• DSDS (RTL) 25.12.2009 No Comments

    Hi Leute,

    was musste ich gerade hören? Die Mega-Kult-Serie “Deutschland sucht den Superstar”, für Eilige auch “DSDS”, geht in die siebte Runde! Ab dem 07. Januar 2010 sucht Dieter Bohlen wieder den zu seinem Musikmurks kompatibelsten Möchtegernstar. In den ersten Runden, der sog. Casting-Phase, reagiert er sich dabei traditionell an den armen Stoffeln ab, die es wagen, seine meisterliche Zeit zu beanspruchen. Später kommen dann noch die Recall-Shows, bevor wir endlich die Top 10 lieben oder hassen lernen. Egal wie man dazu steht, das ist echt Müll-TV pur und in jedem Fall ein Fernsehereignis erster Güte.

    DSDS passt natürlich zu uns wie “Arsch auf Eimer”, wie Ihr an den diversen Artikeln zur 6. Staffel nachlesen könnt. Ab dem 07.01.2010 gibt es dann wieder ganz frische Lästereien zu Onkel Dieters Talentquetsche HIER im Mülltv-Blog. Wir freuen uns schon auf Euch!

    Bis dahin einen GUTEN RUTSCH, bleibt schön gesund und uns gewogen!!! :-)

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  • Nu isses soweit, die diesjährige Staffel der Bauernpartnerbörse biegt in die Schlussgerade. Kurz vor dem Fest der Liebe (gemeint ist Weihnachten) zieht die ansonsten völlig sinnlose Inka Bause heute die Bilanz der Herzen. Welches der von RTL verkuppelten Paare hat die Hofwoche und vielleicht noch ein bisschen länger überlebt? Und welcher Bauer muss auch dieses Jahr allein mit seinen Eltern unter dem Baum sitzen? Lassen wir uns überraschen mit der neunten und letzten Folge von Bauer sucht Frau. Für jedes Paar gibt es von mir einen Smiley, ob es gefunkt hat oder nicht, und am Ende zählen wir dann mal durch.

    Es geht gleich richtig gut los, ganz klar auf der Gewinnerseite dieser Staffel, nämlich beim knallfrommen Rinderwirt Josef im noch immer malerischen Chiemgau. Dort ist es inzwischen Herbst geworden und der schwer verständliche Bayer bereitet sich und seinen Hof auf den zweiten Besuch von Narumol vor. Was heißt hier “Besuch”? Wenn es nach Josef geht, soll Narumol am liebsten gar nicht mehr zurück in das heimatliche Kiel fahren, sondern bei ihm im malerischen (ach, hatten wir schon?) Chiemgau bleiben: Er will ihr nämlich heute einen Heiratsantrag machen. Ganz intim, allein in der Kirche, nur er und sie, der Liebe Gott und etwa 10 Millionen Fernsehzuschauer. Zusammen mit der ebenfalls untertitelten Nachbarin Anita schmückt Josef auf Geheiß von RTL die heimische Kapelle mit Rosen, roten Pappherzen und einem Tausenderpack Teelichter, bis sie so aussieht, wie die völlig überzuckerten Kulissen der zu recht abgeschafften “Traumhochzeit”.

    Udo Jürgens schmettert “Und immer wieder geht die Sonne auf” als Narumol im Taxi ankommt. (Diesmal hat RTL den Namen tatsächlich weggepixelt, gut gelernt.) Josef öffnet ihr im Sonntagsanzug die Autotür und sagt holprig seinen Text auf: “Grüaß Di, Narumol, g’frei mi’ doaß’d wiada doa bist, bei mi… bezoalt host ja scho, oda?” – der letzte Teil bezog sich auf das Taxi und war vermutlich spontan improvisiert. Narumol umarmt ihren Bauern und sieht ihn dann erst so richtig an: “Wieso bittu so scheck?” – “I hoab oane Überraschung füa Di!”. Sie schlägt die Hände vor das Gesicht “Nee, nech, hattu irgendwas willdann?” [hä?] – “Joa!” – “Kanntu nix sagn?” – “Nein! Soag I erst wenns sowoid is”. Als nächstes schenkt Josef ihr und sich erstmal ein Glas Sekt ein. Vielleicht lockert das ja in den kommenden entscheidenden Minuten die Zunge…

    Josef führt die klamottentechnisch etwas aufgebrezelte Narumol dann mit hastigen Schritten zur Kapelle. Als sie die vielen brennenden Teelichter sieht, kriegt die Thailänderin riesige Augen, ahnt aber vermutlich noch nichts. “Und watt bedeutet datt?” – “Ich möchte Dir einen Heiratsantrag machen. Willst Du mich heiraten?” (Er spricht langsames Hochdeutsch und betont dabei jede Silbe.) Während Narumol ausnahmsweise mal nicht lacht, sondern sehr lange schweigt, zieht vermutlich an Josefs innerem Auge sein gesamtes Leben vorbei. Doch dann sagt die kleine Frau “JA!” und hat damit dieser ohnehin schon unerhört erfolgreichen BsF-Staffel ein kräftiges Sahnehäubchen aufgesetzt.

    In der Zusammenfassung am Ende berichtet Inka Bause, dass Josef und Narumol demnächst in den “heiligen Hafen der Ehe einlaufen” werden. Wie wir ja alle aus der Bildzeitung wissen, die bekanntlich niemals lügt, ist das aber nur die halbe Wahrheit. Demnach werden die beiden nur kirchlich, aber nicht standesamtlich heiraten, denn Narumols erster Ehemann ist gestorben und sie möchte nicht gern auf ihre schöne Witwenrente verzichten. Kann man menschlich-ökonomisch irgendwie verstehen, klingt aber nicht mehr so romantisch. Trotzdem kriegt das Paar natürlich einen ganz dicken Grinse-Smiley :-)

    Kontrastprogramm! Vom Sekt zum Valium, vom Bluthochdruck zur Schlafkrankheit, wir kommen nach Mecklenburg-Vorpommern und sehen der freundlich-sturzlangweiligen Pferdewirtin Berit beim Wäscheaufhängen zu. Gähn. Ihr zugeloster Fernsehpartner Stefan kommt schnell hinzu und bietet seine Hilfe an. Hahaha, das Drehbuch hat garantiert eine Frau geschrieben, kein Mann würde freiwillig bei so etwas helfen. Oder doch? Der bekennende Langschläfer Stefan ist ja noch in der Probezeit, hier “Hofwoche” genannt, also mitten in der Einschleimphase. Aber später wird er das hundertprozentig niemals wieder machen, das schwöre ich Euch in die Hand! Zur Belohnung für das Anreichen der Wäscheklammern reitet Berit mit Stefan anschließend ein wenig durch die mecklenburgische Pampa.

    Wegen des Staffelendes drängt die Zeit und im Alltag passiert hier eh nichts, daher wird flugs wieder ein neues “Highlight” inszeniert: Stefan darf sich in der nächsten Meckpomm-Szene für den Ausritt mit einem romantischen Trecker-Ausflug revanchieren. Bemerkenswert, wie gut der Hesse nach nur wenigen Tagen die Gegend ausgekundschaftet haben soll, das wirkt auch überhaupt nicht konstruiert! Zielsicher tuckert er mit Berit durch den Wald zu einem Anleger an einem See. Hier steht ein Tisch mit Sektkühler und zwei Stühlen und wartet auf die beiden turtelnden Landwirte. Männer sind direkt, besonders wenn die Uhr tickt, und nach zwei, drei Sätzen hat Stefan seiner Berit quasi mit der Brechstange entlockt, dass er nach der Hofwoche wieder kommen soll, auch gern für länger und, naja, vielleicht sogar für immer. Und irgendwie passen sie auch gut zusammen, finde ich, beide sind schlicht und einfach langweilig. Dennoch reicht das im Sinne der Romantik für eine positive Wertung :-)

