Liebe Leute, nicht böse sein, aber heute fordert meine Arbeit ihren Tribut: Es gibt diesmal einen etwas kürzeren Eintrag zur aktuellen Folge von unseren Landwirten auf Freiersfüßen.
Bei Tobias und Kerstin in Rheinhessen hat’s wirklich gefunkt, schade nur, dass die Frau jetzt lt. RTL-Drehbuch abreisen muss, denn ihre “Hofwoche” ist rum. Bis auf die unmodischen Ringelsocken des Bauern gibt es zwischen den beiden offenbar keine Probleme. Nicht mal beim gemeinsamen Bad in einem schlammigen Tümpel und dem anschließenden Picknick passiert etwas überraschendes. Wie langweilig.
Bei Dieter auf dem Hof kümmert sich Heike immer noch um das kleine Kälbchen aus der vorvorherigen Woche. Das wäre als Inhalt dieser Folge zu idyllisch, deshalb will Dieter, dass sich seine Herzallerliebste mal mit der Klauenpflege von Rindviechern befasst. Und das, wo wir doch seit dem letzten Mal ihren Ekel vor allem Kühischen kennen. Diesmal hätte die Friseurin das fast geschafft, aber auch hier gibt’s Schwierigkeiten: Erst äppelt sich die Kuh den Darm leer, dann ist Heike die Schutzbrille, die sie aufsetzen soll, zu dreckig.
Später kommt dann endlich doch etwas, was die niedersächsische Friseurin kann, die beiden machen nämlich einen Ausflug in Dieters schöne Heimat, die schwäbische Alb. Sie wandern in auffallend bunten Klamotten durch den Wald und genießen die tolle Aussicht. Heike ist beeindruckt von dem schönen Blick und Dieter, der gewiefte Verführer, nutzt die Gunst der Stunde und lädt sie schnell noch zum Essen ein. Im Hintergrund hört der versierte Cineast dabei die Erkennungsmelodie aus “Winnetou”. Passt auch ganz gut, nur dass diese Squaw einen halben Kopf größer ist als ihr Häuptling…
Später sehen wir dann auch tatsächlich eine Gemeinsamkeit der beiden, sie sind nämlich in gastronomischer Hinsicht komplett unbewandert, offenbar waren sie noch nicht mal beim Italiener. “Was ist Gnuttschi?” – “Weiß ich auch nicht”. Dieter fragt sie, warum sie seine Avancen nicht beantworte. Dabei gesteht Heike, dass sie eigentlich ziemlich schwierig sei, Heidi Klum anbete, Mode sehr liebe und mit Kühen eben nicht klar käme. Das sieht nicht nach einer tragfähigen Beziehung aus, um das mal gelinde auszudrücken.
Nun kommt ein ganz neuer Protagonist ins Spiel, den wir seit der allerersten Folge nicht mehr gesehen haben: Maurizio, der fröhliche italienisch-stämmige Holzbauer ist wieder da! Wir sehen, wie er seine Cornelia mit qualmendem Trecker-Oldtimer und kitschig dekoriertem Wagen von der Bushaltestelle abholt. Leider gießt es an dem Tag ziemlich und das museumsreife Gefährt hat außer einem bunten Regenschirm kein Dach… Auch Maurizio würden übrigens ein paar Untertitel gut tun – später kommen die dann auch tatsächlich. Des Holzbauern Lieblingsfarbe ist ein intensives Rot, das betrifft seine Klamotten, die Wohnzimmerwand und auch die Bettwäsche. Ansonsten wirkt er liebenswert verschroben und originell, irgendwie das positive Gegenstück zu Claus Clausen (siehe unten).
Mit seiner Cornelia kriegt Maurizio schnell Stress! Offenbar ist sie Vegetarierin und wird biestig, als er erzählt, welches Schicksal seinen paar Kühen am Ende droht: Die kommen nämlich in die Wurst.
Nun kommen wir ins “malerische” Chiemgau zu den Superstars der diesjährigen Staffel, Josef und Narumol. Sie haben sich mit ihrem Bröseldeutsch mittlerweile einen festen Platz in den Herzen der TV-Total-Zuschauer erspielt. Man hat das Gefühl, das Drehteam muss einfach nur die Kamera anschmeißen, drauf halten und der putzige Rest ergibt sich dann von selbst. Übrigens hat man den beiden diesmal als Hintergrundmusik für ihre Szenen den Vorspann von “Die Sendung mit der Maus” verpasst, der ja bekanntlich auch immer was mit Fremdsprachen zu tun hat (“das war serbokroatisch”).
Auch diesmal stößt Narumol schnell wieder an die barocken Grenzen des Einsiedlerbauern, denn er findet heraus, dass sie a) gelegentlich beim Arbeiten mal eine Pause braucht und b) dabei auch noch raucht. Beides kann er überhaupt nicht verstehen – weil er angeblich immer komplett durcharbeitet und dabei höchstens ein Glas Wasser trinkt. “Narumol bauck fumm Minud Pause – iss datt schlimm?” fragt sie und von ihm kommt nur ein trockenes “Joa”. Immerhin, sie will Josef zuliebe versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören.
Heute scheinen irgendwie alle Paare vom Waschzwang befallen zu sein, denn auch die überzeugten Nichtschwimmer Josef und Narumol (Kampfname “Miau”) watscheln mit Badelatschen zu einem kleinen See. Josef hüpft mit einer lila Badehose (vermutlich ein Erbstück seines Großvaters) vom Anleger in das flache Wasser und Narumol bewundert seinen durchtrainierten Astralkörper “ick finde, Josef iss ein aktativ Mann”. Dann hält die liebenswerte Thailänderin nichts mehr und sie folgt ihrem Bauern ins Wasser; beide plantschen darin wie kleine Kinder. Später sitzen sie auf der Picknickdecke und liefern Stefan Raab die Pointe für morgen: “Kannst Du Dich vorstellen, ein Kind mit mir zu kriegen?” fragt er wörtlich, worauf sie charmant antwortet “Ja, wenn Du datt schaff”. Sein schräges Grinsen entschädigt für viele langweilige Stunden Müll-TV…
Claus Clausen entfaltet wieder mal messianischen Eifer, um seiner Andrea die nordfriesische Heimat näher zu bringen. Diesmal muss sie erst mit ihm auf ein Sperrwerk fahren und auf die See gucken, anschließend darf sie einen Eiergrog probieren, den Clausen theatralisch auf Plattdeutsch bestellt. Auch hier geht jetzt die gemeinsame Zeit zu Ende. Während der Bauer offenbar eher ein Gemütsmensch ist, sieht die Sekretärin alles ziemlich sachlich: “die Eroberung in meinem Herzen ist bereits weit fortgeschritten” gibt sie ihre Gefühle in korrektem Amtsdeutsch zu Protokoll.
So, für die nächste Woche hoffe ich, dass wir auch die anderen verschollenen Bauern – und die Bäuerin – endlich mal sehen. Bis dahin freue ich mich noch etwas an der Idylle von Josi und Narumölchen. Ob RTL dann demnächst auch die Trauung in der merkwürdigen Dorfkirche live überträgt?






December 15th, 2009 at 9:20 am
Narumol und Josef sind definitiv das beste Paar….
Meiner Meinung nach passt zu den beiden die Beschreibung: gesucht und gefunden…
Sie verstehen sich blendend und man kann die Liebe zwischen Ihnen spüren. Ich hoffe, dass aus den beiden ein Paar geworden ist und sie jetzt alle als glückliche Familie auf Josefs Hof wohnen…