• Nachdem Kabel 1 nun scheinbar alle strengsten Eltern der Welt abgeklappert hat, beginnt die Doku-Soap nochmal von ganz vorne und betrachtet nun wie die Chaoten-Kids sich entwickeln haben. Naja gemeine Zungen würde nun sagen: “Klingt ja so als würde Kabel 1 das Abendprogramm mit Rückblenden füllen…” ;-)

    Dieses Mal ging es als erstes um Caroline (17).

    Ihre Mutter hatte Sie zu den strengsten Eltern aus Ghana gesendet um ihr ein paar Manieren bei zu bringen. Denn Caros liebgslings Aufgaben bestanden, so zeigt es die Rückblende, aus Saufen, Stylen und Scheiße bauen. Die Schule hatte sie abgebrochen und lebte nur noch als Parytgril mit Doppelkinn. Zum Glück war in Afrika alles anderes ;-) . Caro wurde so richtig hart ran genommen und dies scheint Wirkung geziegt zu haben – denn immer hin möchte sie nun doch etwas im Leben erreichen und auch ein bisschen netter sein zu ihrer Mutter. Ja man glaubt es kaum aber sogar wenn ihre Freunde sie überreden ein Fahrrad zu klauen macht sie sich nun Gedanken was dann alles kommen kann – zum Beispiel die Polizei – wie sie selbst sagt. Ihre Mama ist sogar guter Dinge das Caro auch wieder zur Schule geht und das nun alles besser wird. Die beiden gehen ja nun immerhin schon zusammen einkaufen ;-)

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  • DSDS (RTL) 09.05.2009 No Comments

    DSDS geht heute in die allerletzte Runde, die Finalisten Sarah Kreuz und Daniel Schuhmacher machen unter sich den Superstar 2009 aus.

    Nachdem alle schrägen oder besonders aufregenden Kandidaten in den letzten Wochen den Weg alles Irdischen gegangen sind, erwarte ich für heute Abend eigentlich keine besonders aufregende Sendung. Sicher, einer der beiden Finalisten kann sich hinterher Superstar nennen, aber mal ehrlich, was heißt das schon? Echte Karrieren werden nicht per Telefonvoting aus dem Nichts gezaubert und wenn man sich die bisherigen fünf DSDS-Superstars ansieht, ist vielleicht gerade noch einer, nämlich der ätzende Mark Medlock, einigermaßen im Geschäft. Und das auch nur durch permanente, übelst devote Anbiederung an Dieter Bohlen. Spätestens in drei Jahren singt er auch nur noch zur Eröffnung von Möbelhäusern und muss zur RTL-Resteverwertung in den Dschungel. Ob Sarah oder Daniel dazu bereit sind, sich bis zur Selbstaufgabe vermarkten zu lassen (oder überhaupt genügend Material dafür bieten), wird sich zeigen, ist aber wenig wahrscheinlich. Man sollte also vom heutigen Abend nicht die Geburt einer neuen Kelly Clarkson oder die Entdeckung eines Paul Pott erwarten. Solche Geschichten passieren nur im Märchen oder in den USA bzw. Großbritannien. Und so freue ich mich auf einen im Vergleich der letzten Wochen etwas weniger schrillen Ausklang der DSDS-Saison.

    Genug besinnliches Vorweggerede, Marco Schreyl wird für Action bezahlt und die liefert er jetzt auch: Ohne rot zu werden, verspricht er für heute Abend ein Finale der Superlative, das spannendste, tollste und emotionalste Fernsehereignis des gesamten Jahres, wenn nicht sogar des Jahrzehnts. Wer das heute verpasst, ist medientechnisch quasi tot. Wenn Marco mal eines Tages bei Bohlen in Ungnade fällt und nicht mehr DSDS moderieren darf, kann er bestimmt immer noch prima als Aalonkel auf dem Hamburger Fischmarkt durchgehen – noch ist es aber nicht so weit. Die Kandidaten haben auch heute wieder drei Auftritte, zuerst einen “Herzenssong”, danach ihr persönliches Staffel-Highlight und am Ende den vom Großmeister des Hit-Recycling Dieter Bohlen höchstpersönlich kopierten “Siegertitel”.

    Nach einem Zusammenschnitt ihrer schwülstigsten Einspielfilmchen betritt Sarah Kreuz die Bühne und singt von Aretha Franklin “You make me feel like a natural Woman”. Die RTL-Beleuchter geben alles und tauchen die Bühne  in einen Alptraum aus blau und rosa, als gäbe es kein Morgen. Man kann nicht meckern, Sarah hat wirklich eine gute Stimme, versaut den Eindruck aber etwas, als sie im anschließenden Interview mit Marco wieder ziemlich muffig wirkt. Trotzdem sind Dieter, Nina und Volker sehr zufrieden und geben dem Auftritt eine “Eins mit Sternchen”.

    Nun sehen wir auch noch einmal den komprimierten DSDS-Lebenslauf von Daniel Schuhmacher, angefangen vom Casting, über den Recall bis hin zu den Mottoshows. Dann betritt er live die gleißend rot angestrahlte Bühne für “Soulmate” von Natasha Bedingfield, seinem “Herzenstitel”. Hmhmhm, da war nicht alles ganz sauber, ein paar Töne gingen wohl wegen der Aufregung ins Abseits, aber die Jury ist heute nicht auf Krawall gebürstet und lobt ihn trotzdem.

