• Liebe Fans der gepflegten Montagabendunterhaltung,

    wie schade, dass es noch kein Geruchsfernsehen gibt, sonst hätte heute zwischen 21:15 und 22:15 Uhr über dem ganzen Land ein leichter Hauch von Eau de Kuhstall gelegen, der Duftnote von Inka Bause. Diesmal geht die Enthüllungsjournalistin in die Vollen und führt Kamerateam, Laiendarsteller und Zuschauer an ihre Grenzen… und dann noch ein Stückchen weiter. Heute zeigt RTL nämlich alles: Dreck, Salsa, Mist, Kuhscheiße, fossile Teppichläufer, handgeschrubbelte Spätzle, dicke unmusikalische Frauen, zahnlose Männer, Dauergrinser und Schlechtsänger, also alles, was “Bauer sucht Frau” so liebenswert macht.

    Apropos “liebenswert”, in eigener Sache muss ich mal etwas loswerden: Herzlichen Dank für die vielen netten Kommentare, da freue ich mich immer sehr drüber, wenn ich am Dienstagmorgen etwas verschlafener als sonst ins Netz komme, weil ich mir für den Blog mal wieder die Nacht um die Ohren gehauen habe. Wenn ich dann lese, dass manche von Euch ungeduldig jede Woche auf den Mülltv-Kommentar zu den auf RTL gesendeten Ungeheuerlichkeiten warten, macht einen das schon stolz. Und wenn einzelne sich sogar die eigentliche Sendung zugunsten des Blogs sparen: bestens. An dieser Stelle geht mein besonderer Gruß an “mouhkouh” aus der Oberpfalz, die fast unseren gesamtes Eintrag vom 01.11.2010 wortwörtlich und kommentarlos in das Bäuerinnentreff-Forum von agrar.de gepostet hat – allerdings ohne uns vorher zu fragen. Das ist nicht nett, liebe “mouhkouh”, auch lästerliche Blogger haben Gefühle… ;-)

    Ansonsten finde ich es aber toll, dass wir scheinbar auch dort gelesen werden, wo BsF sicherlich die gemischtesten Gefühle weckt. Denn nicht alle Bauern sind doof, das möchte ich hier nochmal herausstellen, RTL hat sich da schon ein ganz besonders unfotogenes, nicht-repräsentatives Panoptikum zusammengecastet. Und mit dieser Vorrede gebe ich ab an Inka Bause vom Landfunk!

    Über den Feldern Nordhessens geht die Sonne auf, im Hintergrund trällert Nana Mouskouri ihr waffenscheinpflichtig-vergnügtes Lied “Guten Morgen, Sonnenschein” und der lustige Bauer Willy erscheint in einer lila Schlafanzug-Karikatur bei seiner pfundigen Braut Rosi im Gästezimmer. Er bringt der “rheinischen Frohnatur” das Frühstück auf einem Tablett direkt ans Bett, natürlich ganz spontan. Ich tippe mal, das ist ungefähr die zehnte Klappe, so abgelesen klingt der Text. Der Bauer bedankt sich sehr hölzern für die Offenheit, mit der sie ihm in der letzten Folge öffentlich erklärt hatte, dass sein Kuhstall aussehe wie ein Schweinestall und dass er beim Essen gefälligst nicht so schmatzen solle. Er gelobt Besserung in allen Punkten und ahnt dabei wohl dunkel, dass das sonst der letzten Damenbesuch auf seinem Hof in diesem Jahrhundert sein wird. How low can you go? Nicht nur ihre Matratze, auch Rosi ist schwer beeindruckt, nämlich von Willys Worten und sie gibt seinem Affen Zucker: “Hier kannst du punkten auf ganzer Linie”. Was ist denn das für eine apokalyptische Prophezeiung, ich mag gar nicht daran denken, was Rosi wohl mit “punkten” gemeint hat?

    Panik im Kuhstall, ein großer runder Schatten verfinstert die Sonne als Rosi das Gebäude betritt. Wieder trägt sie ihr kleines Rotes, wie ich es mal nennen möchte, obwohl… bei ihr sieht eigentlich jedes Kleidungsstück klein aus. Möglicherweise ist die rote Bluse auch schon irgendwie festgewachsen. Aber egal, wollen wir mal lieber nicht so genau drüber nachdenken, jetzt kommen wir nämlich zu den drei Ekelpunkten der heutigen Folge: Rosi hält ihrem ehemals lustigen Willy eine kurze Vorlesung zum Thema Sauberkeit im Kuhstall, dann schnappen sich beide Mistforken und machen sich an’s Eingemachte. Zu den fröhlichen Klängen von Boney M’s “Brown Girl in the Ring” (ein Schelm, wer böses dabei denkt) schaufeln die beiden eine gefühlte Wochenproduktion von Kuhfladen beiseite. Danach holt Willy seinen Hochdruckreiniger und spritzt seine braun-weißen Rinder porentief sauber. Lehmverkrustete Euter in Großaufnahme, lecker! Dass er dabei – natürlich ganz aus Versehen – auch ein, zwei Mal die gelernte Imbissbräterin trifft, mag seinen schlechten Augen geschuldet sein, denn wie könnte man Rosi wohl mit einer Kuh verwechseln, die tragen doch gar keine roten Blusen? Als geborene Rheinländerin hat sie aber Humor und lacht, dass beide Doppelkinne wackeln. :-)

    Ich weiß nicht, wieso Willy und Rosi mich so sehr zu bösartigen Bemerkungen reizen, aber ich kann nicht anders, sie schreien geradezu nach Bestrafung. Jetzt zerrt Willy nämlich eine dunkle Seite aus Rosis Vergangenheit ans Licht, die wir auch eigentlich lieber im Dunkeln gelassen hätten, sie war nämlich früher mal Akkordeonspielerin. Und Willy auch… und damit ist auch das nächste Verhängnis klar, wir werden nämlich nun mit dem Ergebnis jahrzehntelang kultivierter Unmusikalität gefoltert! Die beiden treten als gemischtes Duo auf, er spielt sozusagen und sie singt sozusagen. Beim ersten Lied scheinen einige Töne auf den berühmten Bierzeltklassiker “Rosamunde” hinzudeuten, den man normalerweise nur im Vollsuff ertragen kann. Wenn man denkt, Willys unegales Gefiepe sei schlimm, wird man bei Rosis Gesang eines Besseren belehrt,es geht nämlich immer noch schlimmer. Wenigstens kann dafür niemand GEMA-Gebühren kassieren, denn das Lied ist im Grunde genommen nicht als solches zu erkennen. Rosi dilettiert ins Sofa hingegossen und hat bei dieser Gelegenheit endlich mal etwas anderes als die rote Bluse an, nämlich einen quergestreiften Sweater, der ihre Figur noch etwas mehr betont. :-) Oh ja, den beiden ist wohl wirklich gar nichts mehr peinlich. Sie tauschen dann noch die Rollen, mit verheerendem Ergebnis: Rosi kann scheinbar überhaupt nicht Akkordeon spielen, nicht mal zwei Töne, und das deckt sich auch ideal mit Willys Gesangsfähigkeiten, die allerhöchstens als “unterirdisch” zu beschreiben sind. Nur bei DSDS hat man manchmal Kandidaten mit noch weniger Talent…

    Im schönen Sauerland tun die Hormone üble Dinge mit dem rolligen Rinderwirt Lukas. Hier hat Liebesgott Amor es letzte Nacht ordentlich krachen lassen, sagt Inka, und nun morgenmuffelt sich der abgekämpft aussehende Jungbauer etwas scheintot durchs Bild. Er bringt seiner Herzallerliebsten mit einem Obstteller ein paar dringend benötigte Vitamine zur Stärkung ans Bett. Die braucht sie auch, denn nach der Liebe steht nun eine handfeste Depression im Drehbuch, weil nämlich Stinas Hofwoche jetzt zu Ende geht und damit auch ihre Aufenthaltsgenehmigung erlischt. Das sind eben die Spielregeln im RTL-Land, wenn von einem Bauern alles gesagt und gezeigt worden ist, muss er Platz machen für den nächsten verzweifelten Landwirt. Das Thema Lukas wurde in den letzten Sendungen hinreichend beleuchtet, die Verdauungsendprodukte seiner Rindviecher sind republikweit bekannt und alles, was jetzt im zwischenmenschlichen Bereich noch kommen könnte, wäre nicht jugendfrei. Damit heißt es Bye-bye, schönes Sauerland!

    Als letztes Leckerli gibt es vom Fernsehen noch eine kostenlose Fahrstunde für Stina auf dem Trecker, etwas, was sie sich angeblich immer schon sehnlichst gewünscht hatte. Irgendwo auf einer der bäuerlichen Kuhweiden darf sie dann auch wirklich mal ans Steuer, was die umstehenden Rinder zur heillosen Flucht veranlasst. Heute gibt es dann wohl Schlagsahne statt Milch und RTL hat Schuld. Lukas ist aber ganz zufrieden mit den Fahrkünsten seiner Zukünftigen, auch in dieser Hinsicht steht also einer lebenslänglichen Verbindung der zwei nichts im Wege. Inka schwelgt aus dem Off, die beiden hätten sich unsterblich ineinander verliebt. Ein letzter Abschiedskuss zwischen der schnuckeligen Blondine und dem Karohemdfetischisten und Teil Eins ihrer Lovestory ist Vergangenheit.

    Auch im heute ungewohnt attributlosen (!) Frankenland wird gefrühstückt, der schüchterne Schweinebauer Harald sitzt grandios gehemmt mit seinem kubanischen Wirbelwind Janet vor dem Haus und mümmelt Marmeladenbrote. Janet möchte den Tag lt. RTL-Drehbuch nicht gänzlich sinnlos verplempern und fragt deshalb ihren neuen Freund im Karohemd, was er sich denn diesmal für sie beide ausgedacht habe. “Wir gehen heute zu die Rüben”, kriegt sie wie abgelesen (haha!) zur Antwort. Na, das kann ja spannend werden, welche Karibikschönheit mit Zahnpastalächeln hätte nicht Lust, mit einem gerade mal 18 Jahre älteren, leicht verhaltensauffälligen, dauergrinsenden Landwirt Unkrautrüben aus dem Acker zu zupfen? “Ich bin ssson gespannt”, behauptet Janet kackfrech. Harald macht daraufhin gleich wieder auf Womanizer und zieht einen echten Trumpf aus dem Ärmel bzw. aus der Scheune: RTL hat ihm zu Balzzwecken leihweise ein Tandem-Fahrrad überlassen, mit dem das unwahrscheinliche Paar dann auf der Stelle losbraust, quer durch die Felder zum Rübenacker.

    Schon erstaunlich, was für tolle Radwege es doch in der fränkischen Pampa so zu geben scheint. Und hinter jeder zweiten Ecke hockt offenbar ein Fernsehteam. Die hinten sitzende Janet nutzt die Gelegenheit und zeigt bei zahlreichen Kameravorbeifahrten ihr akrobatisches Talent, indem sie sich ganz spontan auf den Sattel stellt und den wackeren Harald währenddessen allein treten lässt. Das ist allerdings auch schon der schönere Teil des Tages, denn am Feld angekommen, muss die 26jährige sofort in den ungleichen Kampf mit den Unkrautrüben. Der erste Versuch, ein solches Teil aus der Erde zu reißen, geht gründlich schief und die Kubanerin landet sehr fotogen auf ihren vier hinteren Buchstaben zwischen den siegreichen Rüben. Dort bleibt sie dann auch gleich liegen und weigert sich sogar, von Harald wieder hochgezogen zu werden. Scheinbar ist sie noch ein wenig in der Pubertät, die Gute. Beim Interview im Karohemd redet sich der Bauer hinterher diese Arbeitsverweigerung auch noch schön: “Ich habe immer gesagt, ich such’ eine Frau für’s Herz und nicht für die Arbeit. Und die Janet ist eine Frau für mein Herz und das reicht mir.”

    Nach der Arbeit das Vergnügen! Wie bei Bauers scheinbar allgemein üblich, besteht die zweite Tageshälfte nur noch aus Rumgammeln und Eierschaukeln, jedenfalls wenn man RTL glauben darf. ;-) Somit bleibt nach der Unkrautjäterei noch genügend Zeit für ein längeres Picknick, ein bei BsF immer wieder gern gebrachtes Versatzstück, wenn die Story sonst nicht genügend Verwertbares hergibt. Harald hat, selbstverständlich unbemerkt von der hilfreichen Janet, auf dem Tandem noch einen großen Picknickkorb mit Trauben, Wurst und einem Laib Brot geschmuggelt, den er jetzt plötzlich hervorzaubert. Er schneidet der Kubanerin eine Scheibe Brot ab und sie äußert sich anerkennend über diese epochale Leistung. “Wenn man Brot schneiden kann, dann kann man auch heiraten”, zitiert Harald daraufhin keck ein mir völlig unbekanntes Sprichwort und bekommt es hinterher im Interview schon fast ein bisschen mit der Angst, so etwas cooles überhaupt gesagt zu haben. Janet fragt dann auch später tatsächlich nach, ob er sich denn vorstellen könne, dass sie zu ihm zöge und ob er denn dann auch bereit sei, alles, also wirklich ALLES auf dem Hof zu verändern? Klarklarklar, der Bauer kann gar nicht so schnell nicken, wie er zustimmen möchte, das ist DIE Chance in seinem Leben, das merkt sogar er. Ob Janet das allerdings wirklich ehrlich meint, wage ich denn doch zu bezweifeln, mit ihren 26 Jahren will die bestimmt nicht lebenslänglich mit einem Karohemd-tragenden Dauergrinser zusammengesperrt werden…

    Zum Abend revanchiert sich Janet mit einem ebenfalls völlig spontanen “kubanischen Abend” mit Bananenchips und Hochprozentigem. Und mit einer Salsa-CD, denn der Regisseur hat beschlossen, dass Harald heute das Tanzbein schwingen muss. Zuvor bekommt unser wackeres Bäuerlein aber ein gerüttelt Maß Alkohol eingetrichtert, um die Stimmungsdefizite mit einem Schwips zu kompensieren, danach folgt eine peinliche Tanzstunde, bei der wir Zeugen des fehlenden Rhythmusgefühls des Franken werden dürfen – und im Hintergrund dudelt der viel zu oft gehörte Ex-Hit “Lambada”. Fatal, dass mit jedem weiteren Glas das Grinsen von Harald noch breiter wird als eh schon. Nach dem akrobatischen Teil des Abends sitzen beide Kandidaten leicht betäubt auf dem Sofa und versuchen vermutlich krampfhaft, sich trotz der aufsteigenden Alkoholisierung noch an das Drehbuch zu erinnern. Janet schafft das als erste, denn plötzlich gibt das karibische Temperamentsbündel ihrem teutonischen Hobbit einen kleinen Schmatzer auf die Wange, was bei Harald wirkt, als habe man bei ihm die Sicherung herausgezogen (es war wohl sein erster Kuss…). Völlig erstarrt sitzt der Bauer da und stiert verdattert an seiner Braut vorbei. Nach einigen endlos erscheinenden Sekunden kriegt Janet einen Lachanfall; vermutlich hat sie die Harmlosigkeit des charmanten Schweinewirts doch noch weit unterschätzt.

