Hallo Leute, weiter geht’s in Onkel Dieters Panoptikum; der Poptitan sucht noch immer unverdrossen das Goldkehlchen in einem Haufen von 35.000 Bewerbern. Leider habe ich heute nicht so viel Zeit, darum will ich mich mal etwas kürzer fassen – wenn ich das hinkriege.
Es geht gleich mit einer rührenden Homestory los: Menowin Fröhlich ist schon ein ziemlich seltener Name, da klingelt es vielleicht bei manchen DSDS-Veteranen? Aber klar, das war in der DSDS-Staffel von 2006 so ein ultra-cooler Typ mit Sonnenbrille, der ziemlich genial singen konnte, aber ansonsten ziemlich neben der Spur war. Zwischen Recall und Motto-Shows war ihm damals eine Winzigkeit dazwischen gekommen, nämlich ein zweijähriger Urlaub auf Staatskosten wegen diverser Vergehen, z.B. Körperverletzung, Waffenbesitz und Betrug. “Ich hatte juristische Probleme”, nennt der heute 22-Jährige das rückblickend. Im Einspieler beteuert der 2010er-Menowin, dass es den 2006er-Menowin nicht mehr gibt, er sich nun völlig geändert hat. Dazwischen zeigt RTL Bilder von seinem kleinen Sohn… schon allein seinetwegen würde er nun keinen Scheiß mehr bauen, sagt der Kandidat. Geändert hat er übrigens auch seine Figur, denn er ist im Knast deutlich pummeliger geworden, auch im Gesicht, nur die alte Sonnenbrille scheint noch immer zu passen…
Menowin muss sein Reuebekenntnis noch einmal live vor Dieter, Nina und Volker wiederholen, bevor er wieder singen darf: Er bringt “My Cherie Amour” von Stevie Wonder und ich find’ s ganz ok, zwar nicht alles sauber, aber er ist bestimmt ziemlich aufgeregt und hat eine tolle Soul-Stimme. Als er dann auf Bitten einer einzelnen Dame in der Jury auch noch die Sonnenbrille abnimmt und seine knall-blauen Augen zeigt, schmilzt Nina dahin. (Das erinnert mich total an eine Szene im Film “Blues Brothers”, als Jake Blues (John Belushi) im Matsch liegend für seine rabiate Ex-Verlobte ebenfalls die Sonnenbrille abnimmt und sie daraufhin aufhört, ihn zu beschießen.) Das gibt natürlich drei Ja-Stimmen von der Jury und damit den gelben Zettel mit der Einladung zum Recall. Wenn jetzt noch seine Bewährungshelferin zustimmt, sehen wir Menowin in der nächsten Runde wieder…
Jana-Marie Hansen (16) sieht aus wie Mireille Mathieus 50 Jahre jüngere Schwester: quirlig, klein, schwarze Haare mit Pony und Popo-Scheitel. Auch ansonsten sieht man sie lieber von hinten als von vorn: Sie gesteht, von ihrer Umwelt eher als Nervensäge empfunden zu werden (glaube ich sofort) und will nun ins Fernsehen, wohl weil sie hier mehr Schaden anrichten kann. Sie beginnt ihr Vorsingen sehr anstrengend, befragt erstmal die Jury, was die von Husum (der Stadt neben ihrem Dorf) halten und macht sich so schon in Sekundenschnelle drei Feinde. Ungefragt zählt sie dann noch ihre Hobbies auf: Badminton und Fußball. Als Nina zurückfragt, auf welcher Position sie spiele, ist in Jana-Maries Kopf offenbar plötzlich der kleine Hamster vom Rad gefallen, sie guckt für einige Augenblicke total hohl (endlich ist sie mal ruhig) und dann kommt die Antwort “Schulfußball”. Thema verfehlt, sechs, setzen! In die entstandene Verwirrung hinein kann nun endlich mal Dieter seine dringendste Frage loswerden: “Hast Du schon einen Freund?”. Sie schüttelt stumm den schwarzen Pony-Kopf. “Aber wenigstens mal geknutscht?”. Nun nickt sie – immer noch erfreulich stumm.
