• Was gibt’s diese Woche Neues bei Peter Zwegat? Nichts, ist die traurige Antwort! Die Tristesse beim Herbstwetter ist voll auf die Drehbuchschreiber des berühmten Schuldnerberaters durchgeschlagen, denn ihnen fällt keine originelle Story mehr ein!!! Ganz ehrlich: Die Folge war so zäh und langweilig, dass ich mich ein paar Tage lang vor dem Bloggen gedrückt habe wie vor einem Gang zum Zahnarzt. :-(

    Also, wie schon in der letzten Folge, so steht auch diesmal ein chronisch Kaufsüchtiger im Mittelpunkt der Veranstaltung. KFZ-Meister Stefan Hannig (29) wohnt mit seiner Lebensgefährtin Sarah (25) und deren Tochter (5) in Bottrop. Ein weiteres Kind ist in der Mache und wird in drei Monaten erwartet. Bis dahin vertreibt sich Stefan die Zeit mit dem Verprassen von Geld, das er nicht hat. O-Ton: “Gelegentlich blase ich mal so einen Hunderter durch.” Hier ein paar Klamotten, da ein paar neue Möbel, was man eben so braucht. Seine Freundin kriegt es mit der Angst und mit der Wut, kann Stefan aber nicht nachhaltig bremsen. Ein wenig fehlt Sarah aber auch die Glaubwürdigkeit, denn sie hat selbst 15.000 Euro Schulden aus ihrer ersten Ehe und befindet sich jetzt im Insolvenzverfahren (glaubt sie jedenfalls…). Ein klarer Fall für den RTL-Supermann aus Berlin: ZWEGAT HILF!!!!

    Der kommt dann auch tatsächlich in Bottrop im hässlich verklinkerten Treppenhaus von Stefan Hannig an und sagt an der Wohnungstür artig sein übliches Sprüchlein auf. (Hallo RTL, ihr macht so viel Kohle mit der Vermarktung von Zwegat und seinen Hirbeln, könntet Ihr da nicht mal ein paar Euros zusammenkratzen und ihm einen neuen Begrüßungstext dichten lassen?) Neu ist zugegebenermaßen, dass sein Klient diesmal vorher schon selbst den Taschenrechner bemüht und seine Außenstände addiert hat. Stefan hat demnach bei 10 Gläubigern insgesamt gut 61.000 Euro Miese. Und das nur für Kleinkrams und Schnickschnack, eine reife Leistung mit 29 Jahren! Er hat zuletzt auch leicht den Überblick verloren und vor drei Monaten jegliche Ratenzahlung an seine Gläubiger eingestellt. Zwegat schockt Stefan jetzt (mit erkennbarem Vergnügen), dass ihm jederzeit eine Lohnpfändung drohen könne, was schnell eine Entlassung nach sich zieht.

    Nach der Wohnungsbesichtigung, dem unverzichtbaren Bestandteil jeder Schulden-Nabelschau, fragt Zwegat bei Stefan nach, wofür er eigentlich das ganze Geld gebraucht hat. Viel Sinnvolles kommt da nicht und mir drängt sich etwas der Eindruck auf, dass Stefan und Sarah sich von Zwegat vor allem erwarten, ihnen die lästigen Schulden vom Hals zu schaffen, damit sie weiter sorglos prassen können. Dass man selbst Schuld hat an der Misere und vielleicht mal anfangen könnte, den Sparkurs einzulegen, ist den beiden noch nicht aufgefallen. Beispiel gefällig? Ok, sie geben monatlich 300 Euro allein fürs Rauchen aus – ja, auch Sarah quarzt trotz Schwangerschaft!

    Alles wie immer, Zwegat versucht zuerst, einen Vergleich auszuhandeln und braucht dafür Geld. Hat er nicht, sagt Stefan, und er kennt auch niemanden, der noch welches hat. Ein tieftraurig-peinlicher Versuch, die Lebensversicherung der betagten Großeltern zu beleihen, schlägt gerechterweise fehl. Bleibt nur noch Stefans Arbeitgeber, der auch tatsächlich am Ende 2.500 Euro Darlehen ausspuckt. Damit trollt sich Zwegat wie ein begossener Pudel zur Citibank, mit etwa 50.000 Euro Forderungen der größte Gläubiger. 2.500 Euro sind da ein Witz und natürlich lässt sich die Citibank darauf nicht ein. Wie viel sie stattdessen haben wollen, wird übrigens extra nicht verraten, aber sie machen ihrem Schuldner jedenfalls ein Angebot.

    Zwischenzeitlich macht Zwegat den Pädagogen und zwingt Stefan und Sarah zu einer Gegenüberstellung mit ihren ehemaligen Vermietern, denen sie auch noch ein paar Tausender schulden. Das Geld können die wohl in den Schornstein schreiben, was ihnen der Berliner denn auch mit freundlichen Worten verklugfiedelt. Trotzdem laden sie ihre vormaligen Mieter auch noch zum Kaffee ein, das ist der Moment zum Fremdschämen…

    Achja, kleine Pointe am Rande: Beim näheren Nachsehen stellt Zwegat fest, dass sich Sarah noch gar nicht in der Privatinsolvenz befindet, sie hat da wohl ein Formular falsch gelesen.

    Nun geht die Folge glücklicherweise schnell zu Ende, denn man findet einen Dreh, wie man das geheimnisvolle Angebot der Citibank annehmen kann: Als Sarahs Scheidung vom ersten Mann durch ist, heiratet sie flugs Stefan. (Das wird auch höchste Zeit, der Ballonbauch der Braut ist nicht zu übersehen.) Als Hochzeitsgeschenk wünscht man sich von der Familie sinnigerweise Geld zur Schuldentilgung. Die eingenommene Beute bekommt Zwegat nachher im geschlossenen Umschlag und reicht sie an die Citibank weiter. Damit ist der Teil erledigt. Die Schulden bei den restlichen Gläubigern, insgesamt ein paar Tausend Euro, verspricht Stefan in den nächsten Jahren abzuzahlen. Dank anderer Steuerklasse (verheiratet) und Kindergeld bliebe dazu angeblich genügend Geld übrig. Na, wer’s glaubt, ich tue das jedenfalls nicht.

    Insgesamt eine unlustige Folge ohne große Höhen und Tiefen, die man getrost vergessen kann. Ich versuche das jetzt auch…

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    Posted by TV-Glotzer @ 7:57 pm

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