• Heute gehören die 45 Minuten ganz einem ziemlich unspektakulären Fall. Die sympathischen Schwaben Andreas und Sandra Kanape ziehen mit ihren drei Söhnen Kevin, Steven und Raven in die kanadische Prärie. (Beim Nachlesen dieses Blogs frage ich mich, warum ich über die blöden Namen eigentlich keinen miesen Witz gemacht habe? Vielleicht werde ich ja langsam älter und vernünftiger… ;-) )

    Der Familienvater ist arbeitslos und hat von Deutschland aus bei einem kanadischen Baumaschinenhersteller als Schweißer angeheuert. Die Kanapes waren noch nie in Kanada und haben auch nur 3.000 Euro Startkapitel – das reicht bei Kabel1 normalerweise für eine Auswanderung mit Bauchlandung erster Klasse. Als dann auch noch gezeigt wird, wie sie ihren Hausrat in der alten Wohnung in 20kg-Portionen für den Postversand zerlegen, fängt bei mir im Hinterkopf schon der übliche Loser-Film an mit nicht ankommenden Paketen und/oder total zertöppertem Inhalt beim Öffnen in Kanada.

    Aber weit gefehlt, denn die Kanapes sind nicht ganz so doof, wie so manche Deppen, denen wir per Fernsehen schon beim Umzug ins Ausland über die Schulter gucken durften. Als aufmerksamer Zuschauer dieses Genres hat man inzwischen begriffen, dass der wichtigste Erfolgs- und Misserfolgsfaktor die Beherrschung der zukünftigen Landessprache ist. Und siehe da, das funktioniert, und nicht nur die Eltern, sogar die beiden älteren Söhne können ausreichend Englisch. Und utopische Ansprüche stellen sie auch nicht. Die öde, verschneite Landschaft finden sie toll, wenn auch der Vergleich etwas schräg ist: “Sieht aus wie die Ostsee, nur größer”. Hä?

    Sie bekommen von der Firma für den Übergang ein Haus gestellt, allerdings ohne Möbel. Sie fahren los und kaufen sich für umgerechnet 120 Euro im Second-Hand-Laden fast einen ganzen Hausstand. A propos Fahren: Einen dicken Wagen, der eigentlich gar nicht in ihr Budget passt, kaufen sie sich auch. Und am Ende finden sie sogar noch ein Neubauhaus zur Miete, was in Kanada wohl ziemlich selten ist.

    Mit den eigentlich zugesagten Jobs für Mutter Sandra und Sohn Kevin klappt es dann doch nicht gleich, aber Kevin kann vielleicht demnächst im örtlichen Supermarkt als Verkäufer anfangen. Somit geht so ziemlich alles gut aus und man fragt sich als schadenfroher Mediengaffer auf Katastrophensuche, weshalb man sich dieses Stückchen Heile Welt eigentlich angesehen hat.

    Also, folgende Erkenntnis ziehe ich aus diesem Filmchen: Wenn nicht schon im Vorspann herauskommt, dass die Auswanderer die Sprache nicht können und keine Nervenzusammenbrüche angekündigt werden, spare ich mir zukünftig die 45 Minuten. Schließlich gucke ich mir diese Sendungen doch nur an, um darüber zu lachen, wie ein paar Vollspacken mit einem Köpper in der Scheiße landen. Oder?

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    Posted by TV-Glotzer @ 10:03 pm

  • 2 Responses

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    • DuHund Says:

      Du bist ein dreckiger hund ankuken zum ablästern ?? alta du gehörst mal wirklich so richtig durchgenommen du hässliches kind

    • TV-Glotzer Says:

      Hallöchen, da antwortet uns mit Steven Kanape offenbar einer der Betroffenen. Netten Ton hat er da am Leib, Kanada scheint wirklich ein hartes Pflaster zu sein! Und ich weiß noch nicht mal, was er eigentlich will, die Familie kommt doch wirklich gut weg in dem Beitrag???

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