• DSDS (RTL) 26.04.2009 No Comments

    Willkommen zurück in Bohlens Talentpresse! Heute müssen die übrig gebliebenen Vier wieder zwei Titel singen, nämlich einen Kinohit und eine Ballade.

    Der lustige Dieter bringt schon gleich zu Beginn eine uniformierte Krankenschwester mit auf die Bühne, falls es einem der Kandidaten mal nicht so gut gehen sollte, zwinker, zwinker. ;-) Der geneigte Feuilleton-Leser weiß natürlich, worauf der unsensible Superstar-Dompteur da anspielt: Annemarie war in der letzten Woche auf Promotiontour in ihrer Heimatstadt Dessau mit einer Art Kreislaufkollaps zusammengebrochen und die Blöd-Zeitung hatte da wohl ein Drama auf Leben und Tod draus gemacht. Wenn ihr Protegé schon nicht durch guten Gesang glänzt, muss es doch wenigstens durch Skandale auffallen, auf diesem Gebiet hat die Blöd-Zeitung ja massig Ahnung…

    Die vier Protagonisten laufen ein (mit den obligatorischen Buhrufen für das blonde Gift) und als fünfter schlurft dann noch Mark Medlock hinterher, der leicht durchgeknallte Gewinner der vorletzten DSDS-Staffel. Er droht zwischen zwei nett gemeinten Verbalinjurien für nachher die Vorstellung seines Sommerhits 2009 an, der selbstverständlich von niemand Geringerem als Onkel Dieter himself verzapft worden ist. Man sollte meinen, dass der schon genug Honorar für die Rolle als Jurychef kassiert, aber offenbar kann er den Rand nicht voll kriegen und geiert auch noch auf die Vermarktung seiner 08/15-Dudeldei-Mucke. (Wo bleibt die Einblendung “Dauerwerbesendung”?)

    Als erster Kandidat ist heute Mädchenschwarm Dominik Büchele dran. Der Einspieler zeigt Szenen des Wahnsinns, als Dominik sein Heimatdorf Kappel-Grafenhausen besucht. Dort ist anscheinend seit dem zweiten Weltkrieg nicht viel Aufregendes passiert und so springt den Eingeborenen angesichts des Fernsehrummels kollektiv der Draht aus der Mütze.

    Dominiks erster Titel “Can you feel the Love tonight” stammt aus dem Film “König der Löwen” und wird im Original von Sir Elton John gesungen. Domi, ach Domi, warum singst Du nur immer so pathetische Sachen? Du bist doch noch so klein und scheinst schon die Last der ganzen Welt auf Deinen Schultern tragen zu müssen… Auch Dieter hadert damit: “Du hast aus ‘König der Löwen’ einen ‘Prinz der Hamster’ gemacht.” Insgesamt sei es aber eine akzeptable Leistung gewesen. Der Solala-Bewertung schließen sich auch Nina und Volker an.

    Sarah Kreuz kommt aus Poppenhausen; diese 1A-Herrenwitz-Vorlage kann Marco Schreyl selbstverständlich nicht ungenutzt vorübergehen lassen, wofür hat er denn schließlich studiert?! Der Einspieler zeigt Sarahs Eintrag ins Goldene Buch ihrer Heimatgemeinde, die aber insgesamt nicht ganz so abgeht, wie die von Dominik. Sie singt zuerst “I will always love you” aus dem Film “The Bodyguard”. Im Vergleich mit Whitney Houstons genialer Stimme kann man eigentlich nur abstinken, aber Diva Sarah kriegt es ziemlich gut hin, lt. Dieter sogar besser als das Original und das will aus seinem Mund schon etwas heißen!

    Der Einspieler zeigt auch “Pretty Boy” Daniel Schuhmacher auf Heimaturlaub – das ist bei ihm Pfullendorf. Dort kommt es zu ähnlichen Szenen wie bei Dominik, nur dass der Dominik von Pfullendorf eben Daniel heißt. Auch er genießt die 15 Minuten im Rampenlicht, die lt. Andy Warhol jedem Menschen im Lebens zustehen. Genau genommen hat Daniel inzwischen wohl schon die Rampenlichter mehrerer Leben verbraucht, dafür bleiben andere ewig im Dunkeln und müssen zynische Blog-Einträge verfassen… ;-)

    Daniel bringt zuerst “Take my Breath away”, den die Altvorderen noch aus dem Air-Force-Werbefilm “Top Gun” kennen. Mit null Choreo schmachtet er sich etwas statisch durch den Titel, aber wenn ich mir vorstelle, welchen Hüpf- und Zuckanfall Holger Göpfert daraus gemacht hätte, ist das eigentlich ok. Dieter mag den Song schon bauseitig nicht, ist aber mit Daniels Leistung trotzdem recht zufrieden. Nur hätte er sich für ihn einen stärkeren Titel gewünscht und hofft auf die zweite Runde. Restjury dito.

    Annemarie Eilfelds erster Titel “There you’ll be” (Faith Hill) stammt sinnigerweise aus einem Kriegsfilm, nämlich “Pearl Harbor”. A propos Krieg: Vorweg darf Mami Eilfeld live im Studio eine Lanze für ihr reizendes Töchterlein brechen. Die sei in Wirklichkeit einfach nur lieb und ein ganz toller Mensch und der ganze Clinch mit den anderen Kandidaten sei nicht ihre Schuld. Oooooooooh, endlich mal Klartext, so ist das also, ALLE anderen sind Schuld, nur nicht die eigene Tochter. Hatte ich eh schon vermutet.

    Der Einspieler zeigt die eingangs genannten Szenen von Annemaries Welttournee durch Sachsen-Anhalt und vor allem ihren megatheatralischen Kollaps, für den RTL einen ganzen Kanister Kunsttränen spendiert haben muss. Ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie Annemarie später auf der Intensivstation gegen den Willen der Ärzte ihre Herz-Lungen-Maschine abstellt, sich von den zahllosen Schläuchen und Drähten befreit und mit letzter Kraft auf die Bühne stolpert, um für ihre Dessauer zu singen, denn sie will ihre wartenden Fans nicht enttäuschen! Eigentlich könnte man DSDS an dieser Stelle auch beenden, der Superstar ist schon gefunden und jede weitere Suche wäre Verschwendung.

    Aber so weit ist es in Wirklichkeit noch nicht, jetzt kommt erstmal Pearl Harbor: Annemarie steht auf der Bühne vor einem riesigen drehenden Propeller und bestimmt wünschen manche fiesen Zeitgenossen, sie möge mal eben zwei, drei Schritte zurück gehen… :-) Aber keine Chance, der Propeller ist nur ein Filmclip auf der Monitorwand und macht dann bis zum Schluss des Liedes Platz für eine endlose Kette tieffliegender Kriegsflugzeuge. Was für eine schöne Untermalung für Annemaries Song! Die Jury findet es trotzdem ganz ok, nur Dieter meckert, dass er mit seiner fortwährenden Kritik an Annemarie doch Steilvorlagen für ihre Pressearbeit liefere, aber dafür noch keinen Champagner bekommen habe.

