• Liebe Leute, nicht böse sein, aber heute fordert meine Arbeit ihren Tribut: Es gibt diesmal einen etwas kürzeren Eintrag zur aktuellen Folge von unseren Landwirten auf Freiersfüßen.

    Bei Tobias und Kerstin in Rheinhessen hat’s wirklich gefunkt, schade nur, dass die Frau jetzt lt. RTL-Drehbuch abreisen muss, denn ihre “Hofwoche” ist rum. Bis auf die unmodischen Ringelsocken des Bauern gibt es zwischen den beiden offenbar keine Probleme. Nicht mal beim gemeinsamen Bad in einem schlammigen Tümpel und dem anschließenden Picknick passiert etwas überraschendes. Wie langweilig.

    Bei Dieter auf dem Hof kümmert sich Heike immer noch um das kleine Kälbchen aus der vorvorherigen Woche. Das wäre als Inhalt dieser Folge zu idyllisch, deshalb will Dieter, dass sich seine Herzallerliebste mal mit der Klauenpflege von Rindviechern befasst. Und das, wo wir doch seit dem letzten Mal ihren Ekel vor allem Kühischen kennen. Diesmal hätte die Friseurin das fast geschafft, aber auch hier gibt’s Schwierigkeiten: Erst äppelt sich die Kuh den Darm leer, dann ist Heike die Schutzbrille, die sie aufsetzen soll, zu dreckig.

    Später kommt dann endlich doch etwas, was die niedersächsische Friseurin kann, die beiden machen nämlich einen Ausflug in Dieters schöne Heimat, die schwäbische Alb. Sie wandern in auffallend bunten Klamotten durch den Wald und genießen die tolle Aussicht. Heike ist beeindruckt von dem schönen Blick und Dieter, der gewiefte Verführer, nutzt die Gunst der Stunde und lädt sie schnell noch zum Essen ein. Im Hintergrund hört der versierte Cineast dabei die Erkennungsmelodie aus “Winnetou”. Passt auch ganz gut, nur dass diese Squaw einen halben Kopf größer ist als ihr Häuptling…

    Später sehen wir dann auch tatsächlich eine Gemeinsamkeit der beiden, sie sind nämlich in gastronomischer Hinsicht komplett unbewandert, offenbar waren sie noch nicht mal beim Italiener. “Was ist Gnuttschi?” – “Weiß ich auch nicht”. Dieter fragt sie, warum sie seine Avancen nicht beantworte. Dabei gesteht Heike, dass sie eigentlich ziemlich schwierig sei, Heidi Klum anbete, Mode sehr liebe und mit Kühen eben nicht klar käme. Das sieht nicht nach einer tragfähigen Beziehung aus, um das mal gelinde auszudrücken.

    Nun kommt ein ganz neuer Protagonist ins Spiel, den wir seit der allerersten Folge nicht mehr gesehen haben: Maurizio, der fröhliche italienisch-stämmige Holzbauer ist wieder da! Wir sehen, wie er seine Cornelia mit qualmendem Trecker-Oldtimer und kitschig dekoriertem Wagen von der Bushaltestelle abholt. Leider gießt es an dem Tag ziemlich und das museumsreife Gefährt hat außer einem bunten Regenschirm kein Dach… Auch Maurizio würden übrigens ein paar Untertitel gut tun – später kommen die dann auch tatsächlich. Des Holzbauern Lieblingsfarbe ist ein intensives Rot, das betrifft seine Klamotten, die Wohnzimmerwand und auch die Bettwäsche. Ansonsten wirkt er liebenswert verschroben und originell, irgendwie das positive Gegenstück zu Claus Clausen (siehe unten).

    Mit seiner Cornelia kriegt Maurizio schnell Stress! Offenbar ist sie Vegetarierin und wird biestig, als er erzählt, welches Schicksal seinen paar Kühen am Ende droht: Die kommen nämlich in die Wurst.

    Nun kommen wir ins “malerische” Chiemgau zu den Superstars der diesjährigen Staffel, Josef und Narumol. Sie haben sich mit ihrem Bröseldeutsch mittlerweile einen festen Platz in den Herzen der TV-Total-Zuschauer erspielt. Man hat das Gefühl, das Drehteam muss einfach nur die Kamera anschmeißen, drauf halten und der putzige Rest ergibt sich dann von selbst. Übrigens hat man den beiden diesmal als Hintergrundmusik für ihre Szenen den Vorspann von “Die Sendung mit der Maus” verpasst, der ja bekanntlich auch immer was mit Fremdsprachen zu tun hat (“das war serbokroatisch”).

    Auch diesmal stößt Narumol schnell wieder an die barocken Grenzen des Einsiedlerbauern, denn er findet heraus, dass sie a) gelegentlich beim Arbeiten mal eine Pause braucht und b) dabei auch noch raucht. Beides kann er überhaupt nicht verstehen – weil er angeblich immer komplett durcharbeitet und dabei höchstens ein Glas Wasser trinkt. “Narumol bauck fumm Minud Pause – iss datt schlimm?” fragt sie und von ihm kommt nur ein trockenes “Joa”. Immerhin, sie will Josef zuliebe versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören.

    Heute scheinen irgendwie alle Paare vom Waschzwang befallen zu sein, denn auch die überzeugten Nichtschwimmer Josef und Narumol (Kampfname “Miau”) watscheln mit Badelatschen zu einem kleinen See. Josef hüpft mit einer lila Badehose (vermutlich ein Erbstück seines Großvaters) vom Anleger in das flache Wasser und Narumol bewundert seinen durchtrainierten Astralkörper “ick finde, Josef iss ein aktativ Mann”. Dann hält die liebenswerte Thailänderin nichts mehr und sie folgt ihrem Bauern ins Wasser; beide plantschen darin wie kleine Kinder. Später sitzen sie auf der Picknickdecke und liefern Stefan Raab die Pointe für morgen: “Kannst Du Dich vorstellen, ein Kind mit mir zu kriegen?” fragt er wörtlich, worauf sie charmant antwortet “Ja, wenn Du datt schaff”. Sein schräges Grinsen entschädigt für viele langweilige Stunden Müll-TV…

    Claus Clausen entfaltet wieder mal messianischen Eifer, um seiner Andrea die nordfriesische Heimat näher zu bringen. Diesmal muss sie erst mit ihm auf ein Sperrwerk fahren und auf die See gucken, anschließend darf sie einen Eiergrog probieren, den Clausen theatralisch auf Plattdeutsch bestellt. Auch hier geht jetzt die gemeinsame Zeit zu Ende. Während der Bauer offenbar eher ein Gemütsmensch ist, sieht die Sekretärin alles ziemlich sachlich: “die Eroberung in meinem Herzen ist bereits weit fortgeschritten” gibt sie ihre Gefühle in korrektem Amtsdeutsch zu Protokoll.

    So, für die nächste Woche hoffe ich, dass wir auch die anderen verschollenen Bauern – und die Bäuerin – endlich mal sehen. Bis dahin freue ich mich noch etwas an der Idylle von Josi und Narumölchen. Ob RTL dann demnächst auch die Trauung in der merkwürdigen Dorfkirche live überträgt?