    Vor der zweiten Runde schließt RTL den Giftschrank auf und führt zur allgemeinen Volksbelustigung noch einmal die schlimmsten Casting-Szenen vor. Wir sehen die “Schandale”-Frau, den Löwenbändiger mit der irren Lache, den tolpatschig-beknackten Azubi vom Tee-Lager bei Dieter um die Ecke und schließlich das Möchtegern-Model mit dem Elefantengang. (Holger haben sie in diesem Panoptikum übrigens vergessen!)

    Als Staffel-Highlight hat sich Sarah Kreuz den Titel “I will always love you” von Whitney Houston ausgesucht. Zu Recht, denn sie bringt ihn mit viel Gefühl und Power rüber und kann dabei ihren gesamten Stimmumfang ausloten. Das Publikum und die Jury sind begeistert; das muss Daniel erst mal toppen!

    Daniel Schuhmacher hatte in der Top 5 – Mottoshow von der Jury Standing Ovations für “Ain’t no Sunshine” von Bill Withers bekommen. Klar, dass er diesen Titel jetzt wiederholt – und wieder kriegt er den saugut hin. (Auch wenn er auf der Bühne nach wie vor ein Bewegungsmuffel ist.) Die Jury ist erneut hin und weg und gefühlt steht es unentschieden zwischen den beiden Finalisten.

    In der allerletzten Runde der ganzen Staffel hören wir von Sarah und Daniel nacheinander den selben Song, nämlich Bohlens diesjähriges Machwerk “Anything but Love”. Der Staffelgewinner darf bzw. muss das Lied in der nächsten Woche dann als erste eigene Single veröffentlichen. Wohl bekomm’s!

    Sarah Kreuz beginnt und appelliert zuvor nochmal an ihre Fans, für sie zu stimmen. Ach ja, es können einem schon die Tränen kommen, wenn man hört, was sie alles für DSDS aufgegeben hat, den Schulabschluss, den Verlobten usw. ;-) Die DSDS-Requisite hat offenbar den Kitschkeller ausgeräumt und die Bühne mit riesigen Kerzenleuchtern vollgestellt. Sarah sitzt dazu vor einem in lila Licht getauchten flatternden Vorhang und schmachtet sich durch Dieters Tonergüsse. Irgendwie alles schonmal gehört, schmuseweich gespülte Harfen-Akkorde im Engtanz-Tempo, Edelkitsch bis zum Erbrechen und darüber hinaus, eben ein typischer Bohlen. Kennst Du einen, kennst Du alle, sag ich nur.

    Anschließend darf auch Daniel Schuhmacher nochmal seine Fans um Anrufe anbetteln, danach singt er seine Version des Siegertitels. Gnädigerweise hat RTL inzwischen die blöden Kerzen abgeräumt, dafür steht Daniel vor einer grellweißen Monitorwand und vor allem: man hat ihm an seinen weißen Anzug eine bekloppte Kapuze angebaut, die etwas wie ein Brautschleier wirkt. Keine Ahnung, was die sich dabei gedacht haben, vermutlich musste sein Garderobier das wegen einer verlorenen Wette machen oder so ähnlich. Eine Choreografie findet auch in Daniels letztem Auftritt quasi nicht statt. Für die etwa 20 Meter Fußweg zwischen Monitorwand und Jurypult braucht er den gesamten Titel, dreht dabei hin und wieder ruckartig den Kopf vom Mikro weg (und natürlich wieder zurück) und greift ein paar Mal bedeutungsschwer mit der Hand ins Leere. Das ist alles.

    Egal, das Publikum mag es offenbar trotzdem und singt teilweise sogar mit. Kein Wunder, denn Bohlen-Titel sind meist so einfach gestrickt, dass man beim zweiten Hören schon die Melodie kennt (und spätestens beim fünften Hören hasst). Die Jury findet Daniels Interpretation wie immer sensationell und überschlägt sich in Lobeshymnen.

    Bevor das Endergebnis bekannt gegeben wird, kommt nun noch ein Gemeinschaftsauftritt aller Top-10-Kandidaten mit “I’ve had the Time of my Life” aus dem Film “Dirty Dancing”. Oja, man erkennt doch bei so manchem den Klassenunterschied zu Sarah und Daniel. Der wie immer abstrus und leicht grenzdebil wirkende ehemalige Nichtschwimmer Holger Göpfert und sein überschwänglich heiter glucksender “Gesichtskrapfen” Vanessa Neigert versingen sich nach Kräften, dagegen brillieren Harfenjule Cornelia Patzlsberger und Paradiesvogel Benny Kieckhäben wie gewohnt.

    Anschließend entsorgt RTL wieder eine Stunde lang seinen als Programm getarnten Humor-Restmüll via Bildschirm direkt in mein Wohnzimmer. Die auf eine unerträgliche Stunde aufgeblähte Verfilmung niveauloser Herrenwitze zwischen Show und Ergebnisblock ist echt eine Frechheit. Normalerweise würde sich den Mist kein (nüchterner) Mensch ansehen, aber andererseits will man ja auch die Resultate wissen.

