombardi noch nicht wesentlich gebessert zu haben: Nach wie vor tritt er mit einer Krücke auf, mit der er dann bei seinen Gesangsparts auch immer bedeutungsvoll hin- und herfuchtelt. Hoffentlich trifft er dabei nicht noch mal einen seiner Mitstreiter am Kopf. Ansonsten ist die heutige Choreografie eher ruhig, erinnert fast an einen Clubtanz im Neckermann-Urlaubsgulag.
Bevor wir so richtig beginnen, muss RTL aber zunächst auf die Ereignisse von Oberhausen vom letzten Wochenende eingehen, als bei einer DSDS-Autogrammstunde mit den Top 6 in einem Einkaufszentrum statt der erwarteten 4.000 Fans – oder sagen wir es konkret: pubertierende Mädchen – tatsächlich 20.000 kamen. Und alle schienen permanent kreischen zu müssen. RTL machte vor Schreck die Türen zu, die Draußengebliebenen drückten gegen die Eingänge und das Ergebnis waren über 60 verletzte Teenies. Wenn man an die missglückte Love Parade vom letzten Jahr denkt, ist das ja fast noch glimpflich ausgegangen. Unsere 6 Stars auf Zeit konnten von RTL man gerade so eben noch vor den Mädchenmassen gerettet werden. Und Dieter Bohlen dürfte insgeheim etwas neidisch sein, denn eine solche Begeisterung hat er mit Modern Talking nie hervorgerufen.
Sebastian Wurth startet mit der England-Runde und bringt “Wonderful Life” von Hurts. Er bleibt mit seinem Auftritt etwas in der Tradition von Marvin Cybulski, d.h. er steht ziemlich stocksteif am Mikrofonständer und bewegt sich nicht oder höchstens kaum. Wäre da nicht die quirlige RTL-Tanztruppe, man würde denken, es handele sich um ein Standbild. Patrick bemängelt die aus seiner Sicht fehlende Leidenschaft, Fernanda brabbelt nur Belangloses und Dieter widerspricht Patrick, was ihm zunehmend Vergnügen zu bereiten scheint. Die Nicht-Bewegung könne man ja durchaus auch als Masche sehen, meint er, die Pet Shop Boys stünden so schon seit 25 Jahren erfolgreich auf der Bühne und Sebastian könne das ja auch so machen.
Marco Angelini hatte in der letzten Show mit Gesichtsmaske und Robbie Williams Titel “Let me entertain you” seine angeblich “dreckige Seite” bemüht. Heute macht er wieder auf lieber Junge und stimmt ein bis zur Langweiligkeit artiges “Wonderwall” von Oasis an. Musikalisch geht das voll in Ordnung, aber die Choreografie gefällt mir gar nicht. Während sich im Hintergrund die DSDS-Tänzer beim Union-Jack-Schwingen abmühen, geht Marco wieder mit seinen Zeitlupen-Bewegungen über die ganze Bühne und bleibt dann mehrfach lange beim Jurytisch hängen, zuletzt scheint er ein Privatkonzert nur für Fernanda zu geben. Die Jury, sogar die angeflirtete Brasilianerin, ist davon nicht sonderlich angetan, Bohlen fragt, in welche Schublade er als Produzent denn Marco bitte stecken solle. Der habe aus der ehemaligen Rocknummer “Wonderwall” komplett den Drive herausgenommen und übrig geblieben sei ein total harmloser, langweiliger Titel. Hmm, das war bislang wohl die herbste Kritik, die Marco in seiner DSDS-Zeit einstecken musste.