    Dominik Büchele eröffnet den zweiten Durchgang (Thema “Balladen”) mit dem Klassiker “The Sounds of Silence” von Simon & Garfunkel in der Streicher-Version. Diesmal gelingt ihm echtes Gänsehautfeeling, was vielleicht auch etwas an seiner haartechnischen Ähnlichkeit mit Art Garfunkel liegt. Mal im Ernst, für dieses Lied ist Domis rauchige Stimme wie geschaffen und die gewiss nicht einfache Intonation gelingt ihm ganz gut, auch wenn ihn das depperte Publikum mit dummdeutschem Geklatsche aus dem Tritt zu bringen droht. Dieter giftet trotzdem, da sei “Null Gefühl” rübergekommen und fängt sich damit Buhrufe des Büchele-Fanblocks ein. Volker und Nina fanden es hingegen gut.

    Duffys Hit “Warwick Avenue” wird jetzt von Sarah Kreuz nachgesungen, wieder mit orchestraler Minimalbesetzung aber maximalem Einsatz der Diva. Die Jury ist durchweg sehr zufrieden. Das ist insbesondere bei Nina interessant, da sie das Lied seit bzw. genau wegen der Castings eigentlich überhaupt nicht mehr hören kann.

    Nun wird’s knifflig, denn der schöne Junge (“Pretty Boy”) Daniel Schuhmacher versucht sich an Joe Cockers “You are so beautiful”. Der Titel ist wegen Cockers unnachahmlicher Reibeisenstimme normalerweise ein Himmelfahrtskommando für Cover-Sänger, aber nicht heute Abend. Von der Stimmlage her klingt Daniel absolut wie eine – sehr gute – farbige Bluessängerin, tiefschwarz würde ich sogar sagen (oder ist das schon politisch unkorrekt?). Dieters Urteil ist ein absolutes Novum, denn er kriegt erstmal ein paar Sekunden lang gar kein Wort raus und ist danach nur noch stolz auf Daniel, sagt er. (Sehe ich Euro-Zeichen in seinen Augen?) Die anderen beiden Juryisten sind auch hin und weg.

    Marco Schreyl behauptet, dass man bei “Because of You” (von Kelly Clarkson) merken könne, wie zerbrechlich Annemarie Eilfeld in Wirklichkeit sei. Als zerbrechlich erweist sich zunächst jedoch die RTL-Technik: Annemaries Mikro gibt schon vor dem ersten Ton den Geist auf. Zufall? Sabotage?? Hexerei??? Wir lesen die Antwort dann sicherlich am Montag in der Blöd-Zeitung. So, im zweiten Anlauf klappt alles und zwar ganz passabel. Annemaries Claqueure im Publikum schreien nach Zugabe, Dieter faselt was von “nachgesungen”, Nina und Volker mögen keine Zicken, finden Annemarie zwar musikalisch gut, dabei jedoch sehr anstrengend.

    Nach der Pflicht kommt die Kür und die heißt heute Mark Medlock. Dieters devoter Herzbube stellt jetzt seinen kommenden Sommerhit vor, noch brühwarm aus dem Bohlenschen Hittoaster – trotzdem klingt er seltsam vertraut. Medlock zieht seine übliche Playback-Show ab, Dieter wippt dazu gut gelaunt (weil gut verdienend) auf dem Stuhl, leicht bekleidete Tänzerinnen hüpfen über die Bühne und es stellt sich sofort Ferienstimmung ein. Man muss das Lied einfach mögen – wenn man Mark Medlock mag. Ich mag ihn nicht. Und die Re-Inszenierung von Bohlens Gelddruckmaschine namens DSDS als Werbeplattform für seine unsäglichen Platten mag ich auch nicht. Also spule ich mal eben eine Stunde vor zur Urteilsverkündung.

    Außer Daniel müssen alle nach vorn und raus fliegt heute Dominik, der Mädchenschwarm! Hmmm, gute Frage, wer erbt denn jetzt Dominiks pubertierende Anhängerinnenschaft aus dem Bravo-Lager? Klare Antwort, der Punkt geht an Annemarie, die ist der letzte Kerl unter den Kandidaten. Nächste Woche sehen wir dann, wie sie Sarah demontiert und am 9. Mai kommt die Thronbesteigung.

    Langsam sehne ich mich nach Holger.

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  • Peter Zwegat hat es auch heute wieder mit einem schweren Fall von ungebremster Kaufsucht zu tun. War es beim letzten Mal nur die Mutter, die ihre Familie in den Ruin stürzte, sind diesmal gleich beide Ehepartner mit dem Morbus Amazonii (vulgo Ebayismus) infiziert.

    RTL hat die Familie im beschauliche Mechernich in der Eifel aufgespürt. Hier leben Christian und Nadine Kettner, beide 25, mit Töchterchen Jasmin in einer Dachgeschosswohnung. Die Eheleute sind seit ihrer Lehre als Verkaufshelfer arbeitslos, geben aber Geld aus wie die Weltmeister, denn sie sind kaufsüchtig. Blöderweise haben sie sich einen Computer mit Internetanschluss zugelegt und kaufen aus Frust und Langeweile alles, was ihnen auf den Monitor kommt. Christian gesteht, dass er sich gelegentlich sogar schon Anti-Faltencreme gekauft hat, nur weil das Sonderangebot gerade so schön klickibunti war. :-)

    Nun, die Creme braucht er vielleicht sogar tatsächlich bald für seine Sorgenfalten, denn wer kein Geld hat, kann bekanntlich auch nichts ausgeben. Ergo hat die Familie sich kräftig verschuldet und obendrein auch noch das Ersparte seiner Eltern als Darlehen bekommen und gleich mit verbraucht. Die Eltern haben inzwischen die Fresse dicht und ihrem Sohnemann den Geldhahn zugedreht. Der ist jetzt mit der (ohnehin nicht sehr üppig vorhandenen) Weisheit am Ende und ruft nach Papa Zwegat, dem Gutmenschen aus der Hauptstadt.