    Sofern man die Stunde überlebt hat, kommt jetzt die Entscheidung… Fast jedenfalls, aber zuvor muss Papa Bohlen noch schnell ein paar GEMA-Gebühren abzocken, denn jetzt erklingt sein “Anything but Love” ein drittes Mal: Sarah und Daniel singen diesmal im Duett, inmitten einer Unmenge brennender Kerzen. Der Schmalz trieft nur so aus dem Fernseher, aber da haben wir Zuschauer im Laufe der Staffel ja schon ganz andere Sachen überstanden. Dann ist es aber wirklich quasi gleich sofort soweit und Notar Dr. Fleischhauer übergibt dem Moderator einen goldenen Briefumschlag mit dem Endergebnis. Man könnte ja nun einfach den Umschlag aufmachen und vorlesen, aber so einfach geht das hier nicht. Marco Schreyl ist nämlich ein Freund psychologischer Folter und zögert die Sache mit unerträglich langsamen Bandwurmsätzen mal wieder bis zum Gehtnichtmehr hinaus.

    Ich möchte mal wissen, wie viele Herzinfarkte RTL heute Abend auf dem Gewissen hat und einen davon kriegt fast Daniel. Während Sarah scheinbar völlig cool auf der Bühne steht und darauf wartet, dass Marco endlich zu Potte kommt, zoomt die Kamera ahnungsvoll Daniels Gesicht auf ganze Bildschirmbreite. Wir sind auf den Punkt genau dabei, als der Blondschopf mit der Integralhelmfrisur gegen eine plötzlich losbrechende Tränenflut kämpft – und verliert. Man bekommt eine Ahnung, weshalb er früher in seinem Dorf so gern verhauen wurde. Ein paar Augenblicke später hat er dann aber allen Grund für Freudentränen, denn Marco kriegt endlich die Kurve und verkündet den Gewinner: Daniel wird mit 50,47% der Zuschauerstimmen zum Superstar 2009 erklärt und bricht erstmal heulend zusammen, Küblböck lässt grüßen.

    Es dauert einige Minuten, bis er sich so weit rekonstruiert hat, dass er ein weiteres Dacapo des heute erst drei Mal gehörten Siegertitels anstimmen kann. Mittendrin holt Daniel in einer ritterlichen Geste die knapp unterlegene Sarah zu sich nach vorn und beide singen die zweite Hälfte des Songs gemeinsam. Mit dieser einigermaßen emotionalen Szene endet die Staffel tränenreich, aber harmonisch.

    Ich denke, das Ergebnis geht in Ordnung und gönnen wir Daniel den Moment im Licht. Feiern ist heute und Dschungel ist übermorgen. Dazwischen hat er vielleicht Glück und nutzt seine Chance, wer weiß…

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  • Mit einem echten Prachtexemplar von Schuldner müssen sich Peter Zwegat und die Zuschauer diesmal herumplagen. Der 46-jährige Heinz Draht (richtiger Name der Redaktion bekannt) hat vor zwei Jahren im Internet die 14 Jahre jüngere Ulla (mit unaussprechlichem Nachnamen) aus Sibirien kennengelernt und mit der Aussicht auf ein Leben im Wohlstand nach Deutschland gelockt. Nach der Hochzeit kommt das dicke Ende: Heinz vermeintlich sichere Existenz als Inhaber und Geschäftsführer einer Firma, die kanadische Holzhäuser vertreibt und aufbaut, erweist sich als Nullnummer, denn er geht pleite. Nun ist er arbeitslos, kriegt Hartz IV und hat widerwillig eine Umschulungsmaßnahme zum Lokführer angefangen. Gelernt hat er eigentlich Einzelhandelskaufmann für Lebensmittel und Taxifahrer war er auch mal zwischendurch. Insgesamt könnte man Heinz in die Schublade “Verlierer-Typ mit Hang zum Selbstmitleid” einsortieren, ihm klebt beruflich das Pech an den Hacken und was ihm an Ahnung fehlt, gleicht er mit Selbstüberschätzung wieder aus.

    Seine Frau Ulla hat dagegen echte Nehmerqualitäten, nicht nur, dass sie für die kurze Zeit in ihrer neuen Heimat wirklich gut Deutsch spricht, sie hat auch alle Reinfälle ihres Mannes prima verkraftet und ist eigentlich der Motor der Beziehung. Aus Sibirien hat sie aus einer früheren Ehe einen sechsjährigen Sohn mitgebracht und ist nun mit dem ersten gemeinsamen Kind schwanger. Zum Einkommen der Familie wird sie also in der nächsten Zeit nichts beitragen können.

    Peter Zwegat hat zu den Drahts nach Falkensee im Großraum Berlin nur eine kurze Anfahrt und ist deswegen nicht so vergnaddelt, wie es bei Fällen in Süddeutschland gern mal vorkommt. Er macht erstmal eine Bestandsaufnahme der Mietwohnung, findet nichts zu mäkeln und widmet sich dann dem eigentlichen Thema, den Schulden. Heinz schätzt nach kurzem Rechnen seine privaten und geschäftlichen Schulden auf insgesamt 40.000 bis 60.000  Euro. Im weiteren Verlauf der Sendung wird man sehen, wie weit er bei dieser Einschätzung daneben liegt. Ist natürlich blöd, wenn man als Selbstständiger so gar nicht rechnen kann.

