Liebe Blog-Leser,
auf meinem Fernseher erscheint bildschirmfüllend ein unrasierter Moderator und formuliert Sätze mit lauter Superlativen. Klarer Fall: Es ist Samstagabend und Marco Schreyl begrüßt die Halle und die restliche Welt zur siebten Mottoshow dieser Staffel von “Deutschland sucht den Superstar”. Show Nr. 1 nach Zazou Mall… Die sympathische, aber musikalisch nicht wirklich überragende Schweizerin ist letztes Mal rausgeflogen und kann jetzt nur noch hoffen, dass Sarah Engels irgendwie disqualifiziert wird, denn dann würde sie automatisch nachrücken. Sarah ist aber kreuzbrav, die macht garantiert keine regelwidrigen Dummheiten. Apropos “dumm”: Die verbliebenen fünf Kandidaten müssen heute richtig ran, jeder von ihnen singt im Laufe des Abends drei Titel – das sind zweieinhalb mehr, als sich Pietro Lombardi eigentlich merken kann. Mal sehen, wie er dabei die Kurve kriegt.
Zunächst aber begrüßt Marco Schreyl überschwänglich wie immer die Jury. “Das Schnuckelchen von RTL”, Fernanda Brandao hat sich einmal mehr für weniger entschieden, nämlich für weniger Stoff, was ihr Kleid betrifft. Man muss das verstehen, denn mit heute sind es nur noch vier Shows, dann ist Fernandas Zeit im Licht der Fernsehkameras vorbei. Ihre Karriere mit den Hot Bandidoz ist seit der Auflösung der Gruppe 2008 Geschichte und die Halbwertszeit von DSDS-Jurystatisten ist Dank Dieter Bohlen fast ebenso kurz wie die der dabei gefundenen Superstars.
Weiter geht es mit einem weiteren künftig Karrierenotleidenden, Patrick Nuo, dem lt. Schreyl “schönsten Schweizer aller Zeiten”, Applaus, Applaus!!! Das wird ein herber Schock für DJ Bobo, der diese Auszeichnung seit dem Ableben von Vicco Torriani eigentlich für sich beansprucht. Aber wenigstens bleibt ihm der Titel als “nervigster Tanzwichtel” erhalten.
Dieter Bohlen schließlich, wird von unserem Moderationskomparsen als “Erfinder der Popmusik” angekündigt. Das ist eine etwas verkürzte Sichtweise, wie der geneigte Musikliebhaber weiß. Natürlich kann man die paar läppischen Jahrzehnte Popmusik vor dem Erscheinen des Titan von Tötensen getrost in den Toaster schieben, aber ganz allein hat er sie denn doch nicht erfunden: Onkel Dieter entdeckte lediglich die zwei wichtigsten Akkorde, die er seitdem rigoros und erfolgreich bis zum Abwinken vermarktet. Andere, fast ebenso bedeutsame Vertreter dieses Genre sind natürlich Gottlieb Wendehals, Vader Abraham und Rex Goldi, aber das gehört hier gar nicht hin, denn heute Abend wird eben Dieter Bohlen abgefeiert. Und er ist ja soooo toll, trägt beim Einmarsch unter dramatischen Orchesterfanfaren in der dunklen Halle eine Sonnenbrille, wahnsinnig cool. Und einen schwarzen Umhang wie Darth Vader, Mannomann! Aber Vorsicht, dieser Typ ist nicht ganz so harmlos, wie er dank seiner lächerlichen Verkleidung aussieht, tatsächlich düngt Dieter seinen Garten mit Superstar-Asche! (…Oder hat man jemals wieder etwas von Daniel Schuhmacher und Mehrzad Marashi gehört?)
