• Wir erinnern uns an die letzten Wochen: Sechs von ihren Eltern als unerziehbar aufgegebene Terrorkids reisen zur Therapie in die USA in die Obhut von Annegret Nobel und ihrem Psychologenteam. RTL berichtet wöchentlich von den Fortschritten im Umerziehungslager und lässt uns zu Zeugen werden, wie aus biestigen Kotzbrocken ansatzweise verträgliche Menschen zu werden scheinen. In der letzten Woche traten die sechs mit ihren Eltern die Heimreise nach Deutschland an. Die heutige Folge spielt ein paar Monate später und wir begleiten Annegret auf einer Tour zu den Elternhäusern ihrer temporären Schützlinge, auf der sie den Erfolg ihrer Therapie begutachten will. RTL macht daraus eine sog. “Bottle Show”, d.h. Rückblenden aus den vorherigen Folgen nehmen einen ganz erheblichen Teil der Sendung ein.

    Als erste kommt “Terrorkrümel” Jenifer an die Reihe. Zuerst wirkt es so, als habe Annegret hier wirklich ganze Arbeit geleistet: Jeni geht zur Schule, hat sich von ihren Säuferfreunden getrennt und überhaupt wohnt das vormalige Heimkind jetzt wieder bei Muttern. Beide begrüßen Annegret überschwänglich, aber die wittert als Profi-Mackenklempnerin natürlich sofort Probleme. Um das gegenseitige Vertrauen von Mutter und Tochter auf die Probe zu stellen, besucht die Therapeutin mit den beiden fernsehgerecht einen Zirkus. Hier werden beide auf ein Trapez gesetzt und können sich jeweils nur mit Hilfe der anderen daran festhalten. Schon beim Aufsteigen platzt Krümelchen der Kragen und sie giftet ihre Mutter mit “Halt die Klappe, Mann” und “Bist du doof!” an. Die nimmt die Sache offenbar auch nicht ganz ernst und lacht nur nervös. Annegret analysiert messerscharf, dass beide Blondinen innerlich total unruhig sind, sich eher wie Geschwister als wie Mutter und Tochter benehmen und es daher bis zu einer wirklich gesunden Beziehung noch ein langer Weg ist. :-|

    Ein Haufen Rückblenden stimmt uns dann auf den nächsten Kandidaten ein, Schulschwänzer Andreas. Der besucht seine Penne mittlerweile “fast regelmäßig”. Bei genauerem Nachfragen kommt heraus, dass er in den letzten zwei Wochen genau an vier Tagen in der Schule war – eine vollständige Heilung sieht ja wohl anders aus! Das lässt Annegret natürlich nicht auf sich sitzen und beschließt, Andreas zu zeigen, welche Dinge er sich ohne Schulabschluss verbauen würde. Sie holt ihn mittags nach dem Unterricht ab, wobei er wieder so verlangsamt wirkt, als sei er als kleines Kind mal in den Topf mit Valium gefallen…  Zusammen gehen sie in ein Tonstudio und besichtigen dort die Arbeitsplätze. Hier gibt es Jobs, die den Neigungen von Andreas entsprechen, behauptet Annegret, aber dafür bräuchte man natürlich einen guten Schulabschluss. Laut Stimme aus dem Off hat Andreas das wohl dank dieses Anstoßes begriffen und er sei jetzt “auf dem Weg in eine bessere Zukunft”. Hmmm, wirkte etwas nach Gesundbeten, glaube ich nicht so ohne weiteres. :-(