Zwischendurch geht Marco Schreyl zu den Kandidaten und versucht vergeblich, aus Pietro ein paar zusammenhängende, sinnstiftende Sätze darüber herauszulocken, warum er manchmal mit und manchmal ohne Krücken herumlaufe. Nein, freies Reden ist Pietros Ding nicht…
Nach einer Werbepause sitzt der Moderator dann neben dem für “Let’s dance” als Kotzbrocken-Juror verpflichteten Joachim Llambi, einem bekennenden Zazou-Mall-Fan. Der labert hier bei DSDS nur ein bisschen seicht herum, ihm geht es im Grunde wohl bloß um die Werbung in eigener Sache, denn so eine tolle Quote wie Onkel Dieters Talentschuppen hätte er mit seinem eher humorlosen Tanzcasting am Mittwoch wohl auch gern. Immerhin hat Llambi als Kandidat Thomas Karaoglan, “Den Checker”, gewinnen können, hat ihn aber in der Premiere vor der Kamera total zur Sau gemacht, wie ich bei meinem versehentlichen Vorbeizappen feststellen durfte.
Zazou Mall startet auf Platz Drei und präsentiert “Fight for this Love” von Cheryl Cole. Optisch ist sie wieder allererste Sahne, zeigt Bein bis zum Gehtnichtmehr, aber das Ohr hört bei Musik ja leider mit… Und da hat sie erkennbar die Grenzen des Möglichen erreicht. Ihre Stimme ist eher dünn und man hat gelegentlich sogar Probleme, sie akustisch vom Background-Chor zu unterscheiden. Dieter empfiehlt Zazou, mit dem bei DSDS Erreichten zufrieden zu sein und ihren Karriereschwerpunkt zukünftig eher in Richtung Tanzen zu verschieben. Sie könne doch am besten gleich beim Llambi weitermachen.
Ardian Bujupi muss momentan in puncto Machismo einen Gang zurückschalten, denn er hat bekanntlich vorübergehend keinen Lappen mehr. Das sei ja ökologisch vorbildlich, aufs Auto zu verzichten, frotzelt Marco Schreyl und fängt sich dafür einen Buh-Orkan der sowieso etwas aufgeputscht wirkenden Bujupianer im Publikum ein. Mit “Feel” von Robbie Williams geht er in die erste Runde. Das Lied hat bei ihm irgendwie wenig Ecken und Kanten, was mal wieder Patrick Nuos Kritik herausfordert. Er vermisse den durchgehenden Spannungsbogen, so etwas könne man in einer Top-6-Show schon erwarten. Im Hintergrund lassen empörte Rufe “Halt die Fresse!” bei mir leise Zweifel an der Unvoreingenommenheit der Fans aufkommen. Dieter ist ebenfalls unzufrieden: “In den Höhen wackelst Du, in den Tiefen wackelst Du, dazwischen ist es eigentlich okay.”
Sarah Engels gehört nach ihrem Ausscheiden in der ersten Mottoshow und der Rückkehr zwei Wochen später mittlerweile wieder ganz zu DSDS. Sie geht heute mit “Run” von Leona Lewis in den Ring. Ein schöner Gänsehautauftritt und im gesamten Studio steht das Publikum auf. Nur Patrick Nuo ist wieder nicht zufrieden, sie habe etliche Töne versemmelt und er vermisst auch bei ihr den Spannungsbogen. Das hat er vermutlich in den 14 Tagen seit der letzten Show irgendwo bei einem richtigen Musikkritiker aufgeschnappt und will damit nun heute Abend unbedingt angeben. Das Publikum buht ihn für diese Anmaßung aus, Patrick zeigt sich darüber erzürnt, deutet mit dem Daumen hinter sich und stellt fest: “die haben alle keine Ahnung von Musik”, was seine Unbeliebtheit im Saal hörbar steigert. Fernanda ist dagegen begeistert von soviel “Frauenpower”. Bohlen bricht zunächst eine Lanze für den armen, niedergemachten Patrick, der habe das gute Recht auf eine eigene Meinung. (Das muss ausgerechnet Big Brother Bohlen sagen. Wo sind denn die Jury-Kollegen der letzten Staffeln geblieben, die sich eine eigene, von seiner abweichende Meinung erlaubten?) Damit erntet Dieter einen lauwarmen Entschuldigungsapplaus. Daraus wird begeisterte Zustimmung, als er danach bekennt, Sarahs Gesang eben gerade habe ihn “umgehauen”.
