• Peter Zwegat hat es auch heute wieder mit einem schweren Fall von ungebremster Kaufsucht zu tun. War es beim letzten Mal nur die Mutter, die ihre Familie in den Ruin stürzte, sind diesmal gleich beide Ehepartner mit dem Morbus Amazonii (vulgo Ebayismus) infiziert.

    RTL hat die Familie im beschauliche Mechernich in der Eifel aufgespürt. Hier leben Christian und Nadine Kettner, beide 25, mit Töchterchen Jasmin in einer Dachgeschosswohnung. Die Eheleute sind seit ihrer Lehre als Verkaufshelfer arbeitslos, geben aber Geld aus wie die Weltmeister, denn sie sind kaufsüchtig. Blöderweise haben sie sich einen Computer mit Internetanschluss zugelegt und kaufen aus Frust und Langeweile alles, was ihnen auf den Monitor kommt. Christian gesteht, dass er sich gelegentlich sogar schon Anti-Faltencreme gekauft hat, nur weil das Sonderangebot gerade so schön klickibunti war. :-)

    Nun, die Creme braucht er vielleicht sogar tatsächlich bald für seine Sorgenfalten, denn wer kein Geld hat, kann bekanntlich auch nichts ausgeben. Ergo hat die Familie sich kräftig verschuldet und obendrein auch noch das Ersparte seiner Eltern als Darlehen bekommen und gleich mit verbraucht. Die Eltern haben inzwischen die Fresse dicht und ihrem Sohnemann den Geldhahn zugedreht. Der ist jetzt mit der (ohnehin nicht sehr üppig vorhandenen) Weisheit am Ende und ruft nach Papa Zwegat, dem Gutmenschen aus der Hauptstadt.

    Aber bevor der kommt, erklärt uns RTL noch eben den simplen Kettnerschen Tagesablauf: Morgens öffnen die Eltern die Haustür und lassen ihre Tochter raus, die von einem Auto des Jugendamtes abgeholt und in den Kindergarten chauffiert wird. Nach dieser epochalen Großtat sind die Eltern verständlicherweise ziemlich erschöpft, setzen sich für den restlichen Tag aufs Sofa und verballern ihre Sozialhilfe – und mehr – im Internet. Angesichts dieses anstrengenden Tagewerks muss auch der übelmeinendste Zuschauer leicht nachvollziehen können, dass die Kettners dabei nicht auch noch ihre Ausgaben und Schulden im Blick behalten können. Christian vermutet die aktuellen Außenstände bei 15.000, vielleicht auch 20.000 Euro, möchte sich da aber lieber nicht festlegen. (Das kann ja auch der gutmütige Opa aus Berlin rechnen, den RTL jetzt schickt.)

    Mutter Kettner Senior steuert derweil noch die Anekdote bei, als die Stadtwerke – ganz plötzlich, haha – wegen einer offenen Rechnung von 750 Euro bei Chrissi und Naddel den Strom abdrehen wollten und die ganze Verwandtschaft in einer akuten Spendenaktion den Betrag in bar zusammengebracht hat. Die Kamera begleitet die jungen Kettners dann noch beim Einkauf (in der physischen Welt, also in echt, draußen, mit Tüte) und die allwissende Off-Stimme berichtet, dass die Eheleute meistens schon am 4. oder 5. des Monats abgebrannt sind. Auch Christians neueste, zugegebenermaßen ziemlich schlaue Idee zum Geldverdienen ist ein Schuss in den Ofen: Er ruft bei Call-In-Telefon-Gameshows auf den einschlägigen TV-Dödelsendern an, hat mittlerweile schon Telefonkosten von über 700 Euro verursacht, aber unerklärlicherweise noch keinen Cent gewonnen! Dafür ist jetzt sein Telefon gesperrt, die Rechnung wollte er nämlich von dem Gewinn bezahlen…

    An dieser Stelle kommt Peter Zwegat ins Spiel. Nach dem üblichen Muster besichtigt er erstmal die Wohnung (findet dieses Mal dabei übrigens keinen Riesenfernseher) und erkundigt sich nach dem Verbleib der vielen Artikel, die die Kettners im Internet so geschossen haben. Die seien verkauft oder verschenkt worden, sagt man ihm, irgendwie wären die langweilig geworden. (Ahhhhhh!!!!) Zwegat sieht aus, als habe er in eine Zitrone gebissen und attestiert den beiden 25-jährigen Eheleuten die geistige Reife von 18-jährigen, maximal… eher weniger. :-(

    Die Kettners werden von Zwegat erstmal dazu vergattert, eine Übersicht aller Gläubiger zu erstellen, damit er seinen Rechenschieber anwerfen kann. Außerdem zwingt er Christian zu einem Canossa-Gang zum Leiter einer Maßnahme des Arbeitsamts, bei der dieser seit zwei Monaten wegen angeblicher Rückenschmerzen geschwänzt gefehlt hat. Der Arbeitsamtsmensch gibt vor der Kamera denn auch wirklich den Kastenteufel und schnauzt Christian einigermaßen an, macht zwei Action-Punkte. Christian ist aber auch so eine lahmarschige Backpfeifentype, den hätte ich selbst gern mal angebrüllt und durchgeschüttelt. Er sucht und findet für seine Trantütenhaftigkeit immer eine Ausrede, natürlich sind stets die anderen Schuld und wir müssen den Mist dann auch noch im Fernsehen angucken! (Ganz ehrlich, unter uns: Gestern, beim ersten Versuch, die Sendung zu bloggen, bin ich eingeschlafen! Das muss an der Baldrian-Aura liegen, die Christian umgibt!!!)