    In der ansonsten recht idyllischen Eifel neigt sich die romantische Hofwoche von Lämmes und seiner tätowierten Moni dem Ende entgegen. Im donnernden Finale dieser immer haarscharf am Fremdschämen angesiedelten Geschichte kommen wir zur Königsdisziplin, bei der schon viele hoffnungsvolle Jungbäuerinnen auf der Strecke geblieben sind, nämlich dem Kochen für Mama! Moni hat sich dazu ein Rezept aus ihrer schwäbischen Heimat mitgebracht und auch das passende Werkzeug, einen “Spätzle-Schaber”. In einer etwas unappetitlich anzusehenden Prozedur quetscht sie den Nudelteig tropfenweise durch ein kleines Sieb in das kochende Wasser, immer unter den argwöhnischen Augen von Lämmes Mutti Änni. Letztere staunt über das Kochtalent ihrer Beinahe-Schwiegertochter und schmeckt mit sichtlichem Genuss das Geschnetzelte ab, das Moni zeitgleich in einem anderen Topf anbrät. Jaja, liebe Tierfreunde, wir erinnern uns: In der letzten Folge hoppelte das Geschnetzelte noch als niedliches Karnickel durch den heimischen Stall und futterte Möhrchen… und heute verputzen die bösen Homo sapiens den kleinen Rammler (Oryctolagus cuniculus) im bäuerlichen Wohnzimmer ratzekahl und spülen auch noch mit einem Gläschen Rotwein nach. Lämmes ist stolz darauf, dass seine Braut diese letzte, schwierigste Prüfung mit so viel Bravour bewältigt hat.

    Abschied in der Eifel, die körperbemalte Fleischwarenverkäuferin packt ihre Siebensachen. Der kleine rote Koffer wird schon allein von Lämmes Geschenk, einem eher kleinen Stoffschäfchen, völlig ausgefüllt. Lämmes, Moni und Änni kämpfen abwechselnd mit den Tränen, aber die Regeln des Fernsehens sind unerbittlich, Moni muss weg! Die verspricht jedoch, bald wiederzukommen und verabschiedet sich in einer tränentriefenden Szene auf dem Bahnsteig mit einem letzten innigen Kuss aus dieser Staffel.

    Kommen wir zum greisen Gerhard aus der Oberlausitz. Er hat es Barbara nicht leicht gemacht mit seinem weitgehenden Verzicht auf die technischen Errungenschaften des 20. und 21. Jahrhunderts. Er lebt halt lieber so, wie er es von Jugend an gewöhnt ist und damals gab es eben noch keinen Strom – und den “Bundeskanzler” nannte man zu seiner Zeit “Kaiser”. (An Bundeskanzlerinnen war natürlich schon gar nicht zu denken…) Einen Vorteil hat Gerhards vorgerücktes Alter übrigens: Barbara muss seine Mutter nicht bekochen… Dafür hat sie aber mit der Hausreinigung Pech, denn die steht zufällig gerade während ihrer Hofwoche an… wie jedes Jahr mit einer Null am Ende. Ihr erster Einsatz führt Barbara ins antike Badezimmer, zu einem Waschbecken aus der Zeit Karls des Großen. “Jesses, des soll ma noch sauberkrieche… ich weeß ja nich… total verkeimt…” Mit einer Riesendosis Ata-Scheuerpulver rückt sie dem über Jahre gezüchteten Schmutzrand zu Leibe, hat allerdings nur mäßigen Erfolg. Bei der ähnlich gut erhaltenen Badewanne überkommt sie dann das große Ekeln und sie gibt dieses Zimmer verloren. “Do hilft ooch keen Putzen und keen Machen, den Keim kriech ma nich mehr ob!”, gibt sie hinterher im Karohemd zu Protokoll.

    Na gut, dann eben nicht, nun zwingt das Fernsehen die 59jährige Thüringerin ins Wohnzimmer. Hier bewahrt der Hühnerwirt offenbar seine Sammlung fossiler Teppichbrücken und Läufer auf, einer grässlicher gemustert als der andere und das teilweise in mehreren Lagen übereinander. “Na, das Gelumpe!”, entfährt Barbara ein unwillkürlicher Fluch und mich haut es vor Lachen fast aus dem Sessel. Die arme Frau hantiert völlig chancenlos mit einem heulenden Vorkriegsstaubsauger (1. Weltkrieg, wohlgemerkt), der anderswo längst in den Museen für Vor- und Frühgeschichte verschwunden sein dürfte. Das altersschwache Gerät saugt gemeinerweise immer die fadenscheinigen Teppichstücke an und sorgt für viele Falten auf dem Boden und im Gesicht der schwer frustrierten Thüringerin. “So ein Scheißendreck, blödes Gefummele, so viel Arbeit mit dem Dreckzeug.” Barbara nutzt einen kurzen Besuch des Bauern, um Dampf abzulassen und vorzuschlagen, doch die blöden Teppichstückchen wegzuwerfen, dann hätte sie es viel einfacher mit dem Wischen. Och nö, das mag Gerhard ja nun gar nicht hören, die Teppiche wären schon immer da gewesen und blieben “vorerst” auch dort liegen. Punktum! Mit einem Schütteln seines grauen Kopfes rollt er die von Barbara schon entsorgungsfertig zusammengedrehten Läufer wieder auseinander. In der nächsten Szene sitzen die beiden draußen an einem Tisch, schweigend, sie links, er rechts, Fleisch gewordene Depression. Ist dies das Ende einer irgendwie schon immer hoffnungslosen Story?

    Nein, natürlich nicht, wofür hat man bei RTL schließlich die sündhaft teuren Drehbuchschreiber eingekauft?! Wie weiland MacGyver, finden die auch in den verzweifeltsten Momenten noch immer Drehungen und Wendungen, damit die ohnehin hanebüchene Storyline noch unglaubwürdiger wird. Diesmal ist der Bauer angeblich urplötzlich zu der Einsicht gelangt, dass er auch ohne seine mittelalterlichen Teppiche leben kann. Wir sehen den 67jährigen, wie er die Lumpen zusammenrollt. Doch, doch, ihm seien Veränderungen wichtig, Barbara soll sich bei ihm wohlfühlen, behauptet er. In Wirklichkeit geht der Anblick des nun nackten Parketts aber doch über seine Kräfte, die Kamera zeigt ihn unbarmherzig beim heimlichen Weinen in der gekachelten Küche. Barbara oder die Teppiche, auf diese einfache Formel läuft es wohl hinaus und wir ahnen schon, wer da die in jeder Beziehung älteren Rechte hat… Kurze Zeit später liegen die Teppiche jedenfalls wieder an ihrem gewohnten Ort.

    Dafür will Gerhard jetzt aber an anderer Stelle glänzen: Er telefoniert einen Bekannten herbei, der mit einem Hochdruckreiniger das total verkeimte Badezimmer ein wenig auf Vordermann bringt. Ein paar Stangen Dynamit wären vermutlich zielführender… Hinterher zeigt der Hühnerwirt seiner Barbara das aufgehübschte Badezimmer, stolz wie Oskar. Sie nickt anerkennend, “hätte ich gar nicht gedacht, dass das wieder so helle wird”. Aber so richtig begeistert klingt das nicht, innerlich hat die Melkerin sich offenbar schon gegen das Leben auf dem Hühnerhof entschieden, tippe ich mal.

    So, das war es für heute. Bei zwei Bauern ist die Hofwoche jeweils viel versprechend zu Ende gegangen, also kriegen wir in der nächsten Woche ein paar neue Gesichter zu sehen. Was das mit dem eher wenig innovationsfreudigen Gerhard und seiner schon arg frustriert wirkenden Barbara werden soll, weiß ich nicht, ich ahne Schlimmes. Bei Willy und Rosi bin ich bereits über die Ahnung hinaus, die sind schon jetzt schlimm, passen darin aber gut zusammen. Und Harald und Janet sind in ihrer Künstlichkeit verheerend, er merkt nichts mehr und sie genießt einfach nur die Zeit im Rampenlicht.

    Für heute reicht mir der Bauernquatsch, ich melde mich ab in die Heia! Tschüss!!!

  • Liebe Mitleserinnen und -leser,

    draußen ist es nass, kalt und ungemütlich geworden, der November legt sich wie ein grauer Schleier über das Land und treibt die Menschen in die Häuser vor ihre Fernsehapparate, wo sie sich die klammen Herzen am Feuer bäuerlicher Liebe wärmen können: Ja, denn heute ist Montag und der gehört weiterhin Inka Bause mit ihrem Bauerntheater. Da sind wir doch mal sehr gespannt, welchen hanebüchenen Schwachsinn die RTL-Dichter ihren neun Protagonisten heute auf den Leib geschrieben haben.

    Die Show beginnt im “wunderschönen Frankenland” beim dauergrinsenden Schweinebauern Harald und seiner kubanischen Eroberung Janet (ich dachte bisher immer, die schriebe sich “Jeanette”, aber egal, so spare ich Buchstaben). Wir erinnern uns, wie wir den Bauern in der letzten Folge zwangsweise dabei begleiten mussten, wie er seiner Angebeteten extrem unbeholfen einen Schlummertrunk ins Schlafzimmer brachte. Jetzt, am anderen Morgen, ist das Fernsehen noch immer – oder schon wieder – da. Harald muss sich seine RTL-Piepen echt sauer verdienen, denn laut Drehbuch zwingen ihn seine Hormone schon wieder zu einer albernen Balzhandlung, dem morgendlichen Wecken. Für alle Zuschauer mit einem höheren IQ als ein Badeschwamm wirkt das Ganze leicht gestellt, denn das Kamerateam befindet sich bereits in Janets Zimmer als draußen der Bauer an die Tür klopft, dann auf ein Grunzen seiner Holden den Raum betritt, sich zum Plausch auf ihre Bettkante setzt und ihr dann unvermittelt einen Duplo-Riegel (“die längste Praline der Welt”) auf einem Teller überreicht. Übrigens muss man bei diesen Bildern auch kleinen Kindern nicht die Augen zuhalten, etwas weniger erotisches als Haralds Bettgeschichten ist kaum vorstellbar. Hatte ich schon erwähnt, dass er ein grobes weiß-blaues Karohemd trägt, die Uniform aller RTL-Bauern?

    Beim Frühstück gibt Harald die “Naschkatze”. Er trinkt morgens gewohnheitsmäßig eine Tasse Kakao, verfeinert mit einer Extraportion Zucker, dazu gibt es Kuchen mit viel Puderzucker. Sein übermäßiger Zuckerkonsum imponiert Janet, der gelernten Eisverkäuferin, offenbar sehr, vielleicht hilft ihr dieses neu entdeckte gemeinsame Hobby ja auch beim Überwinden der 18 Jahre Altersunterschied, die sie (26) und ihn (44) trennen.

    Später geht es dann gemeinsam in den Kuhstall. Hier zeigt sich Harald als Charmeur alter Schule als er seine Rindviecher namentlich vorstellt und dann verkündet “… und die neue Kuh, wo ich dann bekomme, die heiße ich dann »Janet«!” Die so geehrte zeigt sich erstaunt, nicht aber erfreut. Janet ist angeblich sogar im anschließenden Interview noch leicht angesäuert: “Da habbe ich nich so ssöhn gefunnen, sehe ich wie eine Kuh oder bin ich sso dick?”. Harald, o Harald, dieses Kompliment ging voll nach hinten los…

    Nach den Kühen kommen die Schweine. Harald und Janet ziehen sich dazu blaue Overalls an und setzen sich dann leuchtend grüne Hütchen auf, ein Hoch auf das Farbfernsehen. Während die beiden mit den Schnitzelvorprodukten kuscheln, dröhnt im Hintergrund als Soundtrack Penny McLeans Kulthymne “Lady Bump” aus dem Jahr 1975. Wie das genau zusammenpasst ist mir nicht ganz klar, vielleicht weil die Sängerin dabei kreischt wie ein abgestochenes Schwein? Egal, jedenfalls hat Janet Haralds Tipp, sich Gummistiefel anzuziehen, nicht beherzigt, vermutlich auch gar nicht verstanden, und das rächt sich jetzt bitter, denn die Ferkel knabbern ihr die Füße an. Für RTL machen die Leute einfach alles, lassen sich sogar von den Schweinen beißen, man fasst es nicht.

    Später kommt mal wieder eine Reminiszenz an Josef und Narumol, denn es geht mit dem Trecker los. Janet macht zunächst eine Szene, weil sie unbedingt selbst vom Hof zum Feld fahren will – dabei hat sie gar keinen Führerschein. Was in Kuba offensichtlich scheißegal ist, führt hier fast zum Eklat: Janet stellt sich tödlich beleidigt, schmollt wie eine Sechsjährige und fast wäre Harald ohne sie losgebraust. In letzter Sekunde schwingt sie sich dann aber doch noch auf den Trecker und gemeinsam brettern die beiden auf den Acker. Dort darf die zöpfchentragende Lateinamerikanerin endlich ans Steuer, was ihr offensichtlich allergrößten Spaß macht.

