• Auch diese Sendung ist eine Wiederholung, aber vom Feinsten: Sein heutiger Fall verlangt Rachs Magen alles ab. Er kommt zur Tapas-Bar “Cantina” in Halle/Westfalen. Dort bleiben aus zunächst unerfindlichen Gründen die Gäste weg.

    Keine Panik, nun ist Rach ja da. Er nimmt (als einziger Gast) im Schankraum Platz und bestellt glatt die Hälfte der Speisekarte. Dieter, der Wirt mit dem speckigen T-Shirt, macht auch den Kellner und schleppt nach und nach Unmengen von Tellerchen und Töpfchen mit dampfenden Tapas herbei. Leider ist sein Gedächtnis der Mammutbestellung nicht gewachsen und so ist sie in der Küche nur teilweise richtig angekommen. Doch auch die Küche ist von dem einen Gast völlig überfordert und es dauert und dauert und dauert. Rach steckt leicht erbost hier und da Finger oder Nase in die bei ihm eintreffenden Speisen und fängt an zu meckern. Nach eindreiviertel Stunden (!!!) fehlt noch immer einiges, dem Meisterkoch platzt endlich der Kragen und er sieht selbst in der Küche nach dem Rechten. (Hintergrundmusik: “Thriller” von Michael Jackson)

    Die Küche ist Gisberts Reich. (Vielleicht heißt er auch “Giesbert” mit “ih-eeh”, man weiß es nicht genau…) Jedenfalls ist Gisbert ein alter Kumpel von Dieter, dem Wirt, und er kocht ohne Bezahlung und Rezept. Auf den ersten Blick erinnert mich der Typ an den Maschinisten Johann im Film “Das Boot”, der hatte auch so einen leicht irren Blick. Gisbert hält übrigens gar nichts von Ordnung und Hygiene und das kann Rach nun überhaupt nicht verknusen. Warum denn der Boden so klebrig sei, will er vom Koch wissen. Der sei extra eingefettet, damit man sich schneller in der Küche bewegen könne, wird ihm bauernschlau geantwortet. Rach stutzt. Vor laufender Kamera guckt er hinter die Öfen und in die Schränke und ekelt sich offensichtlich sehr. Beim Blick auf die so genannte Hightech-Ecke mit der verdreckten Mikrowelle hakt bei unserem wackeren Gastropapst kurzzeitig der Verstand aus und er kriegt einen heftigen Lachanfall. Nach kurzer Erholung geht es weiter zum Highlight, der riesigen Pfütze im untersten Fach des Kühlschranks. Das sei der See Genezareth, klärt ihn Gisbert auf… Rach ist endgültig bedient, entfleucht aus dem Laden und übergibt sich vermutlich im Off.

    Die eingehende Besichtigung des Tatorts am nächster Tag ist Anlass für weiteren Ekel. Die gesamte Einrichtung muss raus, entscheidet Rach, für diese Küche würde er keinesfalls sein preisgekröntes Händchen rühren. Andererseits menschelt es zwischen ihm, Faktotum Gisbert und dem freundlich-lahmen Dieter und als Gisbert gesteht, selbst noch niemals in einer richtigen Tapas-Bar gewesen zu sein (!), beschließen die drei, dies jetzt nachzuholen.

    Kurze Zeit später – angeblich am nächsten Tag, aber das kann eigentlich nicht stimmen – beginnt die Totalrenovierung der alten Küche. Gisbert fühlt sich wegen seiner geringen (bzw. fehlenden) Bezahlung für Putzarbeiten nicht zuständig und überlässt diesen Teil der Sendung den anderen. Darüber ärgert sich Dieters Freundin und kriegt sich tierisch mit dem Koch in die Haare. Kurze Zeit später sind Küche und Schankraum frisch gemalt und die gesamte Kücheneinrichtung ausgetauscht. Dieter ist eigentlich pleite, woher plötzlich das Geld für die neuen Herde stammt, bleibt im Unklaren, vermutlich von RTL.

    Sobald das Großreinemachen fertig ist, taucht auch Gisbert wieder auf und kriegt jetzt seinen Kochgrundkurs vom Meister höchstpersönlich. Sie bauen Tintenfischringe, wobei Gisbert in den Augen des Sternekochs auf Mikrobengröße schrumpft, als er Thymian und Rosmarin verwechselt. Noch schlimmer: Gisbert beginnt auch in der neuen Küche bereits wieder damit, die Kochutensilien nach dem Ludolfschen Haufenprinzip abzulegen. Jetzt wird die Stimmung zwischen den beiden spürbar gereizter und man ist froh, als die Szene abgeblendet wird.

    Das unvermeidliche Fest am letzten Tag von Rachs Besuch geht gut aus, selbst waschechte Spanier unter den Gästen bestätigen in die Kamera, dass nur noch das Wetter nicht wie in Spanien sei und Rach zieht eine vorsichtig positive Bilanz seines Einsatzes.

    Die Chefvisite einige Wochen später ergibt einige Veränderungen: Gisbert wurde wegen seiner weiterhin praktizierten Unordnung gefeuert und stattdessen steht jetzt Dieters Freundin in der Küche. Aber Rach schmeckt das Essen und er sieht für die “Cantina” optimistisch in die Zukunft. In einer Schrifteinblendung im Nachspann erfahren wir dann aber das Desaster: Es hat nicht sollen sein, Dieter musste seinen Laden Ende Oktober 2008 schließen! :-(

    Weitersagen:

    • del.icio.us
    • Facebook
    • Google Buzz
    • LinkArena
    • Webnews.de
    • Yahoo! Bookmarks
    • Yigg
    • MisterWong
    • Live
    • LinkedIn
    • Digg
    • Google
    • Blogger

    Posted by TV-Glotzer @ 10:58 pm

    Tags:

  • Leave a Comment

    Please note: Comment moderation is enabled and may delay your comment. There is no need to resubmit your comment.