Die eigentlichen Hauptpersonen sind aber die Kandidaten und die kommen jetzt gemeinsam mit “I gotta Feeling” von den Black Eyed Peas auf die Bühne. Zwar gab es diesen Titel bereits bei der Top-10-Show der letzten DSDS-Staffel, aber bevor die nachher womöglich noch zusammen Dieter Bohlens tonales Brechmittel “Geronimo’s Cadillac” anstimmen, sollen sie lieber gute Titel recyclen, mir ist’s recht. Nach der Intensität des Publikumsgekreisches zu urteilen, müsste übrigens Pietro Wettkönig, äh upps, ich meine natürlich Superstar, werden. Danach kommt noch ein kleiner Bauchpinsler für den Poptitan: Jennifer Lopez bedankt sich per Einspielung ausdrücklich bei Dieter Bohlen, dem Herrscher des bekannten Universums, dafür, dass er vor zwei Wochen ihr Lambada-Cover “On the Floor” als Eröffnungsnummer ausgewählt hatte. Dass sie dafür im Gegenzug Modern Talking als Vorgruppe bei ihrer nächsten Tournee engagieren will, ist hingegen ein unbestätigtes Gerücht…
Die Kandidaten singen heute jeweils einen Titel aus den 80ern, einen aus den 90ern und einen Hit von heute. Aus Jugendschutzgründen führt der 16jährige Sebastian Wurth auch heute das Feld an und beginnt mit einem aktuellen Titel. Sebastian singt Milows “Ayo Technology” und begleitet sich dabei mit der Gitarre, muss sich also wunschgemäß nicht sehr bewegen. Wie immer legt er einen prima Auftritt hin, die Jury ist begeistert, das Publikum sowieso.
Ardian Bujupi folgt jetzt mit “We’ve got it going on”, dem ersten Hit der Backstreet Boys aus dem Jahr 1995. Den Titel finde ich schon im Original etwas langweilig, bei Ardian in seinem blauen Schlumpfanzug wird er nicht besser und dementsprechend ist hinterher auch die Jury mäkelig drauf. In der Vorwoche hätten ihn Ardians Lieder mehr “getroffen”, resümiert Bohlen. Der Kandidat scheint von seiner Titelauswahl selbst nicht so übermäßig begeistert zu sein, entschuldigt sich fast, die Backstreet Boys seien sein erstes Album gewesen und das habe er halt mal singen wollen, klar sei das kein besonders starker Titel. Hallo-hallo, jemand Zuhause? Willst Du kein Superstar mehr werden, Ardian, oder wieso riskierst Du Deine Versetzung in die nächste Mottoshow mit einem nicht-starken Titel?
Doktor Ö, Marco Angelini, entwickelt sich etwas überraschend zum Sorgenkind des Abends. Im ersten Durchgang bringt er “Hollywood Hills” von Sunrise Avenue, einen Titel aus den aktuellen Top 10. Er vergaloppiert sich gleich zu Beginn, stimmt den Song viel zu hoch an und singt dann mit sichtlich entsetzten, vor Schrecken geweiteten Augen, eine ganze Oktave tiefer weiter. Bis zum Ende des Titels scheint er unsicher, so als hätten ihn die ersten missratenen Takte völlig aus der Bahn geworfen. Die Jury ist alles andere als zufrieden, selbst Fernanda kritisiert Marco, sie wisse auch heute, in der siebsten Mottoshow, noch immer nicht, wofür er eigentlich stehe. Für Rock fehle ihm die “roughe Coolness”. Vielleicht hatte Dieter ja beim letzten Mal recht, Marco ist eben doch nur ein – ziemlich gut – singender Arzt.
Sarah Engels kommt mit einem 80er-Jahre-Titel, sie singt in einem knappen Trikötchen Tina Turners “The Best”. Gesanglich ist das allererste Sahne, jedoch gefällt Herrn Bohlen Sarahs Performance nicht. Genau genommen stößt er sich daran, dass es KEINE Performance gibt. Sie solle sich doch mal ein Beispiel an Tina Turner nehmen. Die marschiere so langsam auf die 80 Lenze zu, sagt er (naja, eigentlich ist sie genau 71) , bewege sich aber heute noch auf der Bühne mehr als Sarah gerade eben. Letztere habe eine Performance wie eine “Bügelstation”, was auch immer das sei – bestimmt etwas aus Bohlens Jugendtagen, also noch vor Erfindung des elektrischen Stroms.