    Kurz bevor mir bei Berits einschläfernden Szenen die Fernbedienung aus der Hand rutscht, wechseln Landschaft und Genre und wir kommen ins lustige Hessen zum malerischen Ziegenwirt Willi bzw. umgekehrt. Die letzten Folgen haben uns hier schon eine wichtige Erkenntnis gebracht: Es kann auf Dauer nicht gesund sein, Wand an Wand mit dem Vieh zu leben, irgendwas bleibt dabei hängen, das sieht man auch heute wieder. Willi hatte vor der Teilnahme bei “Landei sucht Stadtmensch” ein Gelübde abgelegt, dass er, wenn er dank RTL seine Traumfrau finden sollte, seinem ebenfalls Solo lebenden Esel Harry auch eine Partnerin besorgen würde. Das Fernsehen hat seinen Teil der Abmachung eingehalten und ihm den üppigen Wonneproppen Karola beschert, darum lässt Willi heute eine Eselin einfliegen, die er sinnigerweise Sally nennt. Letztere stellt sich allerdings recht bockig an, verpasst ihrem neuen Partner Harry ein paar Huftritte und denkt nicht im Traum daran, die Kopulationsszenen zu liefern, auf die die Schweinigel von RTL wohl gelauert haben. Willi nimmt’s – natürlich – mit Humor “das gehört wohl bei Eseln zum Vorspiel oder zum Kennenlernen… das war bei Karola und mir in ein bisschen ruhigeren Bahnen verlaufen…” zieht er dann lachend den nahe liegenden Vergleich. Hinterher klappt’s dann doch noch mit Harry und Sally und RTL kriegt die gewünschten Bilder – dazu gibt es aber keinen Kommentar vom Bauern mehr.

    In der Schlussszene gestehen sich Bauer und Möchtegern-Bäuerin dann gegenseitig ihre Liebe oder was sie mangels Erfahrung dafür halten. “Der Willi ist eben mein Willi”, fasst Karola die letzte Woche in einem Satz zusammen. Da geht wohl was, das muss Liebe sein, oder? Ganz klar, die beiden sind zwar etwas einfach gestrickt, passen deswegen aber bestens zusammen. Und lt. Inkas Schlussabsage ist Karola inzwischen sogar fest bei Willi eingezogen. Also ein ganz klarer Fall: :-)

    Auch der “herzliche” Maurizio aus Baden-Württemberg hat sich lt. Inkas Kommentar aus dem Off schwer verliebt und tut das, was alle verliebten Holzbauern tun: Er pflanzt für seine Claudia einen Apfelbaum hinterm Haus. Seine rothaarige Holde hat anscheinend ihren Text vergessen und improvisiert zum Dank stattdessen einen wortlosen Kuss. Später wärmt RTL mal wieder die bewährte Idee vom Picknick am See auf, die wir schon von Carsten und Annika, Tobias und Kerstin und – unvergesslich – Josef und Narumol kennen. Claudia nutzt die Gelegenheit und inspiziert ihren drahtigen Maurizio, als er nur eine Badehose an hat. Viel sei an dem ja nicht dran, meint sie etwas enttäuscht und legt das Doppelkinn in Falten. Und ich frage mich, ob sie vielleicht gelegentlich mal Fielmann einen Besuch abstatten sollte, denn in der letzten Folge kochte der Italiener oben ohne, nur mit Schürze, für sie Spaghetti, das hätte doch alle diesbezüglichen Unklarheiten beseitigen müssen, aber Liebe macht wohl blind. Und unter uns Pastorentöchtern: Was Maurizio an Pfunden fehlt, das hat Claudia in Kilos zu viel, wie wir uns in der nächsten Szene überzeugen können, als die rothaarige Wuchtbrumme zu dem Holzbauern in den See steigt! (Einen Spitzengag, in dem das Wort “Tsunami” vorkommt, verkneife ich mir an dieser Stelle.)

    Claudias Woche beim Holzmichl klingt damit aus, sie selbst scheint allerdings nicht ganz so verliebt zu sein wie der Bauer. Hoffen wir als Gutmenschen mal, dass es hier weiter geht, ich würde es ihnen auf jeden Fall gönnen. Die Bilder vom Weg zur Bushaltestelle unterlegt die stets sehr ironisch aufgelegte RTL-Musikredaktion (Lob!) nett-boshaft mit Rod Stewarts “Waltzing Matilda”. (Jaja, ich weiß, was der Titel im australischen Slang bedeutet, aber irgendwie gefällt mir die nahe liegende dummdeutsche Übersetzung besser.) Lt. Inka wollen sich die beiden wieder sehen, sind aber akut nicht zusammen. Da nehmen wir mal den Normal-Smiley :-|

    Auch im platten Ostfriesland beim Jungbauern Carsten geht die Hofwoche seiner Lilja zu Ende. Zum Abschied will er mit ihr in die Luft gehen. Meinetwegen kann er dafür gern ein Katapult nehmen, denn ich habe Lilja ihre Intrige gegen die blonde Konkurrentin Annika noch nicht verziehen. Leider denkt das Fernsehen anders und spendiert den beiden einen Ballonflug. Passt aber irgendwie auch gut zu Lilja, wegen der heißer Luft und so… Auch ansonsten ist da wohl viel heiße Luft im Spiel, den momentan sind die beiden nicht zusammen, seien aber “befreundet”, wie sich Inka ausdrückt. Hab ich mir schon gedacht, ohne Kamera ist die Sache für Lilja wohl uninteressant. Das gibt dann nur einen Neutral-Smiley :-| Höchstens!

    Nun noch die Schlusswertung zu unseren anderen Kandidaten aus den früheren Folgen:

    Für den fleißigen Rinderwirt Dieter gibt es weiterhin nur eine Frau im Leben, nämlich seine Mutter. Eigentlich müsste man hier positiv bewerten, dass er die nervige Heike so leicht losgeworden ist, aber irgendwie war das ja nicht im Sinne des Erfinders. Also in frauentechnischer Hinsicht war das ein glatter Schuss in den Ofen. :-(

    Bei Weinbauer Tobias und seiner sympathischen Kerstin hat es wohl ziemlich gefunkt, wenn auch außerhalb der Brusthaarentfernung (bei ihm) nicht viel Epochales passierte. Ganz eindeutig: :-)

    Der Pfälzer Markus und seine Yvonne seien zwar momentan nicht zusammen, blieben aber gute Freunde und wollten sich bald mal wieder sehen, behauptet Inka. Hmmm, klingt ziemlich mau, höchstens ein Neutral-Smiley :-|

    Bleibt noch Klaas Klever, äh Claus Clausen, der spätpubertierende Nordfriese. Dessen Andrea hatte sich noch Bedenkzeit ausgebeten und die würde ich an ihrer Stelle auch noch mindestens um 10 Jahre verlängern, dann ist der Bauer wohl aus dem Gröbsten raus. Inka legt sich natürlich nicht fest und sagt auch hier etwas von wegen Freundschaft und Wiedersehen. Na gut, ist bald Weihnachten: :-|

    So, kurz zusammengezählt macht das vier Volltreffer :-) , vier Vielleichts :-| und einen Rohrkrepierer :-( Eigentlich eine gar nicht mal so üble Bilanz für diese Staffel. Was haben wir insgesamt gelernt? Dass manche Leute für Geld oder Frauen alles machen, war bekannt. Dass Bauern zwar komisch, aber doch irgendwie Menschen sind und dass ihr Leben außerhalb des Scheinwerferlichts vermutlich weniger lustig und viel langweiliger ist, als von RTL hingestellt, ist auch klar. Aber wieso diese neun kleinen Schicksale so viele Millionen Zuschauer interessierten, die sich Montag um Montag in die mittlerweile berühmtesten Kuhställe der Republik einschalteten, ist wirklich merkwürdig. Vielleicht ist das ja so eine Art Gegenbewegung zu den vielen Casting-Shows mit künstlichen Hochglanz-Menschen, die uns auf der Gefühlsebene doch eher fremd bleiben. Genau wie der Schrottplatz-Clan der Ludolfs (DMAX), bedienen auch die RTL-Bauern eine urdeutsche Nische leicht ranziger Gemütlichkeit, in die man sich vielleicht gerade in Zeiten globalisierter Krisen gern zurückzieht. In diesem Sinne passt auch, dass am Sonnabend gegen Dieter Bohlens erklärten Willen ein Typ zum Deutschen Supertalent gewählt wurde, nur weil er zusammen mit seinem Hund Seilspringen kann. “Die Bauernkuppelshow als Fortsetzung von Gartenzwergen mit anderen Mitteln”, das klingt schon fast nach dem Thema einer soziologischen Studie…

