• Peter Zwegats heutigen Fall will ich mal im Schnelldurchgang abhandeln, nicht nur, weil ich wenig Zeit habe, sondern auch, weil es diesmal wenig zu lästern gibt. Und weil es den Protagonisten schon so schlecht geht, dass man da gar keine Witze mehr drüber reißen mag. Wie der Titel schon vermuten lässt, ist das tatsächlich ein ziemlich bedrückender Fall und der Berliner Schuldnerberater kann sich einmal mehr auch als Sozialarbeiter bewähren.

    Heiko T. hat nämlich das Pech abonniert. Der freundliche Mann aus Oberreuth im malerischen Franken hat mehrere Beziehungen hinter sich, die ihn finanziell und gefühlsmäßig völlig ausgelaugt haben. Seine Ehe ist gescheitert, die nächste Freundin war ein Biest und hat ihm das Leben zur Hölle gemacht, so dass Heiko vor zwei Jahren schließlich schwere Depressionen bekam und in einer psychiatrischen Einrichtung stationär behandelt werden musste. Die acht Monate Verdienstausfall hätten den selbstständigen Malermeister ruiniert – wenn er es nicht schon vorher gewesen wäre. Zuvor hatte er nämlich mit einem Kompagnon eine gemeinsame Firma gegründet. Leider konnte der Partner wohl nicht so gut mit Geld umgehen, hat Heiko erst abgezogen und sich dann verdünnisiert und ihn mit den Schulden allein gelassen.

    Mittlerweile sitzt Heiko auf einem Berg von amtlich durch Zwegat festgestellten 126.400 Euro Schulden, leider mit weiterhin steigender Tendenz. Der Maler arbeitet rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, teilweise bis zu 20 Stunden am Tag, schläft nächtens nur noch 3 Stunden, kommt aber trotzdem gegen die Außenstände nicht an. Heiko bekommt seine Aufträge über ein Internetportal und muss dann oft sehr weit fahren, ist also nur selten Zuhause. Einziger Lichtblick ist die neue Freundin Hildegard W., die er in der Therapie kennen gelernt hat, die aber selbst auch massiv Hilfe braucht, wie wir und Zwegat bald feststellen. Hildegard macht sich zunächst aber größte Sorgen um Heiko, der drauf und dran ist, sich buchstäblich totzuarbeiten.

    Peter Zwegat nimmt die weite Reise von Berlin auf sich und tobt sich dann im schönen Frankenland erst mal an der Flipchart aus. Die Schulden bei diversen Banken (und sogar beim Roten Kreuz!) belaufen sich wie gesagt auf 126.400 Euro. Die Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben offenbart einen monatlichen Fehlbetrag von immerhin nur 44 Euro, allerdings werden längst nicht alle Kreditraten bedient. Am liebsten hätte Heiko einen neuen Kredit, um sämtliche alten Gläubiger auszuzahlen, so dass es anschließend nur noch eine einzige Stelle gibt, der er Geld schuldet.

    Momentan halten bei Heiko alle Gläubiger still, daher kümmert sich Gutmensch Zwegat erst mal um die schwer depressive Hildegard. Die ist zwar eigentlich langfristig krank geschrieben, der Gesundheitsdienst der AOK hat aber nun seinem Namen alle Ehre gemacht und sie kurzerhand für genesen und arbeitsfähig erklärt. Basta! Tatsächlich kann Hilde aber keine Beschäftigung aufnehmen und ihr droht deshalb der Verlust des Arbeitslosengelds. Hartz IV würde sie danach vermutlich wegen des Einkommens ihres Lebensgefährten Heiko nicht bekommen, ein versuchter Rentenantrag wurde zurückgewiesen und so sitzt sie nun ziemlich in der Klemme. Zwegat weiß Rat bzw. wo er Rat bekommt und geht mit Hilde zum VdK, wo man sie nun bei Widerspruch gegen den Rentenbescheid unterstützen will. Danach schleppt er sie zum Tierheim in Lichtenfels, wo er ihr eine (unentgeltliche) Beschäftigung als Hundeausführerin verschafft. Sie darf gleich mal probekuscheln, das gibt ein paar schöne Bilder für die RTL-Kamera.

    Nun aber weiter mit dem eigentlichen Problem, Heikos Schulden: Zwegat telefoniert alle Gläubiger durch und erreicht zunächst nicht viel. Nur bei der Sparkasse in Coburg will man sich eventuell überlegen, Heiko einen neuen Kredit zu geben, damit er alle anderen Schulden abzahlen kann. Der Berliner sieht sich zusammen mit einer Maklerin das Einfamilienhaus an, welches Heiko während seiner Ehe gebaut hat, ihm auch noch gehört und gerade vermietet ist. Das Ding ist bestens in Schuss, liegt sehr verkehrsgünstig und würde dadurch sehr viel mehr einbringen, als von Heiko selbst vermutet. Mit diesen neuen Informationen gelingt es dann tatsächlich, von der Sparkasse den gewünschten Kredit über 100.000 Euro zu bekommen. Bis auf die Schulden bei seinen Eltern und einem Auto-Kredit scheint Heiko damit alle anderen Kredite abzahlen zu können. Monatlich stiegen dadurch die Belastungen zwar noch einmal um 50 Euro, aber dafür sind dann alle Gläubiger befriedigt.

    Zwegat nimmt seinem Klienten das Versprechen ab, zukünftig mehr Aufträge am Ort zu akquirieren und seine Preise leicht zu heben, damit er nicht mehr ganz so viel arbeiten muss und öfter mal bei Hilde in seinem Zuhause ist. Heikos Freund Josef wird dazu verdonnert, dem Maler auch noch einmal ins Gewissen zu reden, damit er kürzer tritt. Mehr kann man nicht machen, Zwegat erklärt den Fall für gelöst und verabschiedet sich aus Oberreuth. In der letzten Szene geht er zu Fuß am Ortsschild vorbei, neuen Taten entgegen.

    Hmmm, wie oben schon gesagt, für einen Lästerblog war diese Story nicht geeignet. Aber man muss ja auch nicht immer jeden und alles niedermachen, hier passte es jedenfalls mal nicht. Vielleicht sieht die Sache ja in der nächsten Woche schon wieder ganz anders aus, hoffen wir mal…

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  • Liebe Trash-TV-Fans,

    auch eine der meistgesehenen Serien des Formats “Reality Soap” ist gut durch das Sommerloch gekommen und meldet sich heute gleich mit einem absoluten Highlight zurück: “Raus aus den Schulden” spielt diesmal in Perleberg im malerischen Brandenburg. In den Hauptrollen in dieser Pleitenposse sehen wir Judith M. als naive Krankenschwester und Stefan M. als verschlagenen Bruder. Den hilfreichen, leicht grantelnden älteren Herrn spielt der bekannte Laiendarsteller Peter Zwegat aus Berlin. Vorhang auf zum ersten Akt!

    (Anmerkung: Zwar wurde in der Sendung der volle Familienname genannt, aber nach einigen sehr unfreundlichen Kommentar-Mails der Protagonisten zu meinen vorangegangenen Zwegat-Blogs gehe ich hier mal in Vorleistung und schütze deren Rest von Privatsphäre. Eigentlich selbst Schuld, denn wer ins Fernsehen geht, muss damit rechnen, dass man ihn sieht und über ihn spricht.)