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  • Meine Fresse, wie die Zeit vergeht! Es ist schon wieder Montag und das kann bei RTL momentan nur eines bedeuten: Landpartie!!! Ich bin ja schon sehr gespannt, was unsere fünf Bauern diesmal wieder verzapfen, um uns Zuschauer zum Erröten zu bringen – vor Lachen und vor allem vor Scham. Und ob wohl endlich das Rätsel der vier fehlenden Landwirte (bzw. einer Landwirtin) gelöst wird? So langsam wird das wirklich merkwürdig, aber ich bleibe dran…

    Schönschön, wir beginnen diesmal mit Rinderwirt Dieter, dessen Szenen wie gehabt von einem Rindvieh bei der Produktion von Kuhfladen eingeleitet werden. A propos “verschissen”: Heike verschläft den Beginn ihres Arbeitstags und erscheint erst um 8 Uhr bei Dieter im Kuhstall. Die beiden begrüßen sich wie Geschäftsleute per Handschlag. Romantik pur, der Dieter ist schon so ein Womanizer. :-) Danach beginnt für Heike der weniger schöne Teil des Tages, denn jetzt soll sie zum ersten Mal melken. Das wird zum Fiasko: Erst verheddert sich die niedersächsische Friseurin minutenlang in einem komplizierten Kleidungsstück namens Schürze, danach ekelt sie sich so sehr vor den Kühen oder vor der Melkmaschine oder vor Dieter, dass sie die Arbeit verweigert. Stattdessen sieht sie Dieterlein einfach nur andächtig bei der Arbeit zu. Unser Frauenflüsterer macht aber auf einfühlsam: “Woran hakt’s denn, wegen der Kacke oder so?”. Ich will ja nicht unken, aber ich habe so das ganz dumpfe Gefühl, dass das mit den beiden nichts wird, also insgesamt. Letztes Mal hatte Heike schon arge Probleme in der Küche und diesmal kriegt sie nicht mal die Milch aus dem Euter geleiert, da bleiben ja nicht mehr so ganz viele sinnvolle Betätigungsfelder. Als Dieter später eine Schüssel voller Süßkirschen anschleppt, berichtet die Friseurin mampfenderweise dann auch noch, dass sie dagegen eigentlich allergisch sei und gleich “so dick Herpes” kriegen würde.

    Um ein für alle Mal klar zu machen, wer in dieser na, äh, also Beziehung die Hosen anhat, fragt Heike ihren Bauern nun listig, weshalb er eigentlich die beiden Hemden noch nicht anprobiert habe, die sie ihm beim Scheunenfest schenkte. Dieter windet sich verlegen, hat aber gegen das bekloppte Drehbuch keine Chance und schleppt die noch originalverpackten Teile herbei. Nach einem unerfreulichen kleinen Oberkörper-Striptease steht er in dem viel zu großen Hemd vor der ablachenden Heike. “Musst dein’ Vater schenken”, ist ihr pragmatischer Kommentar. Offenbar ging es ihr vor allem um die Begutachtung der männlichen Qualitäten ihres Bäuerchens, denn jetzt mäkelt sie herum, er äße zu wenig Steaks, nur von Honigbrot allein könne man ja nicht groß und kräftig werden. Ich sag’s noch mal: Das wird nichts mit den beiden!

    Im hohen Norden, wo sich Kälber und Bauern manchmal verdächtig ähneln, treibt weiterhin Herr Clausen sein Unwesen. Er ist das Protzen noch immer nicht leid und will Andrea heute seine Getreidefelder zeigen – weshalb sich die Sekretärin dafür aufbrezelt, bleibt allerdings ihr kleines Geheimnis. Der Hit sind ihre lila Gummistiefel und ein angeblich zu offenherziger Pullover, die Herrn Clausen, dem notorischen Friesenkopp, gleich negativ aufstoßen. Sie solle sich gefälligst weniger auffällig anziehen, man gehe ja schließlich nicht zur “Sexausstellung”. Schade, dass es hier kein Televoting wie bei DSDS gibt, sonst wären Clausens offensichtlich geskripteten Auftritte bestimmt schon Geschichte.

    In einer unsäglichen weiteren Szene sucht Andrea, die jetzt schon für Clausen kocht, nach Servietten. Er hat keine, fördert aber aus einer Schmuddelschublade seiner Junggesellenbleibe ein angeblich ungebrauchtes Strumpfband zutage. Das ist natürlich wieder Ausgangspunkt eines ganzen Schwalls anzüglicher Macho-Sprüche. Später baggert der Bauer Andrea dann noch erbarmungslos an: Es sei Sonntag und draußen regne es nur, ob sie da nicht mal ein bisschen mit ihm zwischen die Laken schlüpfen wolle? Sie lehnt dankend ab, das sei ihr doch alles ein bisschen zu schnell… Mir kommt beim Zusehen doch echt das Essen hoch! Solange das Fernsehen auf dem Hof ist, nutzt Clausen definitiv jede Gelegenheit, seine angeblich trotz 59 Jahren überreichlich vorhandene Anziehungskraft auf das andere Geschlecht plakativ zur Schau zu stellen – auch wenn das außer ihm selbst keiner glaubt. So wenig sympathisch, wie sie mir ist, tut mir Andrea trotzdem fast Leid: Sie dient nur als Vehikel, damit der Friese seinen Kopf möglichst oft in die Kamera halten kann. Ansonsten haben die beiden soviel miteinander zu tun wie Dieter Bohlen und gute Musik.

    Im “malerischen Chiemgau” (O-Ton RTL) muss Narumol, die schwer verständliche Thailänderin, mit ihrem Bauern Josef, den man noch schlechter versteht, in die Kirche. Sie soll das erste Mal den Rosenkranz mitbeten, wünscht sich der fromme Landwirt. (Wahrscheinlich ist es in seinem Universum sonst nicht erlaubt, mit ihr noch länger unter einem Dach zu nächtigen.) Leider hat sich Narumol etwas in der Klamottenwahl vertan. Sie erscheint zum Kirchgang mit einem schreiend pinkfarbenen T-Shirt, das vermutlich noch im Dunkeln leuchtet. Josef lässt Farben nur bei den Badezimmerkacheln zu, trägt selbst stets erdige Grau- und Brauntöne und ist deshalb von Narumols Outfit wenig begeistert. Die Jeans passt ihm auch nicht “hoascht koa Rock?”, höre ich aus seinem Bayerischen Dialekt heraus. Tatsächlich plünnt sich die Holde dann ein etwas dezenteres Kleid an und gemeinsam gehen sie zum Gottesdienst, in Josefs Dorf offensichtlich ein Gesellschaftsereignis ersten Ranges.