    Wir schalten um in die Oberlausitz und ins Jahr 1910: Gerhard, der rüstige Rentner, ist zusammen mit seinen Hühnern aufgestanden, während Barbara, die ihm zugelaufene moppelige Melkerin aus Thüringen, noch “in Sauer” liegt. Jeder normale Mensch hätte im Schutze der Nacht einen Fluchtversuch unternommen, aber RTL hat vermutlich alle Fenster zugenagelt und den Busfahrplan versteckt. Neumodische Erfindungen wie Telefon oder Kaffeemaschine kommen in Gerhards Paralleluniversum noch nicht vor und er heizt seinen Küchenherd mit Holz, so wie Anno Dunnemals die Neandertaler. Der beißende Brandgeruch – oder der Kaffeeduft – lockt Barbara in die Küche und sie geht dem Bauern ein wenig zur Hand. Die letztlich belanglose Konversation der beiden muss übrigens von den RTL-Linguisten mühsam ins Hochdeutsche transkribiert werden und verziert dann als Untertitel die archaisch anmutenden Bilder aus Gerhards Hauswirtschaftsmuseum namens Küche. Das anschließende Interview mit Barbara sollte man im Hinblick auf die hierzulande gerade geführte Migrationsdebatte als Beispiel für eine geglückte Integration werten: Die angehende Jungbäuerin trägt ein leuchtendes Karohemd und signalisiert damit ihre Bereitschaft, zugunsten des Hühnerbauern in Zukunft allen weltlichen Genüssen wie Strom, Fernsehen und eben normalen Klamotten zu entsagen.

    In der nächsten Szene zeigen auch Gerhard und Barbara ihr Herz für Tiere: Sie schälen Kartoffeln und machen daraus Hühnerfutter. Zwischendrin philosophiert der Altbauer einigermaßen schwer verständlich (untertitelte) darüber, dass die Arbeit mit weiblicher Unterstützung schneller geht als allein. Ei der Daus und Donnerknispel! Dreisatz kann er also auch, das ist ja dann wohl die berühmte Bauernschläue, von der immer wieder berichtet wird, die ich aber in dieser Serie bisher noch nie selbst entdecken konnte. “Puttputtputtputtputt!” ruft Barbara dann die Hühner zum Essen, allerdings ohne sichtbaren Erfolg. “Kullekullekulle!” hieße das bei ihm, berichtigt sie der Bauer; offenbar sprechen seine Federviecher einen Oberlausitzer Dialekt. Und tatsächlich, auf Barbaras nächsten Versuch mit “Kullekullekulle” antwortet sogleich der Hahn vom Misthaufen. Sagt jedenfalls das RTL-Skript.

    In ihrer dritten Szene präsentiert RTL in einer idyllischen Alltagsszene, wie Gerhard die Tageszeitung studiert, während seine Barbara in einem altertümlich gepunkteten Dingsbumms auf der Bildfläche erscheint, verkündet, dass ja nun bald Mittag sei und fragt, was er, der Bauer, denn zu essen beliebe. Gut, dass die Kühltruhe mit Gerhards Lebensmittelvorräten in Barbaras Gästezimmer steht. Sie wühlen in den tiefgefrorenen Tierkadavern und entscheiden sich für ein Paket “Schweinekamm”, aus dem Barbara ein Thüringisches Gericht (“Rostbrätel”) zu zaubern verspricht. Ich könnte mich wegekeln, aber Gerhard freut sich darauf, auch wenn es kurz darauf wegen falscher Zwiebeln noch ein kurzes Missverständnis der beiden Grauköppe gibt. Noch ein interessanter Moment zum Schluss dieser Szene: Barbara will zum Zwiebelscheiden (!) die bäuerliche Brotschneidemaschine (so etwas gibt es denn doch!) in Gang setzen, aber das gute Ding versagt komplett den Dienst. Der herbeigerufene rüstige Landwirt steckt seelenruhig den Stecker in die Dose und sofort funktioniert der Apparat klaglos. Da hat die gute Barbara wohl in ihrer Aufregung die Sache mit dem elektrischen Strom nicht ganz richtig verstanden. ;-)

    Später geht der Kampf von Barbara gegen Gerhards Küchenequipment erst richtig los, der Kohleherd liefert nicht genug Wärme zum Anbraten der Rostbrätel, hinterher ist der Ofen heiß, aber das Fleisch schnurrt unerwartet zusammen. In der Lagebesprechung nach dem Essen bekennt sie gegenüber dem Bauern dann freimütig “also für mich wäre das nichts mehr, da geht man ja rückwärts” (gemeint ist wohl die Evolutionsgeschichte der Küchenherde).

    Jetzt kommen wir wieder ins “schöne Sauerland”, wo auch beim Rinderwirt Lukas (Karohemd!) und seiner blonden Stina der Tag beginnt – und zwar gleich im Kuhstall. Hier kann Stina ordentlich zupacken und den Mist ihres fortwährend verdauenden Lieblingskalbs wegräumen, der Jungbauer sieht’s mit Entzücken. Die kackende Kuh ist dann auch Anlass für eine tiefsinnige Unterhaltung über die Familienplanung: Kinder ja, aber noch nicht sofort, erst mal die Staffel fertig drehen, dann sieht man weiter.

    Es folgt eine Protztour mit dem Trecker über das bäuerliche Anwesen hin zu den Rindern. Jaja, Lukas muss seiner neuen Freundin irgendwie beweisen, dass er sie ernähren könnte und deshalb zeigt er ihr seinen Besitz. Die Kühe sollen von einer Weide auf eine andere verlegt werden. Im Gegensatz zu (manchen) Hühnern hören Kühe nicht auf “Puttputtputt” oder “Kullekullekulle”, sondern müssen von Lukas mit “Komm hier, komm hier, ja komm!!!” zum Gehen animiert werden. Bei dieser Gelegenheit überwindet der Sauerländer endlich seine Schüchternheit, behauptet Inka Bause aus dem Off, und nimmt seine Stina in den Arm. Romantik pur!

    Und es wird noch schwülstiger, in der letzten Szene muss der Jungbauer für seine Stina ein Herz aus Rosenblättern und den Initialen “L + S” auf dem Boden des Schlafzimmers drapieren, was er lt. Inka noch für niemanden gemacht hat. (Na und, wer macht so etwas denn überhaupt?) Er hat sich nämlich angeblich “unsterblich” in die Blondine verliebt. Nachher sagt Lukas im Interview den schönen Satz “Jetzt muss ich Leidenschaft und Landwirtschaft miteinander verbinden.” Das wäre auch ein schöner Titel für diesen Blog gewesen, vielleicht nächstes Mal.

    In der idyllischen Eifel geht es heute ebenfalls nur um das eine, nämlich die Viecher: Der ehrliche Schafsbauer Lämmes und seine “tätowierte Moni” (O-Ton RTL) füttern die kuscheligen Karnickel. Ihre Absichten sind nicht ganz selbstlos, denn schon am Sonntag wird eines der Tiere den Löffel abgeben müssen und auf dem bäuerlichen Mittagstisch landen. Lämmes startet einen schwer pornoverdächtigen Annäherungsversuch, als er auf der Wiese hinter die sensenschwingende Moni tritt und sie von beiden Seiten umfasst, angeblich, um ihr den richtigen Schwung zu zeigen (“hiermit tust Du so machen und mit der anderen Hand tust Du so machen…”). Haha, vom Billard kennt man(n) als Stadtmensch einen ähnlichen Trick ja schon, aber mit der Sense ist mir das neu. Drei Erotikpunkte!

    Die zweite Szene zeigt Lämmes und Moni beim Schafetreiben von einer zur anderen Weide. Was zuerst einigermaßen idyllisch beginnt, entwickelt sich in Minutenschnelle zum Actiondrama, denn scheinbar verschreckt die Anwesenheit der tätowierten Braut (oder des Fernsehteams) die Tiere. Irgendwo biegt die Herde falsch ab, Lämmes kriegt einen mittelschweren Tobsuchtsanfall, blafft seinen Hund an, reckt die Arme zum Himmel, schlägt sich vor die Stirn, rennt hektisch den Schafen hinterher und das Ganze versinkt im Chaos. Alles rennet, rettet, flüchtet und Moni hinterher. Vielleicht reagieren Wollschafe ja allergisch auf Tattoos? Lämmes meint später, die Tiere seien wohl wegen Monis Schönheit verwirrt gewesen. Na ich weiß nicht, das schien mir eher echte Panik zu sein, die wittern bestimmt, dass die Schwäbin gelernte Fleischwarenfachfrau ist.

    In Hessen, beim lustigen Ackerbauern Willy, geht es ebenfalls zum Ausmisten in den Kuhstall (wieso der sich dann überhaupt “Ackerbauer” nennt, frage ich mich). Erstmals ist er dabei nicht mehr allein, die “robuste Rosi” begleitet ihn heute. Letzte Woche hatte man sie noch mit “munter” tituliert, diesmal also sogar schon “robust”. Was kommt dann erst nächstes Mal, “rollig” oder “rund”? Alles stimmt und Rosi zwängt ihre Rubensfigur in einem heftigen Kampf gegen die Schwerkraft mühevoll in die bereitgestellten Gummistiefel. Korrespondierend zu ihren rot gefärbten Haaren trägt die rheinische Frohnatur eine schockrote, hautenge Bluse, was zumindest in Torero-Kreisen eher nicht als sonderlich beruhigend für den Umgang mit Rindviechern gilt. Leider wissen das die hessischen Kühe aber nicht und so verlaufen die Szenen in Willys Stall enttäuschend harmonisch. Rosi erkundigt sich beim Bauern vorsichtig, ob die Kühe denn beißen würden, aber wenn man die robuste Rheinländerin so sieht, würde ich es im Gegenteil eher als Kuh mit der Angst bekommen… :-)

    Der Kuhscheißepegel im Stall erregt ihren Unmut und nachdem die Mistgabel ein paar Mal im Boden steckengeblieben ist, macht Rosi ihrem Bäuerchen Vorwürfe, wieso er denn nicht täglich die Hinterlassenschaft seiner Herde beseitige und die Dinge so schleifen lasse. Willy druckst und murmelt so eine Art Entschuldigung, soweit ich das überhaupt verstehen konnte.

    Später in der Küche nervt Rosi weiter, verpflichtet ihren Bauern in einem ziemlich schroffen Kommandoton zum Zwiebel- und Kartoffelschälen. Danach legt sie aber selbst los und fabriziert in Windeseile die Koteletts zum Mittagessen. Kunststück, sie ist ja auch gelernte Imbiss-Köchin. Willy spachtelt ordentlich und schmatzt dabei wohl auch ein wenig. Seine Braut ergreift die günstige Gelegenheit, ihren Bauern so richtig nach Strich und Faden vor einem Millionenpublikum zu blamieren: “Man hört, dass es Dir schmeckt, Du hast wohl noch nicht oft mit anderen Leuten gegessen? Ich finde, man muss sich am Tisch etwas benehmen, schneid’ Dir doch kleinere Stücke ab und schmatz’ nicht so beim Essen!”. Rummms, diese öffentliche Ohrfeige hat gesessen, wer hier wohl die Hosen anhat? Oder anhätte, wenn die beiden überhaupt zusammenkämen, was ich mir eigentlich nicht so ganz vorstellen kann. Und es geht auch sofort weiter, denn wo sie schon mal dabei ist, meckert Rosi gleich auch noch über die Sauberkeit in Willys Stall. Wenn das so bliebe, müsse sie sich überlegen, ob sie bei ihm bleiben könne… :-(

    So, ziehen wir die Tagesbilanz: Da köchelt es also allenthalben, während Lukas und Stina so langsam zur Sache kommen, bastelt Rosi heftig an ihrem Rauswurf. Und ob das mit Lämmes und Moni lange gut geht, kann man nach der heutigen Schafspanik zumindest bezweifeln. Ruhiger ist es dagegen bei Barbara und Gerhard, da köchelt höchstens der alte Kohleherd, aber meist nicht mal der. Gerhard schließlich ist jenseits von gut und böse, der merkt nichts mehr, aber solange Janet Spaß am Leben vor der Kamera hat, sehe ich noch keine Gefahr für die Romanze. (Danach ist sofort Sense, jede Wette.)

    Bis zum nächsten Montag dann also, man liest sich!

  • Liebe Anhängerinnen und Anhänger des Inka-Bause-Fanclubs (und auch alle anderen),

    etwa genau so alt wie Halloween, der Tag, an dem neuerdings eklig verkleidete Kinder unverschämt bettelnd durch unsere Straßen marodieren, ist auch eine zweite Zombie-Tradition: Immer so um diese Jahreszeit schickt Inka Bause den ersten Trupp unverzagter Jungfrauen auf die Höfe ihrer auserwählten untoten Bauern. Wobei man hier und da “untot” nochmal genau definieren sollte… Und ehrlich gesagt: “Jungfrauen” sind die womöglich auch nicht mehr alle…

    Den Anfang macht Harald, der scheußliche Schweinebauer, äh “charmante”, meinte ich. Der berichtet – wie immer grinsend – seinem Bruder Reiner über das angeblich gerade gewesene Scheunenfest. Wir erinnern uns, der nuschelige Mittelfranke hatte dort bei der Frauenlotterie den Hauptgewinn gezogen, nämlich Jeanette aus Kuba. Wegen der Unwahrscheinlichkeit einer solchen Paarung in freier Wildbahn erhofft sich RTL hier vermutlich wieder viel Publicity. Der Drehbuchautor dürfte wohl derselbe sein, der im letzten Jahr die noch etwas exotischere Lovestory von Josef und Narumol gedichtet hatte. Mit den beiden hat Harald übrigens die Unverständlichkeit der Sprache gemeinsam; auch sein fränkisches Idiom muss in großen Teilen untertitelt werden.

    Wir sehen Harald dann in einer Actionszene beim mühsamen Beziehen der Schweinebauerngästebetten für den Damenbesuch, dem ersten in seinen 44 Lebensjahren. Kurze Zeit später steht er mit einer roten Rose an einer Bushaltestelle im fränkischen Nichts, inmitten von leuchtenden Kornfeldern. Für Cineasten: Die Szene erinnert mich etwas an den Angriff des Sprühflugzeugs auf Cary Grant in Alfred Hitchcocks genialem Thriller “Der unsichtbare Dritte“. Der Dorfbus kommt und bringt Jeanette. Ehrlicherweise muss ich hier erwähnen, dass Jeanette schon seit einigen Jahren als Hausfrau im Ruhrgebiet lebt. Das hindert sie aber nicht an der Kultivierung eines putzigen Akzents, der auf ein paar hübsche Versprecher à la “fick und fertig” hoffen lässt.