    Es geht gleich los beim Kern der ganzen Sendung: Krankenschwester Judith M. lebt in Hannover und hat sich vor drei Jahren mitten in ihrer alten Heimatstadt Perleberg ein Fachwerkhaus gekauft. Offenbar etwas unbedacht, denn hinter der einigermaßen ordentlichen Fassade ist das Gebäude völlig im Eimer, die Fernsehfuzzis sprechen sogar von einer Schrottimmobilie. Die Tapeten, wenn überhaupt noch vorhanden, hängen in Fetzen, die Decke bröselt bedenklich, viele Kabel sind aus der Wand gerissen, überall am Boden liegt Schutt, es gibt Beulen an den nassen Wände, kurz: Das Ding ist eine Ruine, für Menschen völlig unbewohnbar. Selbst als Ratte würde ich mich vor den anderen Ratten draußen auf der Straße schämen, wenn ich hier mein Loch hätte. Judith und ihr Vater steigen mühsam und sich heftig am Kopf kratzend durch die Trümmerlandschaft. Die allwissende Stimme aus dem Off weiß sogar noch ein paar mehr Details: Judith hat für den Erwerb dieser Bruchbude einen Bankkredit über 80.000 Euro aufgenommen – zu einem Zeitpunkt, als sie 1.400 Euro netto verdiente. Wir Zuschauer fragen uns natürlich unwillkürlich, wie ein Mensch so dämlich sein kann, so viel Geld für so wenig Haus zu bezahlen und welche Bank bekloppt oder gerissen genug ist, dafür auch noch einen solchen Kredit auszuspucken. Nun, das werden wir heute alles erfahren.

    Nicht nur, dass Judith ihre geliehenen 80.000 Talerchen für nichts verpulvert hat, ihre Schulden wachsen sogar immer noch weiter, denn die Hütte gammelt lustig vor sich hin, das Dach macht wohl bald den Schlappmann und Kreditraten, Grunderwerbssteuer, Grundsteuer und Versicherungsprämien sind längst überfällig. Auf der Einnahmenseite gähnt ebenfalls ein großes Loch, die erhofften Mieteinnahmen blieben natürlich aus, denn wer will schon in so einem Dreckloch hausen? Und womöglich auch noch dafür bezahlen??? Inzwischen sind Judiths Außenstände sechsstellig, sie sieht keine andere Lösung mehr und greift zum Äußersten, nämlich zum Hörer, und ruft das Fernsehen: “Hilfe, hilfe, lieber RTL, ich weiß nicht mehr weiter, bitte schickt den Zwegat!!!”

    Der kommt natürlich auch sofort und dass, obwohl er doch lt. Vorspann dafür keinen Cent kassiert. Es ist die pure Menschenliebe, die den alten Mann antreibt, er ist ein reiner Guter, wie Dittsche sagen würde. Nun denn, Zwegat kommt also zu Besuch bei Judith M. und lässt sich alles, was er natürlich insgeheim schon längst aus dem Drehbuch weiß, nochmal haarklein vor der Kamera verklickern. Aha, aha, für 80.000 Tacken hat sie also das ominöse Haus gekauft. Und zwar von ihrem Bruder, dem gelernten Banker Stefan (M. natürlich, die heißen alle M.). Stefan ist genau so ein Banker, wie sich Nicht-Banker wohl den typischen Banker vorstellen, nämlich gerissen und geldgeil. Stefan hatte das Haus nur ein paar Tage zuvor selbst für gerade mal 30.000 Euronen erworben. Zwischen An- und Verkauf hat die Prachtvilla also innerhalb kürzester Zeit eine Wertsteigerung um sage und schreibe 167% erfahren. Oder mit anderen Worten: Stefan hat aus der Blödheit seiner naiven (damals 24jährigen) Schwester 50.000 Euro Gewinn geschlagen. Angeblich hatte er zuvor den Kauf als lukrative Investition und Altersabsicherung dargestellt und selbstlos versprochen, die Kreditraten zu übernehmen, bis die Schwester den ersten Mieter gefunden hat. Daraus wurde nichts, Bruder M. stellte nach dem Verkauf seiner Immobilie die Unterstützung von Schwester M. ziemlich bald ein und zog sich in der Folgezeit aus nachvollziehbaren Gründen überhaupt etwas aus der Familie M. zurück, der Kontakt zwischen den Geschwistern ist sozusagen abgerissen.

    Was Zwegat ein respektvolles Kopfnicken abnötigt, ist die Tatsache, dass Judith sich das Fachwerkhaus vor ihrer Unterschrift unter den Kaufvertrag nicht ein einziges Mal angesehen hat, obwohl es nur einen Steinwurf vom Haus ihrer Eltern entfernt liegt. Respekt, so naiv und hirnverbrannt waren in seiner Sendung nur wenige, wenn überhaupt. Diesen Tag sollte man sich als Fan des Schuldnerberaters rot im Kalender anstreichen. Hier sitzt tatsächlich eine Frau auf dem Sofa, die es hinsichtlich ihrer Geschäftstüchtigkeit gerade mal mit einem Gummibaum aufnehmen könnte. Wäre ich Zwegat, würde ich die Adresse von Judith M. unter allen windigen Schlawinern dieser Welt meistbietend versteigern und mich von dem Geld zur Ruhe setzen.

    Der Berliner ist aber auch etwas Masochist, denn nun will er das fragliche Haus doch gern einmal selbst in Augenschein nehmen. In der nächsten Szene sehen wir Peter Zwegat also durch die ziemlich abgewrackten, leeren Kopfsteinpflasterstraßen Perlebergs laufen, vorbei an Häusern ohne Putz, die womöglich älter sind als er selbst und im Hintergrund leise, aber sehr passend, das Mundharmonikathema aus “Spiel mir das Lied vom Tod”. (Wie schon in einigen Blog-Einträgen angemerkt, liefert die RTL-Musikredaktion immer wieder subtile Soundtracks, deren wunderbare Ironie sich erst beim genauen Hinhören voll erschließt. Großartig!)

    Perleberg, die Hauptstadt der Prignitz, ist, wie man so sagt, auf den Hund gekommen. Die nächste Autobahn ist zwei Stunden entfernt, die Jugend flüchtet, sobald sie eine Fahrgelegenheit kriegt und zurück bleiben alte Leute und leere Häuser. Die Immobilienpreise bewegen sich dementsprechend auf Kellerniveau. Schwester Judith hat in einem wachen Moment mal von einem Gutachter den realen Preis ihres Traumhauses schätzen lassen und… man mag es ja kaum schreiben… der liegt bei gerade mal 5.000 bis 10.000 Euro.

    Ob das Gebäude unter Denkmalschutz stehe, will Zwegat wissen. Ja, vermutlich ja, kommt wenig verbindlich zurück. Der Berliner ist schon wieder perplex, dass Judith diese für alle Renovierungs- und Abrissfragen wichtige Information nicht wirklich parat hat. Im Haus verschlägt es ihm dann ganz die Sprache, auf die Besichtigung des Dachgeschosses verzichtet er sogar aus Rücksicht auf seine sonst vergeblich angesparte Rente. Stattdessen geht er gleich rüber zu Judiths Eltern, den Ms. Hier will er mal in den Familieninterna nach den Motiven des skrupellosen Bruders Stefan forschen. Die Eltern sind genau so ratlos wie Zwegat selbst, stehen fassungslos vor dem schwarzen Loch, in dem auch von ihnen bereits 15.000 bis 18.000 Euro verschwunden sind, weil sie beide Kinder nach Kräften finanziell unterstützt haben. Damit stünden sie jetzt selbst kurz vor der Pleite, berichten die rührigen Ms.