    Aber bevor der kommt, erklärt uns RTL noch eben den simplen Kettnerschen Tagesablauf: Morgens öffnen die Eltern die Haustür und lassen ihre Tochter raus, die von einem Auto des Jugendamtes abgeholt und in den Kindergarten chauffiert wird. Nach dieser epochalen Großtat sind die Eltern verständlicherweise ziemlich erschöpft, setzen sich für den restlichen Tag aufs Sofa und verballern ihre Sozialhilfe – und mehr – im Internet. Angesichts dieses anstrengenden Tagewerks muss auch der übelmeinendste Zuschauer leicht nachvollziehen können, dass die Kettners dabei nicht auch noch ihre Ausgaben und Schulden im Blick behalten können. Christian vermutet die aktuellen Außenstände bei 15.000, vielleicht auch 20.000 Euro, möchte sich da aber lieber nicht festlegen. (Das kann ja auch der gutmütige Opa aus Berlin rechnen, den RTL jetzt schickt.)

    Mutter Kettner Senior steuert derweil noch die Anekdote bei, als die Stadtwerke – ganz plötzlich, haha – wegen einer offenen Rechnung von 750 Euro bei Chrissi und Naddel den Strom abdrehen wollten und die ganze Verwandtschaft in einer akuten Spendenaktion den Betrag in bar zusammengebracht hat. Die Kamera begleitet die jungen Kettners dann noch beim Einkauf (in der physischen Welt, also in echt, draußen, mit Tüte) und die allwissende Off-Stimme berichtet, dass die Eheleute meistens schon am 4. oder 5. des Monats abgebrannt sind. Auch Christians neueste, zugegebenermaßen ziemlich schlaue Idee zum Geldverdienen ist ein Schuss in den Ofen: Er ruft bei Call-In-Telefon-Gameshows auf den einschlägigen TV-Dödelsendern an, hat mittlerweile schon Telefonkosten von über 700 Euro verursacht, aber unerklärlicherweise noch keinen Cent gewonnen! Dafür ist jetzt sein Telefon gesperrt, die Rechnung wollte er nämlich von dem Gewinn bezahlen…

    An dieser Stelle kommt Peter Zwegat ins Spiel. Nach dem üblichen Muster besichtigt er erstmal die Wohnung (findet dieses Mal dabei übrigens keinen Riesenfernseher) und erkundigt sich nach dem Verbleib der vielen Artikel, die die Kettners im Internet so geschossen haben. Die seien verkauft oder verschenkt worden, sagt man ihm, irgendwie wären die langweilig geworden. (Ahhhhhh!!!!) Zwegat sieht aus, als habe er in eine Zitrone gebissen und attestiert den beiden 25-jährigen Eheleuten die geistige Reife von 18-jährigen, maximal… eher weniger. :-(

    Die Kettners werden von Zwegat erstmal dazu vergattert, eine Übersicht aller Gläubiger zu erstellen, damit er seinen Rechenschieber anwerfen kann. Außerdem zwingt er Christian zu einem Canossa-Gang zum Leiter einer Maßnahme des Arbeitsamts, bei der dieser seit zwei Monaten wegen angeblicher Rückenschmerzen geschwänzt gefehlt hat. Der Arbeitsamtsmensch gibt vor der Kamera denn auch wirklich den Kastenteufel und schnauzt Christian einigermaßen an, macht zwei Action-Punkte. Christian ist aber auch so eine lahmarschige Backpfeifentype, den hätte ich selbst gern mal angebrüllt und durchgeschüttelt. Er sucht und findet für seine Trantütenhaftigkeit immer eine Ausrede, natürlich sind stets die anderen Schuld und wir müssen den Mist dann auch noch im Fernsehen angucken! (Ganz ehrlich, unter uns: Gestern, beim ersten Versuch, die Sendung zu bloggen, bin ich eingeschlafen! Das muss an der Baldrian-Aura liegen, die Christian umgibt!!!)

    Nach der Werbepause rückt Zwegat mit der Flipchart an. Zuerst dürfen beide Ehepartner raten, wie hoch ihre jeweiligen Schulden wohl sind, Naddel tippt auf 8.000 Euro, hat aber nur 5.300 Euro und frohlockt, aber keine Sorge, ihr Herzallerliebster reißt das wieder raus: Er tippt ebenfalls auf 8.000 Euro, hat aber tatsächlich 11.800 Euro. Bei dem Posten von 1.100 Euro für die Videothek bohrt Zwegat genüßlich nach und lässt sich beichten, dass Christian mal die Rückgabe von drei Leih-DVDs ein Vierteljahr lang vergessen hatte.

    Der fachmännische Rat von Zwegat an die Kettners lautet schlicht: Arbeiten!!! Er nimmt sich Christian in einer Kneipe im Vier-Augen-Gespräch (plus Kamera) zur Brust, so von Mann zu Mann und ganz ohne die Frau. (Vermutlich soll  Naddel seine heimlichen Tränen nicht sehen; das kann sie ja dann heute im Fernsehen nachholen.) Später gehen die beiden nochmal zum Kastenteufel vom Arbeitsamt. Dabei läuft dem Schuldnerberater die Galle über als er erfährt, dass sein Klient in den letzten Monaten zwei angebotene Praktika nicht angetreten hat. Trotzdem soll er jetzt noch eine letzte Chance bekommen mit einem Job im Altersheim. Außerdem schleppt Zwegat ihn zu einem Orthopäden um abzuklären, ob er wirklich ernste Rückenprobleme hat. (Hat er natürlich nicht, ist nur nicht gut in Form.)

    Nun kommt das Wunder, das Magische, das diese Sendung oft ausmacht: Christian Kettner tritt die Stelle als Pfleger im Altersheim an und schlägt dort wie eine Bombe ein! Fortan steht er freiwillig jeden Morgen superfrüh auf, hat auch noch Spaß daran und fühlt sich insgesamt sauwohl. Und die Rückenschmerzen sind wie weggeblasen. Nun wird auch noch Naddel vom Sofa losgeschweißt und ebenfalls zum Arbeitsamt verfrachtet. Zwegat schafft es, dass sie für ein halbes Jahr in einer Eingliederungsmaßnahme unterkommt, die schließlich in einen richtigen Job münden soll. Am Ende spendieren Christians Eltern den beiden auch noch zwei Fahrräder und machen damit das Maß voll, die Kettners brechen vor Rührung in Tränen aus.