Pietro Lombardi beendet die erste Runde mit “Every Breath you take” von The Police. Schön doof, wo doch jeder weiß, dass der Text ein wahrer Zungenbrecher ist, zumal bei Pietros miesem Gedächtnis. Das ist ihm selbst wohl inzwischen auch schon aufgegangen und im Einspieler gibt er sich überaus pessimistisch. Bei der “Bridge”, dem Überleitungsteil zwischen den Strophen, sei der Text besonders schwierig und dann kämen da Töne drin vor, die seien viel zu hoch für ihn, die schaffe er nicht. “Nicht mal, wenn ich mir die Glöckchen abschneide”, erklärt er zur Freude seines Publikums recht plastisch. Der Titel geht dann aber musikalisch überraschend problemlos vonstatten. Die RTL-Kulissenbauer haben dem fußkränkelnden Sänger eine Mauer auf die Bühne gestellt, auf der er während der ersten Strophen auch artig sitzen bleibt. Im weiteren Verlauf des Liedes wird es dramatisch, er rutscht hinunter und geht auf eigenen, etwas wackeligen Beinen ohne Krücken ein paar Meter über die Bühne, was für die eingefleischten Lombardi-Fans wohl einer Wunderheilung à la Lourdes gleichkommt. Patrick ist jetzt, beim sechsten Lied, endlich mal mit der Leistung eines Sängers zufrieden. Pietro mache auch die größten Welthits zu seiner eigenen, superentspannten Pietro-Version. Das versöhnt das Publikum mit dem Gewohnheitsmuffler aus der Schweiz. Bohlen ist ebenfalls begeistert, bisher sei es ein ungeschriebenes DSDS-Gesetz gewesen, dass jeder Kandidat, der “Every Breath…” gesungen hat, noch in der selben Show rausgeflogen sei. Bei Pietro könne er aber garantieren, dass er den Song heute überlebe.
Ohne Werbepause, man glaubt es kaum, geht es sofort weiter in die zweiten Runde. Nun hören wir nur noch deutsche Titel.
Bei seinem zweiten Auftritt kommt Sebastian Wurth mit “Du trägst keine Liebe in Dir” von der etwa zur Jahrtausendwende verblichenen Boygroup Echt. Ja, singen kann Bravo-Coverboy Baschti wirklich, der hat für seine gerade 16 Jahre eine genial sichere Stimme und trägt den schwülstigen Titel wunderbar vor. Selbstverständlich wieder ohne größere Bewegungen, aber das verlangt ja auch keiner von ihm (siehe oben). Patrick, Fernanda und Dieter sind begeistert, finden diese, seine zweite Nummer auch viel besser als die erste. Und ich bleibe bei meinem Tipp: Sebastian sehen wir im Finale!
Marco Angelini singt im zweiten Durchgang “Vom selben Stern” von Ich + Ich. Dabei schleicht er wieder durchs Studio, als stecke er im Teer fest. Immer dasselbe, ich hasse es mittlerweile. Ansonsten singt er sehr artig und adrett den Titel herunter wie auf einem Kindergeburtstag, alle Dreckigkeit von der letzten Show ist porentief rausgewaschen. Und dann hinterher kommt mir fast das Abendessen hoch, als er vom Moderatoren-Marco gefagt wird, ob es nicht sehr anstrengend sei, gleich zwei Titel an einem Abend performen zu müssen. Da antwortet der Singe-Marco doch wirklich staatstragend, dass man so etwas ja wohl von jedem angehenden Superstar erwarten dürfe. Da hat er zwar Recht, aber es klingt schon etwas schleimig, wie er das sagt. Die Jury ist insgesamt zufriedener als beim ersten Durchgang, vermisst aber etwas die “Tiefe”, sucht, aber findet dabei nicht den wahren Marco.