    Nun kommen wir zu dem beliebten Ritual aller Zwegat-Folgen, der Addition der Schulden an der Flip-Chart. Neben dem eigentlichen Hauskredit hat Judith auch noch mehrere andere Konten komplett überzogen und sich trotzdem in dem ganzen Chaos auch noch ein Auto für 12.000 Euro geleistet, man gönnt sich ja sonst nichts. Summa summarum nennt die 27jährige 122.680 Euro Schulden ihr Eigen. Nochmal Respekt! Den monatlichen Einnahmen aus Job und Nebenjob in Höhe von 2.000 Euro stehen Ausgaben von 1.465 Euro gegenüber. Das sieht auf den ersten Blick ja fast positiv aus, allerdings bedient sie momentan ihre Kreditraten fast gar nicht. Würde sie das tun, machte sie etwa 180 Euro Miese pro Monat. Zeit für ein paar Gespräche, Zwegat läuft so langsam warm.

    Eigentlich bliebe nur die Privatinsolvenz, sagt der Schuldnerberater aus seiner langen Erfahrung mit Pleitiers. Schwester Judith behagt das aber gar nicht, nein, ins Insolvenzverfahren will sie partout nicht, “da bleibt von meinem Geld ja gar nichts übrig”. Irgendwie hat die Gute noch immer nicht geschnallt, dass schon jetzt von “ihrem Geld” gar keine Rede mehr sein kann, das ist allerhöchstens noch das Geld der Bank, sie ist nach ökonomischen Maßstäben völlig abgebrannt. Aber Mahatma Zwegat will immer nur das Beste für seine Kunden und fängt deshalb tatsächlich an, mit der Bank zu verhandeln.

    Währenddessen in Perleberg: Mutter M. feiert ihren sechzigsten Geburtstag und hat alle ihre beiden Kinder eingeladen. Alle? Ja alle, auch den fiesen Bruder. Es kommt also zum Geschwister-Showdown und wir sind dank RTL mittendrin!!! Offenbar hat ihn das Team schon vorab interviewt: Stefan M. redet sich mit einem Haufen Bankergebrabbel aus der Affäre, er hätte eigentlich die Renovierung von Judiths Haus bezahlen wollen, dann seien bei ihm aber Probleme mit der Steuerfahndung aufgetreten, “Kontendichtmachen, Kontenlöschen, Guthaben runterziehen, also das volle Programm”. Danach war bei ihm Ebbe und seine Schwester konnte er auch nicht mehr unterstützen. Angeblich habe er aber immer wieder versucht, einen Käufer für das Haus zu finden.

    Nach dem Kaffeetrinken bei Muttern gehen Judith und Stefan zur Aussprache runter auf die Straße, die Kamera natürlich immer dabei. Judith sagt zunächst überraschend ruhig, später aber doch noch sehr bewegt ihren Text mit den Vorwürfen auf und Stefan windet sich aalglatt und eiskalt mit Ausreden der Marke “kann ich nicht mehr ändern” und “ich hatte soviel andere Dinge im Kopf” heraus. Am Ende schweigen sich beide an, Judith weint, sie kenne ihren Bruder nicht mehr wieder und Stefan wirkt genervt, weil er ja immerhin nach den Pfändungen auch nur noch 990 Euro Gehalt im Monat hat. Das sei ja für ihn noch ein viel größerer Abstieg, wo er doch früher als Single ein riesiges Haus hatte und mehrere dicke Autos fuhr… Das Verhältnis der Geschwister dürfte sich mit diesem “Gespräch” nicht wesentlich verbessert haben, aber wenigstens hatte diese Folge ihren emotionalen Höhepunkt.

    Wenden wir uns wieder dem ehrlichen Handwerker Peter Zwegat zu. Der hat inzwischen mit der Hypothekenbank einen Deal eingefädelt, nach dem Judith ihr verdammtes Haus wesentlich unter dem Kreditwert verkaufen darf. Dann spricht er selbst einmal mit Bruder Stefan, der zur Zeit als Immobilienhändler tätig ist (auch wenn ihm, wie gesagt, das Finanzamt alle Einnahmen oberhalb von 990 Euro wegpfändet). Der findet angeblich tatsächlich nach einigen Wochen einen Käufer, der sage und schreibe 5.000 Euro für das vormals 80.000 Euro teure Haus auf den Tisch legen will. Damit die Hypothekenbank Judith endgültig vom Haken lässt, muss nun noch ein (ungenannter) fünfstelliger Vergleichsbetrag zusammengebracht werden. Judith bekommt von ihrem zweiten Arbeitgeber einen Arbeitnehmerkredit, die Eltern schießen auch noch etwas Geld zu (aus dem Verkauf von Sammlerpuppen) und dann kriegt Zwegat per Fax das Okay der Bank: Die gut 90.000 Euro Hypothekenkredit inklusive aufgelaufener Verzugszinsen usw. wären mit dem Vergleich erledigt. Die restlichen etwa 30.000 Euro und den neuen Arbeitnehmerkredit kann Judith bei bescheidener Haushaltsführung in absehbarer Zeit voraussichtlich ohne fremde Hilfe abstottern.

    Eigentlich sollte Judith darüber sehr glücklich sein, aber bei ihr bleiben Zweifel, denn die ganze Lösung steht und fällt mit ihrem Bruder. Wenn der Käufer abspringt, ist der Vergleich Essig und es bleibt wohl nur der bittere Gang ins Insolvenzverfahren. Zwegat kann sie da auch nur bedingt beruhigen. Die Erlösung für unsere gepeinigten Nerven kommt aber mit dem Abspann: Aus dem Off erfahren wir, dass der unterschriebene Kaufvertrag inzwischen der Bank vorliegt und damit wohl der Vergleich zustande kommt.

    Juhu, das war eine Spitzenfolge, Supermann Zwegat hat es mal wieder geschafft, aus 90.000 Euro hat er im Handumdrehen einen kleinen fünfstelligen Betrag gemacht, eine verzweifelte Krankenschwester kann wieder lächeln und vielleicht kommt ja sogar das Verhältnis der entfremdeten Geschwister wieder etwas ins Reine. Wir sind gespannt, zu welchen Wohltaten der Schuldnermessias in der nächsten Woche aufbricht! :-)

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  • Der heutige Zwegat ist wieder nichts für Depressive. Der Schuldnerberater aus Berlin muss diesmal nach Nusse bei Mölln im schönen Schleswig-Holstein. Rainer und Sabine Lübcke betreiben hier das Traditionslokal “Siemer’s Gasthof”. Der Laden läuft nicht und keiner weiß so richtig, warum es eigentlich nicht klappt. Und was macht man, wenn man ratlos und ein klein wenig mediengeil ist? Na klar, man ruft bei RTL an und fragt nach dem Meisterkoch Christian Rach. Doof nur, dass der gerade seine Staffel beendet hat, vermutlich gerade seine Gage verjubelt und bis zur nächsten Serie keine Aufträge mehr annimmt. Da muss dann der ältere, gastronomisch wenig erfahrene (null Sterne) Kollege ran: Peter Zwegat.

