• Ik glob ik tille, wa?!?! Heidi, Rolf(e), Peyman und ihr Tross, nebst dreißig Anwärterrinnen auf die Krone von „Hühnerhaufenhausen“ ziehen in die Hauptstadt ein. Hier nun also sollen die jungen Damen in den Ring steigen, denn nach diesem „Battle“ kann es nur noch fünfzehn geben – so sagt man -  und so lasset die Spiele beginnen!

    Schon zur ersten Prüfung werden die Kandidatinnen kaltblütig aufs Glatteis geführt: in einer Tiefkühltruhe sollen die verängstigten kleinen Mädchen bei -15 Grad Celsius, trotz dräuender Influenza, hübscher als Schneewittchen für den Photografen posieren - da triefen die kleinen Schnuppernäschen.

    Aber Natürlich keck vorne weg: Tessa - ”Wie Tesa mit zwei S”. Sie kopiert zwar immer noch das Styling von Ira, glänzte dafür aber heute mit Sprüchen wie: “Ich glaube, dass hier so viele langweilige, ausdruckslose Mädchen dabei sind, die hier einfach nichts verloren haben” oder “Die anderen Mädels haben halt echt keinen Plan, von nichts”. Prima Drehbuch!

    Dann sehen wir noch – ja ist denn schon wieder Frühling – Störche im Salat bei einer Modenschau und den abschließenden “Kuck mal Heidi, auch ich kann auf Stöckelschuhen gehen”-Präsentationen.

    Zu guter letzt werden wir noch mit der tränenreichen “Wer kommt weiter”-Entscheidung der Jury konfrontiert und - oh Wunder – jetzt kommen plötzlich doch sechszehn Damen in die nächste Show – die Dramaturgen von Peter Steiners Theaterstadl oder dem Ohnsorg-Theater könnten es nicht besser hinrichten :-)

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  • Die Globalisierung schreitet voran, wie man der gestrigen Folge von "Unser neues Leben" entnehmen konnte. Mal wieder wurden abwechselnd zwei Auswandererschicksale ans Licht der Weltöffentlichkeit gezerrt, die auf den ersten und zweiten Blick wenig spektakulär wirkten, aber für Otto Normalglotzer mit Sitzlähmung gerade noch annehmbar aufbereitet wurden.

    Die erste Story ist eher nicht so der Bringer und spielt in den USA. Eine deutsche Auswandererin, Mitte vierzig, ehedem Verwaltungsangestellte, ist jetzt in Texas als Polizistin tätig. Aus irgend einem Grunde will sie nach Kalifornien ziehen und dort wieder Polizistin werden. Per Internet hat sie einen deutschen Auswanderer ausfindig gemacht, der dort Polizist ist und besucht ihn für ein paar Tage.

    Sie fahren zusammen Streife durch die nächtlichen Problembezirke der Stadt und erzählen sich gegenseitig die gruseligsten Fälle aus ihren Revieren. Als mal ein Einsatzbefehl kommt, springt der Typ mit Taschenlampe und gezogener Wumme aus dem Auto und pirscht sich durch einen Trailerpark (sinnvollerweise unter voller Beleuchtung des Fernsehteams!). Die Frau bleibt dabei schön im Auto, denn sie hat ihre kugelsichere Weste nicht dabei.

    Am nächsten Tag machen beide Schießübungen in der Wüste, wobei er gnadenlos abstinkt. Seine Hoffnung, sich demnächst für ein SWAT-Team zu bewerben, erfahren einen Dämpfer, während sich die Frau über ihn beömmelt.

    Wie gesagt, das sind Dinge, die man sowieso nicht wissen wollte und jetzt auch getrost wieder vergessen kann. Wenden wir uns also dem interessanteren Fall zu, einem Pärchen aus Ostberlin, das seit drei Jahren in Paguera/Mallorca das Strandcafé "Schwarzwald" betreibt.