    An der dortigen Kirche sind die wesentlichen soziokulturellen Errungenschaften der letzten Jahrhunderte scheinbar folgenlos vorüber gegangen und wir befinden uns schlagartig wieder im Mittelalter: Männlein und Weiblein sitzen hier nämlich getrennt! Andererseits wird Narumol trotz ihres exotischen Aussehens nicht gleich als Hexe verbrannt, also so weit ist man hier immerhin doch schon…

    Nach dem Gottesdienst stellt Josef den anderen Dörflern artig seine Auserwählte vor. Übrigens sind die bei weitem nicht so farb-allergisch, wie der fromme Bauer; eine nicht gerade extrem junge Dame hat sogar einen ähnlich quietschebunten Pullover an, wie Narumol vorhin. Nun stehen alle – weiterhin nach Geschlechtern getrennt – verlegen grinsend im Kreis um die Thailänderin und halten Maulaffen feil. Vermutlich ist es heute das erste Mal, dass der bisher so fromme Josef mit Weibsvolk zur Kirche kommt. Auch Narumol fühlt sich anfangs offensichtlich nicht ganz wohl in ihrer Haut, wer weiß, vielleicht sammeln die Leute ja hinter ihrem Rücken schon Steine… Dann kommt aber doch ein eifriges Händeschütteln in Gang und die Nachbarn stellen sich der Reihe nach vor. “Das ist der Engelbert” – “Alibert?” – “Nein, Engelbert!” – “Englebeck?” – “ENGELBERT!!!” Alle lachen über Narumols mangelhafte Kenntnis gängiger deutscher Vornamen, aber das Eis ist gebrochen.

    Diese Mutprobe haben Josef und Narumol bestanden und zur Belohnung machen sie jetzt mit seinem dicken Daimler einen Ausflug in die Berge. Die Norddeutsche Narumol stößt hier wieder an ihre Grenzen, denn sie ist nicht ganz schwindelfrei und kotzt dem Bauern auf der letzten Etappe fast in den Schoß. “Ich denke oooh Scheiße mit Seilbahn fahren!” und “ich bin fick und fertig” [sic!], untertitelt RTL ihr Fraktaldeutsch, ohne einen Duden-Filter dazwischen zu schalten. Letzteres nehme ich RTL ein wenig übel, da könnte man wenigstens in der Übersetzung sprachlich einiges glätten, um Narumol nicht der Lächerlichkeit preis zu geben. Aber vermutlich will man genau dies. Die Szene kommt dann todsicher morgen wieder zur Volksbelustigung bei TV total. (Früher hat man die Freaks auf Jahrmärkten in Käfigen vorgeführt, heute geht das dank Fernsehen und Stefan Raab auch ohne Verlassen des heimischen Wohnzimmers.)

    Narumol ist echt hart im Nehmen und bekommt ihren Magen wieder unter Kontrolle. In der letzten Szene sitzt sie nämlich mit Josef auf einer Bank vor einem Wahnsinns-Bergpanorama (Studio mit Fototapete?) und die beide tauschen unbeholfen Zärtlichkeiten aus, deren verbalen Anteil sie aber vermutlich gegenseitig wieder nicht verstehen, weil es die Untertitel eben nur im Fernsehen gibt. Josef ist etwas irritiert, weil Narumol fortwährend lacht, besonders dann, als der Bauer ihr gesteht “ich hab dich lieb!”.

    Für das langweilig-harmonische Paar Tobias und Kerstin haben sich die Drehbuchautoren wieder einen hanebüchenen Unsinn ausgedacht, damit die Zuschauer diese Szenen nicht zum Toilettengang missbrauchen. Erst fahren die beiden in einem museumsreifen Trecker-Oldtimer in die Weinberge, später unterzieht Kerstin ihren überraschten Bauern einer Brusthaarentfernung mit Heißwachs. Der leidet erheblich, was seine Auserwählte aber eher noch anspornt. “Aber an den Weichteilen machen wir das nicht, gell?”, fragt er ängstlich zwischen zwei fiesen Rucken. Sie lächelt nur vielsagend in sich hinein… Am Abend sitzt Tobias wie ein Schuljunge bei Kerstin im Gästezimmer auf dem gegenüberliegenden Bett und sieht schmachtend zu, wie sie sich die Beine eincremt. Ob sie nicht lieber bei ihm drüben schlafen wolle, fragt er unsicher in die Kamera. “Ja klar”, sagt sie und schwupps trägt er sie rüber in sein Doppelbett, der Clown (siehe Folge 2) fliegt dafür raus und auch das Fernsehteam verlässt geschwind die sich anbahnende nicht-jugendfreie Szene. 1:0 für RTL.

    Der fünfte und damit – warum auch immer – letzte Bauer ist der Pfälzer Markus. Die Hofwoche seiner Yvonne geht heute bereits zu Ende und deshalb greift RTL nochmal tief in den Spesentopf und lässt einen Reitausflug mit integriertem Picknick springen. Die beiden galoppieren durch die Landschaft, was beim moppeligen Markus mit Rucksack etwas komisch aussieht. Ich hoffe, bei seinem Pferd ist hinterher noch etwas Geld für den Tier-Orthopäden übrig… :-) Nachher sitzen die beiden auf der Decke und futtern Kuchen. Markus, der mich in seinem grünen Blaumann dauernd an einen Tankwart erinnert, will die intime Situation allein mit Yvonne und ein paar Millionen Zuschauern dazu nutzen, über ihrer beider Zukunft zu sprechen. Er ist wohl einigermaßen verliebt und sie ist auch nicht ganz abgeneigt, bittet sich aber etwas Bedenkzeit aus. Mit Tränen in den Augen und die Arme voller Abschiedsgeschenke steigt sie in den Bus gen Heimat.

    Und auch wir müssen wieder für eine Woche Abschied nehmen von der gelegentlich überraschend fremden Welt der Bauern. Mal sehen, wie die RTL-Schreiberlinge sie beim nächsten Mal wieder piesacken werden…

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  • Was gibt’s diese Woche Neues bei Peter Zwegat? Nichts, ist die traurige Antwort! Die Tristesse beim Herbstwetter ist voll auf die Drehbuchschreiber des berühmten Schuldnerberaters durchgeschlagen, denn ihnen fällt keine originelle Story mehr ein!!! Ganz ehrlich: Die Folge war so zäh und langweilig, dass ich mich ein paar Tage lang vor dem Bloggen gedrückt habe wie vor einem Gang zum Zahnarzt. :-(

    Also, wie schon in der letzten Folge, so steht auch diesmal ein chronisch Kaufsüchtiger im Mittelpunkt der Veranstaltung. KFZ-Meister Stefan Hannig (29) wohnt mit seiner Lebensgefährtin Sarah (25) und deren Tochter (5) in Bottrop. Ein weiteres Kind ist in der Mache und wird in drei Monaten erwartet. Bis dahin vertreibt sich Stefan die Zeit mit dem Verprassen von Geld, das er nicht hat. O-Ton: “Gelegentlich blase ich mal so einen Hunderter durch.” Hier ein paar Klamotten, da ein paar neue Möbel, was man eben so braucht. Seine Freundin kriegt es mit der Angst und mit der Wut, kann Stefan aber nicht nachhaltig bremsen. Ein wenig fehlt Sarah aber auch die Glaubwürdigkeit, denn sie hat selbst 15.000 Euro Schulden aus ihrer ersten Ehe und befindet sich jetzt im Insolvenzverfahren (glaubt sie jedenfalls…). Ein klarer Fall für den RTL-Supermann aus Berlin: ZWEGAT HILF!!!!