    “Siemer’s Gasthof” steckt tief in der Scheiße hat große Probleme, seit nach einer großen Renovierung aus angeblich unerfindlichen Gründen die Gäste wegbleiben. Ohne Gäste gibt es keine Einnahmen und ohne Einnahmen können die Zinsen für den Kredit nicht gezahlt werden. Die Bank kündigt den Kredit und stellt Lübckes ein sechsmonatiges Ultimatum. Wenn sie es bis dahin nicht schaffen, ihren Kredit ordentlich zu bedienen, wird ihnen die ganze Grütze in Form der Zwangsversteigerung um die Ohren fliegen, das ist amtlich. Jaja, was die eigene Kundschaft angeht, sind Banken ja meist nicht so großzügig und lassen gern mal einen “über die Klinge springen”. Banken können aber auch, das muss zu ihrer Ehrenrettung hier mal gesagt werden, sehr großzügig sein, zum Beispiel wenn es um die Annahme staatlicher Unterstützungen oder die Prämien ihrer Manager geht…

    Lübckes haben neben ihrem eigenen Gasthof jeder noch einen zweiten Vollzeitjob. Sie schuften sieben Tage die Woche rund um die Uhr, kommen finanziell aber trotzdem nicht vom Fleck – und das, obwohl momentan sogar die Kreditraten ausgesetzt wurden und nur die laufenden Kosten anfallen. Das ruft dann aber doch sehr nach der Zwegatschen Flip-Chart!

    Der rüstige Schulderguru zückt den Filzstift, addiert flugs die Lübckeschen Schulden und kommt auf die runde Summe von 300.000 Euro Miesen. Darin enthalten ist auch ein noch nicht abgezahltes Haus in Mölln, in dem Rainers erste Ehefrau plus Sohn wohnt. Bei den monatlichen Einnahmen sieht es auf den ersten Blick ganz gut aus, nämlich knapp 10.000 Flocken, aber leider liegen die Ausgaben um genau 3.312 Euro höher, d.h. Lübckes bohren sich im Rekordtempo immer tiefer in den Sumpf. Interessante Nebenrechnung vom Zwegat: Die Nettoeinnahmen aus den beiden Zweitjobs von Rainer und Sabine ergeben zusammen nicht mal den Bruttolohn, den sie ihren Angestellten im Gasthof zahlen!

    Das macht so ökonomisch alles überhaupt keinen Sinn, aber Rainer traut sich nicht, in die längst fällige Insolvenz zu gehen, weil der Laden seiner Familie bereits in der dritten Generation gehört und er vor seiner Mutter nicht als Versager dastehen möchte. Lieber schuftet er sich mit seiner Frau zu Tode… Ja, die Angst vor den Eltern kann tatsächlich fatale Auswirkungen haben. Gab es da nicht mal vor einiger Zeit den Fall, dass der Staatschef eines relativ bedeutenden Landes der westlichen Hemisphäre einen saufenden, minderbegabten Sohn hatte, der dann unbedingt seinem Papi beweisen wollte, dass er es auch drauf hat und der deshalb selbst Staatschef wurde? Die Geschichte hatte aber irgendwie kein richtiges Happy-End, jedenfalls nicht für alle… Hmmm, wir kommen etwas vom Thema ab.

    Zu der ganzen ökonomischen Misere kriselt es scheinbar auch in der Ehe von Rainer und Sabine. Sensibelchen Zwegat wittert das dank Drehbuch auch sofort und kümmert sich fortan primär um diese Baustelle. Als Emissär wieselt er zwischen beiden hin und her und versucht zu vermitteln. Sabine ist mit den Nerven am Limit, während Rainer immer nur noch vergnießgnaddelter wird. Beide wirken zwischenzeitlich wie Zombies im Dämmermodus, wie sie von einer Arbeitsstelle zur nächsten wanken und dabei ist das alles umsonst…

    Aber Rainer zappelt noch und will die Ausrichtung seines Gasthofs ändern: Es soll fortan nur noch Steaks und Fisch geben. Der Name “Siemer’s Gasthof” soll allerdings unbedingt bleiben, der hat ja Tradition. Ob das in unternehmerischer Hinsicht wirklich eine Lösung ist, könnte vermutlich nur Christian Rach beurteilen, aber der mischt sich immer noch nicht ein. Sabine hat jedenfalls Angst vor einer weiteren Runde im Schuldenstrudel und macht auf passiv: Soll Rainer das doch allein entscheiden, sie würde am liebsten den ganzen Kram hinschmeißen, wagt aber nicht, das ihrem Gatten offen ins Gesicht zu sagen. Auf Zwegats Frage an Rainer, ob er denn inzwischen endlich seiner Mutter die traurige Wahrheit über den Stand des Gasthofs verklickert habe, kommt von ihm ein klares “Nö, mache ich auch erstmal nicht”. Der Schisshase schickt lieber seine Ehefrau über den Jordan, als sich das eigene Scheitern einzugestehen. Wobei, was heißt hier “Scheitern”? Es muss ja nicht mal an Rainer selbst liegen, wenn die Leute heutzutage lieber ihre Euros zusammenhalten, anstatt in seinen Gasthof zu gehen.

    Bei Zwegats nächstem Besuch in Nusse ist allerdings denn doch erheblich was passiert: Rainer und Sabine haben sich nach einem Streit endlich dazu durchgerungen, den Laden in einem halben Jahr aufzugeben. Und – Fanfare! – Rainer hat das sogar schon seiner weiterhin unsichtbaren Mutter gesagt (und ist am Leben geblieben). Sabine geht es schon viel besser und Zwegat auch, denn er weiß jetzt wenigstens, in welche Richtung es beratungstechnisch weiter gehen soll. Sobald der Gasthof verkauft ist und klar ist, auf wie viel Schulden die Lübckes sitzen bleiben, könnte Zwegat seine eigentliche Arbeit aufnehmen. Ich sage bewusst “könnte” im Konjunktiv, denn dass Zwegat nach dem Ende dieser Folge und dem Abschalten der Kamera wirklich an dem Fall weiter arbeitet, halte ich für eher zweifelhaft. Die Sendezeit ist jedenfalls an dieser Stelle zuende, mehr gibt’s nicht und Zwegat verabschiedet sich winkend von den Lübckes und uns Zuschauern.

