• Hallo Leute,

    na, schon Appetit? Wäre gut, denn es geht jetzt wieder in Christian Rachs Kochinternat. Der von sich und seiner Mission sehr überzeugte Gutmensch aus Hamburg gibt 12 zu kurz gekommenen Jugendlichen die vielleicht einzige Chance ihres Lebens auf einen Ausbildungsplatz in seinem Etablissement “Slowman”. Hmmm, an dem Satz stimmt einiges nicht: Erstens hat Rach gar nicht mehr 12, sondern seit Janinas Abgang nur noch 11 Jünger Schüler und zweitens muss man den Begriff “Jugendliche” ein wenig dehnen, denn die übereifrige Angelika wandelt mit ihren biblischen 44 Jahren eher auf Heesters Spuren und auch Sorgenkind Collin ist immerhin schon 28 Jahre alt.

    Apropos Collin, da war ja aus der letzten Folge noch die Frage offen, wohin der Gute denn eigentlich so plötzlich verschwunden ist, ob etwa seine Freundin bereits ihr (bzw. auch sein) Kind gekriegt hat oder, falls nicht, welche Hinrichtungsart sich der Küchenchef für ihn überlegt hat. Wie der Zufall es will, filmen die RTL-Menschen gerade draußen vor dem “Slowman”, als plötzlich Collin wieder auf der Bildfläche erscheint, seine unübersehbar immer noch schwangere Freundin im Schlepptau. Er hatte wegen eines kurzen Intermezzos im Knast leider keine Gelegenheit, seinen Arbeitgeber zu informieren. Das Gespräch mit Christian Rach ist kurz, aber schmerzvoll, denn der verzeiht ihm nicht! Der mehrfach aufgestockte “Kredit” ist weit überzogen, es gibt keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und er wünscht Collin nach nur wenigen Sätzen schlicht alles Gute für die Zukunft, das war’s. “Geh’ mit Gott, aber geh’!”, möchte man ihm zurufen. Nach einer kurzen Umarmung seiner von ihm enttäuschten Freundin trollt sich der nun wieder arbeitslose werdende Vater aus dem Licht der Öffentlichkeit.

    Rach hingegen ist heute eigentlich ganz gut drauf, denn endlich ist die Küche im “Slowman” fertig. Das wird auch Zeit, denn in drei Wochen soll das Restaurant im Chilehaus bereits eröffnet werden. Während die Schüler des Service-Bereichs die 2.000 Geschirr- und ebenso viele Besteckteile auspacken, wird in der Küche die neue Speisekarte rauf- und runtergekocht. Nebenkoch Frank, der zuweilen auch mit cholerischen Auftritten glänzt, hat dazu DIN-A4-Fotos aller angebotenen Menüs an die Wand getackert. Besonders Can freut sich über den kleinen Pizzaofen, für den er verantwortlich werden soll.

    Immer auf der Suche nach einem Wutanfall, ist Christian Rach wieder fündig geworden: Er fragt seine Schüler vom Service über die Speisekarte aus. Leider sind sie alle nicht in der Lage, die Zusammensetzung der sieben Hauptmenüs auch nur ansatzweise zu erklären. Rena verhaspelt sich beim Ziegenkäse-Spinat-Ravioli, Marco will ihr zu Hilfe kommen und gerät dabei voll in das Fadenkreuz des Meisters. Was Rindfleisch-Curry ist, will der nun von dem jungen Berliner wissen. Verlegenes Hüsteln, Schweigen, Fehlanzeige. Am Umfang der Speisekarte könne es nicht liegen, vielleicht seien sie ja auch einfach nur zu blöde für ihren Job, mutmaßt Rach, verzieht sich schnell in die Küche und kriegt dort einen seiner beliebten Wutanfälle. Nach einigen Minuten hat sich seine Laune soweit gebessert, dass er zu den Service-Eleven zurückkehren kann, ohne ihnen physische Gewalt anzutun.

    Die Gewalt tut sich dann kurze Zeit später Can selbst an, als er sich beim Hantieren mit einem Messer kräftig in die Hand sticht, stark blutet und zum Nähen ins Krankenhaus muss. Für die nächsten zwei Tage ist er vom Küchendienst suspendiert. Dabei bräuchte man ihn dort dringend, denn Rach hat sich mal wieder eine neue perfide Aufgabe ausgedacht: Die verbliebenen 10 Schüler sollen für ihn und die anderen drei Ausbilder in eigener Regie drei Menüs inkl. Vorspeisen und Desserts kochen. Tim übernimmt dabei recht professionell die Küchenregie, Marco leitet eher dilettantisch den Service. Letzterer wirkt einigermaßen überfordert, als er sich den Namen des Appetitanregers, der sog. Amuse-Gueule, zu merken versucht: Thailändischer Kokos-Cappuccino. Er verdreht die Augen, fragt bei Tim noch mal nach, was da drin ist, fragt saudämlich “schmeckt das denn?” und geht dann sichtlich verunsichert ab in Richtung Gästeraum. Todsicher wird Rach ihn wieder examinieren…

    Paul, der Abiturient aus “gutem Hause”,  ist permanent hungrig, obwohl (bzw. weshalb) er eigentlich ziemlich wohlgenährt aussieht. Wenn es ums Abschmecken, Vorkosten und Resteverspeisen geht, ist er immer vorn dabei. Und die Dauermümmelei schadet nicht nur seiner Linie, sondern könnte auch die heutige Aufgabe gefährden, denn Paul schielt verdächtig oft zu den Mustertellern mit den drei Menüs, die Tim in der Küche für seine Schülerbrigade als Vorlage hingestellt hat.

