• Für Meister Christian Rach kommt es heute Abend dicke, denn seine in der letzten Woche nach medialer Verwertbarkeit zusammengecastete Küchencrew tut nicht so, wie er will. Zwar sehen seine 12 Schüler jetzt mit weißen Kochuniformen einigermaßen manierlich aus, aber bei einem unangekündigten mündlichen Kurztest versagen fast alle kläglich: Die wissen zum größten Teil nicht mal, wie man richtig ein Hühnchen kocht. Rach ist fassungslos. Dabei steht das doch auf Seite 3 der von ihm selbst verfassten Küchenbibel mit dem unsäglich spannungsfreien Titel “Das Kochgesetzbuch – Grundregeln erfolgreichen Kochens“. Das Buch hatte Rach seinen Eleven in der Vorwoche marketingwirksam vor laufender Kamera in die Hand gedrückt und sie eindringlich zum Lesen dieses Machwerks ermahnt. Tja, Pech gehabt, außer Streber Tim weiß keiner die Lösung (kaltes Wasser, Hähnchen rein und dann langsam erwärmen, damit sich die Poren des Vogels öffnen und der Geschmack rauszieht).

    Rach fühlt sich offensichtlich durch die mangelnde Aufmerksamkeit für sein großherzig verschenktes Buch persönlich beleidigt und schaltet um in den Diven-Modus. Nichts kann man ihm mehr Recht machen. Die undürre Rena findet nicht sofort ein Schneidebrettchen und wird deshalb erst mal angeranzt. Marco erzählt nebenbei, und zwar ganz freundlich, er habe früher mal eine Kochlehre angefangen und sei dann nach einem halben Jahr rausgeflogen, daraufhin verhört ihn Rach vor allen Mitschülern aufs Peinlichste, weshalb er denn die Lehre beendet musste. Nourddine macht sich zum Gespött der Gruppe, als er sich binnen weniger Minuten zwei Mal mit dem Messer schneidet und Pflaster benötigt.

    Damit in der Küche überhaupt mal etwas Positives passiert, kochen Christian Rach und seine Koch-Ausbilder Hanno und Frank mal eben eine Portion Nudeln mit Basilikumsauce, Tomaten und Scampi. Das soll dann in zwei Monaten eines der Stammgerichte für das neue Restaurant im Chilehaus werden. Und was die Schüler noch nicht wissen: Morgen kommt ein weiterer unangekündigter Kurztest, sie müssen nämlich alle einzeln unter den Augen des Meisters dieses Gericht vorkochen.

    Aber genug über Küchenkrempel gelabert, nun kommen wir zum heimlichen Mittelpunkt der Sendung, nämlich zum Drumherum. Rach hat ja nicht umsonst nur schwer vermittelbare Restposten des Arbeitsmarktes für seine Sendung gecastet, nun wollen wir unsere Herzen auch etwas an deren Problemen erwärmen. Vorab kommen ein paar Szenen von und mit Jonny. Der hat nämlich heute einen potenziell schicksalsschweren Gang zum Harburger Amtsgericht anzutreten, übrigens nicht sein erster. Sein Anwalt nuschelt (Untertitel!) etwas von Vergehen wie Diebstahl, Einbruch und Drogenbesitz und dass das nun besser werden müsse. Während Jonny mit Bewährung davon kommt, wohl weil er dem Richter etwas von seinem neuen Job bei Rach erzählt hat, geht sein Kumpel für eineinhalb Jahre in den Bau.

    In der Unterkunft der Küchenkinder hat es seit der letzten Woche schon erhebliche Probleme gegeben, nicht ganz unerwartet. Die Jungen machen ordentlich Terz in ihrer Butze, die Polizei war wegen des nächtlichen ruhestörenden Lärms auch schon zu Besuch. Die “Mädchen” beschweren sich vor der Kamera über den vielen Lärm und häufige uneingeladene Besuche der Jungen; insgesamt macht das alles zusammen den Eindruck, als wenn vorpubertierende Fünftklässler ins Schullandheim fahren, zum ersten Mal ohne Mami und Papi. Wartet nur, bis der Rach das mitkriegt, dann Gnade Euch Gott!

