• DSDS (RTL) 08.02.2010

    Hallo zusammen, es ist wieder Samstagabend und der gehört fernsehtechnisch bis Mai fast ohne Unterbrechung Dieter Bohlen und seinen DSDS-Jury-Statisten. Im dritten und letzten Teil des Recall erwarten wir heute gespannt, welche 15 Leute durch das Nadelöhr zu “Deutschland sucht den Superstar” kommen und vor allem, wen es so kurz vor den Mottoshows quasi auf der Zielgerade zerlegt.

    Zunächst sehen wir den armen Helmut Orosz, der als Kollateralschaden von Ruzhdis explosionsartigem Abgang das nun frei gewordene Bett in Thomas Karaoglan Zimmer beziehen muss. Der “Checker” braucht einen Babysitter, hat das Fernsehen beschlossen, was bei beiden betroffenen Herren auf Missfallen stößt. Vermutlich erhofft man sich bei RTL  hier einen weiteren potenziellen Konfliktherd, denn während Thomas einen Reinlichkeitsfimmel zu haben scheint, ist der Ordnungssinn bei  Helmut eher gering ausgeprägt.

    Am letzten der drei Recall-Tage hält Bohlen unter Palmen noch eine markige Rede und droht schon mal mit der bevorstehenden “Verkündung”, die für eine Reihe von Kandidaten das Aus bringen werde. Ansonsten – Dieter ist ja gar nicht so – räumt er angesichts der leicht geschürzten Kandidatinnen im Strand-Outfit ein “was das Visuelle angeht, so ein geiles Casting habe ich noch nicht erlebt”. Artiger Beifall brandet nach seinen Worten auf und es geht weiter im Takt.

    Olivera Brkic, Maria Valencia und Alexandra Jansen absolvieren den ersten Auftritt des Tages und bringen die Ballermann-Hymne “Bailando”. Mit ihrer knappen Bekleidung, einer stimmigen Choreografie, dem türkis-blauen Meer im Hintergrund und nicht zuletzt einer durchaus akzeptablen Gesangsleistung wird es eine rundum prima Performance. Dieter kämpft sichtbar mit Speichelfluss und lobt inbesondere Alexandras Tanz. Auch die bedeutungslose Rest-Jury Nina Eichinger und Volker Neumüller scheint zufrieden.

    Nelson Sangaré und Adrian (dessen Nachnamen man nicht erfährt) kämpfen ebenfalls mit Körpereinsatz, protzen mit weit geöffneten Hemden und präsentieren ihre Sixpacks. Von Adrian habe ich bisher noch in keiner Folge der ganzen Staffel etwas gesehen, meist ein untrügliches Zeichen dafür, dass die RTL-Redaktion seine Bilder für entbehrlich hält, weil er noch vor den Mottoshows rausfliegt. Man muss bedenken, dass die erste Casting-Folge erst lief, nachdem in Wirklichkeit schon der gesamte Recall durch war – daher ist RTL zu diesem Zeitpunkt natürlich schon viel “klüger” als die Zuschauer und kann die Kandidatenstories gezielt steuern. Wie auch immer, sie performen jedenfalls Enrique Iglesias “Bailamos”, haben sich aber mit der Choreografie nicht so viel Mühe gegeben, wie die Damen zuvor. Bohlen ist trotzdem begeistert, Nina wegen der optischen Komponente noch mehr und auch Volker ist positiv überrascht.

    Steffi Landerer wurde Helmut als Duett-Partner zugeschustert. Die Blondine vom Typ Pamela Anderson ist begeistert (”der ist ‘ne Kanone”) und gemeinsam proben sie nächtens leicht bekleidet und zunehmend angeheitert im Hotelzimmer. Die armen Nachbarn, ich hoffe, der Laden ist ansonsten leer. Vielleicht geht zwischen den beiden was, zumindest stimmt die Chemie und er mag ihre großen Augen. ;-) Sie singen zusammen “All Summer long”, wobei Helmut den Text vom Zettel ablesen muss, was Dieter später bekrittelt (”ruh’ Dich nicht zu sehr auf Deiner rauen Stimme aus”). Steffis stimmliche Qualitäten werden von ihren sonstigen Reizen wesentlich übertroffen. Dieter ist ein Freund offener Worte: “Du bist nicht die größte Sängerin, hast aber zwei schlagende Argumente. Mal sehen, wie lange die reichen.”

    Naomi Marte und Manuel Hoffmann punkten mit der Langnese-Hymne “Like Ice in the Sunshine”, danach singen Joel Havea (Ex-Australier) und Kevin Rebstock (Ex-Dickerchen) wirklich sehr harmonisch “Maria Maria” (Santana).