    Hallelujah, so muss es im Himmel sein, unsere beiden Knackvögel sind dank Peter Zwegat endlich auf dem richtigen Weg! Ich habe es ja schon immer gesagt: Er hat etwas Messianisches an sich und kann bestimmt auch über das Wasser gehen. Schade nur, dass die Kettners von ihren vielen Internet-Shoppingtouren nicht mal ein richtiges Abschiedsgeschenk für Zwegat übrig behalten haben, über die Anti-Faltencreme hätte er sich bestimmt sehr gefreut… :-)

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  • DSDS (RTL) 19.04.2009 No Comments

    Die wichtigste Frage, die lt. DSDS offenbar ganz Deutschland bewegt, wird schon im Intro gestellt: Ist Annemarie eine Hexe? Angeblich hat sie bei allen zurückliegenden Mottoshows immer richtig getippt, wer rausfliegt und muss deswegen mit dunklen Mächten im Bund sein. Also entweder ist Annemarie wirklich eine Hexe, hat einfach viel Glück oder kennt das Skript der ganzen Staffel…

    Heute muss jeder Kandidat wieder zwei Songs singen, diesmal unter dem Motto “Sonne und Regen”. Wie so oft, macht auch diesmal Benny Kieckhäben den Anfang. Komisch eigentlich, soviel Losglück, immer gehört er zu den ersten, das kann ja auch nur mit dem Teufel zugehen… Im Einspieler heult er sich beim Publikum über die böse Annemarie aus, die doch einfach hinter seinem Rücken über ihn getratscht hat, die alte Hexe! Trotzdem singt er mit “Walking on Sunshine” (Kathrina and the Waves) ein ausgesprochen fröhliches Lied.

    Annemaries Fluch hat Benny zwar knapp verfehlt, jedoch offensichtlich seine Kostümberater getroffen, anders ist der neongrüne Alptraum von Bermudashorts und Netzhandschuhen nicht zu erklären, mit dem er die Zuschauer malträtiert. Dieter meckert nachher über den Song und sieht Benny schon beim Kofferpacken, Nina spricht vor allem vom Neongrün und Volker gibt den Beschwichtiger und dämpft Dieters Kritik ein wenig.

    Sarah Kreuz hat nach den Texthängern vom letzten Mal Besserung geschworen. Auch sie spricht von Annemaries fiesen Machenschaften, steht aber angeblich über den Dingen: “Ich streite nicht, ich singe nur”. Sie präsentiert heute zuerst einen Regentitel, nämlich “It’s  raining Men” von den gewichtigen Weather Girls. Auf den ersten Hör ganz ordentlich, es scheint diesmal keine Texthänger zu geben. Volker findet auch heraus, warum: Sarah singt einfach so undeutlich, dass man die einzelnen Worte sowieso nicht verstehen kann, darum kann man ihr auch keinen Fehler nachweisen. Schlaue Idee! Außerdem ist Volker von Sarahs neuem Styling begeistert, wobei es ihm offenbar die knielangen, schwarzen Lackstiefel besonders angetan haben…

    Dieter ist gegen solche Einflüsse wohl schon immun, er ist nur lauwarm angetan, hat außerdem doch wieder Texthänger entdeckt und findet überhaupt, dass der ganze Song nicht zu Sarah passt. Die fragt nun zickig zurück, welcher Song denn besser gepasst hätte, Dieter weiß es nicht, wirkt dabei etwas dummbräsig und wir bekommen das schleichende Gefühl, dass für Sarah der Zug zum Superstar gerade abgefahren ist. Dieter auf offener Bühne anzupampen, ist für DSDS-Kandidaten meistens der karrieretechnische Suizid. (Habe gerade die Assoziation von einer blonden Hexe, die letzte Nacht eine Sarah nachempfundene Voodoo-Puppe mit Nadeln durchbohrt hat…)

    Nummer Drei ist Dominik Büchele. Wir erinnern uns: In der letzten Mottoshow hatte er zu Dieters Missfallen “Wire to Wire” von Razorlight gesungen, die Band hat das Cover angeblich gesehen (wer’s glaubt) und Dominik deshalb zu einem Konzert mit anschließendem Backstage-Besuch eingeladen. Zweites Thema seines Einspielers ist natürlich wieder der universale Zoff mit Annemarie, die angeblich hinter der Bühne über ihn gelästert habe, sich daran jetzt aber nicht mehr erinnern könne… Kein Wunder, dass die hinterfotzige Annemarie so gut mit der Blöd-Zeitung kann, die Masche ist irgendwie ähnlich. Langsam vermisse ich Holger, der war zwar ein Spinner, aber wenigstens harmlos.

    Mädchenschwarm Domi singt im bunten Hawaiihemd “Upside down” von Jack Johnson, also einen Gutelaunesong. Die ist dann aber bald vorbei, denn heute ist wohl nicht sein stärkster Tag (oder Annemarie hat heute Nacht mit ihren Voodoo-Puppen Überstunden gemacht). Dieter zerlegt ihn genüsslich nach Strich und Faden: “Hemd von Kick, Gesang kack, der Auftritt war gartenzwergmäßig, viel schlechter geht das nicht”, die Rest-Jury stimmt ihm inhaltlich zu, sagt es aber netter.

    Die Einspieler von Daniel Schuhmacher leiden irgendwie immer an einer gewissen Künstlichkeit. Bei der Top-7-Show musste er aus unklaren Gründen Fallschirmspringen, beim letzten Mal gab es einen Besuch im Kinderkrankenhaus. Diesmal lässt man den ausgedachten Quatsch gleich ganz weg und es geht sofort wieder um Thema Numero Uno: Annemarie, Annemarie, Annemarie. Auch Daniel hat gehört, dass das blonde Gift über ihn und Dominik gelästert hat und das nun nicht mehr wahrhaben will. Blablablabla. Wenigstens bringt er eine neue Facette ins Spiel und lästert seinerseits über Annemaries krassen Vater, der wohl bei ihrer Erziehung versagt habe. Ach Kinders, ist das schön, man kann sich zurücklehnen und gemütlich aus dem Sessel zugucken, wie sich die Leute wegen nix in die Klotten kriegen. Endlich geht es bei DSDS mal um wichtige Dinge, das ewige Gesinge ging mir sowieso schon langsam auf die Nerven! ;-)

    A propos “Gesinge”, einen Song gibt es ja auch noch: Daniel bringt von den Eurythmics “Here comes the Rain again”. Nach “Sweet Dreams” in der Top-8-Show ist das schon sein zweiter Song von dieser Gruppe; seine relativ hohe Männerstimme entspricht einfach sehr der tiefen Frauenstimme von Annie Lennox. Bei ihm versagt Annemaries Fluch glücklicherweise, er performt ganz gut, die Jury ist begeistert und das Publikum jubelt sowieso frenetisch, sobald es ihn sieht. War das vielleicht der kommende Superstar 2009? Wenn er nicht noch etwas Wesentliches vermackelt, müsste das eigentlich reichen.

    Nun kommt Annemarie Eilfeld, die Hexe, und das Publikum buht sofort. Ihr Kernsatz im Einspieler ist “Ich bin nicht zu DSDS gekommen, um neue Freunde zu finden.”. Damit macht sie sich zwar zum Kameradenschwein, ist in ihrer Einstellung aber möglicherweise professioneller oder realistischer, als ihre Mitbewerber. Wenn ich Dieter Bohlens Bücher richtig memoriere, ergibt sich da sogar eine gewisse Seelenverwandschaft (weshalb ich keinen der beiden persönlich kennen möchte).