    DIE echte Überraschung der Staffel war für mich übrigens das absolut unwahrscheinliche Paar Josef und Narumol, er verstockt, bieder, fromm und irgendwie nicht ganz von dieser Welt (auch sprachlich), sie lebenslustig, nicht auf den Mund gefallen, herzlich und im besten Sinne mit beiden Beinen fest auf der Erde, allerdings auch nur schwer zu verstehen. Dass ausgerechnet diese beiden grundverschiedenen Leute zusammengefunden haben, obwohl sie außer dem schlechten Deutsch doch nichts gemein haben, ist eines des großen Mysterien dieser Zeit. Wünschen wir Josef und Narumol, dass es auch ohne Kamera, Drehbuch und Dolmetscher klappt und sie aus diesem Traum nicht eines Tages aufwachen. Insofern fast ein weihnachtliches Ende der Staffel. Aber…

    RTL ist allerdings kein philanthropisches Institut, sondern muss Geld machen, daher bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Goldmine weiter ausgeschlachtet wird. Im nächsten Frühjahr kommt die 12-teilige Doku-Soap “Josef und Narumol – crazy in Love” und dann natürlich im Mai das live aus dem Chiemgau übertragene Hochzeitsspecial (als Trauzeugen sehe ich Inka Bause und Boris Becker). Josef und Narumol werden durch alle Talkshows gereicht und später kommt sogar die ARD mit Florian Eisensilber und dem “Bauernfest der Volksmusik – direkt aus Josefs Stall”. Sommerhit des Jahres wird die Techno-Version des Hobelbank-Lieds, gesungen von Sido feat. Josef und Narumol. Die Thailänderin behält ihre feste Kolumne “Merk du noch watt?” bei Stefan Raabs TV-Total und ist ab Herbst gegen Aufpreis als Stimme für Navigationsgeräte verfügbar. Und natürlich wird “Narumol” im Jahr 2010 zum beliebtesten Namen für neugeborene Mädchen.

    Also, freuen wir uns auf ein tolles Jahr, bis zur nächsten Staffel von “Bauer sucht Frau” – natürlich wieder in diesem Theater.

    Nachtrag (23.12.2009): Ich bin fast am Boden zerstört! Da wollte ich mich gerade ganz den weihnachtlichen Gefühlen hingeben, im beruhigenden Bewusstsein, dass es unseren Bauern gut geht. Da lese ich plötzlich in der Bild-Online etwas, das mein von RTL aufgebautes Weltbild zutiefst erschüttert: Manche Bauern und Kandidatinnen waren nicht ganz echt!!! Aber bitte lest selbst, was der elektronische Ableger der wahrheitsliebenden Bildzeitung so herausgefunden hat. (Keine Angst, Josef und Narumol sind nicht betroffen, die sind natürlich echt…)

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  • Liebe Freundinnen und Freunde der ländlichen Partnervermittlung,

    so langsam geht nun auch bei RTL der Sommer zu Ende und ein banger Blick in die Fernsehzeitung meines Vertrauens bringt traurige Gewissheit: Nach der nächsten Woche ist das Leben, so wie wir es bisher kennen, vorbei! Nächsten Montag ist nämlich Ultimo, Tag der Abrechnung und die ansonsten sehr entbehrliche Inka Bause zieht eine Bilanz der bäuerlichen Pleiten und Romanzen, deren Zeugen wir in den letzten Wochen werden durften. Heute hingegen ist der letzte normale Bauernmontag, lassen wir uns also noch einmal die Landluft der mittlerweile so vertrauten Kuhställe um die Nase wehen…

    Beim “fleißigen” Milchbauern Carsten im schönen Ostfriesland geht die Sonne auf. Seine Gespielin Lilja freut sich noch immer über ihren gestrigen Erfolg, die blonde Nebenbuhlerin Annika vom Hof weg-intrigiert zu haben. Carsten fragt beim Frühstück sogar nochmal extra-naiv nach, ob seine Entscheidung vom Vortag wohl richtig gewesen sei und überraschenderweise bejaht die brünette Lilja das. Nun gut, gegen so eine schlaue Studentin aus der Großstadt kommt unser sympathisches Landei wohl intellektuell nicht an. Aber den Preis dafür wird der Jungbauer noch zahlen, fürchte ich… ;-)

    Anschließend lernt Lilja auf einer abgelegenen Weide das Treckerfahren, was gut klappt, damit aber eher Langeweile bei den Zuschauern hervorruft. Wenigstens einmal abwürgen hätte sie das Fahrzeug schon können… Zur Belohnung besorgt Carsten seiner reiterfahrenen Lilja später ein Pferd und setzt sich schließlich sogar selbst noch in den Pferdesozius hinter seine neue Flamme.

    Apokalypse im Chiemgau: Die gemeinsame Zeit unseres Lieblingspaares läuft endgültig ab, Narumol fährt heute zurück zu den Fischköppen nach Kiel. Während im Hintergrund Roger Whittaker sein “Last Farewell” knödelt, verputzen der “fromme” Rinderwirt Josef und sein thailändischer Glücksgriff vor dem Haus ihr letztes gemeinsames Frühstück. Dabei schmieden sie schon mal die Pläne für das Danach. Offenbar soll Narumol so schnell wie möglich zusammen mit ihrer Tochter wieder zurück kommen ins Chiemgau – auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob die beiden das auch so verstanden haben, denn ihr Deutsch ist weiterhin auf beiden Seiten wohlwollend nur als rudimentär zu bezeichnen.

    Was schenkt ein frommer 48jähriger Bauer ohne jegliche Erfahrung mit dem weiblichen Geschlecht seiner Freundin wohl zum Abschied? Nun, die RTL-Drehbuchautoren haben sich für einen Mondkalender und ein Büchlein mit bayerischen Volksliedern entschieden. Logisch, ein Mondkalender ist schon ein tolles Geschenk, besonders wenn man selbst etwas hinter dem Mond lebt. Und Folklore im urbajuwarischen Idiom ist natürlich das Allergrößte für eine Thailänderin, die an der Ostsee wohnt und eigentlich schon für jedes korrekte hochdeutsche Wort einen Finderlohn kriegen müsste! Und zu allem Überfluss scheinen die Bücher auch noch ziemlich alt zu sein, die sind bestimmt in Frakturschrift gesetzt, was ja eher wie Kyrillisch aussieht. Egal, Narumol kennt keinen Schmerz, gibt sich freudig-überrascht und umarmt ihren unbeholfenen Westentaschen-Casanova herzlich. Bedauerlicherweise animiert Josef das zum Absingen mehrerer Strophen eines mundartlichen Schlagers von Anno Knüll: “Is doas net di Hobelbonk – joa doas is di Hobelbonk” verstehe ich, bin mir aber nicht ganz sicher, denn RTL bleibt uns hier die Untertitel schuldig. Vermutlich kann und sollte man den Quatsch auch gar nicht übersetzen. Wäre das ganze ein Comic, hätte Narumol jetzt eine fette leere Denkblase über ihrem Kopf. Aber wenigstens lacht sie pflichtschuldig an Josefs Schulter und verspricht hinterher sogar, das Lied bis zum nächsten Besuch zu lernen.

    (Gerade durchzuckt mich ein beklemmender Gedanke: Was wäre, wenn Narumol uns alle ausgetrickst hat, in Wirklichkeit im thailändischen Fernsehen eine eigene Show wie TV-Total besitzt und ihrem Publikum dort vorführt, wie bekloppt die Leute in Europa so drauf sind. Quasi ein weiblicher thailändischer Borat… Aber nein, Narumol ist natürlich eine ehrliche Seele, auf so eine fiese Idee würde sie nie kommen.)