    Der kommt dann auch tatsächlich in Bottrop im hässlich verklinkerten Treppenhaus von Stefan Hannig an und sagt an der Wohnungstür artig sein übliches Sprüchlein auf. (Hallo RTL, ihr macht so viel Kohle mit der Vermarktung von Zwegat und seinen Hirbeln, könntet Ihr da nicht mal ein paar Euros zusammenkratzen und ihm einen neuen Begrüßungstext dichten lassen?) Neu ist zugegebenermaßen, dass sein Klient diesmal vorher schon selbst den Taschenrechner bemüht und seine Außenstände addiert hat. Stefan hat demnach bei 10 Gläubigern insgesamt gut 61.000 Euro Miese. Und das nur für Kleinkrams und Schnickschnack, eine reife Leistung mit 29 Jahren! Er hat zuletzt auch leicht den Überblick verloren und vor drei Monaten jegliche Ratenzahlung an seine Gläubiger eingestellt. Zwegat schockt Stefan jetzt (mit erkennbarem Vergnügen), dass ihm jederzeit eine Lohnpfändung drohen könne, was schnell eine Entlassung nach sich zieht.

    Nach der Wohnungsbesichtigung, dem unverzichtbaren Bestandteil jeder Schulden-Nabelschau, fragt Zwegat bei Stefan nach, wofür er eigentlich das ganze Geld gebraucht hat. Viel Sinnvolles kommt da nicht und mir drängt sich etwas der Eindruck auf, dass Stefan und Sarah sich von Zwegat vor allem erwarten, ihnen die lästigen Schulden vom Hals zu schaffen, damit sie weiter sorglos prassen können. Dass man selbst Schuld hat an der Misere und vielleicht mal anfangen könnte, den Sparkurs einzulegen, ist den beiden noch nicht aufgefallen. Beispiel gefällig? Ok, sie geben monatlich 300 Euro allein fürs Rauchen aus – ja, auch Sarah quarzt trotz Schwangerschaft!

    Alles wie immer, Zwegat versucht zuerst, einen Vergleich auszuhandeln und braucht dafür Geld. Hat er nicht, sagt Stefan, und er kennt auch niemanden, der noch welches hat. Ein tieftraurig-peinlicher Versuch, die Lebensversicherung der betagten Großeltern zu beleihen, schlägt gerechterweise fehl. Bleibt nur noch Stefans Arbeitgeber, der auch tatsächlich am Ende 2.500 Euro Darlehen ausspuckt. Damit trollt sich Zwegat wie ein begossener Pudel zur Citibank, mit etwa 50.000 Euro Forderungen der größte Gläubiger. 2.500 Euro sind da ein Witz und natürlich lässt sich die Citibank darauf nicht ein. Wie viel sie stattdessen haben wollen, wird übrigens extra nicht verraten, aber sie machen ihrem Schuldner jedenfalls ein Angebot.

    Zwischenzeitlich macht Zwegat den Pädagogen und zwingt Stefan und Sarah zu einer Gegenüberstellung mit ihren ehemaligen Vermietern, denen sie auch noch ein paar Tausender schulden. Das Geld können die wohl in den Schornstein schreiben, was ihnen der Berliner denn auch mit freundlichen Worten verklugfiedelt. Trotzdem laden sie ihre vormaligen Mieter auch noch zum Kaffee ein, das ist der Moment zum Fremdschämen…

    Achja, kleine Pointe am Rande: Beim näheren Nachsehen stellt Zwegat fest, dass sich Sarah noch gar nicht in der Privatinsolvenz befindet, sie hat da wohl ein Formular falsch gelesen.

    Nun geht die Folge glücklicherweise schnell zu Ende, denn man findet einen Dreh, wie man das geheimnisvolle Angebot der Citibank annehmen kann: Als Sarahs Scheidung vom ersten Mann durch ist, heiratet sie flugs Stefan. (Das wird auch höchste Zeit, der Ballonbauch der Braut ist nicht zu übersehen.) Als Hochzeitsgeschenk wünscht man sich von der Familie sinnigerweise Geld zur Schuldentilgung. Die eingenommene Beute bekommt Zwegat nachher im geschlossenen Umschlag und reicht sie an die Citibank weiter. Damit ist der Teil erledigt. Die Schulden bei den restlichen Gläubigern, insgesamt ein paar Tausend Euro, verspricht Stefan in den nächsten Jahren abzuzahlen. Dank anderer Steuerklasse (verheiratet) und Kindergeld bliebe dazu angeblich genügend Geld übrig. Na, wer’s glaubt, ich tue das jedenfalls nicht.

    Insgesamt eine unlustige Folge ohne große Höhen und Tiefen, die man getrost vergessen kann. Ich versuche das jetzt auch…

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  • Hallo zusammen, hier ist der Landfunk! RTL entführt uns auch an diesem Montagabend bei “Trüffel sucht Schwein” in die faszinierend erdige Welt der neun hoffungsvollen Ex-Singles. Das heißt, eigentlich sind es wieder nur fünf Bauern, wo die anderen vier abgeblieben sind, verschweigt uns RTL weiterhin (waren wohl nicht so fotogen). Reicht aber eigentlich auch schon so… Heute müssen die Möchtegern-Besserehälften den Zuschauern jedenfalls beweisen, dass sie außer Mediengeilheit auch noch Qualitäten haben, die man im Stall, auf der Weide, im Weinberg oder in der Küche brauchen kann.

    Los geht’s mit absolutem Kitsch, denn bei Waldbauer Markus “in der schönen Pfalz” kräht tatsächlich morgens der Hahn. Wir sehen, wie sich der Bauer aus seiner knallbunten Kinder-Bettwäsche schält und dann in sein quietsche-grün gekacheltes Badezimmer geht. Nanu, genau diese bescheuerte Kachelfarbe gab es doch auch beim frommen Josef in der letzten Folge, hat RTL da etwa geschlampt und beide Szenen in denselben Kulissen gedreht????? Egal, Markus zieht jedenfalls die Verführer-Nummer durch, kocht seiner Yvonne einen Kaffee und serviert den auf leisen Sohlen direkt ans Bett (im Gästezimmer). Die Tatsache, dass das Fernsehteam schon im Zimmer ist, als Markus hinein schleicht, verdirbt etwas den Eindruck einer ungestörten Romanze. Yvonne gesteht noch etwas verpennt, dass sie sich erstmal daran gewöhnen muss, dass es auf Markus Hof – außer im Bad – keine Zimmertüren, sondern nur Vorhänge gibt!?! :-) Markus stammelt eine Erklärung, verfällt aber vor Aufregung in die Sprache der hiesigen Ureinwohner und muss für den Rest der Sendung untertitelt werden.