    In der nächsten Szene erreichen sie das heimische Bauernhaus. Jeanette staunt und ich auch: Nämlich über Haralds Vorliebe für die Farbe Gelb. Der Flur ist gelb, die 70er-Jahre-Retro-Kacheln in der Küche sind gelb und sogar das speckige T-Shirt von Bruder Reiner, der wie selbstverständlich in Haralds Küche herumhantiert. Der Bruder wirkt auch etwas, nun ja, sonderbar, ist lt. Einblendung 38 Jahre alt und sieht auch keinen Tag älter aus als 50. Wohnen die beiden etwa zusammen und wenn ja, hat Jeanette “das Kleingedruckte” vorher gelesen? (Wie schon im Blogtitel angedeutet, war gestern Halloween…)

    Jeanette trinkt sich mit einem Maßkrug Bier Mut an und Jungbauer Harald klärt sie schnell über die heimischen Hygieneverhältnisse auf: Den Deckel auf dem Krug müsse sie nach dem Schluck schnell schließen, sonst gehen da Fliegen dran. Nur nicht drüber nachdenken, Gott sei dank sind gerade die Würstchen fertig, die Reiner auf dem Herd gebrutzelt hat und wieder lernt Jeanette eine fränkische Eigenheit: Die Bauern benutzen hier offenbar keine Teller, sondern servieren auch das warme Essen auf einem Holzbrettchen. Die Kubanerin nimmt das Ganze gelassen: “Iss habbe mich wirklich wohl gefühl, wie in ein richtige Familie.”

    Danach steht ein Besuch in Haralds Schlafzimmer an. Hier muss sie beim besten Willen nichts befürchten, der Mittelfranke hat nur ein einzelnes Bett und außerdem hängen überall Aufkleber aus seiner Jugendzeit, was ihn ganz besonders harmlos erscheinen lässt. Jeanette lacht beim Interview “iss wie ein Kinderssimmer”. Ihr eigenes Gästezimmer hat dafür ein Doppelbett: “iss nich’ für Kinder”, lautet ihr Expertenurteil und Harald grinst dazu etwas hilflos. Er hat wohl schon die nächsten Drehbuchseiten durchgelesen und weiß, was ihm hier noch droht: Zum Ende dieser Folge muss er Jeanette, die sich bereits für die Nacht zurückgezogen hat, mit einer Rose und zwei Gläsern Sekt die Aufwartung machen. Selbstverständlich ist das alles spontan und echt. Nur komisch, dass die Kamera schon drinnen im Gästezimmer ist, als der bräsige Bauer an Jeanettes Tür klopft. Und zufällig hat die Kubanerin auch gerade ein eingepacktes Geschenk für den dauergrinsenden Harald griffbereit, ein kleines Büchlein mit Lebensweisheiten, aus welchem sie ad hoc ein paar Verse deklamiert.

    Der urige Gerhard lebt nach wie vor auf einem rüstigen Hühnerhof in der Oberlausitz. Er ist einer der wenigen noch vorzeigbaren Schulkumpel von Jopi Heesters, hat allerdings hier und da auch schon leichte Ausfallserscheinungen, z.B. bei den Zähnen. Dennoch fühlt er sich noch fit für eine neue Damenbekanntschaft. Ihm hat es die gelernte Melkerin Barbara aus Thüringen angetan. In völlig unverständlichem Kauderwelsch, vermutlich Oberlausitzisch, erläutert Gerhard der dankbaren Zuseherschaft seine Vorbereitungen inkl. dem Staubsaugen. Danach macht er sich im Sonntagsanzug auf den Weg zum Bahnhof, wo gleich in der nächsten Szene seine Auserwählte eintrudelt.

    Der greise Gerhard zeigt der etwas betulichen Barbara (59) sein einem Heimatmuseum gleichendes Haus. Sie ist vom Fach, denn sie trägt natürlich eines der allseits beliebten groben Karohemden und bewundert die olle Lampe und den altertümlichen Küchenherd. Später im Einzelinterview gibt sie sich dann eher diplomatisch: “… wer das liebt…” Das Gästezimmer ist übrigens saupraktisch eingerichtet, außer den beiden antiken Gästebetten füllt ein riesiger Geschirrschrank den Raum, daneben steht Gerhards Kühltruhe mit den Fleischvorräten. Wenn die Holde des Nachts also mal der Hunger quält, reicht ein beherzter Griff ins Tiefkühlfach…

    Die Besichtigung des Hühnerhofs ergibt eine Gesamtzahl von 25 Puten, 90 Hühnern, 100 Tauben und 5 Schafen. Eines der letzteren erkennt in Barbara wohl einen besonders großen Leckerbissen mit Karomuster und knabbert sie an. “Ahh, die beißt mich in den Zieben!”, kreischt sie in ihrem Dialekt. Man sieht den Angriff nicht direkt und da auch die Untertitel und Wikipedia keine Erklärung anbieten, habe ich keine Ahnung, wo oder was der “Zieben” ist. Auf jeden Fall hat Barbara viel davon, das ist sicher. ;-)

    Ganz Deutschland steht noch immer unter Schock, dass der doch angeblich so “ehrliche” Schäferwirt Lämmes auf dem Scheunenfest in der letzten Woche kurzerhand seine eigentlich favorisierte Anne nach nur wenigen Minuten gegen die abgelegte Sekundärbraut Moni des Biobauern Johannes eingetauscht hat. :-o Zuhause in der idyllischen Eifel wartet Mutter Änni auf die Rückkehr ihres läufigen Sohnes vom Scheunenfest, der ihr denn auch gleich von seinen neu entdeckten Qualitäten als Schürzenjäger berichtet. Die Mutter lächelt stolz und vergießt sogar ein paar Tränen. Hinterher macht sie vor der Kamera das intime Geständnis, für den Erfolg ihres Sohnes beim anderen Geschlecht gebetet zu haben. Dann zeigt uns RTL, wie der 39jährige verzweifelt, aber vergeblich, sein Bett zu beziehen versucht. Wie gut, dass er mit Muttern zusammenlebt! Die richtet Lämmes Lümmelwiese perfekt her, nun kann Moni kommen, die auffällig tätowierte schwäbische Fleischwarenfachfrau.

    Moni kommt am Bahnhof an und für den 1,99m langen Schäfer geht die Sonne auf. Als Gastgeschenk überreicht sie Lämmes Mami einen praktischen Efeu im Topf – tolle Idee, falls man noch kein Unkraut im Garten hat. ;-) Nachher gibt Mutter Änni schon mal einen Zwischenkommentar zu Protokoll: Die Möchtegern-Schwiegertochter sei ja ein bisschen mollig, aber wenn das ihrem Sohn nichts ausmache, sie könne damit leben. Na, da haben wir ja noch mal Glück gehabt!

    Hinterher macht Lämmes den Härtetest mit Moni: Sie gehen zu seinem Kaninchenstall und sie sucht ohne Umschweife ein besonders kuschelig aussehendes Exemplar für den Sonntagsbraten aus. Hmm, das imponiert Lämmes, die Fleischwarenfachfrau ist genau seine Kragenweite.

    In Hessen bereitet sich der witzige lustige Ackerbauer Willy auf die Hofwoche vor. Auch hier hat RTL wohl die Grundversorgung mit Bettwäsche finanziert und zeigt Willy bei dem Versuch, diese aufzuziehen. Er erwartet die muntere Rosi. “Munter” ist ja bei BsF immer ein Euphemismus für undürr, rundlich oder gar moppelig. Rosi ist dabei sogar ziemlich munter, wenn Ihr wisst, was ich meine. :-) Das ist auch kein Wunder, die Rheinländerin ist nämlich von Haus aus Imbiss-Köchin und mag ihre Arbeit offensichtlich sehr. Außerdem ist sie der lebende Beweis, dass die karnevalsgestählten Rheinländer den Kubanern in puncto Temperament und Lautstärke in nichts nachstehen. Sie besichtigt erst ihr farbenfrohes, helles Gästezimmer und dann des Bauern eigene, etwas karge Bettstatt, die den Junggesellen erahnen lässt. “Dein Bett ist ja groß, da könnten auch zwei drin schlafen!”, macht Rosi ihrem Willy nur notdürftig getarnte Avancen.

    Der anschließende Besuch im Kuhstall wirkt doch arg geskriptet, die Dialoge sind noch hölzerner als ohnehin. Und Willy sagt seinen Text sowieso immer ganz besonders ungelenk auf, so spricht doch kein Mensch. Und Rosi, die Wuchtbrumme in der hautengen roten Bluse, wiederholt Szenen aus der letzten Staffel, als sie eine noch namenlosen Kuh auf den Namen “Sina” taufen darf. Willy: “Nun wollen wir aber wieder rüber zum Essen.” Rosi: “Ja, das ist aber mal eine gute Idee.” Ach Du meine Güte, was für ein künstlicher Dialog.

    In ihrer letzten Szene sehen wir die beiden beim Abendessen in Willy Küche, es gibt Milch und ein riesiges Stück Wurst. Rosi scheint es sehr zu schmecken, “mmmmh, wirklich lecker!”, kurz darauf ist die Wurst verschwunden. Landluft macht bekanntlich Appetit, was mich in diesem speziellen Fall allerdings etwas besorgt, denn ich habe keinen 16:9-Fernseher. :-) Mit einem Gute-Nacht-Küsschen für den Bauern verabschiedet sich Rosi aus der heutigen Folge.

    Im Sauerland hängt der Haussegen schief: Rinderwirt Lukas, den mit seinen stattlichen 21 Jahren heftigste Torschlusspanik plagt, hat von seiner auserwählten Regina im Nachklapp zum Scheunenfest einen Korb gekriegt. RTL unterlegt die Weltschmerzbilder von dem Jungbauern beim einsamen Schweinefüttern mit Phil Collins schwermütiger Ballade “Against all Odds”. Die beiden Fast-Liebenden seien doch nicht für einander geschaffen gewesen, behauptet Frau Bause aus dem Öfföff, äh Off. Aber Inka hat ja nicht umsonst die Zusatzausbildung als staatlich anerkannte Agrarkupplerin gemacht, sie hat für solche Notfälle selbstverständlich eine Idee in petto: Lukas wühlt (im grünen Karohemd) einfach nochmal seinen Bewerberinnenfundus durch und stößt – oh, welche Freude – auf die Ruhrpottlerin Stina. Besonders ihre großen… Augen haben es ihm sichtlich angetan.

    Schon eine Szene später trifft die bestellte Blondine im Sauerland ein. Im Gegensatz zu allen anderen Frauen wird sie nicht abgeholt, sondern muss im eigenen Auto auf den Hof rollen. Charmant, Lukas, Du alter Frauenversteher! Und natürlich trägt er wieder das grüne Karohemd! (“Never change a winning Team”, wie der Amerikaner sagt…)

    Also tutti paletti, noch sind alle Bauern im Rennen, die Staffel läuft bisher wunschgemäß. Okay, die sprachliche Verwirrung zwischen Harald und Jeanette könnte gern noch ein bisschen größer sein und die rotklamottige Rosi nervt mit ihrer lauten Fröhlichkeit doch etwas, aber wir sind ja auch noch ganz am Anfang aller Peinlichkeiten. Mit der freudigen Aussicht auf viele weitere Karohemdszenen und ultrakünstliche, hölzerne Dialoge verabschiede ich mich bis zum nächsten Montag, wenn es in den Kuhställen der Republik wieder heißt: “Kamera läuft!”

  • Hallodriho, liebe Freunde des Landfunks,

    das Jahr ist um und die notorische Agrarkupplerin Inka Bause hat ihre Drohung wahr gemacht, uns auch 2010 mit einer neuen Staffel von “Bauer sucht Frau” zu beglücken. Eine Show, so einfältig und harmlos wie ihre Moderatorin, wobei letztere übrigens immerhin 2008 die Auszeichnung “Goldene Henne” gewonnen hat (echt!). Die Anspruchslosigkeit dieser Sendung hat Methode und wahrscheinlich macht genau dies ihren Reiz aus: Hier kann der stressgeplagte Städter nach getaner Arbeit mal abschalten, im heimischen Wohnzimmer beim Feierabendbier die Füßchen hochlegen und sich genüsslich an den ungelenken Balzversuchen dummbräsiger Dösköppe auf der anderen Seite der Mattscheibe (so man denn noch ein Röhrengerät besitzt) delektieren.

    Sich über die Unbedarftheit anderer Menschen lustig zu machen, mit dem Finger auf sie zu zeigen und daraus die eigene Überlegenheit zu begründen, ist ein sehr angenehmes Gefühl, das allerdings von vielen angeblich gut erzogenen Zeitgenossen als asoziales Verhalten missdeutet wird. So richtig ungestört kann man sich diesem Vergnügen im normalen Alltag daher leider nur heimlich vor dem Fernseher hingeben, mit Fremdschämorgien wie “Bauer sucht Frau”. Was bedeutet eigentlich “Fremdschämen”? Nun, dieses angenehm unangenehme Gefühl ist eine der Segnungen des Privatfernsehens und spielt sich irgendwo zwischen Zwerchfell und Magengrube ab, als Zwitter aus Mitleid und Schadenfreude, allerdings mit deutlichem Aszendenten zum Letzteren. Typischer Ausdruck beim Fremdschämen ist ein “Auweia” mit gleichzeitigem Hand-vor-die-Stirn-Klatschen.