    Also, Fazit: Eine etwas ungewöhnliche Zwegat-Folge, die mehr im zwischenmenschlichen Bereich spielt und weniger in seinem eigentlichen Metier, der Schuldnerberatung. Ob das alles so unterhaltsam war, sei dahin gestellt. Ich persönlich fand das ganze ziemlich bedrückend, statt Fremdschämen war Fremddepressieren angesagt. Mein Fall ist das eher nicht und ich hoffe in der nächsten Woche wieder auf ein paar mehr Spacken und Dorftrottel. In diesem Sinne… ;-)

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  • Was gibt’s diese Woche Neues bei Peter Zwegat? Nichts, ist die traurige Antwort! Die Tristesse beim Herbstwetter ist voll auf die Drehbuchschreiber des berühmten Schuldnerberaters durchgeschlagen, denn ihnen fällt keine originelle Story mehr ein!!! Ganz ehrlich: Die Folge war so zäh und langweilig, dass ich mich ein paar Tage lang vor dem Bloggen gedrückt habe wie vor einem Gang zum Zahnarzt. :-(

    Also, wie schon in der letzten Folge, so steht auch diesmal ein chronisch Kaufsüchtiger im Mittelpunkt der Veranstaltung. KFZ-Meister Stefan Hannig (29) wohnt mit seiner Lebensgefährtin Sarah (25) und deren Tochter (5) in Bottrop. Ein weiteres Kind ist in der Mache und wird in drei Monaten erwartet. Bis dahin vertreibt sich Stefan die Zeit mit dem Verprassen von Geld, das er nicht hat. O-Ton: “Gelegentlich blase ich mal so einen Hunderter durch.” Hier ein paar Klamotten, da ein paar neue Möbel, was man eben so braucht. Seine Freundin kriegt es mit der Angst und mit der Wut, kann Stefan aber nicht nachhaltig bremsen. Ein wenig fehlt Sarah aber auch die Glaubwürdigkeit, denn sie hat selbst 15.000 Euro Schulden aus ihrer ersten Ehe und befindet sich jetzt im Insolvenzverfahren (glaubt sie jedenfalls…). Ein klarer Fall für den RTL-Supermann aus Berlin: ZWEGAT HILF!!!!

    Der kommt dann auch tatsächlich in Bottrop im hässlich verklinkerten Treppenhaus von Stefan Hannig an und sagt an der Wohnungstür artig sein übliches Sprüchlein auf. (Hallo RTL, ihr macht so viel Kohle mit der Vermarktung von Zwegat und seinen Hirbeln, könntet Ihr da nicht mal ein paar Euros zusammenkratzen und ihm einen neuen Begrüßungstext dichten lassen?) Neu ist zugegebenermaßen, dass sein Klient diesmal vorher schon selbst den Taschenrechner bemüht und seine Außenstände addiert hat. Stefan hat demnach bei 10 Gläubigern insgesamt gut 61.000 Euro Miese. Und das nur für Kleinkrams und Schnickschnack, eine reife Leistung mit 29 Jahren! Er hat zuletzt auch leicht den Überblick verloren und vor drei Monaten jegliche Ratenzahlung an seine Gläubiger eingestellt. Zwegat schockt Stefan jetzt (mit erkennbarem Vergnügen), dass ihm jederzeit eine Lohnpfändung drohen könne, was schnell eine Entlassung nach sich zieht.

    Nach der Wohnungsbesichtigung, dem unverzichtbaren Bestandteil jeder Schulden-Nabelschau, fragt Zwegat bei Stefan nach, wofür er eigentlich das ganze Geld gebraucht hat. Viel Sinnvolles kommt da nicht und mir drängt sich etwas der Eindruck auf, dass Stefan und Sarah sich von Zwegat vor allem erwarten, ihnen die lästigen Schulden vom Hals zu schaffen, damit sie weiter sorglos prassen können. Dass man selbst Schuld hat an der Misere und vielleicht mal anfangen könnte, den Sparkurs einzulegen, ist den beiden noch nicht aufgefallen. Beispiel gefällig? Ok, sie geben monatlich 300 Euro allein fürs Rauchen aus – ja, auch Sarah quarzt trotz Schwangerschaft!

    Alles wie immer, Zwegat versucht zuerst, einen Vergleich auszuhandeln und braucht dafür Geld. Hat er nicht, sagt Stefan, und er kennt auch niemanden, der noch welches hat. Ein tieftraurig-peinlicher Versuch, die Lebensversicherung der betagten Großeltern zu beleihen, schlägt gerechterweise fehl. Bleibt nur noch Stefans Arbeitgeber, der auch tatsächlich am Ende 2.500 Euro Darlehen ausspuckt. Damit trollt sich Zwegat wie ein begossener Pudel zur Citibank, mit etwa 50.000 Euro Forderungen der größte Gläubiger. 2.500 Euro sind da ein Witz und natürlich lässt sich die Citibank darauf nicht ein. Wie viel sie stattdessen haben wollen, wird übrigens extra nicht verraten, aber sie machen ihrem Schuldner jedenfalls ein Angebot.

    Zwischenzeitlich macht Zwegat den Pädagogen und zwingt Stefan und Sarah zu einer Gegenüberstellung mit ihren ehemaligen Vermietern, denen sie auch noch ein paar Tausender schulden. Das Geld können die wohl in den Schornstein schreiben, was ihnen der Berliner denn auch mit freundlichen Worten verklugfiedelt. Trotzdem laden sie ihre vormaligen Mieter auch noch zum Kaffee ein, das ist der Moment zum Fremdschämen…

    Achja, kleine Pointe am Rande: Beim näheren Nachsehen stellt Zwegat fest, dass sich Sarah noch gar nicht in der Privatinsolvenz befindet, sie hat da wohl ein Formular falsch gelesen.

    Nun geht die Folge glücklicherweise schnell zu Ende, denn man findet einen Dreh, wie man das geheimnisvolle Angebot der Citibank annehmen kann: Als Sarahs Scheidung vom ersten Mann durch ist, heiratet sie flugs Stefan. (Das wird auch höchste Zeit, der Ballonbauch der Braut ist nicht zu übersehen.) Als Hochzeitsgeschenk wünscht man sich von der Familie sinnigerweise Geld zur Schuldentilgung. Die eingenommene Beute bekommt Zwegat nachher im geschlossenen Umschlag und reicht sie an die Citibank weiter. Damit ist der Teil erledigt. Die Schulden bei den restlichen Gläubigern, insgesamt ein paar Tausend Euro, verspricht Stefan in den nächsten Jahren abzuzahlen. Dank anderer Steuerklasse (verheiratet) und Kindergeld bliebe dazu angeblich genügend Geld übrig. Na, wer’s glaubt, ich tue das jedenfalls nicht.

    Insgesamt eine unlustige Folge ohne große Höhen und Tiefen, die man getrost vergessen kann. Ich versuche das jetzt auch…

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  • Hurra, die Babinskys aus Gummersbach haben es endlich geschafft: An der Seite von Peter Zwegat steht die Familie für 45 Minuten im Mittelpunkt des RTL-Schuldenprangers. Nach dem Prinzip “Gier schlägt Scham” werden die kriminelle Vergangenheit und die Kaufsucht des Mannes genüsslich im Lichte der Fernsehöffentlichkeit ausgebreitet.

    Christoph Babinsky ist zwar erst 24 Jahre alt, aber er hat es schon in diesem “zarten” Alter weit gebracht: Nicht nur, dass er bereits Vater einer Tochter von vier Jahren ist, er hat außerdem zusammen mit seiner Ehefrau Tanja (30) einen ansehnlichen Berg von 40.000 Euro Schulden angehäuft. Seine viel versprechende Lehre als Hirbel in einem Tiermarkt (was ist das?) brach Christoph vor langer Zeit ab, nachdem ihm dort der Diebstahl eines Eis am Stiel vorgeworfen wurde – natürlich zu Unrecht. Danach kam er auf keinen grünen Zweig mehr, blieb arbeitslos und lebt mittlerweile seit Jahren von Hartz IV. Das sei eigentlich auch gar nicht mal so unbequem, findet er, wenn nur nicht dauernd die nervigen Besuche der Gerichtsvollzieher wären.