    Zwegat will Belege sehen und Heinz steigt dafür in seinen Keller. Kaum ist der Mann außer Sicht, steckt Ulla dem Schuldnerberater und dem Publikum, dass der fiese Heinz ihr nicht erlaubt, die Post zu öffnen. Offenbar verbirgt der Ehemann da ein dunkles Geheimnis vor seiner Frau…  Als er mit einem einzelnen Aktenordner wieder aus dem Keller hervorkriecht, fragt Pokerface Zwegat so von ungefähr, wer denn eigentlich hier die Post aufmache. Als Heinz zugibt, dass er das Brieföffnungsmonopol im Hause Draht besitzt und seiner Frau jede Einsichtnahme verweigert, verpasst Zwegat seinem neuen Klienten den ersten Einlauf. Missmutig schlurft er dann mit dem erbeuteten Aktenordner gen Berlin.

    Wir sehen Zwegat danach in seiner Kanzlei, wie er kopfschüttelnd das Chaos aus Heinz Ordner sortiert. Schon bei der Durchsicht der wenigen Fragmente der Drahtschen Schuldenkarriere ist Zwegat klar, dass sein Klient sich mit seiner Häuslebaufirma völlig übernommen hat und teilweise drei Häuser gleichzeitig baute, ohne dies finanziell irgendwie absichern zu können. Die Pleite war vorprogrammiert.

    Ein paar Tage später trudelt Zwegat zum nächsten Besuch in Falkensee ein, bei dem er den Schuldenstand verkünden will. Wir ahnen schon, dass der Tag für die Drahts ekelig wird, als er die schwangere Ulla fragt, ob sie sich das heute wirklich zutraue. Vom Sofa aus dürfen beide Eheleute nochmal einen Tipp abgeben, sie hofft auf maximal 50.000 Euro, er schätzt diesmal Privat- und Gechäftsschulden zusammen auf 40.000 bis 70.000 Euro. Ein Moment der Erleichterung kommt und geht, als Zwegat ein paar offene Posten auf seine Flipchart kritzelt, zusammenaddiert und ganz genau 50.000 Euro errechnet. Ullas erleichterte Miene erstarrt, als der Berliner oben auf das Blatt eine römische I malt, umblättert und auf das neue Blatt eine II schreibt. Tolle Pointe, gibt in der TV-Spielfilm sicher zwei Humorpunkte: Zwegat, der kleine Schlawiner, hat alle gefoppt, denn die ersten 50.000 Euro waren nur die Privatschulden von Heinz Draht, jetzt kommen die Geschäftlichen! Und das knallt echt rein, weitere 98.500 Euro kommen hinzu – macht insgesamt 148.500 Euro Miese. Dieser kolossale Verschätzer beweist, dass Heinz den Durchblick bei seinen Unternehmungen völlig verloren hat – oder absichtlich mit der Wahrheit nur scheibchenweise herauskommt.

    Zwegat hat heftigste Zweifel an der Ehrlichkeit seines Mandanten und will mehr Unterlagen haben. Draht steigt nochmal in den Keller und wühlt in seinen Papieren. Diesmal kommt er mit zwei neuen Aktenordnern wieder heraus, die der Schuldnerberater mit nach Berlin nimmt. Gleich am nächsten Morgen steht er schon wieder vor der Tür und schleift Heinz Draht zu einem der sitzengelassenen Häuslebauer, die dank seiner Pleite ihre Butzen allein zuende zimmern durften. Sicherlich hat sich RTL davon ein bisschen mehr Action versprochen, aber der ursprüngliche Zorn des Hausbesitzers hat sich in Resignation verwandelt, statt Backpfeifen gibt es nur Kopfschütteln. Draht kriegt es trotz lauten Soufflierens von Zwegat nicht gebacken, sich für seine Pleite wenigstens zu entschuldigen “hab ich ja schon am Telefon gesagt”. Da hätte sicherlich jeder Richter dem Hausbesitzer für einen wohldosierten Kinnhaken mildernde Umstände gegeben, aber die günstige Gelegenheit zur Rache verstreicht ohne Gewaltanwendung.

    Nun gut, dann macht Zwegat das eben allein. Für seinen nächsten Tiefschlag versammelt er die Eheleute wieder im Drahtschen Wohnzimmer, Ulla inzwischen mit deutlicher Babywampe und ödelig-kalkweißer Gesichtsfarbe. Genüßlich addiert er zu den bekannten 148.500 Euro die neu gefundenen Mahn- und Vollstreckungsbescheide und kommt jetzt insgesamt auf 246.000 Euro. Aber das ist noch nicht alles, denn außerdem hat er noch herausgefunden, dass Schlaufuchs Draht in Ermangelung von Eigenkapital sein Pleiteunternehmen gar nicht in Deutschland, sondern als “Limited ” in Großbritannien gegründet hatte, weil das nämlich viel günstiger ist. Aber auch dort gelten bestimmte Vorschriften, von denen Heinz Draht nur leider keinen Schimmer hat, weil er nicht genug Englisch versteht. Zwegat hat herausbekommen, dass eine Limited bei drohender oder eingetretener Zahlungsunfähigkeit sofort aufzulösen ist, andernfalls ist das eine strafbare Handlung und man riskiert in Großbritannien eine Anklage plus dicker Strafe. Und das ist dann der eigentliche Klopfer: Mit einem laufenden Wirtschaftsstrafverfahren im EU-Ausland kann Heinz Draht nie und nimmer in Deutschland ins Insolvenzverfahren gehen. “Verstehen Sie jetzt, warum ich heute so ungern hierher gekommen bin?”, fragt Zwegat drohend.