Pietro Lombardi steigt mit “I just called to say I love you” von Stevie Wonder in den Ring. Ich persönlich hasse das Lied und mag es auch nicht in der Bearbeitung durch Pietro. Er schluchzt und wimmert wie gehabt, eben Pietro-Style, wie Dieter das nennt. Das klingt ja fast so, als mache der Kandidat das mit Überlegung und Absicht. Ich hingegen glaube, er kann gar nicht anders singen und das Gehörte ist eben das Ergebnis, wenn Pietro ein Lied so ähnlich wie möglich nachsingt. Das ist natürlich irgendwie ein bequemer Umstand, dass die eigenen Macken von den anderen als Genialität interpretiert werden. Und mit dieser Masche ist er bis in die Top 5 gekommen und hat Bohlen als Adoptiv-Patenonkel für sich gewinnen können. Die Kritik der Jury fällt dann auch entsprechend freundlich aus und die mitgebrachten Lombardi-Claqueure tun lautstark ihre Pflicht. Übrigens scheint sich Pietro mit der Fußverletzung weiter auf dem Weg der Besserung zu befinden, mittlerweile kann er sich ohne Krücken auf der Bühne bewegen, wenn auch vorsichtig. RTL unterstützt dies mit dem Bühnenbild, einer zum Lied passenden offenen US-amerikanischen Telefonzelle. (Immerhin, die muss man auch erst mal herschleppen, Hut ab vor den Bühnenbildnern…)
Der zweite Durchgang beginnt wieder mit Sebastian Wurth. Im Einspieler begleiten wir ihn bei den kläglichen Anfängen seiner allerersten praktischen Fahrstunde. An die Kupplung muss er sich erst noch gewöhnen, der Fahrschulwagen hüpft, als habe er Kängurubenzin getankt. Zurück in der Liveshow singt Sebastian den Teenie-Weichspülhit “I promised myself” vom singenden Jeans-Model Nick Kamen aus dem Jahr 1990. Stimme gut, Performance naja, würde ich den Auftritt mal zusammenfassen. Egal, der Jury gefällt’s, Bohlen meint gar, wenn er davon eine CD produzieren würde, wäre das garantiert ein Hit.
Nach einer kurzen Werbepause kommt… Sebastian Wurth zum Dritten! Damit der Kleine rechtzeitig bis 22 Uhr mit der Arbeit fertig ist und RTL sicher vor den bösen Jugendschutzkontrolleuren und ihren angedrohten Strafen, frühstückt die DSDS-Regie seinen letzten Auftritt einfach sofort mit ab. Diesmal singt er “Mandy” von Westlife. Hmmm, nicht dass ich pingelig wirken möchte, aber dieses Remake (des bekannten Remakes von Barry Manilow) stammt von 2003 und gehört damit weder zu den Hits der 80er, der 90er noch zu den aktuellen Hits. Wie immer ist RTL in eigener Sache recht großzügig. Aber auch beim Bühnenbild lässt sich der Sender nicht lumpen und spendiert Sebastian ein Meer von brennenden Kerzen für seinen schnulzigen Schmachttitel mit der Lizenz zum Plombenziehen. Der nutzt die Gunst der Stunde und liefert auch seinen dritten Titel in Folge sehr gut ab. Patrick Nuo spricht im wichtigtuerischen VIP-Denglish von “sehr gänsehautmäßig performed”; Dieter schweinigelt wieder herum: “Das war hundert Prozent gefühlsecht, ich steh’ auf gefühlsecht!”
Vor Ardian Bujupis zweitem Auftritt darf sein Papi im Live-Interview mit Marco Schreyl beweisen, dass nicht nur die Lombardis unverständliche Sätze produzieren können. Soweit ich verstehe, hat Vater Bujupi früher Pink Floyd gehört, kann aber mit den Backstreet Boys eher nur wenig anfangen und irgend etwas von “Ritterschlag” brabbelt er sich auch noch in den Bart. Unter’m Strich ist er jedenfalls ein Fan seines Sohnes, soviel kriege ich denn doch mit. Letzterer kommt jetzt mit “More” von Usher, einem ausgesprochen zeitgenössischen Dancefloor-Titel, bei dem er viel Power zeigen kann. Die Jury ist diesmal sehr zufrieden, Bohlen attestiert “Superleistung, das sah sehr profimäßig aus, war showmäßig der bisher beste Auftritt heute Abend”.
Alpenländler Marco Angelini hat lt. Einspieler in der letzten Woche seine Höhenangst besiegt. Tolle Story, weckt mich, wenn’s vorbei ist… Er singt den 90er-Jahre-Titel “Fly away” von Lenny Kravitz und auch hier könnte ich gleich wieder einnicken, irgendwie haut mich das alles nicht vom Stuhl, was der gute Doktor hier heute produziert, auch wenn er sich erkennbar Mühe gibt. Aber Mühe allein genügt nicht, wie der Volksmund sagt… oder war’s Frau Sommer aus der Jacobs-Kaffee-Werbung? Die Jury sieht auf jeden Fall eine Verbesserung zur ersten Runde und das ist ja immerhin schon mal etwas.