    Scheinbar ist es aber doch nicht so lustig als Arbeitsloser, wie die Stimme aus dem Off uns Zuschauern erklärt: Zuerst kriegte Christoph nämlich eine Depression, wurde dann computerabhängig und steigerte sich schließlich in eine exzessive Kaufsucht hinein, deren Ergebnis die o.g. 40.000 Euro Miese sind. Er bestellte nämlich online alles, was nicht niet- und nagelfest war, egal ob er es wirklich brauchte oder nicht. Als dank Schufa sein Kreditlimit auf Null ging, machte er einfach mit dem Konto seiner Holden weiter. Das war ziemlich doof, denn auch Tanja war damals schon arbeitslos und hatte keine Patte (angeblich, weil sie damals ihren chronisch klammen Vater unterstützte). Aus leicht nachvollziehbaren Gründen war Tanja wegen der 7.500 Euro Schulden sauer, die Christoph bei ihr verursacht hatte, und verließ den Göttergatten deswegen vorübergehend sogar. Dessen kriminelle Ader war übrigens schon vorher zutage getreten, als nämlich Christoph die EC-Karte nebst PIN einer Bekannten geklaut und benutzt hatte, was ihm eine Verurteilung wegen Checkkartenbetrugs einbrachte.

    Die Situation ist dermaßen verfahren, außerdem hat man nichts besseres zu tun, also schreckt man Peter Zwegat aus dem verdienten Ruhestand auf und bestellt ihn nach Gummersbach. Mit seinem üblichen, derbe ausgeleierten Willkommenssprüchlein steht er kurz darauf in der quietschenden Tür der Dachkammerwohnung und fragt rhetorisch, was die Babinskys denn von ihm wollten. Er solle ihnen aus ihren Schulden und ihrer “Doofheit” helfen, wünscht Tanja durchaus selbstkritisch – letzteres aber wohl vergeblich. Per aspera ad astra, wie der Lateiner sagt, vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt: Um ihre RTL-Gage zu verdienen, müssen die Babinskys jetzt erstmal das Fernsehteam einmal durch ihre etwas triste Wohnung schnüffeln lassen. Der bei Hartz-IV-Empfängern offensichtlich obligatorische fette Flachbildfernseher entlockt Zwegat einen Augenbrauenrunzler – angeblich hat Opa den Apparat gesponsert. Mit dem Geld hätten die zwei ja auch ein paar Schulden bezahlen können, aber das war ihnen wohl nicht aufregend genug. A propos Aufregung: Gerade am Vorabend waren Leute einer Inkasso-Firma bei den Babinskys und Tanja hat dabei in einem Anfall geistiger Umnachtung leichtfertig ein Schuldeingeständnis von mehr als 3.000 Euro unterschrieben. Zwegat rümpft wegen des in Insider-Kreisen berüchtigten Inkasso-Büros heftig die Nase und will die Sache von seinem Büro prüfen lassen. Lt. Schuldenpeter schieße diese Firma öfters mal über das Ziel hinaus, um das gelinde auszudrücken.

    Jeder Zwegat-Anhänger weiß, dass der Meister vor der Privatinsolvenz immer erst einen Vergleich anstrebt. Das geht nicht nur schneller, sondern ist für die Zuschauer auch viel interessanter, denn es konfrontiert die Schuldner meist direkt mit ihren Gläubigern. Auch diesmal sucht der Berliner erstmal nach Geld für einen Vergleich. Dabei fällt ihm die Babinsky’sche Familienkutsche vor dem Haus auf, die – wie der Fernseher – von Christophs Opa stammt. Der Typ muss wohl Schotter haben und Zwegat verabredet sich schleunigst mit ihm. In der nächsten Szene treffen die beiden älteren Herren dann tatsächlich aufeinander in Opas dickem Haus auf dem Berg, wobei der mich in seinem fetten Sessel etwas an Jabbe the Hut erinnert. Leider ist er nicht so ganz willens, seinem Enkel nochmal mit geschätzt 12.000 bis 15.000 Euro unter die Arme zu greifen. Der sei ja immer noch am Geldverprassen, auch gerade ganz aktuell dieser Tage für sein Auto und für Fastfood – Zwegat ist sichtlich irritiert, wähnte er Christoph doch auf dem Weg der Besserung. (Das gibt nachher Senge, soviel ist klar.) Der Opa will sich heute noch nicht entscheiden, sondern erst noch mit der Oma drüber sprechen. Eine spontane Zusage wäre ja dramaturgisch gesehen auch eine Katastrophe, was soll Zwegat denn sonst in den restlichen 20 Minuten dieser Folge machen, etwa Witze erzählen oder kochen?

    Erstmal nimmt er sich jetzt Christoph, den Hallodri, vor und meldet ihn zu einer Therapie gegen seine Kaufsucht an. Der schwört hinterher Stein und Bein, sich in Zukunft bessern zu wollen. Als nächstes pumpt Old Knitterface den Vater von Tanja an, der, nebenbei bemerkt, einen nicht unerheblichen Anteil an ihren Schulden hat. Doch hier ist absolut nichts zu holen, der Frührentner ist nach wie vor blitzeblank. Also läuft wohl alles auf den Opa hinaus.

    Zwischenzeitlich bauen die RTL-Schreiberlinge wieder einen kleinen Spannungsmoment ein: Es kommt ein Liebesbrief vom Zoll, man will wegen zu Unrecht erhaltener Zahlungen vom Arbeitsamt jetzt die Vollstreckung einleiten. Tanja kriegt Schiss, was ist, wenn die jetzt den großen Fernseher wegpfänden, dann könnten sie abends nur noch auf die Wand starren! “Die sind gnadenlos!!!”, ahnt sie. Das Leben kann so grausam sein und so ungerecht, da macht man nur mal ein paar kleinere Schulden und bescheißt das Arbeitsamt, also alles Kavaliersdelikte, und dann drohen die Brutalos vom Amt damit, dieser armen Familie den Lebensmittelpunkt herauszureißen. Ein Leben ohne Flachbildschirm, unvorstellbar, ja eigentlich sinnlos, da könnten sie einem ja gleich bei lebendigem Leibe die Organe rausnehmen. Klein-Tanja ist verzweifelt, aber Zwegat, der verkappte Papi, tröstet sie und man ahnt, alles wird gut, der Fernseher bleibt, die Babinskys können weiterhin RTL gucken. Der Vollstreckungsfuzzi will den Fernseher nämlich gar nicht, der sei nicht so viel wert, wie Abholung und Versteigerung kosten würden. Puh, Glück gehabt, das war der Spannungshöhepunkt dieser Folge, wenn nicht sogar der ganzen bisherigen Staffel.

    Zwegat steigt nochmal zu Christophs Opa auf den Berg, denn der Patriarch – bzw. seine Frau – hat sich entschieden: Er will zunächst den Vergleich für die angeheiratete Enkelin Tanja unterstützen, denn bei der gibt es begründete Hoffnungen, dass sie danach schuldenfrei bleibt. Den Christoph will man dagegen aus pädagogischen Gründen erstmal ein paar Monate lang zappeln lassen, bis er vor Zeugen Amazon und McDonald’s abschwört. Insgeheim ahnen wir natürlich alle, das Opas weiches Herz spätestens zu Weihnachten auch für Christoph eine kleine fünfstellige Überraschung ausspucken wird.