    Annemarie steigt mit “Bailando” von Loona in den Ring, von Beginn an heftig ausgebuht und von Gegen-Sprechchören begleitet. Warum ist sie auch so ein Kotzbrocken? Musikalisch kann man ihr leider nicht viel vorwerfen, Dieter macht es aber trotzdem: Er attestiert Gefühllosigkeit, nennt sie sogar “Bitch”, was ja im Englischen nicht gerade ein Kosename ist, und das Publikum applaudiert dazu begeistert. Die Sendung hieße nicht “Deutschland sucht den Karaoke-Star”, deshalb passe ihr Gesang nicht in seine Show. Die pathologisch harmoniesüchtige Nina lobt einerseits Annemaries Mut, in Spanisch zu singen, will dann aber auch nicht bei Dieter anecken und mäkelt deshalb etwas über ihr (Annemaries) schlechtes Styling und dass sie aussähe wie Linda de Mol. Von Volker kommt dann noch ein klassisches Sowohl-als-auch-Statement.

    Nach der ersten Runde sehen wir vermutlich aus Gründen der Eigen-PR den nervigen Oliver Pocher. Er blödelt sich durch einen Einspieler mit komplett vergeigtem Vocal-Coaching, reißt ein paar Schwulenwitze auf Kosten von Benny und bändelt schließlich mit Annemarie an. Am Ende der Show droht uns sein Liveauftritt, volle Deckung!

    Runde Zwei beginnt mit Benny Kieckhäben als Pia Zadora bzw. Jermaine Jackson mit “When the Rain begins to fall”. Das Lied ist im Original schon grässlich und Benny mangelndes musikalisches Zielvermögen macht es nicht besser. Seine Performance sieht immer aus, als wenn ein Storch durch den Salat stolziert, aber die Jury ist einigermaßen gnädig. Dafür bekommen Volker und Dieter (mit Widerstand) von Benny einen Kuss auf die Stirn gedrückt und laufen dann pflichtschuldig rot an.

    Sarah Kreuz singt im zweiten Aufguss Stevie Wonders “You are the Sunshine of my Life”. Mittlerweile hat sie den strengen Zopf  aus dem ersten Durchgang wieder gelöst und ein gelbes Kleidchen übergeworfen. Passend zum swingigen Titel performt sie nur sparsam, fast sogar spärlich, und steht die ganze Zeit auf dem selben Fleck auf der Bühne. Marco Schreyl haut anschließend den Klopfer des Tages raus, bemerkt und meint das aber gar nicht so: “Stevie hätte das gefallen, wenn er es gesehen hätte.” Der Jury hat es jedenfalls auch viel besser als der erste Titel gefallen.

    “Why does it always rain on me” (Travis) fragt sich und uns Dominik Büchele. Dieser Titel passt ihm wie angegossen und macht den schwächeren Auftritt in der Hinrunde vergessen. Etwas nervig sind aber die überdimensionalen “Domi”-Transparente, die von seinen Anhängern in die Kamera gehalten werden. Die Dieters finden die Leistung zwar ok, aber möglicherweise nicht finaltauglich.

    Als nächstes singt Daniel Schuhmacher “Ain’t no Sunshine” von Bill Withers und das ist der beste Auftritt des Abends, lt. Dieter sogar der ganzen Staffel. Obwohl das musikalisch keine leichte Kost ist, sitzt buchstäblich jeder Ton und es gibt von der gesamten Jury Standing Ovations. Also, wenn Daniel diesmal nicht Superstar wird, dann weiß ich auch nicht.

    Ganz anders läuft es nun bei der bösen Annemarie Eilfeld, die den Abend mit “Purple Rain” von Prince beschließt. Die Jury bescheinigt der blonden Vielleicht-Hexe trotz technisch guter Leistung wieder “Gefühllosigkeit”; sie habe den Titel zu einer Schlager-Version gemacht. Dieter kommt fast ins Pöbeln mit “so stellt Oma Kasuppke sich Prince vor”, sie sänge wie “die Kastelruther Spatzen” oder “die Flippers” (kenne ich Gottseidank alles nicht) und das sei “eine gruselige Schlumpfversion von Purple Rain” gewesen. Annemarie solle sich mal lieber auf die Karriere als Doppelgängerin von Linda de Mol konzentrieren. Während ihre Claqueure protestieren, ahnt man, dass Dieter sie nicht wirklich mag.

    Nun kommt wieder eine Stunde gequirlter Schwachsinn für Humorlose, notdürftig als “Comedy” getarnt, danach geht es ähnlich niveaulos weiter: Aus mir nicht klar nachvollziehbaren Gründen beginnt die Ergebnissendung mit einem unterirdischen Ulk-Auftritt von Harald Schmidts ehemaliger schlechterer Hälfte Oliver Pocher. Der dilettiert sich in einer bekloppten Maskerade mit Zottelperücke durch Tokio Hotels Titel “durch den Monsun”, rennt dabei wie angestochen (oder wie Holger) über die gesamte Bühne, rutscht ungeplant aus und landet dabei gerechterweise voll auf dem Steißbein. Das hat gezwirbelt; das Jüngelchen hält sich hinterher schmerzverzerrt den Bürzel. Dieter wirkt ob der Entweihung seiner Sendung stark angesäuert, verzieht sich vorher rechtzeitig auf die Toilette und verweigert hinterher eine Einschätzung des Auftritts. Recht so!

    Nun wird es Ernst, Zeit für die Urteilsverkündung: Nach vorn müssen Annemarie, Benny und Sarah, raus fliegt dann “Paradiesvogel” Benny. Schade eigentlich, dass er ausgerechnet gegen jemanden wie Annemarie dran glauben muss. Tränenreich verabschiedet er sich ein letztes Mal im Rampenlicht von seinem Publikum in die mediale Bedeutungslosigkeit. Wollen wir mal hoffen, dass bei Top 4 Endstation für die blonde Hexe ist. Künstlerisch hat sie nichts drauf und allein der kurze Draht zur Blöd-Zeitung macht sie ja wohl noch nicht zum Superstar!

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  • Im Schlumpfdorf Dernbach erleben wir diesmal eine Ludolfsche Osterregression, soll heißen: Die vier etwas in die Jahre und aus der Form gekommenen Brüder lassen die Osterbräuche ihrer Kindheit wieder auferstehen.