    An einem regnerischen Tag eröffnen sie das erste Mal seit der Weihnachtspause ihr Lokal. Draußen regnet es und drinnen ist die Stimmung auch ziemlich düster: Die Lieferanten haben (mal wieder) mehrere Sachen vergessen und müssen nun telefonisch angeraunzt werden. Aus dem Off kommt dazu die hämische Bemerkung, dass die beiden auch nach drei Jahren auf der Insel noch immer kein Spanisch können! Aber man hat ja Erfahrung mit der Improvisation: Als der Lieferant bald leibhaftig vor ihnen steht, holen unsere beiden schnell den niederländischen Ladenbesitzer von nebenan, verklugfiedeln dem die Lage auf Deutsch mit heftigem Berliner Akzent, der übersetzt das im Kopf auf Holländisch und erklärt dann auf spanisch dem Lieferanten, dass die Kaffeesahne – oder was auch immer – noch fehlt.

    So weit, so gut. Der Laden läuft trotz oder gerade wegen des Wetters ziemlich ordentlich und so kann man sich der nächsten Baustelle widmen: Man ist das dauernde Kuchenbacken leid, daher soll ein Bäcker eingestellt werden. Wohl angeregt durch die Casting-Schwemme im Fernsehen (oder gescriptet durch die Autoren dieser Sendung?), hat man sich dazu ein Wettbacken ausgedacht. Die zwei etwas nach Lebenskünstlern aussehenden deutschen Konditoren Lasse und Steven sollen im Keller des Café probeweise mehrere Torten produzieren; nach der Verkostung erhält der Gewinner dann einen festen Arbeitsvertrag.

    Leider haben die Herren das Prozedere nicht ganz verstanden, denn sie teilen sich die Arbeit an den Torten freundschaftlich. Der eine macht die Böden, der andere später die Füllung und die Glasur. Es gibt zwar eine kleine Meinungsverschiedenheit über den richtigen Kirschwassergehalt der Schwarzwälder Kirschtorte, aber dann geht es sofort weiter. Zwischendurch kommt die Chefin mal kurz vorbei und wundert sich etwas über die kollegiale und beschwingt-lockere Art der beiden, sagt aber nichts. Auch den etwas verwaschen klingenden Hinweis auf das ausgegangene Kirschwasser überhört sie offenbar…

    Zum großen Finale kommen beide Teigkünstler mit ihren Machwerken wieder an die Erdoberfläche und servieren die Kuchenstücke. Das Chefpärchen hat als Jury drei ebenfalls kräftig östelnde Bekannte hinzugebeten, die so aussehen, als ob sie öfter mal bei Esswettbewerben mitwirken. Nachdem der Geschmackstest zu keinem eindeutigen Ergebnis kommen konnte – weil beide Kandidaten an allen Torten gebastelt hatten – stand dann plötzlich doch ein Ergebnis fest: Einer der beiden hatte noch vier Wochen Kündigungsfrist und der andere war sofort frei. Weil die Stelle sofort besetzt werden sollte, war damit der Fall klar: And the Winner is Steven!

  • RTL hat den Primetime-Sendeplatz am Mittwochabend neu belegt, statt Onkel Dieters Sternchenfabrik DSDS sehen wir jetzt "Teenager außer Kontrolle". Hier geht es aber nicht, wie man bei Sender und Titel auch denken könnte, um wilde Parties auf Mallorca, sondern eher um das Gegenteil: Sechs extrem widerborstige, elternunkompatible Jugendliche werden von ihren Erziehungsberechtigten in ein Kinder-Straflager in die USA geschickt. Der Versand renitenter Zeitgenossen in den wilden Westen scheint eine nahe liegende Idee zu sein, die Amerikaner haben für solche Dinge ja bekanntermaßen ein gutes Händchen (Stichwort: Guantanamo).

    Um den Zuschauern die jeweilige Homestory zu verklickern, hat RTL die Eltern vorher mit Kameras ausgestattet. Die bunten, lauten und zuweilen gewalttätigen Filmchen aus dem (angeblichen) Familienalltag illustrieren den verständlichen Wunsch der Eltern, die außer Kontrolle geratenen Teenies möglichst schnell und lange loszuwerden. Da es mit dem Einschuss in die Erdumlaufbahn wohl nicht klappen wird, hat man sich wenigstens für die zweitweiteste Lösung entschieden: Die Bergwelt der Rocky Mountains in Colorado, USA.