    Auch am gestrigen Abend gab es wieder reichlich Anlass zur Einnahme alkoholischer Getränke, denn Jasmina, die mit dem abgefallenen Auspuff, war erkrankungsbedingt etwas verspätet auch in der WG eingezogen. Heute morgen kommt dann das bittere Erwachen, so ziemlich die ganze Bande ist schwer verkatert. Angelika ist mit 45 Jahren bei weitem die Seniorin der Gruppe und hat wegen der Türenknallerei und zahlreicher Herrenbesuche in ihrer Wohnung angeblich gar nicht geschlafen, was in ihrem Alter schon ein erhebliches Problem zu sein scheint. Sie ist schwer vergrätzt und beschwert sich vor dem Fernsehteam über die doofen Jungen. Die wiederum fühlen sich pauschal diffamiert, offenbar haben sie doch mehrheitlich im Bett gelegen und verstehen die Vorwürfe gar nicht (und haben wohl auch Angst vor Rachs Rache). Paul, der Junge aus bestem Hause, der eigentlich sowieso etwas “intellektueller” ist als alle anderen und deswegen wohl auch eine dämliche karierte Mütze tragen muss, macht sich zum Wortführer der Anti-Angelika-Fraktion. Can versucht etwas zu sagen, was ich aber nicht verstehe, vielleicht ist er noch etwas alkoholisiert, jedenfalls fetzen sie sich alle wunderschön und RTL ist mittendrin. Vielleicht sollte man schon mal bei der Supernanny oder Annegret Nobel wegen eines Hausbesuchs vorfühlen?

    Irgendwer muss Christian Rach einen Tipp gegeben haben, denn er ist heute besonders fies zu seinen Schülern. Während sie sich daran machen, das gestern vorgeführte Gericht Nudeln mit Basilikumsauce, Tomaten und Scampi nachzukochen, fährt der Küchenpapst unvermittelt Nourddine an: “Soll ich Dir mal sagen, dass Du Scheiße aussiehst heute?!” Der so Angesprochene stutzt “Warum?” – Rach: “Das weiß ich nicht, ‘warum’!” Dann wendet er sich der nur knapp in ihre Schürze passenden Rena zu: “Man kann so eine Sauce auch tot mixen!”. Gleichzeitig hat er mit seinen trainierten Argusaugen bei Nourddine schon das nächste Küchenvergehen entdeckt, als der gerade mit seinen Tomaten hantiert: “Warum legst Du das in die kalte Pfanne?” – “Wieso, das brutzelt doch.” – “Ne, das brutzelt nicht!” – “Doch, das brutzelt!” . Rach wird wütend, holt mit der bloßen Hand das Gemüse aus Nourddines wohl doch noch nicht so heißen Pfanne und schnauzt ihn an: “Diskutier’ jetzt nicht mit mir, verdammte Scheiße!”.

    Mal ganz ehrlich, trotz aller Antipathie mit den versoffen-disziplinlosen Kochschülern frage ich mich als unbeteiligter Zuschauer schon, woher die mit einem Mal alle kochen können sollen. Allein durch das Einatmen der selben Luft können doch Rachs gastronomische Fähigkeiten nicht auf seine Eleven überspringen. Da scheint es bei Ihnen aber didaktisch noch ein wenig Optimierungspotenzial zu geben, Herr Oberrestaurantlehrer.

    Und Rach kommt gerade erst so richtig in Fahrt. Rena kriegt im Vorbeigehen einen Anschiss, weil sie nach einer halben Stunde als Letzte noch immer an ihren Scampis herumdoktort. Dann werden die namentlich gekennzeichneten Teller vom Meister einzeln seziert. Hier sind die Krebse noch zu roh, dort fehlt die Sauce, auf dem nächsten Teller ist hingegen zu viel Sauce und Rena hat vor Aufregung das Würzen vergessen. Marco ist recht selbstkritisch: “Totale Scheiße, ich hab das voll verkackt.” Rach stimmt zu und erlaubt ihm großzügig, seinen heutigen Beitrag direkt in die Tonne zu entsorgen. Der Geschmackstest verläuft eher unbefriedigend und Rach zeigt sich ziemlich miesepetrig: “Ihr könnt das von mir aus aufessen oder wegwerfen, ist mir egal, aber in vier Minuten ist die Küche sauber!”. Und als dann keine Antwort kommt, platzt ihm der Kragen: “»JAWOLL, CHEF!« HEISST DAS!!!” Damit hat er sein akustisches Tagessoll erreicht und lässt es für heute gut sein. Feierabend.