    Nach fast achtzig Folgen einer Doku-Soap, die grundsätzlich nichts anderes macht, als uns Coach-Potatoes am nur geringfügig aufregenderen Leben einer Schrottplatzsippe teilhaftig werden zu lassen, kratzen die Drehbuchschreiberlinge mittlerweile spürbar am Bodensatz ihrer Phantasie. Wie sonst könnte man auf die Idee kommen, eine Viertelstunde lang in epischer Breite zu zeigen, wie angeblich erwachsene Menschen Eier ausblasen, hinterher färben und dann in einer Halle mit Millionen Ersatzteilen verstecken. (Da wird sich Peter in ein paar Monaten aber noch freuen, falls seine Brüder nicht alle Eier gefunden haben sollten… :-) ) Der Küchenausflug mit dem beleibten Clanchef wird dagegen zum Action-Trip mit Herzinfarktrisiko. Immerhin sieht der dabei entstandene Ostertopfkuchen à la Muttichen ganz lecker aus und hat dementsprechend bei den Ludolfs auch nicht lange zu leben.

    Manni macht mal wieder den Familieneinstein, als er erklärt, weshalb Hühnereier nicht wirklich rund sind und dass man sie mit der Hand in Längsrichtung nicht zerquetschen kann. Letzteres ergibt wieder ein mehrminütiges großes Hallo, als alle Brüder versuchen, Mannis Behauptung zu wiederlegen und das Ei dabei mit zusammengekniffenen Augen in der ausgestreckten Hand weit von sich strecken. Mannis Genialität wird jedoch hinterher wieder infrage gestellt, als er Wetten-dass-mäßig ein Auto auf vier hochkant positionierte Eier stellen will, dabei jedoch nur Rührei produziert.

    Wo bleibt die richtige Auto-Action, gibt’s denn heute keine Testfahrten auf dem Ludolf-Ring? Stimmt, berechtigter Einwand, das haben die Autoren wohl auch gemerkt, ergo erfinden sie nun die Story, dass Manni unbedingt eine Schrottkiste als Osterei bemalen möchte. Er lackiert dafür einen Wagen mit weißer Farbe und schmiert hinterher mit der Hand ein paar Kleckse Gelb darauf – als Eidotter.

    Anschließend geht es mit der Karre zu einem Eierlauf der besonderen Art: Nacheinander fahren Manni, Uwe und Peter mit dem Ostereierauto auf den mit “Palone” (gemeint sind “Pylonen”) abgesteckten Slalomkurs. Dabei müssen sie während der Fahrt einen Löffel mit Ei aus dem geöffneten Seitenfenster halten und dürfen das Ei dabei natürlich nicht verlieren. Zwar schafft das nur Manni (im Schneckentempo), aber Peter erklärt sie alle drei kollektiv zu Siegern und die Welt in unserem kleinen Westerwalddorf ist so weiterhin in Ordnung.

    Tja, das war die ganze Folge. Sehr viel schlauer wird man vom Ludolf-Gucken zwar nicht, sehr viel blöder aber vermutlich auch nicht. Immerhin beruhigt Peters Schnarchen nach einem anstrengenden Tag ganz kolossal.

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  • DSDS (RTL) 14.04.2009 2 Comments

    Schon mal vorweg eine Entschuldigung, dass das hier wieder so lang geworden ist. Jaja, ich wollte mich bessern, hab’s dem Blogwart versprochen, aber wenn ich so ins Schwallen komme, kenne ich keine Bremse mehr, bin halt ein Sabbelmors… Ich hoffe, Ihr habt trotzdem Euren Spaß daran. So, dann wollen wir mal!

    Ohne Osterpause singen heute die verbliebenen sechs Castingsternchen jeweils zwei Titel, nämlich im ersten Durchgang einen “gewidmeten” Song und später dann einen “aktuellen Superhit”.

    Als erstes kommt James Blunt, äh Dominik Büchele oder “Domi”, wie ihn seine Fans offenbar inzwischen nennen. In seinem Einspieler holt er sich diesmal Hilfe vom Papi, denn den nervt die dauernde Jury-Kritik am Sohnemann. Tja, da hat der gute Mann wohl die DSDS-Spielregeln nicht genau gelesen oder die früheren Staffeln verpasst, denn das berechtigte und insbesondere unberechtigte Niedermachen von Möchtegernsängern ist ja wohl ein unverzichtbarer Teil des Spaßes, oder? Und gerade wenn der Kandidat Nerven zeigt, bohrt man nach, ist doch logo. Wer erinnert sich nicht wehmütig an Daniel Küblböck in der RTL-Dschungelshow, als der nach wiederholten Kakerlakenbädern nur noch am Flennen war und genau deswegen von den Zuschauern auch für die nächste Dschungelprüfung nominiert wurde? Dominik, ich fürchte, auch Dir droht nach dem irgendwann unvermeidlichen Abgang bei DSDS die RTL-Resteverwertung im australischen Regenwald…

    Tolle Idee, Domi widmet den ersten Song seinem Heimatdorf. ;-) Für nicht so eine tolle Idee halte ich jedoch die Auswahl des Liedes “Stark” (ich + ich), denn das war in der letzten Staffel ein absoluter Knaller von Thomas Godoj und dem Vergleich hält Dominiks Stimme leider nicht stand. Papi Büchele wird wieder sauer sein, denn Dieter behauptet, er würde zwar gern etwas Nettes sagen, aber leider seien bei dem Titel alle seine Extremitäten eingeschlafen “inkludiert meine Ostereier”. Ob Ninas und Volkers Ostereier auch gelitten haben, bleibt offen, aber sie machen auf Widerstandskämpfer und finden den Auftritt “ganz ordentlich”.

    Benny Kieckhäben kriegt bei mir heute einen Bonus, denn er hat letzte Woche das Schlussduell gegen Holger Göpfert gewonnen. Also spare ich mir einen Kommentar über seinen 67 Meter langen Fanbrief (O-Ton Marco Schreyl: “Benny hat den längsten… Fanbrief.” Bruhahaha, ist der Typ witzig!) und verzichte auch auf die Wiederholung des Ausdrucks “Entkorker” für seinen ersten Freund Marcel, dem er den Song “Und wenn ein Lied…” (Söhne Mannheims) widmet.

    Äußerlich ist Benny heute für seine Verhältnisse geradezu schlicht gekleidet, mit Anzug und Krawatte und ohne buntes Tüdelüt; seine Frisur sieht dagegen wie immer etwas nach notgelandeter Feuerqualle aus. Musikalisch haut mich der Auftritt nicht vom Hocker. Volker und Nina finden das auch und bemängeln außerdem seinen starken Akzent, mit dem sich der Titel komisch anhöre. Dieter schwächt die Kritik ab und findet den Auftritt dagegen auffällig toll. Nanu, holt der Titan von Tötensen nach dem Abgang von “Captain Entertainment” jetzt etwa den “Smutje” aus der Versenkung?