    Nach zweieinhalb Stunden kommen Christian Rach und die anderen “Gäste” und nehmen am einzigen gedeckten Tisch Platz. Der temporäre Service-Chef serviert ihnen hochgradig nervös einen Sekt als Aperitif. “Was?”, muss Rach nachfragen, als er Marcos Geflüster im ersten Anlauf nicht richtig versteht. Dann prasseln haufenweise Fragen auf Marco, Nina, Jonny und Jasmina ein. Was ist Salat mit gebackenen Scampi? Wo kommt der Wein Cháteau Lagrange her? (Nina Antwort “Libanon” lässt der Meister nicht gelten, den zweiten Versuch “Toskana” auch nicht, richtig wäre “Bordeaux” gewesen.) Ist in den Lammkoteletts viel Knoblauch? (Ninas Antwort: “nein” – richtig wäre “ja, extrem!” gewesen.)

    Während der Service nach wie vor nur mit Wissenslücken glänzt, punktet die Küche mit dem Kokos-Cappuccino als Appetitanreger. Der nächste Gang zaubert hingegen ein erstes Runzeln auf die meisterliche Stirn: Zu wenig Fisch, der Teller ist ja halb leer. Danach gibt die Küche alles, kreiert riesige Portionen vom Lammkotelett, insbesondere mit dem Knoblauch ist man großzügig. Nebenkoch Hanno zieht direkt am Esstisch ein erstes Fazit für die Kamera: “Von der Küche bin ich nicht so sehr enttäuscht wie vom Service.” Den umstehenden Service-Schülern klappt etwas die Kinnlade herunter. Nina versaut dann beim Dessert ihre Wertung weiter, als sie den Pflaumen-Crumble trotz mehrfachen Einschreitens von Rach beharrlich wie “Krammbieh” ausspricht. Blöderweise waren es dann noch nicht mal Pflaumen, sondern Zwetschgen, wie Hanno oder Frank fatalerweise bemerkt. “Schwetschen-Krammbieh” verschlimmbessert sich Nina und Rach platzt schon wieder der Kragen ob so viel Unverstand. Er schickt Nina runter in die Küche, sie soll sich das Menü von Tim & Co. noch mal erläutern lassen. Die kriegen bei ihrem Erscheinen aber ebenfalls die Wut, weshalb sich Nina das nicht merken könne, man habe es ihr doch schon ausführlich vor ein paar Stunden erklärt. Und wieso denn überhaupt sämtliche vier Service-Menschen plötzlich bei ihnen in der Küche herumlungerten, man sei schließlich kein Kontakthof und die Gäste säßen oben.

    Später gibt’s die Manöverkritik von Rach und seinen Schergen. Die Küchencrew kommt dabei gut weg, der Service erwartungsgemäß eher nicht, aber was dem Meister besonders missfällt, ist das Herumgezicke zwischen beiden Abteilungen, das habe er bis in den Gastraum gehört, behauptet er. (In Wirklichkeit hat er sich vermutlich einfach die Fernsehaufnahmen aus der Küche angesehen.) Das gesamte Team müsse noch besser zusammenarbeiten, ansonsten drohten später im Echtbetrieb Probleme. Ansonsten sind die “Gäste” aber fair und spenden ihren Schülern freundlichen Applaus; die Anstrengung hat sich also irgendwie doch gelohnt. Rach zeigt sich zum ersten Mal verhalten optimistisch, dass sie die Einweihung in nunmehr zwei Wochen hinkriegen werden.

    Die heutige Folge geht ebenso versöhnlich zu Ende. Es ist Sonnabend und Japan-Fan Frank weiht die Schüler in die Kunst der Sushi-Herstellung ein. Die ganze Gruppe schnitzelt mit Begeisterung an kaltem Reis, rohem Fisch und Seetang. Anschließend wird die gesamte Pruduktion gemeinsam verspeist. Marco isst dabei zum ersten Mal in seinem Leben Sushi und bekennt freimütig, Zuhause bislang immer nur “Döner und Fertigfressen” gefuttert zu haben. Da hat also Küchenmessias Christian Rach wieder eine Seele vor dem Fastfood-Teufel gerettet! Mal sehen, ob es auch in der nächsten Woche so optimistisch weitergeht. Wir bleiben dran!

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    Posted by TV-Glotzer @ 1:14 am

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  • 3 Responses

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    • Stiller Leser Says:

      Ich habe mich schon gewundert, ob diese Woche garkein Blogeintrag dazu kommt. Gucke jeden Montag mit Belustigung die Sendung und warte dann jedes Mal auf euren Eintrag.

      Aber besser spät als nie ;-)
      (Wobei der Sarkasmus in der Schreibweise pro Blogeintrag immer sehr schwankt.)

    • TV-Glotzer Says:

      Hi Stiller Leser,

      klar, das mit dem schwankenden Sarkasmus stimmt und liegt nach eigener Beobachtung an der Uhrzeit. Nach 3 Uhr nachts bin ich wohl immer etwas zu milde gestimmt und lasse Großmeister Rach auch mal etwas unkommentiert durchgehen, was ich um 1 Uhr noch bekrittelt hätte.

    • Stiller Leser Says:

      Da so ein Blog ja auch von den Kommentaren lebt, bzw. der Autor dadurch merkt, dass jemand auch mal seine Beiträge liest, dachte ich mir, nach dem Durchlesen aller deiner Beiträge, ich muss auch noch ein Lob aussprechen.
      Find den Blog, oder zumindest die Rach-Artikel super.
      Die Uhrzeit lasse ich dir gerne zu Gute kommen und freue mich schon wieder auf den nächsten Eintrag.

      Gibt es eine Möglichkeit, sich neue Beiträge zu bestimmten Themenbereichen als E-Mail zusenden zu lassen, sodass man nicht immer auf der Seite gucken muss, sondern eine Mitteilung bekommt?

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