    Am Ende passiert das Unvermeidliche: Josef bringt seine Narumol zum Bahnhof, beiden steht das Wasser bis zum Hals und sie verbrauchen viele Taschentücher. Der Dialog bei ihrer letzten Umarmung ist reinste Poesie. Er: “Wie ist dei G’fühl?” – Sie: “Beschissen”. In dieser weihevollen Stimmung liest er ihr dann als letzte Überraschung noch ein angeblich selbst-fabriziertes Gedicht vor, das er sich aber trotz aller Kürze nicht merken konnte. Während der Zug einläuft, umarmen sie sich noch ein allerletztes Mal, sie steigt ein, macht das Fenster runter, man hält nochmal Händchen und die Tränen fließen. Dann winkt Josef und winkt und winkt – nur leider steht der Zug noch immer am Bahnsteig. Blöde Regie, der Bauer guckt etwas irritiert in die falsche Richtung, aber dann fährt der Zug schließlich doch noch ab. Sein Abschiedsmonolog wird leider schon wieder nicht untertitelt, vermutlich weint der zuständige RTL-Redakteur noch. :-(

    Im “malerischen” Meckpomm begegnen wir wieder der Pferdewirtin Berit mit ihrem auserwählten Stefan. Die beiden sind im Eiltempo unterwegs zur Weide, wo angeblich ein Zaun umgefallen ist (passende Musik: “SOS” von Abba). Vor Ort peilt Stefan mit einem geübten Blick die Lage und setzt den Pfahl wieder ein, den RTL vorher so hilfreich herausgezogen hatte. Berit zeigt sich begeistert, endlich hat sie einen Mann fürs Grobe, das erkennt die Pferdewirtin sofort. Aus Dankbarkeit lässt sie anschließend direkt auf der benachbarten Kuhweide zwischen den Fladen ein Picknick springen. Hinterher stellt sie ihren Fang dann noch der versammelten Dorfgemeinschaft vor, die das mit lautem Applaus honoriert. Anschließend – angeblich noch immer am selben Tag – sitzt sie wieder allein mit Stefan und der Kamera in der Abenddämmerung und pubertiert etwas gehemmt vor sich hin.

    Zwischenfazit: Die Berit-Szenen könnte man bedenkenlos streichen oder im ZDF zeigen. Sie eignen sich nur für Herzpatienten, denen der Arzt jede Aufregung verboten hat, für alle anderen ist das Langeweile pur. Reine Zeitverschwendung, zwei maulfaulen Bauern bei ihrem unspektakulären Alltag über die Schulter zu sehen. :-(

    Aber nun kommt wieder Action! Alle Welt depressiert sich wegen der Finanzkrise den Wolf, aber nicht der “lustige” Ziegenwirt Willi: Bei dem hat die gute Laune ein Heimspiel, er lacht sich zusammen mit seiner aerodynamisch ungünstig geformten Karola durch sämtliche Szenen. Bei genauerer Betrachtung verwundert das aber gar nicht mal so sehr, denn schließlich kommt Willi aus Hessen, einem Landstrich, der schon seit Heinz Schenks Zeiten als Epizentrum des deutschen Humors gilt. (Für unsere jüngeren Leser: Heinz Schenk war der Haupttäter einer fossilen Vorkriegsfernsehshow namens “Blauer Bock” und wird dieser Tage übrigens 85 Jahre alt. Das macht die Sache aber nicht besser.)

    :-) Hahaha, also heute, haha, liegt Hufeschneiden an, hahaha. Nein, nicht bei “Frohnatur” Karola, hihihi, sondern bei den drolligen Ziegen des lustigen hessischen Bauern, hahahaha. Die Viecher haben dann auch noch alle so witzige Namen, da macht die Arbeit gleich doppelt so viel Spaß… Ach, es ist kaum noch auszuhalten, so komisch ist das alles, gleich kommt mir das Abendbrot hoch! Aber dann ist plötzlich Schluss mit Lustig: Ziege Gerda scheint keinen Spaß zu verstehen und entschlüpft dem bäuerlich-patentierten Hufschneidekäfig. Jetzt kommen die zwei Action-Punkte, die die Fernsehzeitung für heute versprochen hatte, denn Karola scheißt was auf die Trägheitsgesetze der Physik und rennt der armen Ziege mit Vollgas hinterher. Hoffentlich kann sie hinten an der Mauer rechtzeitig bremsen, ansonsten wird das wohl ein Fall für Berits grobmotorischen Stefan, den Zaunklempner. Aber keine Angst, für die Bausubstanz geht alles gut aus, nur Gerdas Hufe müssen im zweiten Anlauf dann doch noch dran glauben. Statt in den Käfig, kommt das Tier nun in Karolas kräftige Arme und die Bayerin bewährt sich als Ziegenflüsterin, was Willi Respekt abnötigt.

    Wer dachte, für dieses Mal hätten wir den alten Teufel Humor damit erledigt, der irrt, denn die wahnsinnigen Schreiberlinge der Bauernkuppelshow haben für heute Abend noch das Phantasie-Ritual der “Ziegenlämmertaufe” erfunden. Mist, ich ahne schon, das geht nicht ohne Dauergelache ab… Wieder hat RTL einen Haufen arbeitsloser Gelegenheitsdarsteller aus früheren Gerichtsshows zusammengecastet. Die müssen jetzt die bäuerlich-debile Landbevölkerung spielen, die nichts lieber tut, als die Brut ihrer Stinkeviecher von einem “Ziegenpriester” mit einer Klobürste segnen zu lassen. Sogar ein Harmonium samt Organisten hat das Fernsehen mitten auf die Weide drapiert. Nun kommt Karolas Auftritt, denn sie wird Patentante einer fetten Zicke namens “Carmen”. Standesgemäß und dem intellektuellen Niveau der angetretenen Gesellschaft angemessen, dudelt dazu im Hintergrund “Das Lied der Schlümpfe”. Jaja, das waren Minuten, die ich gern sinnvoller verbracht hätte. Auch das abschließende romantische Picknick an Willis Weinberg kann das heute nicht mehr retten. :-)

    Da fehlt doch noch einer? Ja klar, der “herzliche” Holzbauer Maurizio aus Baden-Württemberg! Mit seiner Zweitbesetzung Claudia klappt es bedeutend besser als mit der dauermürrischen Cornelia, die sich zur allgemeinen Erleichterung vor zwei Folgen in Richtung Erdumlaufbahn verabschieden durfte. Heute wollen der immer leicht diabolisch aussehende Holzbauer und seine rothaarige Wuchtbrumme mit dem museumsreifen Trecker in den Wald zum Bäumesammeln. “Wo ist denn hier der Eingang?”, fragt Claudia etwas ratlos und geht um den roten Traktor herum. Schließlich zeigt ihr Maurizio, wie sie sich auf den Notsitz quetschen kann. Und das ist wörtlich gemeint, denn wegen Claudias barocker Formen sieht das ganze auch tatsächlich etwas nach Notfall aus. Aber Maurizio wäre kein Italiener, wenn er seiner Holden nach dem Ende der holprigen Fahrt nicht noch eine Massage angedeihen ließe.

    Nach getaner, schwerer Arbeit im Wald schnallt Maurizio abends die Schürze um und serviert seiner Claudia in seinem knallig-orange tapezierten Wohnzimmer ein Abendbrot, natürlich Spaghetti mit Tomatensoße, leider versalzen. Die Kalorien brauchen sie auch beide, denn Maurizio möchte seinen roten Käfer mit einer “unvergesslichen Nacht” beglücken: Die beiden fahren hinaus aufs Feld und steigen auf einen Haufen mit Strohballen, angeblich wollen sie sich von dort aus die ganze Nacht lang den Sternenhimmel ansehen… Er (untertitelt): “Ich hab Überschuss an Wärme, das kann ich Dir geben.” ;-)

    So romantisch geht also diese Folge zu Ende. In der nächsten Woche erwarten wir dann die Schlussabrechnung, wer ist noch zusammen, wer bleibt Single und vor allem: wird Dieters Heike das erste Mal als Model auftreten und was sagt seine Mutter dazu? Also, noch sieben Mal schlafen, dann kommt für uns alle der schwere Moment des Abschiednehmens. Bis denne!