    Dann geht’s ab in seinen Wald zum romantischen Bäumezerkleinern. Markus zeigt Yvonne, wie man die Säge richtig hält und sie himmelt ihn dafür an. Später sieht man beide beim munteren Plantschen barfuß auf dem Rasen. Ganz klar, da liegt was in der Luft! Ich rate mal, was in der nächsten Folge passiert: die beiden Schnuckis laufen händchenhaltend mit der Säge in den Wald, fällen einen Baum, machen aus den Brettern Türen für Markus Bauernhof und sägen dann aus jeder Tür ein Herzchen aus, damit der Bauer sich nicht so eingesperrt fühlt… :-)

    Im noch malerischeren Chiemgau hat der fromme Milchbauer Josef den anfänglichen Kulturschock überwunden und weckt seine Narumol, die inzwischen dank Häschensprache und Stefan Raab auf dem Weg zur unfreiwilligen C-Promi ist. Wie gewohnt, versteht man beide Protagonisten akustisch so gut wie gar nicht und ist auf die Übersetzung in den Untertiteln angewiesen. Josef serviert seiner thailändischen Flamme zum Frühstück einen Krug warmer Rohmilch und ist geschockt, als sie ihm erzählt, dass sie bei Milch immer gleich kotzen müsse (vermutlich Laktose-Intoleranz). Das geht ja eigentlich nicht, schließlich ist er Milchbauer… aber noch bevor Frust aufkommt, verkündet Naromol, dass sie jetzt sein Haus putzen wolle. Erst dachte ich, dass sei ihre komische Umschreibung für eine kleine Kennenlern-Genussferkelei im Heu, aber sie meint das wohl tatsächlich wörtlich. Der fromme Josef hat scheinbar auch keine unkeuschen Assoziationen gehabt und sagt, er freue sich über diese Ankündigung. Schön, mein bisheriges Weltbild stimmt also schon mal bis hierher:  Frauen wollen nur das Eine, nämlich putzen, und in Bauernhäusern gibt es Vorhänge statt Türen (siehe Markus).

    Tatsächlich sehen wir Narumol, die thailändische Perle, in der nächsten Szene beim Putzen von Josefs unglaublich grünem Badezimmer. Die Farbe ist eine Kriegserklärung an alle Sehenden, hatte man da früher in der DDR nicht Trabis draus gemacht? Highlight der Badezimmerreinigung ist die total verrostete Waage, die Narumol angewidert über der Badewanne ausschüttelt. Sie beichtet in ihrem Fraktaldeutsch die erfreuliche Tatsache, dass sie eine Putzmacke habe und nie still sitzen könne. Das dürfte ihren Marktwert auf jeden Fall steigern. Wenn das hier bei “Arsch sucht Eimer” nicht klappen sollte, findet sie bestimmt ganz schnell einen anderen Mann mit verdreckter Bude, wo sie sich austoben kann.

    Weil sie den Hof so schön geputzt hat, darf Nerumol dann zur Belohnung noch gleich die Kühe melken. Das hat sie noch nie gemacht, stellt sich dabei unter Josefs wachsamen und wohlwollenden Blicken aber gar nicht mal so dösig an, es scheint ihr sogar Spaß zu machen. Als dabei keine Kuh zu Schaden kommt, ist die Zeit reif für die höchsten Weihen: Narumol darf in Josefs bisheriger Junggesellenküche ein Kotelett braten. Vor dem Essen wird dann so inbrünstig gebetet, dass da selbst der Papst noch was lernen könnte.

    Und dann kommt meine heutige Lieblingsstelle, ein Kabinettstückchen aus dem echt-gescripteten Leben: Josef und Narumol gestehen sich am Mittagstisch gegenseitig, dass sie einander wegen ihrer komischen Sprachen fast nicht verstehen können! Als er hinterher allein mit der Kamera ist, beklagt sich Josef nochmal, dass Narumol immer mit thailändischem Akzent spräche. Ohne Untertitel hätte ich sein tiefbayerisches Gefasel allerdings überhaupt nicht verstanden! Ich lach’ mich scheckig, die beiden sind ja echt was für das TV-Poesiealbum, gleich zwischen Regina Zindler (“Moschndrohtzoun”) und Lorielle “Lorenzo” London. Hinterher passiert das dann gleich nochmal: Josef versucht Narumol zu verklickern, dass er die zweite beim Scheunenfest geschossene ausgewählte Frau (Michaela) inzwischen wieder ausgeladen hat. Die Thailänderin versteht das erst beim zweiten Anlauf, schnappt sich dann aber unseren frommen Josef für eine erste innige Umarmung auf dem Sofa. Leute, ich sage Euch, da geht noch was…

    Als nächstes treffen wir im ebenfalls sehr schönen Schwabenländle den kleinen Rinderwirt Dieter, dessen Szenen übrigens immer mit einer Kuh auf der Weide bei der Darmentleerung eingeleitet werden! Er ist gerade beim Vorbereiten des Frühstückstisches in der Küche. Er will seiner Heike schon am Morgen Stachelbeerkuchen kredenzen und aus dem Off singt Nana Mouskouri ihr grässliches Lied “Guten Morgen, Sonnenschein”. Heike erscheint leicht angegnaddelt in der Küche und hat offenbar den Kopf noch nicht eingestöpselt. Minutenlang faselt sie etwas von einem Muffin-Rezept, dass sie in ihrem Koffer habe und mal vorkochen möchte. (Liebe Heike, “Muffin” ist ein englisches Wort und wird “Maffinn” ausgesprochen.) Mitten in das dämliche Backwerkgelaber platzt Dieters Vater. Ich bin etwas verblüfft und Heike auch, denn wir hätten uns den Oberbauern angesichts seines mickrigen Sohnes nicht so groß und kräftig vorgestellt. Dann brilliert Heike etwas mit ihren Geographiekenntnissen: Sie sei zuvor noch niemals südlich von Hannover gewesen, erzählt sie und berichtet gleich im nächsten Satz, sie sei in Durban in Südafrika geboren worden. Hä?

    In der nächsten Dieter-Szene besichtigt er mit Heike seinen Kuhstall. Drehbuchgerecht ferkeln da erst zwei brünftige Kühe miteinander herum, dann findet der Bauer ein angeblich erst 10 Minuten altes Kalb. “Ist das aber süüüß!” Hinterher darf sich Heike einen Namen für das neugeborene Kalb ausdenken, ideenreich kommt sie auf “Kalbi”. Dieter schüttelt darüber hinterher – allein vor der Kamera – den Kopf “das ist ein komischer Name, ich hätte sie ‘Goldrosi’ genannt”. [Kein Kommentar]

    Die letzte Dieter-Szene beginnt wieder derb-romantisch mit einer kackender Kuh und steuert dann urplötzlich in die Apokalypse: Das Bäuerchen und seine Heike wollen Kuchen backen, sind aber zu blöd dazu, nehmen nicht genug Mehl und nun klebt der Teig tierisch. Jetzt betritt Dieters ältliche Mutter die Küche und kreischt schon von der Tür aus mit 120 Dezibel, dass das zu wenig Mehl sei und sie habe es gleich gesagt und so weiter. Heike keift zurück, Oma wird noch lauter und Sohnemann duckt sich erschrocken weg. Hinterher verträgt man sich zwar angeblich wieder, sagt die Stimme aus dem Off, aber ich finde, die haben hier irgendwie alle einen Hau.