    Jetzt kommen wir zum Härtefall der Gruppe, dem komasaufenden Aggressivling Kevin. Der schnauzt gleich im aktuellen Einspieler, dass er Annegret so sehr schätze wie Fußpilz. Wir erinnern uns: Die Therapeuten hatten seinen Eltern vorgeschlagen, Kevin zunächst noch in den USA zu lassen, es gäbe “noch andere Optionen”… Die Eltern ließen sich dann aber von ihrem Sohnemann einlullen bzw. einschüchtern, so dass sie ihn denn doch in die Heimat mitnahmen. Schön doof, das war nämlich ein Fehler! Kevin hat seine Outlaw-Karriere kräftig angeschoben und bekommt jetzt häufig “Fanpost” von der Staatsanwaltschaft: In den gerade drei Monaten seit Colorado wurde er schon wegen Einbruch, Diebstahl, Körperverletzung und Vandalismus verhaftet. Sein Vater grüßt von der psychiatrischen Station des Krankenhauses, nach einer erneuten Tätlichkeit von Kevin hat er nämlich einen Nervenzusammenbruch erlitten.

    Wie würde man das jetzt positiv ausdrücken? Achja, genau: Bei Kevin ist noch Luft nach oben, da gibt es viel Optimierungspotenzial. “Völlige Therapieresistenz” würde es auch treffen. Aber Annegret kennt keinen Schmerz und will Kevin trotzdem sehen. Der flieht rechtzeitig vor ihrem Eintreffen und so trifft sie nur noch seine Mutter an. Die zeigt ihr und uns wenigstens Kevins frisch renoviertes Zimmer, das er in Rekordzeit wieder in einen dreckigen Saustall zurückverwandelt hat. Mittlerweile planen die Eltern, Kevin rauszuwerfen und die weitere Erziehung dem Staat zu überlassen. Endstation Knast scheint hier vorprogrammiert. :-(

    Ex-Punkerin Crissi war in der Therapie bereits hinreichend weichgespült worden, dass man wenigstens hier ein Happy End vermuten könnte. Seit Amerika haben Eltern und Tochter jetzt eine viel bessere Beziehung, sagt die Mutter. Tja, wie man’s nimmt, jedenfalls ist Crissi inzwischen Zuhause ausgezogen und wohnt jetzt im Heim. Genau genommen wohnt sie auch dort nicht mehr, weil sie gerade weggelaufen ist. Passenderweise ruft sie genau in dem Moment bei den Eltern an, als die Kamera gerade läuft und bald darauf gibt es ein kurzes Wiedersehen mit Crissi, ihrer Mutter, Annegret und dem Fernsehteam mitten auf dem Berliner Alexanderplatz. Wenigstens will Crissi jetzt zurück ins Heim, das muss heute als Erfolg genügen. :-|

    Nummer Fünf ist Gewohnheitskiffer Moritz. Auch den hatte Annegret in Colorado umgedreht und er schwor den Drogen ab. Dort verbesserte sich auch das Verhältnis zu seinen Eltern wesentlich. Tja, auch hier hat es nicht sollen sein: Als Annegret den Hausbesuch macht, ist Moritz seit einem Tag verschwunden, hat wohl in einem Wutanfall das Elternhaus verlassen und ist jetzt bei einem Freund untergekommen. Drogen nimmt er inzwischen auch wieder! Annegrets goldener Tipp “Nachbetreuung ist übrigens sehr wichtig” kommt hier leider etwas zu spät. Wenigstens sind die Eltern kooperativ und spielen für das Fernsehen bereitwillig die Szene nach, als sie am Vortag eine vom Filius eingetretene Zimmertür entdecken. (Für GZSZ würde ihr Talent reichen!)

    Annegret zeigt den Eltern zwei Alternativen auf: Entweder geht Moritz zum Entzug in eine geschlossene Einrichtung oder er kommt nochmal zu ihr nach Colorado (Annegret muss schließlich auch mal ans Geschäft denken…). Sie besucht Moritz (natürlich mit Fernsehteam) bei seinem Kumpel und stellt ihn vor die Wahl. Ob er das alles so ganz begreift, erscheint mir zumindest fraglich, er wirkt jedenfalls etwas zugedröhnt…