    Wenn man nun dachte, das war’s, schlimmer gehts nicht, her mit dem Strick, kommt es nun aber noch eine Spur dicker: Heinz beichtet, dass er gerade seine Umschulung zum Lokführer abgebrochen hat, weil er die Prüfungen nicht packt. Zwegat ist fassungslos und nimmt sich eine kurze Auszeit draußen vor der Tür. Das gibt dem Ehepaar Gelegenheit, sich vor der Kamera schön in die Haare zu kriegen. Ulla wirft Heinz vor, er sei nicht erwachsen, sie habe aber keine Lust, immer auf ihn aufzupassen. Er ist beleidigt und bietet ihr an, sich von ihm scheiden zu lassen.

    Zwegat ist ein Mann der Tat, versucht nun, die Umschulung zu retten und spricht dazu mit dem Leiter von Heinz Lehrgang. Der Mann ist zwar sehr freundlich, lässt aber durchblicken, dass die Lokführerei wohl nicht direkt der Drahtsche Begabungsschwerpunkt ist, um das mal freundlich auszudrücken. Lustig übrigens die durchsichtige Inszenierung dieses Besuchs: Die Kamera befindet sich innerhalb des Klassenraums, es klopft an der Tür, der Lehrer unterbricht die Stunde und öffnet die Tür: Im Rahmen erscheint Zwegat und sagt “entschuldigen Sie die Störung”. Hallo, die Kamera ist doch längst im Zimmer, die Störung schon geschehen und die ganze Szene offensichtlich nur gespielt. Für wie blöd haltet Ihr eigentlich die Zuschauer, RTL?

    Ok, Lokführer ist nicht, am Ende der heutigen Folge will Heinz nun bei Lidl als Kaufmann anfangen und haut in seiner Bewerbung kräftig “auf die Kacke”. Zwegat kommt nochmal zum Hausbesuch und berichtet, dass die Limited vielleicht auch ihr Gutes habe, weil nun alle Gläubiger innerhalb von drei Jahren ihre Forderungen in Großbritannien anmelden müssten. Schulden im Ausland einzutreiben, sei mit viel Aufwand verbunden, den viele oder sogar alle scheuten. Mit etwas – eigentlich unverdientem – Glück passiere nichts und nach Ablauf der drei Jahre könnten die Drahts in Deutschland in das Insolvenzverfahren einsteigen.

    Mehr geht heute nicht und Zwegat ist sichtlich froh, als er den Fall so erstmal zu den Akten legen kann. Heinz versaut dann noch die Abschiedsszene, als er beim Händeschütteln zu Zwegat sagt “Ich danke ihnen für Ihre Hilfe trotzdem.”. Der Berliner grantelt “Trotzdem?!?” und dann zu Ulla “Er lernt’s nicht, oder?”. Das wird wohl nichts mehr mit der Männerfreundschaft, Draht hat bei Zwegat bis in die Steinzeit verschissen.

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  • DSDS (RTL) 02.05.2009 No Comments

    Auf zum Halbfinale, der zweitletzten Runde in Dieters Castingbunker. Heute kämpfen Annemarie, Daniel und Sarah mit jeweils drei Titeln um die Tickets für die nächste Woche. Wohl nur selten war es im Vorfeld weniger spannend als dieses Mal: Ohne in diesem Moment schon die heutige Entscheidung zu kennen, scheint doch nach Lektüre der einschlägigen Online-Quellen wohl klar, dass Daniel bereits mit beiden Beinen im Finale steht und es zwischen den beiden Damen nur noch darum geht, ob die Zuschauer lieber eine Muffelige oder eine pathologisch Mediengeile sehen wollen.

    A propos muffelig, Sarah guckt schon bei Marco Schreyls überflüssiger Anmoderation dermaßen genervt in die Kamera, dass man ihr empfehlen möchte, doch besser eine Karriere im Radio anzustreben. Die böse Annemarie knipst in diesem Moment wenigstens ihr Zahnpastalächeln an…

    In der ersten Runde kommen Nummer-Eins-Hits. Sarah Kreuz Auftritt beginnt mit einem sülzigen Einspieler, den man getrost vergessen kann: “ich lasse mich nicht verbiegen”, “Annemarie ist fies” usw., usf., Blablabla. Sie singt von Yvonne Catterfeld (was für ein Name) die total überzuckerte Ballade “Für dich”. Das Studio ist dabei völlig in rotes Licht getaucht und Sarah sitzt auf einer mit Rosen berankten Schaukel, die direkt einem Poesiealbum entsprungen zu sein scheint. Ich persönlich fand das Lied schon immer zum Kotzen und nun weiß ich auch, weshalb: Es stammt von Dieter Bohlen! Der ist natürlich überhaupt nicht befangen, zeigt sich sehr eingenommen von Sarahs Auftritt und lobt sie über den grünen Klee. Selbstverständlich folgen ihm darin auch die Mitjuroren Volker und Nina, welch Wunder!