    Hier kommen nun also unsere Protagonisten an: Kevin,der Komasäufer, Linda, die Schlägerbraut, Jenifer, der "Terrorkrümel" und wie sie alle heißen. Sie begegnen auf dem Flughafen zum ersten Mal ihrem vorübergehenden Elternersatz: Cheftherapeutin Annegret mit ihrem Pädagogenteam. Die zunächst entspannte Atmosphäre ist sofort zum Teufel, als den Kiddies noch im Flughafen alle Zigaretten weggenommen werden. Danach spielt reihum einer den Miesepeter und verzögert damit den geplanten Fortgang der Ereignisse. Schließlich kommt man erst mitten in der Nacht und nach einem längeren Fußmarsch irgendwo in der Pampa an, baut die Zelte auf und geht schlafen.

    Am nächsten Morgen sind alle Teenager irgendwo auf Entzug von ihren gewohnten Drogen und haben denkbar ätzende Laune. Die ersten Bettelbriefe an die eigentlich verhassten Eltern, sie doch wieder nach Hause zu holen, werden geschrieben und hier und da fließt auch ein Tränchen. Nach 36 Stunden ist die Entgiftung zu Ende und es geht ins Basislager zum Einkleiden mit den Outdoor-Klamotten für das richtige Zeltlager. Nun ist Showtime! Komasäufer und Terrorkrümel (die aber eher wie der ganze Kuchen aussieht…) weigern sich, die Sachen anzuziehen und legen sich mit den Wärtern Erziehern an. Nach diversen wüsten Beschimpfungen und sogar einem gezogenen Messer kommen dann aber doch alle mit ins neue Zeltlager.

    Die erste Sendung der neuen Staffel endet damit, dass sich Annegret mit dem Team ganz auf die dauerprügelnde Linda konzentriert bis diese weinend einknickt und den anderen fünf Terrorkids so schon Mal zeigt, was auch auf sie – und die Zuschauer – in den nächsten Wochen zukommen wird.

  • Heute ging es bei "Goodbye Deutschland! Die Auswanderer" um vier Familien.

    Sehenswert war davon eigentlich nur Familie Sroka-Timm aus Meppen, die nach Norwegen auswandern wollen.
    Vater Jürgen, der äußerlich beachtliche Ähnlichkeit mit Al Bundy hat, wie ich finde, ist scheinbar ein Holzofen-Fan erster Stunde, denn er stürzt sich sofort freudestrahlend auf die 3 Holzöfen. Aber wie jeder guter Fan hat er natürlich überhaupt keine Ahnung von den Objekten seiner Manie, denn er versucht 2 Tage lang, die Ofen-Attrappe im provisorischen Heim (Ferienhaus) in Gang zu bringen. Eine Attrappe ist scheinbar auch die Toilette, wie sich herausstellt, denn die Spülung tut nix. Zum Glück gibt es noch einen Außen-WC mit Doppel-Plumpsklo auf dem man so richtig schön beim Abdrücken schnacken kann, wie Vater Jürgen begeistert feststellt ;-)

    Begeistert ist er auch, zu meiner Verwunderung, von seinen Bewerbungsgesprächen, denn jede Firma verspricht, sich nochmal bei ihm zu melden, wie er seiner Frau erzählt, wenn er von einem Gespräch zurückkehrt… Ein Wort ist ein Wort – nicht ;-)

    Leider verdirbt ihm dann doch noch eine Sekretärin die gute Laune, denn sie will ihm einfach nicht zum Chef durchlassen – da half auch sein Charme nicht und irgendwie meldet sich auch keiner…

    Frustriert bis nach Meppen beschließt Jürgen erstmal, den Rückzug anzutreten, denn den Auswanderern von RTL 2 hat er eine wichtige Erkenntnis voraus -> ohne Arbeitsvertrag im Zielland sollte man nicht auswandern. (Die 2 Töchter der Familie freuen sich übrigens auch über die Entscheidung ;) )