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  • Nanu, schon wieder Montag? Noch drei Mal und Weihnachten ist bereits gewesen… :-( Fieses Regenwetter und Dunkelheit gibt es nur in unserer Muggel-Welt, aber nicht bei den RTL-Bauern, da ist nämlich noch immer Sommer! Und für viele von denen ist es auch noch DER Sommer, nämlich der erste mit weiblicher Begleitung – bzw. in einem Fall mit männlicher Begleitung. Hä? Jaaa, Birte, die unbemannte Bäuerin, ist nämlich aus der Versenkung geholt worden, wie wir gleich sehen werden…

    Übrigens fällt mir auf, dass man die Szenen mit Josef und Narumol, auf die wir ja alle besonders warten, diesmal nur in homöopathischen Dosierungen zeigt. Offenbar ist man sich bei RTL des Wertes dieser beiden Protagonisten sehr bewusst und verlegt ihren Auftritt tief in den zweiten Teil dieser Folge. Sie sind sozusagen wie die Marmelade im Berliner, erst wenn man das Zeug drumherum weg hat, kommt die süße Belohnung. In diesem Sinne wünsche ich Guten Appetit!

    Beginnen wir mit dem (lt. RTL lustigen, jedenfalls lacht er viel) Ziegenwirt Willi, der seiner Karola den Frühstückskaffee ans Bett bringt. Die Szene ist von vorn bis hinten inszeniert: Willis Wecker klingelt und er wischt sich den Schlaf aus den Augen. Wer ist schon mit Kamera und Scheinwerfer bei ihm am Bett? Richtig, das Fernsehteam. Dann geht Willi im Schlafanzug in die Küche und schnappt sich den von Mami gekochten Kaffee. (Wenn ich richtig gehört habe, begrüßt sie ihn mit “Morgen, Fiffi”!) Wieder ist das Fernsehen schon vor ihm da. Im knallrot dekorierten Gästezimmer schläft Karola angeblich noch selig, während direkt vor ihrem Bett das Kamerateam steht und die Szene hell ausleuchtet. Dann werden wir Zuschauer Zeuge, wie der lustige Ziegenwirt leise in das Zimmer kommt und seine Holde aus dem Schlummer küsst. Oh Mann, RTL, ihr haltet uns Zuschauer aber echt für ziemlich bescheuert, oder? (Zwischendurch kommt das 3.000-Euro-Telefon-Gewinnspiel für Vollidioten. Die Frage lautet: Was legt die Henne? a) Eier oder b) Karten )

    Später ist dann Schluss mit gemütlich und Karola muss den Ziegenstall ausmisten. Das erweist sich inbesondere olfaktorisch als eine starke Herausforderung. Sie gibt auf und hätte sich fast auch noch mal das so sorgfältig servierte Frühstück durch den Kopf gehen lassen. Der Spruch “das stinkt hier wie im Ziegenstall” scheint irgendwo einen wahren Kern zu haben. Karola fragt ängstlich, ob sie das jetzt immer machen müsse, aber Willi beruhigt sie “nein, ist nur, damit Du es mal gesehen hast”. Super, so leicht sollte Narumol das bei Josef auch mal haben. Die wird ja völlig verzärtelt, die Karola!

    Als nächste Aufgabe wartet nun auf “Frohnatur” Karola das Traktorfahren. Schon vor dem Anlassen des Motors gibt es das erste Problem: Die rundliche Bayerin kommt nicht mal ohne Hilfe auf den Fahrersitz. Dann aber geht die Fahrt los und sie dreht Runde um Runde mit 6 km/h auf der Wiese. Leider singt und lacht sie dabei heftig, was sehr nervt. Also im Ziegenstall fand ich Karola leichter zu ertragen…

    Der “freundliche” Holzbauer Maurizio hat seine misanthropische Cornelia glücklicherweise bereits in der letzten Folge vom Hof gejagt. Heute bekommt er vom Fernsehen eine neue Chance und eine neue Frau: Claudia heißt sie und passt dank schockroter Haare und barocker Formen hervorragend zur Inneneinrichtung des gebürtigen Italieners. Er holt sie mit einer kitschig geschmückten Pferdekutsche von der Bushaltestelle ab, damit auch alle anderen Dorfbewohner was zum Gaffen haben. Im Hintergrund dröhnt Italo-Eisdielen-Pop und alles wird gut. Claudia scheint auch stimmungsmäßig ein ganz anderes Kaliber zu sein, schon nach zwei Minuten lächelt sie – das hat Cornelia in der ganzen Zeit nicht ein Mal geschafft. Maurizio ist darüber auch gleich so erregt, dass es ihm die verständliche Sprache verschlägt, aber dafür gibt’s ja Untertitel.

    Maurizios Haus ist seit dem letzten Damenbesuch nicht wesentlich gewachsen, aber wo sich Cornelia noch pikierte und ekelte, trägt Claudia die Besichtigung des neuen Heimes mit Fassung. Sogar mit den kräftig-bunten Wände ist sie einverstanden, dabei sehen die aus, als ob da ein Farbenblinder Amok gemalt hat. Als Beispiel mag das Schlafzimmer dienen, das jetzt vorübergehend zum Gästezimmer geworden ist: Grüne Tür, rosa Wand, gelbe Gardinen, linkes Bett knallrot, rechtes Bett knallblau. Maurizio lacht selbst über seinen Farbenwahn: “Wir haben Villa Kunterbunt”. Später lädt er seine Familie und Bekannten ein und stellt ihnen die neue Eroberung vor. Diesmal sieht alles nach Happy-End aus.

    Minderjährige mögen bitte diesen Absatz überspringen, denn in Ostfriesland geht es heute zur Sache: Sex im Stall, Jungbauer Carsten nimmt seine beiden Gespielinnen Lilja und Annika nämlich mit zum Kühebesamen. Was sich im ersten Moment vielleicht noch erotisch oder romantisch anhört, verliert beim genaueren Hinsehen doch etwas an Reiz. Das Vorspiel macht dem Jungbauern ganz offenbar viel mehr Spaß als seinen Gästen, denn er grinst von Ohr zu Ohr, als er Kinderpflegerin Annika darum bittet, die lange Spritze mit dem Bullensperma warm zu halten und sie sich das Gerät daraufhin in den Ausschnitt steckt. Die Kamera ist dann buchstäblich hautnah dabei, als die blonde Annika sich den langen Plastikhandschuh überzieht, mit Gleitcreme einreibt, mit einer Hand den Schwanz der Kuh “Miranda” hoch hebt und dann mit Todesverachtung den anderen Arm bis zum Anschlag in das Tier schiebt. Jaja, sowas gibt’s nur bei RTL, hier lief kurz nach dem zweiten Weltkrieg auch die berühmte Intellektuellen-Show “Tutti Frutti”… :-)

    Übrigens hält sich Lehramtsstudentin Lilja währenddessen auffallend zurück, angeblich aus Angst um die Kuh. “Soll die sich doch ruhig mal austoben” – damit war Annika gemeint. Na, Zickenterror? Momentan steht’s jedenfalls 1:0 für Annika. Als sie später mal allein sind, fragt Carsten Lilja dann, was sie von ihrer Mitbewerberin halte. (Schlimmer Satz: “Vielleicht kannst Du mir ja helfen bei der Selektion.”) Nach millisekundenlangem Zögern blährt sie sich dann aus: Die Annika hat ja von Tuten und Blasen keine Ahnung, kann nichts alleine, denkt nicht so viel, ist halt noch ein kleines Mädchen. 2:0 – ich tippe mal, spätestens dieser Moment hat Lilja das Genick gebrochen. Keine Ahnung, für wen sich Carsten entscheidet, aber an Liljas Stelle würde ich jetzt, wo das im Fernsehen gekommen ist, mal ganz dezent im Erdboden versinken.

    Hinterher hat dann die “liebenswerte” Annika die Idee, mit Carsten ein Picknick am See zu machen. Allein, ohne Lilja. 3:0, ich würde an ihrer Stelle schon mal die Koffer packen, aber Lilja durchblickt die Situation wohl noch nicht so ganz. Am See funkt es zwischen Bauer und Kinderpflegerin ein wenig, kurz darauf auch am Himmel, denn es zieht ein Gewitter auf. Die beiden suchen Schutz unter einem Baum. Wie romantisch, zwei Liebende und etwa 8 Millionen Zuschauer.