    Anschließend performt Bohlens Liebling Marcel Pluschke zusammen mit Patrick Feil und Cowboyhut-Träger Dirk Petry “Lemon Tree”. Das ist ein Heimspiel für Marcel, denn er kam mit diesem Titel schon zum Casting. Überhaupt scheint er musikalisch keinen sehr weiten Horizont zu haben; in der letzten Folge musste er bereits in weiten Bereichen passen, weil er die Töne mit seiner Stimme nicht kriegte. Analog zu Steffi würde ich auch bei Marcel tippen, dass seine DSDS-Karriere in den Mottoshows schnell verglüht, sobald die Mädels sich an seinem Dackelblick satt gesehen haben. Wie auch immer, heute ist noch Recall und dafür ist Bohlen mit der Leistung der drei Beach Boys zufrieden. Dirk finde ich sehr merkwürdig…

    Kim Debkowski, Ines Redjeb und Céline Denefleh könnten aus mittlerer Entfernung betrachtet Schwestern sein, alle haben den selben Teint und lange dunkle Haare. Okay, okay, Kims Hautfarbe kommt von der Überdosis Schminke, gebe ich ja zu. Die drei Badenixen singen “The Tide is high”, das die Altvorderen noch in der Version von Blondie kennen. Auch stimmlich ähneln sie sich sehr. Bohlen fehlt bei Kim etwas das Gefühl, ansonsten ist er auch hier zufrieden. Die eigentliche Dramatik kommt erst nach dem Auftritt, denn Céline kriegt den Anflug eines Herzkaspers. Wir erinnern uns: Ihr wurde wegen chronischer Herzrhythmusstörungen ein Defibrillator eingebaut, der auch wesentlicher Teil ihrer Homestory im Casting war. Gott sei Dank entpuppt sich das Ganze als falscher Alarm und das Leben geht weiter.

    Für den Checker Thomas wird ein lang gehegter Traum wahr: Er darf vor Dieter Bohlen endlich einen Titel dessen musikalischen Ziehsohns Mark Medlock singen. Zusammen mit Norbert Samko (wer ist das denn jetzt?) probt er “Mamacita”, wird dabei aber durch seine rudimentären Englischkenntnisse arg gebremst. Nun hätte er wohl doch lieber ein Lied mit weniger – oder am besten ganz ohne – Text, ist aber zu spät. Statt konsequent zu üben, geht Thomas abends lieber in die Disse und ist morgens beim Auftritt entsprechend verkatert. Die angeraute Stimme macht er dabei jedoch mit einer wilden Performance wieder wett und fordert sogar Dieter zum Mittanzen auf, allerdings vergebens. Im Gegensatz zu Norbert, ist die Jury mit Thomas Leistung recht zufrieden und er darf erstmal auf der Insel bleiben.

    Monique Laroche und Kevin Reichmann proben im Meer den Bacardi-Werbesong “Summer Dreaming” und kommen damit später vor der Jury gut an. Den selben Titel vergeigen gleich darauf Kima Evelyn Isik (?!) und Maria Hering, weil sie währenddessen den Text vergessen, stattdessen dummes Zeug (auf Deutsch) singen, sich darüber beömmeln und damit den Zorn Bohlens zuziehen: “Sowas nennt man Unfähigkeit auf vier Beinen.” Als die Damen dann noch als Entschuldigung anbringen, sie könnten sich in den Song nicht hinein versetzen, obwohl sie gerade in der Karibik auf einem Strand unter Palmen vor dem unwahrscheinlich blauen Meer stehen, platzt auch Juror Volker der Kragen und er macht auf Bohlen. Mit ein paar wohlgezielten verbalen Hieben legt er den beiden bedrabbelten Möchtegern-Sternchen schon mal das Kofferpacken nahe. Nachher flennen beide Kandidatinnen noch eine Runde in die Kameras.

    Mehrzad Marashi und Menowin Fröhlich harmonieren musikalisch sehr und bringen das mit “Sweat” (A la la la la long) als Duo gut rüber. Der Poptitan in der Jury fühlt sich sichtlich gut unterhalten und lobt den Auftritt der beiden über den grünen Klee. Damit sollten sie eigentlich keine Schwierigkeiten haben, unter die Top 15 zu kommen.

    Abends gibt es dann eine große Party aller Kandidaten, inklusive kleiner Lästereien darüber, wer eigentlich nicht weiter kommen sollte und wer es mehr verdient hätte (selbstverständlich immer man selbst). Der arme Bohlen verbringt dagegen lt. Off-Stimme eine unruhige Nacht, weil er ganz allein die menschheitsentscheidende Frage klären muss, wer von seinen Kandidaten nun rausfliegt. Bezeichnend, dass er das allein tut, die Restjury hat er wohl nur, damit die zwei Stühle neben ihm nicht so leer aussehen. Wir sehen Dieter am Geländer eines Stegs, die ganze Last der Welt auf seinen Schultern tragend, wie er Hilfe suchend aufs Meer blickt, der aufgehenden Sonne entgegen. Nein, die 1,2 Millionen Euro DSDS-Gage sind wahrlich kein leicht verdientes Geld… :-)