    Ackerbauer Claus Clausen im hohen Norden ist ein eher unaufdringlicher Gastgeber und hat deshalb erst gar kein Frühstück gemacht. Wozu auch, dafür ist ja nun auch die Andrea auf dem Hof, oder? Außerdem ist eh sein Kühlschrank leer und das ist überhaupt auch alles viel zu kompliziert für einen einfachen Bauern wie ihn. Einkaufen gehört ja sowieso bekanntlich seit der Antike zu den weiblichen Domänen, besonders in Nordfriesland, wo das mit der Antike auch noch gar nicht soooo lange her zu sein scheint. Man hat das Gefühl, Herr Clausen wäre eigentlich am liebsten wieder allein und könnte das Junggesellendasein fortsetzen. Wenn doch bloß nicht die verlockende Gage von RTL wäre – noch eine Woche durchgehalten und er kann sich endlich den Flachbildfernseher mit Sky-Abo leisten… ;-)

    In der nächsten Szene zeigt Clausen seiner Andrea und uns Zuschauern seine diversen Landmaschinen. Bei diesem Thema wird der Friesenmuffel plötzlich ganz munter. Besonders sein grüner Mähdrescher hat es ihm angetan, er hat nämlich den größten. Letztes Jahr neu gekauft und natürlich bar bezahlt, erzählt der alte Angeber, als er Andrea zur Besichtigung die Leiter hinauf schiebt. Kaputtes Gästebett (siehe letzte Folge), Ebbe im Kühlschrank und dann protzt er plötzlich so mit seinem Vermögen rum, wie passt das denn zusammen?

    In der nächsten Szene schleppt Clausen seine Beute Auserwählte zu einer Windkraftanlage und zwingt sie dazu, die 68 Meter im Inneren hochzuklettern, obwohl sie nicht schwindelfrei ist. Der Nordfriese ist aber ein Charmeur der alten Schule: Mit den Worten “Zieh den Bauch ein, Du bist doch nicht schwanger” zieht er bei ihr den Klettergurt stramm und überprüft manuell den festen Sitz an ihrem Po, dann jagt er sie den Turm hoch. Hinterher findet er die ganze Aktion dann auch noch irgendwie erotisch, sagt er. Echt peinlich.

    Als Stiefkind dieser Folge erweist sich der rheinhessische Weinbauer Tobias. Er steigt mit seiner Kerstin in den heimischen Weinkeller und zeigt ihr, wie man Fässer reinigt. Später sieht man sie beim Kuscheln auf dem blauen Frotteesofa. Kein Streit, keine Missverständnisse, keine böse Schwiegermutter – da hab ich schon interessantere Testbilder gesehen, als diese Story. Irgendwie haben die beiden wohl den Sinn dieser Sendung nicht ganz verstanden, Kinder, hier geht es ums Fremdschämen, Harmonie habe ich selbst genug zu Hause, dafür muss ich den Fernseher doch nicht anmachen!!!

    Vermutlich haben sich die RTL-Drehbuchschreiber zulange in Tobias Weinkeller herumgetrieben und konnten dann wegen ihres Katers keine vernünftigen Geschichten mehr zusammendichten. Hoffen wir, dass sie bis zur nächsten Woche wieder nüchtern sind, denn dieser Staffel fehlt bisher klar die Action!

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  • Hurra, die Babinskys aus Gummersbach haben es endlich geschafft: An der Seite von Peter Zwegat steht die Familie für 45 Minuten im Mittelpunkt des RTL-Schuldenprangers. Nach dem Prinzip “Gier schlägt Scham” werden die kriminelle Vergangenheit und die Kaufsucht des Mannes genüsslich im Lichte der Fernsehöffentlichkeit ausgebreitet.

    Christoph Babinsky ist zwar erst 24 Jahre alt, aber er hat es schon in diesem “zarten” Alter weit gebracht: Nicht nur, dass er bereits Vater einer Tochter von vier Jahren ist, er hat außerdem zusammen mit seiner Ehefrau Tanja (30) einen ansehnlichen Berg von 40.000 Euro Schulden angehäuft. Seine viel versprechende Lehre als Hirbel in einem Tiermarkt (was ist das?) brach Christoph vor langer Zeit ab, nachdem ihm dort der Diebstahl eines Eis am Stiel vorgeworfen wurde – natürlich zu Unrecht. Danach kam er auf keinen grünen Zweig mehr, blieb arbeitslos und lebt mittlerweile seit Jahren von Hartz IV. Das sei eigentlich auch gar nicht mal so unbequem, findet er, wenn nur nicht dauernd die nervigen Besuche der Gerichtsvollzieher wären.

    Scheinbar ist es aber doch nicht so lustig als Arbeitsloser, wie die Stimme aus dem Off uns Zuschauern erklärt: Zuerst kriegte Christoph nämlich eine Depression, wurde dann computerabhängig und steigerte sich schließlich in eine exzessive Kaufsucht hinein, deren Ergebnis die o.g. 40.000 Euro Miese sind. Er bestellte nämlich online alles, was nicht niet- und nagelfest war, egal ob er es wirklich brauchte oder nicht. Als dank Schufa sein Kreditlimit auf Null ging, machte er einfach mit dem Konto seiner Holden weiter. Das war ziemlich doof, denn auch Tanja war damals schon arbeitslos und hatte keine Patte (angeblich, weil sie damals ihren chronisch klammen Vater unterstützte). Aus leicht nachvollziehbaren Gründen war Tanja wegen der 7.500 Euro Schulden sauer, die Christoph bei ihr verursacht hatte, und verließ den Göttergatten deswegen vorübergehend sogar. Dessen kriminelle Ader war übrigens schon vorher zutage getreten, als nämlich Christoph die EC-Karte nebst PIN einer Bekannten geklaut und benutzt hatte, was ihm eine Verurteilung wegen Checkkartenbetrugs einbrachte.

