• Mit einem ökonomisch, juristisch und menschlich chaotischen Fall hat es Peter Zwegat heute zu tun. Der Berliner Schuldenflüsterer wird nach Bad Pyrmont zu Familie Dröge gerufen. Auf den ersten Blick sieht es nach Bagatelle aus, geht es doch nur um lumpige 27.000 Tacken. Für so einen Mickerbetrag knipst RTL eigentlich nicht die Kamera an und macht den Zwegat wach. Hätte die Geschichte nicht eine menschliche Dimension…

    Daniel Dröge klebt, wie man so sagt, das Pech an den Hacken. Vor sieben Jahren begann er seine Schuldenkarriere mit der missglückten Übernahme einer Kneipe und pflegt seitdem eine enge Bekanntschaft mit dem Gerichtsvollzieher. Heute, mit 33, hat er Osteoporose (Knochenschwund) und kann deshalb kaum noch arbeiten; langfristig droht sogar die Frührente. RTL wirbt um unser Mitgefühl mit einer nett gemachten Großaufnahme, wie Daniel sich eine Spritze in den Oberschenkel haut. Aus dem Off berichtet seine Freundin von ihrer Angst, dass er bald gelähmt sein könnte. Doch auch ihr selbst geht es nach diversen Brustoperationen, deren Einzelheiten uns RTL nicht vorenthält, ziemlich mies. Seit der Geburt des gemeinsamen Sohnes ist sie im Mutterschutz und verdient daher gerade auch kein Geld.

    Vor zwei Jahren klopfte endlich “das Glück” an die Tür, wenn man das zynisch mal so nennen darf: Daniels Vater starb und vererbte ihm das Elternhaus. Zwei kleine Wermutstropfen gibt es dabei allerdings: Erstens ist das Haus total renovierungsbedürftig, um nicht zu sagen: abrissreif. Und zweitens lebt darin noch immer seine Mutter – und zwar mit lebenslangem Wohnrecht! De facto ist die Bude unverkäuflich und kostet sogar noch laufend Geld, was für einen sowieso schon total Verschuldeten eher nachteilig ist.

    Da kann nur ein Wunder helfen… oder Peter Zwegat. Gerufen, gekommen und schon ist er da. Zuerst besichtigt er die ärmliche Souterrainwohnung der Dröges und nimmt dem Paar vor laufender Kamera die Schuldenbeichte ab. Besonders interessiert ihn die Sache mit dem geerbten Elternhaus und deshalb fährt er zusammen mit Daniel zum Ortstermin in das benachbarte Dörfchen. Hätte er man besser nicht gemacht, denn dieser Besuch bringt ihn fast ins Kittchen!

    Die nach wie vor – mietfrei – in dem Haus lebende Mutter Dröge verkehrt mit ihrem Sohnemann mittlerweile nur noch per Anwalt. Seine Absicht, die Butze zu Bargeld zu machen, hat sie seinerzeit sofort durchblickt und vor Gericht beantragt, die Überschreibung rückgängig zu machen. Das Verfahren läuft noch und hat inzwischen zu einer gewissen Entfremdung zwischen Mutter und Sohn geführt. Zunächst besichtigen Zwegat und Dröge das Anwesen und die leerstehende Wohnung im Dachgeschoss. Der Berliner ist sichtlich “beeindruckt” vom vollvertäfelten, komplett fensterlosen “Wohnzimmer”, den ungedämmten Wänden und dem Badezimmer Marke Eigenbau. Das ist ein kompletter Sanierungsfall, um es freundlich auszudrücken. Eine kurze Überschlagsrechnung ergibt, dass die Kosten einer Renovierung erst in mehreren Jahrzehnten durch Mieteinnahmen wieder hereinkämen, kann man also vergessen.

    Beim Verlassen des Hauses wartet schon der von Mutter Dröge herbeigerufene Dorfpolizist auf die Besucher: Hausfriedensbruch wird ihnen vorgeworfen! Die Sache klärt sich aber schnell – schließlich ist Daniel der Eigentümer – und man kommt letztlich ungeschoren davon. Peter Zwegat redet dabei allein mit der Mutter – ohne Kamera, also ohne verwertbare Bilder, das ist ein absolutes Novum! Hinterher kann er auch deren Lage verstehen, schließlich ist das Haus ihr Lebenswerk und sie hat Angst, dass es unter den Hammer kommt und sie auf der Straße landet. Deshalb hat sie ihren eigenen Sohn auf Rückgabe des Hauses verklagt.

