Nanu, schon wieder Montag? Noch drei Mal und Weihnachten ist bereits gewesen…
Fieses Regenwetter und Dunkelheit gibt es nur in unserer Muggel-Welt, aber nicht bei den RTL-Bauern, da ist nämlich noch immer Sommer! Und für viele von denen ist es auch noch DER Sommer, nämlich der erste mit weiblicher Begleitung – bzw. in einem Fall mit männlicher Begleitung. Hä? Jaaa, Birte, die unbemannte Bäuerin, ist nämlich aus der Versenkung geholt worden, wie wir gleich sehen werden…
Übrigens fällt mir auf, dass man die Szenen mit Josef und Narumol, auf die wir ja alle besonders warten, diesmal nur in homöopathischen Dosierungen zeigt. Offenbar ist man sich bei RTL des Wertes dieser beiden Protagonisten sehr bewusst und verlegt ihren Auftritt tief in den zweiten Teil dieser Folge. Sie sind sozusagen wie die Marmelade im Berliner, erst wenn man das Zeug drumherum weg hat, kommt die süße Belohnung. In diesem Sinne wünsche ich Guten Appetit!
Beginnen wir mit dem (lt. RTL lustigen, jedenfalls lacht er viel) Ziegenwirt Willi, der seiner Karola den Frühstückskaffee ans Bett bringt. Die Szene ist von vorn bis hinten inszeniert: Willis Wecker klingelt und er wischt sich den Schlaf aus den Augen. Wer ist schon mit Kamera und Scheinwerfer bei ihm am Bett? Richtig, das Fernsehteam. Dann geht Willi im Schlafanzug in die Küche und schnappt sich den von Mami gekochten Kaffee. (Wenn ich richtig gehört habe, begrüßt sie ihn mit “Morgen, Fiffi”!) Wieder ist das Fernsehen schon vor ihm da. Im knallrot dekorierten Gästezimmer schläft Karola angeblich noch selig, während direkt vor ihrem Bett das Kamerateam steht und die Szene hell ausleuchtet. Dann werden wir Zuschauer Zeuge, wie der lustige Ziegenwirt leise in das Zimmer kommt und seine Holde aus dem Schlummer küsst. Oh Mann, RTL, ihr haltet uns Zuschauer aber echt für ziemlich bescheuert, oder? (Zwischendurch kommt das 3.000-Euro-Telefon-Gewinnspiel für Vollidioten. Die Frage lautet: Was legt die Henne? a) Eier oder b) Karten )
Später ist dann Schluss mit gemütlich und Karola muss den Ziegenstall ausmisten. Das erweist sich inbesondere olfaktorisch als eine starke Herausforderung. Sie gibt auf und hätte sich fast auch noch mal das so sorgfältig servierte Frühstück durch den Kopf gehen lassen. Der Spruch “das stinkt hier wie im Ziegenstall” scheint irgendwo einen wahren Kern zu haben. Karola fragt ängstlich, ob sie das jetzt immer machen müsse, aber Willi beruhigt sie “nein, ist nur, damit Du es mal gesehen hast”. Super, so leicht sollte Narumol das bei Josef auch mal haben. Die wird ja völlig verzärtelt, die Karola!
Als nächste Aufgabe wartet nun auf “Frohnatur” Karola das Traktorfahren. Schon vor dem Anlassen des Motors gibt es das erste Problem: Die rundliche Bayerin kommt nicht mal ohne Hilfe auf den Fahrersitz. Dann aber geht die Fahrt los und sie dreht Runde um Runde mit 6 km/h auf der Wiese. Leider singt und lacht sie dabei heftig, was sehr nervt. Also im Ziegenstall fand ich Karola leichter zu ertragen…
Der “freundliche” Holzbauer Maurizio hat seine misanthropische Cornelia glücklicherweise bereits in der letzten Folge vom Hof gejagt. Heute bekommt er vom Fernsehen eine neue Chance und eine neue Frau: Claudia heißt sie und passt dank schockroter Haare und barocker Formen hervorragend zur Inneneinrichtung des gebürtigen Italieners. Er holt sie mit einer kitschig geschmückten Pferdekutsche von der Bushaltestelle ab, damit auch alle anderen Dorfbewohner was zum Gaffen haben. Im Hintergrund dröhnt Italo-Eisdielen-Pop und alles wird gut. Claudia scheint auch stimmungsmäßig ein ganz anderes Kaliber zu sein, schon nach zwei Minuten lächelt sie – das hat Cornelia in der ganzen Zeit nicht ein Mal geschafft. Maurizio ist darüber auch gleich so erregt, dass es ihm die verständliche Sprache verschlägt, aber dafür gibt’s ja Untertitel.