Zazou Mall präsentiert “Stadt” von Cassandra Steen. Wieder ist hier eher Sehen als Hören angesagt, RTL zeigt eine Lasershow vom Feinsten, alles funkelt und glitzert und zwischendrin bewegt sich Zazou wie gewohnt professionell. Ihr gewagtes Kostüm ist eine “Mischung aus Cat-Woman und Lady Gaga” (O-Ton Patrick Nuo). Ach, wenn sie doch wenigstens halb so gut singen könnte, wie sie aussieht. An dieser Stelle setzt auch wieder ätzende Jury-Kritik von Patrick und Dieter an (“ungeil”, “Gequake”). Dennoch wünscht ihr Fernanda viel Glück: “Du repräsentierst hier nicht nur die Schweiz, sondern auch die Frauen.” Ach so, es geht also nicht so sehr um das Talent der einzelnen Kandidaten, sondern um deren Rolle, also wofür sie qua Geburt oder Herkunft stehen. Interessantes Eingeständnis…
Ardian Bujupi war zusammen mit Marco Angelini kürzlich – angeblich ungeplant, Kamerateam war aber dabei – in einer Table Dance Bar. Nein, im Gegensatz zum Österreicher habe es ihm nicht so gut gefallen, er fand es sogar ekelig, behauptet der 18jährige mit Anspruch auf den Titel als Staffelmacho. Er singt im zweiten Durchgang Xavier Naidoos “Dieser Weg”. Nette Idee vom Bühnenbildner: Ardian geht während des ganzen Lieds auf einem Fließband, hinter ihm auf der Videowand sieht man dazu passend Bäume immer kleiner werden und verschwinden. Patrick behauptet hinterher, in der ersten Strophe einen Fehler gehört zu haben, was ich aber nicht bestätigen kann, denn ich habe den Originaltext mitverfolgt und da stimmte alles. Die restliche Jury ist aber hochzufrieden, Dieter kommentiert gar “Das haut der stärksten Kuh die Milch aus dem Euter”, was wohl so eine Art Lob sein soll.
Sarah Engels hat “Symphonie” von Silbermond mitgebracht, ein stimmlich ziemlich anspruchsvolles Stück. Aber sie meistert den Titel klaglos und erntet an vielen Stellen Szenenapplaus vom Publikum. Patrick ist wie immer sehr kritisch, hat schiefe Töne entdeckt und Dieter pflichtet ihm bei, dieser Titel sei ein, zwei Klassen schlechter gewesen als ihr erster Titel. Diese Meckerfuzzis!
Den Abschluss macht Pietro Lombardi mit seiner Version von Aymans “Mein Stern”. Zuvor müssen wir noch einen Einspieler von Pietro und Ardians Spa-Besuch inklusive Brustenthaarungsszenen ertragen. Dafür entschädigt gleich darauf Pietros verpeilter Bruder im Live-Interview mit Marco Schreyl. Der Bruder kriegt nämlich ebenfalls keinen vernünftigen Satz raus und dann klingelt bei ihm auch noch das Handy… Pietro singt wieder im Sitzen, diesmal hat RTL ihm einen großen Styropor-Stern gebastelt, in dem der Kandidat Platz nimmt. Zunächst geht alles gut, dann aber, in der dritten Strophe, hat er einen ziemlich Texthänger, singt erst Quatsch, setzt dann für ein paar Worte ganz aus, schüttelt den Kopf und schlägt sich vor Verzweiflung die Hand vor die Augen. Glücklicherweise fallen ihm aber schließlich doch noch ein paar Fetzen der kaputten Strophe wieder ein und er bringt das Lied mit Ach und Krach zu Ende, den sicheren Jury-Anschiss vor Augen. Der kommt auch gleich von Patrick, Pietro solle lieber Texte lernen, als mit Sarah zu kuscheln, meint der Schweizer. Fernanda mahnt die fehlende Professionalität an, Textaussetzer könnten mal passieren, aber dann müsse man das eben cool überspielen. Dieter erkennt noch immer eine viel zu große Unkonzentriertheit bei dem Kandidaten, das werde noch übel enden, orakelt der Tötenser dunkel.