    Die Runderneuerung von Vanessa Neigert schreitet voran, nach dem Englischkurs in der letzten Woche werden wir diesmal Zeuge ihres etwas peinlichen und ziemlich lauten Auftritts im Tanzkurs. Den 45 Jahre alten Oldie “Liebeskummer lohnt sich nicht” (von Siw Malmkvist) widmet sie ihrer Mutti, was sie aber nicht davon abhält, haufenweise Töne zu versemmeln und Textpassagen zu vergessen. Ihr rotes Kleid mit weißen Punkten erinnert mich an eine Plastiktischdecke vom Schrebergarten-Vereinslokal, Dieters Assoziation ist ein “Knollenblätter-Fliegenpilz”. Kritikmäßig kommt sie glimpflich davon, weil die Jury ihre Musikmankos mit der guten Show verrechnet.

    A propos Knollenblätterpilz: Als nächste kommt das “blonde Gift” Annemarie Eilfeld. Die spricht ja inzwischen wohl mehr mit der Blöd-Zeitung als mit ihren Kandidatenkollegen und wird deswegen auch allenthalben gehasst. Die Holgerianer mögen sie schon seit der Top-9-Show wegen ihrer Ausfälle gegen den Meister nicht und mit dem kleinen Rest der Menschheit hat sie es sich inzwischen wohl auch verdorben, wie man dem Buhen und Pfeifen bei jeder Nennung ihres Namens entnehmen kann. Im Einspielfilmchen springt auch hier der Papi seiner Tochter bei und faselt was von wegen, das seien alles nur die doofen Vanessa-Fans. Deshalb wohl widmet Annemarie das erste Lied ihren Erzeugern, “Nobody knows” von Pink. Wer Annemarie mag, findet ihren Auftritt wohl gelungen, allen anderen wird das Hamburger Boulevardblatt mit den großen Buchstaben wohl morgen erklären, warum sie Unrecht haben. Bei den Dieters kommt das Ganze jedenfalls erstaunlich gut an. Aber das heißt nichts, Bohlen mochte ja angeblich auch Modern Talking. :-)

    Die konstruierte Profilneurose von Daniel Schuhmacher setzt sich fort: In Ermangelung interessanterer Themen hatte man den “Pretty Boy” in der letzten Woche schon zum Fallschirmspringen abkommandiert, diesmal schicken ihn die RTL-Strippenzieher mit Kamerateam als Unterhaltungsnummer in ein Kinderkrankenhaus. Wäre doch gelacht, wenn sie ihn damit nicht hundertprozentig Schwiegermutter-kompatibel machen. Konsequent denn auch, dass er seinen Song “You give me something” (James Morrison) den Eltern und seinem kleinen Bruder widmet. Der Titel groovt leicht langweilig im Säuselmodus dahin und verführt Daniel bedauerlicherweise dazu, die meiste Zeit statisch auf einem Hocker zu sitzen. Die Jury freut sich aber noch immer über seine außergewöhnliche (etwas feminine) Stimme und winkt ihn ohne wesentliche Blessuren durch.

    Sarah Kreuz hat mit einer Kehlkopfentzündung zu kämpfen, muss aber heute Abend trotzdem ran. Ihren ersten Titel “Unforgettable” (Nat King Cole) singt sie wie gewohnt professionell in einem weißen Kleid mit wehender langer Schleppe (Windmaschine!) und widmet es einem guten Freund. Da war nichts dran auszusetzen, befindet die Jury. Die Frau hat bisher nur wenige Ecken und Kanten gezeigt, hoffentlich tut sich da noch etwas oder sie fliegt raus, ansonsten wird das lästerliche Bloggen schwierig!

    Vorhang auf zur zweiten Runde, den aktuellen Superhits:

    Seinen zweiten Titel “Wire to Wire” von Razorlight beginnt Dominik Büchele mit einem Special Effect, er hält nämlich ein brennendes Streichholz im ansonsten völlig abgedunkelten Studio. Ansonsten ist er ein Feind unnötiger Bewegungen und steht fast durchgängig wie angeklebt auf der Bühne. Die Sympathien in der Jury sind wieder ungleich verteilt, diesmal hält nur noch Nina zu ihm.

    Vor dem zweiten Titel von Benny Kieckhäben kommt mal wieder ein Moment zum Fremdschämen: Der Moderatoren-Marco zwingt die im Publikum sitzende Oma von Benny, mit der er übrigens die Frisur teilt, zur Darbietung eines schrecklichen Jodelliedchens; danach folgt der Enkel mit Ne-Yo’s “Closer”. Inzwischen hat Benny offensichtlich seine Kiste mit Diskofummeln wiedergefunden und so hüpft er mit einer silberfarbenen Persiflage auf einen scheußlichen Jogginganzug ziemlich tuffig über die Bühne, ist halt doch ein “Paradiesvogel”. Der Jury gefällt es so einigermaßen.

    Im zweiten Durchgang kommt Vanessa Neigert im Popeye-Gedächtnislook mit weißer Matrosenmütze und singt von Rosenstolz “Gib mir Sonne” oder besser gesagt: sie versucht es zu singen, denn viel war da nicht. Der Tanzkurs war auch völlig für den Eimer, denn zuerst sitzt Vanessa nur auf einem Hocker, später steht sie ziemlich lahm auf der Bühne herum. Der Überdieter bescheinigt ihr einen sympathischen Auftritt ohne Stimme. Warum sie dabei überhaupt einen Matrosenanzug anhabe, wird (zu Recht) gefragt. Volker spricht gar von einem drittklassigen Karaoke-Auftritt…

    Annemarie Eilfeld hat sich für “Just dance” von Lady Gaga entsprechend ihrem Ruf in so eine Art Osterhasenkostüm für Erwachsene gezwängt, mit schwarzen Pailetten und einer Schleife auf dem Kopf, die an Hasenöhrchen erinnert. Die Jury zählt sie dafür aus, die Blöd-Zeitung wird es dagegen wahrscheinlich lieben.

    Eine ziemlich gute Performance kommt danach vom zweiten Blondschopf Daniel Schuhmacher mit “Allein allein” von Polarkreis 18. Er fegt zwar etwas linkisch im weißen Anzug über die Bühne, bewegt sich aber immerhin mehr als so mancher seiner Kollegen und verdient sich damit das einhellige Lob der Jury.