    Nach der Werbepause rückt Zwegat mit der Flipchart an. Zuerst dürfen beide Ehepartner raten, wie hoch ihre jeweiligen Schulden wohl sind, Naddel tippt auf 8.000 Euro, hat aber nur 5.300 Euro und frohlockt, aber keine Sorge, ihr Herzallerliebster reißt das wieder raus: Er tippt ebenfalls auf 8.000 Euro, hat aber tatsächlich 11.800 Euro. Bei dem Posten von 1.100 Euro für die Videothek bohrt Zwegat genüßlich nach und lässt sich beichten, dass Christian mal die Rückgabe von drei Leih-DVDs ein Vierteljahr lang vergessen hatte.

    Der fachmännische Rat von Zwegat an die Kettners lautet schlicht: Arbeiten!!! Er nimmt sich Christian in einer Kneipe im Vier-Augen-Gespräch (plus Kamera) zur Brust, so von Mann zu Mann und ganz ohne die Frau. (Vermutlich soll  Naddel seine heimlichen Tränen nicht sehen; das kann sie ja dann heute im Fernsehen nachholen.) Später gehen die beiden nochmal zum Kastenteufel vom Arbeitsamt. Dabei läuft dem Schuldnerberater die Galle über als er erfährt, dass sein Klient in den letzten Monaten zwei angebotene Praktika nicht angetreten hat. Trotzdem soll er jetzt noch eine letzte Chance bekommen mit einem Job im Altersheim. Außerdem schleppt Zwegat ihn zu einem Orthopäden um abzuklären, ob er wirklich ernste Rückenprobleme hat. (Hat er natürlich nicht, ist nur nicht gut in Form.)

    Nun kommt das Wunder, das Magische, das diese Sendung oft ausmacht: Christian Kettner tritt die Stelle als Pfleger im Altersheim an und schlägt dort wie eine Bombe ein! Fortan steht er freiwillig jeden Morgen superfrüh auf, hat auch noch Spaß daran und fühlt sich insgesamt sauwohl. Und die Rückenschmerzen sind wie weggeblasen. Nun wird auch noch Naddel vom Sofa losgeschweißt und ebenfalls zum Arbeitsamt verfrachtet. Zwegat schafft es, dass sie für ein halbes Jahr in einer Eingliederungsmaßnahme unterkommt, die schließlich in einen richtigen Job münden soll. Am Ende spendieren Christians Eltern den beiden auch noch zwei Fahrräder und machen damit das Maß voll, die Kettners brechen vor Rührung in Tränen aus.

    Hallelujah, so muss es im Himmel sein, unsere beiden Knackvögel sind dank Peter Zwegat endlich auf dem richtigen Weg! Ich habe es ja schon immer gesagt: Er hat etwas Messianisches an sich und kann bestimmt auch über das Wasser gehen. Schade nur, dass die Kettners von ihren vielen Internet-Shoppingtouren nicht mal ein richtiges Abschiedsgeschenk für Zwegat übrig behalten haben, über die Anti-Faltencreme hätte er sich bestimmt sehr gefreut… :-)

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    Posted by TV-Glotzer @ 12:07 am

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  • One Response

    WP_Modern_Notepad
    • Christian Kettner Says:

      Vieles wie es hier dargestellt worden ist stimmt überhaupt nicht man sollte vielleicht erstmal überlegen was man schreibt und mit den Pratikas die ich nicht angenommen habe was Bauhof und Dhl war ist das was ich nie wollte und die wollten mit aller Gewalt das ich das mache ( sonst wurde gedroht wir rufen das Arbeitsamt an dann gibt es nicht,s mehr )und ich mache nicht,s was ich nicht will dann frage ich mich ? beim Einstellungsgespräch bei der Gfa habe ich Altenheim angegeben das es das ist was ich immer wollte darauf wurde ja nicht eingegangen ich sollte zum Bauhof was ich will würde nicht intressieren hätte man mich damals direkt in ein Altenheim eingesetzt dann würde ich per heute schon dort 8 Montate Arbeiten und mein eigenes Geld verdienen!!!!!!!!!!! weil dort habe ich mein Traumberuf gefunden! Und ich könnte Ihnen in die Eier treten uns soll abnehmen ich hätte ja schon eine fette Wampe wer hat da noch lust hin zu gehen und wo ich so oft krank war das war der Druck da das ich Nachts nicht mehr schlafen konnte jetzt habe ich auch einen anstrengenden Beruf aber mit den richtigen Kollegen dann macht es auch Spass und würde es nie aufgeben trotz alledem danken wir Peter Zwegat das wir es geschafft haben auch wenn wir erst immer nur bestellt haben haben wir jetzt dank ihm gelernt.Danke auch dem Altenheim ( Name möchte ich nicht nennen) die mir eine Chance gegegeben haben das hat das Arbeitsamt in 5 Jahren nicht geschafft und das ich über 50 Absagen habe und Trainingsmaßnahmen in verschiedenen Bereichen gemacht habe das wurde nicht erwähnt und da war ich immer und pünktlich und nicht krank weil man mit den richtigen Leuten zusammen gearbeitet hat bin bis Köln und Bonn gefahren fast täglich.

      Vielleicht sieht man jettz alles mit anderen Augen

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