Sarah Engels ist mit höheren Mächten im Bunde, sie benutzt nämlich “Glückssteine”. Die kriegt sie fix und fertig besprochen von ihrer Tante Sibilla, die sich dazu live im Studio von Marco Schreyl interviewen lässt. Allen Ernstes behauptet die Tante, die Steinchen dienten als Wunscherfüller und für jede Show habe sie ihrer Nichte einen davon gegeben. Am Abend der 1. Mottoshow hatte Sarah die Teile übrigens vergessen und flog dann prompt raus, sagt Tante Sibilla. Mal sehen, ob die Steinchen heute ihren Job machen… Die Kandidatin singt jetzt “What a Feeling” von Irene Cara aus dem 80er-Tanzfilm “Flashdance”, begleitet von den hüpfigen DSDS-Tänzern, die bei diesem Hit voll in ihrem Element sind. Sarah ist der ruhende Pol auf der Bühne, gibt sich völlig statisch, singt dafür aber umso besser. “Stiftung Bohlen-Test sagt, das war gesanglich brillant”, urteilt Onkel Dieter, bemäkelt aber gleichzeitig die offensichtliche Bewegungsmuffeligkeit der Kandidatin.
Pietro Lombardi muss im Einspieler zusammen mit Kumpel Ardian Bujupi zum Camping in den Wald. Vermutlich haben sie das dabei angeblich entstandene Filmchen im Garten ihrer Kölner DSDS-Villa gedreht, die Wiese, die sie nach einigen künstlichen Schwierigkeiten erreichen, sieht jedenfalls verdächtig nach Park aus. Unter erheblicher Mühe errichten die beiden das Zelt und grillen sich eine Dose Ravioli am offenen Feuer, danach kommt ein kleines Debakel: Pietro weigert sich, die Nacht im Zelt zuzubringen, denn er hat dort Grashüpfer gesehen, vor denen er offenbar panische Angst hat. Jetzt in der Show singt Pietro eine etwas eigenwillige Version von “To make you feel my Love”, angeblich von Kris Allen, tatsächlich im Original aber von Bob Dylan. Um ihn herum auf der Bühne liegen mehrere Säcke voller Pietro-Fanpost, behauptet jedenfalls der Moderatoren-Marco. Hinterher ist die Jury mal wieder unisono begeistert, entsprechend der von Papa Bohlen ausgegebenen Devise. Der gefühlte Halb-Amerikaner Patrick spricht von “das war traumhaft, ich bin geflasht”, also ist er geblitzt, oder was will er damit ausdrücken? Dieter ist sogar ausgesprochen stolz auf Pietro, er habe den Text behalten, mit viel Gefühl gesungen und ganz besonders wichtig sei der große Wiedererkennungswert, den alle von ihm gesungenen Titel hätten. Ja, das ist für die Vermarktbarkeit ein ganz wichtiger Punkt und Onkel Dieter muss ja bei aller Liebenswürdigkeit gelegentlich auch mal an das Geschäft denken.
Nach einem inhaltsleeren Einspieler über sinnloses Benzinverprassen beim Speedbootfahren mit seiner Gang erscheint Ardian Bujupi im dritten Durchgang mit der Powerballade “I just died in your Arms tonight” von der Cutting Crew aus dem Jahr 1986. Ein artig-durchschnittlicher Auftritt mit einigen Patzern bei den höheren Tönen. Das hat die Jury auch gemerkt und ist einigermaßen (Patrick und Fernanda) bis gar nicht (Dieter) zufrieden, die Gesamtperformance in der letzten Woche sei eindeutig besser gewesen.
Bei Marco Angelini ist heute echt der Wurm drin. Sein letzter Titel ist der bekannte Neue-Deutsche-Welle-Titel “Major Tom” von Peter Schilling. “Völlig losgelöst von der Erde”, wie es im Refrain heißt, ist der Auftritt nicht, eher abgespaced verschroben bis merkwürdig, wie der lange Österreicher da mit kantigen Roboterbewegungen durch die skurril verkleidete Tänzertruppe schleicht. Fernanda kritisiert ausgesprochen selten und scheint wohl für eine Jurorin unnötig harmoniebedürftig, hier meckert sie aber nun doch einmal: Marco solle nicht immer so komische Grimassen beim Singen machen, das sehe unsexy und aufgesetzt aus, vielleicht könne er das ja mal vor dem Spiegel üben. Dieter ist nicht gerade als Diplomat bekannt, sondern vielmehr als großer Freund verbaler Gewalttätigkeiten. Er vermutet, nach dieser schwachen Leistung würden die Zuschauer Marco wohl am liebsten auf den Mond schießen, ihm persönlich habe das jedenfalls nicht gefallen. Okay, von dem Mann habe ich schon viel schlimmere Verrisse gehört, das ging ja noch.