Maurizios Haus ist seit dem letzten Damenbesuch nicht wesentlich gewachsen, aber wo sich Cornelia noch pikierte und ekelte, trägt Claudia die Besichtigung des neuen Heimes mit Fassung. Sogar mit den kräftig-bunten Wände ist sie einverstanden, dabei sehen die aus, als ob da ein Farbenblinder Amok gemalt hat. Als Beispiel mag das Schlafzimmer dienen, das jetzt vorübergehend zum Gästezimmer geworden ist: Grüne Tür, rosa Wand, gelbe Gardinen, linkes Bett knallrot, rechtes Bett knallblau. Maurizio lacht selbst über seinen Farbenwahn: “Wir haben Villa Kunterbunt”. Später lädt er seine Familie und Bekannten ein und stellt ihnen die neue Eroberung vor. Diesmal sieht alles nach Happy-End aus.
Minderjährige mögen bitte diesen Absatz überspringen, denn in Ostfriesland geht es heute zur Sache: Sex im Stall, Jungbauer Carsten nimmt seine beiden Gespielinnen Lilja und Annika nämlich mit zum Kühebesamen. Was sich im ersten Moment vielleicht noch erotisch oder romantisch anhört, verliert beim genaueren Hinsehen doch etwas an Reiz. Das Vorspiel macht dem Jungbauern ganz offenbar viel mehr Spaß als seinen Gästen, denn er grinst von Ohr zu Ohr, als er Kinderpflegerin Annika darum bittet, die lange Spritze mit dem Bullensperma warm zu halten und sie sich das Gerät daraufhin in den Ausschnitt steckt. Die Kamera ist dann buchstäblich hautnah dabei, als die blonde Annika sich den langen Plastikhandschuh überzieht, mit Gleitcreme einreibt, mit einer Hand den Schwanz der Kuh “Miranda” hoch hebt und dann mit Todesverachtung den anderen Arm bis zum Anschlag in das Tier schiebt. Jaja, sowas gibt’s nur bei RTL, hier lief kurz nach dem zweiten Weltkrieg auch die berühmte Intellektuellen-Show “Tutti Frutti”…
Übrigens hält sich Lehramtsstudentin Lilja währenddessen auffallend zurück, angeblich aus Angst um die Kuh. “Soll die sich doch ruhig mal austoben” – damit war Annika gemeint. Na, Zickenterror? Momentan steht’s jedenfalls 1:0 für Annika. Als sie später mal allein sind, fragt Carsten Lilja dann, was sie von ihrer Mitbewerberin halte. (Schlimmer Satz: “Vielleicht kannst Du mir ja helfen bei der Selektion.”) Nach millisekundenlangem Zögern blährt sie sich dann aus: Die Annika hat ja von Tuten und Blasen keine Ahnung, kann nichts alleine, denkt nicht so viel, ist halt noch ein kleines Mädchen. 2:0 – ich tippe mal, spätestens dieser Moment hat Lilja das Genick gebrochen. Keine Ahnung, für wen sich Carsten entscheidet, aber an Liljas Stelle würde ich jetzt, wo das im Fernsehen gekommen ist, mal ganz dezent im Erdboden versinken.
Hinterher hat dann die “liebenswerte” Annika die Idee, mit Carsten ein Picknick am See zu machen. Allein, ohne Lilja. 3:0, ich würde an ihrer Stelle schon mal die Koffer packen, aber Lilja durchblickt die Situation wohl noch nicht so ganz. Am See funkt es zwischen Bauer und Kinderpflegerin ein wenig, kurz darauf auch am Himmel, denn es zieht ein Gewitter auf. Die beiden suchen Schutz unter einem Baum. Wie romantisch, zwei Liebende und etwa 8 Millionen Zuschauer.
Am Ende der Folge kommt Carstens Entscheidung ganz anders als (von mir) gedacht: Lilja darf bleiben, Annika muss gehen – und das trotz Kuhbesamung und Gewitter am See. Da hat sich das Intrigieren der Lehramtsstudentin ja wider Erwarten ausgezahlt. Na, das wird er bestimmt noch bereuen…
Nun kommt die Premiere dieser BsF-Staffel: Bäuerin sucht Mann und die Rolle der Bäuerin spielt dabei Berit aus Meckpomm. Zur Vorbereitung ihrer Hofwoche putzt die 37jährige Pferdewirtin aus unerfindlichen Gründen die Sau Mathilde. Auf was für bekloppte Ideen die Drehbuchschreiberlinge – vermutlich Städter – doch so kommen. Anschließend holt sie ihren Auserwählten Stefan mit dem Auto vom Bahnhof ab; wegen des schlechten Wetters wird ihr die geplante Kutschfahrt von RTL erlassen.