    Am Ende der Folge kommt Carstens Entscheidung ganz anders als (von mir) gedacht: Lilja darf bleiben, Annika muss gehen – und das trotz Kuhbesamung und Gewitter am See. Da hat sich das Intrigieren der Lehramtsstudentin ja wider Erwarten ausgezahlt. Na, das wird er bestimmt noch bereuen…

    Nun kommt die Premiere dieser BsF-Staffel: Bäuerin sucht Mann und die Rolle der Bäuerin spielt dabei Berit aus Meckpomm. Zur Vorbereitung ihrer Hofwoche putzt die 37jährige Pferdewirtin aus unerfindlichen Gründen die Sau Mathilde. Auf was für bekloppte Ideen die Drehbuchschreiberlinge – vermutlich Städter – doch so kommen. Anschließend holt sie ihren Auserwählten Stefan mit dem Auto vom Bahnhof ab; wegen des schlechten Wetters wird ihr die geplante Kutschfahrt von RTL erlassen.

    Stefan ist übrigens 34 und kommt aus Hessen, daher müssen seine Wortbeiträge leider untertitelt werden. Viel zu sagen gibt’s aber eh nicht, die norddeutsch-ruhige Berit stellt der Reihe nach ihre Tiere vor und Stefan murmelt “aha” oder was man bei solch einer Gelegenheit eben so von sich gibt. Ich will ja nicht unken, aber hier ahne ich für die nächsten Sendungen etwas Langeweile voraus.

    Nun also zu den unumstrittenen Stars dieser bäuerlich-derben Serie, wir schalten um ins malerische Chiemgau zum katholisch-frommen Rinderwirt Josef und seiner thailändischen Götterperle Narumol. Ihre Hofwoche scheint wohl eher ein Hofjahr zu werden, denn wir besichtigen dieses wunderliche Paar schon seit der zweiten Woche, die im RTL-Programm am 02.11.2009 stattfand. Aber niemand beklagt sich darüber, ganz im Gegenteil. Meinetwegen könnten die Programmmacher die ganze andere Bande nach Hause schicken und nur noch aus dem Chiemgau senden. Jeden Tag. Bei Josef auf dem Hof würden ein paar feste Kameras installiert und abends gäbe es dann immer eine Zusammenfassung der wichtigsten Tagesereignisse, so wie bei der Dschungelshow. Gern auch mit Dirk Bach und “Missi” Sonja Zietlow als Moderatoren. Ha! Und Heike und Cornelia müssten dann immer in die Dschungelprüfung! Bezahlt würde das dann alles von Stefan Raab, der dafür dann Narumols beste Textfragmente in TV-Total verwursten darf.

    Letzte Woche hatte ich noch gefragt, ob Narumol denn nun bald das Jodeln lernen würde und siehe da: heute will Josef ihr tatsächlich ein Dirndl schenken. Mit dem gelben Sommerkleid auf dem Trecker, das ging ja auch wirklich gar nicht, da macht man sich als Dirndlträgerin doch viel besser. Gesagt, getan, schwupps steht man in der “Trachtenstube” und nun muss sich Narumol entscheiden: “Wollens liaba woas in Baumwolle oder woas Festliches?” Ja, genau das Festliche will die liebenswerte Bauersfrau in spe und Josef ist zunächst sprachlos, als sie das rosa Kleid anzieht. Dann findet er aber seine gelegentlich unverständliche Sprache wieder: “Jetzt bist Du wenigstens oan richtigs boarisches Mädel”. Kuss! “Foa ma!” Ende der viel zu kurzen Szene.

    Im zweiten und letzten Teil der heutigen Chiemgau-Show führt Josef seine Herzensdame zum Essen in den Gasthof aus, jetzt tragen sogar beide Tracht. Leider versaut Narumo die romantische Stimmung, als sie Fisch bestellen möchte. “Das isst man vielleicht in Norddeutschland, aber nicht hier in Bayern. Iss mal was Bayerisches! Grillfleisch!!!”, befindet Josef laut Untertiteln. Sie tut wie geheißen. Nach dieser kurze Irritation bricht aber nun komplett der verschüttete Romantiker in Josef durch: Er schenkt Narumol eine kleine Schachtel, die sie unter den Augen der Kamera vorsichtig öffnet. Für Sekundenbruchteile erkennt man einen Ring… oder doch nicht? Nein, leider nicht, es ist tatsächlich ein Haustürschlüssel, nämlich der von Josefs Hof. Das ist als Einladung zu verstehen, jederzeit mal wieder vorbei zu kommen. Zum Melken, Ausmisten, Treckerfahren oder so? Aber Frauen ticken anders: Narumol versteht das ganze als Liebesbeweis und fällt dem Bauern um den Hals.

    Nächste Woche wird es im Chiemgau garantiert Tränen geben: Nach nur eineinhalb Monaten geht die “Hofwoche” zu Ende und Narumol muss die Heimreise antreten ins Lichtjahre entfernte Kiel. Aber jede Wette, die kommt wieder. Ganz klar, aus den beiden wird was, hundertprozentig.

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  • Der heutige Zwegat ist wieder nichts für Depressive. Der Schuldnerberater aus Berlin muss diesmal nach Nusse bei Mölln im schönen Schleswig-Holstein. Rainer und Sabine Lübcke betreiben hier das Traditionslokal “Siemer’s Gasthof”. Der Laden läuft nicht und keiner weiß so richtig, warum es eigentlich nicht klappt. Und was macht man, wenn man ratlos und ein klein wenig mediengeil ist? Na klar, man ruft bei RTL an und fragt nach dem Meisterkoch Christian Rach. Doof nur, dass der gerade seine Staffel beendet hat, vermutlich gerade seine Gage verjubelt und bis zur nächsten Serie keine Aufträge mehr annimmt. Da muss dann der ältere, gastronomisch wenig erfahrene (null Sterne) Kollege ran: Peter Zwegat.

    “Siemer’s Gasthof” steckt tief in der Scheiße hat große Probleme, seit nach einer großen Renovierung aus angeblich unerfindlichen Gründen die Gäste wegbleiben. Ohne Gäste gibt es keine Einnahmen und ohne Einnahmen können die Zinsen für den Kredit nicht gezahlt werden. Die Bank kündigt den Kredit und stellt Lübckes ein sechsmonatiges Ultimatum. Wenn sie es bis dahin nicht schaffen, ihren Kredit ordentlich zu bedienen, wird ihnen die ganze Grütze in Form der Zwangsversteigerung um die Ohren fliegen, das ist amtlich. Jaja, was die eigene Kundschaft angeht, sind Banken ja meist nicht so großzügig und lassen gern mal einen “über die Klinge springen”. Banken können aber auch, das muss zu ihrer Ehrenrettung hier mal gesagt werden, sehr großzügig sein, zum Beispiel wenn es um die Annahme staatlicher Unterstützungen oder die Prämien ihrer Manager geht…

    Lübckes haben neben ihrem eigenen Gasthof jeder noch einen zweiten Vollzeitjob. Sie schuften sieben Tage die Woche rund um die Uhr, kommen finanziell aber trotzdem nicht vom Fleck – und das, obwohl momentan sogar die Kreditraten ausgesetzt wurden und nur die laufenden Kosten anfallen. Das ruft dann aber doch sehr nach der Zwegatschen Flip-Chart!

    Der rüstige Schulderguru zückt den Filzstift, addiert flugs die Lübckeschen Schulden und kommt auf die runde Summe von 300.000 Euro Miesen. Darin enthalten ist auch ein noch nicht abgezahltes Haus in Mölln, in dem Rainers erste Ehefrau plus Sohn wohnt. Bei den monatlichen Einnahmen sieht es auf den ersten Blick ganz gut aus, nämlich knapp 10.000 Flocken, aber leider liegen die Ausgaben um genau 3.312 Euro höher, d.h. Lübckes bohren sich im Rekordtempo immer tiefer in den Sumpf. Interessante Nebenrechnung vom Zwegat: Die Nettoeinnahmen aus den beiden Zweitjobs von Rainer und Sabine ergeben zusammen nicht mal den Bruttolohn, den sie ihren Angestellten im Gasthof zahlen!