    Die Situation ist dermaßen verfahren, außerdem hat man nichts besseres zu tun, also schreckt man Peter Zwegat aus dem verdienten Ruhestand auf und bestellt ihn nach Gummersbach. Mit seinem üblichen, derbe ausgeleierten Willkommenssprüchlein steht er kurz darauf in der quietschenden Tür der Dachkammerwohnung und fragt rhetorisch, was die Babinskys denn von ihm wollten. Er solle ihnen aus ihren Schulden und ihrer “Doofheit” helfen, wünscht Tanja durchaus selbstkritisch – letzteres aber wohl vergeblich. Per aspera ad astra, wie der Lateiner sagt, vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt: Um ihre RTL-Gage zu verdienen, müssen die Babinskys jetzt erstmal das Fernsehteam einmal durch ihre etwas triste Wohnung schnüffeln lassen. Der bei Hartz-IV-Empfängern offensichtlich obligatorische fette Flachbildfernseher entlockt Zwegat einen Augenbrauenrunzler – angeblich hat Opa den Apparat gesponsert. Mit dem Geld hätten die zwei ja auch ein paar Schulden bezahlen können, aber das war ihnen wohl nicht aufregend genug. A propos Aufregung: Gerade am Vorabend waren Leute einer Inkasso-Firma bei den Babinskys und Tanja hat dabei in einem Anfall geistiger Umnachtung leichtfertig ein Schuldeingeständnis von mehr als 3.000 Euro unterschrieben. Zwegat rümpft wegen des in Insider-Kreisen berüchtigten Inkasso-Büros heftig die Nase und will die Sache von seinem Büro prüfen lassen. Lt. Schuldenpeter schieße diese Firma öfters mal über das Ziel hinaus, um das gelinde auszudrücken.

    Jeder Zwegat-Anhänger weiß, dass der Meister vor der Privatinsolvenz immer erst einen Vergleich anstrebt. Das geht nicht nur schneller, sondern ist für die Zuschauer auch viel interessanter, denn es konfrontiert die Schuldner meist direkt mit ihren Gläubigern. Auch diesmal sucht der Berliner erstmal nach Geld für einen Vergleich. Dabei fällt ihm die Babinsky’sche Familienkutsche vor dem Haus auf, die – wie der Fernseher – von Christophs Opa stammt. Der Typ muss wohl Schotter haben und Zwegat verabredet sich schleunigst mit ihm. In der nächsten Szene treffen die beiden älteren Herren dann tatsächlich aufeinander in Opas dickem Haus auf dem Berg, wobei der mich in seinem fetten Sessel etwas an Jabbe the Hut erinnert. Leider ist er nicht so ganz willens, seinem Enkel nochmal mit geschätzt 12.000 bis 15.000 Euro unter die Arme zu greifen. Der sei ja immer noch am Geldverprassen, auch gerade ganz aktuell dieser Tage für sein Auto und für Fastfood – Zwegat ist sichtlich irritiert, wähnte er Christoph doch auf dem Weg der Besserung. (Das gibt nachher Senge, soviel ist klar.) Der Opa will sich heute noch nicht entscheiden, sondern erst noch mit der Oma drüber sprechen. Eine spontane Zusage wäre ja dramaturgisch gesehen auch eine Katastrophe, was soll Zwegat denn sonst in den restlichen 20 Minuten dieser Folge machen, etwa Witze erzählen oder kochen?

    Erstmal nimmt er sich jetzt Christoph, den Hallodri, vor und meldet ihn zu einer Therapie gegen seine Kaufsucht an. Der schwört hinterher Stein und Bein, sich in Zukunft bessern zu wollen. Als nächstes pumpt Old Knitterface den Vater von Tanja an, der, nebenbei bemerkt, einen nicht unerheblichen Anteil an ihren Schulden hat. Doch hier ist absolut nichts zu holen, der Frührentner ist nach wie vor blitzeblank. Also läuft wohl alles auf den Opa hinaus.

    Zwischenzeitlich bauen die RTL-Schreiberlinge wieder einen kleinen Spannungsmoment ein: Es kommt ein Liebesbrief vom Zoll, man will wegen zu Unrecht erhaltener Zahlungen vom Arbeitsamt jetzt die Vollstreckung einleiten. Tanja kriegt Schiss, was ist, wenn die jetzt den großen Fernseher wegpfänden, dann könnten sie abends nur noch auf die Wand starren! “Die sind gnadenlos!!!”, ahnt sie. Das Leben kann so grausam sein und so ungerecht, da macht man nur mal ein paar kleinere Schulden und bescheißt das Arbeitsamt, also alles Kavaliersdelikte, und dann drohen die Brutalos vom Amt damit, dieser armen Familie den Lebensmittelpunkt herauszureißen. Ein Leben ohne Flachbildschirm, unvorstellbar, ja eigentlich sinnlos, da könnten sie einem ja gleich bei lebendigem Leibe die Organe rausnehmen. Klein-Tanja ist verzweifelt, aber Zwegat, der verkappte Papi, tröstet sie und man ahnt, alles wird gut, der Fernseher bleibt, die Babinskys können weiterhin RTL gucken. Der Vollstreckungsfuzzi will den Fernseher nämlich gar nicht, der sei nicht so viel wert, wie Abholung und Versteigerung kosten würden. Puh, Glück gehabt, das war der Spannungshöhepunkt dieser Folge, wenn nicht sogar der ganzen bisherigen Staffel.

    Zwegat steigt nochmal zu Christophs Opa auf den Berg, denn der Patriarch – bzw. seine Frau – hat sich entschieden: Er will zunächst den Vergleich für die angeheiratete Enkelin Tanja unterstützen, denn bei der gibt es begründete Hoffnungen, dass sie danach schuldenfrei bleibt. Den Christoph will man dagegen aus pädagogischen Gründen erstmal ein paar Monate lang zappeln lassen, bis er vor Zeugen Amazon und McDonald’s abschwört. Insgeheim ahnen wir natürlich alle, das Opas weiches Herz spätestens zu Weihnachten auch für Christoph eine kleine fünfstellige Überraschung ausspucken wird.

    Nun zieht Zwegat mit Tanja und Opas Moneten los und überzeugt ihre Gläubiger von der Vergleichslösung; das gibt bei ihr viel “Pipi in die Augen”. Währenddessen zeichnet sich auch für Meisterschuldner Christoph ein Silberstreif am Horizont ab, denn er kann seine damals abgebrochene Ausbildung in einer Maßnahme vom Arbeitsamt fortsetzen. Und nun kommt der Knaller: Christophs neuer Ausbilder will Tanja eine Vollzeitstelle als Verkäuferin für Obst und Gemüse vermitteln. Super, der Flachbildfernseher scheint endgültig gerettet zu sein, Zwegat darf sich zufrieden die Hände reiben und wird von den Babinskys mit einem freundlichen Winken aus der Haustür verabschiedet.

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  • In der heutigen zweiten Folge von “Torf sucht Nase” begleiten wir die ersten Schritte von fünf unserer neun einsamen Landwirte mit ihren Auserwählten auf den heimischen Höfen. Was mit den anderen vier Bauern ist, verrät uns RTL allerdings nicht. Vielleicht denken die ja, wir Zuschauer könnten nicht zählen und bemerkten das nicht? Sowieso scheint RTL auch vor der Mattscheibe eher einfache Gemüter zu vermuten; in einem Anruf-Gewinnspiel für 3.000 Euro lautet die Frage “Was bringt Glück? a) Bügeleisen b) Hufeisen”. Während ich noch an der schwierigen Lösung kniffle, beginnt schon der bunte Reigen.