    An dieser Stelle richte ich im Namen aller Leute, die bevorzugt im stillen Kämmerlein über Mitmenschen lachen, sich aber gern auch mal gepflegt fremdschämen, einen ganz herzlichen Dank an Inkas Klasse von 2010. Danke, dass Ihr Euch in diesem Jahr für unser kollektives Wohlgefühl zum Deppen macht! Bitte stellt Euch nach Kräften hölzern und tölpelig an, wählt die unpassendsten, schrillsten Frauen, umso besser, wenn sie einen Kopf größer sind als ihr, zieht vielleicht noch Eure restliche buckelige Verwandschaft aus den Löchern und vor die Kamera, denkt Euch die beknacktesten Rendezvous aus, die unwahrscheinlichsten Beweise Eurer echten, absolut ungekünstelten Liebe, aber vor allem: Seid nicht langweilig! Gern dürft ihr in unverständlichen Idiomen sprechen, am besten linguistisch diametral zu den Euch vom Drehbuchschreiber zugedachten Frauen. Fordert von den Damen schlicht alles. Normaltätigkeiten wie Backen, Melken, Treckerfahren und Kühebesamen hatten wir schon im letzten Jahr, diesmal sollte es schon eine Spur origineller sein. Habt keine Angst vor Peinlichkeit, denn bei uns habt ihr eh schon jeden Respekt verloren, warum also jetzt auf halber Strecke anhalten? Wieso sollte man sich mit dem Ausrutschen auf einer läppischen Bananenschale begnügen, wenn man per Köpper ins Jauchefass springen könnte? In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine vergnügliche Staffel, lasset die Spiele beginnen!

    Inka Bause begrüßt uns gleich zu Anfang vor einer knallbunten, lebendigen Bauernhof-Fototapete und erklärt die Großartigkeit ihrer Mission: Wegen der vielen, vielen harten Arbeit bliebe den armen, armen Bauern ja keine Zeit für die Liebe. Und dabei bräuchten doch gerade sie mal eine Abwechslung von ihrem entsetzlich anstrengenden und eintönigen Alltag. Und genau deshalb haben sich Inka und RTL jetzt mal wieder aufgemacht, die Hormonhaushalte auf dem platten Land auf Vordermann zu bringen. “Mann” ist übrigens gleich das richtige Stichwort, wir haben es nämlich diesmal – im Gegensatz zu 2009 – tatsächlich nur mit Männern zu tun, mit neun Stück, um genau zu sein. Und wie im Vorjahr, werde ich die von RTL aus dramaturgischen Gründen in viele kleine Fetzen zerlegten Storys nach Landwirten sortiert beschreiben, sofern es Sinn macht.

    Los geht es gleich mit dem lustigen Willy aus Hessen. Upps, hallo, Déjà-vu? Einen ziemlich nervigen hessischen Bauern mit diesem Namen und nämlichem Attribut hatten wir doch bereits im Vorjahr! Nö, nicht ganz, der 2010er-Willy ist ein “lustiger” Ackerbauer, der ebenfalls lustige 2009er-Willy war dagegen Ziegenwirt. Aha, aber schon ein komischer Zufall – oder heißen alle Hessen Willy und sind automatisch lustig? Der Ackerbau-Willy zählt 49 Lenze und berichtet freimütig, dass bei ihm bislang noch kein Liebesleben stattgefunden habe. Jetzt sei es aber an der Zeit, dass “in Sachen Beziehungsaufbau” mal was “in die Gänge kommt”. Warum er trotzdem – oder vielleicht sogar genau deswegen – so ein “lustiger” Typ ist, bleibt offen. Im Mai 2010 hatte RTL in einer BsF-Sondersendung einen Aufruf an alle leidenswilligen, unbemannten Frauen der Republik gerichtet, in dem auch Willys verfilmte Kontaktanzeige vorkam. Heute nun bringt Inka Bause ihm einen kleinen Korb voller Bewerberinnenbriefe mit den Früchten dieser Peinlichkeit. Mal sehen, welche beiden der hoffnungsvollen Damen er auserwählt, mit ihm zum Scheunenfest zu kommen, dem von RTL alljährlichen inszenierten Kontakthof für verklemmte Landeier.

    Weiter ins Sauerland, wo wir den gerade erst 21jährigen Rinderwirt Lukas kennen lernen, dem zunächst noch kein dämliches Adjektiv vorangestellt wird. Nach drei Jahren ohne Freundin reicht dem schüchternen “Naturburschen” das Bravo-Abo offensichtlich nicht mehr aus, so dass er mit Hilfe des Fernsehens seine hormonelle Notlage zu beseitigen trachtet. Ich sprach oben ja schon von Peinlichkeit: Also wer es mit 21 Jahren bereits nötig hat, den telemedialen Offenbarungseid zu leisten und vor einem Millionenpublikum die Hosen herunterzulassen, nur damit ihm Inka Bauses Fernsehteam eine passende Braut castet, der macht sich natürlich selbst zum Horst und ist daher herzlichst willkommen in dieser Show. Mal sehen, wie viele Frauen auf den rotbäckigen Karohemdenträger mit der hohen Stirn abfahren. Lukas Mutti setzt sich zusammen mit ihrem Sohnemann an einen Tisch, um die eingegangene Post zu sortieren. Mal sehen, wie brav die Frau ist, die Mami ihm aussucht…

    Der rüstige Gerhard wohnt in der Oberlausitz auf einem winzigen Hühnerhof. Mit seinen 67 Jahren ist der knorrige Bauer eigentlich aus dem Gröbsten raus, will sich aber 34 Jahren nach seiner Scheidung angeblich noch mal verlieben. Diesmal soll es “für die Ewigkeit” sein, was angesichts seines Alters gar nicht mal unrealistisch klingt. Wie RTL an diesen Exoten gekommen ist, fragt man sich unwillkürlich, aber immerhin kriegt er 12 Briefe, die ihm Liebesbotin Inka mangels Brille auch noch vorlesen muss. “Sehr geehrter Herr Gerhard”, fängt der erste an und ein Bild der Autorin liegt offenbar auch noch bei, was dem so Angesprochenen ein feistes Grinsen entlockt. Die dabei entblößte dentale Großbaustelle, in dem, was mal ein Gebiss war, könnte einen Zahnarzt auf Wochen beschäftigen. Was manche Leute doch alles unternehmen, um ihre Visage einmal in eine Kamera halten zu können…

    Auch die Ostfriesen haben scheinbar Blut geleckt und beteiligen sich erneut an Inkas Bauerncasting. (O-Ton “hoher Norden” – sagt mal, habt ihr eigentlich keine Atlanten bei RTL???) Der muntere Milchbauer Volker kriegt vom Alleinsein vermutlich langsam einen Tennisarm und sehnt sich deshalb nach weiblicher Bekanntschaft. Der 28jährige mit der übersichtlichen Frisur träumt von einer “Frau für alle Jahreszeiten, mit der er eine Familie gründen kann”. Daraus muss man wohl schließen, dass Volkers  bisherigen Techtelmechtel immer nur eine Jahreszeit lang hielten. Ist ja auch viel praktischer, so eine Allwetterfrau, äh Ganzjahresfrau. Lt. Inka aus dem Off hat der bodenständige Milchbauer die meisten Briefe bekommen. Mal sehen, mit welchem kolossalen Fehlgriff er beim Scheunenfest glänzen wird.

    Als nächstes klingelt Liebesbotin Inka im “herrlichen” Odenwald beim romantischen Biobauern Johannes. Er sieht mit seinen 40 Jahren, den lässig-langen Haaren und im T-Shirt etwas retro aus, wie ein abgedankter Althippie. Oder etwas wie Konny Reimann, dem nach Texas ausgewanderten mediengeilen Spacken, fehlt nur die Sonnenbrille. Johannes, der “hühnenhafte Hobbysänger”, hat ganz konkrete Vorstellungen, was er von seiner Zukünftigen erwartet, nämlich vier Kinder! Also richtig neue Kinder, so von ihm mit zusammengebastelt, nicht schon fertig mitgebracht, is’ klar, nä? Zusammen mit Freund Jochen gönnt er sich zunächst noch einen “Äbbelwoi”, um in Stimmung zu kommen, danach gehen sie gemeinsam an die Auswahl einer geeigneten Zuchtmaschine für den Aufbau der zukünftigen Biobauerndynastie. Na dann mal “Gutes Gelingen”!

    Nochmal Hessen, wir kommen zum herzlichen Marcel, der sich mit seinen 29 Jahren nach Liebe und Geborgenheit sehnt. Schafe allein – und offensichtlich gutes Essen – machen auf Dauer wohl nicht glücklich, deshalb soll auch hier RTL helfen. Das grüne Karohemd kommt mir sehr bekannt vor, das hatte m.E. auch schon der Sauerländer Lukas an. Aber vielleicht haben Bauern ja auch alle einen ähnlichen Geschmack und kaufen sich deshalb die selben Klamotten, wer weiß das schon? :-) Auch Marcel plant von Anfang an recht handfest: Sobald er die gesuchte Frau gefunden habe, werde er “die einsamen Stunden an den Nagel hängen” (schöne Metapher!) und “die Familienplanung in Angriff nehmen”. Aber aufgepasst, die künftige Mutti sollte nicht allzu zart gebaut sein, Marcel könnte man nämlich mit Fug und Recht als “Wonneproppen” bezeichnen (wenn man fiesere Worte vermeiden will). RTL hat früher mit Intellektuellen-Shows wie “Tutti-Frutti” angefangen, deshalb lässt man die Szenen mit dem Schafbauern Marcel auch nicht ohne einen Witz über “Schäferstündchen” zu Ende gehen.

    Vom molligen Marcel zum schüchternen Schwaben Martin, der mit 29 Jahren ebenfalls noch auf die erste Liebe wartet und nunmehr kräftig den Panik-Knopf drückt. Auch der Hühnerbauer will gleich Nägel mit Köpfen machen und in die Reproduktionsphase eintreten, scheint in diesem Sektor aber bislang eher nur über theoretische Erfahrungen zu verfügen. Im Interview grinst er einige Male so quer von unten links nach oben ungewiss und sieht dabei mit seinen Hasenzähnen ein bisschen merkwürdig aus, so als hätte er gerade gegen einen elektrischen Weidezaun gepieselt.

    Der “charmante Schweinebauer Harald“, welcher Redakteur kommt beim Fernsehen nur immer auf solche bekloppten Adjektive? Na egal, der Harald drückt sich jedenfalls in Mittelfranken herum, aktuell offensichtlich mit dem Fokus Borstenvieh. Der 44jährige wartet still grinsend auf die große Liebe, die bisher aber noch nicht den verschlammten Weg zu seinem Heimatdorf gefunden hat… Karohemd, was sonst, natürlich trägt er ein grobes Karohemd! Und grinst und grinst und grinst. Wo bleiben die Untertitel, man versteht ihn nicht ganz, entweder liegt’s an der fränkischen Mundart oder am Nuscheln, vermutlich letzteres. O, da bin ich aber echt mal gespannt, was für eine Art von Frau Harald aus seinen Briefen hervorzaubert, der Schuss geht garantiert volle Kante in den Ofen!!! Und dann, oh ja, RTL kann meine Gedanken lesen, wird schon mal ein Name genannt, der es Harald lt. Drehbuch besonders angetan hat: Jeanette aus Kuba! Gehemmter Dauergrinser mit Karohemd trifft feurige Rumbatänzerin aus der Karibik, haha, ich lach’ mich scheckig! Josef und Narumol sind tot, es leben Harald und Jeanette.

    Lämmes, ist das echt ein Vorname? Der idyllische Schäfer aus der ehrlichen Eifel (bzw. anders herum) hat aus nahe liegenden Gründen noch keine Frau fürs Leben gefunden, denn welche halbwegs normale Frau will schon einen Mann mit so einem komischen Namen wie Lämmes? Tatsächlich bekommt der 39jährige lediglich drei Briefe von Inka, da hatte ja der olle Gerhard aus der Lausitz noch mehr Bewerberinnen – und das fast ganz ohne Zähne… Somit ist wenigstens die Qual der Wahl nicht gar so schlimm, welche beiden Holden der Zwei-Meter-Mann zum Scheunenfest buchen darf.

    Das waren unsere neun diesjährigen Delinquenten, nun geht’s also ab zum Schweinefest, äh Scheunenfest. Wir sehen noch ein paar läppische Füllszenen vom Kofferpacken, Geschenkepacken und Verabschieden, auf deren Kommentierung man aber getrost verzichten kann. Außer, dass mir wieder haufenweise Karohemden auffallen!

    Die kurze Werbepause wird mit einem schwierigen Quizspiel für schlappe 3.000 Euro eingeleitet: “Was macht die Kuh? a) Kuhfladen oder b) Fladenbrot”. Man bewegt sich bei RTL also passend zum Sujet auch intellektuell sehr nahe an der Grasnarbe…

    Das Scheunenfest beginnt mit einer Ansprache von Inka – im Dirndl – an die elf Bauern und eine Bäuerin. Hä? Ja, tatsächlich habe ich beim Standbild mal durchgezählt, da sind wirklich zwölf Personen zu sehen, darunter eine kleine schwarzhaarige Frau mit Zöpfen. Wir vergleichen mal eben mit der BsF-Vorstellungssendung im Mai und bemerken zu unserem Erstaunen, dass der nordhessische Kleinbauer Norbert, Markus, der bayerische Gemüsebauer und eben die Kuhbäuerin Karina aus der Eifel wohl zwischenzeitlich medial ins Gras gebissen haben. Und zwar ohne jegliche Erklärung von Oberbäuerin Inka Bause. Vielleicht haben die drei keine Fanpost gekriegt, zu hohe Gagen gefordert oder sind einfach nur rechtzeitig vor der Ausstrahlung zur Vernunft gekommen und RTL konnte die Landwirte dann nicht mehr aus allen Szenen herausschnippeln. (Da hätten die ja mal bei Google nachfragen sollen, die kennen sich doch mit dem Wegpixeln aus…)

    Nun geht alles recht flott, ein Schwall bunt zurechtgemachter Frauen, häufig im Dirndl, betritt den Raum und wird nun auf die wackeren Bäuerchen verteilt. Ostfriese Volker schleppt mit Maya und Verena gleich zwei auffallend blonde Sirenen ab, der Staffelsenior Gerhard hat sich für Sigrun (im feuerwehrroten Zeltkleid) und Barbara entschieden und der moppelige Marcel geht mit Tanja und Katja, die gewichtsmäßig nicht ganz in seiner Liga spielen. Der schüchterne Martin hat mit Sina und Jennifer gleich zwei Vertreterinnen der Wuchtbrummen-Abteilung auserwählt, der lustige Ackerbau-Willy geht mit Claudia und Rosemarie (noch eine XL-Frau) und Harald lässt es mit Ursula und Jeanette krachen. (Ja, Jeanette, die Kubanerin…) Der Bio-Johannes “mit dem Pferdeschwanz” (Versuch eines Herrenwitzes von Inka!) schleppt die sehr blonde Moni und Anja im Fidschi-Sonnenuntergang-Revival-Kleid ab, fehlen noch der ehrliche Lämmes mit Anjelka und Anne (mindestens zwei Köpfe kleiner als der Schäfer) und schließlich Rinderwirt Lukas mit Regina und Kerstin, die ihn längenmäßig beide überragen.

