Es gibt Neuigkeiten von den sechs RTL-Terrorkids aus den Bergen Colorados! Heute werden wir zu Zeugen , wie die Eltern ihre mehr oder weniger missratene Brut zum ersten Mal seit drei Wochen wieder sehen dürfen bzw. müssen. Cheftherapeutin Annegret Nobel hat die Eltern nach Colorado einfliegen lassen und nun sitzen sie alle zusammen im Kreis und harren der Dinge, die da auf sie zukommen. Zum Teil ist ganz schön Angst im Spiel, ob sich die Kiddies gebessert haben. Wie man sehen wird, ist die Angst teilweise durchaus berechtigt…
Nacheinander werden nun die sechs Erziehungsunwilligen zu ihren Eltern und den Kameras gebracht. Jenifer, der pummelige Terrorkrümel, Andreas, der Schulschwänzer, Krissi, die Punkerin und Moritz, dessen Attribut ich vergessen habe, gehen ganz schnell auf ihre Eltern zu und machen in der heutigen Folge keine großen Probleme mehr. Interessanter sind da die letzten beiden, nämlich Linda, die Schlägerin, und Komasäufer Kevin.
Linda scheint ihre Eltern eigentlich gar nicht sehen zu wollen, dreht sich weg und muss ihnen von Annegrets Schergen beinahe mit physischer Gewalt zugeführt werden. Sie reagiert sehr patzig, während ihre Mutter vor allen anderen Eltern, Problemkids, Therapeuten und uns TV-Gaffern weinend ihr Seeleninnenleben nach Außen kehrt. Sie kann einem wirklich leid tun, die Gute, und irgendwie kommt das auch tatsächlich als Annäherungsversuch bei Linda an. Schade nur, dass Linda jede menschliche Nähe hasst. Sie verkriecht sich in ihr Zelt, demoliert es später und haut dann ab. Das Fernsehteam ist ihr aber direkt auf den Fersen und filmt, wie sie schließlich an einem malerischen Bergbach von den Therapeuten wieder eingefangen wird. Annegret schafft es später immerhin, dass sich Linda mit ihren Eltern (und dem Fernsehteam) trifft und ein Happy End scheint immerhin noch möglich.
Das Happy End für Kevin ist dagegen in weite Ferne gerückt. Nachdem er zu Beginn des Elternbesuchs zum ersten Mal seit Jahren seinem Vater wieder direkt in die Augen sieht, kriegt er hinterher einen Tobsuchtsanfall, als Annegret ihm eine Nacht im Hotel bei seinen Eltern verwehrt. Er tillt völlig aus und schreit sie mit mindestens 120 Dezibel an. Die dabei gebrauchten Schimpfwörter möchte ich nicht wiedergeben und es ist kaum erklärbar, wie die Eltern das bisher ausgehalten haben. Schließlich knallen die letzten Sicherungen raus und Kevin bedroht Annegret vor seinen Eltern und der laufenden Kamera. Annegret kündigt an, die Polizei zu holen, er lacht sie aus, sie telefoniert irgendwie und behauptet, in 10 Minuten käme der Sheriff und hole ihn ab. Natürlich kommt der dann am Ende doch nicht, aber Annegret schafft es immerhin, mit Kevin den Deal einzufädeln, morgen mit ihm wieder neu bei Null zu beginnen. Na das kann ja was geben in der nächsten Folge.
Bei allen Lästereien muss ich Annegret an dieser Stelle meine Hochachtung für den Mut bescheinigen, mit dem sie sich als kleine, körperlich weit unterlegene Frau dem kräftigen, nicht ganz zurechnungsfähigen Kevin in den Weg stellt. Und wie sie immer wieder Mittel und Wege findet, mit den sechs missratenen Kotzbrocken gewaltlos umzugehen, ist echt bewundernswert. Ich möchte mit ihr nicht den Job tauschen!