    Nun kommt ein absolut konstruiert wirkender Handlungsstrang: Jeni, seine pummelige Zellengenossin aus dem Umerziehungslager, hat von Annegret getratscht bekommen, was mit Moritz los ist und nun meint sie (oder der Drehbuchautor), ihm helfen zu müssen. Mit – wohl abgelesenen – wichtigtuerischen Worten redet die 14jährige dem zwei Köpfe größeren und drei Jahre älteren Jugendlichen ins Gewissen. Danach geht der mit Annegret zu seinen Eltern zurück und entscheidet sich für die Entgiftung in einer Drogentherapieeinrichtung. Tut mir Leid für Annegret, den Auftrag hat sie leider nicht gekriegt. :-(

    Zuletzt kommt Schlägerbraut Linda. Nach dem länglichen Rückblick auf ihre Gewaltkarriere und die mäßig erfolgreiche Zeit in Colorado, wenden wir uns der Gegenwart zu: Linda kloppt und säuft zwar nicht mehr, dafür benötigt sie aber demnächst eine andere Konfektionsgröße, sie ist nämlich schwanger. Es sei so eine Art Wunschkind, murmelt sie in die Kamera. Hurra, das nenne ich konsequente Zukunftsplanung, da wächst ja dann wohl bald die nächste Generation von Schwererziehbaren heran, so werden auch Annegrets Nachfolger nicht arbeitslos! Die Stimme aus dem Off kommentiert das alles positiv “von der Schlägerin zur verantwortungsvollen Mutter – die Therapie hat Lindas Leben verändert”. Mannomann, wie naiv muss man sein, um das zu bejubeln.

    Nebenbei eine kleine Denksportaufgabe für Hobbygynäkologen: Das Kind soll schon demnächst geboren werden, Colorado ist gerade drei Monate her, also war Linda dort schon ziemlich schwanger. Hallo? Jemand zuhause bei RTL??? Kein Wunder, dass das Mädel da immer so zickig drauf war, die hätte das Programm schon rein körperlich gar nicht so ohne weiteres mitmachen dürfen.

    Annegrets Besuch trifft bei Linda nicht auf Begeisterung. “O neee, jetzt guckt die mich gleich wieder so an” sind ihre Begrüßungsworte, als die Therapeutin ins Wohnzimmer kommt. Sie dreht den Kopf weg und sieht sie während des gesamten Treffens nicht einmal an. Wir konstatieren: Auch dieser Fall ist ein Schuss in den Ofen. :-(

    Aus mir unerklärlichen Gründen schafft es Annegret, ein positives Gesamtfeedback ihrer Therapiestaffel zu ziehen. Wenn ich mal meine Emoticons aus diesem Beitrag zusammenzähle, komme ich leider nur auf 4x :-( und 2x :-| . Annegret und ihre Leute haben sich wirklich viel Mühe gegeben, aber geholfen hat es nicht übermäßig, finde ich. Mal gucken, ob wir sie in einer weitere Staffel wieder sehen, genügend Schwererziehbare müsste es eigentlich noch geben…

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  • Für unsere sechs Schwererziehbaren geht die Therapie mit Annegret Nobel in den USA zu Ende. Nach einer zweiten Elternwoche treten sie mit Mami und Papi die Heimreise nach Deutschland an. Weil beim ersten Zusammentreffen mit den Eltern so einiges schief ging (Stichworte: Kevins Ausraster und Jenifers Besuch in der Klappse), ist diesmal die Spannung groß.

    Ex-Schlägerbraut Linda kann sich zu einer Umarmung ihrer Eltern überwinden und die sind darüber sehr gerührt. Auch Kevin, der möglicherweise bekehrte Komasäufer, gibt sich (zunächst) geläutert und seine Familie ist momentan überglücklich. Weniger leise geht es bei Terrorkrümel Jenifer zu: Annegret möchte, dass sie ihrer Mutter zur Begrüßung erzählt, was sie inzwischen gelernt hat. Das gibt zunächst einen geistigen Totalausfall bei der pummeligen Blondine, den sie mit lautem Lachen zu kaschieren versucht. Erst nach mehrmaligem Nachdenken und lautem Vorsagen von Annegret fällt ihr überhaupt etwas zu diesem zugegebenermaßen abwegigen Thema ein.