    Das weitere Scheunenfest ist – wie immer – recht belanglos, es wird getanzt und angeblich geflirtet, sagt das Drehbuch. Labaluba und Ringelpiez mit Anfassen, peinliche Stotterkonversation, ultrablöde Geschenke werden ausgetauscht. Immerhin schaltet Jeanette schon mal ihren Temperamentgenerator ein… da geht noch was beim Harald, das wird garantiert was zum Schämen.

    So, nun heißt es für die Bauern, sich auf (jeweils) eine der Frauen festzulegen: Marcel nimmt die Blonde (Name wird nicht gesagt), Harald kriegt natürlich die Kubanerin Jeanette, Gerhard bekommt Barbara (die rote Sigrun war denn doch etwas zu… groß), Lukas lädt Regina zur Hofwoche ein, Bio-Johannes entscheidet sich für die blonde Anja (und reicht seine kaum gebrauchte Moni spontan an Lämmes weiter), Volker nimmt Verena (Konkurrentin Maya rennt flennend aus dem Bild), Lämmes kriegt wie gesagt völlig außer der Reihe Moni (die vom Bio-Johannes vor wenigen Minuten abgelegte Alternativbraut) und jagt damit beide Original-Bewerberinnen zum Teufel, Martin gerät an Jennifer und Willy entscheidet sich schließlich für die XL-Rosi (die hinterher beim Karaoke ganz passabel als Weather-Girl-Körperdouble durchgeht).

    Interessant wird es eigentlich erst in den nächsten Wochen, wenn die Bauern ihre Beute in die heimischen Höfe schleppen. Naja, genau genommen kommen die Bräute aus eigener Kraft bis zum nächstgelegenen Bahnhof und lassen sich in irgend welchen verkitschten Vehikeln von ihrem Traumbauern abholen. Das sehen wir uns dann ab der nächsten Woche an, bis Montag also!

  • Liebe Fans der Romantik und der Landwirtschaft,

    heute ist der große Tag, auf den wir alle schon seit dem letzten Herbst hingebibbert haben: Im “malerischen” Chiemgau heiraten Josef und Narumol! Genau genommen ist das alles schon vor einer Woche passiert, aber RTL hat es mit übermenschlichen Anstrengungen fertig gekriegt, die weltbewegenden Bilder noch für ein paar Tage unter Verschluss zu halten, bis die Quoten-verderbende Fußballweltmeisterschaft endlich vorbei ist. Aber nun, heute Abend, hat man dieses tränentriefende Stück echter Romantik endlich über den Äther gejagt und man kann nur sagen: Was die Fußballer knapp verpasst haben, kriegen Josef und Narumol glatt gebacken, nämlich das deutsches Sommermärchen 2010.

    Schon zu Beginn stimmt uns Inka Bause in einem passend schweinchenrosa Dirndl auf diese Spezialausgabe von “Bauer sucht Frau” ein. Um auch den telemedial Zurückgebliebenen den Einstieg in die heutige Wonnestunde zu ermöglichen, sehen wir zunächst die wichtigsten Szenen aus dem komplett gescripteten Leben des “frommen” Milchbauern Josef und seiner “fröhlichen” thailändischen Wuchtbrumme Narumol, danach erleben wir sie quasi live beim Zusammenstellen einer Liste mit den noch zu erledigenden Dingen, wie etwa “Braukleid kaufe” und “Anzug fuh Jozeff” (O-Ton Narumölchen). Da beide Protagonisten des Hochdeutschen bis heute nicht mächtig sind, müssen alle Texte komplett untertitelt werden. (Man bedenke, dass unsere beiden diesen Service selbst natürlich nicht genießen können, also häufig im sprachlichen Blindflug agieren.)

    Selbstverständlich hat RTL dafür gesorgt, dass auch die vorzeigbarsten anderen Bauernpaare der Staffel zur Hochzeit eingeladen werden, z.B. der angeblich “lustige” Ziegenwirt Willi und seine unübersehbare Freundin Karola aus dem “schönen” Hessen. Sie drohen in einem Extra-Einspieler ihre Teilnahme an und wollen als Hochzeitsgeschenk eine kleine Ziege mitbringen, haben sich die Drehbuchautoren überlegt. Das bedauernswerte Viech wird auf den Namen “Narumol” getauft und kneift dann postwendend aus, was zu einigen Jagdszenen zwischen dem moppeligen Willi und seiner Geschenk-Ziege führt (3 Action-Punkte). Der Klügere gibt nach, die Ziege “Narumol” lässt sich einfangen und damit steht der Reise ins malerische Chiemgau wohl nichts mehr im Wege. Später gibt es noch eine Szene, wie sich Willi und seine ebenfalls Kalorien-affine Freundin Karola mit Gewalt in Lederhosen und Dirndl quetschen. Dieses Vorhaben fand ich aber so unästhetisch, dass ich ehrlich gesagt den Vorspul-Knopf betätigt habe…

    In Bayern beginnt derweil der nächste Akt, nämlich der Kauf des Hochzeitskleides. Narumol (nicht die Ziege) wird vom verklemmt grinsenden Josef über die Schwelle eines Brautmodengeschäfts geschoben und mit einem flüchtigen Kuss verabschiedet, denn bekanntlich darf ja der Bräutigam vor der Hochzeit das Kleid nicht sehen. Gut, dass die Kameraleute von RTL da aus anderem Holz geschnitzt sind, die warten nämlich schon in der Umkleidekabine. Zunächst sieht es so aus, als passe die pummelige kleine Thailänderin in keines der bajuwarischen Tüllgebilde, nur am Bauch sitzen sie eng, ansonsten schlabbert überall der Stoff. Aber schließlich findet sie mit Hilfe der Verkäuferin doch noch den passenden weißen Fummel für ihren Ehrentag. Wegen der fehlenden Ärmel kommt darin das bunte Tattoo auf Narumols Oberarm besonders schön zur Geltung.

    Noch ein paar lästige Störenfriede, die das Brautpaar allerhöchstens flüchtig kennen können, sagen sich zur Hochzeit an: Maurizio, der unechte italienische Holzbauer, dem RTL offenbar zwischenzeitlich die kleinen Hochstapeleien verziehen hat, bastelt mit seiner rothaarigen Zweitbesetzung Claudia an einem geschmacklosen Geschenk, nämlich zweien als Brautpaar verkleideten Weinflaschen. Oh Mann, würde ich so etwas kriegen, gälte mein erster Gedanke der Schaufel (zum Vergraben der Scheußlichkeit). Sehenswert übrigens, wie das Paar zur Autofahrt in das Chiemgau aufbricht: Der drahtig-kleine Maurizio nimmt im schicken grauen Anzug und mit cooler Mafia-Sonnenbrille auf dem Beifahrersitz Platz. Seine einen halben Kopf größere Begleiterin hat sich offenbar insgesamt um ein paar Kleidernummern nach unten vertan, zumindest sehen ihre schwarzen Hochwasserhosen, das viel zu enge Top und der silberne Glitzer-Pailetten-Alptraum dazwischen so aus.

    Jetzt kommen wir zu den Humorpunkten dieser Ausgabe, denn Josef und Narumol werden vom Drehbuch zum Besuch einer Tanzschule gezwungen, etwas, das beide in ihrem bisherigen Leben erfolgreich vermieden hatten. Der Thailänderin von der Ostseeküste fehlt ganz offenbar die nötige sittliche Reife; sie lacht sich jedenfalls beim langsamen Walzer scheckig. Der arme Josef hingegen erledigt auch diesen Programmpunkt mit heiligem Ernst, wie eine weitere Prüfung, die ihm der Herrgott auf dem Weg zu einer “normalen” Familie auferlegt hat.

    Während das Brautpaar ziemlich talentfrei das Tanzen übt, kommen wir zu einem weiteren Gast, den RTL zur Teilnahme an der katholischen Bauernhochzeit verdonnert hat: In Ostfriesland macht sich Jungbauer Carsten daran, sein phantasievolles Geschenk einzupacken, ein (lebendiges) Kalb. Dem fräst er mit dem Kuhrasierer dann auch noch ein albernes Herz in die Seite und tauft das Tier auf den Namen “Treue”. Im Auto ist auch genügend Platz für das Rindvieh, denn Carsten ist wegen seiner ungeschickt-glücklosen Frauenwahl bei BsF wieder Single.

    Zurück im Chiemgau, bekommen wir staunenden Zuschauer ein Stück längst verloren geglaubten Brauchtums präsentiert, das hier, auf der Rückseite des Mondes, noch immer lebendig ist: Es erscheint Connie, der Hochzeitslader. Sein Job ist es, von Hof zu Hof zu gehen und den Termin der Hochzeit bekannt zu geben. Vermutlich gibt es dafür auch noch jedes Mal einen “Kurzen”, aber darüber schweigt sich RTL wegen der frühen Sendezeit aus. In der restlichen Welt sind solche Leute wie Connie seit Erfindung des Postwesens und spätestens mit Einführung des Telefons längst ausgestorben. Hier aber, in Josefs malerisch rückständiger Puppenwelt, haben sie noch eine Existenzberechtigung und sei es, um im Fernsehen als exotisches Urviech begafft zu werden. Wie auch immer, jedenfalls gehört es zum Ritual der Hochzeitsladerei, das Brautpaar zunächst mit einem Schwall bayerischen Gebrabbels zu überschütten; offenbar zählt er die gegenseitigen Pflichten der zukünftigen Eheleute auf. Wie man sich vorstellen kann, geht das an Narumol komplett vorbei und auch der Untertitel-Mensch muss Schwerstarbeit leisten. Danach wird es beschaulicher und wir begleiten Connie, die Fleisch gewordene Einladungskarte, bei seinem Gang durch die – ja – malerische Umgebung, immer auf der Suche nach Opfern, die er in Reimform zur Teilnahme an der Hochzeit überreden kann.

    Aus dem 19. zurück ins 21. Jahrhundert: Josef und Narumol fahren zum Münchener Flughafen, denn RTL hat sich nicht lumpen lassen, Narumols Vater und die Stiefmutter aus Thailand einfliegen zu lassen. Josef ist gespannt, “wie die reagieren”. Hä, wissen die etwa noch gar nicht, dass sich ihre Tochter in Deutschland mit einem bayerischen Hallodri eingelassen hat? Josef lässt sich von Narumol in letzter Sekunde noch schnell in die thailändischen Begrüßungsriten einweisen und begrüßt die Schwiegereltern in spe dann ganz kosmopolitisch mit “Sawaddi khrap!”. Danach war wohl sein Text zu Ende und der Bauer agiert wieder wie gewohnt hölzern, als er den Schwiegervater zur Umarmung wortlos zu sich heranzieht.

    Später auf dem heimischen Hof, den der Schwiegervater in spe wohlwollend mustert, werden Geschenke ausgetauscht. Keine Ahnung, was die Gäste da aus Thailand mitgebracht haben, irgend welche quietschebunten Plastikblumen in durchsichtigen Plastikzylindern. Von hinten souffliert Narumol ihrem Josef die korrekte Dankesformel in ihrer Muttersprache “khop khun krap”, aber offenbar ist sein Vokabellernvermögen für heute erschöpft, denn er radebrecht eher so etwas wie “kon gubb tag” und “kon gut tiab”. Dann kommen noch ein paar exotische Früchte, Mango und Ananas, deren thailändischer Namen “Sapalot” Josef an sein Lieblingswort “Zapperlott” erinnert und bei ihm zu einem ansonsten unverstandenen Heiterkeitsausbruch führt.

    In der Pfalz bereiten sich mit Markus und Tobias zwei weitere noch unbeweibte Veteranen der letzten Staffel auf ihren Einsatz im Chiemgau vor. Wir begleiten sie unfreiwillig beim Kauf von Lederhosen in einem merkwürdigen Trachtenladen in der tiefsten Provinz und man gewinnt so langsam den Eindruck, dass das Drehbuch dieses Mal von einem Amerikaner verfasst wurde, der glaubt, alle Deutschen trügen Krachlederne mit Gamsbarthut oder Dirndl. Ackerbauer Markus muss leider im Laden erkennen, dass sein eher Osterei-förmiger Bauch trotz Anwendung von Gewalt und Luftanhalten nicht in die Hose passt. Er sieht aus wie eine Presswurst und kapituliert zunächst. Dann eben doch im gewohnten grünen Tankwartlook. Aber immerhin finden die beiden Junggesellen beim Trachten-August noch ein passendes Hochzeitsgeschenk, nämlich eine billige bayerische Flagge. Wie gesagt: Schaufel!

    Wir treten nun in die heiße Phase ein: Während Narumols Frisur von einem Heiteitei-Coiffeur mit Unmengen von Spray in Turmform gestylt wird, treffen draußen die von RTL shanghaiten Gäste ein. Angeblich sind unsere beiden Pfälzer Junggesellen den ganzen Weg mit ihren altersschwachen Museumstreckern gefahren, möchte das Fernsehen uns Glauben machen. Die beiden Lederhosen-Deppen – es hat wohl am Ende doch noch geklappt – hissen an Josefs Hof die mitgebrachte weiß-blaue Fahne des Freistaats. Komischerweise hatte Josef schon immer einen Fahnenmast, allerdings keine einzige bayerische Fahne, sagt RTL – und die müssen es ja wohl wissen, denn sie haben Josef selbst erfunden.