    Den Anfang macht der überdrehte Nordfriese Claus Clausen (!), der Besuch von seiner Andrea bekommt und sie unbedingt am Hafen mit einem zünftigen Krabbenbrötchen willkommen heißen muss. Der Clausen labert pausenlos dummes Zeug mit Küstenakzent, wie ich finde. So gern ich auch persönlich im Norden bin, geht mir seine impertinent zur Schau gestellte Heimatverbundenheit doch tierisch auf die Nerven – vielleicht liegt es auch daran, dass im Hintergrund der unsägliche Gassenhauer “An der Nordseeküste” von Klaus & Klaus dudelt. Wenn das kein Grund für Landflucht ist, weiß ich auch nicht…

    Clausens freistehendes Haus sieht gar nicht nach Bauernhof aus und die Einrichtung erinnert mich eher an etwas zwischen der “Southfork Ranch” der Ewings und einem Bestattungsinstitut. Andrea wird im alten Kinderzimmer der längst ausgezogenen Söhne einquartiert. Das Zimmer ist offenbar in keiner Weise für den Besuch hergerichtet worden und das (unbezogene) Bett fällt schon beim ersten Ansehen auseinander. Anschließend darf Andrea dann selbst unter Clausens prüfenden Blicken ihr Bett beziehen. Da kommt sie ob ihrer Erwünschtheit doch etwas ins Grübeln.

    Weinbauer Tobias plant für seine Kerstin einen Sektempfang, putzt dafür den elterlichen Hof und schickt die Mutti als Empfangskomitee zum Bahnhof. Dumm nur, dass die gar nicht weiß, wie Kerstin aussieht. Als sie sich gefunden haben, ist Kerstin denn auch leicht irritiert, dass sie nicht von dem von RTL angedichteten Herzallerliebsten, sondern nur von dessen wuchtiger Mami begrüßt wird. Nach dem Sekt darf die Frau ihr Gästezimmer für die nächsten Tage beziehen; es atmet den Charme der 50er Jahre. Und nebenan wohnt Tobias selbst; auch seine Butze ist voller Erbstücke der Oma. Auf seinem Bett sitzt ein riesiger Clown, den der Möchtegern-Herzensbrecher seiner nun doch verwirrt aussehenden Zukünftigen erklären muss.

    Nun geht es in das kleine Hofrestaurant und in die Küche, wo Tobias Mama bereits das Bauernfrühstück (wie passend) schmurgelt. Ob sie sich vorstellen könne, hier später mal mit anzupacken, wird Kerstin charmant aber bestimmt gefragt. Klar kann sie, was soll sie auch vor der Kamera anderes sagen? Die mollige Mutti ist augenscheinlich ganz angetan, kriegt Schwiegermuttergefühle und vermutet verschmitzt “da ist irgendwas im Busch, bei denen”.

    Im Schwabenländle erwartet Dieter seine auserwählte Friseurin Heike, die mich noch immer an Schneewittchen erinnert. Während sie mit dem RTL-Team eine halbe Stunde lang bei Regen in einer Bushaltestelle auf ihren Westentaschen-Galan wartet, räumt der angeblich noch in seiner Bude den Kleiderschrank leer. Gutes Timing, Dieter! Überhaupt scheint er dringend nochmal einen Benimmkurs für Anfänger machen zu müssen, denn weder nimmt er Heike die Tasche ab, noch hält er im strömenden Regen den Schirm über sie. Kein Wunder, dass er bislang auf Damenbesuch verzichten musste.

    Zuhause angekommen wird das Paar von Dieters hutzeliger Mutter begrüßt. Die erzählt in einem offenbar später aufgenommenen Einspieler “Mein erster Eindruck war gut…” – deutet sich da etwa schon eine eher ungünstige Wendung des Dieterschen Schicksals an? Aber warten wir es ab. Zunächst besichtigt Heike Dieters für sie geräumtes Zimmer, das aussieht wie ein Kinderzimmer. Mit sichtlichem Unbehagen erfährt sie, dass sie in seinem Bett schlafen soll (“das ist aber neu bezogen, gell?”). Dieters Vater hat übrigens keine Zeit, seine möglicherweise angehende Schwiegertochter zu begrüßen, denn “der ist noch im Stall”. Das reicht für heute, Heike ist müde und wird von Dieter auf ihr Zimmer gebracht. Mit einer ungelenken Umarmung verabschiedet sich das Paar in spe.

    Der knuffige Pfälzer Markus hat offenbar keine Angst vor Kitsch und holt seine Yvonne mit einer Pferdekutsche vom Bahnhof ab. RTL legt unter die herzergreifenden Begrüßungsszenen passenderweise “Take my Breath away” aus dem Film “Top Gun”. Markus hat aber auch so gar nichts von Tom Cruise… Lt. Texteinblendung steht Yvonne auf “stämmige Männer und große Hunde” und freundet sich auf dem Hof gleich mit Markus Rottweiler an. Ansonsten passiert hier in dieser Folge nichts Bemerkenswertes.

    Nun kommen wir zum auf mich immer leicht gestört wirkenden, aber angeblich frommen, Josef nach Bayern. Wie sich die geneigte Leserschaft möglicherweise erinnert, hat der Milchbauer im hormonellen Überschwang gleich zwei Damen zu sich auf den Hof bestellt. Zunächst holt er die Thailänderin Narumol (Kampfname “Miau”), deren Namen er nach wie vor nicht ohne Holpern aussprechen kann, per Traktor vom Bahnhof ab. Übrigens hat RTL den Stationsnamen ausgepixelt, das lässt noch auf ein paar peinliche Szenen hoffen! Weiterhin muss Josef wegen fehlender Kenntnisse des Hochdeutschen komplett untertitelt werden, Narumol dagegen nur manchmal. Mir bleibt schleierhaft, wie die beiden miteinander kommunizieren sollen, aber wahre Liebe überwindet ja alle Grenzen.

    Auf dem Hof führt Josef zunächst sein intensiv grün-gekacheltes, heimatmuseumsreifes Badezimmer mit Holzheizung vor. Narumol wirkt überrascht, nicht aber erfreut. Danach gibt es Abendbrot mit frischem Aufschnitt und Himbeerkuchen – was für eine Zusammenstellung. Narumol ekelt sich zwar scheinbar vor den Fliegen, die überall auf dem Tisch herum fliegen, ist aber ansonsten ganz pfiffig. Ein Besteck braucht sie nicht zum Essen “Ich nehme Hand – Messer ist Scheiße”. Danach will sie ins Bett und gibt dem frommen Josef einen Gutenachtkuss, was den völlig aus der Bahn wirft.

    Das war ja insgesamt nur mäßig peinlich, hoffentlich geht da in den restlichen Folgen noch was. Und wo bitte bleiben die anderen vier Bauern aus der ersten Episode? Die Vorschau für die nächste Woche verheißt übrigens Action: In einer kurzen Szene kreischt Dieters alte Mutter seine Heike in der Küche an. Ich bin gespannt, wie schnell die Greisin ihren halben Hahn von Sohn wieder zum Single macht. Mehr davon dann also in einer Woche an dieser Stelle.

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