    Der Jurytisch ist heute malerisch auf eine Sandbank drapiert worden, leicht vom Wasser umspült. Einzeln und manchmal zu zweit werden die Kandidaten auf die Sandbank gerufen und empfangen das Urteil. Ich schreibe mal nur, wer bei der jetzt folgenden “Verkündung” rausfliegt und damit die Top 25 verpasst; die endgültigen Top 15 für die Live-Shows findet ihr ganz unten. Kima kommt schon ahnungsvoll betend zum Richtertisch und kriegt einen Weinanfall, als man ihr das negative Resultat mitteilt. Sie bettelt völlig hemmungslos um ihr Leben, das ohne DSDS keinen Sinn mehr habe und fleht Dieter an, es sich nochmal zu überlegen. Sie könne eigentlich besser singen und habe einfach nur Pech gehabt. Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte! Da trifft sie offenbar bei dem Titan eine weiche Stelle und er will sich ihr Schicksal nochmal überlegen. Sie soll ganz am Ende der Verkündung ein zweites Mal auf die Sandbank kommen.

    Also, sofort raus sind Angeliki Paitari, Zemine Aras, Maria Hering (Bohlen: “Dein Talent hat hier geglänzt… leider durch Abwesenheit”) und Monique Laroche. Monique und Zemine kriegen sich anschließend direkt vor der Kamera fast körperlich in die Haare und müssen von den anderen DSDS-Kandidaten davon abgehalten werden, sich zu verprügeln. Schön zu sehen, wie die Kamerateams unter den Palmen schnell in Richtung der schrill kreischenden Kontrahentinnen sprinten, solche Bilder will man sich schließlich nicht entgehen lassen. Flugs wird der Verwünschungen ausstoßenden Monique ein gelbes Mikrofon unter die Nase gehalten und RTL, der alte Philanthropensender, zeigt die Szenen schön in Zeitlupe und mit Wiederholungen. Ach hätten doch die anderen Kandidaten nicht eingegriffen…

    Ganz am Ende kommen Olivera und Kima zur Jury auf die Sandbank, hinter der sich über dem Meer gerade eine dramatische Wolkenkulisse aufbaut. Eine von beiden kriegt den letzten freien Platz unter den Top 25, dafür müssen aber beide nochmal spontan vorsingen! Wirklich toll fand ich beide nicht, aber Kima kommt tatsächlich weiter, genau wegen der Ellenbogen, mit denen sie sich gerade gegen den sicheren Rauswurf gestemmt hat. Bohlen imponiert, dass sie bereit scheint, über Leichen zu gehen.

    Aus der Karibik geht es für die Top 25 jetzt zurück nach Deutschland, nun müssen alle nochmal in Einzelauftritten ihre Eignung fürs harte Showgeschäft nachweisen. Ich will mal nicht zu detailliert werden, sonst liest das hier keiner mehr. Jedenfalls kriegt Helmut einen Einlauf, weil er einen zu unbekannten Bryan-Adams-Song ausgesucht hat. Dirk presst und knödelt “Summertimes” aus der Oper “Porgy and Bess”, natürlich wieder im Cowboy-Outfit, der Typ ist komisch! Kevin Rebstock hat Déjà-vu-Gefühle, denn letztes Jahr flog er genau an dieser Stelle raus, Kevin Reichmann soll seine Mutter von Dieter grüßen(!?) und Menowin singt mein persönliches Hasslied “I just called” von Stevie Wonder.

    Jetzt kommt die nächste Verkündung, wer darf nächste Woche in der ersten Liveshow auftreten? Ein letztes Mal hat die Jury das Sagen und RTL macht es natürlich wieder spannend, ich aber nicht. Weiter sind: Menowin, Céline, Mehrzad, Naomi, Manuel, Marcel, Thomas, Dirk, Steffi, Kim, Kevin Reichmann, Maria Valencia, Nelson, Ines und Helmut.

    Raus sind damit Kima (diesmal endgültig, ohne Heulerei), Alexandra, Anastasia und Kevin Rebstock (dessen Déjà-vu-Ahnungen sich damit erfüllt haben). Nicht genannt und gezeigt, aber trotzdem offenbar irgendwie rausgeflogen sind: Patrick, Joel, Meike, Norbert und Adrian.

    Die Sendung endet mit einer erneuten Predigt von Papa Bohlen, dass sie sich alle ihrer unglaublichen Chance bewusst sein sollten und dass der Wettbewerb jetzt erst richtig anfinge usw. Na, da sind wir aber mal gespannt, welche 10 Kandidaten die erste Liveshow am nächsten Sonnabend überleben. Bis denne!

    Posted by TV-Glotzer @ 1:18 am

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