    Dem nächsten Morgen scheint wieder eine anstrengende Nacht vorausgegangen zu sein, die ihre Opfer fordert: Von den ursprünglich mal zwölf Kochpraktikanten kommen gerade noch vier pünktlich (um zehn Uhr!) im Chilehaus an, der Rest folgt ein paar Minuten zu spät und präsentiert als blöde Ausrede nur, dass man den Busfahrplan falsch gelesen habe. Er, der Meister, ist noch nicht da, aber die beiden Hilfsrachs (Hanno und Frank) stellen unter Beweis, dass sie bei ihrem Chef auch die Inszenierung cholerischer Anfälle gelernt haben und ihn in dieser Hinsicht gut vertreten können. Abwechselnd brüllen sie die verdatterten Schüler an: “Erst in der zweiten Woche und Ihr kommt schon zu spät! Es ist zehn Uhr, mitten am Tag, normalerweise haben wir um  diese Zeit schon 15 Kriege gewonnen oder verloren!!!” Keine Ahnung, was dieser letzte Spruch sollte, aber bei Leuten, die den ganzen Tag mit den Köpfen im Küchendunst hängen, sollte man vielleicht nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Und Mikrowellen sind ja auch nicht ganz ungefährlich, sagt man. “Mit den vier kochen wir gleich, die anderen können ja den Fahrplan abschreiben, fünftausend Mal, oder so!!!”, poltert der Vizechef noch, verliert die Fassung vollends und schmeißt die Tür hinter sich zu.

    Als Strafarbeit müssen die Zuspätkommer nun die Kippen vom Kopfsteinpflaster vor dem Chilehaus aufsammeln. Christian Rach erscheint auf der Straße und zeigt sich verwundert, erkundigt sich scheinheilig nach dem Grund für ihr Tun (als wenn er das Drehbuch nicht gelesen hätte). Er versammelt drinnen seine weiß beschürzten Schüler um sich und warnt sie noch einmal dringend, den Job nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Und wer gestern sein Probeessen “verhauen” habe, müsse es heute noch einmal kochen. Das ist Marcos zweite Chance, aber wieder verzettelt er sich mit seinem toten Krebsgetier. Als die von Rach gesetzte Zeit zu Ende geht, zählt der dicke Tim höhnisch aus dem Hintergrund laut die restlichen Sekunden. “Halt die Schnauze jetzt, Du machst ihn doch verrückt!”, fährt Rach ihn völlig zu Recht an. Das nennt man wohl Kameradenschwein.

    Rach hat aber auch wieder ein paar neue Ideen ausgebrütet: Mit vereinten Kräften hauen sie eine Zwischenwand weg und vergrößern die Küche damit erheblich. Überall wird gehämmert, gefegt und gewienert, dazu passt Rachs Weisheit des Tages: “30 Prozent der Arbeitszeit in der Gastronomie entfällt auf das Putzen.” Zwischenzeitlich kommt Jonny mit seinem Besen bei Rach vorbei und sagt einfach nur, dass er gerade glücklich sei. Papi ist leicht perplex, freut sich aber wohl über den Erfolg seiner Politik, hart aber herzlich. Die Freude währt nicht lange, denn gleich im nächsten Raum sitzt Rena zusammengesunken auf einem Tisch und heult. In einer sehr durchsichtig inszenierten Szene lässt sie ihr Schluchzen von der neuen besten Freundin Jennifer für die Außenwelt übersetzen. Demnach tun Rena die Füße weh, sie muss pausieren, hat aber nun Angst, dass die Gruppe sie deswegen als Faulpelz disst. Christian Rach, immer umschwebt vom Hauch des Göttlichen, scheint in einer Sekundärbegabung auch noch Orthopäde mit Röntgenblick zu sein, erkennt durch pures Ansehen, dass Rena neue Schuhe braucht, gibt ihr Geld dafür und schickt sie zum nächsten Schuhladen. Parallel verordnet er ihr eine Diät, ihre Figur sei doch etwas arg kräftig. Ob sie damit – wie gewünscht – im Service arbeiten könne, bezweifelt er. Freundin Jennifer hat auch nicht gerade das, was man eine Wespentaille nennt, um mal sehr freundlich zu bleiben, und wird von Rach ebenfalls zur Diät verdonnert. Wo sie denn arbeiten wolle… soso, in der Küche, ob sie dafür aber schnell genug sei, daran habe er noch Zweifel. (Dramatische Musik im Hintergrund)