Jaja, Unkonzentriertheit und Unprofessionalität ist nun auch das große Thema für den restlichen Abend, denn der geht völlig anders als erwartet zu Ende. Und daran haben ein paar Torfköppe bei RTL Schuld, nicht die Kandidaten. Was ist passiert? Nach dem Schnelldurchlauf nach der zweiten Runde werden die Anrufnummern für Marco und Zazou vertauscht eingeblendet, lt. Schrifttafel soll man für Marco die Endziffer “3″ und für Zazou die “2″ anrufen. Schon nach kurzer Zeit korrigiert Marco Schreyl das und sagt die korrekten Nummern an. Dann gibt es eine Werbepause und danach ist es Marco Schreyl himself, der die Verwirrung weiter anfacht. Neben ihm auf der Bühne stehen alle volljährigen Kandidaten (Sebastian sitzt bereits im Publikum) nebeneinander, fatalerweise nicht genau in der Reihenfolge ihrer Rufnummern. Der ganz links stehenden Zazou ordnet der Moderator prompt die “2″ und dem neben ihr stehenden Marco Angelini die “3″ zu, also wieder genau falsch. Diesmal ruft Bohlen nach wenigen Sekunden dazwischen und korrigiert den Fehler. Nochmal geht Marco Schreyl von einem Kandidaten zum nächsten und lässt jeden seine – jetzt korrekte – Nummer aufsagen. Namensvetter Marco Angelini guckt böse und scheint noch etwas Kritisches anmerken zu wollen (“ja es geht darum, dass…”) , wird dabei aber vom Moderator brutal unterbrochen, indem er ihm einfach das Mikro wegzieht.
Nachher in der Entscheidungsshow kommt dann auch wirklich eine Entscheidung, nämlich die, dass heute gar keiner der sechs Kandidaten rausfliegt, weil man wohl Angst hat, dass die verwirrten Zuschauer eventuell für die falsche Person abgestimmt haben könnten. Also alles auf Anfang, in der nächsten Woche ist wieder Top 6 und das Finale verschiebt sich damit um eine Woche vom 30.04. auf den 07.05.2011. Was Marco Schreyl, Dieter Bohlen und Fernsehjurist Dr. Fleischhauer nicht sagen, dafür aber später die Blödzeitung, ist, dass zeitgleich mit dem bisherigen DSDS-Finale Thomas Gottschalk seine letzte “Wetten, dass???”-Sendung haben wird. Ganz bestimmt hat RTL Schiss um die Quote, wenn zwei potenzielle “Straßenfeger” gleichzeitig laufen. Da passt es doch gut in den Kram, wenn durch einen selbstverständlich unabsichtlichen Zahlendreher ein Skandälchen ausgelöst wird, das zu einer Verschiebung des DSDS-Finales auf den ungefährlichen 07.05.2011 führt. Übrigens hätte RTL mit Leichtigkeit trotzdem am 30.04.2011 festhalten können, indem man in der nächsten Woche einfach zwei Kandidaten rauswirft. Mit der nun gefundenen Lösung kann man hingegen für eine weitere Sendung Werbung verkaufen und kostenpflichtige Telefonanrufe sammeln.Vermutlich kriegt Bohlen dafür auch noch ein Extrahonorar.
Nettigkeit am Rande: Die heute VOR der falschen Schrifteinblendung eingegangenen Anrufe werden am nächsten Sonnabend den entsprechenden Kandidaten zugeschlagen. Es ist scheinbar unerheblich, ob die heutigen Anrufer nächstes Mal überhaupt die selben Kandidaten wählen würden. Demnach geht es also auch offiziell gar nicht um die jeweilige Tagesleistung? Sehr merkwürdig. Und sehr ärgerlich übrigens für alle, die heute NACH der falschen Schrifteinblendung angerufen haben: Die 50 Cent pro Anruf hätte man sich sparen können, die Stimmen fallen komplett unter den Tisch.
Tja, das war ein wirklich ungewöhnliches Ende für eine DSDS-Show. Soll also niemals wieder ein Bohlen über vergessene Texte meckern, den richtigen Bockmist verzapfen doch immer noch die Profis!