    Das macht so ökonomisch alles überhaupt keinen Sinn, aber Rainer traut sich nicht, in die längst fällige Insolvenz zu gehen, weil der Laden seiner Familie bereits in der dritten Generation gehört und er vor seiner Mutter nicht als Versager dastehen möchte. Lieber schuftet er sich mit seiner Frau zu Tode… Ja, die Angst vor den Eltern kann tatsächlich fatale Auswirkungen haben. Gab es da nicht mal vor einiger Zeit den Fall, dass der Staatschef eines relativ bedeutenden Landes der westlichen Hemisphäre einen saufenden, minderbegabten Sohn hatte, der dann unbedingt seinem Papi beweisen wollte, dass er es auch drauf hat und der deshalb selbst Staatschef wurde? Die Geschichte hatte aber irgendwie kein richtiges Happy-End, jedenfalls nicht für alle… Hmmm, wir kommen etwas vom Thema ab.

    Zu der ganzen ökonomischen Misere kriselt es scheinbar auch in der Ehe von Rainer und Sabine. Sensibelchen Zwegat wittert das dank Drehbuch auch sofort und kümmert sich fortan primär um diese Baustelle. Als Emissär wieselt er zwischen beiden hin und her und versucht zu vermitteln. Sabine ist mit den Nerven am Limit, während Rainer immer nur noch vergnießgnaddelter wird. Beide wirken zwischenzeitlich wie Zombies im Dämmermodus, wie sie von einer Arbeitsstelle zur nächsten wanken und dabei ist das alles umsonst…

    Aber Rainer zappelt noch und will die Ausrichtung seines Gasthofs ändern: Es soll fortan nur noch Steaks und Fisch geben. Der Name “Siemer’s Gasthof” soll allerdings unbedingt bleiben, der hat ja Tradition. Ob das in unternehmerischer Hinsicht wirklich eine Lösung ist, könnte vermutlich nur Christian Rach beurteilen, aber der mischt sich immer noch nicht ein. Sabine hat jedenfalls Angst vor einer weiteren Runde im Schuldenstrudel und macht auf passiv: Soll Rainer das doch allein entscheiden, sie würde am liebsten den ganzen Kram hinschmeißen, wagt aber nicht, das ihrem Gatten offen ins Gesicht zu sagen. Auf Zwegats Frage an Rainer, ob er denn inzwischen endlich seiner Mutter die traurige Wahrheit über den Stand des Gasthofs verklickert habe, kommt von ihm ein klares “Nö, mache ich auch erstmal nicht”. Der Schisshase schickt lieber seine Ehefrau über den Jordan, als sich das eigene Scheitern einzugestehen. Wobei, was heißt hier “Scheitern”? Es muss ja nicht mal an Rainer selbst liegen, wenn die Leute heutzutage lieber ihre Euros zusammenhalten, anstatt in seinen Gasthof zu gehen.

    Bei Zwegats nächstem Besuch in Nusse ist allerdings denn doch erheblich was passiert: Rainer und Sabine haben sich nach einem Streit endlich dazu durchgerungen, den Laden in einem halben Jahr aufzugeben. Und – Fanfare! – Rainer hat das sogar schon seiner weiterhin unsichtbaren Mutter gesagt (und ist am Leben geblieben). Sabine geht es schon viel besser und Zwegat auch, denn er weiß jetzt wenigstens, in welche Richtung es beratungstechnisch weiter gehen soll. Sobald der Gasthof verkauft ist und klar ist, auf wie viel Schulden die Lübckes sitzen bleiben, könnte Zwegat seine eigentliche Arbeit aufnehmen. Ich sage bewusst “könnte” im Konjunktiv, denn dass Zwegat nach dem Ende dieser Folge und dem Abschalten der Kamera wirklich an dem Fall weiter arbeitet, halte ich für eher zweifelhaft. Die Sendezeit ist jedenfalls an dieser Stelle zuende, mehr gibt’s nicht und Zwegat verabschiedet sich winkend von den Lübckes und uns Zuschauern.

    Also, Fazit: Eine etwas ungewöhnliche Zwegat-Folge, die mehr im zwischenmenschlichen Bereich spielt und weniger in seinem eigentlichen Metier, der Schuldnerberatung. Ob das alles so unterhaltsam war, sei dahin gestellt. Ich persönlich fand das ganze ziemlich bedrückend, statt Fremdschämen war Fremddepressieren angesagt. Mein Fall ist das eher nicht und ich hoffe in der nächsten Woche wieder auf ein paar mehr Spacken und Dorftrottel. In diesem Sinne… ;-)

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  • Liebe Freundinnen und Freunde der ländlich-platten Unterhaltung, heute ist mal wieder Montag, der Tag der RTL-Landwirte. Und heute müsst Ihr alle ganz tapfer sein, denn es brauen sich ein paar dunkle Wolken über den Ställen unserer Lieben zusammen, doch seht selbst:

    Irgendwie hat Josef das Konzept der Sendung wohl nicht ganz durchblickt. Er wähnt sich vermutlich in “Bauer sucht Putze”, denn es reicht ihm offenbar nicht, dass Narumol seine Kühe melkt, die Bude aufräumt, kocht und – “wenn er das schafft” (siehe Vorwoche) – auch noch seine Kinder zur Welt bringt. Heute soll seine thailändische Perle nun unbedingt auch noch das Treckerfahren lernen. Das ist wieder ein tolles Bild für das RTL-Poesiealbum: Narumol sitzt im gelben Sommerkleid und mit langen Gummistiefeln auf dem Treckerfossil und wummert über Josefs Feldwege. Der Bauer sitzt links auf dem Notsitz und fummelt die ganze Zeit hektisch an den vielen Hebeln, deren Bedeutung leider im Dunkeln blieb, als er sie Narumol und uns Zuschauern zuvor in Tiefbayerisch zu erklären versuchte. Zwischendurch würgt sie das Gefährt ein paar Mal ab und ist von sich selbst tief enttäuscht, weil es nicht gleich beim ersten Mal perfekt klappt.

    Schwer depressiv ob ihrer mangelnden Fahrkünste wippt Narumol auf der bäuerlichen Hollywood-Schaukel und klagt Josef ihr Leid. Der guckt ziemlich ratlos, fast leer. Der Chiemgauer ist nun mal kein gelernter Mackenklempner, sondern auf der Gefühlsebene eher grobmotorisch veranlagt, wenn auch mit rustikal-liebenswürdigem Aszendent. Am Ende guckt Josef wohl mal schnell ins Drehbuch (bzw. ihm wird vorgesagt) und er kann seine Herzallerliebste kurz vor ihrer Selbstentleibung noch mit ein paar genuschelten Trostworten und einer ungelenken Umarmung beruhigen. Sie wischt ihre Tränen ab und vertagt den Abgang um mindestens eine Folge, soweit man sie versteht. Aber wenigstens gibt es für Stefan Raabs Zuschauer wieder was zum Lachen.

    Narumol ist kein Kind von Traurigkeit, in einer späteren Szene hat sie offenbar inzwischen das Treckerfahren gelernt und kutschiert ihren Bauern zur Weide. Gemeinsam jagen sie mit “oootschi-botschi-botschi-botschi-botschiiiiiii” die Kälber von einer Koppel in die andere. Narumol trägt zu ihrem gelben Sommerkleid jetzt auch noch einen ebensolchen Hut und natürlich die unvermeidlichen Gummistiefel. Mit ihrem dunklen Taint wirkt das alles zusammen ziemlich exotisch. (Hintergrundmusik: Boney M – “Brown Girl in the Ring”, sehr sinnig)

    Am Ende des Tages bekommt Josef von seiner Narumol dann sogar noch eine richtige Thai-Massage. Die Frau ist ein echtes Phänomen, sie kann beinahe alles: kochen, putzen, gärtnern, melken, Trecker fahren und massieren, nur nicht schwimmen und Deutsch.