In einem sehr verzichtbaren Bericht sehen wir Sarah Engels beim Klamottenkaufen, das durch ihre ausgeprägte Entscheidungsschwäche arg in die Länge gezogen wird. Als dritten Titel singt sie die Ballade “Footprints in the Sand” von Leona Lewis. Das Bühnenbild besteht aus rosa eingeleuchtetem waberndem Diskonebel, um sie herum nur rote Scheinwerfer. Man muss es zwischen all der Häme einfach mal wieder sagen: Bei RTL arbeiten auch viele Profis – und insbesondere die Bühnenbildner verstehen ihr Handwerk! Und auch Sarah selbst macht ihren Job wieder gut, die Jury ist einhellig begeistert, von Fernanda gibt’s Standing Ovations für diese Leistung und Dieter verpasst ihr den Ritterschlag: “Du warst heute Abend sowieso die Beste und der Song war Dein allerbester überhaupt!”
Oma Lombardi lernt momentan gerade die Schattenseiten des schnellen (und wohl auch kurzen) Starruhms ihres Enkels kennen. Sie berichtet im Interview, dass sie nachts häufig telefonisch von Pietro-Fans aus dem Schlaf gerissen werde, die wollten dann Autogramme, die Telefonnummer oder auch einfach Omas Erlaubnis, mit ihrem Enkel zusammen sein zu dürfen. Hä, wie sind die denn krass drauf? Pietro Lombardi himself kommt nun mit Inner Circles Song “Sweat”, der auch unter dem alkoholkompatiblen Titel “A La La La La Long” bekannt sein dürfte. Wieder macht der kunterbunt wie ein Kanarienvogel und mit grünen Bermudas kostümierte Kandidat daraus eine eigenwillige Interpretation. Masche oder Unvermögen, wir werden es wohl nie ganz ergründen, ich glaube aber noch immer, dass Pietro gar nicht richtig singen kann und seine Titel eher unwillkürlich “lombardisiert”. Mit dieser Meinung bin ich aber wohl allein, denn das Saalpublikum und die Jury feiern frenetisch die Tatsache, dass Pietro damit auch den dritten Titel ohne wesentlichen Textunfall über die Bühne gebracht hat. Fernanda bringt es auf den Punkt: “Wir lieben Dich, Pietro!”
Das waren die heutigen 15 Liveauftritte, der erste Teil der Show ist damit beendet. Was mir heute etwas fehlt, ist die lieb gewordene, schamlose Cross Promotion für “Let’s dance”, aber das kommt sicherlich beim nächsten Mal wieder. Wir zappen nun vorbei an der molligen Cindy aus Marzahn direkt in die Ergebnisverkündung. Nach der Übergabe des Zuschauerurteils durch Dr. Fleischhauer schickt Marco Schreyl die Kandidaten und Kumpels Sebastian Wurth und Ardian Bujupi in die Zitterrunde, wobei Sebastian wegen der bekannten Jungendschutzproblematik in seinem goldenen Thron neben Mama Wurth im Publikum sitzen bleiben muss. An diese Perspektive kann er sich auch gleich gewöhnen, denn Sebastian Wurth fliegt heute Abend raus!!! Howgh, die Zuschauer haben gesprochen, auch wenn sie keiner versteht, am allerwenigsten das laut buhende Saalpublikum. Während Ardian von seiner etwas furchteinflößend aussehenden Gang überschwänglich umarmt und gefeiert wird, spricht Sebastian erstaunlich ruhig und abgeklärt ein paar tröstende Worte an seine Fans ins Mikrofon und verabschiedet sich damit ziemlich unerwartet aus dem Wettbewerb. Diese ein, zwei letzten Sätze könnten RTL wegen des damit verbundenen Verstoßes gegen den Jugendschutz übrigens noch teuer zu stehen kommen. Andererseits kann man nun die Planung einstellen, mit dem DSDS-Finale in die Niederlande umzuziehen, weil es dort ein lascheres Jugendschutzgesetz gibt, so dass Sebastian auch nach 22 Uhr hätte singen dürfen.
Tschüss bis zur nächsten Woche, dann sehen wir Marco Angelini, Ardian Bujupi, Sarah Engels und Pietro Lombardi im Viertelfinale wieder.