    Josef hat sowieso wichtigeres zu tun, denn er kriegt nun zum ersten Mal seine Braut im Hochzeitskleid zu sehen (“wie ein Engel im Himmel”) und übergibt Narumol sein Geschenk, eine Herzchen-Halskette. Danach geht’s mit einer Hochzeitskutsche aus dem RTL-Kitschfundus zur Dorfkirche. Übrigens hat sich bei dieser Gelegenheit auch Jenny, die selten zu sehende Tochter von Narumol eingefunden. Apropos “eingefunden”: Vor der Kirche scheinen neben den zwangsverpflichteten Dörflern auch ganze Horden freiwillig angereister Gaffer von Außerhalb zu stehen, Kameras mit fettesten Objektiven im Anschlag. Vermutlich hat sie Neugier oder Schadenfreude hierher geführt, diese peinlichen Fremdschämtouristen… ;-) Man kann sie leicht daran erkennen, dass sie keine Lederhosen tragen, das Erkennungszeichen der hiesigen Eingeborenenmännchen. Ja, Josef und Narumol sind eben dank Fernsehen und Stefan Raab zu überregionalen Berühmtheiten geworden.

    Nun wird es wirklich Ernst, nach einer letzten Instruktion von der verdirndelten Inka Bause schreiten Josef und Narumol in die festlich geschmückte Kirche. Aus dem Off dröhnt Johann Sebastian Bachs “Air” – ganz offensichtlich von Konserve, denn ein Orchester kann ich nirgends entdecken. (Kleiner Rüffel für das RTL-Scriptgirl: Maurizio trägt in der Kirche plötzlich gar nicht mehr seinen Mafia-Look von vorhin, sondern ordinäre Straßenkleidung!) Dann kommt ein echtes Highlight, nämlich der Pfarrer-Darsteller. Im RTL-Perückenlager hat man sich vermutlich etwas in der Kiste vergriffen, der weiß-blonde Pelzfifi passt eher zu einem wuscheligen Gärtner als zum Geistlichen. Naja, ist eh Wurscht, die Veranstaltung ist sowieso nicht ganz echt, wie ich an dieser Stelle mal eben stimmungstötend einflechten muss: Bekanntlich gibt es keine amtliche Trauung, weil Narumol ihre schöne Witwenrente von Josefs Vorgänger nicht aufs Spiel setzen will. Damit kann es dann auch keine kirchliche Trauung geben und die heutige Show ist also eher als eine Art “Segnung” aufzufassen.

    Nun denn, also zurück zu dem Priesterimitatoren, dem mit der wüst-weißen Gärtnermatte. Von weitem und ohne Brille besehen, erinnert er mich sogar etwas an Hella von Sinnen – in Verkleidung. Vielleicht genau deshalb kriegt Narumol beim Höhepunkt der Veranstaltung bedauerlicherweise einen Lachanfall, gerade in dem Moment, als ihr der fast schon angetraute Milchbauer den Ring an den Finger stecken will. Während Josef mit den feierlichen Worten “ich stecke Dir den Ring an im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes” an den Patschegriffeln seiner Perle herumfingert, prustet diese wenig ergriffen und Lachtränen laufen ihr die roten Bäckchen herab. Aber die kleinen Sünden bestraft der Liebe Gott bekanntlich sofort: Als die Reihe nun an Narumol kommt, versemmelt sie nicht nur total den obigen Segensspruch, sondern kriegt auch den Hochzeitsring ihres Bräutigams nicht über dessen derb-bäuerlichen Finger. “Gehk nich’ raain” lautet ihr unüberhörbarer Stoßseufzer, doch dann flutscht die Sache am Ende doch noch. Die Gemeinde lacht amüsiert und der Pfarrer erlaubt Josef nun, zum Ende des Gottesdienstes die Braut zu küssen.

    Die Gemeinde verlässt die Kirche, Inka stellt sich dem Brautpaar noch mit ein paar lapidaren Fragen für das Fernsehpublikum in den Weg und dann besteigen unsere beiden Frischvermählten die Hochzeitskutsche. Narumol kann das alles noch nicht richtig fassen und initiiert den folgenden denkwürdigen Dialog: “Ick bin Babaala!” “Was heißt das?”, fragt Josef. “Datt heiß’ uuberglucklick”, erhält er zur Antwort. “Auf Thailändisch?” “Neee, auf Deutsch!”. Oh Mann, das kann ja noch lustig werden.

    Hinterher geht’s direkt zum Festzelt, das das Fernsehen hat aufstellen lassen. Hier treffen wir auch alle anderen Bauern wieder und Inka, die dann als Riesen-Hochzeitsgeschenk von RTL verkündet: Josef und Narumol bekommen eine zweiwöchige Reise in die Flitterwochen nach Thailand, in Narumols Heimat. An dieser Stelle ahnen wir natürlich alle schlagartig, woher das nächste BsF-Special kommen wird…

    Anschließend dürfen auch die so genannten “befreundeten” Bauern, gemeint sind die BsF-Leidensgenossen, ihre Geschenke abgeben. Wenn man einander so lange und innig kennt, wie Narumol und Josef die beiden Nervbolde Willi und Karola (nämlich genau einmal beim Scheunenfest gesehen), versteht man auch die Großzügigkeit ihrer Mitbringsel. Wie oben schon angedeutet, haben die dauerlachenden Hessen ein Zicklein auf den Namen “Narumol” getauft und übergeben dieses jetzt mit großem Brimborium an die frischgebackenen Eheleute. Das Tier bedankt sich für die Aufmerksamkeit auf seine eigene Weise und strullert hingebungsvoll eine große Pfütze auf die Festzeltbühne. (Was für ein Glück, dass sie keinen Elefanten geschenkt bekommen haben.) Danach kommt Friesenkopp Carsten mit seinem schwarz-weißen Lebendgeschenk, der zukünftigen Wurstlieferantin namens “Treue”. Carsten wirkt übrigens wie ein Alien zwischen all den anderen Gästen, denn er trägt beinahe als einziger Mann keine Lederhosen. Die heutige Sendung klingt aus mit dem Ehrenwalzer von Josef und Narumol, den man uns wohlwissend nur in Zeitlupe und mit anderer Musik unterlegt vorführt. Danach geht es feucht-fröhlich weiter, wir sehen unsere Bauern schunkelnd, tanzend und singend die Nacht zum Tag machen.

    Und damit schließt sich der Kreis der 2009er-Staffel vom Scheunenfest vor gefühlten 100 Jahren bis hin zum heutigen Hochzeitsfest im malerischen Chiemgau. Wer denkt, es gäbe keine Romantik mehr oder Bauern seien schlauer als ihr Ruf, sieht sich spätestens heute Abend widerlegt. RTL hat sich diesmal selbst übertroffen und mit Josef und Narumols Eheschließung eine komplett am Schreibtisch der Drehbuchautoren entstandene Kunstwelt zusammengeklöppelt. Aber ehrlich gesagt können wir ja angesichts der zahlreichen Krisen der letzten Wochen auch mal eine kurze Auszeit von Ölpest, Bundespräsidentenflucht und WM-Halbfinale-Versemmelung gebrauchen und da kommt uns diese schamlos-kitschige Verfilmung von Omas Poesiealbum gerade recht.

    So wie ich die Gier der RTL-Bauernfänger einschätze, werden sie unbedingt noch ein Thailand-Special dranhängen, in dem wir erleben können, wie sich Josef in Narumols Heimat zum Volldepp macht und damit bei uns Fremdschäm-Junkies vor den Fernsehapparaten für wohlige Schauer sorgt. Ich melde mich dann natürlich wieder, bis dahin noch einen schönen Sommer…

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  • Liebe Freundinnen und Freunde der rustikalen Unterhaltung,

    urlaubsbedingt komme ich leider erst heute dazu, den Jahrgang 2010 an Möchtegern-Kandidaten der Agrar-Kuppelshow “Bauer sucht Frau” durchzuhecheln. Inka Bause schämt sich diesmal nicht, ganze 14 bedauernswerte Exemplare der Spezies “Lonesome Farmer” aus ihren Höhlen ins Scheinwerferlicht der erstaunten Öffentlichkeit zu ziehen. In der heutige “Spezialausgabe” von BsF präsentieren sich die Bauern von ihrer angeblichen Schokoladenseite, es handelt sich quasi um verfilmte Kontaktanzeigen. Welche Frau bzw. welcher Mann mediengeil genug ist, auf die Avancen zu reagieren und was am Ende daraus wird, sehen wir dann vermutlich im Herbst dieses Jahres, “gleiche Welle, gleiche Stelle”. Genug gelabert, nun wollen wir doch mal sehen, welchen Unsinn sich die Schreiberlinge von RTL ausgedacht haben und öffnen das Panoptikum der Landeier.

    Inka Bause ergeht sich zunächst in einer Schulterklopfarie in eigener Sache, denn sie zählt die größten Kuppel-Erfolge der letzten Jahre auf: Ackerbauer Jürgen und seine Julia haben bereits Nachwuchbäuerchen produziert und der fromme Milchbauer Josef lebt mit seiner Narumol weiterhin glücklich im malerischen Chiemgau.

    Bei einem dritten Landwirt macht sie es spannender, denn den singenden Schäfer Heinrich aus dem Sauerland, einen Restposten aus einer früheren Staffel, erleben wir zunächst nur in Rückblenden. Nach zwei Fehlschlägen gewährt ihm RTL diesmal noch eine letzte Chance. Obwohl Heinrich modetechnisch mit seinem schräg-karierten Polyacryl-Pollunder und der fadenscheinigen Specktolle eigentlich eher Fluchtreflexe wecken müsste, scheint sein stockend und in rührender Einfalt vorgetragener Aufruf an die Holden dieser Welt bei Raumpflegerin Melanie tatsächlich verfangen zu haben. Und nicht nur das: Wir haben Glück, dass RTL offenbar vor kurzem die Zeitreise erfunden hat, denn das Fernsehteam ist zufällig dabei, als Melanie die Sendung sieht und wir können ihr über die Schulter schauen, wie sie die Postkarte an RTL schreibt, aufgrund derer später das Fernsehteam bei ihr erscheint um zu filmen, wie sie die Karte schreibt aufgrund derer das Team bei ihr erscheint… usw. Ja, um sich hier als Zuschauer nicht fortwährend mit der flachen Hand vor die Stirn zu schlagen, sollte man entweder volltrunken oder Vollidiot sein.

    Wie auch immer, jedenfalls sehen wir in der nächsten Szene, wie Schäfer Heinrich ziemlich gehemmt mit Melanie auf einer Parkbank sitzt, auf dem Kopf eine unsäglich dämlich aussehenden Trachtenkappe. Im Hintergrund spielt RTL die bekannte Miss-Marple-Melodie, während die beiden Laiendarsteller durch den vorgegebenen Text holpern. Der zur Belohnung von RTL organisierte Besuch von Melanie im Sauerland fällt natürlich derb-rustikal aus, eben nach BsF-Standard und ohne Rücksicht darauf, dass die Protagonisten eventuell an diesem Ort weiterhin leben wollen. Heinrich holt Melanie selbstverständlich in vollem Schäfer-Ornat mit Schäferhund und Bollerwagen von der Bushaltestelle ab. Wenigstens haben die Fernsehfuzzis nicht auf das Mitbringen der gesamten Schafherde bestanden… Ebenfalls schon BsF-Standard ist die ältliche Mutter des Bauern, die die Möchtegern-Schwiegertochter kritisch beäugt, um dann im geeigneten Moment anzugreifen und die Liaison mit drei, vier Silben zu beenden. (Wir erinnern uns dankbar an die Küchenszene von Dieter und Heike in der letzten Staffel.)

    Diesmal läuft es für die Bewerberin besser, denn Melanie hat für Heinrichs Mutter ein selbstgesticktes Kitschbild dabei und kriegt von dieser postwendend bescheinigt, sie mache einen “akkuraten” und “sauberen” Eindruck. Na, da ist das Happy-End ja schon vorprogrammiert… In einer nicht enden wollenden Folge weiterer Szenen erleben wir Melanie dann vor, während und nach dem Probekochen unter den milden Augen ihrer möglicherweise zukünftigen Schwiegermutter. Es gibt Wurstgulasch und jede Menge völlig sinnfreies Gelaber aller Beteiligten, dessen Wiedergabe ich mir schenke. Die Drehbuchschreiber lassen das Ganze in dem inszenierten Versuch des singenden Bauern gipfeln, sich seine Auserwählte mit einem Glas Schampus gefügig zu machen. Das geht zunächst etwas nach hinten los, denn Heinrich zeigt sich dem Umgang mit Schaumwein nicht gewachsen und Melanie muss die Sache in die Hand nehmen. (Vielleicht sollte man beim nächsten Mal lieber ein Getränk mit Schraubverschluss nehmen.) Hinterher, so hat RTL es beschlossen, dürfen die beiden etwas miteinander kuscheln und Heinrich überreicht Melanie dafür zur Entschädigung ein zusammengerolltes Schafsfell. Lauf, Melanie, lauf, lauf, LAUF!!!! (BTW: Wieso eigentlich “singender” Schäfer, habe ich da etwas verpasst bzw. ist da ein Kelch an mir vorüber gegangen?)

    Schnell geht es zum ersten Neubewerber, dem 28jährigen Milchbauern Volker aus Ostfriesland. Die Rolle des beknackten Friesen wurde in der letzten Staffel von Claus Clausen gespielt, der damals übrigens nur aufgrund einer Wette seinen Allerwertesten in die Kamera geschubbert hatte, wie sich nachträglich herausstellte. Volker wird wohl versuchen, den Ruf der Nordlichter wieder etwas gerade zu rücken. Er wirkt eigentlich ganz freundlich, hat aber die bedenkliche Angewohnheit, alle seine Kühe beim Namen zu nennen. Seine Vision von Romantik ist es, mit seiner Traumfrau ein Picknick am Strand zu machen und sich dabei den Sonnenuntergang anzusehen. Ach ja, sportlich-schlank soll die Betreffende sein und kochen und tanzen soll sie auch können, darauf legt sich Volker schon mal fest. Zuschriften bitte an den RTL-Landfunk.