    Jetzt kommt “Bitch” Annemarie Eilfeld. Die Mami redet sich im Einspieler die leicht-bekleideten Blöd-Zeitungs-Auftritte ihrer Tochter schön. “Annemarie weiß, dass die süßesten Früchte ganz oben hängen.” Ja klar, der Zweck heiligt die Mittel, für Geld macht ihre Tochter alles und sie findet das auch noch ok.

    Das blonde Gift singt von Kelly Clarkson “My Life would suck without you”, anfänglich begleitet von Buhrufen. Kostümmäßig zeigt sie ganz viel Bein und trifft damit wieder genau den Geschmack ihrer Fans und der Blöd-Zeitungs-Leser, die vermutlich weniger in musikalischen als optischen Kategorien denken. Der Auftritt wirkt einmal mehr seelenlos abgespult und absolut künstlich. Dieter sieht das ähnlich und hackt außerdem auf Annemaries letzter Fotoserie in der Blöd herum.

    Blondie Daniel Schuhmacher muss im Einspieler seine Tränen in der letzten Show beim Rauswurf von Dominik erklären. Er hätte halt lieber Annemarie gehen sehen, wer nicht? Dann erscheint seine Mutter, die zu ergründen versucht, weshalb sie die tolle Stimme ihres Filius nicht schon früher bemerkt hat. Während sie noch überlegt, singt Daniel “Stand by me” von Ben E. King, natürlich wieder ohne Fehl und Tadel. Das Publikum klatscht stehend und fordert hinterher “Zugabe!”. Dieter ist absolut zufrieden, wünscht Daniel aber mehr Selbstbewusstsein.

    Im zweiten Durchgang müssen die drei Halbfinalisten Balladen singen. Sarah Kreuz beginnt mit Whitney Houstons “One Moment in Time”, diesmal ohne die beknackte Schaukel. Och ja, sie macht das natürlich wieder mit viel Schmelz und Gefühl, wohltuend anders als die kalte Annemarie, choreografisch allerdings wieder nur Sparflamme. Nina und Volker flehen die Zuschauer an, Sarah ins Finale zu wählen, Dieter sagt “das war Eins Plus mit Stern”.

    Annemarie Eilfeld möchte mit Christina Aguileras “The Voice within” ihre weiche und verletzliche Seite zeigen. Die innere Stimme der blonden Hexe kann ich bei ihrer Performance zwar nicht entdecken, aber sie macht ihre Sache gut, ohne Frage. Auch die Jury bescheinigt ihr einen technisch guten Auftritt.

    Oma Schuhmacher wird von Marco Schreyl kurz interviewt und dann hält er auch dem beim letzten Mal rausgeflogenen Mädchenschwarm Dominik Büchele das Mikro unter die Nase; der outet sich dabei ebenfalls als Anhänger von Daniel Schuhmacher. Dann will Marco ganz schlau sein und fragt Übergott Dieter Bohlen, den “absoluten Daniel-Fan”, nach einem Zwischenresümee der heutigen Sendung. Da hat er ihn wohl auf einem falschen Fuß erwischt, denn Dieter kocht sofort über: Er sei der absolute König der Songschreiber in Deutschland, habe in den letzten 30 Jahren mehr Hits als jeder andere gehabt und seine Einschätzungen hätten gar nichts mit Sympathie zu tun, sondern seien nur objektive Leistungsbewertungen. Keine Ahnung, wieso ihm da gerade die Sicherung rausfliegt, aber da Dieter den Moderator in den vergangenen Wochen schon öfter angeraunzt hat, wage ich mal die Vorhersage, dass dies Marco Schreyls letzte DSDS-Staffel ist. Dieter verzeiht nicht so leicht.

    Marco ist noch etwas verdattert von Dieters Anpfiff und vergisst deshalb, den Titel anzusagen, den Daniel jetzt zu Gehör bringt (es ist “Get here” von Oleta Adams). Der Song passt zu Daniel Stimme wie “Arsch auf Eimer”, d.h. absolut super. Das Balladen-Thema kommt zwar Daniels Bühnen-Bewegungsunlust entgegen, jedoch lässt RTL überall Trockeneis wabern und dampfen, so dass das nicht sehr auffällt. Die Jury sprüht mal wieder vor Superlativen, das war absolut finalreif.

    Die letzte Runde gehört den Uptempo-Nummern. Sarah Kreuz eröffnet mit “I’m outta Love” von Anastacia. Das war nicht Sarahs stärkster Titel, so einige (hohe) Töne verscherbelt sie und ihre Bühnenperformance ist offensichtlich eher auf ruhigere Stücke ausgelegt, aber immerhin bewegt sie sich überhaupt. Das hat auch Dieter bemerkt und er ist verhalten begeistert “wenn wir noch zwanzig weiter Sendungen hätten, würdest Du am Ende vielleicht sogar Pirouetten drehen”.