…Und wäre sie man stumm geblieben, denn ihr Titel “Bubbly” von Colbie Caillat ist nicht nur schief gesungen, nein er endet auch bereits nach einer halben (Kata-)Strophe. “Ich hab’ nur bis dahin gelernt”, ist ihre matte Entschuldigung. Dieter kann Dilettanten nicht ausstehen, spricht das Urteil “Du hast überhaupt keine Ahnung, was Du da machst, mit Musik hat das nichts zu tun” und will sie aus dem Studio jagen. Leider hat Jana-Marie noch einen letzten Wunsch an ihn: “Darf ich Dich mal knuddeln?”. Gefragt, getan, dann geht sie endlich. Volker ist ganz angetan von den beiden, “Dieter, der Mensch”, sinniert er. Das hat selten mal jemand über den Poptitan gesagt…
Danach kommt wieder jemand aus der Abteilung “Käfigtür offen gelassen”. Ein 18jähriger schwarz gekleideter Hirbel namens Toni, Marke “Halber Hahn”, steht plötzlich im Studio wie ein Alien, das von seinem Mutterschiff mitten in der Nacht auf einer einsamen Kreuzung bei den Erdlingen abgesetzt wurde. Keiner kümmert sich um ihn, die Jury begutachtet gerade den Kronleuchter und Dieter fummelt außerdem noch mit seinen Teebeuteln herum. Plötzlich fängt der Toni an, mit schwerem sächsischem Akzent auf Volker einzureden und es kommt zu folgendem denkwürdigen Dialog. Toni an Volker: “Hallo, ich möchte wissen, wie es Dir geht.” Der Angesprochene guckt schwer irritiert: “Wie?” Nochmal spricht der merkwürdige Toni: “Du, ich möchte gern wissen, wie es Dir geht.” – Volker: “Was willst Du???” – Alien: “Ich möchte gern das Lied von Matthias Reim…”, dann hakt offenbar sein Plattenspieler und er schaltet wieder um auf die Grußfrequenz von vorhin “Hallo, ich möchte gern wissen, wie es Dir geht”. Nach einer Weile bekommen sie dann heraus, dass er wohl ein DSDS-Kandidat ist, der nun ein Lied von Matthias Reim zu singen wünscht. Als Volker fragt, welches Lied es denn singen wolle, kommt als Antwort “Dies Lied ist nicht für Dich”. Volker ist wieder irritiert, weil er das zuerst als Unfreundlichkeit von Toni auffasst und erst danach versteht, dass das der Titel des bevorstehenden Liedes ist. Tja, die weite Anreise war umsonst, das Lied ist wohl schon im Original Mist, aber Toni kann leider überhaupt nicht singen und Dieter winkt ab. Nina verkündet das einhellige Urteil: “Also die Musikschiene würde ich abhaken.”
Nach dem Sachsen-Freak kommt Augenfutter für Dieter und Volker, nämlich die 19jährige großäugige Blondine Steffi Landerer, die schon in den ersten Sätzen im Einspieler bekannt gibt, aus Zeitgründen gerade keinen Freund zu haben. Mit der Aussage “um Superstar zu werden, würde ich alles aufgeben - A L L E S !!!” geht sie als Favoritin ins Rennen um den Annemarie-Eilfeld-Gedächtnispokal.
Sie singt “Mercy” von Duffy, während Dieter im Hintergrund vermutlich der Sabber aus dem Mund läuft. Zwar kriegt sie hinterher von Volker ein Nein (“sehr überschaubare musikalische Leistung”), aber Nina fand die Vorstellung gut und Dieter erkennt hinter ihrer “ätzenden Stimme” eine interessante Persönlichkeit, mit der man “viel Spaß” haben könne. Damit steht es zwei zu eins für Steffi, das blonde Gift. Hinterher geht der Einspieler noch weiter mit einer ganz wichtigen Information von Steffi für Dieter: “Ich werd’ oft gefragt, ob meine Brüste echt sind. [Kunstpause] Ja, sie sind echt!”