    Nach der Begrüßung kommt der Pferdetest. Und das geht so: Jede Familie bekommt einen Gaul zugeteilt. Annegret behauptet, Pferde könnten spüren, ob zwischen den Teenagern und den jeweiligen Eltern die Chemie stimmt. Wenn ja, bleibt das Pferd ruhig und lässt sich streicheln, wenn nicht, macht es, was es will.

    Das Pferd von Moritz, dem Kiffer, geht immer weg und verpetzt damit die Probleme dieser Familie. Annegret kitzelt sofort aus ihnen heraus, dass sie noch nicht gemeinsam, sondern nur individuell handeln. In der daraufhin verordneten Gestalttherapie kommt es dann zu einer ergreifenden Liebesszene zwischen Vater und Sohn, die sich heute erstmals ihre wahren Gefühle zeigen. Spiel, Satz und Sieg für Annegret, der “Fall Moritz” kann wohl zu den Akten gelegt werden.

    Der ziemlich lahmarschig wirkende Schulschwänzer Andreas, der fast die ganze Serie über das selbe blaue Shirt und eine verspeckte, rote Kapitän-Cousteau-Gedächtnisdunstkiepe trug, wird mit seiner Mutti dazu verdonnert, bis zum nächsten Tag ein Gespräch zu führen und zu protokollieren. (Das ist heute wohl gefühlt die Höchststrafe.)

    Auch das Pferd der Kevin-Leute spürt Stress zwischen Kind und Eltern (sagt die Cheftherapeutin). Die Mutter posaunt denn auch gleich in die Kamera, dass sie es lieber hätte, wenn Kevin noch ein bisschen in den USA bliebe. Zur Strafe darf die Familie heute Abend nicht Essen gehen, sondern muss selbst – und vor allem gemeinsam – kochen.

    Die nächste Szene spielt beim Abendessen in der Unterkunft von Kevins Familie. Während der sich gerade (natürlich als erster) Spaghetti auftut, erklärt er seinen Eltern fast beiläufig, dass er keinesfalls vorhat, keinen Alkohol mehr zu trinken, obwohl das eigentlich so mit Annegret vereinbart ist. Der Vater droht ihm mit dem sofortigen Rausschmiss von Zuhause, Kevin gibt sich aber unbeeindruckt: Basta! Annegrets Leute empfehlen den Eltern, Kevin vorerst in den USA zu lassen, es gäbe noch “andere Optionen”… Vielleicht hat Kevin ja Angst vor Guantanamo, jedenfalls erklärt er sich plötzlich zu dem Kompromiss bereit, am Wochenende nur noch ein, zwei Flaschen (Bier) zu trinken. Tolle Idee, einfach weniger zu trinken, funktioniert bekanntlich bei jedem Alkoholiker, fragt mal Harald Juhnke!

    So, dann ist es Zeit für die große Abschiedsszene, bei der alle Teenager und ihre Eltern ein letztes Mal vor der Abreise zusammentreffen. In einer etwas religiös anmutenden Zeremonie übergibt Annegret jeder Familie eine brennende Kerze und murmelt dabei etwas von “Kraft”, “miteinander weinen” und “vergesst das nicht”. Dann folgt das große Umarmen und Tränenvergießen. Die ehemals Schwererziehbaren werden samt und sonders als geheilt entlassen, man kann es kaum glauben!

    Annegret und ihre Teenies haben es geschafft, schön für sie, aber wer denkt denn dabei an uns Fernsehzuschauer, wenn die Staffel jetzt zuende geht?! Aber eine kleine Galgenfrist gibt uns RTL noch: In der nächsten Woche sehen wir, wie Annegret die sechs Familien daheim in Deutschland besucht und guckt, ob die Säufer, Schläger, Kiffer, Schulschwänzer und Ausreißer den Alltag bewältigen.