    Stefan K. hätte sich dies auch mal zu Herzen nehmen sollen. Er ist mit seiner Frau nämlich nach Paraguay ausgewandert! Ein Freund hatte den beiden erzählt, dass man dort mit dem Verleih von Landmaschinen ordentlich Geld machen kann. Coole Idee, dachte sich Stefan und investierte in unkaputtbare deutsche Ost-Wertarbeit in Form von Treckern und anderen Landmaschinen. In Paraguay angekommen, mussten die beiden dann feststellen, dass der Tipp des Freundes wohl etwas überholt war, denn irgendwie gab es dort schon alles, sogar Landmaschinen. (Tja, da hat wohl vermutlich ein deutscher Schrott-Händler einen Reibach gemacht ;-) )

    Ohne große Kenntnis der Landsprache waren die beiden nun dort gestrandet. Zumindest sah es so in einer der letzten Folgen von „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“ aus! „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“ besuchte die beiden nun erneut. Das Geschäft mit den Landmaschinen haben die beiden aufgegeben und zu ihrem Glück zählt auch in Paraguay „gute deutsche Wertarbeit“ – zumindest kann Stefan damit punkten bei seinen Jobs als Zimmermann. Inzwischen ist sich seine Frau auch sicher, dass sie „wenn sie das alles gewusst hätte“ den Trip niemals angetreten hätte. Tja wofür gibt es Google -> aber naja, sind ja Auswanderer….

    Anders sieht es bei Familie Janßen aus, die seit 2 Jahren in Kanada leben. Beide Eheleute haben einen Job und die beiden Töchter sprechen inzwischen schon viel lieber Englisch als Deutsch, weil es einfacher ist! Da kann man nur sagen: „Hey, ihr seid angekommen – Glückwunsch!“

    Abschließend bleibt nur noch von Yvonne Khan und Turgut Karaoglu zu berichten. Sie ist eine echte Powerfrau und Mutter (hat eine Tochter) mit eigenem Hotel in Costa Rica. Dort will sie mit Turgut und seinem Sohn eine Familie gründen. Eigentlich gibt es keine Probleme, denn Yvonne hat alles im Griff (worauf die Stimme im Off hinweist). Sie rechnet ihrem Freund in Zwegat-Marnier auch gleich mal vor, warum seine grandiose Idee von einer Döner-Bude in Costa Rica nicht so recht funktionieren kann. Das einzige Dumme in Costa Rica ist das Finden einer guten Schule, aber auch das wird Yvonne hinbekommen!

  • Sternekoch Christian Rach ist ein Gewohnheitstier – diese Erkenntnis ergibt sich, wenn man ihm regelmäßig per RTL bei der Arbeit zusieht. Er zieht immer die gleiche Nummer ab: Kommt jedes Mal schon einen Tag früher als eigentlich vereinbart, so dass die pleitebedrohten Restaurantbesitzer sich pflichtschuldig überrascht geben (”Huch, heute schon?!”). Komisch nur, dass er immer von innen gefilmt wird, wie er den Schankraum das erste Mal betritt. Wenn die Wirtsleute Kamera und Licht nicht schon vorher bemerkt haben, brauchen sie wirklich Hilfe… ;-)

    Dann kommt das nächste Ritual: Rach lässt sich die Karte reichen, sucht darin nach Spezialitäten der lokalen Küche, findet keine (oder zuviele) und bestellt dann einmal quer durch den Garten alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Jetzt folgt totsicher die erste Demütigung: Einer der Gänge hat Rachs meisterlichen Gaumen gekränkt, er doziert den schlimmen Befund halblaut von der Seite in die Kamera, trägt dann mit spitzen Fingern den letzten Teller in die Küche zurück und verlangt dort laut, den Verursacher der gastronomischen Ungeheuerlichkeit sprechen zu wollen.