    Den Abschluss macht dann wieder Sarah Kreuz mit “If I were a Boy” von Beyoncé. Vielleicht wünscht sie sich bei ihrem zweiten Auftritt heute wirklich, jemand anderes zu sein, denn sie hat einige Texthänger, sagt die Jury. Groß gemerkt hat man das zwar nicht, aber Volker und Dieter machen trotzdem einen auf dicke Hose und verpassen ihr einen ziemlichen Einlauf.

    Fazit insgesamt: Die ehemals Unkaputtbaren versemmeln heute auch mal ein paar Takte oder mehr, andere Leute mit Abo auf das “Nach-Vorne-Kommen” sind trotzdem immer noch da und sogar ziemlich lebendig. Absolut konstante Leistungsträger, wie in der vorherigen Staffel z.B. Thomas und Fady, gibt es diesmal nicht. Wenn nichts Sensationelles dazwischenkommt, dürfte der Superstar 2009 vermutlich zwischen Daniel und Sarah ausgefochten werden; beide wären in der letzten Staffel wohl nicht mal unter die Top 5 gekommen…

    Beim Ansehen der Aufnahme habe ich zwischen der Hauptsendung und der Ergebnisverkündung versehentlich ein paar Sekunden von dem peinlichen Drehbuch-Diarrhoe mitgekriegt, den RTL uns samstagabends so unter dem Label “Comedy” kredenzt. Das sind ja wohl nur notdürftig verfilmte Herrenwitze vom Bahnhofsklo der Neandertaler (oder wie Kalkofe sowas mal genannt hat). Echt schlimm, geht nur im Vollsuff! Vermutlich hat das aber Methode, denn so wird niemand davon abgehalten, die Zeit zum Anruf-Voting auszunutzen.

    So, nach überstandener geistiger Auszeit folgt das Ergebnis: Nach vorn müssen Annemarie, Daniel (!?!), Vanessa und Benny und raus fliegt dann unsere “Schlagerkönigin” Vanessa. Ist vielleicht besser so, sie wirkt doch heute insgesamt ziemlich indisponiert, vielleicht ist der Dauerstress denn doch zuviel für sie. Vanessa steht bei der Urteilsverkündung erst wie vom Blitz getroffen da, kapiert es nicht, dann aber doch und im Nu bricht ein kleiner Tränentsunami los, den der Schreyl geübt mit seinem Anzug auffängt. Vanessa kann ihren Fans nicht mal mehr ein paar Abschiedsworte sagen; das übernimmt dann der Moderations-Marco und entlässt uns Zuschauer bis zur nächsten Show.

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  • Welchen Knochen hat man wohl diese Woche über den Zaun des Ludolf-Geheges geworfen? Nun, der Titel sagt es schon: Die Drehbuchautoren sind auf die zunächst verblüffende Idee verfallen, Manni eine Weltraum-Affinität anzudichten. Auslöser ist eine Bremsscheibe, die den jüngsten Spross der Schrottfamilie angeblich an den Planeten Jupiter, vielleicht aber auch an ein Ufo oder Einsteins Hut erinnert. Ab jetzt nervt er die anderen Brüder mit einem nicht enden wollenden und mitunter schwer zu verstehenden Redeschwall. Soweit erkennbar, bespricht er dabei nur Themen, bei denen er absoluter Experte ist: Unendlichkeit, Parallelwelten, Außerirdische, also alles Dinge, die man beim Anblick der Ludolfschen Schrotthaufen schon immer irgendwie im Hinterkopf hatte.

    Der einmal entfesselte Weltraumvirus frisst sich erst durch Mannis Brägen und befällt anschließend auch Peter, das Ludolfsche Zentralgehirn. Der führt die staunenden Fernsehzuschauer nun auf seine unnachahmliche Art, d.h. mit wenigen, aber dafür schlecht gewählten Worten, in die Geheimnisse der Überlichtgeschwindigkeit ein. Eigentlich überrascht mich sein bisher so sorgfältig verborgenes Wissen nicht besonders, denn die Fassade des dauerschlummernden, arglosen, feisten Schrottplatzbesitzers war schon ein bisschen dick aufgetragen und kann doch nicht echt sein, oder?

    Unter Mannis grüner Dunstkiepe gärt es inzwischen weiter und er beschließt, den “Außererdischen” (sic!) eine Botschaft zu schicken. Dafür baut er aus einem alten Auspuffrohr und zwei übrig gebliebenen Silvesterraketen unter Uwes Protest eine Art Rakete. Als Nutzlast soll ein Foto der vier Brüder mitfliegen, das sie per Selbstauslöser von sich machen. Zu diesem Zweck wird sogar der eher bewegungsscheue Horst-Günter aus dem Ludolfschen Bau gelockt. Die Ludolfs als Botschafter des Planeten Erde – ob das potenzielle Besucher von weit Außerhalb eher anlocken oder abschrecken würde, sei dahingestellt. Flüchtige Betrachter des Fotos könnte Peters durchtrainierter Körper vielleicht entfernt an Jabba the Hutt erinnern, aber selbst dann bliebe die Frage, ob das eher nützlich oder schädlich zur Kontaktaufnahme mit Aliens wäre. :-)

    Die Frage stellt sich auch nicht wirklich, denn natürlich fliegt die Rakete beim Start an der Dernbachschen Peripherie nur gerade eben über den oberen Bildschirmrand hinaus. Für dusselige DMAX-Seher scheint das aber zu genügen und die Ludolfs müssen laut Drehbuch so tun, als verschwinde Mannis Machwerk wirklich mit Lichtgeschwindigkeit in den ewigen Weiten des Universums (geschriener O-Ton Peter: “Dorch de Wolken, dorch de Wolken!”). Anschließend darf Manni dann noch den Volltrottel mimen und per Teleskop aus seinem Zimmerfenster – bei Tageslicht :-) – nach der Reaktion der Aliens suchen…

    Vielleicht haben es manche Leser schon geahnt: die Außerirdischen antworten unseren Ludolfs nicht und Manni versucht, seinen Frust darüber zu kompensieren, indem er ein Schrottauto auf Raketenantrieb umbaut. Naja, “Raketenantrieb” ist vielleicht ein bisschen viel gesagt, in Wirklichkeit schraubt er zwei Rohre an einen blöd bemalten schwarzen VW Beetle (“der erinnert mir an Mond”), lässt sich vom DMAX-Requisiteur Schwarzpulver oder Wunderkerzen geben, stopft das in die Rohre und macht damit hinterher einen Geschwindigkeitstest. Die zusätzliche Beschleunigung lässt sich objektiv sicherlich nicht messen, Peter attestiert aber trotzdem den Beinahe-Durchbruch der Schallmauer und lässt sein außerirdisch lautes Lachen hören… :-)

    Bis zur nächsten Woche, dann wieder ganz irdisch, denn in Dernbach werden offenbar Ostereier gesucht!

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