    Oberzicke Annemarie Eilfeld singt nun “Maneater” von Nelly Furtado. Dabei tritt sie mit einer fetten (echten) Schlange um den Hals auf. Mal wieder legt sie viel mehr Wert auf die Show als auf die Musik. Der Titel kann irgendwie nichts und die Schlange (also die um den Hals der Blondine) muss einem nur Leid tun. Die Jury ist sehr enttäuscht von dem Auftritt, hat haufenweise versemmelte Töne gehört und verreißt Annemarie nach Strich und Faden.

    Als letzten Song des Abends singt Daniel Schuhmacher mal wieder einen Frauentitel, nämlich “Rehab” von Amy Winehouse. War alles ok, keine Frage, aber irgendwie könnte ich mir ein bisschen mehr Bühnenpräsenz vorstellen. Trotz schnellerem Tempo steht Daniel wieder X-beinig wie angetackert am Mikro und rudert linkisch mit den Armen. Aber naja, er tanzt halt nicht gern, geht ja wohl vielen Männern so und seine schwarze Soulstimme entschädigt für vieles. Die Jury ist wieder sehr zufrieden mit ihm.

    Nach einem Schnelldurchlauf überlässt uns RTL für eine Stunde den fürchterlich platten Gags seiner Humorazubis, danach kommt die Entscheidung: Daniel und Sarah ziehen ins Finale und die zickige Annemarie fliegt endlich raus! Die Jury vergisst ihre sowieso nicht vorhandene Neutralität und tanzt ausgelassen und erleichtert. Damit ist aber auch glasklar, wer nächste Woche zum Superstar 2009 gekrönt wird: Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Daniel.

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  • Das Pappnasen-Casting für Peter Zwegats Pleiteshow hat einen neuen Spitzenreiter: In der heutigen Folge lernen wir Männermodel Dieter kennen, der keine Einnahmen aber viele Ausgaben hat und sich von Mutter und Freundin aushalten lässt.

    Der 34-jährige Stuttgarter Dieter Kieltsch hat ein Problem: Er ist Model, sieht aber nicht gut genug aus, als dass er von diesem Beruf leben könnte. Das ist auch deswegen ungünstig, weil er bisher wegen seines vermeintlich guten Aussehens glaubte, auf eine regulären Berufsausbildung verzichten zu können. Somit hat er null Einnahmen, jedoch jede Menge Ausgaben und damit auch Schulden.

    Irgend jemand setzt ihm den genialen Floh ins Ohr, ohne Gastronomie-Vorkenntnisse eine Kneipe zu übernehmen, das fette Geld zu machen und damit die Schulden zu bezahlen. Klitzekleiner Pferdefuß der Angelegenheit: Er hat kein Startkapital und dank seiner innigen Bekanntschaft mit der Schufa kriegt er von den Banken auch keinen Kredit. Was macht man in einem solchen Fall? Klar, man pumpt die Mischpoke an!

    Erste Adresse ist seine 71-jährige Mutter Rosa Plenge, die lt. RTL ursprünglich aus Transsylvanien stammt und mit einem osteuropäischen Akzent sowie einem grünen Star aufwarten kann. Zwar ist sie schon im Rentenalter, doch geht sie noch immer Putzen, um den sauberen Sohnemann finanziell über Wasser zu halten. Das reicht trotzdem noch nicht für einen angemessen Lebensstil für Dieter, also nimmt er außerdem noch seine aus Brasilien kommende Freundin Raynara aus, die eh nur von Hartz IV lebt. Tja, wie heißt doch eine der Weisheiten des Obi-Wan Kenobi in Star Wars: “Wer ist der größere Narr, der Narr oder der, der ihm folgt?”. Insofern ist Dieter gar nicht mal so doof, denn er hat zwei, die noch dööfer sind als er.

    Die Idee mit der Kneipe erweist sich als kolossaler Rohrkrepierer, denn innerhalb von zwei Monaten geht der Laden über den Deister. Aber wie soll unser guter Dieter auch wissen, dass man keinen Umsatz macht, wenn man seinen Alkohol fast nur verschenkt – wie er lachend dem Fernsehteam erzählt. Er braucht das Lokal eigentlich nur, um für sich als Model “Promotion” zu machen und seine möglichen Auftraggeber bei Laune zu halten. Während Raynara den Laden schmeißt, spielt Dieter mit den Kunden Schach. Eine Buchhaltung gibt es überhaupt nicht. Inzwischen ist die Kneipe Vergangenheit… nur die Schulden gibt es noch.

    Dieters einzige Idee zum Geldverdienen ist aktuell das Online-Pokern, doch auch hier bleibt der Erfolg aus und so ruft er Mahatma Zwegat nach Stuttgart. Der kommt aus Berlin angerauscht, bringt an Dieters Haustür seinen üblichen, mittlerweile etwas angestaubten Begrüßungsspruch und lässt sich dann in dessen Biografie einweihen. Der staunende Fernsehzuschauer erfährt dabei, dass Kieltsch nach der mittleren Reife die Schule verlassen hatte und dann gleich – ohne jegliche Ahnung – Immobilienhändler werden wollte, weil man da bekanntlich ganz schnell reich wird. Zwegat guckt verblüfft.