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  • Unsere Schwererziehbarenbande hat die gemeinsame Woche mit den Eltern hinter sich und ist nun wieder unterwegs in der weiten Natur Amerikas. Trotzdem ist Cheftherapeutin Annegret Nobel nicht um ihren Job zu beneiden.

    Komasäufer Kevin erholt sich offenbar noch immer von seinem Auftritt in der letzten Woche und hat das Zepter des Topkotzbrockens diesmal an Terrorkrümel Jenifer weitergereicht. Die kriegt nämlich unmittelbar nach der Verabschiedung von ihrer Mutter einen Megatobsuchtsanfall, kloppt sich mit den Betreuern und muss sogar vom Sheriff abgeholt werden, der sie gleich in der Psychiatrieabteilung des Krankenhauses abliefert.

    Schon am nächsten Tag wird die pummelige Blondine aber als geheilt entlassen und darf ihrer Gruppe nach South Dakota folgen, allerdings zunächst nur in einem abseits gelegenen Zelt. Erst nachdem sie sich reihum bei allen anderen Gruppenmitgliedern unter vier Augen (natürlich plus Kamera) entschuldigt hat, gehört Jenifer wieder voll dazu.

    Vor zwei Wochen hatte die Gruppe eine Begegnung mit Wölfen, diesmal sind Pferde dran. In einem Indianerreservat lernen die sechs reiten und erkennen dabei, dass auch Pferde unterschiedliche Charaktere haben können. Der träge Andreas bekommt ein “chillendes” Pferd, wie er meint, und Trotzkopf Crissi hat ein Pferd, das ebenso stur ist wie sie selbst. (Wonneproppen Jenifers Pferd tut mir etwas leid, denn es ist ziemlich klein und Jenni nicht…) Am Abend sind alle ganz zufrieden mit sich und fast denkt man, so entspannt könnte es weitergehen.

    Geht es aber nicht, denn am nächsten Tag ist körperliche Arbeit angesagt: Ein altes Häuptlingsgrab innerhalb des Reservats soll instandgesetzt werden. Annegret will diesmal Faulpelz Andreas aus der Reserve locken und macht ihn für heute zum Vorarbeiter. Das ist natürlich nicht in seinem Sinne, denn so muss er ja nachdenken und das strengt an. Schließlich teilt er jedem Gruppenmitglied eine Arbeit zu, nur für ihn selbst bleibt zufälligerweise nichts übrig, als im Gras zu sitzen. Kevin, der sich selbst gern als Anführer der Gruppe aufspielt, nervt das natürlich und im früheren Leben hätte er an dieser Stelle wohl manuelle Argumente benutzt. Hier und heute scheinen aber Annegrets Bemühungen zu fruchten, denn Kevin diskutiert stattdessen mit Andreas, der dann auch tatsächlich beginnt, selbst mit Hand anzulegen.

    Die heutige Episode endet mit dem Verlesen neuer Elternbriefe. Die haben nach der gemeinsamen Woche relativ derbe Worte für ihre Kinder gefunden, drohen teilweise sogar mit dem Rausschmiss ihrer Brut. Das wird noch ein hartes Stück Arbeit für Annegret!

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  • Es gibt Neuigkeiten von den sechs RTL-Terrorkids aus den Bergen Colorados! Heute werden wir zu Zeugen , wie die Eltern ihre mehr oder weniger missratene Brut zum ersten Mal seit drei Wochen wieder sehen dürfen bzw. müssen. Cheftherapeutin Annegret Nobel hat die Eltern nach Colorado einfliegen lassen und nun sitzen sie alle zusammen im Kreis und harren der Dinge, die da auf sie zukommen. Zum Teil ist ganz schön Angst im Spiel, ob sich die Kiddies gebessert haben. Wie man sehen wird, ist die Angst teilweise durchaus berechtigt…

    Nacheinander werden nun die sechs Erziehungsunwilligen zu ihren Eltern und den Kameras gebracht. Jenifer, der pummelige Terrorkrümel, Andreas, der Schulschwänzer, Krissi, die Punkerin und Moritz, dessen Attribut ich vergessen habe, gehen ganz schnell auf ihre Eltern zu und machen in der heutigen Folge keine großen Probleme mehr. Interessanter sind da die letzten beiden, nämlich Linda, die Schlägerin, und Komasäufer Kevin.