    Nun zieht Zwegat mit Tanja und Opas Moneten los und überzeugt ihre Gläubiger von der Vergleichslösung; das gibt bei ihr viel “Pipi in die Augen”. Währenddessen zeichnet sich auch für Meisterschuldner Christoph ein Silberstreif am Horizont ab, denn er kann seine damals abgebrochene Ausbildung in einer Maßnahme vom Arbeitsamt fortsetzen. Und nun kommt der Knaller: Christophs neuer Ausbilder will Tanja eine Vollzeitstelle als Verkäuferin für Obst und Gemüse vermitteln. Super, der Flachbildfernseher scheint endgültig gerettet zu sein, Zwegat darf sich zufrieden die Hände reiben und wird von den Babinskys mit einem freundlichen Winken aus der Haustür verabschiedet.

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  • In dieser Folge verschlägt es Schuldnerberater Peter Zwegat zur Familie Bittlinger nach Wesseling bei Köln. Vorweg: Spackenalarm – Spackenalarm – Spackenalarm!!! Wie sagte doch der große Philosoph und Menschenkenner Bernd Stromberg: “Kann-Nicht wohnt meist in der Will-Nicht-Straße.” Bei der heutigen Sendung möchte man am liebsten in den Fernseher greifen und die Protagonisten der Reihe nach durchschütteln, denn selten gab es so viel Dilletantismus, Naivität, Lethargie und Talentlosigkeit auf nur 45 Minuten Zwegat.

    Susanne Bittlinger (46) ist zur Zeit arbeitslos – ja, auch auf die bislang so krisensicher geglaubte Nagel-Design-Branche schlagen die weltweiten Turbulenzen der Finanzmärkte unbarmherzig durch. Gerade bei Susanne hätte man das eigentlich nicht gedacht, wo sie doch so eine grundsolide Ausbildung absolviert hat, nämlich einen viertägigen Crashkurs im Feilen, Verlängern und Bemalen von Fingernägeln. Das war nebenbei übrigens die einzige Ausbildung ihres Lebens, was sie aber nicht davon abgehalten hat, sich immer wieder mit den verschiedensten “Berufen” selbstständig zu machen… und dabei jedes Mal mit einem Bauchklatscher baden zu gehen. Wie viel Schulden sie sich damit eingebrockt hat, kann Susanne nicht genau sagen, denn auch mit der Mietzahlung ging sie immer generös um und musste deshalb schon einige Male überstürzt umziehen, wobei sie alle Unterlagen verlor. Sie selbst taxiert ihre Außenstände auf round about 50.000 Euro, aber nichts Genaues weiß man nicht.

    Sicher ist dagegen, dass sie ihr Händchen für alles Finanzielle auch an ihren Sohn weiter vererbt hat. Sascha Bittlinger (22) hat seine Maler- und Lackiererlehre abgebrochen, ist chronisch dauerpleite, besitzt aber dafür bereits ein illustres Strafregister inklusive Urlaubs auf Staatskosten wegen Drogendelikten. Er taxiert seine Außenstände auf 25.000 Euro, ist aber aus genetischen Gründen ebenfalls nicht in der Lage, das selbst zusammen zu addieren. Erschwerend kommt nun noch eine weitere Haftandrohung hinzu: Wenn Schlaufuchs Sascha nicht innerhalb von vier Tagen 420 Euro überweist, fährt er wieder ein und verliert garantiert den Job, den er gerade erst angetreten hat. Das nenne ich Anstiftung zu einer kriminellen Handlung, wo soll der denn bitte ohne Überfall so schnell so viel Geld hernehmen?

    Nach einiger Zeit dumpfen Nachdenkens verfallen Susanne und Sascha auf die einzig mögliche Lösung: Der Zwegat muss her, denn der hat ja bekanntlich einen Taschenrechner (oder kennt beim Fernsehen welche, die einen haben). Gesagt getan, das Berliner Knautschgesicht mit der staatlichen Anerkennung steht eines Tages samt RTL-Kamerateam vor der Bittlinger’schen Wohnung. Um ihn nicht gleich zu verschrecken, hat Susanne dem Zwegat übrigens nur von Sohnemanns Schulden erzählt und ihre eigenen Finanzen schön aus dem Spiel gelassen. Jetzt, wo der Berliner auf ihrem Familiensofa hockt, verplappert sie sich prompt und in einem Augenblick zerreißt das von den Drehbuchautoren so kunstvoll gewebte Netz aus Lügen. Unter Zwegats bohrendem Blick gibt Susanne kleinlaut zu, dass ihr erst nach dem Telefonat mit RTL eingefallen sei, dass auch sie selbst vielleicht hier oder da noch ein Centlein an Verbindlichkeiten habe. Superpeinliche Enthüllung, wie kann man nur so doof sein?

    “Ich kriech’ des Hartz”, so lautet Susannes (mundartlich gefärbte) augenblickliche Tätigkeitsbeschreibung. Sie könne leider nicht anderswo berufstätig sein, weil sie niemanden fände, der auf ihr zweites Kind, die 6jährige Alina, aufpasst. So blieben zum Arbeiten höchstens die eigenen vier Wände. Momentan strebt sie mal wieder eine Selbstständigkeit an und möchte sich vom Arbeitsamt die Einrichtung eines Nagel-Studios finanzieren lassen. Unverständlicherweise zeigt sich das Amt aber knauserig und verweist zur Begründung auf die Spur von ökonomischer Verwüstung, die Susanne hinter sich her zieht. Die kann das nun aber gar nicht nachvollziehen, sie wissen von bestimmt 10 potenziellen Kundinnen, die sich unbedingt bei ihr die Nägel machen lassen wollten. Zwegat kennt sich im Nagel-Business nicht so aus, wirkt aber auch recht skeptisch bezüglich des Business Case und bezweifelt wohl insgeheim auch Susannes Talent als Maniküre.

    Nun folgt mal wieder eine traurige Wohnungsbegehung, der Voyeurismus der Zuschauer will ja schließlich auch befriedigt sein. Die Raumsituation ist etwas verwirrend und erinnert an die Waltons (wem das noch etwas sagt): Sohn Sascha und seine Freundin schlafen nachts im Zimmer der kleinen Schwester, die wiederum bei der Mutter auf der Coach im Wohnzimmer nächtigt. Das winzige, schlauchartige Bad ist vielleicht einen Meter breit und wird von der geöffneten Tür bereits zur Hälfte ausgefüllt. Calli Calmund könnte sich hier jedenfalls nicht umdrehen und auch Zwegat geht schnell weiter.

    Aus verständlichen Gründen ist Sascha es Leid, sein Liebesleben akustisch mit Mami und Schwesterlein zu teilen. Er wird deshalb in Kürze mit seiner Freundin, mit der er seit gerade sechs Wochen zusammen ist, in ein Ein-Zimmer-Appartement umziehen. Man ist schon am Renovieren, hat aber keinen blassen Schimmer, wie man die Miete von monatlich 320 Euro finanzieren will, zumal er nur einen 400-Euro-Job auf dem Bau hat und seine Herzallerliebste überhaupt kein Geld verdient. Auweia, hoffentlich haben die beiden wenigstens Geld für die Pille…

    Zwegat versucht erstmal, die Haftandrohung wegen der ausstehenden 420 Euro aus der Welt zu schaffen. 200 Euro hat Saschas Chef schon versprochen, vielleicht könnte das Arbeitsamt noch etwas zuschießen – obwohl Sascha eigentlich jede staatliche Hilfe ablehnt, der Schlaumeier. Wenn man die oben angedeutete Finanzierungslücke bei der neuen Wohnung bedenkt, wäre es vielleicht am geschicktesten, der junge Bittlinger ließe die eigene Bude sausen und ginge tatsächlich wieder in den Knast, dann würde er sich jedenfalls die Miete sparen. ;-) Aber nein, das lässt Zwegat nicht zu und er holt beim Arbeitsamt tatsächlich eine Förderung von Wohnung und Ausbildung (!) für Sascha heraus.