    In Zwegat reift ein teuflischer, nein göttlicher Plan, wie alle Parteien aus der Sache zufrieden herauskommen könnten: Daniel soll den Prozess um die ohnehin unverkäufliche Schrottimmobilie verlieren und gemütlich in die Privatinsolvenz gehen und Muttern könnte dann dort wohnen bleiben, so wie bisher.

    Tja, ist nichts mit hätte, könnte, würde: Zunächst überzeugt Zwegat Daniel, sich im Prozess nicht zu verteidigen und ihn so zu verlieren. Leider rät der nicht eingeweihte Richter diesem aber, sich doch einen Anwalt zu nehmen, was er blöderweise auch tut und den Prozess prompt gewinnt! Mein Gott, der hat aber auch nur Pech im Leben!!!

    Zwegat ist natürlich wütend, weil sein eigener Mandant ihm so ins göttliche Handwerk gepfuscht hat, aber er spricht wenigstens noch mit ihm. Der überschlaue Dröge sucht jetzt verzweifelt nach einem Immobilienmakler, die verabschieden sich aber immer schnell, sobald sie das Haus sehen. Schließlich erklärt sich im Licht der Kamera doch noch ein Vertreter dieses hochgeschätzten Berufsstands aus Mitleid bereit, es wenigstens zu versuchen. Seine Einschätzung ist aber niederschmetternd: Das Haus liegt ungünstig, ist hässlich und in einem miesen Zustand und vor allem wird es weiterhin von Mutter Dröge bewohnt. Ein Verkauf kann unabsehbar lange dauern, wenn überhaupt. Prost Mahlzeit!

    Kurz vor dem Ende der Sendung kommt es dann noch ganz dicke, denn Dröge fliegt nach einer Kontopfändung bei seiner Bank raus und kriegt nur mit Mühe und Zwegats Hilfe ein neues Konto bei der Sparkasse. Ihm wird außerdem klar, dass er durch die verpatzte Prozessniederlage nun auch alle laufenden Unterhaltungskosten für das Elternhaus am Hals hat, z.B. die Schornsteinfegerrechnung. Es sieht so aus, als ob langfristig doch kein Weg mehr an der Privatinsolvenz vorbeiführt.

    Fazit am Ende: Wir sterblichen Erdenmenschen müssen neidlos anerkennen, dass Peter Zwegat von Anfang an Recht hatte und sein eleganter Plan nur durch pure Paddeligkeit seines Mandanten zu Fall gebracht wurde. Aber Irren ist menschlich und Vergeben ist göttlich, vielleicht gibt sich Zwegat in der nächsten Woche ja trotzdem wieder die Ehre, wir würden uns freuen…

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    Posted by TV-Glotzer @ 2:17 am

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  • 3 Responses

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    • Nils Says:

      Der Mann konnte einem eigentlich nur Leid tun. Die Schulden waren wirklich nicht so hoch, als das man normalerweise in die Privatinsolvenz gehen muss.

      Was mich immer wieder wundert, ist ja, dass die Schuldner einfach nicht auf Zwegat hören. Die Sache mit dem Haus war dermaßen dumm. Vielleicht sollte er das Haus einfach verschenken. Dann entstehen wenigstens keine Kosten mehr.

      Ich hab allerdings keine Ahnung ob das eine sinnvolle Lösung ist. Die ganze Geschichte von den beiden ist wirklich traurig, weil die durch Planlosigkeit entstanden ist.

      War die Folge eigentlich eine Wiederholung?

    • admin Says:

      @Nils:

      Nach unseren Informationen zeigt RTL im Moment eine neue Staffel und somit keine Wiederholungen aus älteren Staffeln.

      Kam dir die Folge bekannt vor?

    • Daniel Dröge Says:

      Hallo an Alle die Sich Diese Seite durchlesen!

      Ich bin der besagte Herr Dröge und möchte gerne mal einige Sachen klarstellen!!!
      Der Herr Zwegat ist mit Sicherheit nicht so toll und unfehlbar wie es immer dargestellt wird!
      Und “Raus aus den Schulden” ist nur eine FERNSEHSHOW!!!
      Viele Sachen sind völlig falsch hingestellt worden um Zuschauer zu locken!
      Wen die Wirklichkeit interessiert kann mich gerne anschreiben!

      MfG
      Daniel Dröge
      danieldroege@gmx.de

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