Stefan ist übrigens 34 und kommt aus Hessen, daher müssen seine Wortbeiträge leider untertitelt werden. Viel zu sagen gibt’s aber eh nicht, die norddeutsch-ruhige Berit stellt der Reihe nach ihre Tiere vor und Stefan murmelt “aha” oder was man bei solch einer Gelegenheit eben so von sich gibt. Ich will ja nicht unken, aber hier ahne ich für die nächsten Sendungen etwas Langeweile voraus.
Nun also zu den unumstrittenen Stars dieser bäuerlich-derben Serie, wir schalten um ins malerische Chiemgau zum katholisch-frommen Rinderwirt Josef und seiner thailändischen Götterperle Narumol. Ihre Hofwoche scheint wohl eher ein Hofjahr zu werden, denn wir besichtigen dieses wunderliche Paar schon seit der zweiten Woche, die im RTL-Programm am 02.11.2009 stattfand. Aber niemand beklagt sich darüber, ganz im Gegenteil. Meinetwegen könnten die Programmmacher die ganze andere Bande nach Hause schicken und nur noch aus dem Chiemgau senden. Jeden Tag. Bei Josef auf dem Hof würden ein paar feste Kameras installiert und abends gäbe es dann immer eine Zusammenfassung der wichtigsten Tagesereignisse, so wie bei der Dschungelshow. Gern auch mit Dirk Bach und “Missi” Sonja Zietlow als Moderatoren. Ha! Und Heike und Cornelia müssten dann immer in die Dschungelprüfung! Bezahlt würde das dann alles von Stefan Raab, der dafür dann Narumols beste Textfragmente in TV-Total verwursten darf.
Letzte Woche hatte ich noch gefragt, ob Narumol denn nun bald das Jodeln lernen würde und siehe da: heute will Josef ihr tatsächlich ein Dirndl schenken. Mit dem gelben Sommerkleid auf dem Trecker, das ging ja auch wirklich gar nicht, da macht man sich als Dirndlträgerin doch viel besser. Gesagt, getan, schwupps steht man in der “Trachtenstube” und nun muss sich Narumol entscheiden: “Wollens liaba woas in Baumwolle oder woas Festliches?” Ja, genau das Festliche will die liebenswerte Bauersfrau in spe und Josef ist zunächst sprachlos, als sie das rosa Kleid anzieht. Dann findet er aber seine gelegentlich unverständliche Sprache wieder: “Jetzt bist Du wenigstens oan richtigs boarisches Mädel”. Kuss! “Foa ma!” Ende der viel zu kurzen Szene.
Im zweiten und letzten Teil der heutigen Chiemgau-Show führt Josef seine Herzensdame zum Essen in den Gasthof aus, jetzt tragen sogar beide Tracht. Leider versaut Narumo die romantische Stimmung, als sie Fisch bestellen möchte. “Das isst man vielleicht in Norddeutschland, aber nicht hier in Bayern. Iss mal was Bayerisches! Grillfleisch!!!”, befindet Josef laut Untertiteln. Sie tut wie geheißen. Nach dieser kurze Irritation bricht aber nun komplett der verschüttete Romantiker in Josef durch: Er schenkt Narumol eine kleine Schachtel, die sie unter den Augen der Kamera vorsichtig öffnet. Für Sekundenbruchteile erkennt man einen Ring… oder doch nicht? Nein, leider nicht, es ist tatsächlich ein Haustürschlüssel, nämlich der von Josefs Hof. Das ist als Einladung zu verstehen, jederzeit mal wieder vorbei zu kommen. Zum Melken, Ausmisten, Treckerfahren oder so? Aber Frauen ticken anders: Narumol versteht das ganze als Liebesbeweis und fällt dem Bauern um den Hals.
Nächste Woche wird es im Chiemgau garantiert Tränen geben: Nach nur eineinhalb Monaten geht die “Hofwoche” zu Ende und Narumol muss die Heimreise antreten ins Lichtjahre entfernte Kiel. Aber jede Wette, die kommt wieder. Ganz klar, aus den beiden wird was, hundertprozentig.






December 14th, 2009 at 3:41 pm
Lieber Weltenerschaffer.Durch Zufall bin ich auf Ihre Seiten getroffen.Bin begeistert!!!!Leider schrieben Sie nicht…man sollte vor dem lesen…den Arzt oder Apotheker befragen.BÖSE; BÖSE! Bekam lachkrampf und war richtig down. Weiter so….herzlichst Rita
December 15th, 2009 at 11:06 am
göttlich geschrieben. will mehr davon!!! DANKE!