• Für unsere sechs Schwererziehbaren geht die Therapie mit Annegret Nobel in den USA zu Ende. Nach einer zweiten Elternwoche treten sie mit Mami und Papi die Heimreise nach Deutschland an. Weil beim ersten Zusammentreffen mit den Eltern so einiges schief ging (Stichworte: Kevins Ausraster und Jenifers Besuch in der Klappse), ist diesmal die Spannung groß.

    Ex-Schlägerbraut Linda kann sich zu einer Umarmung ihrer Eltern überwinden und die sind darüber sehr gerührt. Auch Kevin, der möglicherweise bekehrte Komasäufer, gibt sich (zunächst) geläutert und seine Familie ist momentan überglücklich. Weniger leise geht es bei Terrorkrümel Jenifer zu: Annegret möchte, dass sie ihrer Mutter zur Begrüßung erzählt, was sie inzwischen gelernt hat. Das gibt zunächst einen geistigen Totalausfall bei der pummeligen Blondine, den sie mit lautem Lachen zu kaschieren versucht. Erst nach mehrmaligem Nachdenken und lautem Vorsagen von Annegret fällt ihr überhaupt etwas zu diesem zugegebenermaßen abwegigen Thema ein.

    Nach der Begrüßung kommt der Pferdetest. Und das geht so: Jede Familie bekommt einen Gaul zugeteilt. Annegret behauptet, Pferde könnten spüren, ob zwischen den Teenagern und den jeweiligen Eltern die Chemie stimmt. Wenn ja, bleibt das Pferd ruhig und lässt sich streicheln, wenn nicht, macht es, was es will.

    Das Pferd von Moritz, dem Kiffer, geht immer weg und verpetzt damit die Probleme dieser Familie. Annegret kitzelt sofort aus ihnen heraus, dass sie noch nicht gemeinsam, sondern nur individuell handeln. In der daraufhin verordneten Gestalttherapie kommt es dann zu einer ergreifenden Liebesszene zwischen Vater und Sohn, die sich heute erstmals ihre wahren Gefühle zeigen. Spiel, Satz und Sieg für Annegret, der “Fall Moritz” kann wohl zu den Akten gelegt werden.

    Der ziemlich lahmarschig wirkende Schulschwänzer Andreas, der fast die ganze Serie über das selbe blaue Shirt und eine verspeckte, rote Kapitän-Cousteau-Gedächtnisdunstkiepe trug, wird mit seiner Mutti dazu verdonnert, bis zum nächsten Tag ein Gespräch zu führen und zu protokollieren. (Das ist heute wohl gefühlt die Höchststrafe.)

    Auch das Pferd der Kevin-Leute spürt Stress zwischen Kind und Eltern (sagt die Cheftherapeutin). Die Mutter posaunt denn auch gleich in die Kamera, dass sie es lieber hätte, wenn Kevin noch ein bisschen in den USA bliebe. Zur Strafe darf die Familie heute Abend nicht Essen gehen, sondern muss selbst – und vor allem gemeinsam – kochen.

    Die nächste Szene spielt beim Abendessen in der Unterkunft von Kevins Familie. Während der sich gerade (natürlich als erster) Spaghetti auftut, erklärt er seinen Eltern fast beiläufig, dass er keinesfalls vorhat, keinen Alkohol mehr zu trinken, obwohl das eigentlich so mit Annegret vereinbart ist. Der Vater droht ihm mit dem sofortigen Rausschmiss von Zuhause, Kevin gibt sich aber unbeeindruckt: Basta! Annegrets Leute empfehlen den Eltern, Kevin vorerst in den USA zu lassen, es gäbe noch “andere Optionen”… Vielleicht hat Kevin ja Angst vor Guantanamo, jedenfalls erklärt er sich plötzlich zu dem Kompromiss bereit, am Wochenende nur noch ein, zwei Flaschen (Bier) zu trinken. Tolle Idee, einfach weniger zu trinken, funktioniert bekanntlich bei jedem Alkoholiker, fragt mal Harald Juhnke!

    So, dann ist es Zeit für die große Abschiedsszene, bei der alle Teenager und ihre Eltern ein letztes Mal vor der Abreise zusammentreffen. In einer etwas religiös anmutenden Zeremonie übergibt Annegret jeder Familie eine brennende Kerze und murmelt dabei etwas von “Kraft”, “miteinander weinen” und “vergesst das nicht”. Dann folgt das große Umarmen und Tränenvergießen. Die ehemals Schwererziehbaren werden samt und sonders als geheilt entlassen, man kann es kaum glauben!

    Annegret und ihre Teenies haben es geschafft, schön für sie, aber wer denkt denn dabei an uns Fernsehzuschauer, wenn die Staffel jetzt zuende geht?! Aber eine kleine Galgenfrist gibt uns RTL noch: In der nächsten Woche sehen wir, wie Annegret die sechs Familien daheim in Deutschland besucht und guckt, ob die Säufer, Schläger, Kiffer, Schulschwänzer und Ausreißer den Alltag bewältigen.

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    Posted by TV-Glotzer @ 12:43 am

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