    Am Ende der heutigen Folge stellt sich allgemeines Schwächeln ein, Rena hat’s mit den Füßen, bei Jennifer ist die Nase geschwollen und sie kriegt keine Luft, aber den Vogel schießt Collin ab, der ja bisher noch gar nicht nennenswert in Erscheinung getreten ist: Er kommt am letzten Tag nicht zum Dienst, ruft auch nicht an und hat ganz offenbar die letzte Nacht nicht in seiner WG verbracht. Rach ist stinkesauer, droht vor versammelter Mannschaft, den werdenden Vater rauszuwerfen, sollte der keinen triftigen Grund für sein Fernbleiben präsentieren. Als Collin dann später doch noch – einigermaßen derangiert – eintrifft, bittet ihn Rach flugs zu einem Gespräch “unter vier Augen”, natürlich plus Kamera. Collin zeigt sich völlig zerknirscht: Seine Ex-Freundin, die werdende Mami, habe ihm gestern schon mal per SMS pränatal angekündigt, dass er sein Kind niemals sehen werde. Daraufhin habe er sich besoffen, aber heute Morgen sei ihm plötzlich klar geworden, dass Alkohol ja keine Lösung sei und das werde niemals wieder vorkommen, Hand drauf. Rach schlägt ein, droht aber, damit sei der Kredit verspielt, beim nächsten Patzer fliege Collin hochkant aus dem “Experiment”.

    Ob Collin wieder trinkt, Jonny weiter glücklich ist, Paul arrogant bleibt, Marco endlich essbar kocht, Rena neue Einlagen bekommt, Jennifer auch ohne Nasenatmung auskommt, sich sonstige neue Wehwehchen bei den Schülern einstellen, ob sie zukünftig den Hamburger Busfahrplan und die WG-Hausordnung beherrschen, das alles sehen wir nächsten Montag in der dritten Folge von Rachs Rasselbande hier auf RTL.

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  • Hi Leute,

    heute startet Gastropapst Christian Rach mit einem neuen Format in den Fernsehherbst: In “Rachs Restaurantschule” zeigt der Gutmensch aus Hamburg einem Dutzend Menschen ohne Job oder ohne Ausbildung, wo im Restaurant der Hammer hängt. Wenn sie sich gut anstellen, sind vielleicht ein festes Arbeitsverhältnis oder ein Ausbildungsvertrag drin, wenn nicht, bleiben immerhin die 15 Minuten Berühmtsein, auf die lt. Andy Warhol jeder Mensch ein Anrecht hat. Muss ja nicht unbedingt positive Berühmtheit sein, vollständiges Blamieren kann schließlich auch bekannt machen…

    Die Sache startet im Chilehaus in Hamburg. Hier will Rach innerhalb von 2 Monaten aus dem Nichts ein Restaurant aufbauen – nur mit seinem überragenden Talent und 12 Lernwilligen, um die der Erfolg bisher eine Kurve gemacht hat. Zunächst castet der Meisterkoch aus hunderten von Bewerbern seine neue Küchencrew zusammen. Während er die Bewerbungsmappen durchblättert, erfahren wir die wichtigsten Facts:

    Angelika ist die Seniorin der Gruppe und hat mit ihren 44 Jahren schon drei Ausbildungen hinter sich, das war aber wohl alles nichts und sie lebt von Hartz IV. Zuhause beschäftigt sie sich vorrangig mit der Aufzucht von Plüschbären.