Der nächste Kandidat ist der etwas verhungert aussehende Christian Paternoga aus Recklinghausen, dem man seine 16 Jahre nur schwer abnimmt. Er spielt Gitarre, war früher mal im Kinderchor und wurde deswegen bestimmt öfter mal verhauen. (Ich weiß, ist gemein, aber ich finde, er hat ein “Backpfeifengesicht”.) Heute ist er Schlagzeuger in einer Punk-Band, singt dort aber nicht, weil seine Stimme eher zu Popmusik passt, sagt er. Und dann legt er los: “You don’t know” von Milow bringt er absolut super rüber, Respekt, der Typ kann was! Bohlen wünscht das Lied nochmal mit etwas mehr Gefühl, das geht auch und die Jury ist begeistert. Man sieht sich im Recall.
Die 16jährige Andrea Crescencia Esono Andong aus Hamburg (die Eltern stammen aus Äquatorialguinea) sieht sehr annehmbar aus, kann Bauchtanz und Yoga und ist stolz auf ihre “Weiblichkeit”, soll heißen: Da gibt’s für Dieter wieder was zu sehen. Der steht bekanntlich auf Frauen mit dunklem Teint und großen Augen und hat beim Nachnamen bestimmt “Dingdong” verstanden… Als Andrea hereinkommt, guckt er jedenfalls wie ein hypnotisiertes Kaninchen und kriegt erstmal den Mund nicht mehr auf. “Du, du, du, du, du hast ja eine Taubstummenhose an”, stammelt er schließlich beim Blick auf ihre Leder-Leggings. Seine angedeutete Erklärung dieser Zote verkneife ich mir in unserem Blog, sonst kriegen wir noch Ärger mit dem Jugendschutz. Andrea versteht die Erklärung jedenfalls nicht und verursacht damit große Heiterkeit bei den Herren der Schöpfung; Nina schweigt betreten.
Nach einem desaströsen, aber temperamentvollen Versuch, die geografische Lage von Äquatorialguinea auf dem afrikanischen Kontinent mit Worten und Gesten zu erklären, darf Andrea eine Runde Bauchtanzen und als Bonus eine Yogaübung vorführen. Dieter fallen fast die Pupillen aus dem Kopf, er greift schon mal in Richtung Recall-Zettel. Dann singt sie von Silbermond “Das Beste”, allerdings nicht besonders toll. Volker sagt trotz ihrer vorangegangenen Show “Nein”, Dieter gibt “zum ersten Mal in meinem Leben” ein Mitleids-Ja und Nina sagt gar nichts. Dann kippt Schwächling Volker um, ändert sein “Nein” zum “Ja” und damit sehen wir auch Andrea im Recall wieder. Mannomann, Dieter denkt tatsächlich manchmal mit der Hose und Volker scheinbar nicht mal das…
Zwischenpause mit Gewinnspiel, für folgende Frage verschenkt RTL 10.000 Tacken: “Wer sitzt seit der ersten Staffel in der DSDS-Jury? a) Dieter Bohlen oder b) Menderes Bagci”. Boah, ey, ist das schwer, wie soll man das denn wissen???