    Jetzt springen wir in den “herrlichen” Odenwald, wo der unbeweibte “romantische” Bio-Bauer Johannes haust, dem nicht nur die richtige Frau, sondern offenbar auch der Frisör fehlt. Zusammen mit ihm, seinem Vater und dem Hund Rex leben zahlreiche Pferde, Rinder, Schafe, Gänse, Enten, Hühner, Tauben und Karnickel auf dem Hof. Die Anforderungen an die Bewerberinnen sind recht konkret: Groß, naturverbunden, 30 bis 40 Jahre alt, humorvoll, aber nicht streitsüchtig. Also alle Frauen aufgepasst, die mal einen sesshaft gewordenen Späthippie entlausen wollen, der Johannes wirkt nicht unsympathisch…

    Weiter geht’s nach Nordhessen zum sportlichen, unternehmungslustige, aber einsamen Kleinbauern Norbert. Was ist denn bloß ein “Kleinbauer”, etwa so ein laufender Meter wie Dieter aus der letzten Staffel? Norbert ist mit 60 Jahren jedenfalls schon ein paar Semester älter und sensibel, wie RTL eben ist, kriegt er deswegen als Hintergrundmusik einen der letzten, schon etwas altersschwach klingenden Titel des seligen Johnny Cash. Aber eigentlich wirkt Norbert ganz nett, auch wenn der erste und zweite Lack (und die Haarpracht) schon etwas ab ist. Wie hörte ich doch gerade neulich in einer der Heidi-Kabel-Gedächtnis-Wiederholungen vom Ohnsorg-Theater: “Auch der Herbst hat noch ein paar warme Tage.”

    Und wieder retour in den Süden, nach Oberbayern, wo der “gemütliche” Gemüsebauer Markus bislang vergeblich nach Liebe und Zärtlichkeit sucht. Stattdessen steckt er seine Energie vor allem in die Aufzucht von Salat, Paprika, Tomaten usw. Hier und da scheint er auch ein paar ungesünderen Genüssen nicht ganz widerstehen zu können, worauf seine – sagen wir mal – eher knuffige Gesamterscheinung schließen lässt. Vollmondgesicht, unmodische Brille und hautenges Karohemd tun ihr übriges, so dass Markus bereits im eher zarten Alter von 24 Jahren den frauentechnischen Offenbarungseid leisten und Inka Bause zu Hilfe rufen muss.

    Eher originell mutet der nächste Bewerber an, der hier nur unter seinem Künstlernamen Lämmes auftritt und auch ansonsten einen, hmmm, eher speziellen Eindruck macht. RTL betitelt den 39jährige als “ehrlichen” Schäfer, womit ja dann im Umkehrschluss wohl alle anderen Schäfer generell als unehrlich zu gelten haben. Lämmes wohnt in der Eifel mit 100 Schafen und 20 Hasen, die lt. Inkas Off-Kommentar aber nicht die Sehnsucht in seinem Herzen stillen. Das wäre ja auch noch schöner. Also, Frauen dieser Welt, vielleicht ist Lämmes ja genau der ungeschliffene Rohdiamant mit einem Schuss Exotik und leichtem Stich ins Sonderbare, auf den Ihr immer gewartet habt.

    Als nächster Kandidat kriegt nun der – man ahnt es – “lustige” Ackerbauer Willy aus der nordhessischen Provinz die Chance, sein Leben nachhaltig durch eine Beziehung zu vermurksen. Willy könnte man getrost als Spätentwickler bezeichnen, denn jetzt, im gesegneten Alter von 48 Jahren, fühlt er sich endlich reif genug für seine erste Freundin. Aber auch bei RTL läuft in diesem Fall wohl etwas quer, denn wir sehen den angeblichen “Ackerbauern” bei der Arbeit im Kuhstall – bei seiner Berufsbezeichnung hätte ich eigentlich eher mit Rüben oder Kartoffeln gerechnet. So kann man sich irren als blöder Städter… Übrigens gestattet das Fernsehen Willy noch einen Bonustrack, der darf nämlich eigenhändig noch ein paar liedähnliche Tonfolgen aus dem Akkordeon absondern, allerdings bezweifle ich, dass er damit bei hörenden Damen sonderlich Eindruck schindet, eher im Gegenteil. Sehenswert sind allerdings die kulinarischen Fähigkeiten des Bauern: Er schmiert sich das wahrscheinlich dickste Wurstbrot aller Zeiten und mümmelt es direkt vor der Kamera auf. Mahlzeit! Mit einem schiefen Grinsen verabschiedet sich Willy einstweilen und wir ziehen weiter in der ultimativen Chartshow für grenzdebile Dorftrottel.

    Nun kehren wir zurück in die Eifel, eine in Beziehungsfragen offenbar besonders notleidende Region (siehe oben “Lämmes”). Diesmal trifft es die Quad-fahrende Kuhbäuerin Karina. Mit 26 Jahren noch unbemannt, da macht sich frau schon so langsam Gedanken. Von ihrem Traumprinzen hat sie ziemlich konkrete Vorstellungen: Sie sucht einen lieben, treuen, netten, tierlieben, großen, ggf. kräftigen Mann, unbedingt mit “vollem Haar”.

    Die Beschreibung passt gleich auf unseren nächsten Kandidaten, den “charmanten”, dauergrinsenden 43jährigen Schweinebauern Harald aus dem “idyllischen” Mittelfranken. Zwar wartet der schon seit 15 Jahren auf eine holde Maid und ist demzufolge auch schon leicht angegraut, hat allerdings tatsächlich noch eigene Haare und ist schon berufsbedingt sehr tierlieb. Was es mit den 15 Jahren Wartezeit genau auf sich hat, erklärt uns RTL nicht, aber man muss und will ja auch nicht alles wissen. Harald behauptet jedenfalls, tierisch gut drauf zu sein, holt zum Beweis sein Motorrad aus dem Stall und brettert damit einmal quer durchs Bild hinein in die mittelfränkische Pampa.

    Und wieder zurück ins “schöne” Sauerland. Man sollte eigentlich denken, Bauer Heinrich, der angeblich singende, habe sämtliche RTL-Bonuspunkte für diesen Landstrich auf Jahre hinaus verbraucht. Aber das geht wohl nach anderen Kriterien, jedenfalls kommen wir jetzt zum erst 21jährigen Rinderwirt Lukas. Der wohnt zwar noch mit seinen Eltern unter einem Dach fühlt sich aber, so behauptet Inka aus dem Off, tief in seinem Herzen einsam. Seine zukünftige Partnerin sollte aufgeschlossen gegenüber anderen Menschen sein und “gepflegt rüberkommen”. Da scheinen wohl die Eltern ein nicht unerhebliches Wörtchen bei der Partnerwahl mitreden zu wollen, das hört sich für mich jedenfalls nicht nach den Eigenschaften an, mit denen andere 21jährige ihre Freundinnen aussuchen. Mal sehen, wie viele “gepflegt aussehende” Damen es sich mit dem Rinderwirt vor dem Kamin in seinem vollvertäfelten Jungszimmer gemütlich machen wollen…

    Auch Ostfriesland kommt nun schon zum zweiten Mal, denn hier lebt der “fesche” Rinderwirt Holger, der uns gleich alle relevanten Daten aufnötigt: 42 Jahre alt, 182cm groß, 85kg schwer, 50 Kühe und 60 Jungtiere. Toll. Ach ja, seine Zukünftige soll schlank und tierlieb sein und seinem Fortpflanzungswunsch (“Ableger”) möglichst aufgeschlossen gegenüber stehen.

    Der “treue” Getreidebauer Christian stammt aus Niederbayern, steht in seiner etwas zu engen knallroten Jacke vor einem blühenden Rapsfeld und sagt sein auswendig gelerntes Sprüchlein in die Kamera. Hinterher knattert er dann noch mit einem leicht museal aussehenden Trecker über die Felder. Dochdoch, er wirke zwar äußerlich etwas tough, habe aber innen drin einen butterweichen Keks Kern, versichert der 37jährige. Seine Traumfrau solle schlank sein, einen Bauch habe er schon selbst, lacht der Landmann. Mein Finger auf der Fernbedienung zuckt unwillkürlich…

    Der “herzliche” Nordhesse Marcel ist 28 Jahre alt, züchtet Schafe und sucht – wen überrascht es noch? – die Frau fürs Leben. “Herzlich” ist bei RTL immer ein Synonym für undürr, um nicht zu sagen: mopsig. Marcel teilt sich seine Bleibe mit den Eltern und einem Opa; die Zukünftige sollte also nicht nur tierlieb sein, sondern auch etwas für äh, sagen wir mal “Nestwärme” übrig haben.

    Und JAAAAAAA, nun kommt ganz unverhofft ein kurzes Zwischenspiel im “malerischen” Chiemgau beim verstockt-katholischen Josef und seiner fernöstlichen Perle Narumol, den unangefochtenen Superstars der letzten BsF-Staffel. Kurz vor der im Juli geplanten Hochzeit geht es heute um den weltbewegenden Epochalvorgang des Weißwurstkochens. Leider hat die RTL-Patte noch immer nicht für den Volkshochschulkurs “Deutsch für Anfänger” gereicht, aber das würde ja andererseits auch den Dolmetscher arbeitslos machen, der das unverständliche Gebrabbel der beiden Protagonisten als Untertitel ins Bild tippt. Josef hat wohl irgendwie die Regieanweisungen des Fernsehens missverstanden, denn er hantiert völlig overdressed im grünlichen Abendanzug in seiner Küche herum und auch Narumol sieht mit ihrem lebhaft blauen Kleid nicht unbedingt so aus, wie ich mir die typische Kuhbäuerin in einem Kaff am Rande der bewohnten Welt vorstellen würde.

    Nach einem in heiligstem Ernst vorgetragenen Stoßgebet nehmen die beiden am bäuerlichen Küchentisch Platz und beginnen mit der Einnahme des aus je einer (!) Wurst bestehenden Mittagessens. Josef betreibt weiterhin Narumols möglichst vollständige Assimilierung der seit Jahrhunderten bewährten bayerischen Lebensart. Heute bringt er ihr den korrekten, aber unappetitlich anzusehenden Verzehr der Wurst bei, indem er die Wurstmasse aus dem Darm lutscht und saugt (der Bayer sagt “zuzelt”). Gut, dass ich heute Abend schon gegessen habe – im Gegensatz zur armen Narumol. Für Josef haben die RTL-Schreiberlinge hinterher noch einen Text zusammengeklöppelt, der komplett untertitelt werden muss und nicht nur linguistisch grenzwertig bleibt. Während im Hintergrund mal wieder die Titelmusik von “Dick und Doof” spielt, dankt Josef nämlich dem Lieben Gott dafür, eine bayerische Freundin gefunden zu haben. Hä??? Also weniger bayerisch, als eine in Kiel lebende Thailänderin, die Weißwurst hasst, geht es doch kaum noch.

    Zurück zum Alltagsgeschäft, es geht ins “beschauliche” Baden-Württemberg zum “schüchternen” Schwaben Martin. Ach, ich liebe bei dieser Sendung die inflationäre Verwendung euphemistischer Adjektive, die gelegentlich einen Aszendenten ins Groteske haben. Besonders die Dopplung der Anfangsbuchstaben kommt immer gut: der “fesche Friese”, der “herzliche Hesse”, der “gemütliche Gemüsebauer”, der “singende Schäfer” und jetzt eben der “schüchterne Schwabe”. Dagegen warte ich noch immer auf den “widerlichen Westfalen”, den “fetten Franken”, einen “renitenten Rheinländer” oder den “dämlichen Dithmarscher”. Aber das kommt vielleicht noch mal irgendwann. Zuerst aber kommt, wie gesagt, der “schüchterne” Schwabe Martin. Mit Schüchternheit allein kann man nicht viel Geld verdienen, deshalb hat sich der 29jährige den hoch angesehenen Job des Hühnerbauern zugelegt. Gemüse züchtet er eigentlich auch, aber das liefert nicht so tolle Bilder, wie der Umgang mit dem Federvieh. Ob seine etwas gehemmt wirkende Vorstellung zu positiver Resonanz bei der Damenwelt führen wird, scheint mir fraglich, zu wünschen wäre es ihm aber.

    Der letzte Kandidat ist der “rüstige” Hühnerwirt Gerhard aus der Oberlausitz, der mit seinen 67 Jahren möglicherweise den Allzeit-Rekord für den ältesten BsF-Bewerber aufstellt. Aus naheliegenden Gründen verzichtet Gerhard auf eine Spezifikation seiner Möchtegern-Partnerin, er nimmt im Grunde genommen alles, was auf zwei Beinen daherkommt.

    Das war’s, das sind die Bauern der 2010er-Staffel von Inkas Kuppelshow. Irgendwann im Spätherbst sehen wir uns wieder, wenn es draußen ungemütlich kalt wird und das Weihnachtsfest in greifbare Nähe rückt. Kurz vor dem Fest der Liebe kommt das Fest des Fremdschämens, bei RTL auch “Scheunenfest” genannt. Dann sitzen wir Zuschauer für ein paar Wochen gebannt bis amüsiert vor den Bildschirmen und wärmen Herzen und Zwerchfell an den rührend-naiven Versuchen der Bauern, ihrem Schicksal als Single zu entfliehen. In der Regel geht das ja aus wie das Hornberger Schießen, wenn man sich mal die Abschlussbilanz der 2009er-Staffel ansieht.

    Eine Ausnahme gibt es allerdings, hier hat Gott Amor himself die Hand im Spiel gehabt und zwei wahrhaft Liebende zusammengeführt, deren Schicksal zeigt, dass die Globalisierung auch ihr Gutes hat: Josef und Narumol. Wie ich schon vor langer Zeit (aber IRONISCH) vermutet hatte, werden die beiden nun tatsächlich am 12. Juli 2010 vor laufenden Kameras im – hatte ich das schon gesagt? – malerischen Chiemgau in den heiligen Stand der Ehe treten. Ich werde natürlich an dieser Stelle meinen lästerhaften Segen zu dieser Verbindung geben. Und selbstverständlich etwas zeitnäher als bei der Sendung vom 24.05.2010, versprochen.

    Erst Kronprinzessin Viktoria von Schweden und ihr Fitnesstrainer Daniel, nun Josef und Narumol, welche romantischen Überraschungen hält das Jahr wohl noch für uns bereit, vielleicht eine Hochzeit im Hause Ludolf??? Wer weiß…

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