    Tim war drei Jahre im Urlaub auf Staatskosten in Vechta und hat dort im Knast eine Kochausbildung gemacht, findet aber keinen Job. Mal sehen, wenn es hier nichts wird, kann er es mit seiner Vita bestimmt noch mal bei DSDS versuchen…

    Nina (19) hat zwar noch keine Ausbildung, aber dafür schon ein eineinhalbjähriges Kind – und damit wiederum keine Zeit mehr für eine Ausbildung. Trotzdem legt sie gesteigerten Wert auf ihr Äußeres und erinnert mich auch sonst sehr an Kim Debkowski aus der letzten DSDS-Staffel.

    Rena “hat vieles probiert” (unfreiwilliger Joke!), findet aber “aufgrund ihrer Körperlichkeit” keine Anstellung, soll heißen: Sie ist ziemlich mollig geraten, passt mit 135 Kilogramm bei 175cm Größe vom Format her zwar gut in einen 16:9-Fernseher, aber schlecht in eine Küche – jedenfalls bisher. Nach meinen Trash-TV-Erfahrungen würde ich Rena ohne zu zögern in die Schublade “Nervensägen ab hundert Dezibel” einordnen. Die kriegt im Verlauf der Serie bestimmt noch einen Wutanfall und wird dann seeeeehr laut.

    Das blonde Bauernkind Jasmina arbeitet seit 5 Jahren als Aushilfe in der Gastronomie und möchte den Job jetzt mal richtig von der Pike auf lernen. Typmäßig wäre auch sie gut bei DSDS aufgehoben, mit ihrer positiven Ausstrahlung käme sie garantiert in den Recall.

    Gymnasiast Paul hält sich für ziemlich intellektuell, kommt aus “sehr gutem Elternhaus”, hat aber die Schule abgebrochen. Aus irgend einem Grund glaubt er, der geborene Küchenmeister zu sein und will später – ganz bescheiden – sogar ein eigenes Restaurant führen. Die Figur dafür hat er jedenfalls schon…

    Rapper Nourddine ist eigentlich zu cool für diese Welt, hat die Hauptschule abgebrochen und kann nichts außer Musik. Warum er dann ausgerechnet in dieser Sendung auftaucht, bleibt das Geheimnis der Drehbuchschreiber.

    Der Berliner Marco wittert nach über 100 vergeblichen Bewerbungen eine Chance an der Waterkant, ist aber ansonsten zunächst noch ziemlich still.

    Küken Jennifer (17) möchte unbedingt Köchin werden, aber Rach hält sie für zu jung und darum darf sie natürlich gern in der Sendung mitspielen.

    Can kocht für sein Leben gern und weil Rach gern einen Kandidaten “mit Migrationshintergrund” dabei haben möchte, gehört er ab heute in den RTL-Montag.

    Jonny war schon früher Lehrling im Chilehaus, hat bei der Polizei trotz jugendlichen Alters schon eine ansehnliche Akte und das befähigt ihn lt. Drehbuch heftigst zur Teilnahme an Rachs Restaurantschule.

    Der 28jährige Collin bekommt sogar einen eigenen Einspieler, so bunt ist sein verpfuschtes Leben. Gerade ist er bei seiner schwangeren Freundin rausgeflogen, vagabundiert nun auf der Suche nach einem Schlafplatz über die Reeperbahn und berichtet währenddessen dem Fernsehteam in schwer verständlichen Worten (Untertitel!) von seinem freudlosen Alltag.

    Zunächst müssen sich die 11 (Jasmina fehlt anfangs) bei Rach in seinem Hauptrestaurant, dem Tafelhaus an der Elbe, vorstellen und zwei Probetage überstehen. Dort gibt es gleich die erste Aufgabe, nämlich Warenkunde. Ein Haufen Grünzeugs wird den Neulingen im Rohzustand (als Pflanze im Topf) präsentiert und durch Riechen, Schmecken und Fühlen sollen sie herausbekommen, worum es sich handelt. Danach geht es weiter mit Fisch, der tot, aber namenlos vor den Kandidaten liegt und bestimmt werden soll. Und wem das noch zu leicht war, der kriegt jetzt auch noch rohes Fleisch und muss das zugehörige Tier raten. Das ist wieder DIE Gelegenheit für den Meister, die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen, denn die meisten Ergebnisse sind Kokolores.