    Ein armes Wesen im weißen Kittel stammelt eine mickrige Entschuldigung und Übervater Rach lässt dieses eine Mal noch Gnade vor Recht ergehen. “Wir sehen uns dann morgen” ist seine übliche Drohung beim Verlassen des Lokals. Vor der Tür raunt er noch etwas wie “Na, da bin ich aber mal gespannt, was ich morgen vorfinde” in die Kamera und entschwindet.

    Am nächsten Tag lässt sich der Meister dann den ganzen Betrieb zeigen und kommt fast immer zu demselben überraschenden Ergebnis: Der Umsatz ist so mau, weil keine Gäste da sind. Und die Gäste kommen nicht, weil die Speisekarte verwirrend groß ist, sich die Küche zuwenig auf ihre Spezialitäten konzentriert und die Räumlichkeiten nicht einladend wirken.

    Diesmal heißt das Lokal “Zum Entenjakob” und hat – man glaubt es kaum -  kein einziges Menü mit Ente auf der Karte. Das hat Rach denn auch gleich gemerkt und zwingt die Wirte zur Runderneuerung  ihrer Speisekarte. Renoviert wird dann auch noch der Schankraum – diesmal stiftet der Meister einen Kamin und gebrauchte Bänke. Danach wird die Schürze umgebunden und es geht in die Küche. Unter den großen Augen der Köchin zieht Rach alle Register seines Könnens und man ahnt: Er ist Gott und wir sind Dreck.

    Zum Schluss kommt die Bewährungsprobe, nämlich der große Abendevent als Premiere der neuen Speisekarte. Vorher bibbern alle, doch keine Angst, wie bei den Waltons geht die Story immer gut aus: Das Lokal ist voll, in der Küche dampft und brodelt es, die Kasse klingelt und die Gäste sind zufrieden (”wir kommen garantiert wieder”). Die Sonne geht strahlend unter, alle Menschen lieben sich und ganz besonders unseren Meisterkoch Christian Rach.

    In einer Art Epilog guckt er – nach der letzten Werbepause – ein paar Wochen später nochmal vorbei und überprüft, ob seine Schützlinge noch immer auf dem rechten Weg sind. Klar sind sie das, wäre aber auch nicht schlimm, wenn nicht: dann würde der “Entenjakob” eben an “Hagen hilft” oder – als letzte Konsequenz – Peter Zwegat weiter gereicht.

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  • Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise, aber Fr. Schrowange verpasste mir heute mit ihrer Magazinsendung „Extra“ einen Einlauf der besonderen Art.

    Wer kennt sie nicht, die Damen und Herren hinter den Klingelbeuteln, vor den Toiletten der Einkaufszentren, Schnellrestaurants und Raststätten unserer Republik. Für ein schmales Trinkgeld bieten sie dem WC-Nutzer, neben freundlicher Ansprache zumeist auch sanitäre Sauberkeit.

    So erleichtert, fällt es natürlich jedermann dann leicht zum Geschäftsabschluss noch etwas Kleingeld zurückzulassen. Eine kurze Rechnung zeigt, bei angenommenen 30 Cent in der Minute (durchaus realistisch, wie am Bsp. einer Notdurftanstalt in einem Einkaufszentrum in NRW gezeigt), lassen sich so in jeweils acht Stunden an zwanzig Arbeitstagen im Monat ca. 0,3*60*8*20 = 2880 Euro erzielen. Damit ließe sich doch wohl ein respektables Einkommen erwirtschaften?

    Aber jetzt kommt’s (das Klistier wird in den Anschlag gebracht)! Wer glaubt der Mensch vorm Örtchen profitiert – der irrt! So erfahren wir, hier kassiert nicht der, der die Arbeit macht, sondern der Betreiber, der Investor, der Kapitalist. Für den, der die Scheißarbeit machen muss, springt dabei nur ein mickeriger Stundenlohn heraus, den er sich dann mit ALG II aufstocken lassen kann.

    Vielen Dank RTL, für diese „Extra“-Lehrstunde in angewandter Kapitalismuskritik! So hat "Mülltv" mich heute innerlich gereinigt.