    Linda scheint ihre Eltern eigentlich gar nicht sehen zu wollen, dreht sich weg und muss ihnen von Annegrets Schergen beinahe mit physischer Gewalt zugeführt werden. Sie reagiert sehr patzig, während ihre Mutter vor allen anderen Eltern, Problemkids, Therapeuten und uns TV-Gaffern weinend ihr Seeleninnenleben nach Außen kehrt. Sie kann einem wirklich leid tun, die Gute, und irgendwie kommt das auch tatsächlich als Annäherungsversuch bei Linda an. Schade nur, dass Linda jede menschliche Nähe hasst. Sie verkriecht sich in ihr Zelt, demoliert es später und haut dann ab. Das Fernsehteam ist ihr aber direkt auf den Fersen und filmt, wie sie schließlich an einem malerischen Bergbach von den Therapeuten wieder eingefangen wird. Annegret schafft es später immerhin, dass sich Linda mit ihren Eltern (und dem Fernsehteam) trifft und ein Happy End scheint immerhin noch möglich.

    Das Happy End für Kevin ist dagegen in weite Ferne gerückt. Nachdem er zu Beginn des Elternbesuchs zum ersten Mal seit Jahren seinem Vater wieder direkt in die Augen sieht, kriegt er hinterher einen Tobsuchtsanfall, als Annegret ihm eine Nacht im Hotel bei seinen Eltern verwehrt. Er tillt völlig aus und schreit sie mit mindestens 120 Dezibel an. Die dabei gebrauchten Schimpfwörter möchte ich nicht wiedergeben und es ist kaum erklärbar, wie die Eltern das bisher ausgehalten haben. Schließlich knallen die letzten Sicherungen raus und Kevin bedroht Annegret vor seinen Eltern und der laufenden Kamera. Annegret kündigt an, die Polizei zu holen, er lacht sie aus, sie telefoniert irgendwie und behauptet, in 10 Minuten käme der Sheriff und hole ihn ab. Natürlich kommt der dann am Ende doch nicht, aber Annegret schafft es immerhin, mit Kevin den Deal einzufädeln, morgen mit ihm wieder neu bei Null zu beginnen. Na das kann ja was geben in der nächsten Folge.

    Bei allen Lästereien muss ich Annegret an dieser Stelle meine Hochachtung für den Mut bescheinigen, mit dem sie sich als kleine, körperlich weit unterlegene Frau dem kräftigen, nicht ganz zurechnungsfähigen Kevin in den Weg stellt. Und wie sie immer wieder Mittel und Wege findet, mit den sechs missratenen Kotzbrocken gewaltlos umzugehen, ist echt bewundernswert. Ich möchte mit ihr nicht den Job tauschen!

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  • Die heutige Episode lässt sich schnell zusammenfassen: Nachdem in der letzten Woche hier und da ein Hoffnungsschimmer aufkam, dass unsere Schwererziehbaren sich in Colorados Bergwelt schnell zu freundlichen Heranwachsenden entwickeln könnten, gab es diesmal ein paar Rückschläge. Aber das ist kein Problem für Cheftherapeutin Annegret und ihr Team und wäre ja auch viel zu einfach gewesen.

    Der schwierigste Fall ist Kevin, der Komasäufer. Er legt sich mal wieder mit den Betreuern an, wird ins Zelt verbannt und ist dort so schlau, seine restlichen Beleidigungen gegen Annegret direkt in die Kamera zu posaunen. Das gibt einen Tag Trennung von der Gruppe – keine Ahnung, für wen das jetzt eigentlich eine Strafe sein soll.