    Rach ist in seinem Element und ordnet nun ein Diktat, einen kleinen Mathetest und eine Prüfung des Allgemeinwissens an. Bei Marco führt die vermeintlich leichte Frage “An welchem Fluss liegt Frankfurt am Main?” zu ratlosem Kopfkratzen und der traurigen Antwort “Elbe”, was Can dann auch noch schadenfroh in die Kamera posaunt. Da fragt man sich natürlich insgeheim, wie solch ein Kandidat es überhaupt unbeschadet von Berlin nach Hamburg schaffen konnte, normalerweise dürfte der ja nicht mal allein zum Einkaufen gehen.

    Als der erste Tag schon fast gelaufen ist, kommt Jasmina doch noch in die Tür: Ihr sei auf dem Weg von Sachen-Anhalt nach Hamburg der Auspuff abgefallen, aber nun sei sie ja trotzdem da, hallo zusammen. Rach ist sichtlich angepisst, hält den Ball für seine Verhältnisse aber noch flach und droht der permanent grinsenden Blondine nur, er werde sich bis morgen noch überlegen, ob er das durchgehen lassen könne. Nach einem abschließenden gemeinsamen Eisessen sind die nunmehr 12 Schüler für den Tag entlassen und können sich bis morgen erholen.

    Der zweite Tag beginnt, Jasmina darf natürlich bleiben. Heute geht es gleich in die Küche vom Tafelhaus. Hier müssen die Schüler nun ihre Gaumen testen, es gilt, die vier Grundgeschmacksrichtungen zu erkennen: süß, salzig, sauer und bitter. Für Rena wird es gleich doppelt bitter, denn sie sträubt sich, die vier Häppchen auf ihrem Teller zu probieren und weckt damit Rachs Zorn. Sie sei falsch in dieser Veranstaltung, wenn sie das nicht mal könne, wird ihr attestiert. Danach müssen Rot- und Weißwein unterschieden werden, serviert in dunklen, undurchsichtigen Gläsern. Gar nicht mal so einfach. In der Küche geht der Stress dann weiter, hier werden heute Pfannkuchen hergestellt mit allem, was dazugehört: Teig anrühren, Zwiebeln schneiden und anbraten. Rena ignoriert den Tipp vom Küchenausbilder Frank, durch den Mund zu atmen, atmet stattdessen wie gewohnt durch die Nase und heult plötzlich. Ja, sie könne nunmal nicht durch den Mund atmen, behauptet die Schülerin mit der Rubensfigur.

    Dann kochen sie sich alle zusammen ihr heutiges Mittagessen: Brathähnchen. Paul und Collin wollen beim Zerteilen der Vögel glänzen, scheinen dabei aber eher Hackfleisch zu produzieren. Auch Angelika versucht bei dieser Gelegenheit, Rach für sich einzunehmen: Sie zieht eine Tupperdose mit medizinisch aussehendem Inhalt aus ihrem Rucksack, behauptet, das sei ihr Lieblingsgericht Fischsuppe und überreicht das ganze dem leicht angeekelt wirkenden Küchenchef als Geschenk. Upps, äh, danke, wie alt das denn sei und ob sie das auch immer gut gekühlt habe, fragt er, wohl sehr um seine Gesundheit besorgt. Aha, naja, dann wolle er das nachher gleich mal probieren, gibt sich Rach vorsichtig. Ich wette, die graue Glibberbrühe findet sich spätestens in 5 Minuten in der Hamburger Kanalisation wieder. Und siehe da: Ein paar Szenen später öffnet er die Dose hinten in der Küche wie ein Bombenentschärfer einen gefährlichen Blindgänger, hält kurz sein wertvolles Riechorgan in Richtung Fischsuppe, zuckt entsetzt zurück und verkündet: “Das stinkt, das werde ich NICHT essen.” (Angelika zeigt sich nachher einigermaßen beleidigt von des Meisters Urteil.)

