Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise, aber Fr. Schrowange verpasste mir heute mit ihrer Magazinsendung „Extra“ einen Einlauf der besonderen Art.
Wer kennt sie nicht, die Damen und Herren hinter den Klingelbeuteln, vor den Toiletten der Einkaufszentren, Schnellrestaurants und Raststätten unserer Republik. Für ein schmales Trinkgeld bieten sie dem WC-Nutzer, neben freundlicher Ansprache zumeist auch sanitäre Sauberkeit.
So erleichtert, fällt es natürlich jedermann dann leicht zum Geschäftsabschluss noch etwas Kleingeld zurückzulassen. Eine kurze Rechnung zeigt, bei angenommenen 30 Cent in der Minute (durchaus realistisch, wie am Bsp. einer Notdurftanstalt in einem Einkaufszentrum in NRW gezeigt), lassen sich so in jeweils acht Stunden an zwanzig Arbeitstagen im Monat ca. 0,3*60*8*20 = 2880 Euro erzielen. Damit ließe sich doch wohl ein respektables Einkommen erwirtschaften?
Aber jetzt kommt’s (das Klistier wird in den Anschlag gebracht)! Wer glaubt der Mensch vorm Örtchen profitiert – der irrt! So erfahren wir, hier kassiert nicht der, der die Arbeit macht, sondern der Betreiber, der Investor, der Kapitalist. Für den, der die Scheißarbeit machen muss, springt dabei nur ein mickeriger Stundenlohn heraus, den er sich dann mit ALG II aufstocken lassen kann.
Vielen Dank RTL, für diese „Extra“-Lehrstunde in angewandter Kapitalismuskritik! So hat "Mülltv" mich heute innerlich gereinigt.