    Dann gibt es ein Wiedersehen mit dem angeblich lustigen Ziegenwirt Willi aus Hessen, der heute auf der vakanten Planstelle von Weinbauer Tobias debütiert. Langsam wird mir das Konzept klar: RTL verheizt die Bauern nicht alle parallel, sondern stochert so lange in den Einzelschicksalen herum, bis da nichts mehr rauszuholen ist, lässt dann die jeweilige Hofwoche enden und holt sich den nächsten Landwirt aus dem Fundus. Leute mit natürlicher Telegenität und hohem Fremdschämfaktor – wie Josef und Dieter – tragen über viele Folgen, andere – wie Tobias und Markus – langweilen mit ihren Durchschnittsschicksalen und werden deshalb vergleichsweise schnell ausgemustert.

    Wir erinnern uns an das Scheunenfest – oder auch nicht: Der “lustige” Willi (41) hatte sich die vier Jahre jüngere Karola ausgesucht, die als bayerische “Frohnatur”gecastet worden war. Um ihr den Einstieg in das Format möglichst peinlich zu machen, wird auch sie mit maximalem Tamtam begrüßt: Der Ziegenbauer holt die undürre Altenpflegerin mit einem alten Bollerwagen – immerhin ungeschmückt – vom Bahnhof ab. Daheim werden erstmal Mutter und Tiere vorgestellt. Jedes Tier hat einen Namen und jeder Name wird von Frohnatur Karola mit einem leicht dämlich wirkenden Lachen quittiert. Später bringt der Bauer seine Auserwählte ins ziemlich rotstichig eingerichtete Gästezimmer und mit einem keuschen Gutenachtkuss verabschieden sich beide bis zur nächsten Folge.

    Beim “herzlichen” Holzbauern Maurizio hängt etwas der Haussegen schief: Er hat leckere Brötchen zum Frühstück besorgt und will es richtig gemütlich angehen lassen, aber seine Cornelia misanthropiert nur garstig am Tisch herum. Sie wolle lediglich Kaffee und eine Zigarette und überhaupt scheinen ihr Bauer, Fernsehteam und Zuschauer mal kreuzweise zu können. Das ganze Thema Bauernhof hängt ihr schon nach 24 Stunden erkennbar zum Halse raus. Die bekennende Vegetarierin kriegt sich gleich darauf beim Ausmisten des Hasenstalls mit dem Italiener in die Wolle. Keine Ahnung, warum sie so giftig wird, aber scheinbar hat die Dame keinen Bock auf Putzen. (Narumol würde das noch schnell und ohne jede Beschwerde zwischen Melken und Kochen einschieben.) Allein vor der Kamera schwadroniert Conny dann noch über den Italiener an sich. Ja, sie ist eben eine “ehrliche Haut”, so ihr RTL-Untertitel.

    Später holen Maurizio und Conny Futter vom Feld und schon wieder kracht es. Diesmal passt ihr nicht, dass er das Grünzeug erstmal am Wegesrand zu Haufen aufstapelt, anstatt es direkt auf den Anhänger zu werfen. Mann, über was man sich doch so streiten kann… Maurizio macht das einzig Richtige: Er sucht nach ihren dauernden Meckereien die direkte Aussprache und fragt auf den Punkt “Wofür bist Du eigentlich hergekommen?”. Sie seien beide wie Tiger und Löwe, wie Feuer und Wasser und er hoffe sehr, dass man in den nächsten Tagen auch mal ein bisschen Spaß habe und sich nicht nur bekriege. <Keine-Ironie>Super, das war echt menschlich sehr reif, wie Maurizio das rübergebracht hat, Respekt!</Keine-Ironie>

    Nachmittags kommt Connys Tochter mit Freund zu Besuch und beim Kaffeetrinken macht sie vor allen Leuten schon wieder voll den Miesepeter. Maurizio kann einem echt Leid tun, ich würde die Frau an seiner Stelle längst vom Hof gejagt haben. Und genau das tut der Italiener dann auch: Nach einer allerletzten Unterredung fährt Conny mit ihrer Tochter nach Hause. Gott sei Dank. Aber der Italiener an sich ist ja nicht umsonst der Flirt-Weltmeister: Maurizio erinnert sich an das Scheunenfest und seine tollen Gespräche mit irgend so einer Claudia. Die ruft er jetzt an und bietet ihr die durch Connys Abgang frei gewordene Stelle auf seinem Hof an. Mehr dazu in der nächsten Folge…

    Nun geht’s in’s Schwabenland zum “fleißigen” Rinderwirt Dieter. Auch bei ihm gibt’s heute Anlass für Tränen, denn seine auserwählte Heike ist in der vergangenen Nacht in sich gegangen. Dort war zwar offenbar auch nicht viel los, aber wenigstens kam sie mit der Erkenntnis zurück, dass Kühe weder für den Augenblick noch dauerhaft etwas für sie sind. Heike will stattdessen zukünftig mehr in Mode machen. Was das genau bedeutet, sagt sie nicht. Eine Karriere als Top-Model käme nach meinem subjektiven Dafürhalten erst nach dem Tod aller anderen 3,5 Milliarden Frauen des Planeten in Betracht, aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Vielleicht sind Heikes Vorstellungen ja auch bescheidener und sie will nur Star-Designerin in Paris, Mailand oder New York werden. Lagerfeld wird ja auch nicht jünger und möglicherweise wäre das auch gleich eine tolle Idee für eine neue RTL-Show: “Deutschland sucht den Modezar (DSDM)”?

    Dieter nimmt es jedenfalls wie ein Mann, als sich Heike mit Filmteam morgens seinem Trecker in den Weg stellt und ihm ihre Entscheidung pro Haute Couture mitteilt. Der Bauer kann einem Leid tun, aber offenbar ist er Abfuhren gewohnt. Immerhin wollen die beiden “gute Freunde” bleiben und sich auch zukünftig besuchen. Hahaha, ich sehe schon das Bild vor mir, wie er mit schitterigem Blaumann und Gummistiefeln bei der Präsentation ihrer ersten Kollektion in Monte Carlo am Laufsteg sitzt.

    Kleiner Hinweis an die Stoffel von RTL: Liebe Leute, wenn ihr aus Datenschutzgründen schon alle Namen von Bahnhöfen wegpixelt, denkt nächstes Mal bitte auch an die Betreiberaufschrift vom Taxi inkl. Telefonnummer…

    Die Rolle des Fischkopps war seit Claus Clausens Abgang in der letzten Woche unbesetzt – hier übernimmt ab sofort Jungbauer Carsten. Was Frauen angeht, ist der trotz seiner erst 23 Jahre offenbar bereits so verzweifelt, dass er sich für die Regulierung seines Hormonhaushalts der Dienste von RTL und Inka Bause bedienen muss. Beim Scheunenfest fiel ihm seinerzeit die Entscheidung so schwer, dass er gleich beide Bewerberinnen, die braunhaarige Lilja und die blonde Annika, zu sich nach Ostfriesland einlud. Sinnigerweise kommen die Damen dann auch gemeinsam per Bahn in den plattdeutschen Gefilden von Carsten an. Eine weite Anreise hatten übrigens beide nicht, die eine stammt aus Bremen und die andere aus Niedersachsen. Bei Josef, dem anderen Ich-kann-mich-nicht-entscheiden-Bauer, sollte die zweite Bewerberin ursprünglich erst nach Narmol einfliegen. Vielleicht erwarten sich die Drehbuchschreiberlinge bei Carsten ein paar interessante HahnenHennen-Kämpfe?

    Man sieht also, es bleibt spannend bei “Arsch sucht Eimer”, denn ein paar Fragen sind ja noch ungeklärt:

    • Welche seiner Frauen angelt sich Carsten? Oder welche angelt sich ihn?
    • Ist Maurizios nächste Frau wieder so ein Besen?
    • Kommt Heike zurück und wenn ja: wird sie wieder für Dieter backen und kriegt seine Mutter dann wieder einen Anfall?
    • Kann Narumol auch jodeln?

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