    Dann erzählt Dieter davon, dass seine Modelkarriere seit einem halben Jahr heftig stagniert und der Kontakt zu seiner Agentur völlig abgerissen ist. Er ahnt auch den Grund: Er habe nämlich im Streit mit seiner Freundin mehrere Handys (à 700 Euro!) “gegen die Wand geworfen”, danach waren die wohl kaputt und er konnte nicht mehr angerufen werden. Ist aber nicht so schlimm, denn Dieter könnte momentan eh nicht als Model arbeiten, weil er sich bei einem anderen Streit mit Raynara durch einen Fußtritt in eine Glasscheibe seine Achillessehne lädiert hat. Die Beule am Kopf, die ihm seine Freundin im Gegenzug mit einer vollen Bierflasche verpasst hat, fällt dagegen nicht so auf. Jedenfalls nicht optisch.

    Intern beginnt Zwegat vermutlich, den Fall zu hassen, aber er ist ein Profi und zieht das trotzdem durch. Er lässt sich die Sache mit dem Online-Pokern nochmal erklären, guckt Kieltsch mitleidig von der Seite an und fragt rhetorisch “Wie alt sind Sie nochmal?”. Danach macht er einen Hausbesuch bei Dieters Mutter und ist hinterher darüber entsetzt, dass die betagte Dame für die Schulden ihres Sohnes selbst einen Kredit mit Horrorzinssatz aufgenommen hat.

    Nun hat Zwegat nach eigenem Bekunden einen dicken Hals auf Dieter und macht ihm erstmal die Schuldenrechnung auf. Statt der vermuteten 28.000 Euro Miese kommt er auf 44.500 Euro, was Dieter nur ein gequältes Grinsen entlockt, aber ansonsten nicht sehr aus der Ruhe bringt. Naja, Buchhaltung war ja eh nicht seine Spezialdisziplin. Arbeiten leider auch nicht, wie sich im weiteren Verlauf der Sendung zeigt, aber wenigstens ist er seit ein paar Tagen glücklicher Hartz-IV-Empfänger.

    Zwegat hasst Drückeberger, ergo steht Dieter Kieltsch nun eine unbequeme Zeit bevor. Raynara ist einen Tick schlauer als ihr Freund und sucht sich schnell einen Job, bevor Zwegat nervt. Das kriegt Dieter natürlich nicht hin und so geht er mit dem Schuldnerberater auf Bewerbungstour. Das erste Desaster passiert in einer Zeitarbeitsfirma, als das Männermodel (sehr unpassend im speckigen Jogginganzug) seinen Lebenslauf voller Löcher und abgebrochener Arbeitsversuche erklären muss. Auch ist ihm nicht zu entlocken, wo seine Interessen liegen, also was für eine Art von Job er sich vorstellt. Ist aber auch eine schwierige Frage, etwa so, als ob ein Blinder seine Lieblingsfarbe nennen soll. Auf keinen Fall soll es körperlich anstrengend sein, denn die Achillessehne ist ja bekanntlich momentan im Eimer.

    Zwegat platzt hinterher der Kragen über Kieltsch dilettantische Vorstellung und er weiß, er muss eine Lösung ohne dessen Zutun finden. Nun kontaktiert er die Gläubiger und testet an, wie sehr die noch wirklich an die Rückzahlung ihrer Außenstände glauben. Ein windig aussehender Automatenaufsteller erlässt spontan seine Forderungen über 6.500 Euro, als Zwegat ansonsten mit Dieters Insolvenz droht; vermutlich hatte er das Geld sowieso schon abgeschrieben. Die anderen Gläubiger und eine Bank lassen sich auf einen Vergleich ein, so das am Ende nur noch 15.000 Euro Schulden übrig bleiben. “Sie haben mehr Schwein als Verstand”, bescheinigt der Berliner dem Model treffend. Da kann selbst Dieter nur zustimmen.

    Der Restverstand geht dann aber offensichtlich auch noch flöten: Bei Zwegats nächstem Besuch in Stuttgart haben Dieter und Raynara sich gerade getrennt, nachdem er am Vorabend im Suff ihre Bude zerlegt hat. Der ironische Megabrüllgag ist, dass der Möchtegernschönling sich beim Eintreten des Fernsehers (!) schon wieder den Fuß verletzt hat und nun mit “Klumpbein” herumläuft. Eigentlich “läuft” er noch nicht mal, sondern hängt bei Muttern in der Badewanne und pflegt sich mit Zigarillorauchen…

    Zwegat zweifelt ernsthaft am Verstand seines Klienten und will hinwerfen, wenn Dieter jetzt nicht endlich eine Arbeit sucht und findet. Das war’s. Damit endet die heutige Folge etwas im Nebulösen, denn dass Dieter die Lage nicht peilt und am liebsten auch gar nicht ändern will, ist eindeutig. Lt. Off-Stimme im Abspann hat Dieter noch immer keinen Job gefunden, wohnt aber inzwischen wieder bei Raynara. Manchen Leuten möchte man mal so richtig mit Anlauf in den Arsch treten. Dieter gehört absolut dazu!

    P.S. Hatte mir fest vorgenommen, das Wort “Nichtsnutz” irgendwo unterzubringen! Das war mir dann aber doch wieder zu gefährlich, nachher liest Dieter diesen Blog, kriegt die Wut, tritt bei mir irgendwas ein und verbiegt sich dabei womöglich seinen Alabasterkörper… :-)

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