    Während nun alles anfängt zu mümmeln, zieht Rach eine erste Zwischenbilanz: Seine Schüler sollten alle viel mehr Gas geben, er will “Feuer” sehen, wer das nicht könne, solle sich lieber etwas anderes vornehmen. Daraus wird ein allgemeines Gesinnungsgespräch, alle bekennen sich zu dem gesteckten Ziel. Can verspricht, sein Leben werde sich um 360° ändern… womit er dann ja wieder dort wäre, wo er anfing! Rena ist unzufrieden mit sich, aber Papa Rach baut sie auf, hat gemerkt, dass sie ihre Piercings abgenommen hat und wertet das als gutes Zeichen für ihren Veränderungswillen. Nachdem auch der Rest der Truppe verbal die Hosen heruntergelassen hat, verkündet Rach seine Entscheidung: Alle 12 haben die Probetage überstanden und dürfen nun in den nächsten 2 Monaten um eine Festanstellung bzw. einen Ausbildungsplatz kämpfen. Als kleine Hausaufgabe verteilt der Gastropapst nun sein eigenes Buch; das sollen alle in den nächsten zwei Tagen durchlesen.

    Der Ernst des Lebens beginnt mit einem ersten Besuch in der zukünftigen Wirkungsstätte im Chilehaus. Das zuvor dort bestehende Restaurant “Weinhexe” wurde aufgegeben und steht seit einiger Zeit leer. Die Einrichtung ist völlig versifft und verstaubt, das sieht nach einem Arsch voll Arbeit aus für die 12 Schüler. Rach freut sich offensichtlich, dass seine Eleven es nicht allzu einfach haben werden. Einen weiteren Dämpfer verpasst er der Bande in der nächsten Szene, denn jetzt beziehen sie ihre gemeinsame Unterkunft (“gemeinsam” heißt natürlich nicht, dass auch Rach dort einzieht, logo). Vom Fernsehen werden zwei 5er- und eine 2er-Wohnung gestellt, die Aufteilung müssen die Schüler selbst organisieren, was ihnen nach einigem Hin und Her auch gelingt. Die neuen “dicken” (kein Kommentar) Freunde Tim und Paul teilen sich dabei die begehrte 2er-Wohnung. Rach macht klar, dass das hinterher genau so aussehen muss, wie jetzt am Anfang. Mal sehen, ich ahne Schlimmes, als die ersten Jungs auf dem Balkon erscheinen und mit lautem Grölen ihr neues Revier markieren. Aber noch viel schlimmer: Die 44jährige Angelika schleppt beim Einzug wie selbstverständlich ihr fast lebensgroßes Stoffpony hinter sich die Treppe hinauf, ohne das sie nach eigenen Angaben nicht schlafen kann. Nach dem Fischsuppenattentat ist das schon der zweite Negativpunkt auf ihrem Konto und ein echter Moment zum Fremdschämen.

    Am letzten Tag dieser Folge beginnt das große Aufräumen im Restaurant im Chilehaus. Schnell machen unsere Jungköche Bekanntschaft mit der norddeutschen Tierwelt, z.B. mit Spinnen und Kakerlaken, allerdings toten. Es folgt ein gemeinsames Nudelessen, dessen Zutaten die Pferdefreundin Angelika und Ex-Knacki Tim aus dem nahen Supermarkt besorgt haben. Rach weigert sich, die Tiefkühlkräuter auch nur anzusehen, der eingeschweißte Gouda wird ebenfalls heftig kritisiert. Die Tischmanieren der Anwesenden geben ebenfalls Anlass zur Beschwerde und eröffnen dem Meister für die nächsten Wochen ein weites Betätigungsfeld.

    Ach, was hat er sich doch für eine übermenschliche Aufgabe ausgesucht, der Gute… ;-) Aber Mitleid durch die Fernsehzuschauer ist nicht angebracht, der Mann wird dafür bezahlt. Und außerdem wissen wir aus seinen vorherigen Sendungen, dass er die Herausforderungen liebt: Wenn es einen Menschen gibt im Universum, der das schaffen kann, dann ist das Christian Rach! In diesem Sinne freuen wir uns also auf die nächste Woche.

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