    Die anderen sollen heute in einem Gehege eine Begegnung mit einem Wolfsrudel haben. Gewissermaßen als Gastgeschenk bringen sie frisches Fleisch mit, das von einem Pferd stammt, welches sie selbst mit zerlegen müssen. Terrorkrümel Jenifer sägt dabei mit Feuereifer an einem Pferdebein und stellt fest, dass sie später gern Metzgerin werden möchte…

    Die eigentliche Begegnung mit den Wölfen erfordert Nerven und Selbstbeherrschung, sorgt aber bei einigen der Teenager für die von Annegret erhoffte emotionale Öffnung. Besonders Wonneproppen Jenifer genießt die Zuneigung der Tiere und offenbart eine unbekannte weiche Seite, die auch mit weniger als 100 Dezibel funktioniert. Schulschwänzer Andreas macht dagegen “dicht”, findet alles eklig und muss dafür später in die “Gestalttherapie”. Dabei kloppt er auf ein dickes Gummipolster ein und Annegret verklickert ihm später, dass er so quasi gegen seine eigenen miesen Seiten gekämpft hat. Das gibt Tränen und Annegret ist zufrieden. Anschließend veranstaltet sie mit Moritz, dem Kiffer, Ähnliches und auch er hat ein paar sehr stille Momente.

    Am nächsten Tag sollen die bedauernswerten Eltern auf Besuch nach Colorado kommen und Annegret verteilt an die Jugendlichen je nach Betragen die Erlaubnis, ein oder zwei Nächte mit den Eltern im Hotel zu verbringen. Bis auf Kevin und Krümelchen wird das allen gestattet. Wie die Treffen mit den Eltern verlaufen, ob sie vermöbelt oder bepöbelt werden, sehen wir in der nächsten Folge von “Teenager außer Kontrolle”.

  • Teenager außer Kontrolle? Das war mal. Mittlerweile haben Cheftherapeutin Annegret und ihr Team die ganze Bande weich gekocht. Das simple Verlesen eines Briefes der jeweiligen Eltern bringt jeden der Terrorkids an den Rand der Tränen und manche auch noch ein Stückchen – oder ein paar Milliliter – weiter. Punkerin Krissi outet sich in einem emotionalen Einzelgespräch mit Annegret als eigentlich großherzig und selbst Komasäufer Kevin, der Hoffnungsträger aller Schwererziehbaren, hat einen dicken Kloß im Hals, als er vor laufender Kamera zum ersten Mal erfährt, dass seine Eltern nicht gern von ihm verprügelt werden. Nur Schulschwänzer Andreas gibt unter seiner roten Mütze zunächst noch den Muffkopp.

    Auf einem längeren Fußmarsch können Annegrets Schergen mit ihrem Zersetzungswerk fortfahren: Als sich die Gruppe wegen der unterschiedlichen Gehgeschwindigkeit in die Klamotten kriegt, erweist sich die zukünftige Ex-Punkerin Krissi als Vermittlerin. Sie kriegt es hin, dass sich die Teenies untereinander auf ein mittleres Tempo einigen und zum ersten Mal so eine Art Teamgeist durch die Wälder Colorados weht. Als Krissi dann später selbst am Rande der Erschöpfung steht, beschließen alle, jetzt und hier die Zelte aufzubauen. Krissi ist gerührt und bedankt sich sogar bei allen.

    Menschlich ist diese Entwicklung für alle Beteiligten sicherlich erfreulich, mediale Gaffer aber, die auf Action und Gewalt warten, können diese Serie getrost aus ihrem Terminkalender streichen. Wenn das so weitergeht, werden die sechs in der nächsten Folge wohl zusammen mit Annegret Kuchen backen und spätestens beim übernächsten Mal freiwillig alten Omas über die Straße helfen.