Während ich noch an der Antwort grüble, betritt ein nicht untergewichtiger blonder Typ im rosa Hemd mit Gitarre das Studio und verlangt nach einem Stuhl. Bohlen gibt den vollendeten Gastgeber: “Sitzen den ganzen Tag rum und setzen sich hier auch gleich hin mit ihrem fetten Arsch.” Nach dieser gelungenen Begrüßung beginnt Rico Däbel (20) mit dem Titel “Knockin’ on Heaven’s Door” von Guns N’ Roses. Vielleicht hätte er vorher einfach mal üben sollen, denn die Gitarre plärrt schon im Intro so jämmerlich, dass Volker ihm vorschlägt, das Lied ohne Instrument zu singen. Rico scheint ihn überhaupt nicht verstanden zu haben und macht unbeeindruckt weiter; Volker ist mal wieder etwas irritiert. Der Gesang ist dann leider genau so schlecht wie das Gitarrespiel! Nach ein paar Minuten erbarmt sich Dieter und gibt dem blonden Barden mit einer Geste den Gnadenschuss. Adlatus Volker darf das Urteil verkünden: “Du kannst nicht Gitarre spielen und Du kannst nicht singen.” Tschüss, Rico, Du bleibst wohl Dein größter Fan.
Die apart und etwas puppenhaft aussehende Ines Redjeb aus Tunesien ist 22 Jahre alt, Studentin und allein erziehende Mutter. Nach ihrem Einspieler inkl. tanzendem Baby singt sie “Wenn das Liebe ist” von Cassandra Steen. Was mit einer ausbaufähigen Homestory beginnt, endet fast mit Dieters Bemerkung “Du stehst da so, als wenn Du auf Klo musst”. Da hat er recht, trotzdem darf sie auf Bewährung noch einen zweiten Titel singen und kriegt dann tatsächlich den begehrten gelben Zettel. Dieters rätselhaft-verquaste Begründung: “Du singst ganz gut, siehst aber natürlich besser aus, als Du singst.” Sex sells, ganz klar.
Nicht weiter erwähnenswert ist Timo Harder, selbst-erklärter größter Michael-Jackson-Fan der Welt – und ich dachte immer, das sei Menderes… Timo hat im Internet eine Jacke gekauft, die MJ so ähnlich im “Thriller”-Video trug. Damit, meint er wohl, komme er automatisch bis in die Mottoshows. “Menderes ist Kreisliga und ich bin Champions League”, meint er selbstbewusst und betritt das Studio. “Wo hast’n die Flash-Gordon-Jacke her?”, ist Volkers erste Bemerkung. Dieter fällt nur ein “Meine Fresse, nun sind wir den ollen Menderes los und dann kommst Du”. Recht hat er, Timo singt nämlich grottig, kann sich kein bisschen bewegen, sieht blöd aus und verbraucht nur die teure Sendezeit auf RTL. Volker beendet die peinliche Vorstellung mit der Feststellung “Die Lizenz zum Quälen von Michael Jackson hat nur Menderes.” Abgang!
Den Ausputzer am Ende der Sendung macht ein blondes Jüngelchen mit Zahnpastalächeln, Typ Damenfrisörazubi. Sebastian Steinberger ist 17 Jahre alt und war mal bei den Regensburger Domspatzen, dem klassischen Äquivalent einer Boygroup. Er wirkt wie die domestizierte Version von Benny Kieckhäben aus der letzten Staffel, allerdings mit dem Unterschied, dass der in die Top 10 kam. Sebastian dagegen katapultiert sich aus dem Wettbewerb mit dem Titel “Listen” von Beyoncé Knowles. Dieter vergleicht die Stimme mit einem besoffenen Lurch, irgendwo zwischen Kotzen und Joint. Sebastian glaubt zwar weiterhin, dass er singen kann, kann das aber zukünftig nur noch im privaten Rahmen beweisen.
Damit war es das wieder, man sieht sich am Sonnabend!






February 10th, 2010 at 9:07 am
Menowin hat eine unglaublich tolle Stimme. Er hat nicht nur Stimme, sondern auch Persönlichkeit. Außerdem finde ich, dass es ihm wirklich gegönnt sei. Immer wenn er singt, bekomme ich totale Gänsehaut. Ich hoffe, dass er ganz weit kommen wird. Ich werde auf jeden Fall für ihn anrufen. In jeder Mottoshow…Menowin for Superstar!