    Als nächstes besorgt der Schuldenpapst zwei Augenbinden und einen Baseballschläger und die beiden “leihen” sich von einem Passanten in einer dunklen Toreinfahrt die noch fehlenden 220 Euro… NEIN, Scherz, natürlich nicht, stattdessen schleppt Sascha plötzlich eine Tüte voller Schmuck und Uhren bei einem Juwelier an, angeblich vom Opa geerbt. Nach einem Blick durch das Monokel entlarvt der Ladenbesitzer das ganze ominöse Zeugs als Imitationen und verliert jedes Interesse an einem Ankauf. Nun muss wohl doch der Baseballschläger ran, was? Wieder Nein, stattdessen leiht Saschas Chef ihm den vollen Betrag und der Knast-Kelch geht an ihm vorüber. Vorerst.

    Ein Loch ist gestopft, da folgt schon das nächste: Susanne kriegt einen Abschiedsbrief vom Energieversorger; wegen der ausstehenden Rechnungen soll ihr der Strom abgeknipst werden. Das geht natürlich gar nicht, wo sollen denn die Fernsehfuzzis beim Drehen des Billinger’schen Weltuntergangs sonst ihre Lampen einstöpseln? Das muss wohl wieder der Alte von der Spree zurecht biegen. Zwegat ist sowieso schon mies drauf, denn er konnte zu dem Schuldenberg nur “ein Häuflein” Unterlagen (=1 schmaler DIN-A4-Ordner) zusammentragen, hat also nach wie vor keinen richtigen Überblick. Mit seiner besseren Hälfte, der Flip-Chart, macht er nun einen weiteren Hausbesuch in Susannes mickriger Bleibe. Mutter und Sohnemann sitzen mit schwitzigen Händen auf dem Sofa und erwarten gesenkten Kopfes ihr Urteil.

    Zwegat addiert für Sascha einen Haufen Pöstchen zusammen und kommt gerade mal auf 2.000 Euro, der größte Betrag ist ein lädierter Kindergarten (“jugendlicher Leichtsinn”). Auf Nachfrage, wieso er denn Schulden von 25.000 Euro zu haben glaube, fallen ihm noch gaaaaaanz dunkel 6.000 Euro für Telefonkosten ein, über die es aber keine Unterlagen mehr gebe. Auf die nahe liegende Idee, doch einfach mal bei der Telekom anzurufen, ist er allerdings noch nicht gekommen. Man sollte übrigens beim Hantieren mit Farben und Lacken immer schön durchlüften, fällt mir dazu nur ein… :-)

    Auch Susannes Schulden bleiben größtenteils hypothetisch. Die bekannten Posten (Tupper, eBay, Autovermietung usw.)  ergeben zusammen gerade 22.750 Euro. Irgendwie war da noch etwas mit einem Kredit von 30.000 Euro für ihr (erstes) Nagel-Studio, aber leider fehlen da jegliche Unterlagen.

    Nun kommen wir wieder zum Fremdschämen: Zwegat will, dass Susanne sich einen Job besorgt und fragt, was sie außer “nageln” noch könne. Sie schriebe Gedichte und nehme sie auf CD auf, erzählt sie da – und hinterher wird eines davon vorgespielt. (Eine “Gedicht”-CD nötigt sie dem Schuldnerberater übrigens als Geschenk auf.) Freundlich ausgedrückt, sollte sie sich hier lieber nicht allzu große Hoffnungen machen, meines Erachtens kann sie viel besser rechnen als dichten…  Aber das ist noch nicht alles, Susanne fotografiert neuerdings auch noch gern mit dem Handy und will das jetzt ebenfalls professionell machen. Als er später mit uns allein ist, formuliert Zwegat seine erheblichen Zweifel an Susannes Karrierehoffnungen und drückt mit diplomatischen Worten aus, dass sie eigentlich einen ziemlichen Dachschaden hat. Dann flieht der Berliner, vermutlich will er schnell die geschenkte CD entsorgen. Als Hausaufgabe sollen beide Bittlingers ihre Gläubiger anrufen und nach den Schulden fragen. Susanne ist damit schnell fertig, denn die einzige Telefonnummer eines Gläubigers, die ihr eingefallen ist, stellt sich als falsch heraus. Das wird alles nichts und schlussendlich geht Zwegat zur Schufa und kriegt da endlich eine detaillierte Aufstellung der Außenstände seiner beiden Sorgenkinder.

    Sascha hat inzwischen ein viel größeres Problem, denn sein früherer Lieblingsdealer steht gerade vor Gericht und hat ihn schwer belastet: Seine überwunden geglaubte Drogenkarriere scheint nun doch noch ein juristisches Nachspiel zu haben; ihm drohen bis zu 5 Jahre Knast. Vielleicht dank Zwegat und Fernsehen wird daraus nur eine Bewährungsstrafe plus 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Sascha verspricht hoch und heilig, dass das nie mehr vorkomme, das sei alles jugendlicher Leichtsinn gewesen. (Die zur Last gelegte Tat ist übrigens erst ein Jahr her.) Hinterher besorgt ihm Zwegat auch noch eine Stelle, bei der er seine abgebrochene Ausbildung zum Maler und Lackierer beenden kann. Sascha sagt nicht viel dazu und freut sich wohl primär innerlich. Nebenbei hat Zwegat über die Schufa herausbekommen, dass seine Schulden insgesamt nur 6.000 Euro betragen (jaja, die Lösungsmittel) und er will versuchen, etwa die Hälfte davon durch Vergleiche aufzulösen.

    Susannes Nagel-Studio-Pläne werden mit Hilfe eines Typs vom Arbeitsamt professionell zerlegt, Gott sei Dank. Der Markt ist sehr eng und Susanne habe keine ausgesprochene Unternehmerpersönlichkeit, damit würde die Nagelei niemals funktionieren und sie kriegt deshalb auch keine Förderung vom Arbeitsamt, Punkt. Zwegat hat mittlerweile eine Übersicht ihrer Schulden: 33.000 Euro. Damit bleibt für Susanne nur der Weg in die Privatinsolvenz, d.h. die nächsten sechs Jahre muss sie finanziell die Füße still halten und vor allem, jetzt wird es bitter: Sie muss sich um Arbeit bemühen.

    Ein Fall geht zu Ende, bei dem man als Zuschauer aus dem Kopfschütteln kaum heraus kommt. Wie dämlich darf man eigentlich sein, ohne dass das Drehbuch zu künstlich wirkt? Zwegat muss schon verdammt abgebrüht sein, dass er seinen Mandanten diesmal nicht mit der Flip-Chart einen Scheitel zieht, nicht mal hinter der Kamera. Aber sicherlich geht es immer noch ein Stück schlimmer, die nächsten Folgen werden uns das vielleicht zeigen…

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